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Rezensionen verfasst von
Mr. "Rullep" (Seelscheid)

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Black Celebration
Black Celebration
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 49,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "Grufti"-Phase, 26. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Black Celebration (Audio CD)
VORWORT:

Vorschlaghämmer, in schwarzes Leder gehüllt und immer ernstere Blicke: Das waren Depeche Mode im Jahr 1986. Nach dem ersten großen Erfolg mit "Some Great Reward", fand die britische Band um Frontman Dave Gahan ihren Look. Hinzu kam die Beteiligung von Anton Corbijn, einem holländischen Fotografen, der mit Bildern von Joy Division anfing und sich über die Jahre einen guten Ruf erarbeitete. Das führte soweit, das er sich auch als Regisseur von Musikvideos einen Namen machte. Da er für das "A Question Of Time"-Video die Möglichkeit bekam, zum ersten Mal in Amerika zu drehen, willigte er ein und ließ Depeche Mode in einem verlassenen Haus darauf warten, das ihnen ein Motorradfahrer jede Menge Babys vorbeibringt. OK, trotz des netten visuellen Stils, war die Handlung des Clips ein wenig merkwürdig, doch immerhin führte es dazu, das Corbijn seit diesem Jahr eine wichtige Person im DM-Kosmos wurde...

BLACK CELEBRATION:

Neben Corbijn war es vor allem die Produktion des neuen Albums, welche der Band eine neue Richtung wies. Jeder bekam seine Rolle im Studio und erfüllte sie mit Tatendrang: während Martin L. Gore von nun an sämtliche Texte schrieb, brachten Dave Gahan und Andrew Fletcher Ideen für Samples ein. Alan Wilder wuchs hingegen immer mehr zum Soundtüftler heran, der, zusammen mit Produzent Gareth Jones und Labelchef Daniel Miller den Klang der Platte formte. Das Resultat markierte ein wichtiges Kapitel der Bandgeschichte. Im Gegensatz zum Vorgänger, der bisweilen noch zwischen verschiedenen Themen und Klängen schwankte, hatte man mit "Black Celebration" am Ende ein rabenschwarzes Konzeptalbum erschaffen.

Bereits der gleichnamige Titelsong begrüßt den Hörer mit einem dumpfen Klang wie aus dem Gewölbekeller, ehe Dave Gahan anfängt zu singen. "Fly on the Windscreen" knüpft nahtlos an, und sorgt mit seinen hypnotischen Drumbeats und dem eisigen Synthieklang für Gänsehaut. Nach diesen zwei "Monstern" folgt mit dem melancholischen "A Question of Lust", die erste Ballade. Gore steuert sowohl bei dieser, als auch bei den folgenden Nummern "Sometimes" und "It doesn't Matter Two" seinen Gesang bei. Nach einem schrägen Intro kommt auch Gahan wieder zum Zuge, und unterstützt mit seinem dunklen Bariton "A Question of Time", ehe das gesampelte Anlassen eines Porsches den Weg für "Stripped" ebnet. Vor allem die wunderschöne Melodie macht den Song bis heute zu etwas besonderem, obwohl er tempomäßig eher gemächlich rüberkommt. Dafür hämmert die Drumaschine gnadenlos den Rhytmus, was den Song aufregend macht.

Das Ticken einer Uhr entführt den Hörer in die Midtempo-Nummer "Here is a House", die mit einem starken Gerüst aus Bassline und Keyboardsounds ausgestattet ist. "World Full of Nothing", eine der für mich schönsten Gore-Balladen, folgt im Anschluss und berührt mit intensivem Text und traurigem Klang, ehe es zum Endspurt kommt. "Dressed in Black" klingt genauso schwarz, wie es der Titel vermuten lässt: Gahans Stimme wirkt gerade bei diesem Stück um Lichtjahre reifer, als wie man es nach seinen eher bescheidenen Anfängen auf den Alben "Speak & Spell" und "A Broken Frame" hätte erwarten können. Verabschiedet wird man schließlich mit dem starren "New Dress", welches sehr kühl und monoton wirkt, allerdings im positiven Sinn. Martin L. Gore ließ Jahre später verlauten es zu bereuen, den Text geschrieben zu haben, da er Lady Di in diesem den Vorwurf machte, ihre neuesten Kleider zu präsentieren, während um sie herum das Land im Chaos versinkt. All das war lange bevor Gore von ihrer Wohltätigkeitsarbeit erfuhr.

F A Z I T:

"Black Celebration" zelebriert im wahrsten Sinne des Wortes die Dunkelheit. Texte über Liebe, Verlust und das Leben als solches werden thematisiert. Hinzu gesellt sich ein bitterer Soundtrack, der auch im Jahre 2013 noch immer ziemlich unverbraucht klingt und nach wie vor fesselt. Das ich Konzeptalben sehr schätze, mag meiner Zuneigung für dieses Werk in die Karten spielen. Im Endeffekt ist es aber wohl einfach auch die Qualität, welche dieses Album so interessant macht.

Geteilter Meinung könnte man unter Umständen über den Sound sein. Es hallt doch sehr während der "Messe", vor allem bei Stücken wie "Sometimes" oder der Eröffnung mit "Black Celebration". Andererseits ist dieser hallige Grundanstrich wohl auch als Stilmittel eingesetzt worden, da ich mit Sicherheit etwas befremdet sein würde, wenn ich die Scheibe ohne diese ganzen Zischlaute und hallenden Echos hören müsste. Der einzige Song, mit dessen Refrain ich bis heute nicht warm geworden bin ist, "A Question of Lust". Letztendlich bedeutet dies jedoch keinen Punktabzug, da es eben nur kleine Stücke eines großen Kuchens sind, der einfach zu gut schmeckt, als das man sich an einzelnen Krümeln stören müsste.

Mit "Construction Time Again" fingen DM für mich zu atmen an. "Some Great Reward" waren dann so etwas wie die ersten Schritte, und spätestens mit ihrem fünften Werk "Black Celebration" war die Band erwachsen geworden. Die heute antiquiert wirkenden Alben, "Speak & Spell" und "A Broken Frame" hatten nichts mehr mit der Band gemein, die nun ihren Stil gefunden hatte. Sowohl vom optischen, als auch vom musikalischen Standpunkt aus betrachtet, waren Depeche Mode 1986 am Anfang ihrer Blütezeit. Trotz neuerer Einflüsse auf Scheiben wie "Music for the Masses", "Violator" und "SOFAD", war ein Grundrezept gefunden worden, welches die Ohren erfreute und dennoch weit entfernt vom Massengeschmack angesiedelt war. Ich persönlich kann es durchaus nachvollziehen, wenn die zahlreichen Fans von DM auch heute noch glücklich zu den "schwarzen Messen" (Konzerten) pilgern, dennoch bin ich der Meinung, das ihre Qualität auf Albumlänge seit "Playing the Angel" aufgebraucht ist. Sei's drum: Selbst wenn mich die aktuelle Musik von DM nicht mehr zu Begeisterungsstürmen veranlasst, so kann ich dennoch mit großem Interesse die neueste Biographie über sie lesen, und auch gewisse Alben werde ich immer wieder gerne hören :)


A Kind of Magic
A Kind of Magic
Wird angeboten von Dvd Overstocks UK
Preis: EUR 13,86

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Queen im Sound der 80er, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: A Kind of Magic (Audio CD)
VORWORT:

Grundsätzlich bin ich ein Fan von Musik aus den 80ern. Gerade Bands wie Depeche Mode oder Frankie Goes to Hollywood bereicherten die Popszene mit außergewöhnlichen Elektroklängen, die Mitte der 70er entstanden und nun auch in den Hitparaden integriert wurden. Daneben gab es unzählige One-Hit-Wonder, die trotz ihrer, bis heute langlebigen Songs, so schnell gingen, wie sie gekommen waren. In dieser schnelllebigen Popszene konnten nur die wenigsten Bands dauerhaft Fuß fassen. Was macht nun aber eine Band, die wie keine andere für bombastischen Hardrock mit Falsettgesang ("Bohemian Rhapsody", "Killer Queen", "Keep Yourself Alive") und bezaubernden Ausreißern ("Bring Back That Leroy Brown", "Seaside Rendevouz") steht?

Sie passt sich an! Im Falle von Queen ist dies jedoch ein zweischneidiges Schwert. Bis zu ihrem Album "The Game", war der typische Sound weitgehend erhalten geblieben, doch bereits mit dem grausigen "Hot Space" (1982) war zu erkennen, das sich die Band uneins über ihre musikalische Ausrichtung war. Der Nachfolger "The Works" war, kommerziell gesehen zwar wieder ein großer Wurf und bescherte der Band Hits ("Radio Ga Ga", "I Want to Break Free"), doch ihr Sound hatte sich hörbar gewandelt. Brian Mays Gitarre wurde teilweise durch Synthies gejagt und daneben wirkte die Rhytmusgruppe (Taylor, Deacon) allzu poppig. Queen hatten in den 80ern, trotz anhaltenden Erfolges etwas eingebüßt - ihre musikalischen Wurzeln. Textlich konnte vor allem Freddie Mercury nach wie vor punkten, doch in musikalischer Hinsicht waren die Alben als Ganzes keine Glanzlichter mehr.

A KIND OF MAGIC:

Im Zuge ihrer Mitarbeit an Russell Mulcahys Film "Highlander", entstanden die meisten Songs der folgenden Platte. Mit "A Kind of Magic", "Who Wants to Live Forever", "One Vision" und "Princes of the Universe" warf das Album viele Singlehits ab. Allerdings ließen die übrigen Songs, mit Ausnahme von "Friends will be Friends" und dem positiv garstigen "Gimme the Prize" zu wünschen übrig.

Bei "One Year of Love" gibt Freddie am Mikro zwar alles, doch die schwülstigen Streicher lassen das Ganze doch ziemlich kitschig erscheinen. Im Gegensatz dazu harmonieren diese Streichensembles, für die Filmkomponist Michael Kamen verantwortlich war, auf "Who Wants to Live Forever" wunderbar und wirken in Verbindung mit den rockigen Klängen sehr stimmig. Der Sound auf "Pain is so Close to Pleasure" kommt dagegen sehr "billig" rüber und, wenn es einen Song gibt, der erkennen läßt, in welchem Jahrzehnt er entstand, dann wohl dieses fade Stück.

"Don't Lose Your Head" beginnt interessant und finster, ehe im Mittelteil wieder ein wenig zu sehr Richtung "Ohrenschmeichler" geschwenkt wird. Ein tröstlicher Abschluss wird am Ende mit "Princes of the Universe" präsentiert, welcher diesmal gekonnt zwischen hartem Rock und schwungvoller Halbzeit pendelt. Die Bonustracks stehen bei meiner Beurteilung nicht zur Debatte, da sie erst auf den späteren CD-Versionen erschienen.

F A Z I T:

Wo soll man anfangen? David Bowie, Pink Floyd, The Clash - das alles waren Bands und Künstler die in den 80ern viel von ihrer künstlerischen Qualität einbüßten, da es nun mal ein Jahrzehnt war, das wie bereits erwähnt, aus Eintagsfliegen, Stadionrock und Plastikpop bestand. Wer hier nicht mitzog hatte, erfolgsmäßig verloren oder büßte viel von seinen musikalischen Wurzeln ein. Wer weiß, ob es Queen bis zu Freddies Tod im Jahre 1991 überhaupt noch gegeben hätte, wenn sie ihrem 70er-Stil treu geblieben wären. Wahrscheinlich nicht, und dennoch ist es im Rückblick schon ein wenig bedauerlich, das ihre Blütezeit von einer Reihe poppiger Hits der 80er abgelöst wurde.

Erfolgsmäßig waren Queen aufgrund ihrer Anpassung in den 80er-Olymp aufgestiegen und füllten ganze Stadien. Ihr großer Pluspunkt war natürlich, das sie eine der besten Livebands schlechthin waren und, vor allem dank Freddies Charisma, für immer einen Platz in den Herzen der meisten Rockfans haben werden. Dennoch, auch wenn man Alben wie "The Works", "The Miracle" oder eben "A Kind of Magic" heute noch hören kann, erscheint es dann doch etwas merkwürdig, das es sich um die gleiche Band handelt, die einst mit vertrackten Kunstwerken wie "A Night at the Opera", "A Day at the Races" oder garstigem Hardrock ("Sheer Heart Attack") von sich reden machte.

Immerhin: Mit "Innuendo" bezauberten Queen, in Freddies Todesjahr nochmal mit einem gelungenen Spätwerk, welches, bis auf wenige Ausnahmen einen versöhnlichen Abschluss bildete, und die künstlerisch schwache 80er-Phase etwas vergessen läßt.


The House
The House
Preis: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen Ein Popjuwel mit Abwechslung, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The House (Audio CD)
VORWORT:

Es war 2004, als ich im Radio auf eine wunderschöne Stimme aufmerksam wurde, die traurig klang und "The Closest Thing to Crazy" ausdrucksstark veredelte. Diese Single war das erste (musikalische) Lebenszeichen, welches ich von der britischen Sängerin mit georgischen Wurzeln wahrnahm. Ich fand ihre Stimme so angenehm "bodenständig": kein Geschrei oder winselndes Gehauche, wie bei manch einer ihrer Kolleginnen. Hin und wieder hörte ich im Radio neuere Songs, z.B. "Spider's Web" oder "Nine Million Bicycles", die mir ebenfalls gefielen. Dann bekam ich eines Tages die Gelegenheit, mir all ihre Alben bis einschließlich "Pictures" anzuhören, und war etwas enttäuscht. Auf Albumlänge wirkten ihre bisherigen Werke auf mich irgendwie nicht stimmig. Zwar durchaus mit vereinzelt tollen Stücken, aber als Ganzes etwas langatmig im Stil...

THE HOUSE:

Eines der wenigen Alben, in das ich mich beim ersten Hören verliebte. Was ich bei Katie Melua bisher vermisste, war hier im vollen Umfang enthalten: aufwendig produzierter Pop, der sich zu ihren zerbrechlichen Balladen gesellte und vor allem - Abwechslung. Manche bemängeln, das Katies Stimme auf ihrem vierten Studioalbum durch die teils üppige Produktion ins Hintertreffen gerät, doch dem kann ich nicht ganz folgen. Endlich hört man eine Vielzahl von Facetten, die auf ihren drei Vorgängern weitgehend ausgeklammert wurden.

Die Stile sind erfrischend abwechslungsreich, egal ob beim russisch angehauchten "A Moment Of Madness", dem schwülen Blues von "The One I Love Is Gone" und "God On The Drums, Devil On The Bass" oder der bittersüßen Leichtigkeit von "Red Balloons". Besonders angetan haben es mir die bombastisch, produzierten Songs "The Flood" und "A Happy Place", während denen Katies Stimme zwar durchaus etwas kämpfen muss um sich durchzusetzen, doch gerade solche Stücke machen den Reiz dieses Albums aus. Daneben gibt auch die eher einfach gehalten Sounds, welche an die Vorgänger erinnern ("I'd love To Kill You", "No Fear Of Heights"), sich jedoch wunderbar ins Gesamtpaket einfügen. Herrlich entspannt wird es bei "Plague Of Love", ehe gegen Ende der 45 stimmigen Minuten noch das elektronische "Twisted" punktet, bevor das bewegende "The House" den Abschluss bildet.

F A Z I T:

Grundsätzlich bin ich kein Fan davon, wenn Sänger/innen sich irgendeinen bekannten Produzenten ins Boot holen, um ihren Sound zu verändern. Mike Batt prägte Meluas Stil auf den ersten Werken, doch wie bereits erwähnt - mir fehlte etwas auf diesen Platten. Es waren Lücken, die mit William Orbit geschlossen wurden. Er ist ja bekannt für seine düster, atmosphärischen Elektroklänge, welche er bereits bei Madonnas "Ray of Light" oder den Sugababes einbrachte. Ich würde behaupten, das es Katies Musik bereichert hat diesen Weg zu gehen, denn schließlich hat sie ihre Wurzeln nicht völlig begraben, sondern lediglich um eine gewisse Popnote bereichert, die jedoch nur sparsam eingesetzt wird und kein Übergewicht bekommt.

Darüber hinaus beteiligte sich ein ebenfalls bekannter Mann an dem Album: Guy Chambers. Er war als Songwriter für den Erfolg der ersten vier Robbie-Williams-Alben maßgeblich mitverantwortlich. Diese Qualitäten fließen auch auf "The House" ein, was man an der melancholischen Note und so manchem Text erkennt. Ein besonderes Lob geht auch an die hervorragende Band. Egal ob Streicher, Gitarren oder Akkordeon: hier gibt es eine Vielzahl von Instrumenten, die immer stimmig sind und die bezaubernden Melodien begleiten. Hin und wieder ziehen sich einige Titel ein wenig in die Länge ("Red Balloons", "Tiny Alien"), was auf Albumlänge zwar nicht weiter stört, doch trotzdem kann ich mich irgendwie nicht zur vollen Punktzahl hinreißen lassen. Als Resümee würde ich jedoch anmerken, das ich nicht unbedingt alles von Katie Melua auf CD haben muß - bis auf THE HOUSE :)


Noel Gallagher's High Flying Birds
Noel Gallagher's High Flying Birds
Preis: EUR 8,97

4.0 von 5 Sternen Der "große" Bruder hat es einfach drauf, 16. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Noel Gallagher's High Flying Birds (Audio CD)
VORWORT:

Mitte der 90er wurde ich auf eine Band aufmerksam, die erfrischend altmodisch klang. Raue Gitarren mit schönen Melodien und rotzigem Gesang. "Live Forever" und "Whatever" waren die ersten Songs, die ich von Oasis wahrnahm. Das alles in einer Zeit, die musikalisch gesehen nicht mein Ding war. Auf der einen Seite wurde man seit längerem mit Eurodance zugedröhnt, während auf der anderen, depressiver Grunge die Vormachtstellung inne hatte. Ich hingegen hatte gerade damit angefangen, die ersten Akkorde auf der Gitarre zu üben und interessierte mich eher für Queen, Jimi Hendrix oder Aerosmith. Durch Oasis wurde ich auf Britpop aufmerksam und stellte fest, das auch etwas für meinen Geschmack in den Charts lief. Erst viel später wurde mir klar, das Oasis im Prinzip nur ein Abziehbild des Sounds der Beatles waren, welchem Noel Gallagher durch verzerrte Gitarren, heulende Amps und Ohrwurmmelodien, einen neuen Anstrich verpasste.

Was ich an den Herren von Oasis immer ätzend fand, war ihre pöpelnde Rüpelmentalität gegenüber anderen Bands. Vorallem ihr "Auftritt" bei den Brit-Awards 1996, während Michael Hutchence von Liam und Noel rund gemacht wurde, ist für mich noch immer der peinlichste Moment ihrer Karriere. Zugegeben: ich mag INXS sehr gerne und halte den verstorbenen "Hutch" nach wie vor für einen der besten Sänger im Rockbiz, doch auch wenn es sich um jemand anderen gehandelt hätte - absolut überflüssige Selbstdarstellung. Wahrscheinlich machte aber eben jenes Prollgehabe einen Teil ihrer Popularität aus, ehe Liam Gallagher gegen Ende 2009 die Auflösung bekannt gab. Das Verhältnis der beiden Brüder war ja nie das Beste und nun war die Musikpresse gespannt darauf, welcher Solopfad glücken würde. Während Liam mit dem Rest von Oasis eine Band namens Beady Eye gründete, stellte sich Noel ein komplett neues Ensemble zusammen und nannte das Ganze schlicht, Noel Gallaghers High Flying Birds...

NOEL GALLAGHERS HIGH FLYING BIRDS:

Bereits beim Opener "Everybodys On The Run" hört man, welcher Gallagher bei Oasis die Hosen an hatte und für den Klang verantwortlich war. Ein toller Einstieg mit netten Chören, ehe es nahtlos mit "Dream On" weitergeht, einem echten Volltreffer, der vor allem mit seinem straffen Beat fesselt. "If I Had a Gun" und "The Death Of You and Me" schließen ein rundum gelungenes Eröffnungsquartett ab, das Noels erstem Solopfad eine klare Berechtigung gibt.

"(I Wanna Live In A Dream In My) Record Machine" ist dann einer dieser typischen "Noel-Schmachtfetzen", wie man sie auch bei Oasis oftmals gehört hat. Ganz nett aber auch nicht überragend. Das gleiche gilt für "AKA...What A Life!", einem ebenfalls unterhaltsamen Stück, das in einem ruppigen Stampfbeat daherkommt aber trotz allem ein wenig farblos wirkt.

Erst mit den "traurigen" Bläsern von "Soldier Boys And Jesus Freaks", bei dem man augenblicklich an die Kinks denkt, wird an das hohe Anfangsniveau angeknüpft, welches auch mit "Aka... Broken Arrow" gehalten werden kann. "(Stranded On) The Wrong Beach" ist dann wieder so ein knochentrockener Britpoper, der durchaus gefällt und sehr kurzweilig ist. Als Abschluss beschert uns Noel noch eine echte Perle: "Stop the Clocks" entstand während der "Don't-Believe-the-Truth"-Sessions, und sollte ursprünglich mit auf die Platte. Schön, das es nun auf Noels erstem Solowerk einen gelungenen Abschluss bildet und, im Gegensatz zu "(I Wanna Live In A Dream In My) Record Machine", die bessere Ballade darstellt.

F A Z I T:

Was soll man sagen? Mit "High Flying Birds" beweist Noel Gallagher seine Qualität als Songschreiber. Mal rumpelnd, mal Soft und immer wieder durchzogen von Verweisen auf die Rockgeschichte. Im Prinzip ein ähnliches Rezept, welches auch bei Oasis funktionierte. Etwas schade ist es allerdings, das die Brillanz der ersten Hälfte nicht über die gesamte Spieldauer gehalten werden kann. Dennoch: wo Bruder Liam mit den Ex-Oasis-Mitgliedern unter neuem Namen eher 08/15 Britpop serviert, bekommt man von Noel eine schöne Ansammlung von Stücken, die trotz einiger Schwächen überzeugen können. Großes Manko: in Sachen Soundqualität, reiht sich diese Scheibe leider in den Kreis des Loudness War ein. Ein DR-Wert von 5 ist alles andere als schmeichelhaft, denn er bestätigt die starke Komprimierung von an sich, toller Musik. Dynamik sollte man nicht mit Lautheit verwechseln, von welcher man auf diesem Album mal wieder "eindrucksvoll" erschlagen wird. Also eine bittere Pille für alle, die Wert auf guten Klang legen aber auch, wenn ich auf diesen "Schmutzfleck" hinweisen wollte, so bewerte ich letztlich nur die Musik als solche.

Das Album ist sehr kurzweilig und macht Spaß, egal ob mit den Dixie-Bläsern auf "The Death Of You and Me" oder dem romantischen Teil bei "Stop the Clocks". Weniger als 4 Sterne wären ungerecht, denn auch wenn Noel Gallagher ein alter Hase ist, so ist es ja nicht automatisch ein Selbstläufer in Sachen Erfolg. Ich würde mich definitiv darüber freuen, wenn weitere Soloalben von ihm erscheinen.


Foo Fighters - Back and Forth
Foo Fighters - Back and Forth
DVD ~ James Moll
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweiliger Rückblick, 8. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Foo Fighters - Back and Forth (DVD)
VORWORT:

Musikdokus sind so eine Sache: Entweder punkten sie mit Ausführlichkeit, während man beinahe am einschlafen ist oder sie haben (eher reißerischen) Unterhaltungswert, während wichtige Passagen entfallen...

BACK AND FORTH:

Dave Grohl ist ein sehr guter Schlagzeuger, angefangen bei einer Band namens Scream, ehe er sich als Drummer von Nirvana Unsterblich machte und nach dem Ableben Kurt Cobains die Drumsticks für immer in die Ecke werfen wollte. Seine Therapie hieß jedoch: Musik machen, und so nahm er in Eigenregie ein Album auf, das auf den Namen "Foo Fighters" hörte. Er stellte eine Liveband zusammen und tourte ausgiebig...

Das ist die Kurzversion über den Ursprung einer Rockband, die sich bis heute erfolgreich "über Wasser hält" und 2008 sogar das riesige Wembley-Stadion in London an zwei Tagen füllen konnte. Beachtlich wenn man bedenkt, das Ex-Mitglieder von Megabands in den meisten Fällen ein trauriges Dasein in der Rubrik: "Weg-vom-Fenster" fristen müssen. Dave Grohl hingegen schaffte es, sich nicht klein kriegen zu lassen und wieder erfolgreich zu werden.

Das Hauptaugenmerk bei "Back and Forth" liegt zum Glück bei den Foo Fighters. Die Wurzeln von Grohl lagen selbstverständlich bei Nirvana, doch ich bin schon froh, das dieses Kapitel nach ca. 10 Minuten abgeschlossen ist, denn hier soll es schließlich nicht um eine Grungeband gehen. Zugegeben: Den Hype um Nirvana hasse ich bis heute. Ich finde es einfach Scheiße, wenn man so tut, als wäre Grunge "aufrichtiger" als z.B. Hardrock. Letzten Endes geht es bei Musik um Emotionen und mir ist es ehrlich gesagt Scheißegal ob die Urheber von Musik mit Flanellhemden, fettigen Haaren oder Goldkettchen und Radlerhosen rumlaufen. Textlich mögen Nirvana selbstredend ernstere Themen angesprochen haben als ihre Kollegen aus der Glitzerwelt des Rock n' Roll. Gemolken wird aber jegliche Musik, wenn sie erstmal populär genug ist. Cobain fand das garnicht schön und nun ist er schon seit beinahe 20 Jahren tot. Im Kontext dazu scheint es manchmal ein wenig befremdlich zu wirken, wenn Grohl mit den Foo Fighters eine Art von Musik macht, bei der "anständige" Grungebands ihre Nasen rümpfen würden. Gerade dass finde ich jedoch erfrischend anders. Bei den Foos hört man neben harten Gitarren ebenso schöne Melodien, und vorallem sieht man fantastisch humorige Videos. Nicht alles so Depri und "No Future" mäßig, wobei das ein Begriff aus der Punkzeit war.

Regisseur James Moll gelang mit dieser Dokumentation eine kurzweilige Zeitreise durch 15 Jahre Foo Fighters. Vom Debütalbum über den Megaseller "The Colour and the Shape" bis hin zur aktuellen Scheibe, "Wasting Light". Auffällig sind während diesen interessanten 100 Minuten die internen Unstimmigkeiten über den Sound der Band. Selten habe ich eine Banddoku gesehen, in der ständig über Aus- bzw. Einstieg von Person X und Y gesprochen wird. Dabei liegt vorallem bei Pat Smear (Ex-Nirvana, Germs) ein Hauptaugenmerk, da er quasi zur Ur-Besetzung gehörte, dann jedoch keine rechte Lust mehr hatte und erst ab dem Jahr 2006 wieder regelmäßige Beiträge leistete. Daneben waren Nate Mendel (Bass) und William Goldsmith (Drums) die erste Rhytmusgruppe bei den Foos, wobei einem Goldsmith schon irgendwie Leid tun kann. Im Rückblick kommt es einem fast so vor, als wäre er nur fürs touren gut gewesen, während Grohl seine gesamten Studioparts für "The Colour and the Shape" heimlich neu einspielte und Goldsmith vor vollendete Tatsachen stellte. Auch wenn sich Dave Grohl rückblickend mit seinem damaligen Alter bzw. dem Erfolg des Albums rechtfertigt, so finde ich es doch mehr als verständlich, das Goldsmith aus der Band ausstieg.

Mit dem "Sunnyboy" Taylor Hawkins kam dann das neue Fundament an die Schießbude, und nachdem es auch einige Umbesetzungen an der Gitarre gab, war das, bis heute bestehende Lineup mit Grohl, Mendel, Hawkins und Chris Shiflett komplett.

F A Z I T:

"Back and Forth" ist eine äußerst gelungene Dokumentation über den Werdegang einer Rockband, die nach wie vor überzeugt. Anekdoten über intimste Dinge aus dem Privatleben werden glücklicherweise nicht beleuchtet, denn dann wären wir wieder bei dieser reißerischen Art von Rückblicken, welche ich nicht wirklich mag. Hier geht es vor allem um die Entwicklung: Sound, Live-Performance und Studioarbeit. Darüber hinaus sind alle Bandmitglieder (auch Ex) in Interviews zu sehen, wobei gerade Pat Smear einen sehr sympathischen Eindruck macht. Grohl wirkt, im krassen Gegensatz zu seinen spaßigen Videodarbietungen oftmals etwas zu Ernst und befangen aber vielleicht sind Interviews einfach nicht sein Ding. Zu erwähnen wäre noch der sehr interessante Aufnahmeprozess vom aktuellen Album, "Wasting Light", bei dem auch ein ehemaliger Bandkollege Grohls auftaucht...


Fastlane : The Complete Series
Fastlane : The Complete Series
DVD ~ Peter Facinelli

4.0 von 5 Sternen Miami Vice goes Gegenwart, 23. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Fastlane : The Complete Series (DVD)
VORWORT:

Wer kennt sie nicht? - "Miami Vice" war für die TV-Kultur der 80er Stilprägend, wie kaum eine andere Serie. Mode und Musik waren ihre Eckpfeiler, ebenfalls die MTV-Ästhetik in Sachen Schnitt und Look. Bis auf die überwiegend "erschreckende" Mode von damals, kann man sich "Miami Vice" auch in der heutigen Zeit noch bedenkenlos anschauen, wenngleich es seit dem Jahr 2002 eine andere Serie geschafft hat, ihr den Rang abzulaufen - zumindest bei mir. Zwar besitzt Diese bei weitem nicht den Kult, den "Vice" immer haben wird, doch in Sachen: "kurzweilige Unterhaltung", bin ich eindeutig überzeugter von...

...FASTLANE:

Bei 2,6 Millionen Dollar Produktionskosten pro Folge (!) wundert es nicht, das es die Serie nur auf eine Staffel gebracht hat - dennoch ist es bedauerlich. Jede der 22 Folgen bietet Witz, Spannung und vorallem - Action. Diese mag nicht zwar nicht den ersten Preis in Sachen Realismus gewinnen, aber dieser Anspruch wird ohnehin nicht verfolgt.

Wilhemina „Billie“ Chambers (Tiffani Thiessen) leitet eine Undercover-Einheit der Regierung, die sich konfiszierte Güter der Unterwelt zunutze macht, um verdeckte Ermittlungen führen zu können. Dazu gehören die edelsten Sportwagen/Motorräder, Kleidung, Schmuck sowie Geld und Waffen. Chambers wirbt die beiden Cops Donovan „Van“ Ray (Peter Facinelli) und Deaqon „Deaq“ Hayes (Bill Bellamy) an, welche unter falschem Namen in der Verbrecherwelt L.A.s ermitteln...

Es mag ein wenig komisch wirken, wenn jemand, der all die "Fast-And-The-Furious"-Filme gelinde gesagt zum weinen findet, Spaß an "Fastlane" hat. Diese kurzlebige Serie ist nämlich unbestreitbar eine ähnliche Ansammlung von Effekthascherei: Wilde Verfolgungsjagden, harte Schießereien und oftmals lustige Sprüche. Im Gegensatz zur besagten Filmreihe gewinnt "Fastlane" dennoch, da man trotz Hochglanzoptik und all den perfekt gestylten Typen bestens unterhalten wird. Ebenfalls gelungen ist die "Verwebung" gewisser Folgen. Da taucht plötzlich die gerissene Gaunerin aus der Pilotfolge wieder auf, dort ist es der nervige Vorgesetzte für interne Ermittlungen...

Allein die Liste an Gaststars ist beeindruckend: Robert Foster, Bill Duke, Jake Busey, George Hamilton, Iggy Pop, Isaac Hayes, Tatyana Ali, Paul Gleason sowie "Rotkäppchen" Fred Durst. Manche davon haben lediglich kurze Cameo-Auftritte (Durst), andere sind die Hauptfiguren diverser Folgen. Daneben gesellt sich ein bunt gemischter "Soundtrack" mit härterem Nu-Metal, Hip-Hop und einigen Klassikern von Depeche Mode ("Dream On") über Velvet Underground ("Waiting for the Man") bis hin zu den Ramones ("I Wanna be Sedated").

F A Z I T:

Eigentlich ist eine Rezension für "Fastlane" unsinnig, da sie in Deutschland noch nicht auf DVD erschienen ist. Wenn sie es tun sollte, könnte man es womöglich auch mit einer "kastrierten" Variante zu tun bekommen, wie sie in den USA erschien. Aufgrund der Musikrechte vieler Hits aus der Serie, wurden sämtliche Songs gegen billige Pseudo-Sounds ausgetauscht. Das macht zum einen keinen Spaß und andererseits wird die Serie dadurch einem wichtigen Baustein beraubt - der tollen Musik. Daneben wurden die, ursprünglich in 16:9 produzierten Folgen allesamt gemattet, was bedeutet: aufgezoomtes Bild ("an sich schon schlimm genug") + 4:3-Format. Soviel zu einem eventuellem Release in Deutschland.

Dennoch schrieb ich diese Rezension, weil ich auf eine unterhaltsame Serie aufmerksam machen wollte, die weniger bekannt ist als z.B. Miami Vice (ihr geistiges Vorbild) aber trotzdem überzeugen kann. Hier wird geklotzt nicht gekleckert - wer ein Faible für "Dexter" oder "Califonication" hat, ist hier definitiv an der falschen Adresse, da "Fastlane" nicht besonders tiefsinnig ist. Hier geht es in erster Linie um (nicht immer realistische) Action, allerdings mit Witz und Spannung!


Samsung Star S5230 Smartphone (Touchscreen, 3MP Kamera, Video, MP3-Player, Bluetooth) noble-black
Samsung Star S5230 Smartphone (Touchscreen, 3MP Kamera, Video, MP3-Player, Bluetooth) noble-black
Wird angeboten von Nesatec
Preis: EUR 82,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ideal für Smartphone-Kritiker, 8. Juli 2013
VORWORT:

Es soll ja noch Leute geben, die nicht andauernd wie hypnotisiert auf den Display ihres Smartphones starren. Das "Samsung Star 5230" ist für diese Leute wie geschaffen, denn in Sachen Smartphone und all den Internet-Apps für Facebook usw., war dieses Modell noch nicht besonders ausgereift. Gerade das finde ich jedoch besonders angenehm. Hier geht in erster Linie darum, mit dem Handy zu telefonieren. Natürlich gibt es auch beim "Star" mehr oder weniger nützliche Apps, die aus Kalender, Wettervorhersage und anderen Anwendungen bestehen. Positiv ist z.B. der UKW-Player, mit dem man in relativ guter Qualität, Radio hören kann und daneben auch der MP3-Player, für die eigene Musiksammlung. Ein großes Lob geht an dieser Stelle auch an die Akkuleistung: bei seltenem Gebrauch blieb mein "Star" ohne Abschaltung bis zu Zweieinhalb Wochen auf Standby, ehe es wieder aufgeladen werden musste.

DESIGN:

Ein edles äußeres mit leichten Defiziten. Optisch macht das "Star" einiges her: Schwarz, ideale Größe und völlig ausreichendes Display. Lediglich der etwas glänzende Lack lädt nach kurzer Zeit zum reinigen ein, denn allzu schnell sind Fingerabdrücke und Staub zu entdecken.

BEDIENUNG:

(TOUCHSCREEN)
In diesem Punkt, kann ich so einige negative Kritiken nicht teilen. OK, der Touchscreen ist am Anfang hier und da ein wenig hakelig, doch wenn man erstmal den Bogen raus hat, dann "wischt" es sich ohne größere Probleme.

(TONQUALITÄT)
Die Sprachqualität ist für meine Ohren ausgezeichnet und jederzeit klar verständlich. Lediglich die internen Lautsprecher sind nicht das Gelbe vom Ei, gerade beim abspielen von Videos und Co.

(VIDEO/FOTO)
An dieser Stelle sollte man darauf hinweisen, das wir es hier nicht mit einer Digitalkamera, sondern immer noch mit einem Handy zu tun haben, welches in Sachen Bildqualität keinen Blumentopf gewinnen kann. Vor allem Fotos sind in den meisten Fällen unscharf und verwackelt. Die Auflösung ist ebenfalls Lichtjahre von der, hochwertiger Kameras entfernt, was gerade bei selbstgemachten Videos auffällt. Ich persönlich kann aber damit leben, da man es in erster Linie mit einem Handy zu tun hat.

F A Z I T:

Die Bezeichnung Smartphone, mag des "Star" nicht wirklich verdienen, doch für Leute wie mich, ist es die Ideallösung. Nicht zu rückständig in Sachen Komfort, aber eben auch noch nicht überflutet mit den teils überflüssigsten Apps von Heute. Abschließend würde ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen, da das "Star" ein fantastisches Preisleistungsverhältnis bietet und sich ans wesentliche hält - das telefonieren.


Delta Machine
Delta Machine
Preis: EUR 5,99

55 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die "böse" Vorahnung wurde bestätigt, 22. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Audio CD)
VORWORT:

33 Jahre Bandgeschichte sind eine lange Zeit. Wer hätte nach den beiden poppigen Frühwerken wohl gedacht, das sich die Band Depeche Mode über zwei Dekaden hinweg stetig weiterentwickeln würde? Wohl die wenigsten. Von der Presse wurden die Jungs meistens belächelt und dabei übersah man, das Alben wie "Some Great Reward", "Black Celebration" oder auch "Violator" mehr waren, als einfacher Synthiepop. Ihnen haftete stets das Image einer Teenieband an, da konnten im Jahr 1993 selbst ein langhaariger Frontman, Rockanleihen und beeindruckende Liveshows nichts gegen ausrichten. Als Alan Wilder 1995 schließlich Ausstieg und Sänger Dave Gahan beinahe das Zeitliche gesegnet hatte, dachten wohl ohnehin alle, der Ofen wäre aus. Doch "the fire still burned" und die Band wurde quasi reanimiert - was bei "Ultra" noch ein kleines Wunder war und mit "Exciter" letztmalig überraschte. Das "grüne" Album war 2001 zwar eine, soundtechnisch gewöhnungsbedürftige Angelegenheit, doch in seiner Leichtigkeit und Atmosphäre durchaus nochmal ein mutiger Schritt in ungewohntes Terrain.

Seit 2005 kam mit Ben Hillier ein neuer Produzent an Bord und seither sind die innovativen Klänge leider mehr und mehr verpufft. Allerdings kann man meiner Meinung nach von keiner Band verlangen, das sie sich von Album zu Album neu erfindet. Gegen einen Hauch von Selbstzitaten, wie auf "Playing the Angel", ist ja auch nichts einzuwenden. Dieses Album war ein mindestens durchschnittliches Spätwerk, das bei vielen Songs noch dieses Kribbeln erzeugte, für das ich so einige DM-Alben schätze. Spätestens seit "Sounds of the Universe" liefen Songschreiber Martin Gore jedoch die Ideen davon und blitzten nur noch selten auf.

DELTA MACHINE:

Beim Wort "Delta", denkt man unweigerlich an eine spezielle Form des Blues. Eine Musikrichtung, die ich durchaus schätze und selber gerne höre. Depeche Mode versuchen auf ihrem dreizehnten Studioalbum, dieses Feeling mit ihrer Musik zu verbinden. Das ist zwar ein durchaus, löblicher Versuch aber leider klingt das Endergebnis auf Albumlänge mehr als dürftig.

Welcome to my World

In einer Albumkritik aus der Presse, wurden die ersten Töne des Openers mit einem "elektronischen Brummfurz" verglichen. Sehr amüsant und ich gebe zu, das ich ebenfalls etwas befremdet war, als die ersten Klänge zu hören waren. Wenn dann nach einer guten Minute jedoch der Refrain einsetzt, ist man frohen Mutes, das es die Band nochmal so richtig krachen lassen will. Schöne Synthieflächen mit treibenden Beats, die sowohl von Gahan als auch von Gore stimmlich unterstützt werden. Einstieg gelungen.

Angel

Unmittelbar im Anschluss folgt ein erstes Beispiel für den "Deltasound" der Platte. Bis auf den Refrain erinnert das Ganze teilweise an die Nine Inch Nails. Harte Elektronik mit Verzerrung und stampfendem Rhytmus. Ansich keine schlechte Fortsetzung, nach der interessanten Eröffnung. Hinzu gesellt sich ein beruhigender Refrain, den Gahan gefühlvoll intuniert. Das große Manko des Songs sind allerdings seine "Pressattacken" während der Strophen. Gahan bölkt und röhrt, was die Stimmbänder hergeben. Das mag aggressiv sein und den harten Sound unterstützen, aber es wirkt doch weitgehend aufgesetzt und peinlich. Gerade wenn man eine Stimme wie Gahan besitzt, die im Alter reift wie ein guter Wein, dann sollte man sie sinnvoll einsetzen und nicht überstrapazieren.

Heaven

Die Vorabsingle hatte ich bereits bei Erscheinen ausgiebig beurteilt. Hier scheint sich die Band einen großen Spaß erlaubt zu haben, denn representativ für das übrige Album, ist dieser Song nun wirklich nicht. Selten habe ich DM so schlaff und zäh erlebt. Vorallem im Refrain zieht sich der Rhytmus wie ein Kaugummi und auch die Melodie kann nichts rausreißen.

Secret to the End

Da ist es wieder, dieses spezielle Gefühl. Sobald sich die ersten Synthies in die Gehörgänge bohren, will man gerne weiterhören und wird nicht enttäuscht. Geschrieben von Dave Gahan, führt einen dieser Song zurück in eine Zeit, in der die Band wirklich noch was zu sagen hatte. Feinste Klänge, toll arrangiert und ohne den inzwischen leider oftmals klanglichen Firlefanz. Dazu ein Refrain der im Gedächtnis sitzen bleibt, ohne das man ihn dazu überreden müsste.

My Little Universe

Oh weh, da sind wir also doch wieder bei den "Sounds-of-the-Universe" angelangt. Nicht nur, das dieses Stück den Hörfluss abrupt unterbricht: Nein, es dient lediglich als Spielwiese für verschrobene Klangexperimente. Die Sounds erinnern an den Soundtrack von alten Amiga- und C64-Spielen. "Analog rules", mag sich Martin Gore seit einigen Jahren denken, aber diese verstaubten Klänge können bei aller Nostalgie nicht darüber hinwegtäuschen, das man hier den zweiten Tiefpunkt ertragen muß.

Slow

Interessant hätte es werden können: vorallem die warme Gitarre zu Beginn weckte noch Hoffnung. Wie so oft auf diesem Album hat man bei Slow das Gefühl, an ältere Werke der Band erinnert zu werden. "Freestate" und die B-Seite "Dirt" lassen grüßen, wenn dieses schwüle Stück erklingt. Atmosphäre? - Ja! Arrangement? - Nein!
Was stimmungsvoll beginnt, hört sich schon bald an wie saure Milch. Extrem unausgegorene Melodiebrüche ruinieren einen grundsätzlich tollen Ansatz.

Broken

Wieder höre ich sie: die Tiefausläufer vom Vorgängeralbum. "Fragile Tension" meets "Perfect". Bei Broken riecht das Selbstzitat schon beinahe nach Einfallslosigkeit.

The Child Inside

Erinnert sich noch jemand an Songs wie "It doesn't Matter", "The Things You Said", "One Caress", "Home" oder "Breathe"? Ja genau, das waren Lieder, die Martin Gore gesungen hat und beinahe immer waren es die heimlichen Höhepunkte diverser Alben. Heutzutage ist man froh wenn Gore, wie auf Delta Machine, nur noch bei einem Song seinen Soloteil beisteuert. Hier fehlt es an so manchem, aber besonders erschreckend ist der immer vibratomäßigere Klang seiner Stimme.

Soft Touch/Raw Nerve

Nach einem erschreckenden Durchhänger im Mittelteil, ist Soft Touch so eine Art Weckruf. Tempomäßig der flotteste Beitrag, gelingt es Depeche Mode dank schräger Gitarre und fesselndem Sound, den Abwärtstrend ein wenig zu verringern. Hier macht es wieder Spaß zuzuhören, wenngleich erst der nächste Song wieder vollends überzeugt.

Should be Higher

"Endlich", denkt man sich, wenn diese kleine Hymne ertönt. Ein raffiniertes Stück mit gemächlichem Tempo, welches vorallem im Refrain befreiend wirkt. Dave Gahan schraubt seine Stimme in eine Höhe, aus der man ihn selten gehört hat. Vorallem das düstere Arrangement ist hier grandios und passend umgesetzt worden.

Alone

Nach der Hoffnung auf einen durchgehend tollen Endspurt, wird man mit Alone aus den kühnsten Träumen gerissen. Synthieflächen blubbern beständig vor sich hin, doch wirklich interessant wird es leider nicht.

Soothe my Soul

Die zweite Single ist zwar tanzbar und, im Gegensatz zu Heaven auch als Single geeignet, aber ich persönlich finde sie äußerst bescheiden. Wirkt zusammengesetzt wie aus einem Baukasten, mit den immer gleichen Sounds zur selben Zeit und im Refrain bekommt man es schließlich mit einem langweiligen Stampfbeat zu tun, der die gut fünf Minuten auch nicht besser macht. Ein Song fürs Stadion? - Ja! Ein Song mit Haltbarkeit? - Nein!

Goodbye

Schon bei "Angel" hatte man teilweise einen Verweis auf "I Feel You" im Ohr. Beim Abschlusstrack höre ich auch noch eine Prise "Dream On". Wahrscheinlich ist es gerade dieser letzte Song, der die Mischung aus Electro und Blues miteinander verknüpfen will. In dem Fall ist es Martin Gore durchaus geglückt. Ein relaxtes Stück mit aufbäumendem Refrain und Erinnerungspotenzial.

F A Z I T:

Wo es auf Sounds of the Universe "Soul" sein sollte, den die Band transportieren wollte, ist es bei Delta Machine der "Blues". Vielleicht bekommt man auf einem weiteren (?) Album ja auch eine Mischung mit "Funk" oder "Polka" serviert. Mal im Ernst: Depeche Mode driften seit einigen Jahren immer mehr in ferne Sphären ab, in die wohl nur die hartgesottensten Fans ohne Murren folgen. Stadien werden sie solange füllen wie sie existieren, Platinstatus werden auch Alben wie Delta Machine erreichen. Der Preis den die Band dafür bezahlt, wird jedoch immer höher. Wo die Die-Hard-Fans von Entwicklung und "Gegen-den Strom-schwimmen" sprechen, höre ich nicht mehr als eine Ansammlung kruder Klangspielereien ohne Sinn und Verstand.

Die Behauptung, das ohne Alan Wilder alles schlecht war, was Depeche Mode seit 1997 veröffentlicht haben, kann ich nicht teilen. Gerade mit "Ultra" und dem gescholtenen Nachfolger "Exciter" hat die Band schließlich bewiesen, das sie nach wie vor im Stande war, überzeugende Alben abzuliefern. Es gibt Bands, die sich seit ihrem Bestehen stets wiederholt haben und dennoch Erfolge feiern konnten. Bei Depeche Mode war die Entwicklung jedoch der Grundstein für ihr Fortbestehen. Sie haben es über sehr viele Jahre geschafft sich einen Status zu erarbeiten, der es ihnen mittlerweile erlaubt nichts mehr beweisen zu müssen. Gerade das ist aber eine traurige Erkenntnis, wenn man sich die letzen Alben anhört. Wie Eingangs erwähnt kann man es einer langlebigen Band wie Depeche Mode nicht wirklich übel nehmen, wenn sie sich hin und wieder selbst zitiert. Schlimm wird es allerdings dann, wenn man sich beinahe schon den ein oder anderen Finger abhacken muß, um die brauchbaren Stücke an einer Hand abzählen zu können. Ich greife nicht zu solch extremen Methoden, ansonsten hätte ich inzwischen wohl kaum noch Finger an den Händen.

Es gab progressive Bands wie die frühen Floyd, King Crimson oder auch Yes. Es gab, rein auf Verkaufszahlen ausgelegte "Bands" wie Modern Talking oder Take That. Depeche Mode hatten einen Platz in der Reihe von Bands, die sowohl künstlerisch als auch kommerziell erfolgreich sein konnten. Mit Alben wie Delta Machine hat diese "alte" Band jedoch nicht mehr viel gemein. Die aktuelle "Mode" besteht überwiegend aus Klangspielereien, die anspruchsvoll sein wollen aber den Pop weitgehend vor der Tür stehen lassen. Das aber eben gerade diese Popnote die Band zu der Größe gebracht hat, wovon sie noch heute zehren kann, wird gerne unterschlagen.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2013 6:26 PM MEST


Music for the Masses
Music for the Masses
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 26,18

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht für die Masse aber dennoch großes "Kino", 15. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Music for the Masses (Audio CD)
VORWORT:

Mit Black Celebration hatten Depeche Mode ihre "Industrial-Trilogie" abgeschlossen. Drei Alben, die vorallem durch metallische Sounds und dem großzügigen Einsatz des Sampling lebten. Es waren die Jahre, in denen sich die blassen Buben von einst ("Speak & Spell", "A Broken Frame") in die, in Leder gekleideten Männer verwandelt hatten. 1986 war ebenfalls das letzte Jahr in den Berliner Hansa-Studios, wo die Band einiges zum Album beisteuerte. Neben dem "Ziehvater" Daniel Miller (Mute-Chef) und Produzent Gareth Jones, wurde auch Alan Wilder, seit 1982 in der Band, immer mehr in die Studioarbeit integriert.

MUSIC FOR THE MASSES:

Depeche Mode nahmen ihr folgendes Album in Paris auf und mischten es in den dänischen PUK-Studios ab. Weit abgelegen auf dem Land, entstanden einige ihrer bis heute größten Hymnen. Unterstützt von Produzent Dave Bascombe (Tears For Fears), wurde 1987 mehr Wert auf Minimalismus gelegt, wenngleich auch auf ihrem sechsten Studioalbum noch immer diverse Scheppersounds zu hören waren.

In den 80ern war der reine Gitarrenklang bei DM noch sehr verpöhnt: so jagte man Gores Gitarrenparts durch diverse Effektgeräte und hatte schließlich das berühmte Intro zu "Never Let Me Down Again". Ein Song, der wohl wie kaum ein anderer die Stärken der Band bündelt. Inspiriert wurde der Drumsound übrigens von Led Zeppelins "When The Levee Breakes". Nach dem großen Finale des Openers folgt eine traurige Ballade. "The Things You Said" bringt einen wieder auf den Boden zurück, während Martin Gores zerbrechliche Stimme einen Gefangen nimmt. Für mich, einer seiner schönsten Songs. "Strangelove" ist ein richtiger Tanzsong, dabei aufregend und kühl zugleich. Eigens für das Album wurde der Song allerdings noch überarbeitet, da die Band mit der schwachen Platzierung der Vorabsingle unzufrieden war.

"Little 15" ist zusammen mit "Behind The Wheel" und "Nothing" ein gutes Beispiel für die Veränderung der Band. Diese Songs haben eine geradezu starre Monotonie. Alles klingt sehr mechanisch, fast schon steril und auf den Punkt genau. Sänger Dave Gahan wirkt auf diesem Album stimmlich reifer und singt hypnotisch seine Strophen, während starre Beats und kühle Kraftwerk-Ästhetik den Rahmen bilden. Daneben reihen sich reizende Melodien ("Sacred"), unheimliche Klänge ("I Want You Now", "To Have And To Hold") und zu guter letzt ein rein Instrumentales Klanggewitter ("Pimpf"). Gerade dieser Abschluß überzeugt mich nach wie vor mit seinem schaurigen Chor und den, ebenfalls am Synthie entstandenen Orchesterklängen - DM goes Wagner!

F A Z I T:

Mit "Music For The Masses" waren DM endgültig erwachsen geworden und verzauberten mit einem Mix aus Schwermut, Minimalistik und Eingängigkeit. Zusammen mit dem Nachfolger lieferte die Band mit diesem Werk ebenso den Soundtrack einer aufkommenden DJ-Generation, vorallem in den USA. Das, was DM immer etwas von den übrigen Synthiepoppern der 80er unterschied, waren zum einen die Texte von Martin Gore sowie der düstere Grundton ihrer Songs. So etwas wie The Cure im Bereich: elektronische Musik.

Warum nur vier Sterne? Naja, das "Masses" seine Qualitäten hat ist nicht von der Hand zuweisen. Dennoch ist es für meine Begriffe eher so eine Art Übergangsalbum. Wo der Vorgänger all das perfektionierte, was mit "Construction Time Again" und "Some Great Reward" begonnen hatte, so war es wiederum "Violator" (1990) welches den neuen Weg, der mit "Masses" beschritten wurde, konsequent abschloss. Die große Kunst dieser Band war es ab Mitte der 80er, das sie mit ihren Werken eine Spannung erzeugte. Ich höre Depeche Mode-Alben gerade wegen des Ganzen und nicht wegen einzelner Hits. Diese Spannung wird zwar auch auf "Masses" erzeugt, doch hin und wieder vermisse ich das "warme" auf dieser Platte. Selbst ihr düsterstes Werk "Black Celebration" hat mit seinen bittersüßen Mollharmonien und den nahtlosen Übergängen mehr Wärme und Geschlossenheit als der Nachfolger. "Masses" steht dagegen für Bombast, Veränderung und einen gewissen Dance-Appeal (was für ein Wort :) Alle Songs sind hörenswert, doch wo einerseits große Hymnen und bezaubernde Ausreißer ("Never Let Me Down Again", "Little 15") stehen, so mangelt es anderen Songs ("Strangelove", "Sacred", "Nothing") ein wenig an Seele. Dennoch, für Einsteiger in den DM-Backkatalog ist Music For The Masses ein Pflichtkauf.


Heaven
Heaven
Wird angeboten von VTN-GmbH
Preis: EUR 3,80

24 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein "böser" Vorbote für das kommende Album, 5. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Heaven (Audio CD)
VORWORT:

Auch auf die Gefahr hin, das ich mich mit dieser Rezension in die Nesseln setze: Mit "Heaven" schreitet die Ideenlosigkeit einer einst großen Band stetig voran. Es mag vielleicht ein wenig unfair sein, bereits vor der Veröffentlichung des neuen Albums so klar Stellung zu beziehen, doch schließlich hat sich die Band für diese erste Single entschieden.

HEAVEN:

Der Song plätschert...und plätschert...und plätschert... Nichts gegen Balladen oder etwas ruhigen Groove aber hier sticht nichts anderes hervor - weder eine fesselnde Melodie noch Dave Gahans Gesang. Das hat diese Band dutzende Male besser hingekriegt - selbst auf dem viel gescholtenen Exciter, aus dem Jahr 2001.

Das einzig "positive" an Heaven ist die Erkenntnis, das der Sound etwas weniger nach der Handschrift von Ben Hillier klingt. Andererseits hatte man bei DM trotz ihrer Wandlungsfähigkeit über viele Jahre immer so ein Spezielles: "Ja, das sind DM - Gefühl". Bei Heaven jedoch, knarzt im Hintergrund lediglich ein Synthie, während Piano und Akustikdrums (!) den Ton angeben. Um es kurz zu machen: klingt mehr nach irgendeiner Band mit Dave Gahan am Mikro, als nach DM. Wie es besser gehen kann, haben Duran Duran mit ihrem letzten Album "All You Need Is Now" bewiesen. Dort wurde zeitgemäß produziert aber dennoch haben die Songs allesamt Pepp, tolle Arrangements und man erkennt, das es sich um Duran Duran handelt. Trotzdem ist es kein Retroalbum geworden, das in den 80ern stecken geblieben ist. Damit meine ich einfach nur, das auch DM sich auf ihre einstige Stärke besinnen sollten, in dem sie wieder mitreißende Hymnen schreiben, anstatt ihr Vermögen durch halbgare Platten und "Greatest Hits"-Tourneen zu verdoppeln. Falls es Ihnen wirklich noch um die Musik geht, scheint Ihnen bzw. Martin L. Gore, das Talent für gute Songs abhanden gekommen zu sein.

F A Z I T:

Ich schreibe ungern Verrisse über Artikel, die ich ohnehin nicht berauschend finde. Mir ist auch völlig klar, das sich die Band nicht die Bohne für meine Kritik interessieren würde, da es immer noch genügend DM-Jünger gibt, die alles kaufen wo DM draufsteht. Was ich jedoch sehr Schade finde ist die Tatsache, das sich eine ehemals große Band, mit immer schwächeren Werken die eigene Legende zerstört, anstatt sich aufzulösen. Solch ein Satz stellt in DM-Foren allerdings schon eine Provokation dar. Meist folgen dann Sätze wie:

1. "Du willst Violator 1.2"
2. "Du willst Alan Wilder zurück".
3. "Sei doch froh, das die Jungs überhaupt noch ins Studio gehen".
4. "Depeche Mode treten eben nie auf der Stelle, im Gegensatz zu dir".

Zu Satz 1 und 2:

Ich persönlich mag auch Ultra und Exciter - beides sind Alben, die nach Alan Wilders Ausstieg aufgenommen wurden und anders klangen.

Zu Satz 3:

Wenn man alle paar Jahre ins Studio geht, dann sollte man am Ende mehr zu bieten haben, als ein paar Songs die "Hier-Rein-Und-Da-Raus" gehen. Und Nein, natürlich hat es die Band nicht mehr nötig, neue Platten aufzunehmen. Allerdings nimmt ihr harter Fan-Kern auch alles dankend an, was ihm aufgetischt wird. In dieser Hinsicht unterschreibe ich die Meinung eines anderen Rezensenten, der es ähnlich formulierte.

und zum 4.:

DM treten seit PTA auf der Stelle - sie entwerfen zu einem Großteil nur noch Musik, die lediglich anspruchsvoll sein will, es aber nicht ist, weil DM trotz ihres oftmals düsteren Anstrichs immer eine Popband gewesen sind. Nein, keine 08/15-Popband ala Modern Talking sondern eine, die trotz aller Melancholie auf ihren Alben nie vergessen hatte, ihre Songs auch mit fesselnden Sounds und berauschenden Melodien auszustatten. Exciter war jedoch das letzte Album, auf dem diese Tugenden mit einem neuen Sound verknüpft wurden. Mit PTA kramten sie dann alte Synthies hervor und erschufen mit Produzent Hillier langweilige Longplayer, auf denen nur noch einzelne Songs überzeugen konnten.
Kommentar Kommentare (15) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 21, 2013 10:07 PM CET


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