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Rezensionen verfasst von
Mr. "Rullep" (Seelscheid)

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Depeche Mode - Devotional [2 DVDs]
Depeche Mode - Devotional [2 DVDs]
DVD ~ Anton Corbijn
Wird angeboten von dvdseller24
Preis: EUR 59,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Leben und Sterben" LIVE, 21. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Depeche Mode - Devotional [2 DVDs] (DVD)
"Desaster", "Erschöpfung", "Katastrophe". Viele solcher Worte werden heutzutage mit der Zeit um 1993 verbunden: zumindest im Zusammenhang mit Depeche Mode. Sie eroberten ab 1987 die Welt im Sturm und konnten sich noch einige Jahre vor den Schattenseiten des, ähem, Rock'n'Roll, zu Wehr setzen. Vor allem Frontman Dave Gahan schien nach außen hin seinem Look treu zu bleiben und so war es für viele Fans wohl undenkbar, das eben jener Gahan sich nach der erfolgreichen World-Violation-Tour nach L.A. absetzen, und dort zum langhaarigen Möchtegern-Rocker mutieren könnte. Genau dies geschah jedoch. Seine Begeisterung für diverse Rockbands der frühen 90er, spielte der Entwicklung von "Songs of Faith and Devotion" zum großen Teil in die Karten. Dennoch verliefen die Aufnahme-Sessions wahrlich Katastrophal und so wundert es bis heute, das ein Album, welches aus der wohl schlimmsten Bandinternen Spannung heraus entstand, immer noch für positive Gänsehaut sorgen kann. Neben der außergewöhnlichen Platte, setzte aber auch die anschließende Tour Maßstäbe...

DEVOTIONAL:

(Bühne/Kulisse)

"Architekt" Anton Corbijn war für das damalige Stagedesign verantwortlich. Was man zu sehen bekommt, besticht durch düstere Optik und stimmungsvollen Aufbau. Gahan bekam einen eigenen Laufsteg, während sich die Kollegen auf der oberen Ebene hinter diversen Synthies verschnanzten. Lediglich Gore (Gesang/Gitarre) und Wilder (Schlagzeug) gesellten sich ab- und an zum Sänger. Ein wahres Schmankerl dieser Tour waren die Leinwände bzw. das, was auf diesen abgebildet wurde. Corbijns verschlungene Filme: egal ob Vogelmensch (WIMS), Frauengesichter (IYR), Astronaut (NLMDA) oder markante Gesten (IFY) - hier stimmte einfach alles und selbst das etwas merkwürdig anmutende Metallgehänge stört den Gesamteindruck nicht wirklich. Chapeau!

(Sound/Arrangements)

Noch heute schwärmen "Devotees" vom Soundgewand dieser Tour - zurecht! Zusammen mit Steve Lyon (Sound-Engineer), erarbeitete Alan Wilder das Klangkorsett für die Mammut-Tour (154 Konzerte). Dabei wurden viele Songs völlig neu arrangiert und hinterließen auf diese Weise einen belebenden Eindruck (FOTW). Es war definitiv die letzte Tour, die mit frischen Arrangements punktete, wogegen es in den letzten Jahren immer eintöniger wurde (PJ, ETS, IFY etc.). Was ich ebenfalls lobend erwähnen möchte, ist die tolle Synthese aus Elektro- und Analogsounds.

Wo DM heute einen auf Pseudo-Rockband machen, so waren sie bis 1993/94 noch ihren Wurzeln treu geblieben. Das Klanggerüst, welches die Band seit den frühen 80ern prägte, stand hier noch an vorderster Front. Neu hingegen war das Live gespielte Schlagzeug von Alan Wilder. Im Gegensatz zur aktuellen "Eigner-Show", verkam der damalige Drumkit-Teil allerdings nicht zum Selbstzweck, sondern wurde nur bei einigen Liedern eingesetzt: Dezent und Stilvoll. Gerade "IFY" kam durch Alans mechanisch, gespielte Beckenschläge zu ganz neuen Ehren und erhielt einen, im positiven Sinne, eisigen Anstrich. In dem Fall war weniger wirklich mehr :)

(Band)

Dave Gahan war aufgrund seiner Drogensucht extrem angeschlagen, doch auf der Bühne konnte er sich dennoch auf seine Qualitäten als Performer verlassen. Hin- und wieder fragt man sich ja schon, wie aus dem "Kurzhaar-Dave" der 80er, ein extrem tätowiert, ausgemergelter Grunge-Fan werden konnte, aber das zu erklären würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Trotz offensichtlicher Rauschzustände, fesselt mich seine damalige Performance immer noch mehr als wie sie es in der Gegenwart tut.

Martin Gore war neben Gahan ebenfalls "angezählt", litt an erhöhtem Alkoholkonsum und soll während eines Konzerts dieser Tour sogar mal kurz vor dem "Abgang" gestanden haben. Schön ist es, im Nachhinein hören zu können, wie gut er damals noch am Mikro war. Wo man heute ein grausiges "Altherren-Vibrato" ertragen muss, so stand er hier noch am Scheideweg vom alten- zum neuen Gesangsstil. Seine Beiträge sind definitiv als Highlights anzusehen und überzeugen sowohl beim Solo von "Judas", als auch den Background-Beiträgen (NLMDA etc.)

Alan Wilder - viele denken bei diesem Namen wohl an den "heimlichen" Star der Band. Er prägte den Sound zwischen 1986 und 1993 entscheidend mit. Ich bin mir sicher, das Alben wie "Masses" oder "Violator" ohne seine Mithilfe wesentlich anders geklungen hätten. Gerade die Produktion von "Devotion" wäre wohl stecken geblieben, wenn nicht wenigstens Er sich "am Riemen gerissen", und trotz Unbehagens weiter an den Songs gearbeitet hätte. Für viele Insider, allen voran Daniel Miller (Labelchef), war sein Ausscheiden im Jahr 1995 keine wirkliche Überraschung. Alan soll während der Jahre 90-93 mehr und mehr Unzufrieden über die Arbeitsverteilung innerhalb der Band gewesen sein.

Andrew Fletcher - mmmh... ist irgendwie seit Anbeginn dabei, aber wirklich sympathisch wird er mir in diesem Leben wohl nicht mehr. Man fragt sich ja doch, was er während der Konzerte eigentlich auf dem Keyboard beisteuert. Wenn man der Historie glauben schenken darf, soll er nämlich äußerst bescheidene Qualitäten als Musikant aufweisen und eher als "Buddy" von Martin Gore seinen Zweck erfüllen. Ja ich weiß, klingt womöglich nach der Pro-Alan-Fraktion aber die Wahrheit ist nun einmal, das ich "Fletch" irgendwie merkwürdig finde. Fairerweise sollte man jedoch anmerken, das er sich wohl immer um die geschäftlichen Belange der Band gekümmert hat.

DVD:

(Bild/Ton)

Geprägt waren die Corbijn-Jahre von seinem "groben" Stil. Körnige Videos zeugen von seiner Art, Promoclips visuell umzusetzen: so auch bei "Devotional". Daher sollte erwähnt werden, das es sich hierbei nicht um schlampig, archiviertes Bildmaterial handelt, sondern dieses lediglich die (so gewollte) Handschrift Corbijns trägt. Der Ton gewinnt deutlich durch das Remastering. Stimmungsvoll schweben die düsteren Klänge durchs Zimmer, während Gahans Röhre klar und deutlich zu hören ist.

(Bonusmaterial)

Üppig, üppig - wenn auch teilweise etwas lieblos. Die MTV-Rockumentary wirkt unbearbeitet (Bild) und eher reißerisch. Da fand ich die EPK zur Platte wesentlich ansprechender (The Videos 86>98+). Dave erscheint während der Interviews erschreckend zugedröhnt und präsentiert sich als Grunge-interessierter Rocker. Ingesamt eher eine Pseudo-Doku ohne wirklich interessante Details.

Wesentlich ansprechender ist da schon Anton Corbijns Monolog zur damaligen Bühne und seinen Fotos fürs Tourbook. Zwar wird man Stellenweise das Gefühl nicht los, einem berufsmüdem Lehrer zu lauschen, da seine Ausführungen ein- ums andere Mal etwas monoton wirken. Wer sich jedoch für seinen Arbeitsstil interessiert (so wie ich :), der wird an diesem Bonusfeature mit Sicherheit Gefallen finden. Ich würde sogar behaupten, das mich seine Anekdoten über Fotos und Showbühnen auf dieser, und der One-Night-In-Paris-DVD wesentlich mehr ansprechen, als die Doku über ihn selbst ("Inside Out").

Ebenfalls erwähnenswert sind die (Bonus)-Clips der Projektionen. Hier kann man sich nochmal ausgewählte Kurzfilme, die eigens für die Show gedreht wurden, zu Gemüte führen. Neben dem unterhaltsamen Hauptkonzert gibt es als "Zugabe" noch "Halo" und "Policy of Truth". Darüber hinaus werden sämtliche Promovideos der SOFAD-Ära angeboten. Von "One Caress" über die berühmten Corbijn-Clips erlebt man hier nochmal anspruchsvolle Videokunst.

F A Z I T:

"Devotional" steht für eine Band, die sich im Zenit befand und Höhen erreicht hatte, aus denen es nur noch Abwärts gehen konnte, was es ja dann auch (langsam) tat. Für Dave Gahan mag diese Phase zwar ein Mahnmal dafür sein, was der Lifestyle innerhalb des Erfolges anrichten kann, dennoch ist es in der Geschichte der Rock- und Popmusik ja oftmals so gewesen, das die "schwierigen" Zeiten oftmals zu beachtlichen Werken führten - so auch bei Depeche Mode. Im übrigen ist dieses Dokument ein gutes Beispiel für die verschiedenen (Live)-Stadien der Band. Waren die ersten zehn Jahre vom ehrgeizigen Aufstreben nach ganz oben geprägt, so zeigte die zweite Dekade eine Gruppe, die zwar im Oberhaus angekommen, aber immer noch hungrig auf Neues war. 1997 wurden Depeche Mode in gewisser Weise reanimiert und konnten auch ohne Alan mit zwei interessanten Alben punkten. Der jetzige "Herbst" offenbart jedoch das Dilemma, welches viele große Acts ereilt.

Heutzutage sind DM-Konzerte ein Happening, ein Festival der Verehrung und Huldigung. Tickets sind ab dem ersten Vorverkaufstag so gut wie vergriffen, denn die Band weiß, welchen Status sie inne hat. Auf der Bühne strahlen sie über beide Ohren und spulen ihre "Greatest-Hits-Revue" ab, während sich neuere Songs kaum in der Setlist verirren, da sie auch (leider) kaum das Zeug dazu haben. Kurzum: Für meine Begriffe sind Depeche Mode satt. Sie wurden vom eigenen Status überholt, der bis heute leider mit dazu beiträgt, das die Band in keinster Weise mehr den Biss von einst zeigen kann. Verständlich zwar, das beim heutigen Wert ihrer "Marke" keine Impulse mehr in Richtung Experimente gehen, doch irgendwie macht einen dieser Stillstand schon ein wenig nachdenklich. Das einzig positive an der Gegenwart von Depeche Mode ist vielleicht noch, das ihre Musik nicht gezielt auf die Charts ausgerichtet ist. AMEN


Halloween 4 - The Return of Michael Myers
Halloween 4 - The Return of Michael Myers
DVD ~ Donald Pleasence

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als sein Ruf, 31. Oktober 2013
Sequels sind in den meisten Fällen so überflüssig wie Durchfall. Glücklicherweise gibt es löbliche Ausnahmen, so auch bei Fortsetzungen von erfolgreichen Horrorfilmen. Michael Myers ist neben Freddy Krueger und Jason wohl der bekannteste Massenmörder einer Horrorfilm-Reihe. Ich persönlich habe mich am meisten für die "Halloween"-Serie interessiert und gerade dieser vierte (eigentlich dritte!) Teil, ist eine gelungene Fortsetzung.

STORY:

Eingangs sei erwähnt, das "Halloween 3" nicht wirklich etwas mit dem Maskenmann zu tun hatte. Erst bei DIESEM vierten Sequel wird die Story von Teil 1 und 2 weitererzählt: Sowohl Myers als auch sein Psychater Dr. Loomis haben den Brand überlebt und desweiteren hatte die, inzwischen verstorbene Laurie Strode eine Tochter namens Jamie bekommen. 10 Jahre nach den Ereignissen aus Teil 2 (in der deutschen Synchro fälschlicherweise, ein Jahr zuvor!) ist Myers nun in einer Nervenheilanstalt untergebracht und soll zu Beginn des Films verlegt werden. Keine gute Idee! Es kommt wie es kommen muss und die Überführung endet für das begleitende Ärzteteam tragisch. Hätten sie sich aber eigentlich denken können: schließlich steht Halloween kurz bevor und Myers weiß aufgrund einer Unterhaltung der Ärzte, das er eine Nichte hat - seine letzte lebende Verwandte...

DARSTELLER:

Neben dem Glücksgriff Donald Pleasence, der abermals den inzwischen etwas verschrobenen Doktor verkörpert, spielt Stuntman George P. Wilbur den mordenden Mann mit der weißen Maske. Daneben gesellt sich die Jungdarstellerin Danielle Harris (Jamie) und Ellie Cornell als deren Halbschwester Rachel. Dieser Personenkreis ist im Prinzip die Projektionsfläche, auf die sich die Handlung konzentriert. Alle Darsteller machen ihren Job gut und tragen so viel zur Atmosphäre des Films bei.

KAMERA:

Der größte Pluspunkt des Films. Für einen B-Movie hat dieser Streifen beachtliche "Blickwinkel". Er lebt geradezu von den hervorragenden Momenten, in denen die Bedrohung anschaulich gemacht wird. Sei es während der Überfahrt zu Beginn, der (Alb)traumsequenz in Jamies Zimmer oder ab dem Auftauchen Myers' in Haddonfield.

MUSIK:

In "Halloween 4" wird die Musik sehr sparsam eingesetzt. Das bekannte Theme von John Carpenter ist zwar gelegentlich zu hören, doch im Großen und Ganzen beschränkt sich der Score auf wenige Passagen, was nicht wirklich stört.

GORE-SZENEN:

Vorweg sei erwähnt, das Fans von großen Mengen Kunstblut an diesem Film keine Freude haben werden. Myers setzt das Küchenmesser sehr "sparsam" ein, doch wenn, dann sehr radikal ;) Ansonsten wirkt die Filmfigur, im Vergleich zu den Vorgängern sehr imposant und taucht wie aus dem Nichts auf. Myers scheint hin und wieder geradezu übermenschliche Kräfte zu besitzen, wenn er Beispielsweise einem seiner Opfer das Gesicht zerdrückt.

F A Z I T:

Ich würde durchaus behaupten, das sich dieser Film als einer der vorzeigbarsten Vertreter in die Halloween-Reihe einreihen kann. Er ist für einen B-Movie sehr effektiv und durchaus spannend. Natürlich umweht Michael Myers die Aura des Unbesiegbaren Monsters, doch im Gegensatz zu den eher mäßigen Fortsetzungen, spinnt dieser vierte Teil die Geschehnisse von Teil 2 geschickt weiter und wäre ein würdiger Abschluss gewesen. Leider entpuppt sich das Ende des Films aber als unglaubwürdiger Cliffhanger für die Nachfolger. Hier wäre weniger mehr gewesen, auch wenn die, durchaus überraschende Wendung den Zuschauer unvermittelt hart trifft. Sei's drum: Ungekürzt, so sollte es bei dieser ohnehin sparsamen Metzelei dann doch sein, kann der Film mit beklemmender Atmosphäre, wohlbekanntem Musikthema und überaus passablen Darstellern punkten.


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Preis: EUR 629,99

24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es war einmal, im Elektromarkt..., 17. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, wie ich vor ca. 15 Jahren durch den Saturn lief und dort fassungslos vor Riesenbildschirmen stehenblieb. Es waren noch die 90er und für damalige Verhältnisse waren diese "neuen Monster" für Ottonormal-Menschen unerschwinglich. Wenn ich mich recht erinnere, dann kosteten die Dinger ab 15.000 DM (für Unwissende: die alte deutsche Währung:) aufwärts und hatten dabei ein, aus heutiger Sicht sehr schlechtes Bild. Natürlich war die damalige Technik auch noch Lichtjahre von 3D, Smart-TV etc. entfernt. Als Spätsünder (hatte bisher noch die "gute" alte Röhre im Wohnzimmer) bin ich erst seit kurzer Zeit im Besitz eines LED-TVs und bereue den Umstieg in keiner Sekunde. Interessiert war man ja schon seit längerem: bei Vater und Bruder stand bereits einer, dieser großen Flachbildschirme und machte beispielsweise ein Fußballspiel in HD zum Erlebnis. Da musste ich bei meiner Röhre von Metz (67 cm / 3m Sitzabstand) schon beinahe ein Fernglas in die Hand nehmen :D

LG-LA-6608:

Wichtig war mir neben einem guten Bild, 3D und Smart-TV, ein günstiger Preis. Da ich bereits seit vielen Jahren Besitzer eines zuverlässigen TFT-Monitors von LG bin, sollte es auch ein Großbildschirm gleicher Marke sein. Zum Glück liegen die Preise von LG-TVs im Rahmen, und so griff ich nach kurzer Bedenkzeit (42 oder doch 47 Zoll?) zu - eine gute Idee! Nach kurzer Lieferzeit wurde der große Karton ausgepackt und mein LG strahlte mich an :) Es ist schon krass, wenn man bedenkt wie federleicht diese Dinger heute sind - mal ganz abgesehen von der "Tiefe" (3,5 cm). Als ich meinen Metz "verabschiedete", musste ich einen geschätzten Zentner wegtragen, wogegen der LG gerade einmal 17 Kg wiegt. Der Aufbau klappte reibungslos und so begrüßte mich beim ersten einschalten das LG-Logo.

(ANSCHLUSS)

Im Zeitalter der Super-Duper-TVs ist natürlich auch bei der LA-Serie alles unter einem Dach. Soll heißen: sämtliche Empfangsmöglichkeiten wie DVB-T oder -S2 sind integriert. Man braucht also KEINEN externen Receiver um in den Genuss von HD-Sendern zu kommen. Weiterer Vorteil dadurch sind natürlich auch weniger Kabelverbindungen und eine aufgeräumte Rückwand. Hier ist alles schön übersichtlich und einfach gehalten. Neben einigen HDMI-Anschlüssen gibt es u.a. USB-Ports und diverse Audioeingänge.

(SENDERSORTIERUNG)

Für einige scheint diese ein großes Defizit des LGs zu sein. Aufgrund der vielen negativen Berichte über die Kanalsortierung habe ich es mir relativ leicht gemacht, denn schließlich gibt es im Satelittenmenü nicht umsonst die Option der manuellen Suche! Wichtig ist erstmal, die beim Einschalten des TVs angezeigte Frage der automatischen Sendersuche abzulehnen! Nachdem die Antenne richtig eingerichtet ist und man ein Signal empfängt (zu erkennen an den farbigen Balken mit Prozentzahl am unteren Bildrand) nimmt man sich ein paar Minuten Zeit, besucht im Internet Seiten wie Lyngsat oder KingOfSat und notiert sich die Transponderfrequenzen (Kanalgruppen innerhalb einer Frequenz) der Sender, welche man empfangen möchte. Wieder am TV sucht man die jeweiligen Frequenzen in der Transponderliste der Astra Position 19,2. Das Ganze dauert, zumindest was die frei empfangbaren Deutschen Sender betrifft, keine halbe Stunde. Als ich damit fertig war, hatte ich insgesamt nur 230 Sender und keine 2000. Das spart natürlich jede Menge Zeit und Ärger. Kleiner Tipp: Einzelne Kanäle lassen sich zwar nicht löschen, doch wenn man die bevorzugten Sender nach der gewünschten Nummerierung sortiert hat, kann man die übrigen markieren und mit Hilfe der Überspringen-Taste ins Nirvana schicken.

(BEDIENUNG/LG-MAGIC-REMOTE)

Hatte bereits im Vorfeld gelesen, das die Standard-Fernbedienung ab der 2013er-Reihe nicht mehr dabei ist. Da ich die Magic-Remote aber schon von meinem Bruder kenne, und mir die Bedienung gefiel, war das nicht weiter schlimm. Klar, anfangs ist dieser Maus-Ersatz noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch bereits nach kurzer Zeit hat man sich an das Handling gewöhnt und weiß genau, wie man die verschiedenen Menüs und Listen findet. Dennoch sei angemerkt, das gerade ältere Menschen mit dieser Bedienung Probleme kriegen könnten. In dem Fall sollte man vielleicht doch noch den Standard-Knipser dazu bestellen.

(SMART-TV/PLEX)

Jaja, heutzutage ist die Werbung überall - selbst beim eigenen Fernseher. Das Smart-Menü ist schon etwas App-Überflutet und wirkt aufgrund dessen sehr "Kirmesmäßig". Aufgeräumt ist was anderes aber dennoch kann man sich hier relativ schnell zurecht finden. Im übrigen gibt es am unteren Rand eine Leiste, die man nach eigenem Gusto anpassen kann um die wichtigsten Apps an forderster Front zu haben!

Zum Thema Plex: die Medialink-App für Plex wird seit diesem Jahr nicht mehr von LG unterstützt. Warum das weiß wohl nur LG. Diese Plex-Oberfläche war nämlich eine wunderbare Sache für die eigene Medienbibliothek übers Netzwerk. Nichtsdestotrotz kann man den Plex-Server über Smartshare immer noch im Netzwerk finden und seine Daten auf den Schirm bringen, nur leider im gewöhnlichen "Windows"-Stil. Lediglich Ordner mit den Dateien und entsprechenden Thumbnails (Vorschaubilder) lassen sich über das >verknüpfte Gerät< ansehen/wählen). Kleiner Trost: Im Plex-Forum wird seit einigen Wochen an einer App gebastelt, von der erste Tests bereits auf aktuellen LGs laufen. So könnte man vielleicht doch bald wieder in den Genuss einer schönen und komfortablen Oberfläche kommen!

U P D A T E: 04 / 02 / 2014

Ein emsiger Tüftler hat innerhalb kürzester Zeit eine App für die 2013er-Modelle von LG entwickelt. Vorerst kann man diese Plex-App zwar "nur" per USB nutzen, doch sie funktioniert 1A und sieht dabei noch um einiges ansprechender aus als Medialink. Ich hoffe das es (von Amazon) gestattet ist, auf die Seite zu verweisen:

plex.h3consulting.net

(BILD)

Bildeinstellungen sind Geschmackssache! Ich persönlich halte nicht viel von Angaben diverse User in Foren oder auch hier bei Amazon. Ein Kontrast-Wert von 95 und mehr wäre für mich z.B. ein Unding. Mein Fernseher soll mir nicht die Augen ausbrennen und mich durch grelle Farben in den Wahnsinn treiben. Nein, hier empfiehlt es sich wirklich nach eigenem Gutdünken einzustellen. Ich hatte die "perfekte" Einstellung erst nach 5 Tagen hingekriegt, bin aber nun mehr als zufrieden. Obwohl ich ebenfalls nicht viel von TrueMotion halte, so habe ich in diesem Fall jedoch einen guten Kompromiss gefunden. Der Soap-Effekt ist kaum vorhanden, wenn man den Dejudder lediglich auf -2- stellt. So wirkt das Bild noch etwas geschmeidiger ohne das dabei dieser störende Effekt ins Auge fällt.

Was das Clouding betrifft, so bin ich jemand, der sich darüber bewusst ist, das die Technik mit Edge-LEDs nunmal hin und wieder ein paar kleine flächige Stellen heraufbeschwören kann. Seinen TV daraufhin zurückzuschicken und sich darüber zu wundern, das diese "Störungen" beim Austauschgerät wieder zu erspähen sind, läßt mich ehrlich gesagt schmunzeln. Es mag ja sein, das es schwarze Schafe, sprich Displays gibt, auf denen extremes Clouding herrscht, völlig ausschließen kann man bei dieser Technik aber eben auch nichts! Im übrigen wundert es mich bei gewissen "Experteneinstellungen" (Kontrast: 100, Beleuchtung: 80, Schärfe H/V: 50 etc.) überhaupt nicht, das der Fußball einen schwarzen Schatten wirft. Das sind völlig übertriebene Werte, die allenfalls in Elektromärkten eingestellt werden um den Leuten eventuelles Clouding zu verheimlichen.

(3D)

Der 3D-Effekt ist wirklich auf hohem Niveau! Dank der Polarisationsbrille bzw. der Passiv-Technik, muß man keine klobige Shutter-Brille tragen, sondern kann angenehm in eine neue Fernsehwelt eintauchen. Mein erster Test war ein kurzes Video, in dem mir mit einem langen Schwert vor der Nase herumgefuchtelt wurde, so das ich zurückschreckte :D

(TON)

Der Klang ist für eine so "flache Flunder" wirklich beeindruckend: durch den eingebauten Subwoofer werden die tiefen Töne sehr gut verstärkt und sorgen für einen angenehmen Klang. Bei Kinofilmen oder Konzerten sollte man natürlich eine Anlage anschließen, denn trotz meines Respekts für einen passablen TV-Ton, kommt die richtige Stimmung bei Sport (Fußball), Musik (Konzerte) und Filmhighlights natürlich nur bei entsprechender Ver-tonung/kabelung rüber. Kurzinfo: Vor meinem ersten Firmware-Update war bei einigen Sendern der Ton nicht immer Synchron zum Bild. Kaum war die neue Firmware aufgespielt, gehörte dieses Problemchen jedoch der Vergangenheit an.

F A Z I T:

Wer einen günstigen Smart-TV mit 3D, passablem Klang und fantastischem Bild haben möchte, der sollte mal einen Blick auf die LA-Reihe von LG werfen. Hier wird zu einem fairen Preis die bestmögliche Qualität geboten und diese braucht sich hinter anderen Marken nicht zwangsläufig verstecken. Noch eine Info für Leute die sich wundern, weshalb das Bild auf dem echten Display noch immer ca. 2-3 cm Rand hat: die Werbebilder sind geschönt! In Wahrheit suggeriert das Display nur in ausgeschaltetem Zustand, das es ein Rahmenloses Bild bietet. Aber was solls: immer noch ein völlig neues TV-Erlebnis, dessen Qualität Lichtjahre von der, der ersten "Monster" aus den 90ern entfernt ist - im positiven Sinne!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2014 12:32 AM CET


Queen - Rock Montreal & Live Aid [Blu-ray]
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Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Hello, Montreal", 16. September 2013
Am 24. November 1991 verstummte die Rockwelt für kurze Zeit. Freddie Mercury war im Alter von nur 45 Jahren an den Folgen von AIDS gestorben. Auf den Tag genau, exakt zehn Jahre zuvor, strotzte "Mr. Quecksilber" noch vor Energie, als er mit seiner Band Queen im Montrealer Forum auftrat...

QUEEN ROCK MONTREAL:

Lange hat es gedauert, doch seit kurzem bin ich endlich im Besitz dieses wunderbaren Konzertmitschnitts. Die Wembley-DVD steht schon seit Erscheinen in meinem Schrank und ist seitdem immer wieder gern gesehen. Dieses Konzert steht jedoch eindeutig für die zweite Queen-Phase. Die Setlist bestand bereits zum großen Teil aus den Hits ("Radio Ga Ga", "A Kind of Magic", "Friends will be Friends", "I Want to Break Free") der 80er, und nur die üblichen Verdächtigen, wie "Bohemian Rhapsody", "We Will Rock You" oder "We Are The Champions" waren aus den 70ern vertreten. An diesem Punkt kommt es darauf an, "welche Band" man lieber sehen will. Fakt ist, das Queen als Liveband immer eine Wucht waren. Freddie versprühte eine Eleganz und Energie, die noch heute ihres Gleichen sucht. Daneben formierte sich ein starkes Fundament aus Roger Taylor (Drums) und John Deacon (Bass), während das "Gitarrenorchester" Brian May, mit seiner Red-Special-Eigenbau-Gitarre die markanten Riffs und Solis beisteuerte. So gesehen, kann man mit dem Kauf der Wembley-DVD bis heute nicht viel falsch machen. Schließlich zeigten gerade diese beiden Konzerte, das die Band prallgefüllte Stadien in einen Rauschzustand versetzen konnte.

Trotzdem spricht mich das Montreal-Konzert um einiges mehr an. Ja, das fantastische Gitarrensolo von Brian war in Wembley z.B. wesentlich länger und auch gegen die riesige Kulisse im Londoner Fußballtempel, wirkt das Forum in Montreal etwas "bescheiden". Dennoch: was die Setlist angeht, so befanden sich Queen fünf Jahre zuvor an der Schnittstelle des alten und des neuen Sounds. Hier wirkte der Klang einfach noch "lebendiger", es gab Stücke, die wie Jam-Sessions klangen, verbunden mit Spielfreude pur, während man in Wembley eine eher biedere Songauswahl miterlebt. Dort klangen mir die Songs oftmals zu glatt und kalkuliert. Freddies Stimme war zwar nach wie vor Bombe, doch diese Performance reicht bei weitem nicht an die wunderschönen Versionen von "Love of my Life" , "Play the Game" oder "Somebody to Love" heran, die in Montreal wesentlich facettenreicher dargeboten wurden. Was er hier mit seiner Stimme anstellt, ist einfach nur Atemberaubend. Von geschmeidig über Falsett, bis hin zu rotzigem Gesang war alles dabei, während seine Stimme in Wembley eher auf einen kräftigen Einsatz ausgelegt war, und er die höheren Passagen meistens tief sang.

(BILD/TON)

Einen, zum damaligen Zeitpunkt (2007), 26 Jahre alten Konzertmitschnitt so hervorragend herauszuputzen, ist schon eine Leistung. Das Bild der BluRay ist in Anbetrachtet der Filmaufnahmen von 1981 ein Augenschmauß. OK, die Schärfe hätte ein wenig besser sein können aber ansonsten ist das Bild eine Augenweide. Guter Kontrast, wenig Bildrauschen und so gut wie keine Dropouts zu erkennen. So macht das Zuschauen doppelt Spaß.
Auch der Sound ist nahe an Referenz. Taylors Bassdrum wummert knackig durch den Raum und "lebt" geradezu. Mays Gitarre hört sich wunderbar an und Deacons Bass setzt im Kontext zum Schlagzeugspiel ebenfalls Akzente. Kurzum: das Zusammenspiel der Musiker ist eine Offenbarung und belohnt wird man obendrein mit einem dynamischen Klang, der passend abgemischt wurde. Selbst der (BluRay-)Ton vom kürzlich erschienenen Budapest-Konzert, reicht meiner Meinung nach nicht an diese Vorstellung heran. Dort hört sich der Gesamtklang ein wenig verwaschen an, und dröhnt mir zu stark.

(BÜHNENSHOW)

Freddie:

Ja, auch die Vorstellung der Band möchte ich an dieser Stelle erwähnen. Freddies Schnäuzer stand noch in voller Blüte :D und vor allem am Ende sieht es schon recht lustig aus, wenn er zu "Another One Bites The Dust" lediglich mit einem weißen Turnhöschen bekleidet, die Fans anheizt. Ansonsten fegt er mit einer Power über die Bühne, als gäbe es kein Morgen. Die Ausstrahlung, die dieser Mann besaß, ist für mich nach wie vor die Messlatte, an der die meisten Sänger scheitern.

Brian:

Der gelockte Gitarrist war nie der große Poser ala Malmsteen oder Page. Seine filigrane Spielweise, hätte dem wohl auch im Weg gestanden. Wenn man ihn während einiger Songs genau beobachtet, dann sieht man, welche Fingerfertigkeit er zeigen muß, um anspruchsvollen Nummern wie "Sheer Heart Attack" Leben einzuhauchen. Dennoch ist er immer gut gelaunt und tritt hin und wieder ans Publikum, welches während seinem Solobeitrag besonders verzückt ist.

John:

Er war eigentlich immer der "Stille" von Queen. Nein, man kann wirklich nicht behaupten, das dieser Bassman auf den Bühnen dieser Welt das "Livemonster" gab. Er stand schon irgendwie im Schatten der übrigen Jungs und dennoch - seinen Beitrag als Bandmitglied sollte man nicht unterschätzen. Er schrieb einige der größten Queen-Hits, und was er spielte, war immer präzise und gut.

Roger:

Der "Partytyp" erinnert gerade bei diesem Montreal-Konzert oftmals an "Animal" aus der Muppet-Show. Nein, er hat keine roten Haare und sieht eher aus wie ein Sunnyboy, aber wie er auf die Felle drischt, das ist schon beeindruckend. Vor allem sein Solo stellt ein kleines Highlight des Konzerts da. Hier merkt man die Leidenschaft und Professionalität, mit der er sich problemlos in den Kreis, der besten Rockschlagzeuger einreihen konnte.

(LIVE AID)

Den legendären Auftritt beim Benefiz-Konzert von Bob Geldof, habe ich bereits seit vielen Jahren, als ich mir das komplette Boxset kaufte. Leider macht das Bild auf der BluRay-Ausgabe keine Fortschritte. Aufgrund von vielen Funkwellen beim damaligen Rockspektakel, flimmern sehr oft Streifen durchs Bild und bieten auf diese Weise einen gewissen Retrotouch. Die Tonqualität ist ebenfalls weit von der, des herrlichen Hauptkonzerts entfernt. Ansonsten braucht man hier nicht viele Worte verlieren. Was Freddie betrifft, so gehörte das Publikum ihm allein: wie die Menge hier mitgeht, das ist kaum zu beschreiben. Am ehesten konnten wohl noch U2 in diese Nähe kommen. Kurzweilige 25 Minuten, eines historischen Auftritts!

F A Z I T:

Musikalisch gesehen gab es von Queen zwei Phasen: die Musik der 70er, welche von Hardrock, Bombast, Falsettgesang und bei einigen Songs (Lazing on a Sunday Afternoon, Seaside Rendevouz) sogar von schräger Stummfilmmusik geprägt war.

Die 80er waren dann eher auf Radiotauglichkeit ausgelegt. Synthies wurden mehr und mehr in die Musik eingeführt und gaben Hits wie "Radio Ga Ga" und "I Want to Break Free" den entsprechenden Klang.

Auch ich kann nicht abstreiten, das in dieser Periode etliche große Hymnen geschrieben wurden und dennoch: gerade bei diesem Montreal-Konzert ist vor allem der Livesound noch wesentlich erdiger gewesen. Hier spielte eine der besten Bands überhaupt in tollem Ambiente, eine furiose Mischung aus sanften und ruppigen Songs, die noch ziemlich weit entfernt waren, vom süßlich, anmutenden "Popsound" der folgenden Jahre. Die BluRay besticht mit fantastisch, restauriertem Bild und Ton. Wo man bei Wembley und Budapest eine Menschenmenge in Stadien wahrnimmt, so ist es in Montreal ein wesentlich kleineres Publikum. Positiv erwähnt sei allerdings, das diese Fans dank der guten Abmischung auch oft zu hören sind, was wirkliches Livefeeling aufkommen läßt. Beim Budapest-Konzert hingegen, sind die Zuschauer leider kaum zu hören...und zu sehen. Dort wirkt der Auftritt teilweise (!), als hätte er vor leeren Rängen stattgefunden, da die Kameras während des ohnehin bei Dunkelheit gefilmten Auftritts viel seltener auf die Massen im Stadion halten. Montreal ist dagegen richtig Hell, und gut ausgeleuchtet. Die Lichteffekte bestechen ebenso, wie die ohnehin grandiose Bühnenshow der Band. Prädikat: Wertvoll


Logitech C270 USB HD Webcam
Logitech C270 USB HD Webcam
Wird angeboten von Savetec GmbH
Preis: EUR 20,80

5.0 von 5 Sternen Gute Einsteiger-Cam zum fairen Preis, 8. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Webcams interessierten mich lange Zeit nicht. Verbunden waren sie für mich immer mit schlechter Qualität von verpixelt, stotternden Bildern und schlechtem, asynchronen Ton. "Dank" der unsäglichen YouTube-Videos von unzähligen Selbstdarstellern wurde mir über die Jahre jedoch bewusst, das sich die Technik verbessert hatte. Dann vor einiger Zeit, konnte ich mich mehr und mehr mit dem Gedanken anfreunden, mir selbst eine Webcam anzuschaffen.Welche soll es denn sein? Ich schwankte zwischen der Microsoft-LifeCam-HD-3000 und dem Model von Logitech, für das ich mich letztlich entschied und es nicht bereue.

L O G I T E C H C270 HD:

(DESIGN/BEFESTIGUNG/KABEL)

Abgerundete Kanten heben das Aussehen aus dem Einheitsbrei vieler Webcams heraus. Die Optik ist als durchaus gelungen zu bezeichnen und punktet mit (dunkelgrauer) Klavierlackfront. Dieser Glanzeffekt mag nicht jedem gefallen, aber auf mich wirkt er sehr ansprechend.

Die Befestigung an TFT-Monitoren sollte keine größeren Probleme darstellen. Ich selbst war etwas skeptisch, da in vielen Rezensionen auf eine sehr schlechte bzw. wackelige Halterung hingewiesen wurde. Zugegeben: Bei einem Röhrenmonitor wird man an dieser Befestigung mit Sicherheit keine Freude haben, da die Halterung nun mal für Flachbildschirme konzipiert wurde. Hier sollte es jedoch kein Hindernis darstellen, einen guten Halt hinzukriegen. Die Cam hat einen beweglichen "Arm" der an der Rückseite fixiert wird, während die Kante an der Vorderseite über die Oberkante des Monitors gesteckt wird. Das Ganze hält bei mir wunderbar, ohne jegliches wackeln.

Größere Sorge bereitete mir im Vorfeld eher die Kritik an dem viel zu kurzen USB-Kabel, das mit 1,50 m bemessen ist. Da mein TFT ziemlich weit oben auf dem Computertisch platziert ist, war ich skeptisch ob es bis zur Rückseite, meines am Boden stehenden PCs reichen würde. In diesem Fall konnte ich jedoch ebenfalls erleichtert sein: das Kabel reichte und spannte nicht einmal. Ich kann es jedoch nachvollziehen, das einige darüber die Nase rümpfen, denn es hätten auch ruhig 2,00-2,50 m sein dürfen.

(INSTALLATION)

Ich scheine eine neuere Version der Webcam zu haben, da im Karton keine CD zu erspähen war. So steckte ich das USB-Kabel einfach in eine freie Buchse und kaum war der PC hochgefahren, installierte/n sich der/die Treiber von ganz alleine. Etwas problematisch war dann allerdings die Installation der Aufnahmesoftware, da man diese seperat über die Logitech-Webseite runterladen musste. Das war ansich kein Problem, da man dort die neuesten Downloads für das entsprechende Model findet. Allerdings wird im Setup-Menü keine Möglichkeit geboten, nur die Software bzw. Treiber zu installieren. So wurden mir, neben der eigentlichen Programmsoftware, auch wieder Treiber installiert. Das führte zu einem Fehler während des Installationsvorgangs, dennoch wurde bis zum Ende installiert. Ich startete das Programm und war im ersten Moment begeistert vom sauberen Bild. Was mir jedoch auffiel war, dass das Bild nur im 4:3-Standard (800x600) dargestellt wurde. Die Option: Widescreen, war nicht vorhanden und ich begann zu rätseln ob dies mit dem Fehler während der Installation zu tun haben könnte.

Schließlich durchforstete ich das Internet nach einer Lösung und lud mir die Logitech-Vid-HD-Software herunter. Leider wurde mir nach der Installation jedoch angezeigt, dass die Unterstützung für dieses Programm Mitte des Jahres eingestellt wurde. "Toll", dachte ich im stillen und dennoch hatte ich eine Idee. Im Programmordner der Vid-Software waren, ähnlich wie bei der eigentlichen Webcam-Software, diverse Codecs (.dll) aufgelistet. Auf einmal entdeckte ich H.264-Codecs, welche im anderen Programmordner gänzlich fehlten und kopierte diese einfach in diesen. Kaum hatte ich die Webcam-Software abermals gestartet, sah ich auf einmal die Widescreen-Option und bekam umgehend ein 16:9 (1280x720) angezeigt. Ergänzend würde ich jedoch behaupten, das auf einer unaufgeräumten Festplatte (wie meiner :) so viele Treiber herumschwirren können, das solch ein Problem nicht der Regel entsprechen muß...

(BILD/TON)

Ein Grund, weswegen ich mich für die Logitech entschied, war die RightLight-Technik, die sich den Lichtverhältnissen anpasst und ein hervorragendes Bild liefert. Daneben gibt es die Option der automatischen Gesichtserkennung, welche sich eben auf die Lage des Gesichts konzentriert und dementsprechend den Winkel der Linse verändert. Ein netter Zusatz den ich allerdings deaktiviert habe, da es im Normalfall vollkommen reicht, die Bildlage optimal auf den Sitzplatz einzustellen. Vor allem am Tag ist das Bild sehr gelungen und überzeugt mit flüssigen Bewegungen und guter Schärfe. Lediglich am Abend tritt in schlecht ausgeleuchteten Räumen ein Bildrauschen auf, welches bei guten Lichtquellen jedoch umgehend beseitigt wird.

Beim Ton gibt es ebenfalls einen echten Trumpf: die RightSound-Technik. Hier wird störendes Hintergrundrauschen herausgefiltert und bietet auf diese Weise eine effektive und wunderbare Sprachqualität. Deaktiviert man diese Option, hört man sofort kleinste Nebengeräusche wie den Lüfter des PCs.

F A Z I T:

Selbstverständlich haben wir es hier mit einem Einsteigergerät zu tun, welches nun mal keine Qualität von diversen Profigeräten aufweisen kann. Bedenkt man aber, was man hier für gut 20 Euro serviert bekommt, dann kann man sich über ein fantastisches Preisleistungsverhältnis freuen. Wer Ansprüche hat, die im Bereich von Digitalkameras oder Profi-Webcams liegen, der sollte von vorne rein mehr Geld investieren. Alle diejenigen, welche in erster Linie eine Möglichkeit suchen um Videochats (Skype etc.) führen zu können, sollten aber mehr als zufrieden gestellt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass das Gegenüber dann ebenfalls eine C270 besitzt, damit man auch Spaß am Chat hat. :)


Dark Side of the Moon
Dark Side of the Moon
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 22,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Pink Floyd den Gipfel erreichten..., 27. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Dark Side of the Moon (Audio CD)
Wenn ich einem Album fünf Sterne gebe, dann erfüllt es meistens drei Dinge: tolle Produktion, tolle Musik (Text) und Zeitlosigkeit. Eine eher untergeordnete Rolle spielt meines Erachtens der Verkaufserfolg, denn wenn es danach ginge, müsste ich als Pink-Floyd-Liebhaber ebenfalls ein Riesenfan von "The Wall" sein - was nicht wirklich der Fall ist.

DARK SIDE OF THE MOON

Speak To Me/Breathe:

Aus dem Fade-In pocht ein Herz immer lauter und daneben sind bereits die markanten Zutaten einiger Songs zu hören (Registrierkasse, Kommentare etc.), ehe mit "Breathe" ein entspannter Einstand folgt. Das Album beginnt in der Tat zu atmen, und so swingt Nick Masons Schlagzeug neben der Steel-Guitar von David Gilmour, während im Hintergrund Richard Wrights Keyboard schwebt, und Roger Waters behutsam den Bass bedient.

On The Run:

Es wird Finster. Eine Synthietonfolge übernimmt die Regie, und schon bald kommt man sich vor wie auf der Geisterbahn. Simulierte Flugzeuge jagen von links nach rechts durch die Boxen, während fieses Gelächter und gespenstische Effekte erklingen. Am Ende sind noch die Schritte eines Menschen zu hören, der, ebenfalls in Stereo, von A nach B läuft.

Time/Breathe (Reprise):

Man kommt sich vor wie im Uhrenladen, wenn man das Ticken all der Zeitmesser wahrnimmt. Auf einmal ein markerschütternder Lärm, denn die volle Stunde hat geschlagen und alle Uhren geben ein "Konzert", ehe der eigentliche Song beginnt. Vor allem das Intro von "Time" nimmt einen gefangen und fasziniert bis heute - zuerst mit dem Lärm der ganzen "Wecker", und dann mit dem musikalischen Einstieg. Gilmour trägt rotzig seinen Text vor, bevor er seine Strat hart anpackt und die schrillsten Töne hervorbringt. In gewisser Weise ist "Time" der erste Wachmacher, denn die Band ist in absoluter Spiellaune und groovt sich geschlossen durch den Song, ehe man gegen Ende wunderbar umschaltet und nochmal bei "Breathe" vorbeischaut.

The Great Gig in the Sky:

Traurige Klavierklänge leiten das Epos ein, welches Clare Torrys Stimme prägte. Sie wechselt von orgiastischen Höhen zu den tiefsten Tälern, während Gilmour sanft die Steel-Guitar streichelt und Wrights Klavier die Führung übernimmt. Ein aufregendes Stück, dessen Haltbarkeit noch lange nicht überschritten ist.

Money:

Die Single von "Dark Side". Um die Plattenverkäufe (vor allem) in den USA anzukurbeln, wurde "Money" quasi DER Werbejingle des Albums. Am Anfang hört man, wie jemand Papier zerreißt und auch eine Registrierkasse ist zu erkennen. Alsbald wird all das wieder und wieder abgerufen, und so wird man Zeuge der ersten Loops im Musikgeschäft. Pink Floyd leisteten mit diesem Stück Pionierarbeit, und beeinflussten unzählige Musiker auf der ganzen Welt. Es würde "Money" allerdings nicht gerecht werden, wenn man es nur auf das markante Intro reduziert. Vielmehr macht der ausgefallene 7/4-Takt den Reiz des Liedes aus, bei dem Roger Waters mit dem unvergänglichen Basslauf den Ton angibt.

Im weiteren Verlauf schlägt Dick Parrys (Gastmusiker) große Stunde, wenn er sein Saxophon auspackt und die wildesten Laute aus dem Hut zaubert. Gilmours Strat war für die höchsten Solis garnicht in der Lage, weswegen der Gitarrist eine andere Klampfe nehmen musste. Thematisch geht es um die Gier nach Geld und Macht, welche in der heutigen Zeit (leider) aktueller denn je ist. Sieht man sich die ganzen Bonzen im Fernseher an, denkt man unweigerlich an diesen tollen Song, der gleichzeitig einer der wohl bekanntesten Floyd-Songs ist.

Us and Them:

Der "Ohrenschmeichler" ist vielleicht der einzigste Song des Albums, der etwas zu glatt rüberkommt. Ursprünglich setzte Richard Wright die Melodie bereits für den Soundtrack des Films "Zabriskie Point" ein. Auf "Dark Side" bekam sie eine größere Rolle mit Text. Die Echos der Gesangsbeiträge versinken im Nirgendwo und im Refrain wird alles ganz Opulent. Parrys Saxophon regt zum entspannen an und steht dem Song ausgezeichnet, doch trotz der bezaubernden Melodie und dem ansprechenden Text, hätten ein paar "Ecken und Kanten" nicht geschadet.

Any Colour You Like:

Das einzig rein Instrumentale Stück, welches schon bald in einem Sturm von Keyboardsounds versinkt. Ich persönlich mag den Song sehr gerne, vor allem Gilmours abgehackte Gitarrenbeiträge im Mittelteil, ehe es nahtlos in den nächsten Titel übergeht.

Brain Damage:

Zu tieftraurig und geheimnisvoll wirkender Musik übernimmt Roger Waters hier erstmals den Hauptgesang, der perfekt zum nachdenklichen Text passt, ehe das fiese Gelächter wieder da ist und das Finale einleitet.

Eclipse:

Beim nahtlosen Übergang hört man erneut Waters Stimme. Umgeben von souligen Backgroundchören wird nochmal großes Kino erzeugt, bis am Ende wieder das pochende Herz zu hören ist, welches langsam im Fade-Out verschwindet.

(SOUND)

Ich weiß nicht, wie viele Neuauflagen es seit erscheinen des Albums gab, aber es waren eine ganze Menge. Immer wieder liest man die verschiedensten Kommentare: dort heißt es, die MFSL-Version klänge am besten, da sind es die SACD-Ausgabe oder die Experience-Edition. Ich persönlich habe die Remastered-Version aus dem Jahr 1994, mit derren Klang ich zufrieden bin. Im übrigen birgen die Auflagen jüngeren Datums immer die Gefahr, das trotz all des entfernten Rauschens die Dynamik auf der Strecke bleibt. Schon allein aufgrund dessen, sollte man hier versuchen den besten Kompromiss zu finden, da die Musik von Pink Floyd wie kaum eine andere für "Breitwandsound" steht, der angemessen auf die jeweiligen Tonträger verewigt werden sollte. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal an die Personen erinnern, welche für den glasklaren Sound und die lauschige Atmosphäre mitverantwortlich waren: Alan Parsons und Chris Thomas (Produktion).

F A Z I T:

Vielleicht ist dieses Album in erster Linie was für Melancholiker, die ständig ihre Gedanken kreisen lassen und durch die passende Musik ein Lächeln ins Gesicht gezaubert kriegen. Die Texte sind Lichtjahre vom ersten Knutschfleck oder ähnlichen Themen aus den Charts von Gestern und Heute entfernt. Bei "Dark Side" geht es in erster Linie um die Spezies Mensch. Es geht viel mehr um die Ängste und Sehnsüchte, das Leben und den Tod. Ich finde, das Roger Waters ein großes Lob dafür gebührt, sich mit der allgemeinen Sinnfrage des "Mensch-Seins" auseinandergesetzt zu haben, und sie musikalisch zu verarbeiten.

Soundmäßig war die Platte weit entfernt von den Psychedelic-Wurzeln, welche Syd Barrett im "Summer-Of-Love" 1967 gepflanzt hatte. Er wurde schließlich eine tragische Figur des 60er-Rock, nicht weil er wie viele andere (Jimi Hendrix, Janis Joplin, Brian Jones, Jim Morrison) das zeitliche gesegnet hätte, sondern nach einem Trip (LSD) zuviel, in eine "andere Welt" abdriftete, bis er im Jahr 2006 starb. Seine Ex-Kollegen waren seit den frühen 70ern eine Prog-Rock-Band geworden und bis zur Veröffentlichung von "Dark Side" mehr Geheimtipp denn Superstars. Danach gab es allerdings kein Halten mehr und aufgrund des riesigen Erfolgs der Platte, wurde sie neben dem Segen auch irgendwie ein Fluch für die Band. Natürlich hat es ein Album mit so durchschlagendem Erfolg schwer, in ansprechender Weise gewürdigt zu werden, denn in den meisten Fällen ist die Verpackung ja heute wichtiger als der Inhalt.

Die Musik der 70er war geprägt von Disco, Glam/Hardrock und Punk. Floyd waren in meinen Augen so etwas wie die Hüter von Anspruch und Qualität. Sie nahmen einen mit in ferne Welten und erschufen fremdartige Klänge, die weit entfernt vom Prog-Rock ala Yes angesiedelt waren. Auch wenn es unbestreitbar ist, das alle Floyd-Mitglieder ihr Handwerk verstanden, so verkam ihre Musik dennoch nie zum virtuosen Selbstzweck. Darüber hinaus wurde die Psyche des Menschen angesprochen, ob nun im Bereich des Lebens als solches (DSOTM) oder eben als bissige Anklage (Animals). Roger Waters scheint vor allem in den 70ern eine zerrissene Persönlichkeit gewesen zu sein, bei all dem, was er mit seiner Band auf die Beine stellte. Er soll sich nach dem Aufstieg mit "Dark Side" die Frage gestellt haben, ob die Gruppe nun nicht alles gesagt hätte, was zu sagen war. Heute weiß man natürlich, das weitere Alben ("Wish You Were Here", "Animals", "The Wall") folgten, ehe die Band zerbrach. Der Deckmantel "Pink Floyd", unter dem die verbliebenen Mitglieder seit den 80ern noch drei Alben veröffentlichten, hat für mich nicht mehr viel mit der Strahlkraft von einst zu tun. 1973 hatten Pink Floyd jedoch den Gipfel erreicht, und bis sie sich wieder auf den Rückweg machten, sollten noch weitere Großtaten folgen.


Black Celebration
Black Celebration
Wird angeboten von die_schallplatte-hsk Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 49,99

5.0 von 5 Sternen Die "Grufti"-Phase, 26. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Black Celebration (Audio CD)
VORWORT:

Vorschlaghämmer, in schwarzes Leder gehüllt und immer ernstere Blicke: Das waren Depeche Mode im Jahr 1986. Nach dem ersten großen Erfolg mit "Some Great Reward", fand die britische Band um Frontman Dave Gahan ihren Look. Hinzu kam die Beteiligung von Anton Corbijn, einem holländischen Fotografen, der mit Bildern von Joy Division anfing und sich über die Jahre einen guten Ruf erarbeitete. Das führte soweit, das er sich auch als Regisseur von Musikvideos einen Namen machte. Da er für das "A Question Of Time"-Video die Möglichkeit bekam, zum ersten Mal in Amerika zu drehen, willigte er ein und ließ Depeche Mode in einem verlassenen Haus darauf warten, das ihnen ein Motorradfahrer jede Menge Babys vorbeibringt. OK, trotz des netten visuellen Stils, war die Handlung des Clips ein wenig merkwürdig, doch immerhin führte es dazu, das Corbijn seit diesem Jahr eine wichtige Person im DM-Kosmos wurde...

BLACK CELEBRATION:

Neben Corbijn war es vor allem die Produktion des neuen Albums, welche der Band eine neue Richtung wies. Jeder bekam seine Rolle im Studio und erfüllte sie mit Tatendrang: während Martin L. Gore von nun an sämtliche Texte schrieb, brachten Dave Gahan und Andrew Fletcher Ideen für Samples ein. Alan Wilder wuchs hingegen immer mehr zum Soundtüftler heran, der, zusammen mit Produzent Gareth Jones und Labelchef Daniel Miller den Klang der Platte formte. Das Resultat markierte ein wichtiges Kapitel der Bandgeschichte. Im Gegensatz zum Vorgänger, der bisweilen noch zwischen verschiedenen Themen und Klängen schwankte, hatte man mit "Black Celebration" am Ende ein rabenschwarzes Konzeptalbum erschaffen.

Bereits der gleichnamige Titelsong begrüßt den Hörer mit einem dumpfen Klang wie aus dem Gewölbekeller, ehe Dave Gahan anfängt zu singen. "Fly on the Windscreen" knüpft nahtlos an, und sorgt mit seinen hypnotischen Drumbeats und dem eisigen Synthieklang für Gänsehaut. Nach diesen zwei "Monstern" folgt mit dem melancholischen "A Question of Lust", die erste Ballade. Gore steuert sowohl bei dieser, als auch bei den folgenden Nummern "Sometimes" und "It doesn't Matter Two" seinen Gesang bei. Nach einem schrägen Intro kommt auch Gahan wieder zum Zuge, und unterstützt mit seinem dunklen Bariton "A Question of Time", ehe das gesampelte Anlassen eines Porsches den Weg für "Stripped" ebnet. Vor allem die wunderschöne Melodie macht den Song bis heute zu etwas besonderem, obwohl er tempomäßig eher gemächlich rüberkommt. Dafür hämmert die Drumaschine gnadenlos den Rhytmus, was den Song aufregend macht.

Das Ticken einer Uhr entführt den Hörer in die Midtempo-Nummer "Here is a House", die mit einem starken Gerüst aus Bassline und Keyboardsounds ausgestattet ist. "World Full of Nothing", eine der für mich schönsten Gore-Balladen, folgt im Anschluss und berührt mit intensivem Text und traurigem Klang, ehe es zum Endspurt kommt. "Dressed in Black" klingt genauso schwarz, wie es der Titel vermuten lässt: Gahans Stimme wirkt gerade bei diesem Stück um Lichtjahre reifer, als wie man es nach seinen eher bescheidenen Anfängen auf den Alben "Speak & Spell" und "A Broken Frame" hätte erwarten können. Verabschiedet wird man schließlich mit dem starren "New Dress", welches sehr kühl und monoton wirkt, allerdings im positiven Sinn. Martin L. Gore ließ Jahre später verlauten es zu bereuen, den Text geschrieben zu haben, da er Lady Di in diesem den Vorwurf machte, ihre neuesten Kleider zu präsentieren, während um sie herum das Land im Chaos versinkt. All das war lange bevor Gore von ihrer Wohltätigkeitsarbeit erfuhr.

F A Z I T:

"Black Celebration" zelebriert im wahrsten Sinne des Wortes die Dunkelheit. Texte über Liebe, Verlust und das Leben als solches werden thematisiert. Hinzu gesellt sich ein bitterer Soundtrack, der auch im Jahre 2013 noch immer ziemlich unverbraucht klingt und nach wie vor fesselt. Das ich Konzeptalben sehr schätze, mag meiner Zuneigung für dieses Werk in die Karten spielen. Im Endeffekt ist es aber wohl einfach auch die Qualität, welche dieses Album so interessant macht.

Geteilter Meinung könnte man unter Umständen über den Sound sein. Es hallt doch sehr während der "Messe", vor allem bei Stücken wie "Sometimes" oder der Eröffnung mit "Black Celebration". Andererseits ist dieser hallige Grundanstrich wohl auch als Stilmittel eingesetzt worden, da ich mit Sicherheit etwas befremdet sein würde, wenn ich die Scheibe ohne diese ganzen Zischlaute und hallenden Echos hören müsste. Der einzige Song, mit dessen Refrain ich bis heute nicht warm geworden bin ist, "A Question of Lust". Letztendlich bedeutet dies jedoch keinen Punktabzug, da es eben nur kleine Stücke eines großen Kuchens sind, der einfach zu gut schmeckt, als das man sich an einzelnen Krümeln stören müsste.

Mit "Construction Time Again" fingen DM für mich zu atmen an. "Some Great Reward" waren dann so etwas wie die ersten Schritte, und spätestens mit ihrem fünften Werk "Black Celebration" war die Band erwachsen geworden. Die heute antiquiert wirkenden Alben, "Speak & Spell" und "A Broken Frame" hatten nichts mehr mit der Band gemein, die nun ihren Stil gefunden hatte. Sowohl vom optischen, als auch vom musikalischen Standpunkt aus betrachtet, waren Depeche Mode 1986 am Anfang ihrer Blütezeit. Trotz neuerer Einflüsse auf Scheiben wie "Music for the Masses", "Violator" und "SOFAD", war ein Grundrezept gefunden worden, welches die Ohren erfreute und dennoch weit entfernt vom Massengeschmack angesiedelt war. Ich persönlich kann es durchaus nachvollziehen, wenn die zahlreichen Fans von DM auch heute noch glücklich zu den "schwarzen Messen" (Konzerten) pilgern, dennoch bin ich der Meinung, das ihre Qualität auf Albumlänge seit "Playing the Angel" aufgebraucht ist. Sei's drum: Selbst wenn mich die aktuelle Musik von DM nicht mehr zu Begeisterungsstürmen veranlasst, so kann ich dennoch mit großem Interesse die neueste Biographie über sie lesen, und auch gewisse Alben werde ich immer wieder gerne hören :)


A Kind of Magic
A Kind of Magic
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Preis: EUR 9,48

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Queen im Sound der 80er, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: A Kind of Magic (Audio CD)
VORWORT:

Grundsätzlich bin ich ein Fan von Musik aus den 80ern. Gerade Bands wie Depeche Mode oder Frankie Goes to Hollywood bereicherten die Popszene mit außergewöhnlichen Elektroklängen, die Mitte der 70er entstanden und nun auch in den Hitparaden integriert wurden. Daneben gab es unzählige One-Hit-Wonder, die trotz ihrer, bis heute langlebigen Songs, so schnell gingen, wie sie gekommen waren. In dieser schnelllebigen Popszene konnten nur die wenigsten Bands dauerhaft Fuß fassen. Was macht nun aber eine Band, die wie keine andere für bombastischen Hardrock mit Falsettgesang ("Bohemian Rhapsody", "Killer Queen", "Keep Yourself Alive") und bezaubernden Ausreißern ("Bring Back That Leroy Brown", "Seaside Rendevouz") steht?

Sie passt sich an! Im Falle von Queen ist dies jedoch ein zweischneidiges Schwert. Bis zu ihrem Album "The Game", war der typische Sound weitgehend erhalten geblieben, doch bereits mit dem grausigen "Hot Space" (1982) war zu erkennen, das sich die Band uneins über ihre musikalische Ausrichtung war. Der Nachfolger "The Works" war, kommerziell gesehen zwar wieder ein großer Wurf und bescherte der Band Hits ("Radio Ga Ga", "I Want to Break Free"), doch ihr Sound hatte sich hörbar gewandelt. Brian Mays Gitarre wurde teilweise durch Synthies gejagt und daneben wirkte die Rhytmusgruppe (Taylor, Deacon) allzu poppig. Queen hatten in den 80ern, trotz anhaltenden Erfolges etwas eingebüßt - ihre musikalischen Wurzeln. Textlich konnte vor allem Freddie Mercury nach wie vor punkten, doch in musikalischer Hinsicht waren die Alben als Ganzes keine Glanzlichter mehr.

A KIND OF MAGIC:

Im Zuge ihrer Mitarbeit an Russell Mulcahys Film "Highlander", entstanden die meisten Songs der folgenden Platte. Mit "A Kind of Magic", "Who Wants to Live Forever", "One Vision" und "Princes of the Universe" warf das Album viele Singlehits ab. Allerdings ließen die übrigen Songs, mit Ausnahme von "Friends will be Friends" und dem positiv garstigen "Gimme the Prize" zu wünschen übrig.

Bei "One Year of Love" gibt Freddie am Mikro zwar alles, doch die schwülstigen Streicher lassen das Ganze doch ziemlich kitschig erscheinen. Im Gegensatz dazu harmonieren diese Streichensembles, für die Filmkomponist Michael Kamen verantwortlich war, auf "Who Wants to Live Forever" wunderbar und wirken in Verbindung mit den rockigen Klängen sehr stimmig. Der Sound auf "Pain is so Close to Pleasure" kommt dagegen sehr "billig" rüber und, wenn es einen Song gibt, der erkennen läßt, in welchem Jahrzehnt er entstand, dann wohl dieses fade Stück.

"Don't Lose Your Head" beginnt interessant und finster, ehe im Mittelteil wieder ein wenig zu sehr Richtung "Ohrenschmeichler" geschwenkt wird. Ein tröstlicher Abschluss wird am Ende mit "Princes of the Universe" präsentiert, welcher diesmal gekonnt zwischen hartem Rock und schwungvoller Halbzeit pendelt. Die Bonustracks stehen bei meiner Beurteilung nicht zur Debatte, da sie erst auf den späteren CD-Versionen erschienen.

F A Z I T:

Wo soll man anfangen? David Bowie, Pink Floyd, The Clash - das alles waren Bands und Künstler die in den 80ern viel von ihrer künstlerischen Qualität einbüßten, da es nun mal ein Jahrzehnt war, das wie bereits erwähnt, aus Eintagsfliegen, Stadionrock und Plastikpop bestand. Wer hier nicht mitzog hatte, erfolgsmäßig verloren oder büßte viel von seinen musikalischen Wurzeln ein. Wer weiß, ob es Queen bis zu Freddies Tod im Jahre 1991 überhaupt noch gegeben hätte, wenn sie ihrem 70er-Stil treu geblieben wären. Wahrscheinlich nicht, und dennoch ist es im Rückblick schon ein wenig bedauerlich, das ihre Blütezeit von einer Reihe poppiger Hits der 80er abgelöst wurde.

Erfolgsmäßig waren Queen aufgrund ihrer Anpassung in den 80er-Olymp aufgestiegen und füllten ganze Stadien. Ihr großer Pluspunkt war natürlich, das sie eine der besten Livebands schlechthin waren und, vor allem dank Freddies Charisma, für immer einen Platz in den Herzen der meisten Rockfans haben werden. Dennoch, auch wenn man Alben wie "The Works", "The Miracle" oder eben "A Kind of Magic" heute noch hören kann, erscheint es dann doch etwas merkwürdig, das es sich um die gleiche Band handelt, die einst mit vertrackten Kunstwerken wie "A Night at the Opera", "A Day at the Races" oder garstigem Hardrock ("Sheer Heart Attack") von sich reden machte.

Immerhin: Mit "Innuendo" bezauberten Queen, in Freddies Todesjahr nochmal mit einem gelungenen Spätwerk, welches, bis auf wenige Ausnahmen einen versöhnlichen Abschluss bildete, und die künstlerisch schwache 80er-Phase etwas vergessen läßt.


The House
The House
Preis: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen Ein Popjuwel mit Abwechslung, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The House (Audio CD)
VORWORT:

Es war 2004, als ich im Radio auf eine wunderschöne Stimme aufmerksam wurde, die traurig klang und "The Closest Thing to Crazy" ausdrucksstark veredelte. Diese Single war das erste (musikalische) Lebenszeichen, welches ich von der britischen Sängerin mit georgischen Wurzeln wahrnahm. Ich fand ihre Stimme so angenehm "bodenständig": kein Geschrei oder winselndes Gehauche, wie bei manch einer ihrer Kolleginnen. Hin und wieder hörte ich im Radio neuere Songs, z.B. "Spider's Web" oder "Nine Million Bicycles", die mir ebenfalls gefielen. Dann bekam ich eines Tages die Gelegenheit, mir all ihre Alben bis einschließlich "Pictures" anzuhören, und war etwas enttäuscht. Auf Albumlänge wirkten ihre bisherigen Werke auf mich irgendwie nicht stimmig. Zwar durchaus mit vereinzelt tollen Stücken, aber als Ganzes etwas langatmig im Stil...

THE HOUSE:

Eines der wenigen Alben, in das ich mich beim ersten Hören verliebte. Was ich bei Katie Melua bisher vermisste, war hier im vollen Umfang enthalten: aufwendig produzierter Pop, der sich zu ihren zerbrechlichen Balladen gesellte und vor allem - Abwechslung. Manche bemängeln, das Katies Stimme auf ihrem vierten Studioalbum durch die teils üppige Produktion ins Hintertreffen gerät, doch dem kann ich nicht ganz folgen. Endlich hört man eine Vielzahl von Facetten, die auf ihren drei Vorgängern weitgehend ausgeklammert wurden.

Die Stile sind erfrischend abwechslungsreich, egal ob beim russisch angehauchten "A Moment Of Madness", dem schwülen Blues von "The One I Love Is Gone" und "God On The Drums, Devil On The Bass" oder der bittersüßen Leichtigkeit von "Red Balloons". Besonders angetan haben es mir die bombastisch, produzierten Songs "The Flood" und "A Happy Place", während denen Katies Stimme zwar durchaus etwas kämpfen muss um sich durchzusetzen, doch gerade solche Stücke machen den Reiz dieses Albums aus. Daneben gibt auch die eher einfach gehalten Sounds, welche an die Vorgänger erinnern ("I'd love To Kill You", "No Fear Of Heights"), sich jedoch wunderbar ins Gesamtpaket einfügen. Herrlich entspannt wird es bei "Plague Of Love", ehe gegen Ende der 45 stimmigen Minuten noch das elektronische "Twisted" punktet, bevor das bewegende "The House" den Abschluss bildet.

F A Z I T:

Grundsätzlich bin ich kein Fan davon, wenn Sänger/innen sich irgendeinen bekannten Produzenten ins Boot holen, um ihren Sound zu verändern. Mike Batt prägte Meluas Stil auf den ersten Werken, doch wie bereits erwähnt - mir fehlte etwas auf diesen Platten. Es waren Lücken, die mit William Orbit geschlossen wurden. Er ist ja bekannt für seine düster, atmosphärischen Elektroklänge, welche er bereits bei Madonnas "Ray of Light" oder den Sugababes einbrachte. Ich würde behaupten, das es Katies Musik bereichert hat diesen Weg zu gehen, denn schließlich hat sie ihre Wurzeln nicht völlig begraben, sondern lediglich um eine gewisse Popnote bereichert, die jedoch nur sparsam eingesetzt wird und kein Übergewicht bekommt.

Darüber hinaus beteiligte sich ein ebenfalls bekannter Mann an dem Album: Guy Chambers. Er war als Songwriter für den Erfolg der ersten vier Robbie-Williams-Alben maßgeblich mitverantwortlich. Diese Qualitäten fließen auch auf "The House" ein, was man an der melancholischen Note und so manchem Text erkennt. Ein besonderes Lob geht auch an die hervorragende Band. Egal ob Streicher, Gitarren oder Akkordeon: hier gibt es eine Vielzahl von Instrumenten, die immer stimmig sind und die bezaubernden Melodien begleiten. Hin und wieder ziehen sich einige Titel ein wenig in die Länge ("Red Balloons", "Tiny Alien"), was auf Albumlänge zwar nicht weiter stört, doch trotzdem kann ich mich irgendwie nicht zur vollen Punktzahl hinreißen lassen. Als Resümee würde ich jedoch anmerken, das ich nicht unbedingt alles von Katie Melua auf CD haben muß - bis auf THE HOUSE :)


Noel Gallagher's High Flying Birds
Noel Gallagher's High Flying Birds
Preis: EUR 8,97

4.0 von 5 Sternen Der "große" Bruder hat es einfach drauf, 16. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Noel Gallagher's High Flying Birds (Audio CD)
VORWORT:

Mitte der 90er wurde ich auf eine Band aufmerksam, die erfrischend altmodisch klang. Raue Gitarren mit schönen Melodien und rotzigem Gesang. "Live Forever" und "Whatever" waren die ersten Songs, die ich von Oasis wahrnahm. Das alles in einer Zeit, die musikalisch gesehen nicht mein Ding war. Auf der einen Seite wurde man seit längerem mit Eurodance zugedröhnt, während auf der anderen, depressiver Grunge die Vormachtstellung inne hatte. Ich hingegen hatte gerade damit angefangen, die ersten Akkorde auf der Gitarre zu üben und interessierte mich eher für Queen, Jimi Hendrix oder Aerosmith. Durch Oasis wurde ich auf Britpop aufmerksam und stellte fest, das auch etwas für meinen Geschmack in den Charts lief. Erst viel später wurde mir klar, das Oasis im Prinzip nur ein Abziehbild des Sounds der Beatles waren, welchem Noel Gallagher durch verzerrte Gitarren, heulende Amps und Ohrwurmmelodien, einen neuen Anstrich verpasste.

Was ich an den Herren von Oasis immer ätzend fand, war ihre pöpelnde Rüpelmentalität gegenüber anderen Bands. Vorallem ihr "Auftritt" bei den Brit-Awards 1996, während Michael Hutchence von Liam und Noel rund gemacht wurde, ist für mich noch immer der peinlichste Moment ihrer Karriere. Zugegeben: ich mag INXS sehr gerne und halte den verstorbenen "Hutch" nach wie vor für einen der besten Sänger im Rockbiz, doch auch wenn es sich um jemand anderen gehandelt hätte - absolut überflüssige Selbstdarstellung. Wahrscheinlich machte aber eben jenes Prollgehabe einen Teil ihrer Popularität aus, ehe Liam Gallagher gegen Ende 2009 die Auflösung bekannt gab. Das Verhältnis der beiden Brüder war ja nie das Beste und nun war die Musikpresse gespannt darauf, welcher Solopfad glücken würde. Während Liam mit dem Rest von Oasis eine Band namens Beady Eye gründete, stellte sich Noel ein komplett neues Ensemble zusammen und nannte das Ganze schlicht, Noel Gallaghers High Flying Birds...

NOEL GALLAGHERS HIGH FLYING BIRDS:

Bereits beim Opener "Everybodys On The Run" hört man, welcher Gallagher bei Oasis die Hosen an hatte und für den Klang verantwortlich war. Ein toller Einstieg mit netten Chören, ehe es nahtlos mit "Dream On" weitergeht, einem echten Volltreffer, der vor allem mit seinem straffen Beat fesselt. "If I Had a Gun" und "The Death Of You and Me" schließen ein rundum gelungenes Eröffnungsquartett ab, das Noels erstem Solopfad eine klare Berechtigung gibt.

"(I Wanna Live In A Dream In My) Record Machine" ist dann einer dieser typischen "Noel-Schmachtfetzen", wie man sie auch bei Oasis oftmals gehört hat. Ganz nett aber auch nicht überragend. Das gleiche gilt für "AKA...What A Life!", einem ebenfalls unterhaltsamen Stück, das in einem ruppigen Stampfbeat daherkommt aber trotz allem ein wenig farblos wirkt.

Erst mit den "traurigen" Bläsern von "Soldier Boys And Jesus Freaks", bei dem man augenblicklich an die Kinks denkt, wird an das hohe Anfangsniveau angeknüpft, welches auch mit "Aka... Broken Arrow" gehalten werden kann. "(Stranded On) The Wrong Beach" ist dann wieder so ein knochentrockener Britpoper, der durchaus gefällt und sehr kurzweilig ist. Als Abschluss beschert uns Noel noch eine echte Perle: "Stop the Clocks" entstand während der "Don't-Believe-the-Truth"-Sessions, und sollte ursprünglich mit auf die Platte. Schön, das es nun auf Noels erstem Solowerk einen gelungenen Abschluss bildet und, im Gegensatz zu "(I Wanna Live In A Dream In My) Record Machine", die bessere Ballade darstellt.

F A Z I T:

Was soll man sagen? Mit "High Flying Birds" beweist Noel Gallagher seine Qualität als Songschreiber. Mal rumpelnd, mal Soft und immer wieder durchzogen von Verweisen auf die Rockgeschichte. Im Prinzip ein ähnliches Rezept, welches auch bei Oasis funktionierte. Etwas schade ist es allerdings, das die Brillanz der ersten Hälfte nicht über die gesamte Spieldauer gehalten werden kann. Dennoch: wo Bruder Liam mit den Ex-Oasis-Mitgliedern unter neuem Namen eher 08/15 Britpop serviert, bekommt man von Noel eine schöne Ansammlung von Stücken, die trotz einiger Schwächen überzeugen können. Großes Manko: in Sachen Soundqualität, reiht sich diese Scheibe leider in den Kreis des Loudness War ein. Ein DR-Wert von 5 ist alles andere als schmeichelhaft, denn er bestätigt die starke Komprimierung von an sich, toller Musik. Dynamik sollte man nicht mit Lautheit verwechseln, von welcher man auf diesem Album mal wieder "eindrucksvoll" erschlagen wird. Also eine bittere Pille für alle, die Wert auf guten Klang legen aber auch, wenn ich auf diesen "Schmutzfleck" hinweisen wollte, so bewerte ich letztlich nur die Musik als solche.

Das Album ist sehr kurzweilig und macht Spaß, egal ob mit den Dixie-Bläsern auf "The Death Of You and Me" oder dem romantischen Teil bei "Stop the Clocks". Weniger als 4 Sterne wären ungerecht, denn auch wenn Noel Gallagher ein alter Hase ist, so ist es ja nicht automatisch ein Selbstläufer in Sachen Erfolg. Ich würde mich definitiv darüber freuen, wenn weitere Soloalben von ihm erscheinen.


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