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Rezensionen verfasst von
Mr. "Rullep" (Seelscheid)

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George Harrison - Living in the Material World [2 DVDs]
George Harrison - Living in the Material World [2 DVDs]
DVD ~ George Harrison
Preis: EUR 5,97

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausführliche Musikdoku mit starkem ersten Teil, 1. August 2012
V O R W O R T:

Seit dem Jahr 2001 sind leider nur noch zwei Beatles übrig. George Harrison, auch als "stiller Beatle" bekannt, war mehr als nur der Gitarrist im Hintergrund. Freilich machten die Kompositionen des Duos Lennon/McCartney den größten Anteil des Songmaterials der Fab Four aus, doch zumindest für mich gehören die, aus seiner Feder stammenden Songs "Something", "While My Guitar Gently Weeps" oder auch "Here Comes The Sun" mit zum Besten, was diese Band bis heute so groß macht.

F I L M:

Der Erfolgsregisseur Martin Scorsese drehte eine sehr interessante Doku über den 1943 geborenen Liverpooler. Es gibt innerhalb dieser gut 200 Minuten viele Interviewpartner, die einem doch zum Großteil geläufig sein sollten. Unter anderem: Paul McCartney, Ringo Starr, Eric Clapton, Tom Petty, Ray Cooper, Phil Spector und viele andere...

Die Doku ist in zwei Teile gesplittet, was nicht störend sondern eher positiv ist, da sich der erste Teil mit Georges Jugend und seiner Rolle bei den Beatles beschäftigt, während der zweite Teil seine Zeit als Solokünstler unter die Lupe nimmt. Gerade die massiven Infos über seinen Aufstieg und den Konflikten innerhalb der Band, machen den ersten Teil besonders fesselnd und unterhaltsam.

Im zweiten Abschnitt wird u.A. die Produktion seines größten Soloerfolgs, "All Things Must Pass" gewürdigt, während ein etwas irre dreinblickender Phil Spector ("Wall Of Sound") Anekdoten von der Zeit im Studio preisgibt. Darüber hinaus wird vom Bangladesh-Konzert und den ersten richtig harschen Kritiken seiner weiteren Solowerke erzählt. Überaus interessant ist auch der Einblick in seine Zeit als Filmproduzent. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ohne George wäre einer der wohl bekanntesten Monty-Python-Filme nie gedreht worden.

Ein Hauptaugenmerk liegt ebenso auf George Harrisons Glauben, der Zeit bei Ravi Shankar und seiner Liebe zur Natur. Ich glaube schon, das man durch das anschauen dieser Dokumentation ein wenig mehr über den Menschen Harrison erfährt. Das große Manko des zweiten Teils ist jedoch, das die negativen Aspekte seiner Person lediglich angedeutet werden, wenn z.B. Klaus Voorman von wachsendem Drogenkonsum in den 70ern spricht - Warum denn?

So kommt es hin und wieder vor, das Dinge zwar kurz angesprochen, jedoch nicht weiter beleuchtet werden, was ich persönlich sehr Schade fand. Gerade am Ende dieser gut Dreieinhalb Stunden befällt einen manchmal das Gefühl lauter Lobhudelei, während sein 87er Comebackalbum "Cloud Nine" dagegen komplett ignoriert wird. Immerhin gibt es Einblicke zur Produktion der Traveling Wilburys zu bestaunen. Am Ende dreht es sich vorallem um den Anschlag in seinem Haus und der letzten Begegnung mit Ringo.

D V D:

Ich mache es kurz: überzeugendes Bild und anständiger Ton. Der Kommentar ist 1A. Hin und wieder werden auch Untertitel eingeblendet, damit man kein Detail verpasst.

F A Z I T:

So stelle ich mir eine Musikdoku vor. Vorallem im ersten Teil bleibt es immer spannend und informativ. Einen Stern Abzug gibt es für mich jedoch für ein paar vermeidbare Längen im zweiten Abschnitt. Neben der "Anthology"-Box seiner Hauptband, ist diese Doku über George Harrison jedem Musikfan zu empfehlen.


The Doors - When You're Strange [Blu-ray]
The Doors - When You're Strange [Blu-ray]
DVD ~ Tom DiCillo
Preis: EUR 10,97

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut gemacht, aber..., 27. Juli 2012
...eher eine Doku über Jim Morrison, als über die Band. Ich gebe ja zu, das ich noch nie ein besonderes Interesse an der Person Morrisons hatte. Dennoch finde ich die Musik dieser Band sehr aufregend und anders. Natürlich ist mir klar, das Morrison neben Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin und in gewisser Weise Syd Barrett, der wohl am meisten vermisste Musiker dieser Epoche ist. Das er eine wichtige Rolle in der Geschichte des Rock gespielt hat und im übrigen eine der aufregendsten und melancholischten Stimmen hatte.

Was mich an dieser Doku jedoch stört ist dieses mystische Gerede um seine Person - "Ein Mensch zwischen Himmel und Hölle", wird einmal zitiert. Das ist mir oftmals zu platt und einfach.

F I L M:

Gut eingefangen hat der Regisseur meiner Meinung nach den damaligen Wandel der Zeit. Den Protest der 68er-Generation, die damit verbundenen Ereignisse um den Vietnamkrieg und ebenso den "Tod" des Summer of Love, der eigentlich über das Jahr 1967 existierte und erst durch die Manson-Family und dem Sterben der Rockgrößen eingeläutet wurde. Das alles ist ebenso spannend wie mitreissend gestaltet und ansprechend kommentiert.

Ebenfalls sehr gut geschildert werden die Anfänge der Doors, ich sage nur Whisky-A-Go-Go. Hier wird bereits deutlich, das dieser James Douglas Morrison die tragende Säule einer wichtigen 60er Band war. Allerdings dauerte es nicht lange ehe er zu einem Egomanen wurde, der mehr als häufig zur Flasche griff und sich als Projektionsfläche sah, die nicht angetastet werden durfte (die "Schritt"-Geschichte). Ein Wunder das seine Bandkollegen diese ganzen Mätzchen mitmachten aber wahrscheinlich war ihnen bewusst, das diese Band ohne Morrison wie Chili ohne Carne gewesen wäre.

Damit komme ich zum größten Manko dieses Films - den restlichen Bandmitgliedern wird nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Ray Manzarek war ein fantastischer Musiker, Robby Krieger ursprünglich ein Flamenco-Gitarrist und John Densmores Schlagzeugspiel war vom Jazz beeinflusst... Ist ja alles gut und schön, aber sonst? Das Hauptaugenmerk konnte wohl nur beim charismatischen Sänger liegen, doch insgeheim hätte man diesen Film auch locker eine gute halbe Stunde länger machen können, um die anderen Bandmitglieder näher zu beleuchten.

Ein weiteres Versäumnis ist für mich die mangelnde Betrachtung über die Entstehung ihrer Alben. Außer bei "The Soft Parade" erfährt man lediglich etwas über die kommerziellen Erfolge von Werken wie "The Doors" oder "L.A. Woman". Der "Abgang" Morrisons wird auch recht beiläufig abgehandelt, wenn erzählt wird, das er tot in einer Pariser Badewanne aufgefunden wurde.

F A Z I T:

Äußerst gelungen ist es diesem Film, den Zeitgeist einer rebellierenden Jugend darzustellen, den Umbruch einer vom Krieg befremdeten Generation. Die Frühgeschichte der Doors wird zwar bei weitem nicht so ausführlich geschildert, als wie ich es mir gewünscht hätte, doch zumindest erfährt man einiges Wissenswerte. Ein weiterer "Bonus" sind die vielen Archivaufnahmen diverse Konzerte, bei denen man sehen kann, warum der Frontman bis heute einen so großen Einfluss auf die Rockmusik hat.

Drei Sterne bedeuten bei Amazon, "nicht schlecht" - genauso sehe ich diesen Film. Natürlich ist mir bewusst, das man in 85 Minuten nicht jedes Detail beleuchten kann, doch gerade in diesem Fall kann es für mich nicht heißen: "In der Kürze liegt die Würze". Die Szenen in denen Morrison durch die Wüste fährt, waren z.B. mehr als entbehrliche Zeitverschwendung.

Es gibt genügend Beispiele, wo solche Art von Musikdokus überzeugender rüberkommen. Zu erwähnen wäre hier die "Anthology"-Doku über die Beatles, die zwar 11 Stunden dauert, sich aber dafür nicht nur mit John Lennon oder Paul McCartney beschäftigt, sondern auch Einblick über Bühnentechnik, Albumproduktionen und den Werdegang jedes einzelnen Mitglieds gibt.

Künstlerisch ist "When You're Strange" durchaus als gelungen zu bezeichnen, doch was die Band, und allen voran die Person Jim Morrison betrifft, bleibt vieles doch zu oberflächlich.


Meddle (remastered)
Meddle (remastered)
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Raupe wird zum Schmetterling..., 5. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Meddle (remastered) (Audio CD)
...so oder so ähnlich könnte man von Meddle schreiben.
Es war der Beginn von etwas Neuem - weg vom eher psychedelisch geprägten, hin zum progressiven Rock. Seit "Atom Heart Mother" experimentierten Floyd mit diversen Sounds, doch erst mit diesem schimmernden Juwel aus dem Jahr 1971 schafften sie die Metarmophose zum Schmetterling.

ONE OF THESE DAYS

Der erste Vorbote von dem, was den Klang der vier Briten für die nächsten Jahre beherrschen sollte - fesselnden Bassläufen mit schrägen Effekten, treibenden Drums, Steelguitar und - in diesem Fall, verfremdeter Stimme.

A PILLOW OF WINDS

Ein charmanter Akustiksong mit traurig singendem Gilmour und seinen Gitarrenkünsten.

FEARLESS

Ähnlich wie beim Vorgänger kommt dieser Song locker flockig daher, ehe ein Chor von Fußballfans die Hymne "You Never Walk Alone" schmettert - Nice!

SAN TROPEZ

Herrlich - erinnert ein wenig an Zigeunermusik und punktet mit fantastischem Zusammenspiel von Waters, Gilmour, Mason und Wright.

SEAMUS

Ich persönlich habe keine Ahnung, weshalb man diese schräge Bluesnummer oftmals als schlechtesten aller Floyd-Songs einstuft.

Hier bewiesen die Jungs zumindest mal Sinn für Humor und nahmen für gut 2 Minuten einen Hund mit ins Studio. Dieser jault auf charmante Art seinen "Gesangspart" ein, während die Band einen entspannten Kurzblues zelebriert - immer wieder gerne!

ECHOES

Müsste ich meine 5 Lieblingssongs von Floyd benennen, so stünde dieser wohl ganz oben auf der Liste. "Echoes" ist die Essenz dessen, was mit den beiden Nachfolgewerken auf Albumlänge gestreckt wurde. Klänge wie aus einer fremden Welt, dem Nachahmen eines Echolots, Gilmours erster Explosion als einer der bedeutensten Gitarristen im Rock und nicht zuletzt dem Zwischenspiel mit imitiertem Möwengeschrei.

Auch wenn sich das Hauptmotiv der Melodie wiederholt, so hört man immer wieder kleine Nuancen in der Spielweise heraus. Das macht dieses, gut 23 Minütige Epos so aufregend. Dazu ein Text der bereits andeutet, wo Floyd bald sein würden - in einem neuen Kosmos voller fantastischer Einfälle und wegweisenden Alben.

R E M A S T E R I N G:

Auch hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Seit 1971 sind immerhin schon 41 Jahre ins Land gegangen und dennoch hört sich die entstaubte Neuauflage sehr frisch an. Gute Arbeit!

F A Z I T:

Ich mache es kurz - Meddle mag zwar noch nicht die Konsequenz der Nachfolger haben, doch allein der Eröffnungs -sowie der Schlusstrack zwingen zum Kauf. Auf Albumlänge herrscht noch nicht die Geschlossenheit von später, da die zwei Ausnahmestücke den vier übrigen Songs die Schau stehlen. Dennoch waren Floyd mit diesem Werk (vorallem "Echoes") zum Schmetterling mutiert. Dieser sollte nun zum Höhenflug starten...


Animals (remastered)
Animals (remastered)
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kühl und Düster, 5. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Animals (remastered) (Audio CD)
VORWORT:

Zwei meiner absoluten Lieblingsalben sind DSOTM und WYWH. Beim hören dieser Floyd-Scheiben fühle ich mich wohl und tauche ein in eine fantastische Klangwelt, die von Harmonie und verträumter Atmosphäre geprägt ist. Dabei könnte ich allerdings kaum sagen, welches dieser Alben ich bevorzuge...

A N I M A L S:

Der Nachfolger von WYWH spaltet mich irgendwie. Wie bei den Vorgängern haben wir es auch hier mit einem Konzeptalbum zu tun. Der Sound unterscheidet sich jedoch merklich von dem der beiden Vorgänger. Obwohl es auch auf DSOTM und WYWH zuweilen sehr verträumt und auch düster zugeht, herrscht auf Animals eine besonders ausgeprägte Kälte. Diese Songs wirken gespenstisch und passen sich auf diese Weise den ausdrucksstarken Texten über drei Gesellschaftsklassen an. Hört man sich dieses Werk aus dem Jahr 1977 als reine Hintergrundberieselung an, so wirkt es zäh und anstrengend. Zeit sollte man sich also definitiv nehmen, denn sobald man sich die fünf Songs über Schweine, Hunde und Schafe in aller Ruhe zu Gemüte führt, kann man tatsächlich besonders, fesselnden Klangwelten folgen.

PIGS ON THE WING (PART 1)

Der Einstieg einer besonderen Platte. Ein kurzes Akustikstück, von Waters gesungen. Zusammen mit dem gleichnamigen Abschlusstrack, die wohl zugänglichsten Stücke auf Animals.

DOGS

Mein persönlicher Favorit. Mit rund 17 Minuten der längste Song der Scheibe und während dieser Zeit passiert eine Menge. Zuweilen ist der Song morbide und sperrig, zum anderen abwechslungsreich und spannend. Masons Schlagzeug pendelt zwischen treibend und dem typischen Slow-Motion-Speed, während Gilmour seiner Strat abermals Töne entlockt, die fremdartig und verträumt zugleich wirken.

PIGS

Die "Schweine" bereiten mir Probleme. Dieser Song ist zwar deutlich kürzer (11:30) als sein Vorgänger, doch ich finde ihn etwas monoton und weniger aufregend als wie die "Hunde". Gelungen sind jedoch die bedrohlichen Grunzlaute im Mittelteil sowie die verfremdeten Gitarrensolis.

SHEEP

Das zweite Highlight. Auch die "Schafe" drücken dieser Platte einen bedrückend, kühlen Stempel auf. Neben einem tollen Einstieg mit ungewöhnlich viel Keyboardanteil von Wright, beeindruckt vorallem der bittere Psalm-Beitrag im Mittelteil, ehe sich gegen Ende, wahre Gitarrenstürme ausbreiten.

PIGS ON THE WING (PART 2)

Der zweite Teil des Zwittersongs unterscheidet sich musikalisch kaum vom ersten.

R E M A S T E R I N G:

In Anbetracht der Tatsache, das dieses Album nicht wie gewohnt im Abbey Road, sondern dem hauseigenen Floyd-Studio produziert wurde, war der Sound bei der Abmischung bislang nicht so detailiert. Die neue Ausgabe "entmufft" den immer etwas dumpfen Beat der Bassdrum (Pigs) und so gibt es erstmals eine, soundtechnisch gelungene Neuauflage.

F A Z I T:

Natürlich ist es als Fan der beiden Vorgänger schwierig, diese Platte ohne Vorbehalte zu hören. Die musikalischen Merkmale der beiden Megaseller weichen kargen Klanggebirgen. Zwar hört man an Drums und Gitarren, das es immer noch Floyd sind, doch gerade das verträumte Synthesizer/Klavierspiel eines Rick Wright vermisst man schmerzlich. Seine Arbeit auf Animals war bis auf das verträumte Intro von "Sheep" minimalistisch und stark reduziert. Das macht die Songs zwar einerseits interessant und anders, doch ich vermisse bisweilen den warmen Grundton der Vorgänger. Vielleicht ist es aber eben jene Kälte und Schroffheit, die diesem Album ein starkes Gerüst verleiht und manche Längen vergessen macht.

Interessant ist noch die zeitliche Einordnung zwischen den "warmen" Vorgängern und dem Bombastrock, des größtenteils kitschigen Nachfolgers. Ich gebe der Scheibe vier Sterne, denn obwohl ich bisweilen von der kargen Stimmung heruntergezogen werde, so sehr macht doch gerade diese unheimliche Note den Reiz dieses Albums aus. Als Fazit hört man sich "Die Tiere" am Besten an einem trüben, verregneten Tag an - dann wirkt das Album wie der passende Soundtrack zu der Dunkelheit die draußen herrscht. Keine leichte Kost, sowohl Licht als auch viel Schatten.


Paper Monsters
Paper Monsters
Preis: EUR 17,85

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Wille war bereits vorhanden, 22. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Paper Monsters (Audio CD)
VORWORT:

Bis zum Jahr 2003 hatte es gedauert, ehe sich der Frontman von Depeche Mode dazu entschloss, eigene Songs zu schreiben. Ansonsten nahm man ihn immer nur als den charismatischen Sänger einer wichtigen Electroband wahr. Ich war damals sehr gespannt auf Daves erstes Soloalbum und kaufte mir die CD sofort bei erscheinen. Obwohl mir klar war, das es der Sänger von Depeche Mode ist, machte ich nicht den Fehler die Platte mit DM zu vergleichen.

PAPER MONSTERS:

Schon die erste Single "Dirty Sticky Floors" machte mich damals neugierig. Ein pulsierender Electrosong mit rockigen Gitarren und treibendem Rhytmus. Schade das der, aus dem Radio bekannte Remix nicht aufs Album genommen wurde, denn im direkten Vergleich ist mir die Albumversion ein wenig zu brav und gemächlich - dennoch, ein überzeugender Einstand.

Weiter geht es mit "Hold On", einem (zu) verträumten Song, der bereits andeutet, das es Gahan auf seiner ersten Scheibe nicht gelingt, durchgehend zu überzeugen. Es fehlt einfach das gewisse Etwas und so schleppt sich der Song mühselig dahin.

Das gleiche gilt für "A Little Piece". Hier stören irgendwie die Harmonien, welche einfach nicht passen und sehr zäh und unausgegoren wirken.

Zum Glück kommen jetzt zwei der stärksten Songs des Albums. Angefangen beim kraftvollen "Bottle Living" mit Bluesharp, fesselndem Gesang und pumpendem Schlagzeug. Es macht richtig Spaß diesen Titel zu hören und nach dieser aufregenden Angelegenheit folgt ein zwar ruhiger, doch ebenso beeindruckender Song - "Black And Blue Again". Im Gegensatz zu Track 2 und 3 wird hier eine knisternde Spannung erzeugt - atmosphärisch dicht und vorallem belebt durch Gahans eindringlichen Gesang.

"Stay" kann dieses Level leider nicht fortführen, ebenso wenig die damals zweite Single, "I Need You". Einem entspannten und eingängigem Rhytmus steht eine etwas einfallslose Melodie gegenüber. Es plätschert vor sich hin und erst bei "Bitter Apple" wird wieder dieses spezielle Feeling erzeugt. Teilweise schafft es Gahan mit diesem Song zu fesseln, vorallem dank der düsteren Note und dem kratzigen Beat.

"Hidden Houses" hat einen fantastischen Sound mit eindringlichen Drums und toller Stimmung.

Zum Abschluß beschert uns Gahan ebenfalls einen überzeugend, bissigen Track und verabschiedet sich mit "Goodbye" für die nächsten 4 Jahre.

F A Z I T:

Man sollte es definitiv vermeiden, diesen ersten Solopfad von Gahan mit DM zu vergleichen. Viele Gitarren, eine Mundharmonika und oftmals ungewöhnlicher Gesang erinnern nur entfernt an seine Hauptband. Wenn man diese Dinge aus dem Gedächnis streicht, so könnte einem die Scheibe durchaus Spaß bereiten, wenn da nicht die ein- oder andere Schwäche wäre.

Anders ausgedrückt: Hätte Dave nur eine EP herausgebracht die mit "Dirty Sticky Floors", "Bottle Living", "Black And Blue Again", "Hidden House" und "Goodbye" bestückt gewesen wäre, hätte der Gesamteindruck noch besser ausfallen können. Heutzutage höre ich vorallem die benannten Stücke auf Dauerrotation. Auf Albumlänge konnte mich Mr. Gahan erst mit seiner, 2007 erschienenen "Sanduhr" (Hourglass) überzeugen und mich auf ein drittes Werk hoffen lassen.

Bedauerlich, das er es 2003 nur ansatzweise schaffte zu überzeugen. Ich denke schon, das Dave Gahan auf Solopfaden wesentlich überzeugender ist, als der Bandkollege Martin L. Gore. Wenn es ihm gelingen sollte, die Stärken von "Paper Monsters" und "Hourglass" auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, könnte sein nächstes Soloalbum ein echter Volltreffer werden.


Magical Mystery Tour (Remastered)
Magical Mystery Tour (Remastered)
Preis: EUR 15,49

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Album mit dem "Makel", 21. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Magical Mystery Tour (Remastered) (Audio CD)
VORWORT:

"Warum Makel?", mag sich jetzt mancher fragen. Ganz einfach: "Magical Mystery Tour" galt leider nie als offizielles Album der Fab Four, sondern lediglich als der Soundtrack für den gleichnamigen Film. Aufgrund dieses Umstands scheint diese tolle Platte lediglich auf ihre einzelnen Teile reduziert, und nicht als ganzes wahrgenommen worden zu sein - eine Schande, wenn sie mich fragen. Man mag es ja kaum für möglich halten, doch obwohl sich auf dieser Scheibe lediglich einige sehr bekannte Singles neben gleichwertig guten B-Seiten versammeln, so funktioniert diese Zusammenstellung als Gesamtwerk erstaunlich gut. Wo ich, wegen teils überflüssigen Titeln bis heute Probleme mit dem "weißen Album" habe, so hat man auf der "Mystery Tour" niemals das Gefühl, ein paar "Füller" zu erleben.

MAGICAL MYSTERY TOUR:

Eingeleitet durch den Titeltrack, breiten die Beatles im Laufe der 37 Minuten Spielzeit einen fantastischen Klangteppich aus, der Psychedelisch und berauschend zugleich ist. Dieses Album ist gespickt mit wunderschönen Melodien und interessanten Einfällen. Die bekanntesten Vertreter sind zweifelsohne "I Am The Walrus", "Hello Goodbye", "Strawberry Fields Forever", "Penny Lane" und natürlich "All You Need Is Love". Dennoch steht keines der anderen Lieder im Schatten dieser Hits. Ob die Flöten auf "A Fool On The Hill", das schräge Instrumental "Flying" oder das wundervolle "Your Mother Should Know" - hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Umso überraschender, wie harmonisch sich diese Songs auf Albumlänge ergänzen und dort weitermachen, wo "Sgt. Peppers" endete.

REMASTERING:

Ich habe bereits in meinen anderen Beatles-Rezensionen ein paar Worte hierzu geschrieben - es passt! Auch bei "Magical Mystery Tour", wurde nichts dem Zufall überlassen und gewissenhaft gearbeitet. Die Remasters-Ausgabe ist wohl die einzig legitime CD-Pressung, auch für Vinyl-Puristen.

F A Z I T:

Wirklich Schade, das dieser Longplayer nie als gleichwertiges Album neben Weitwürfen wie, "Revolver", "Sgt. Peppers", "Abbey Road" oder dem "weißen Album" betrachtet wurde. Ich persönlich (Jahrgang 80') habe erst sehr spät begonnen, mich für die Musik der Beatles zu begeistern. Ich gestehe allerdings, das ich erst die Alben ab "Rubber Soul" für absolut unverzichtbar halte. "Magical Mystery Tour" ist mein heimlicher Favorit, der sich hinter den angesprochen Werken in keinster Weise verstecken braucht. Wer schräge Sounds mit wundervollen Melodien mag, der sollte mal reinhören!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 21, 2015 5:46 PM CET


The White Album (Remastered)
The White Album (Remastered)
Preis: EUR 17,99

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weniger wäre mehr gewesen..., 17. März 2012
Rezension bezieht sich auf: The White Album (Remastered) (Audio CD)
VORWORT:

Es gibt nicht wenige, für die das "weiße Album" die größte Arbeit der Beatles ist. Zugegeben - auf diesem Doppelalbum tummelt sich so manche Perle und auch die Produktion war für damalige Verhältnisse eine sehr überzeugende. Was mich an dem Album jedoch stört, ist die Konzeptlosigkeit. Ja, ich habe nun mal eine Schwäche für den Vorgänger "Sgt. Peppers" und ebenso für das fabelhafte "Abbey Road". Diese Alben hatten eine spezielle Dramaturgie, in der sich die Songs ergänzten und letztendlich wie ein aufregender Spielfilm wirkten. Gerade das fehlt mir allerdings beim "weißen Album"...

WHITE ALBUM:

Spielfreude direkt beim Opener - "Back In The USSR" bildet einen hervorragenden Einstand und erinnert bei den Backgroundvocals an die Beach Boys. "Dear Prudence" folgt nahtlos und präsentiert eine Melancholie die ihres gleichen sucht. An diesem Punkt sei gesagt, das dieses Album, auf die Hälfte eingestampft noch um einiges kraftvoller gewesen wäre. Nichts gegen Experimente, doch "Ob-La-Di, Ob-La-Da", "Wild Honey Pie" etc. erscheinen mir auf der Platte ein wenig unpassend. "The Continuing Story Of Bungalow Bill" macht zwar Laune, doch warum muß Yoko Ono mit ihrem furchtbaren Gejaule hier das gute Bild zunichte machen? Ich ertappe mich jedesmal beim Griff zu meinen Ohren, wenn ihre Textzeile bevorsteht. Es gibt noch weitere Songs die Fremdkörper darstellen, doch jetzt möchte ich dann doch eher zu den stärken der Platte kommen.

"While My Guitar Gently Weeps" ist ganz großes Kino - unterstützt wurden die Fab Four bei diesem Song von Eric Clapton, der für das hervorragende Gitarrensolo verantwortlich war. Der bis heute verkannte George Harrison setzte sich allein mit dieser traurigen Ballade ein Denkmal und bewies auch auf Abbey Road ("Something", "Here Comes The Sun") seine Songschreiber-Qualitäten. Paul McCartney überzeugt bei "Blackbird" und John Lennon trägt mit "Julia" eine traurige Hommage an seine Mutter vor. Ein besonderes Schmankerl bietet die Band bei "Revolution 1" wobei ich hier mehr von der rockenden Singleversion angetan bin.

Interessant sind die vielen Stile, die sich auf dem Album die Klinke in die Hand geben. Reggae, Hardrock, Surfsound, Blues... Wo diese verschiedenen Richtungen auf der einen Seite sehr aufregend sind, so stehen sie sich auf Albumlänge jedoch das ein- und andere Mal auf den Füßen. Bei manchen Songs meint man, das sich die Jungs einen Spaß daraus machen wollten, ihren Fans ein paar "Funny Songs" zu servieren. Ein Paradebeispiel ist hier die Klangcollage "Revolution 9". Im Gegenzug kommen dann wieder Großtaten wie "Happines Is A Warm Gun", "Mother Nature's Son", "Sexy Sadie" oder das rockige "Helter Skelter". Selbst das etwas kitschige "Good Night" kann überzeugen und schließt das Album ab.

REMASTERING:

Im Gegensatz zu vielen Alben, die durch das sogenannte Remastering verschlimmbessert wurden, so ist es bei den meisten Alben des Beatles-Backkatalogs zum Glück nicht so. Gerade beim "weißen Album" wurde vorbildlich "entstaubt" und der Charme der Songs beibehalten. Alles klingt frisch und harmonisch - glasklarer, transparenter Sound der teilweise vergessen läßt, das dieses Werk bereits 44 Jahre auf dem Buckel hat. NOTE EINS !

F A Z I T:

Natürlich genießt dieses Album nicht zu unrecht seinen guten Ruf. Gerade die stilistische Vielfalt diente späteren Bands als Blaupause für ihre eigenen Großtaten. Dennoch, hätten die Beatles auf ein paar halbgare (darf man das in diesem Zusammenhang überhaupt sagen?) Songs verzichtet oder grandiose Titel wie "Lady Madonna" und "Hey Jude" nicht als Singles verheizt, sondern mit aufs Album gepackt, wäre dieses Werk vielleicht das Opus Magnum der Band geworden. So ist es, zumindest für mich, nur ihr drittbestes Album. D A N K E !


A Different Kind of Truth
A Different Kind of Truth
Wird angeboten von B68 Solutions
Preis: EUR 5,19

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Welcome Back, VAN HALEN!, 7. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: A Different Kind of Truth (Audio CD)
VORWORT:

Ja, da sind sie wieder. Eddie, Alex, Dave und - Wolfgang, der neue Bass-"Mann" anstelle von Mike Anthony. Ich bin seit Mitte der 90er Fan dieser Band, quasi neben Brian May von Queen, zählte Eddie Van Halen seit dieser Zeit zu meinen Gitarrenhelden und so fing auch ich damals an, meine Sechssaiter zu quälen. Was gerade dieser Eddie an Spielfreude und Ideen zur Popularität der Gitarre beigetragen hat, gelang bis dato eigentlich nur Jimi Hendrix. Danach allerdings wuchsen die Zauberer wie Pilze aus dem Boden - Steve Vai, Yngwie Malmsteen, Nuno Bettencort, John Petrucci, Steve Stevens etc.

David Lee Roth war 6 Alben lang der kongeniale Schreihals mit Machoattidüde und sorgte neben seiner Kratzstimme, ebenso für Aerobiceinlagen auf den Bühnen dieser Welt. Mit "1984" war leider Schluss und Dave machte nach internen Streitereien, als Solokünstler weiter. Sammy Hagar ersetzte den Frontman und so begann mit "5150" die, um ein vielfaches kommerzieller ausgerichtete Phase. Süßliche Keyboardsounds, unterstützt von Electrodrums wurden das neue Markenzeichen. Das rohe, auch als "Brownsound" bezeichnete Klangbild, das vorallem an Blues orientiert war, wich immer mehr Balladen und Mitgröhlhymnen. Ich persönlich schätze Sammy durchaus für seine Zeit bei VH, doch insgeheim konnte ich mit den meisten Alben der, auch als "Van Hagar" belächelten Zeit nicht so viel anfangen. Großer Fan bin allerdings noch immer vom letzten "Hagarwerk", "Balance".

Leider wendete sich Eddie nach 1995 verstärkt dem Alkohol zu und nebenbei wurde immer wieder gegen die Ex-Sänger gestichelt. Schließlich kam 1998 Gary Cherone ans Mikro und, obwohl ich diesen für seine Extreme-Dienste sehr wohl schätze, so war es dennoch eine eher unglückliche "Ehe". Der Sound wirkte plötzlich abstrakt und brachial, allerdings eher im negativen. Nachdem auch diese Zusammenarbeit beendet war, sank mein Glaube von Jahr zu Jahr, das es nochmal etwas positives über die Jungs zu vermelden gibt. Eine kurze Reunion mir Hagar sorgte 2004 für Schlagzeilen, der nach kurzer Zeit jedoch wieder ein verbaler Kleinkrieg folgte. Eddie sah zunehmend zersauster aus und selbst sein brillantes Gitarrenspiel litt zusehends, wie man duch YouTube-Schnipsel dieser Zeit erspähen kann...

A DIFFERENT KIND OF TRUTH:

Im Jahr 2007 ging man tatsächlich mit dem alten Dave auf eine erfolgreiche Tour durch die USA. Leider war seit dieser Zeit auch Mike Anthony, Urgestein am Bass und prägnanter Backroundsänger in die Wüste geschickt und von Eddies Sohn Wolfgang ersetzt worden. Während Mike und Sammy sich mit Chad Smith (RHCP) und Joe Satriani als Supergroup Chickenfoot zusammentaten, machten erste Gerüchte um ein neues VH-Album die Runde. Ich konnte es kaum glauben - sollte diese Reunion mit Roth tatsächlich mehr werden als eine kurze Tour? Ja, seit wenigen Tagen ist ADKOT endlich erschienen und ich schließe mich den meisten Rezensenten an, die oftmals vom "Reset"-Knopf sprechen.

Es klingt in der Tat wie aus den Tagen von "Fair Warning" und "Diver Down". Eddie beweist, das er nichts von seiner spielerischen Klasse verloren hat und auch sein Bruder Alex drischt wie in guten alten Tagen auf seine Felle. Selbst Wolfie pumpt ganz überzeugend am Bass herum, auch wenn natürlich die Hintergrundstimme von Mike fehlt. Besonders vertraut klingt nach wie vor die Röhre von David Lee Roth, als wäre er nie weg gewesen. Ich möchte keine einzelnen Lieder hervorheben - als Gesamtwerk funktioniert diese Scheibe wohl am Besten. Bitterer Wermutstropfen ist allerdings das totkomprimierte Mastering des Albums. Wie bei so vielen anderen Bands und Künstlern, richtet der Loudness War auch bei ADKOT die ansich tolle Musik zugrunde. So gut wie keine Dynamik und vor allem ein Soundbrei, "der seines gleichen sucht".

F A Z I T:

Wer die Roth-Phase liebt, der wird auch ADKOT mögen. Als hätte es die Synthiezeit mit teils, schmalzigen Balladen und eher durchwachsenen Alben nie gegeben, treibt einen diese Hardrockscheibe in den Sessel und läßt nur wenige Verschnaufpausen zu. Klar, Innovation: Fehlanzeige aber schließlich fragt auch niemand bei den Young-Brüdern nach, warum beinahe jedes AC/DC-Album gleich klingt. Abschließend würde ich sagen, das mir diese Scheibe den Glauben an eine hochgeschätze Band zurückgegeben hat - im übrigen bin ich auch sehr angetan vom zweiten Chickenfoot-Album "III". Wo es Sammy, Mike und die anderen allerdings melodisch angehen, wird auf der neuen VH gnadenlos abgerockt.

Alles in allem gebe ich dem ersten Lebenszeichen nach 14 Jahren stolze 4 Sterne - Nostalgie ist schön und dennoch sollte man auf dem Boden bleiben. Als solide Rockscheibe kann ADKOT definitiv überzeugen, doch richtig interessant fände ich es, ob es mit der Band weitergeht oder diese Platte den Schlußpunkt einer großen Karriere setzt...Was den Klang betrifft, so ist man an dieser Stelle geneigt, dem Album allerhöchstens einen Stern zu geben, doch das wäre der Musik gegenüber ungerecht. Meistens sind es ja schließlich die Plattenfirmen, welche auf die Unsitte des "lauten Sounds" beharren und die ansich guten Vorlagen an spezielle Masteringstudios schicken, um Soundbrei mastern zu lassen. An diesem Punkt sollte man auch nicht immer auf die jeweiligen Produzenten (Bob Rock, Rick Rubin etc.) schimpfen, denn ich glaube kaum, das Leute wie z.B. ein Rick Rubin auf solch erschreckende Klangresultate hingearbeitet haben. Daher bewerte ich in diesem Fall die Musik, da es ohnehin kaum eine Möglichkeit gibt, auf anderen Wegen, an gut klingende Ausgaben zu kommen (Kleiner Tipp für Leute mit Plattenspieler: VINYL!)


Zooropa
Zooropa
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das "Schwesteralbum" von Achtung Baby, 29. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Zooropa (Audio CD)
VORWORT:

Wenn ich diese Rezension schreibe, gibt es die Band U2 seit 33 Jahren - in dieser Zeit ist eine Menge passiert. Waren die Anfänge noch vom Punk beeinflusst, so reiste die Band über die Jahre weiter und sog neben New Wave-Tupfern, jede Menge Blues, R&B und Soul in ihren Sound auf. Am interessantesten fand ich jedoch ihren wohl radikalsten Bruch mit dem elektronischen Rockalbum "Achtung Baby". Es ist bis heute eines meiner absoluten Lieblingsalben und neben der grandiosen Musik die sich auf diesem Werk befindet, war auch die Optik der Band eine neue. Damals pendeltete Bono noch gekonnt zwischen Rockbiz und Ironie, erschuf neben dem, in leder gekleideten Rockstar mit Fliegensonnenbrille, auch die Kunstfigur Macphisto. Immer wenn ich die Konzerte oder Musikvideos dieser Zeit sehe, so denke ich an eine wirklich tolle Band, die sich damals in ihrem Zenit befand...

ZOOROPA:

Dieses Album entstand während der ZOO-TV-Tour und sollte ursprünglich nur als EP erscheinen. Da sich allerdings sehr viele Lieder ansammelten, beschloss man letztlich doch ein ganzes Album draus zu machen - Gute Idee!

Der Sound macht dort weiter, wo "Achtung Baby" beendet war und dennoch gehören die beiden Alben irgendwie zusammen. Als ich "Zooropa" die ersten Male hörte, war ich ein wenig ernüchtert, da ich noch so begeistert vom Vorgänger war und selbst heute vertrete ich die Meinung, das es keine leichte Kost ist. Der klassische Fremdkörper auf der Platte ist für mich das schräge, "Daddy's Gonna Pay for Your Crashed Car". Dieser Song liegt in der Mitte des Albums und wenn einem hier die Puste ausgehen sollte, verpasst man leider noch einen wunderbaren Endspurt mit berauschenden Stücken wie "The First Time" und dem, von Johnny Cash gesungenen "The Wanderer". Insgesamt würde ich sagen, das "Zooropa" nicht unbedingt ein durch und durch geschlossenes Album wie "The Joshua Tree" oder eben "Achtung Baby" darstellt. Andererseits ist es für mich ein sehr "reifes" Werk und auch, wenn es erst nach mehrmaligem Hören wächst, so ist es doch um einiges stimmiger, als der direkte Nachfolger "Pop", auf dem sich die Band zuviel traute.

Highlights sind neben dem Opener "Zooropa", das monoton wirkende "Numb", die Popnummer "Lemon", sowie "Stay" und die bereits angesprochenen Stücke.

F A Z I T:

Für mich, die "fast" perfekte Symbiose aus Rock und Elektronik. Allerdings kein Werk aus einem Guss wie z.B. "Achtung Baby". Dennoch, wenn ich sagen müsste, wann ich U2 am besten fand, so würde ich ohne lange nachzudenken sagen - zwischen 91 und 93 - DANKE!


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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieser Film steht wie kein anderer für Bruce Lee!, 2. Oktober 2011
VORWORT:

Er hat nur vier (!) Filme vollendet, der fünfte - "The Game of Death", wurde leider nie fertig gestellt. Wie gut dieser wohl geworden wäre, sieht man während des gut 30-Minütigen Pagodenkampfes, der Hauptbestandteil der Doku "Der Weg eines Kämpfers" ist. Ich persönlich habe mir die verstümmelte Fassung mit einem Lee-Double nie angeschaut, da reichten mir bereits die peinlichen Ausschnitte. Würde ich danach gefragt, welchen "echten" Bruce Lee-Film ich für seinen besten halte, so schwanke ich zwischen "Fist of Fury" und "Way of the Dragon" - dem hier beschriebenen Werk. Es ist der einzige Film, bei dem der "kleine Drache" selbst Regie geführt hat und das merkt man auch...

FILM:

Die Geschichte eines Mannes, der in eine fremde Kultur kommt und mit anderen Sitten und Gebräuchen konfrontiert wird. Letztlich soll er der Nichte eines Bekannten aus Hongkong helfen, die in Rom ein China-Restaurant führt und von einer kriminellen Bande bedroht wird. Anfangs sehen wir einen eher unscheinbaren Mann, der freundlich und lächelnd durch die italienische Hauptstadt läuft. "Wie wollen Sie mir denn helfen?", fragt die junge Chinesen, kurz nach seiner Ankunft. Ab diesem Zeitpunkt dauert es noch eine ganze Weile, bis Tang Long sich beweisen wird...

Dieser Film unterscheidet sich doch im besonderen von den anderen Lee-Filmen, da die Hauptperson dem Kämpfen eher negativ eingestellt ist, und nur im absoluten Notfall Hand anlegt.

(ACHTUNG SPOILER!) Selbst nach dem berühmten Endkampf im Kolosseum betet er nachdenklich um den, von ihm getöteten Colt (Chuck Norris). Die teilweise kindisch, wirkenden Chinesen, denen er nach einiger Zeit Kung Fu beibringt, scheinen, zumindest anfangs nur an kämpfen zu denken, und ihre mangelnden Fähigkeiten ständig unter Beweis stellen zu müssen. Schließlich scheinen sie jedoch durch Tang Long auf den rechten Weg gebracht zu werden und lernen, das es eigentlich weniger um das Kämpfen gehen sollte...

BLU-RAY:

Für eine, wohl eher mit niedrigem Budget gedrehte Hongkong-Produktion aus dem Jahr 1972, sieht der Film teilweise sehr gut aus. Die extremen Unschärfen am Flughafen liegen, wie bereits einige Vorredner schrieben, einem eher schlechten Master zu Grunde. Aus diesem Grund kann man eben auch von einer Blu-Ray keine Wunder erwarten. Äußerst positiv hervorzuheben ist die fantastische Neusynchro des ZDF. Man mag zwar darüber streiten können, welcher Sprecher der geeignetere für Lee war, doch allein die stimmige Scriptübersetzung ist, genauso wie bei "Fist of Fury" um einiges besser. Ansonsten gilt für den Ton jedoch das gleiche, wie für das Bild - bei einem so alten Film...

F A Z I T:

Klar, auch "Way of the Dragon" ist ein Film, der von Kämpfen handelt und auch einige humoristische Einlagen hat. Dennoch merkt man dem Film an, das es Lee darum ging, seine Botschaft zu transportieren. In keinem anderen seiner Werke, sieht man ihn so ausgeglichen und oftmals fröhlich. Er spielt einen Mann, der bis zum Schluss darauf aufmerksam macht, das ein Kampf nur zur Selbstverteidigung dienen sollte. Dieser Film handelt nicht wirklich vom Hauptthema der anderen Lee-Filme - Rache. Ob "The Big Boss", "Fist of Fury" oder auch "Enter the Dragon" - grundsätzlich ist der von Lee dargestellte Chrarakter früher oder später von der Wut überwältigt und läßt dies seine Gegner spüren.
Manche halten "Enter the Dragon" ja für seinen besten Film, doch ich bin da ganz anderer Meinung. Zum einen hat "Der Mann mit der Todeskralle" (der deutsche Titel) wohl einen besonderen Bonus, da er der erste Martial Arts-Film einer Hollywoodproduktion war. Zum anderen fiel es mir schon immer negativ auf, das Bruce Lee in diesem Film immer sehr mürrisch und ernst aussieht. Die Kämpfe mögen größtenteils sehenswert sein, doch alles in diesem Film war mir einfach zu düster und umgeben von einem kalten Beigeschmack, nicht nur wegen Lees plötzlichem Tod im Juli 1973.

Die Faszination, die Bruce Lee auf mich ausübt, beruht viel eher auf diesem Vorgängerfilm. Auch wenn sämtliche Bruce Lee-Filme nicht gerade in der schauspielerischen Oberklasse anzusiedeln sind, und auch manche Szenen eher unfreiwillig komisch wirken, so sticht dieser hier doch erheblich aus dem Schatten der übrigen Werke. Was ihn für mich einen Tick besser macht als z.B. "Fist of Fury", ist die, bis zum Schluss eher negative Einstellung zum Kämpfen, während Lee in "Fist of Fury" oftmals wie ein Rachedürstiger Todesritter wirkt. Selbst der Weise wirkende Lee in "Enter the Dragon" ist doch letztlich vom Gedanken getrieben, den Tod seiner, in den Selbstmord getriebenen Schwester zu rächen und nebenbei einem Drogenhändler das Handwerk zu legen.

Anmerken möchte ich noch, das mir die deutschen Filmtitel Lees' Filme, schon immer ein Dorn im Auge waren. Wesentlich passender finde ich hier die internationalen Titel. So schließe ich meine Rezension mit dem Verweis auf "The Big Boss", "Fist of Fury", "WAY OF THE DRAGON" und "Enter the Dragon" - den einzigen vier Filmen, die Bruce Lee reichten, um die Kluft zwischen Ost und West zu überbrücken. Er ist auch heute, 38 Jahre nach seinem viel zu frühen Tod, ein Teil der Popkultur und beeinflusste viele Menschen - egal ob Kampfsportler, Regisseure oder gar Musiker - DANKE
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 26, 2013 4:36 PM MEST


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