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Rezensionen verfasst von
Mr. "Rullep" (Seelscheid)

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Chasing Yesterday (Deluxe Edition)
Chasing Yesterday (Deluxe Edition)
Wird angeboten von Side Two
Preis: EUR 13,85

10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein zäher Nachfolger mit Lichtblicken..., 27. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Chasing Yesterday (Deluxe Edition) (Audio CD)
Zu allererst möchte ich an dieser Stelle die Frage in den Raum stellen, ob dieser Nachfolger von gleicher Qualität, als wie das sehr gelungene (Solo)-Debut "High Flying Birds" ist? Nun, ich würde sagen: Nein!

CHASING YESTERDAY:

Ich versuche meine Erkenntnis zu begründen, und dass ist nicht einfach, denn auch auf Chasing Yesterday findet man einige Perlen. Noel Gallagher produzierte es im Alleingang, während er beim Debut noch Unterstützung hatte. Das alleine würde ich jedoch nicht unbedingt als Manko anführen. Es ist vielmehr das Gesamtpaket, welches mich nicht wirklich überzeugt. Das Album klingt mir als Ganzes einfach zu orientierungslos. Wo der Erstling, bis auf wenige Ausnahmen, mit einem Grundanstrich punktete, der irgendwie an einen Western-Soundtrack erinnerte und (fast) durchweg charmante Stücke enthielt, denkt man bei den meisten Songs auf Chasing Yesterday eher an das altbekannte Metier des Britpop-Barden. Soll heißen: Das erfrischend, ungewöhnliche Feeling vom Debut, weicht beim Nachfolger dem Altbewährten. Ohne Frage: Noel Gallagher hat ein Gespür für Hymnen und Retrosounds aus den Sixties. Dennoch gefällt mir sein erster Solopfad um einiges besser.

RIVERMAN:
Der Opener erinnert sofort an seine Ex-Band, denn auch wenn die nölende Stimme des Bruders fehlt, so sehr ähneln Gitarre und Beat an das berüchtigte "Wonderwall". Noel meinte in einem Promointerview, das "Riverman" für ihn eines der besten Stücke sei, die er je geschrieben hat. Naja, textlich soll das Jeder selbst entscheiden, doch musikalisch empfinde ich den Song nur als mittelmäßig. Er zieht sich (neben dem ohnehin nicht besonders gelungenen Refrain) ein wenig in die Länge, wobei die, von Noel als "Space-Jazz" bezeichneten Zwischenspiele mit Saxofon (Pink Floyd, anno 1975 ;-) durchaus eine interessante Note hineinbringen.

IN THE HEAT OF THE MOMENT:
Jetzt rockt es! Das zweite Lied ist ein überzeugendes, denn hier geht wirklich die Post ab. Diese ganzen "Na na na's" geben dem Stück etwas sympathisches und daneben weiß auch die Melodie zu gefallen.

THE GIRL WITH X-RAY EYES:
Für mich ganz klar ein Höhepunkt der Platte. Gallagher läßt es mit tollen Bassläufen grooven, obwohl es sich beim dritten Song vielmehr um eine Ballade handelt. Ein richtig schönes Stück Musik, das von seiner Qualität her aber leider eine Ausnahme auf dem Album darstellt.

LOCK ALL THE DOORS:
Tja, hier mag es zwar ordentlich rumpeln, doch gerade dieses Stück erinnert mich viel zu stark an jene Oasis-Songs, mit denen ich bis heute nicht warm geworden bin: Die überproduzierten, mit gefühlten hundert Gitarren im Hintergrund :-( Auch die Melodie bleibt trotz mehrerer Durchläufe relativ belanglos und austauschbar.

THE DYING OF THE LIGHT / THE RIGHT STUFF / WHILE THE SONG REMAINS THE SAME:
Nun verliert das Album deutlich an Fahrt, zumindest was das Tempo betrifft. Fairerweise möchte ich jedoch auf das atmospärisch dichte "The Dying Of The Light" hinweisen, welches mit Sicherheit zu den stärksten Songs der Platte zählt und etwas Besonders mitbringt. Das von Gallagher im Vorfeld gepriesene "The Right Stuff" wiederum, ist für mich nichts weiter als eine passable B-Seite. Es hat zwar eine durchaus relaxte (Lounge)-Stimmung, zieht sich dafür aber erneut unnötig in die Länge. "While The Song Remains The Same" kann im Gegensatz dazu wieder punkten. Ein schöner Song, der verträumt daherkommt und ein wenig traurig klingt.

THE MEXICAN:
Einen wüsten "Rocker" findet man schließlich an achter Stelle. Staubtrocken "furzen" Drums, Gitarre und Bass hier einen Gute-Laune-Song, der im Ohr bleibt.

YOU KNOW WE CAN'T GO BACK:
Langsam nähern wir uns dem Endspurt. Dieser wird durch "You Know We Can't Go Back" eingeleitet, das über ein Boom-Tschak-Schlagzeug verfügt und ebenfalls eine nette Stimmung erzeugt. Leider haben wir es aber auch Hier wieder mit einem eher unspektakulären Refrain zu tun, der nicht besonders fesselt.

BALLAD OF THE MIGHTY I:
Wow! Da ist es, das Prachtstück der Scheibe. Noel hebt sich das Beste bis zum Schluß auf, und, zumindest ich frage mich: "Warum denn nicht gleich so?" Neben "The Girl With X-Ray Eyes", ist dieser Schlusstrack für mich das Tüpfelchen auf dem I. Egal ob Stimmung, Sound oder Melodie: Hier stimmt einfach alles, wobei die Delays von Noels Stimme wohl im besonderen herausstechen. Daneben spielte Johnny Marr als Gastmusiker auf diesem Song die Gitarre ein. Ein wunderbares Lied, das immer weiter wächst: Nur hätte man sich das auch für die meisten, der übrigen Stücke gewünscht...

F A Z I T:

Ich wollte keine Schnellschuss-Rezi schreiben, und habe mir das Album aus diesem Grunde etliche Male angehört ehe ich mir sicher war, ein Urteil fällen zu können. Dieses fällt mit drei Sternen (Nicht Schlecht) nicht ganz so gut aus, als wie für Noels Debut vor vier Jahren. Am Ende stören mich auf CHASING YESTERDAY vor allem drei Dinge:

(1) Zum einen geht mir Gallagher mit der mehrfachen Rückbesinnung in Sachen Britpop bzw. Oasis-Sound, auf Nummer zu sicher. Gerade der weitgehende Verzicht auf all diese Zutaten, machte sein Debutalbum doch so erfrischend anders und ungewöhnlich.

(2) Zweitens empfinde ich die Songreihenfolge als nicht besonders gelungen, denn auch wenn sich die ersten vier Songs ganz gut ergänzen, so sehr schläft die Stimmung durch den gemächlichen Mittelteil (Tracks 5+6) ein. Erst gegen Ende zieht Noel das Tempo dann langsam wieder an, und kann nochmals überraschen.

(3) Außer den paar, von mir gepriesenen Stücken, bleibt der Rest an Songs zu einem großen Teil erschreckend blass. Das Debut war gespickt mit kleinen Hymnen, die sich in kürzester Zeit im Ohr festgesetzt hatten. Auf CHASING YESTERDAY sucht man diese Lieder (bis auf die wenigen Ausnahmen) leider vergeblich.

Dafür, das Noel mehrere dutzend Songs im Schrank gehabt haben soll, scheint seine Auswahl für dieses Werk zu überwiegendem Teil nicht optimal gewesen zu sein. Alles in allem liefert Gallagher mit diesem Nachfolger nur ein durchschnittliches Album ab, welches bei weitem nicht an die Strahlkraft des unterhaltsamen Debuts heranreicht. Vor allem Track 3, 7 und 10 setzen den tollen Weg des Erstlings fort, und zeigen, wohin die Reise hätte gehen können. Ansonsten gelingt es Gallagher jedoch kaum, mit Qualität zu punkten. Ich würde zwar nicht behaupten, das er dieses Album halbherzig angegangen ist, doch so manche Klänge verweisen unüberhörbar auf die alten Tugenden (Oasis etc.), auf welche er im Jahr 2011 noch wunderbar verzichten und dennoch überzeugen konnte. (DIESE REZENSION BEZIEHT SICH AUF DIE STANDARD-EDITION)
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 6, 2015 4:04 PM MEST


Kings & Queens of the Underground
Kings & Queens of the Underground
Preis: EUR 13,98

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsames Spätwerk des Edelpunks, 28. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Kings & Queens of the Underground (Audio CD)
"Devil's Playground", sein letztes Werk aus dem Jahr 2005 war zwar ein wüstes Rumpelding, doch auf mich persönlich wirkte es ein wenig zu gewollt auf schroff produziert. Nun also, nach knapp zehn Jahren der Nachfolger...

KINGS AND QUEENS OF THE UNDERGROUND:

Musikalisch gesehen bleibt sich William Michael Albert Broad, so sein bürgerlicher Name, auch auf seinem siebten Studioalbum treu. Dabei unterscheidet sich die Platte in einem Punkt aber doch von den Alben seiner Frühphase: Es wirkt entspannter und, in gewisser Weise: Reifer! Die ruhigen Stücke überwiegen und dennoch oder gerade deshalb, macht es Spaß, sich dieses "Alterswerk" anzuhören. Selbstredend, das Idol das Rad der Musik nicht neu erfinden kann und wird. Nein, in einigen Songs zitiert er sich in gewisser Weise selbst, blickt dabei jedoch auch selbstkritisch auf seine wilde Zeit zurück. Parallel dazu, erinnern so manche Songstrukturen (Postcards From The Past) an die Hits (Rebel Yell) vergangener Tage. Die ruhigeren Stücke scheinen dagegen eine große Angriffsfläche zu bieten. Die Kritiker mögen Diese als einfallslos oder gar Schlager betrachten, was ich jedoch nicht wirklich verstehen kann. Ohne direkte Vergleiche anstellen zu wollen: "Sweet Sixteen" aus dem Album Whiplash Smile (1986), war ja nun auch nicht gerade eine Rocksau ;-)

Zugegeben: Auf die soften Töne scheint Billy Idol in der Gegenwart wesentlich mehr Wert zu legen als Früher, aber wäre es nicht auch ein wenig peinlich, wenn er pausenlos den rockenden Jungspund geben würde? Auch wenn mancher Fan von Arrangements in Songs wie "Ghosts In My Guitar" abgeschreckt sein mag: Lieder wie "Nothing To Fear" oder "Love And Glory" klingen hörbar gereift. Im Kontext dazu stehen Rocker wie "Can't Break Me Down" oder der garstige Abschluss mit "Whiskey And Pills".

F A Z I T:

Vorwerfen könnte man Mr. Idol auf seinem aktuellen Werk allenfalls die klangliche Wiederverwertung alter Songs, da manche Stücke doch sehr an die großen Hits erinnern - vor allem durch die (brillante) Gitarrenarbeit von Steve Stevens! Insgesamt gesehen, macht das Album aber einen äußerst positiven Eindruck. Es überzeugt mich vor allem durch die relaxte Stimmung, welche von den Balladen repräsentiert wird, wogegen die fetzigen Rocksongs jene Nostalgie von Früher heraufbeschwören, die auch im Hier und Jetzt noch einen Platz hat. Nein, KINGS AND QUEENS OF THE UNDERGROUND erfindet das Rad der Musik wahrlich nicht neu und mag so manchen Fan auf eine harte Probe stellen, dennoch macht mir das zuhören Spaß und ich gebe der Platte aus diesem Grund vier Sterne ;-)


Joe Cocker: Fire It Up - Live [Blu-ray]
Joe Cocker: Fire It Up - Live [Blu-ray]
DVD ~ Joe Cocker
Preis: EUR 9,34

24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der letzte Vorhang, 23. Dezember 2014
Schon ein wenig seltsam, was in Sachen Musik im Dezember 2014 passierte. Am 21.12. stirbt mit Udo Jürgens zunächst einer der populärsten deutschsprachigen Entertainer. OK, er war bereits 80 Jahre alt, die man ihm allerdings kaum ansah und schließlich war er auch inmitten einer weiteren Tournee. Einen Tag später dann die Nachricht vom Tode Joe Cockers, einem Rocksänger, den ich (Jahrgang '80) Mitte der 80er Jahre übers TV kennenlernte, als er sein großes Comeback hatte. Im Laufe seiner Karriere durchlebte er des öfteren die Schattenseiten der Branche und vor allem die 70er überlebte er aufgrund seines Alkoholkonsums, wohl nur knapp. Der Schmusehit "Up Where We Belong", verhalf ihm dann in den frühen 80ern zu einem Comeback. Ich persönlich mochte jedoch vor allem seine frühen Songs. Ähnlich wie beim "King", Elvis Presley, schrieb Cocker selten eigene Stücke sondern interpretierte Texte fremder Autoren. Daneben coverte er Lieder bekannter Bands und machte sie durch seine unvergleichliche Stimme zu etwas besonderem. "With A Little Help From My Friends" ist wohl auf immer DER Song, welchen ich sofort mit Joe Cocker verbinden werde, obwohl er ursprünglich von den Beatles geschrieben- und eingespielt wurde. Bei aller Liebe zum "Sgt. Peppers"-Album, aber was ist schon der bescheidene Gesang von Ringo Starr, verglichen mit der souligen Röhre eines Cocker? Ich liebe dieses Lied, bei dem übrigens Jimmy Page von Led Zeppelin die Gitarre spielte.

FIRE IT UP (LlVE)

Gewundert hatte ich mich schon: Die Köln- bzw. Lanxessarena gilt ja nicht gerade als Akustikwunder, denn auch wenn bereits etliche nahmhafte Künstler Station im "Henkelmännchen" gemacht haben, so gab es, meiner Kenntnis nach, bisher keine nennenswerten Livemitschnitte aus dieser Location auf DVD oder Bluray zu erwerben. Aufgrund dessen, könnte man an dieser Stelle natürlich schon sehr reserviert an diesen Auftritt herangehen, zumindest was den Ton betrifft. Weiteres dazu im Abschnitt >Ton...

(SHOW)

Neben professionellen Sessionmusikern steht kurz nach dem Intro ein betagter Sänger auf der Bühne. Ganz in Schwarz gekleidet, was schon fast prophetisch wirkt :-( ,gibt die einmalige Soulstimme des Rock nochmal alles was möglich ist. Ich hatte bereits vor Cockers Tod mit dem Gedanken gespielt, diesen Auftritt zu rezensieren. Einige Rezensenten auf der amerikanischen Amazon-Seite kritisierten z.B. den Wegfall des "Hohen C's". Der Mann war zum Zeitpunkt dieses Abends (April 2013) aber bereits 68 Jahre alt, und das in dieser Lebensphase nicht mehr der Saft und die Kraft eines 30-jährigen zum Vorschein kommt, dürfte nicht wirklich verwundern! Ja, die hohen Töne schaffte Cocker an diesem Abend in Köln nur selten, dennoch war seine Darbietung immer noch beeindruckend und stimmsicher. Die Musiker im Hintergrund überzeugten ebenfalls: Ob nun der ebenfalls schon etwas reifere Herr an den Drums, die vorzügliche Bassistin oder die Keyboarder an Hammondorgel und Piano. Daneben gibt es einen Allrounder an Saxophon, Akkordeon und Bluesharp, und den ebenfalls überzeugenden Gitarristen mit stimmigen Solis und guter Rhythmusarbeit. Die beiden Backgroundsängerinnen machen ihre Sache ebenfalls gut: Sie "stützen" Cocker bei manch hohen Passagen und animieren das Kölner Publikum, wo sie nur können. Bei "You Can Leave Your Hat On" sind sie darüber hinaus in reizvollem Outfit zu sehen ;-) Die Show selbst beschränkt sich zum Großteil auf die Darbietung der Songs. Wer also ein Effektspektakel mit Pyrotechnik oder Plaudereien mit den Fans erwartet, der wird in die Röhre kucken.

(BILD)

Saubere Arbeit, "Herr Schnittmeister". Die Macher dieser Aufzeichnung haben vor allem beim Bildschnitt Wert auf Qualität gelegt, denn das Zuschauen macht in diesem Fall wirklich Spaß: Weder Wackelkameras, noch Schnitte im Sekundentakt. Die Blickwinkel sind mit Bedacht gewählt und bieten deshalb ein richtig gutes Livefeeling. Immer wieder wird durch die große Halle geschwenkt und das Publikum mit einbezogen. So sollte es im Prinzip immer sein, doch leider geht es bei den meisten Konzert-DVDs bzw. Blurays der heutigen Zeit nicht ohne die erwähnten Schnittmassaker. Das Bildformat ist leider ein wenig über 16:9, so das am oberen und unteren Bildrand ein (kleiner) Balken zu sehen ist. Wirklich stören tut mich dieser Umstand jedoch nicht. Das Bild ist sauber, bietet genug Schärfe und auch der Kontrast ist gelungen. Im Vergleich zu Konzerten anderer Künstler, mag dieser Mitschnitt auf der "Blauen" zwar ein wenig abfallen, doch wirklich bemängeln, kann ich hier nicht viel.

(TON)

Trotz der Risiken, die mit der Raumakustik in der Lanxess-Arena verbunden sind, kann man hier nur den Hut ziehen. Als völlig gelungen würde ich die Vertonung zwar nicht bezeichnen, doch ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, einem Klangbrei zu lauschen. Das (klangliche) Zusammenspiel der Musiker ist zu einem großen Teil gelungen. Die Drums pumpen ordentlich, das Klavier und die Stimmen von Cocker und den beiden Damen sind ebenfalls gut abgemischt worden. Defizite gibt es laut meiner Ohren eher in Sachen: Bass und Gitarre. Zwar hört man die Klasse Performance, doch insgesamt ist der Klang an dieser Stelle recht unspektakulär und etwas zu sehr im Hintergrund. Darüber hinaus hat man bei vollem Einsatz der Band hin und wieder den Eindruck, als wenn der Ton ein wenig zu undifferenziert ist. Damit meine ich, das der Sound bei weitem nicht so gut aufgelöst ist, wie bei anderen Konzerten, wo trotz kraftvollem Bass immer noch alle Facetten gut herausgehört werden können. Wie Eingangs erwähnt habe ich jedoch schon wesentlich schlechtere Audioqualität zu Ohren bekommen ;-)

F A Z I T:

Ein Großer ist gegangen: Schade, das man mit dieser Aufzeichnung zum letzten Mal die Möglichkeit hat, Joe Cocker Live zu erleben. Gut ein Jahr vor seinem Tod, ist dieser Mitschnitt in gewisser Weise ein Vermächtnis und bleibt...im Gedächtnis! Fans von Tanzeinlagen, Effektspektakel und rauem Rock, werden mit diesem Konzert wohl weniger glücklich sein. Ich für meinen Teil habe in meiner Sammlung aber auch ein Plätzchen für gediegenen- bzw. etwas glatteren Rock mit einer Portion Soul. Ein Hoch auf den alten Joe, und möge er in Frieden ruhen...


Europa
Europa
Wird angeboten von marvelio-germany
Preis: EUR 7,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Retroalbum mit großer Stimme, 19. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Europa (Audio CD)
Wirklich schön, das ich eine meiner absoluten Lieblingsstimmen im Pop -und Rockbiz nach all den Jahren wieder hören kann. Holly Johnson scheint es trotz seiner langjährigen HIV-Infektion (ca. 23 Jahre) immer noch sehr gut zu gehen. Stimmlich ist er nämlich nach wie vor eine Wucht. Was also kann man nach seinem letzten regulären Album, welches vor 15 Jahren erschien, erwarten? Nun, wer sich nach FGTH-Sound sehnt, welcher vor allem durch Trevor Horns fette Produktion geprägt war, ist bei EUROPA an der falschen Adresse. Ehrlich gesagt wäre ein reines nachäffen der alten Hits ja auch nicht gerade einfallsreich. Allerdings ist das Album auch weit entfernt vom Klang der gegenwärtigen Popmusik. Nach dem ersten Durchlauf wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte. Die Freude über starke Balladen in Verbindung mit der Rückkehr einer grandiosen Stimme war zwar groß, doch bei den flotteren Stücken hielt sich meine Begeisterung in Grenzen.

Im Großen und Ganzen ist Europa ein Retroalbum, welches musikalisch an die frühen 90er erinnert. Die Klänge der Drummachine versetzten mich zurück in eine Zeit, die im Hier und Jetzt doch ziemlich angestaubt klingt. Damit meine ich die (sehr) einfach gehaltenen Rhythmen und Basslines, welche auf Dauer ziemlich monoton wirken: "Follow Your Heart" ist ein Paradebeispiel. Grundsätzlich ein durchaus stimmiger Song, der aber gut und gerne zwei Minuten kürzer hätte sein dürfen. Immer wieder wird der Refrain zum Besten gegeben und zieht das Lied damit in die Länge. Die Arrangements sind jedoch eher bescheiden und so wechseln sich Strophen und Refrain immer wieder ab - ohne echte Überraschung. "In & Out Of Love" folgt im Anschluss und gefällt mir ausgesprochen gut. Schöne Melodie, die den durchweg glatten Sound in diesem Fall übertrumpfen kann. "Heaven's Eyes" ist dann lupenreiner Synthiepop, der zwar durchaus Laune macht aber bereits aufzeigt, dass so mancher Song auf diesem Album ziemlich altbacken klingt. Im Kontext dazu, können ruhige Stücke wie "So Much It Hurts" jedoch überzeugen, da hier immer wieder eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen wird, welche tanzbare Songs wie "Dancing With No Fear" kaum aufweisen. Der Titeltrack "Europa" ist dann die kurze (und einzige) Reminiszenz an den alten "Frankie"-Sound, da das Stück sehr bombastisch wirkt und an jene Zeit erinnert, in der Johnsons Ex-Band zum Exportschlager wurde - ein starker Song. "Glorious" macht ebenfalls Laune, wobei man auch in diesem Fall Meilenweit von zeitgemäßen Klängen entfernt ist und die paar "La La La's" ein wenig einfallslos wirken. "Hold On Tight" ist für mich das mit Abstand schwächste Stück und erinnert an den Pet-Shop-Boys-Sound der mittleren 90er. Der Endspurt sagt mir ebenfalls nicht besonders zu, und dennoch enttäuscht die Scheibe als Ganzes nicht wirklich.

F A Z I T:

Ich weiß nicht ob es ein Kompliment ist, wenn ich behaupte, das man Europa wunderbar im Hintergrund laufen lassen kann. Es langweilt keineswegs und ist auch keine Fahrstuhlmusik, aber umhauen tut es mich auch nicht. Die Nostalgie, welche ich mit dieser grandiosen Stimme in Verbindung bringe, könnte wohl leicht dazu führen, das ich der Scheibe bedenkenlos eine 4-Sterne-Wertung gebe. Das werde ich in dem Fall aber nicht tun. Ein "Nicht Schlecht" (3-Sterne) kommt meinem Fazit wohl am nächsten. Holly Johnson beweist, das er stimmlich noch immer in hervorragender Verfassung ist, doch zumindest die Hälfte der Platte klingt mir einfach zu verstaubt. Mit ein wenig Synthiepop und Beats aus den 90ern, die teilweise an den berüchtigten "Eurodance" oder Bands wie Ace of Base erinnern, kann man Heutzutage niemanden mehr beeindrucken. Vor allem der eindimensionale Drumsound wirkt an vielen Stellen sehr statisch und verliert sich bei den schnellen Stücken in Monotonie. Da klingt der "Frankie"-Verweis bei "Europa" schon fast wie ein positives ausbrechen. Natürlich erwartet man von Johnson kein künstlerisch anspruchsvolles Album, doch in Sachen: Zeitgemäße Popmusik, hinkt die Scheibe weit hinterher. Alles in allem ein nettes Lebenszeichen von Holly Johnson, das auf Albumlänge jedoch zu brav und altmodisch bleibt um wirklich fesseln zu können.


Bob Dylan - 30th Anniversary Concert Celebration [Blu-ray] [Deluxe Edition]
Bob Dylan - 30th Anniversary Concert Celebration [Blu-ray] [Deluxe Edition]
DVD ~ Bob Dylan
Preis: EUR 12,11

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen (Fast) Stimmiger Tribut an einen großen Poeten, 21. Oktober 2014
Nur wenige Musiker haben einen solch enormen Einfluss auf die Lyrik der Rockgeschichte gehabt als wie Bob Dylan. Der Barde, welcher in den 50ern mit Folk anfing und sich ab Mitte der 60er "verstärkt" dem Rock zuwandte, prägte mit seinen Songs über Liebe, Frieden und Ungerechtigkeit mehrere Generationen von Musikern. Ich selbst (Jahrgang:'80) habe Dylan, wie wohl viele andere Spätgeborene erst durch die unzähligen Coverversionen anderer Künstler kennengelernt. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich an dieser Stelle alle aufzählen würde: Joan Baez, Eric Clapton, Guns n' Roses, The Byrds, Johnny Cash und Jimi Hendrix gehören aber mit Sicherheit zu den bekanntesten Vertretern. Eingestehen möchte ich allerdings, das ich von Dylan selbst, nur wenige Stücke mag. Dazu gehören, der eher einfach gehaltene Klassiker, "Blowin'in the Wind", sowie "Like a Rolling Stone", "Subterranean Homesick Blues", "Lay Lady Lay", das wundervolle "Hurricane" und diverse Songs seines Spätwerks ab den 90ern. Textlich hat er eigentlich von jeher geglänzt, doch was mir an ihm als Musiker zu überwiegendem Teil übel aufstößt, ist nun mal seine knarzige Stimme...

30TH ANNIVERSARY (Madison Square Garden, NYC)

Allein die Gästeliste, im Herbst des Jahres 1992 war beeindruckend: Neil Young, Eric Clapton, Ron Wood, Chrissie Hynde, The O'Jays, Eddie Vedder, Johnny Cash und June Carter Cash, Lou Reed, The Clancy Brothers, Richie Havens, Johnny Winter, Roger McGuinn, Tom Petty & The Heartbreakers, Stevie Wonder, Willie Nelson, Kris Kristofferson, Sinéad O'Connor, Tracy Chapman, George Harrison, George Thorogood, Sophie B. Hawkins...

Selten hatte man bis zu diesem Zeitpunkt eine solch große Scharr von Ausnahmemusikern an einem Ort gesehen: Von "Woodstock" (1969) und Charity-Konzerten wie "Concert for Bangladesh" (1971) oder "Live Aid" (1985) einmal abgesehen. Geprägt war dieser harmonische Abend darüber hinaus vom Publikum, (vereinzelt) grandiosen Coverversionen und Bob Dylan himself, der meine stimmlichen Vorbehalte an diesem Abend leider voll und ganz bestätigte.

(SHOW)

Wow, hier wird so einiges geboten! Die für mich beste Vorstellung gab Richie Havens (R.I.P.) mit seiner einmaligen Interpretation von "Just Like A Woman" ab. Allein mit seiner Akustikgitarre (die er perkussiv einsetzt) erzeugt er wahre Gänsehautmomente. Dicht gefolgt von Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder, der mit beeindruckender Röhre und Ausdruck überzeugen kann. Zugegeben: Stevie Wonders Version von "Blowin'in the Wind" ist mir persönlich zu kitschig und sein SingSang zu ausufernd, aber es kann ja schließlich nicht alles gefallen ;-) Daneben findet man tolle Vorstellungen von Tracy Chapman, Willie Nelson, Johnny Winter (R.I.P.), Eric Clapton und Neil Young. Zum Endspurt kündigt George Harrison (R.I.P.) einen Freund an, der sich - natürlich als Bob Dylan herausstellt. Musikalisch ist er, mit Ausnahme abgehackter Outros, überzeugend. Stimmlich dagegen ist es ziemlich schwere Kost, die man hier serviert bekommt. Er ist ja für sein Genuschel bekannt, aber bei dieser Vorstellung "singt" und quarkt er so undeutlich, das man hin und wieder den Eindruck bekommt, er habe einen Frosch verschluckt :-(

Der Bühnenaufbau ist bescheiden und wird dem Anlass dadurch mehr als gerecht. Hier gibt es weder Feuerwerk- noch riesige Videowalls oder ähnliches. Die Musik Bob Dylans ist an diesem Abend der Star. Die Beleuchtung passt sich der Stimmung des gerade dargebotenen Songs an und trägt auf diese Weise ebenfalls zur gelungenen Atmosphäre bei. Ebenso wie das Produktionsteam, welches zur damaligen Zeit anscheinend noch mehr Wert auf Qualität gelegt hat. Die Schnitte sind angenehm sparsam und vermitteln dadurch einen überaus positiven Eindruck.

AUFTRITT VON SINEAD O'CONNOR

Nicht das Hier Missverständnisse aufkommen: Außer dem, von Prince geschriebenem Schmachtfetzen, "Nothing Compares 2 U" und dem wunderschönen Duett mit Peter Gabriel, "Blood of Eden", hat mich die Musik der glatzköpfigen Irin bis heute weitgehend kalt gelassen. Bin also Grundsätzlich kein Fan oder Fürsprecher der Sängerin! Relativ geschockt war ich dennoch von ihrem Auftritt, bzw. dem Publikum! Bis zu diesem Zeitpunkt trug die Menge nämlich erheblich zur tollen Atmosphäre im Madison Square Garden bei...

Wie bereits von anderen Rezensenten beschrieben, hatte O'Connor zwei Wochen zuvor für einen Eklat im US-Fernsehen gesorgt. Während einer Gesangsdarbietung bei einer Talkshow, zerriss sie, bei der Textzeile "Evil" (Böse) ein Foto des (damaligen) Papstes. Ich persönlich denke, das man vor allem in den USA extrem aufpassen muß, wem man öffentlich ans Bein pinkelt. O'Connor hatte Mut zum Risiko bewiesen: Nicht weil sie Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche anprangerte, sondern weil sie nicht ernsthaft erwarten konnte, für ihre Kritik auch noch mit reißendem Absatz ihrer Platten belohnt zu werden. Das Problem war nur, das sie bei "Saturday Night Live" kein Kreuz entzweite sondern ihren Protest am Oberhaupt der katholischen Kirche festmachte. Wir alle wissen, das dieser Apperat als Ganzes wesentlich mächtiger ist, als eine Einzelperson - und wenn es der Papst ist. Hinzu kommt natürlich noch, das die Vereinigten Staaten ohnehin als weitgehend konservativ gelten...

Das war wohl letztlich auch der Grund für den unrühmlichen "Höhepunkt" des Tribute-Konzerts. Kaum hatte Kris Kristofferson Sie als nächste Künstlerin angekündigt, schlug die bis dahin fröhliche Stimmung ins komplette Gegenteil um. O'Connor wurde von der überwiegenden Mehrheit des Publikums ausgebuht, kämpfte, getröstet vom dazugeeilten Kristofferson mit den Tränen, unterbrach das ursprünglich geplante Lied und schrie, wie auch schom beim TV-Auftritt, trotzig die Zeilen des Bob-Marley-Songs "War" ins Mikro. Am Ende blickte sie zornig auf die Menge und ließ ihren Tränen beim Abgang freien Lauf...

Aufgrund dieser schaurigen Szenerie, kann man sich im Nachhinein natürlich die Frage stellen ob man O'Connor nach dem TV-Eklat als Showact unbedingt einladen musste. Ich denke allerdings, das dass Publikum mit dieser schäbigen Reaktion vor allem dem "großen Bob" einen Bärendienst erwiesen hat. Schäbig schrieb ich deswegen, weil O'Connor, wie alle anderen auch, einen Song Dylans singen wollte um ihm Tribut zu zollen. Das (wahrscheinlich größtenteils katholische ;-) Publikum, sah in ihr allerdings nur noch "die böse Hexe aus Irland". Als dann am Ende das komplette Line-Up zum Klassiker "Knockin'On Heavens Door" auf der Bühne stand, empfand ich wiederum O'Connors Auftritt als ein wenig unpassend. Verständlich zwar, das sie nach wie vor geknickt über den Unmut während ihres Auftritts war aber Jetzt sah man sie, mit einer Schnute, verschränkten Armen und - Zigarette rauchend, am Rande aller Beteiligter stehen. Hin- und wieder brüllte sie noch beim Chorus ins Mikro aber im Großen und Ganzen war ihre Gestalt an diesem Abend verbunden mit Disharmonie. Ich wollte dieses Thema einfach mal ansprechen, da mir dieser Zwischenfall als sehr unangenehm in Erinnerung blieb und dem, ansich schönen Konzert erheblichen Schaden zufügte.

(BILD / TON / BONUS)

Visuell haben die Macher dieser Bluray aus den vollen Geschöpft, wenn man bedenkt, das dieses Konzert im Jahre 1992 aufgezeichnet wurde. Es liegt erfreulicher Weise im 16:9-Format vor und besticht durch geschmeidiges Bild mit guter Schärfe. Der Stereoton überzeugt ebenfalls mit klaren Höhen und knackigem Bass. Verwaschen klingt Hier nichts, und auch wenn man in diesem Fall keinen 5.1 bzw. DTS-Klang präsentiert bekommt, so schlägt der Ton des Tributekonzerts manch dumpfes Gedröhne von Heute um Längen. Interessante Interviews diverser Beteiligter und eine Doku sorgen als Bonusmaterial für einen schönen Einblick Hinter die Kulissen.

F A Z I T:

Diese Bluray ist aufgrund einiger, beim Konzert fehlender Auftritte (George Thorogood, Sophie B. Hawkins etc.) zwar kein vollständiger Rückblick auf die Jubiläumsfeier zu Ehren Bob Dylans. Ich persönlich hätte es z.B. als wesentlich angenehmer empfunden, wenn man irgendwie an das Material von Thorogood und Hawkins gekommen wäre, bzw. weitere Songs von Künstlern wie Mellencamp eingefügt, und dafür das unschöne Theater um O'Connor rausgeschnitten hätte. Dann hätte man sich allerdings am Ende gefragt, wieso Diese mit auf der Bühne steht. Andererseits bekommt man durch diese Bluray einen sehr umfangreichen Überblick des Konzerts (Nettodauer: 165 Minuten) und das, in sehr guter Bild- und Tonqualität. Hinzu gesellt sich interessantes Bonusmaterial und in gewisser Weise auch ein letztes Stelldichein diverser Rockgrößen, die Heute (leider) nicht mehr unter uns sind :-( Alles in allem eine mehr als lohnenswerte Anschaffung mit vielen Höhen und einem kurzen Tief (O'Connor).


Guns N' Roses - Appetite For Democrazy: Live  (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray]
Guns N' Roses - Appetite For Democrazy: Live (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray]
DVD ~ Guns N' Roses
Preis: EUR 18,07

48 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Show mit gravierenden Schönheitsfehlern..., 16. Oktober 2014
Ich habe die Bluray, wie mein Vorschreiber, ebenfalls schon bewundern können und plaudere aufgrund dessen ein wenig aus dem Nähkästchen...

VORWORT:

Grundsätzlich ist es natürlich nachzuvollziehen, wenn Fans einer Band, deren Name quasi nur noch auf dem Papier existiert, keinen großen Wert auf Neuveröffentlichungen legen. Ich kann mir bis Heute auch nicht erklären, weswegen der mir durchaus sympathische Brian May zusammen mit Roger Taylor eine Band namens Queen am Leben halten will, die doch ohne Freddies Stimme einfach nicht mehr dasselbe ist.

Nun ist es bei Guns n' Roses natürlich ein wenig anders: Axl Rose lebt nach wie vor, wenn auch ziemlich aufgedunsen und, inzwischen nicht völlig frei von schwächelndem Gesang. Er war und ist nach wie vor die Stimme der Gunners. Da gab es allerdings noch ein paar Leute, wegen denen "echte Fans" heutzutage die Nase rümpfen. Nicht, weil die so schlecht gewesen wären sondern weil sie nicht mehr dabei sind. Slash weg, Duff weg, Steven/Matt weg, und - klar, da gab es ja auch noch Izzy. Der war allerdings schon während der Promotion des Doppelmonsters "Use Your Illusion" verschwunden.

Aufgrund dessen hätte der gute Axl natürlich auch unter anderem Namen weitermachen können, doch ihm gehört nun mal die Marke Guns n' Roses. Der Name verkauft sich, und was sich verkauft ist (meistens) gut ;-) Spaß beiseite: Mir persönlich gefiel das, jahrelang gehypte und schließlich 2008 veröffentlichte Werk, "Chinese Democracy" ziemlich gut. Bis auf zwei- oder drei überlange Songs, hatte es Mr. Rose tatsächlich geschafft, kein Abziehbild des alten Sounds zu sein. Bombastisch war das Teil zwar ebenfalls, aber auch etwas modernere Klänge waren zu hören. Mit Slash und Co. wäre diese Veränderung wahrscheinlich nicht möglich gewesen... Ein "wenig" lächerlich ist das heutige Line-Up dennoch: Die Band hatte über die Jahre wohl eine geschätzte Mitgliederzahl von Hundert Mann. Alles Leute, die kamen und gingen - bis auf den lieben Axl und Herrn Reed, den Keyboarder :-)

APPETITE FOR DEMOCRACY:

(SHOW)
Alle paar Jahre geht Axl Rose mit Dizzy Reed und einer bunt zusammengewürfelten Truppe auf Tour. 2012 waren sie für einige Abende in Las Vegas, wo dieser Gig mitgeschnitten wurde. Was man zusehen bekommt, ist eine - ähem: Las-Vegas-Show. OK, früher hätte es Stripperinnen und Feuerwerk bei den Gunners mit Sicherheit nicht gegeben, zumindest auf der Bühne. Positiv anzumerken sei in diesem Zusammenhang jedoch, das diese Show durchaus unterhält. Überhaupt: Für eine aktuelle Konzertproduktion, ist dieser Mitschnitt eine stimmige Sache. Der Kameraschnitt ist zwar nicht vollkommen entspannt, allerdings bekommt man auch keine Schnittorgie serviert, wie es Heutzutage leider oft Gang und Gebe ist. Im übrigen gefallen mir die vielen Perspektiven, bei denen man immer Hautnah dabei ist.

Von der Setlist her, gibt es wirklich nichts zu meckern. Inklusive der diversen Solos und Coversongs (AC/DC, Pink Floyd (!) ) kommen wir auf knapp 30 Stücke. Da fehlt es im Grunde genommen an nichts. Sämtliche Erfolgsalben der Gunners werden unter die Lupe genommen. Man hört neben Klassikern wie "Welcome to the Jungle", "Paradise City", "Civil War" oder "You Could Be Mine", auch die "aktuellen" Stücke aus Chinese Democracy. Sehr Umfangreich!

(BILD)
Also um es vorweg zunehmen: Wer ähnliches Referenzmaterial wie bei Muse (Live at Rome) oder Toto (Falling in Between) erwartet, der wird in die Röhre kucken. Nein, so schlecht ist das Bild eigentlich gar nicht aber dennoch weit entfernt von den genannten Beispielen. Etwas mehr Schärfe hätte dem Ganzen z.B. nicht geschadet, wobei die, teilweise wilden Kamerafahrten, dem wohl auch nicht ganz entgegenkommen. Hin- und wieder gibt es kurze SloMos und die Allerwertesten einiger Stripperinnen zu bewundern - na ja, wer's braucht ;-) Der 3D-Effekt bietet gute Tiefe und ist als durchaus brauchbar anzusehen. Ich persönlich lege bei Konzerten allerdings nicht so viel Wert auf diese Technik.

(TON)
Ein wirklich dickes Lob geht an dieser Stelle Richtung Mixer! Der Sound ist wirklich sehr gelungen. Bis auf Dizzys, etwas schwachbrüstiges Klavier, kommt bei dieser Klangkulisse wahre Freude auf. Es gibt ja so einige Gitarristen bei der "Axl-Show", aber hier geht Niemand unter. Jede Klampfe ist klar und deutlich zu hören, was bei den oftmals fetzigen Solis durchaus gefällt. Daneben ist auch das Schlagzeug immer kraftvoll bei der Sache und schließt, zusammen mit dem dezenten Bass den Kreislauf. Ja, der Bass mag dem ein- oder anderen vielleicht nicht genug Wumms produzieren, doch er ist definitiv vorhanden (!) und so ist es mir ehrlich gesagt lieber, als wenn er alle anderen Instrumente durch dumpfes Gedröhne übertönen würde! Darüber hinaus ist auch die Fankulisse gut wahrzunehmen. Das Publikum ist weder zu laut noch zu leise. Also nochmal: Gute Arbeit, Herr Soundmixer!

(SCHÖNHEITSFEHLER)

1.
Ja, nun kommen wir zu den Defiziten dieser Produktion. Zu allererst: Axl, du warst schon mal besser bei Stimme! Nicht, das er die hohen Töne durchweg versemmeln würde. Nein, es ist die Art und Weise wie er sie teilweise herauströtet. Das Aggressive, die Kreissäge von einst, wirkt in der heutigen Zeit ziemlich aufgebraucht und könnte in paar Tropfen Öl vertragen :-) Manchmal hört sie sich sogar ein wenig wie Kermit der Frosch an, und das bei Axl. Da klang ein Myles Kennedy beim Slash-Konzert (Made in Stoke) wesentlich mehr nach dem jungen Herrn Rose. Fairerweise sollte man darauf hinweisen, das Axl während des fast dreistündigen Auftritts alles dafür tut, ein unterhaltsamer Frontman zu sein. Ständig flitzt er verschwitzt über die Bühne und... genau da liegt das Problem. Er ist eben nicht mehr in den Zwanzigern, sondern um die Fünfzig und dabei nicht gerade im sportlichsten Zustand. Da sollte man doch lieber etwas mit den Kräften haushalten und die Konzentration auf den Gesang richten...

2.
Bild und Ton habe ich bereits angesprochen und konnte bekanntlich ein gutes Fazit abgeben. Mehr als nervig, und damit der größte Vorwurf an die Macher dieser Scheibe ist jedoch die Synchronisation von - "Tah Dah" -->Bild und Ton<. Manchmal frage ich mich wirklich wie es sein kann, das einer solch miserablen "Arbeit" grünes Licht für die Veröffentlichung gegeben wird. Während des kompletten Konzerts erlebt man völlig willkürliche Asynchronität. Axls Lippen sind fast durchweg schneller als der Ton, während im Hintergrund das Schlagzeugbecken beschlagen wird und der passende Ton dazu ebenfalls (noch) fehlt. Es mag ja sein, das es Menschen gibt, denen sowas nicht auffällt. Die brauchen dann aber wahrscheinlich ohnehin eine Brille oder waren selbst an dieser Produktion beteiligt. Bevor ihr mir jetzt mit der durchaus praktischen Ton-Synchronisation am TV kommt: Die nützt in diesem Fall herzlich wenig, da wir es Hier nicht mit einer gleichbleibenden Verzögerung zu tun haben sondern mit völlig spontaner. Als Beispiel verweise ich auf die (seitliche) Drum-Cam: Dort hat man es zu 95% hinbekommen, das sowohl Bild als auch Ton zusammenpassen. Leider macht diese Einstellung aber nur einen klitzekleinen Teil eines Songs aus. Danach sieht man auch schon wieder den viel zu frühen Axl, die viel zu schnellen Finger von Dizzy...

F A Z I T:

Was soll ich hier machen? Dieses AXL & "FRIENDS"-Konzert sehe ich in erster Linie als unterhaltsames Las-Vegas-Spektakel, die Stones machen bis heute auch nichts anderes. Sowohl das Bild als auch die Abmischung sind gelungen und bieten kaum Anlass zur Kritik. Die besteht eher aus dem krähenden Axl und der miserablen Synchronisation. Daneben ist das Publikum ein wenig distanziert und wirkt nicht besonders Euphorisch...

Ich gebe der Scheibe letztlich eine 3-Sterne-Wertung, die ist immer noch sehr großzügig wenn ich daran denke, das ich der Referenz-Scheibe "Falling in Between" (Toto) einen Stern abgezogen habe, weil das Publikum quasi weggemischt war. Empfehlen würde ich diese Bluray vor allem den Leuten, welche sich auch ohne Slash und Co. unterhalten lassen können. Die Show ist durchaus unterhaltsam und macht aufgrund der tollen Abmischung Spaß. 3D-Fans sollten ebenfalls auf ihre Kosten kommen, ansonsten reicht das Bild auch völlig in 2D. Wer also mit einem nicht gerade stimmsicheren Axl leben kann, der wird mit einer großzügigen Spielzeit von ca. 165 Minuten belohnt, während der man eine Rock'n'Roll-Show serviert bekommt, die sich hinter angesagten Acts von Heute nicht verstecken braucht. Daneben gibt es noch ein paar nette Interviews als Bonushappen.

Alles in allem sind es natürlich nicht mehr Guns n' Roses, die man hier betrachtet. Man erlebt eher eine Söldnertruppe, welche sich um den verschwitzten, aufgedunsenen Axl versammelt um eine reichhaltige Setlist zu präsentieren. Das gelingt ihr zum großen Teil erstaunlich gut und, was Mr. Rose betrifft: Da drücke ich mal ein Auge zu ;-)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 11, 2015 3:35 PM CET


Flying Colors
Flying Colors
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Castingbands müssen nicht schlecht sein!, 7. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Flying Colors (Audio CD)
Da hörte ich vor einem guten Jahr zu später Stunde ein wenig Radio. Plötzlich erzählte der Moderator von einer neuen Supergroup, welche aus Steve Morse (Gitarre), Neal Morse (Keyboards), Dave LaRue (Bass), Mike Portnoy (Drums) sowie dem Newcomer Casey McPherson (Gesang/Gitarre) bestünde. Als Appetithappen spielte er schließlich "Blue Ocean"...

FLYING COLORS:

Appetit machte mir dieser "Happen" in der Tat. Ich besorgte mir umgehend das Debutalbum, welches den Namen der Band trägt und war bereits nach wenigen Durchläufen begeistert. Auf "Flying Colors" toben sich sie Musiker in so allerlei Genres aus: Ob nun eine Prise Beatles ("Love Is What I'm Waiting For"), giftiger Hardrock ("Shoulda Coulda Woulda", "All Falls Down") oder eher softe Töne wie beim, von Portnoy gesungenen "Fool in My Heart". Selbst Liebhaber von Formatrock kommen bei kernigen Songs wie "Kayla" und "The Storm" auf ihre Kosten. Dazwischen platziert die Band auch epische Nummern wie "Everything Changes", welches gekonnt ein Wechselspiel aus Ballade und Hymne bildet oder kommt beim Opener "Blue Ocean" locker flockig daher. Immer wieder hört man bei einigen Stücken dezente Prog-Wurzeln heraus ("Forever In A Daze"), die jedoch niemals die Überhand gewinnen. So macht das Album enorm viel Spaß und strotzt nur so vor Spielfreude.

Den Vogel schießen die Jungs allerdings erst mit dem Finale ab: "Infinite Fire" ist eine Mixtur aus Prog, Hymne und beeindruckenden Instrumental-Passagen, welche immer eigenständig bleiben und dem Song stets die Luft zum Atmen lassen. Ein herrliches Stück Musik, bei dem jedes Bandmitglied zur vollen Entfaltung kommt.

Ein Manko, welches bei meiner Sternvergabe allerdings nie mit einfließt, ist in diesem Fall die Klangqualität. Der Loudness-War schreckt zu meinem Bedauern auch vor dieser Platte nicht zurück. Glücklicherweise ist die Musik als solche so herrlich anzuhören, das einem die fehlende Dynamik zwar durchaus fehlt, doch im Endeffekt nichts an der Qualität der Songs ändert. Als kleiner Tipp würde ich an dieser Stelle zu Vinyl raten, da die Kompressionsorgien dort nicht annähernd so viel kaputt machen, als wie bei den digitalen Klangmedien.

F A Z I T:

Auch wenn die beiden garstigen Stücke ("Shoulda Coulda Woulda", "All Falls Down") neben dem harmonisch klingenden Rest ein wenig wie Fremdkörper wirken, so überzeugen sie dennoch mit ihrem wundervollen Radau :-) Letztendlich hat ja auch niemand behauptet, das dieses famose Debut als Konzeptalbum aufgebaut wurde. Die Idee hinter Flying Colors bestand wohl eher darin, das die Mitglieder dieser Supergroup entgegen ihrer sonstigen musikalischen Heimat, eingängigen Rock einspielen, der zwar von allem eine kleine Dosis einfügt (Hardrock, Prog, Folk), letztendlich jedoch gut ins Ohr geht. Also: Wer Melodie, Rock und so manch verspielte Strukturen liebt, der ist mit dieser Scheibe bestens bedient. Vorsicht sei allerdings bei "All Falls Down" geboten: Das Intro könnte bei voll aufgedrehter Anlage so manchen Nachbarn auf den Plan rufen ;-)


Second Nature
Second Nature
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 11,60

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weiterhin hohes Niveau, allerdings mit Abstrichen!, 7. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Second Nature (Audio CD)
Ihr Debut, "Flying Colors" lief und läuft bei mir Hoch und Runter. Was war ich begeistert von diesem Album: Prog -und Blues-Veteranen (Steve/Neal Morse, Mike Portnoy, Dave LaRue) schließen sich zusammen und erschaffen mit dem eher unbekannten Sänger Casey McPherson, einen interessanten Mix verschiedenster Bereiche des Rock. Verzichtet wurde beim Debut jedoch auf allzu ausufernde Abstecher in Prog-Gefilde. Die Songs waren sich selbst genug, was sie zwar teilweise nach AOR (Adult Oriented Rock) klingen ließ, aber dennoch war das Große Ganze eine hervorragend kurzweilige Angelegenheit.

SECOND NATURE:

Ich war schon gespannt wie ein Schnitzel, nachdem ich erfuhr, das sich die Band an die Arbeit fürs "schwierige" zweite Album machen würde. Zugegeben: Bei alten Hasen wie Portnoy, LaRue und den beiden Morse-Jungs kann man eigentlich Sicher sein, das es der Qualität keinen Abbruch tut. Selbst "Nesthäkchen" Casey McPherson weiß als Sänger zu gefallen: Mit seiner interessanten Stimme, die mal zerbrechlich, dann widerum energisch klingt, kann er immer wieder punkten. Mir fiel aber schon beim ersten Hördurchgang auf, das der Prog-Anteil auf diesem Nachfolger sehr viel stärker ausgeprägt ist. Es ist ja nicht so, als das ich absoluter Gegner dieser Stilrichtung wäre. Vor allem Pink Floyd, Genesis und teilweise auch die Musik von Bands wie King Crimson, den frühen Yes oder Portnoys Ex-Band Dream Theater ("Images and Words") bereiten mir durchaus Freude. Was ich am Debut von Flying Colors allerdings so erfrischend anders fand, war der weitgehende Verzicht auf all das ausschweifende Gegniedel. Ich bin eben ein Fan von Musik, die sich in erster Linie auf den "klassischen" Song beschränkt. In dieser Hinsicht hat "Second Nature" auch für mich einiges zu bieten...

"Mask Machine", "Bombs Away" sowie "A Place In Your World" hätten sich Soundmäßig auch gut auf dem Vorgänger gemacht. Hier handelt es sich um das, was diese Band für mich auszeichnet: Homogene Musik, die zwar teilweise sehr verspielt daherkommt, sich zugunsten des Songs jedoch auf das Wesentliche konzentriert ohne sich in minutenlangen Instrumental-Passagen zu verlieren. Trotz enormer Länge, überzeugen mich allerdings auch der Eröffnungstrack, "Open Up Your Eyes", sowie das überragende Finale mit "Cosmic Symphony". Vor allem dieser Abschluss ist ein wahrer Hörgenuss, denn er ist trotz diverser Versatzstücke unterschiedlichster Handschrift in sich Geschlossen und unterscheidet sich auf diese Weise am Stärksten von den Stücken, wegen denen ich dem Album u.a. "nur" 3 Sterne gebe.

"One Love Forever" sowie "Peaceful Harbor" sind in meinen Ohren zuviel des Guten. Hier verlieren sich die Jungs zu sehr in eine Richtung, welche durch das gern zitierte "Gegniedel" am Besten beschrieben werden könnte. Der eigentliche Song ist der Band in diesen Fällen nicht genug. In "One Love Forever" ist der Prog-Anteil bis auf das Outro zwar ziemlich gering ausgefallen, doch ich finde ihn ein wenig zu pathetisch und süßlich. Bei "Peaceful Harbor" hingegen, wirkt vieles aufgeblasen wie ein Luftballon. Nach durchaus stimmigem Beginn, wird der Song immer Größer und Größer. Leider hat die Band dann aber vergessen, rechtzeitig den Knoten reinzumachen. Schließlich entgleitet Ihnen der Ballon und macht sich aus dem Staub. So würde ich am ehesten beschreiben, wie das Stück auf mich wirkt. Ich weiß nicht, ob es mit einem Satz wie: "Manchmal ist weniger mehr" getan ist - aber ich versuch's mal ;-)

Neben diesen Songs gibt es allerdings noch etwas anderes, das mich stört: Insgesamt fehlen mir auf "Second Nature" einfach die schönen Melodien und das entspannt, lockere Feeling vom Debut. Bis auf die erwähnten Ausnahmen kommen die meisten Songs leider ziemlich schwülstig und überfrachtet daher. Von der "Leichtigkeit" des Vorgängers ist Hier nur wenig zu spüren, denn dafür sind die Melodien und Strukturen oftmals zu "schwer" und klebrig. Ich verweise an dieser Stelle mal auf "Fool In My Heart" und "Love Is What I'm Waiting For" vom Debut: Beide Songs hatten zwar durchaus einen etwas kitschigen Touch, aber dennoch sind es für mich charmante Popsongs mit herrlichem Rockanstrich. Dagegen findet man auf der aktuellen Scheibe einen Song wie "Peaceful Harbor", der zum Großteil einfach nur bombastisch und schwerfällig wirkt...

Einen weiteren Rüffel bekommt das Album für die Produktion -bzw. das Mastering. Der DR-Wert dieser Scheibe liegt bei einer 7. Rock-Produktionen, vor allem eine wie Diese, sollten aber Werte von 12-15 aufweisen, damit all die Facetten, welche gerade Hier zum Tragen kommen, gehört werden können. Die Abmischung klingt aber leider ähnlich matschig wie beim Vorgänger. Was nützt denn Bitte all der Wumms von Portnoys Bassdrum, wenn diese im Zusammenspiel mit LaRues tollen Bassläufen den Rest der Musik überfrachtet? Der Mix ist einfach sehr undifferenziert und läßt nur erahnen, wie grandios der Sound hätte sein können, wenn er nicht wieder einmal totkomprimiert worden wäre. Vor allem bei den wundervollen Longtracks leidet der Klang unter dem schlechten Mastering :-( Handwerklich ist "Second Nature" dagegen natürlich wieder erste Sahne. Nicht umsonst besteht diese Supergroup aus Mitgliedern, welche seit Jahrzehnten zu absoluten Könnern ihres Fachs gehören.

F A Z I T:

Prog-Fans, welche das Debut womöglich als etwas zu zahm und poppig tadelten, sollten beim Nachfolger weniger Grund zur Sorge haben. SECOND NATURE ist wesentlich mehr in Richtung Prog unterwegs, als es mir persönlich lieb ist. Fairerweise sollte man bedenken, das es die Band nicht Jedem Recht machen kann. Ich stelle dennoch fest, das eben jene Popnote, welche das Debut durchweg aufregend und berauschend machte, zugunsten von teils ausufernden Stücken in den Hintergrund gerückt wurde. Spaß machen die Jungs zwar auch auf ihrem neuen Werk, aber die Essenz dessen, weswegen Flying Colors gegründet wurde, kommt auf "Second Nature" nicht annähernd so sehr zum Vorschein, als wie es auf dem Debut geschah. Dennoch würde ich ihre zweite Platte als durchaus hörenswert bezeichnen. Eine 3-Sterne-Wertung (Nicht Schlecht), hat sie sich auf jeden Fall verdient!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2014 10:10 AM CET


Depeche Mode : Monument
Depeche Mode : Monument
von Sascha Lange
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Pain and Suffering on many Sides", 29. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Depeche Mode : Monument (Gebundene Ausgabe)
Den beiden Autoren Dennis Burmeister und Sascha Lange ist mit "Monument" eine imposante Werkschau über die Band Depeche Mode gelungen. Nicht umsonst wird dieser "Schinken" in Fachkreisen als DM-Bibel bezeichnet. Neben einer großen Menge bisher unbekannter Archivfotos und den meisten Veröffentlichungen (inklusive der Cover), wird die Biographie kurzweilig erzählt. Daneben gibt es noch einen eigenen Abschnitt zur Fankultur in Ostdeutschland bevor gegen Ende sämtliche Tourdaten von 1981 bis 2014 aufgelistet werden.

Im Gegensatz zu Büchern wie dem von Steve Malins (DM - Die Biographie), wird der Fokus hauptsächlich auf die musikalische Ebene gelegt. Ich muß zwar gestehen, das mich die Anekdoten zu Aufnahmeprozessen diverser Alben sehr interessieren, doch für Otto-Normal-Leser würden detaillierte Schilderungen wie die aus der Malins-Bio wohl den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund wurde der Schwerpunkt HIER lediglich auf die stilistischen Änderungen gelegt, welche bei der Musik von Depeche Mode von jeher zu beobachten/hören waren. Sehr interessant sind auch die, speziell für dieses Buch geführten Interviews mit diversen Personen. Da wäre z.B. Entertainer und Moderator Götz Alsmann, der mit seiner Band in den 80ern eine schräge Coverversion von "People are People" aufgenommen hat. Zum anderen wichtige Menschen aus dem direkten Umfeld der Band, die aus dem Nähkästchen plaudern und einen Eindruck von Pressearbeit und Tourleben vermitteln. Daneben wurden auch Interviews mit Leuten geführt, die sich in Deutschland um die Denkmalpflege von Depeche Mode bemühen.

Im besonderen Maße möchte ich nun auf das Artwork zusprechen kommen. Depeche Mode sind eine sehr stylische Band. Bis auf die ersten paar Jahre :-( waren sie nicht nur sehr Geschmackssicher in Sachen Musikmachen, sondern auch in ihrem visuellen Auftreten. Die Farbe Schwarz ist Untrennbar mit der Band verbunden und natürlich auch die ungewöhnliche Videoästhetik ihres Langzeitregisseurs Anton Corbijn. Die Macher dieses Buches haben sich wohl auch so ihre Gedanken um die passende Optik gemacht, denn sowohl Layout als auch Artwork sind ein echter Genuss. In Zeiten von E-Books und Kindle ist dieses echte Buch (2,5 Kg) ein herrlicher Zeitvertreib. Es macht einfach Spaß, sich mit diesem "Monster" auf den Allerwertesten zu setzen, und bei einer Tasse Kaffee den Werdegang Depeche Modes Revue passieren zu lassen. Angereichert mit wunderschönen, teils ganzseitigen Fotos und zahlreichen Livebildern, fühlt man sich stets "zu Hause".

F A Z I T:

Es wurde verdammt noch mal Zeit, das ein solch monumentales Werk erscheint. Burmeister und Lange haben sich alle erdenkliche Mühe gegeben und tief in den Archiven gestöbert, um die ultimative Werkschau bieten zu können. Einige wenige kritisieren die unzähligen Coverabbildungen, doch denen kann ich nur folgendes sagen: Stellen sie sich einfach eine Werkschau, bzw. Enzyklopädie über Waffen, Autos oder Flugzeuge vor. In diesen werden durchgehend Abbildungen sämtlicher Modelle und Skizzen gezeigt. Natürlich mag es bei einer Musikgruppe etwas "Strange" wirken, sämtliche Singlecover, Promoartikel und ähnliches abzubilden. Allerdings erfüllt "Monument" damit tatsächlich den Anspruch einer echten Werkschau, und dass (deutsche) DM-Fans extrem sind, ist nun mal eine allseits bekannte Tatsache ;-)


Ozzy Osbourn - God Bless Ozzy Osbourne
Ozzy Osbourn - God Bless Ozzy Osbourne
DVD ~ Ozzy Osbourne
Preis: EUR 13,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen What the f..., 24. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ozzy Osbourn - God Bless Ozzy Osbourne (DVD)
Ozzy Osbourne war mir schon immer ein wenig suspekt. Heavy Metal ist ohnehin kein absoluter Freund von mir, aber natürlich kennt man Songs wie "Paranoid", "Iron Man" oder "No More Tears". Spätestens mit der Trash-Serie "The Osbournes" lernte man die Abgründe des Prince of Darkness genauer kennen. (Fast) jeder seiner Sätze beinhaltete ein vernuscheltes "F....". Der Rest der Familie machte auch eher den Eindruck einer wohlhabenderen Version der Flodder-Sippe. Kurzum: Ozzy war für mich stets ein kaputter Rockstar, ein Sinnbild für den ausschweifenden Lifestyle im Showbiz und im gleichen Maße ein abschreckendes Beispiel für den Weg, welchen man besser nicht einschlagen sollte - ob nun berühmt oder nicht.

GOD BLESS OZZY OSBOURNE:

Im Gegensatz zu meiner, ansonsten kritischen Haltung, überzeugte mich diese Doku über den schrägen Sänger über weite Strecken. Besonders gut gefiel mir die Dramaturgie, welche geschickt zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt. Zugegeben: Im Hier und Jetzt wirkt Ozzy aufgrund seiner ca. 45jährigen Alkohol -und Drogensabhängigkeit ziemlich kaputt. Zwar ist sein Zustand nicht mit dem zu vergleichen, wie man ihn aus den "Osbournes" kannte, doch es ist offensichtlich, das dieser Mann in seinem bisherigen Leben so gut wie nichts ausgelassen hat. Als kleine Anmerkung verweise ich an dieser Stelle auf den etwa gleichaltrigen Lemmy Kilmister (Motörhead), der zwar auch nie ohne ein Glas "Jack&Coke" zu sichten ist, dafür aber immer wieder betont, das er seine Finger stets von Drogen wie Heroin gelassen hat. Darüber hinaus wirkt Lemmy wesentlich "heller" als wie es Ozzy tut, doch zurück zur Doku...

Der Aufstieg der Band Black Sabbath ist sehr kurzweilig beschrieben. Es ist interessant zu sehen, wie der Witzbold aus Birmingham zum Shouter einer Band wurde, die heute als Urvater des Heavy Metal gilt. In kurzen Interviews bestätigen (Metallica)-Bassist Robert Trujillo, Sir Paul McCartney (!), Henry Rollins und viele andere, diese These. Ein weiterer Grund für meine positive Meinung über diesen Film ist das fast vollständige Wegfallen der ansonsten üblichen Lobhudelei, denn das Gegenteil ist hier viel eher zu finden. Besonders seine Kinder aus erster Ehe lassen kaum ein gutes Haar an den Vaterpflichten des Ozzy Osbourne, welche der Betreffende im Nachhinein mit seiner Rockstar-Attitüde rechtfertigt. Nachdem er schließlich aus der Band geworfen wurde, schien das Schicksal des durchgeknallten Briten besiegelt, doch seine zukünftige Frau Sharon glaubte an seine Fähigkeiten und machte aus ihm den "Prince of Darkness", der die 80er Jahre beherrschen sollte.

Dieses Jahrzehnt wird sehr ausführlich geschildert und so gleicht das, was man zu sehen bekommt einer wahren Berg -und Talfahrt. Anfangs die pure Freude und Verbundenheit mit dem Ausnahmegitarristen Randy Rhoades, ehe dieser während einer Tour im Jahre 1982 mit dem Hubschrauber tödlich verunglückt. Vor allem dieses Ereignis scheint Ozzy nachhaltig geprägt zu haben, denn man glaubt es ihm, wenn er in einem Interview-Schnipsel erwähnt, das jener Rhoades wie ein Bruder für ihn war. Was folgte, waren die wohl exzessivsten Jahre seines Drogen -und Alkoholmißbrauchs. Selbst ein abgehärteter Rocker wie Tommy Lee (Mötley Crue) schüttelt grinsend mit dem Kopf, wenn er von pikanten Geschichten der gemeinsamen Tour erzählt - dem Zuschauer ergeht es nicht anders. Es gibt zwar so einige Szenen die zum Schmunzeln anregen, doch insgesamt sieht man eher bedrückende Dokumente eines ausschweifenden Rockstars, der Sturzbetrunken einer Pressekonferenz beiwohnt/schläft und sich im Nachhinein angewidert zurückzieht, wenn er, ihm nicht mehr in Erinnerung gebliebene Videoclips aus jener Zeit wiedersieht.

Gegen Ende wird es etwas zäh, da es Folgerichtig um die Trash-Serie von MTV geht, welche Mitte der 2000er einen zweifelhaften Kultstatus erlangte. Tochter Kelly prangert im Nachhinein die Medien an, welche ihr Familienleben Massentauglich vermarkteten, aber seien wir doch mal ehrlich: Das Ganze war doch eben genau darauf ausgerichtet, auch wenn ich durchaus bezweifle, das die Kinder damit einverstanden waren. Insgesamt wirkt Mutter Sharon auf mich sehr Erfolgsorientiert und wie die "Führerin" des Ozzy Osbourne. Sie hat seinen (Solo)-Erfolg maßgeblich aufgebaut und kümmerte sich wohl auch im besondern Maße um Tantiemen und das Geschäft. Hin und wieder wirkt sie etwas kühl und kalkuliert, aber wenn Ozzy dann ziemlich ungerührt (Krankenhaus?)-Fotos präsentiert, welche die von ihm geschlagene Sharon zeigen, kommt einem dann doch wieder ein Anfall von Kopfschütteln hoch...

DVD:

Die Qualität ist zwar im Großen und Ganzen gut, doch hin und wieder ruckelt das Bild bei Bewegungen. Dies kann aber auch an der Bildwiederholungsrate (FPS) liegen, die heutzutage leider (oft) sehr merkwürdig ausfällt. Ich habe dieses Phänomen auch schon bei anderen Filmen bzw. Konzerten "erleben" dürfen. Der Ton ist dagegen völlig in Ordnung und die Interviews sind ausführlich (deutsch) untertitelt.

F A Z I T:

"God Bless Ozzy Osbourne" ist beinahe wörtlich zu nehmen. Nicht nur, das dieser Mann bereits so einige Leben aufgebraucht zu haben scheint. Nein, er scheint diesen Weg sogar fortzuführen, denn auch wenn man am Ende einen sportlichen Ozzy beim Seilhüpfen beobachten kann, so denkt man sich unweigerlich, das er im nächsten Moment schon wieder an der Theke stehen könnte. Dieser Mann ist ein einziges Extrem, ein echtes "Original" alter Schule. In einer Zeit voller brav gescheitelter Bübchen wie Justin Bieber, die einen auf "Hart" machen, ist Ozzy Osbourne mehr denn je präsent - ob nun mit einem sehr kurzweiligen Reunion-Album (13) oder aber als ausgebrannter Rocker. Ein sehenswerter Film und gleichzeitig ein Mahnmal für die extremen Auswüchse viel zu schnellen Ruhms.


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