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Rezensionen verfasst von
Mag Ruth GUTMANN-BEISTEINER "Ruth Gutmann-Beisteiner" (Salzburg)
(REAL NAME)   

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Vierstromland: Roman
Vierstromland: Roman
von Nora Wicke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Familiendynamik mit Poesie, 19. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Vierstromland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein kluges Buch. Getragen von einer klaren, starken Sprache. Getragen von einer Familiengeschichte zwischen Frankreich, Deutschland, Rumänien, Serbien über drei Generationen.
Eliza, die Ich-Erzählerin, wächst bei ihren Großeltern in einem serbischen Dorf auf. Seit ihrer Kindheit ist die Begegnung mit ihrer Mutter ein in ihr innewohnender Wunsch. Mit siebzehn verlässt sie ihre Heimat und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter in Paris. – Und sie findet ihre gesamte Familie, ihre Geschichte, ihre Schicksale, das Netz, in dem sie, die Familienmitglieder, gefangen sind. „Das ist unsere Familie ... aber am Ende ist es nur der Versuch, alles richtig zu machen,“ sagt sie einmal.

Als Leser begleiten wir Eliza und erleben mit ihr, wie sie ihre Familie kennenlernt, verstehen lernt, wie Eliza zunehmend Klarheit findet und schließlich damit stärker wird. Diesen mutigen Weg geht Eliza, weil sie nicht anders kann, sie geht ihn für sich selbst, und alle beteiligten Familienmitglieder kommen dadurch zu ihrem inneren Frieden. Dieser Prozess ist spannend, voller Zuversicht und familiendynamisch äußerst interessant.

Schließlich erfährt Eliza von der Lebenslüge ihrer Großmutter. Die man als eine mögliche Wurzel der darauf folgenden Schicksale der Familie erkennen kann.

„Wie ist es möglich, Menschen vollständig zu verlieren, auch wenn sie am selben Kontinent leben“, fragt sich der Vater der Ich-Erzählerin. Und gerade dieser Vater ist es, der verlässt, der Beziehungen völlig aufgibt, seine kleinen Töchter gehen lässt – wenn dies auch nur als Folge seiner passiven Haltung geschieht.

Am Ende des Buches fragt sich die Ich-Erzählerin: „Werde ich es besser machen? Oder wird es Agnes (die Schwester) besser machen, sind wir in der Lage, uns vom Gepäck zu befreien?“ Die Antwort werden ihr wahrscheinlich erst ihre Kinder und Kindeskinder geben können. Ich denke, wir können optimistisch sein. Sie hat ihre Familiengeschichte aufgearbeitet. Sie spricht, sie schreibt, sie reflektiert. Zum Beispiel schreibt sie in ihrem Brief an Adrian: „Lass mich nicht in Stich!“ Und damit zeigt sie sich schon klarer als ihr (Stief-) Großvater und ihr Vater.
Man könnte sagen, sie durchbricht den Teufelskreis der Traumatisierung, den die sogenannte transgenerationale Weitergabe mit sich bringt. Vielleicht würde Sigmund Freud sagen: „Die Gefühlserbschaft wird von Eliza nicht übernommen.“

Zusammenfassung: Im Klappentext wird das Buch als ironisch und elegisch bezeichnet, „ein Buch, dessen Sprache so klar ist, wie Wasser.“ Dem kann ich zustimmen, bis auf die Ironie – diese konnte ich absolut nicht erkennen. Ironie würde Distanz schaffen, das hätte ich auch gar nicht gewollt. Mich hat die Geschichte sehr berührt, und ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen.
Sehr zu empfehlen! Besonders für Leser, die Familienromane, Entwicklungsromane und eine starke, vollendete Sprache lieben.


Herrin des Hügels: Das Leben der Cosima Wagner
Herrin des Hügels: Das Leben der Cosima Wagner
von Oliver Hilmes
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr zu empfehlen, 4. September 2010
Die Biografie liest sich wie ein Roman, geschrieben mit einer klaren und sachlichen Sprache, wenn auch ohne Poesie. Die Geschichte einer ' ihren Ehemännern gegenüber - unterwürfigen Frau, sie sich zu einer Geschäftsfrau entwickelte, die enorm viel bewegte, stets kämpfend, zielbewusst. Charmant, wenn sie will, beinhart wenn es um ihre Rechte geht. Und begleitet von Sorgen, Verletzungen und Ängsten.

Ein Familienepos, bei dem für den Leser die Familiendynamik sichtbar wird: Eine harte Jugend durch den kaltherzigen Vater Franz Liszt als Fundament für einen harten Charakter. Dies zeigt sich in jedem Fall in Cosimas Rolle als Mutter und ihr Engagement für den Nationalsozialismus, die Beziehungsunfähigkeit, die sich auf die nächsten Generationen durchsetzt.

Das Leben der Kinder wird ausführlich und interessant geschildert. Als Beispiele seien kurz angeführt: Siegfried Wagner gründet gegen seine Natur eine Familie, Hauptsache der Schein wird bewahrt, den Vorstellungen der Mutter wird entsprochen. Cosimas Tochter Eva, versuchte ihrer Mutter alles recht zu machen. Sie war ihre Reisebegleiterin, Sekretärin, Vorleserin und Krankenpflegerin. '... trotz der vielen Jahre, die sie Cosima geopfert hatte, war sie nie deren Lieblinstochter gewesen, diese Position bekleidete bislang Isolde.'

Spannend sind auch die materiellen Belange im Hause Richard Wagners: Einerseits war sein Budget immer zu klein, andererseits wurde ihm Verschwendungssucht vorgeworfen. Auch für den Bau des Bayreuther Festspielhauses gab es zunächst kein Geld, das Projekt war bereits zum Scheitern verurteilt.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Vor allem, weil ich viel für Familiengeschichten über habe - erklärt sich doch durch sie das Schicksal einzelner Personen, das sich wiederum auf weitere Familien ausbreitet. Oliver Hilmes muss extrem viel recherchiert haben und hat gekonnt eine wunderbar lesbare Biografie einer interessanten Frau geschrieben.


Das Haus
Das Haus
von Ilse Helbich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen liebevoll und zurückhaltend, 10. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Haus (Gebundene Ausgabe)
Eine Städterin beschreibt, wie sie bereits mit über 60 ihre Heimat findet. Die Auseinandersetzung mit dem Kauf eines alten Gebäudes, die notwendigen Renovierungsarbeiten, das Altwerden in einer neuen Umgebung und das Glücklichwerden in den von ihr so geliebten Gemäuern schildert Ilse Helblich in angenehm leichter Sprache; nicht sehr emotional, wie man vielleicht annehmen möchte, eher sachlich und zurückhaltend, doch mit liebevoller Ausstrahlung. Für die Erzählerin wird dieses Haus und der dazugehörige Garten zu ihrem Refugium und zu ihrem Lebensinhalt. Sie äußert ihre Hoffnung, dass einmal ihre Nachkommen das Haus mit jungen Stimmen füllen werden, und es damit weiterlebt.
Werte wie Häuslichkeit, Verbundenheit an einen Ort und innere Gelassenheit werden vermittelt.
Die Erzählerin selbst, offensichtlich eine selbstbestimmte ältere Dame, bleibt jedoch distanziert. Sie erwähnt immer wieder eine Krankheit, ihre Kinder, ihre Ängste. Doch Näheres erfahren wir nicht. Das nicht zu Teilende," wie sie schreibt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr ihres Innenlebens uns Lesern mitteilt.
Die Erzählung hat keine spannende Handlung, sie beschreibt den Ablauf von Bautätigkeiten, eine inspirierende Liebe zum Garten und ein Leben von 65 bis 85.
Dieses Buch passt für alle, die sich aufs Altwerden vorbereiten wollen, und sich auch darauf freuen können: Die Autorin ist 86 als diese Buch erschient.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2014 9:51 AM CET


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