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Rezensionen verfasst von
Friedrich Auer "Auer" (Schörfling)
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JACK WOLFSKIN "Mountain Attack Texapore" Herren Wanderschuhe (42999)
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Preis: EUR 87,95 - EUR 109,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht empfehlenswert, 3. September 2012
Ich suchte einen guten Outdoor Schuh und bin leider bei Jack Wolfskin gelandet. Vorher hatte ich einen Löwa und das 10 Jahre lang. Der Jack Wolfskin ist zu hart beim Gehen, zu wenig geschmeidig, was im Gelände noch einigermaßen auszuhalten ist, auf Asphalt jedoch gänzlich ungeeignet. Ein wirklich guter Outdoor Schuh sollte auf jedem Gelände passen. Der Löwa konnte das. Aber das eigentliche Probelem ist, daß die Nähte, dort wo in den Schuh Kunststoff eingearbeitet ist, sich aufzulösen beginnen. Und das nach nicht einmal 2 Jahren Tragezeit. Das ist eine Schande für einen Qualitätsschuh und für die Firma Jack Wolfskin. Man sollte vielleicht grundsätzlich darauf achten, daß die Schuhoberfläche durchgehend aus Leder ist, und keine Kunststoffteile eingenäht sind, weil genau dort die Nähte reissen. Leider wird das heutzutage auch bei den meisten Sportschuhen so gehandhabt. Was absoluter Blödsinn ist und auch keinen Sinn ergibt. Bei der Preisklasse darf das nicht sein. So zieh ich lieber wieder meinen alten Löwa an, bei dem alle Nähte noch ganz sind und dessen Leder immer noch in erstklassigem Zustand ist. (Nur die Sohle ist ab gelaufen.)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 6, 2012 3:14 AM MEST


ABC of the Blues - The Ultimate Collection From The Delta To The Big Cities
ABC of the Blues - The Ultimate Collection From The Delta To The Big Cities
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 45,16

25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen empfehlenswerte blues-box, 4. November 2010
um es gleich vorwegzunehmen. hier handelt es ich nicht um ein billigprodukt, was die qualität betrifft. 52 cd`s, ca. 100 interpreten mit etwa 1000 songs, wobei die meisten mit 10 titeln vertreten sind. fast alle wichtigen namen der bluesgesichte scheinen auf. Big Bill Broonzy, BB. King, Leadbelly, John Lee Hooker, Howlin`Wolf, Son House, Robert Johnson, Elmore James etc. der zeitliche bogen spannt sich von ende der 20iger jahre bis etwa mitte der fünfziger. vom frühen big band blues über das mississippi delta hinein in die städte von memphis, chicago oder detroit. die wiedergabequalität ist meist gut, wobei natürlich bei frühen aufnahmen die damalige technik keine für heutige standards gemäße tonqualität erreicht werden konnte. aber das weiß eh jeder blues freund. bemängeln könnte man die manchmal etwas seltsame auswahl der songs. so fehlen z.b. bei leadbelly wichtige stücke wie cotton fields, goodnight irene oder rock island line, muddy waters, einer der begründer des city-blues ist nur mit frühen country aufnahmen zu hören. (was aber wiederum auch interessant ist). ein wirliches manko ist, daß es keinerlei zeitangaben auf den hüllen und im booklet gibt. weder aufnahmedaten der songs noch die lebensdaten der interpreten sind angegeben. in zeiten des internet wäre das wohl in etwa 2 stunden zu recherchieren gewesen. aber ich will nicht motzen. die 52 cd`s sind in guten kartonhüllen verpackt, befinden sich in einer schönen kartonbox, dazu gibt es ein 28seitiges booklet mit kurzbiografien der künstler und einige porträtfotos. als draufgabe außerdem noch eine original hohner mundharmonika (allerdings im mini format - 6,5 cm). daraus ergibt sich ein preis - leistungsverhältnis, welches in der geschichte der cd wohl schwer zu finden sein wird. als blues interessierter kann man im grunde nichts falsch machen, wenn man die box kauft. 42 - 45 Euro rentieren sich hier auf jeden fall.


Chicago/the Blues/Today!
Chicago/the Blues/Today!
Wird angeboten von musikdrehscheibe
Preis: EUR 38,39

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der wesentlichen Blues Platten, 31. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Chicago/the Blues/Today! (Audio CD)
Blues und auch Rock Kenner besitzen zumindest eine dieser drei Platten, bzw. haben schon von ihr gehört. Hier gibt es alle drei als Box zu einem vernünftigen Preis. Nicht wie oft fälschlich behauptet um Live Aufnahmen handelt es sich hier. Der Produzent Samuel Charters holte sich im Dezember 1965 einige der besten Blues Musiker aus den Clubs von Chicagos South Side um im RCA Studio in Chicago mit ihnen aufzunehmen. Die großen Namen wie Muddy Waters oder Howlin Wolf fehlen zwar, da sie vertraglich bei anderen Plattenfirmen gebunden waren, dennoch ist hier die Creme de la Creme des damaligen City Blues vertreten.Johnny Shines, Walter Horton, Jimmy Cotton, Otis Rush, Junior Wells, Buddy Guy, um nur einige zu nennen. Die Aufnahmen sind technisch und natürlich musikalisch am höchsten Niveau und hatten großen Einfluß auf die damalige Rockszene. Es gab von Jimi Hendrix bis zu den Stones wohl kaum jemanden, der diese Platten nicht kannte und von ihnen begeistert war. Wem diese drei CD`s nicht gefallen, der braucht sich wohl nicht weiter mit Blues beschäftigen. Sie sind essentiell.


Bluesbreakers With Eric Clapton
Bluesbreakers With Eric Clapton
Preis: EUR 12,97

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Clapton startet durch, 25. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Bluesbreakers With Eric Clapton (Audio CD)
Besser als bei den Yardbirds konnte der 21jährige Clapton mit den Bluesbreakers seine große Passion den Blues ausleben. John Mayall, der seine Mitspieler normalerweise eher im Hintergrund hielt, war klug genug Eric Claptons Name auf das Cover schreiben zu lassen. Denn es ist Claptons Gitarre, die diese Musik prägt. Immer etwas übersteuert und leicht verzerrt, roh, kräftig, aggressiv. Im Grunde ist dieses Album der Startschuß für Clapton als Superstar und für mich eines seiner beeindruckensten bis heute. John Mayall, der auf den meisten Titeln singt, ist kein wirklich großer Sänger, aber doch passabel, auf jeden Fall besser als der Sänger der Yardbirds. Die Bluesbreakers waren 1966 mit Sicherheit die beste Bluesgruppe Englands und sie erreichen eine Dichte und Spannung, die sich auch vor den großen schwarzen Bluesern nicht verstecken muß. Ein absoluter Meilenstein.


Bob Dylan. Eine indiskrete Biografie
Bob Dylan. Eine indiskrete Biografie
von Anthony Scaduto
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein lebensbuch, 20. März 2009
mit abstand die beste biografie über bob dylan, die es je gegeben hat. ich habe es 1975 gelesen und es hat wesentlich dazu beigetragen, daß ich ein dylan fan wurde. sehr athomsphärisch sind die die jugendjahre in hibbing, seine zeit in minneapolis und vor allem die anfangsjahre mit seiner freundin suze in greenwich village in new york beschrieben. freunde und wegbegleiter kommen ebenso zu wort, wie bob dylan selbst, der dem autor ein paar gespräche gewährte. sehr interessant auch das lange interview mit joan baez. die ausgabe, die ich las endete etwa 1970, diese hier dürfte ein paar weitere jahre beiinhalten. es handelt sich hier also um eine biografie, die nur die fünfziger uns sechziger jahre beschreibt, was aber keineswegs ein nachteil ist, da das die jahre sind, in denen dylans künstlerisches schaffen den größten einfluss auf die popkultur hatte. auch in den anderen biografien werden die späteren jahre, besonders was sein privates leben betrifft, kaum behandelt, da dylan es verstanden hat, dieses der öffentlichkeit zu verbergen. hier erfährt man eine menge über seinen werdegang, seine einflüsse, seine freunde und bekannten, auch ein wenig über sein zurückgezogenes familienleben in woodstock ab 1966. der autor beschreibt zum teil auch ausführlich seine musik und die texte. für dylan fans ein muss-buch, das leider nicht mehr aufgelegt wird, deshalb sollte man hier zugreifen.


Philips SHE2610 InEar Ohrhörer -Apple iPod geeignet (mit 5 austauschbaren farbigen Kappen, in iPod weiß)
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Wird angeboten von MMSB-GmbH
Preis: EUR 12,50

4.0 von 5 Sternen gute klangqualität - schlechter sitz, 17. Juni 2008
für den preis einer der besten kopfhörer für kleingeräte, die ich bisher hatte. ausgewogener klang, wer auf extra starken bass steht, sollte sich diese nicht zulegen. das problem ist der sitz im ohr. die stöpsel halten schlecht, fallen leicht raus. zum spazierengehen, beim sitzen oder liegen geeignet, für sport und viel bewegung überhaupt nicht. schade.


Frank (Deluxe Edt.)
Frank (Deluxe Edt.)
Preis: EUR 22,37

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großes Talent mit Zukunft (?), 31. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Frank (Deluxe Edt.) (Audio CD)
"Frank" ist ein ganz gutes Debutalbum für eine 17jährige. Gegenüber "Back To Black" wirkt es allerdings wie eine Low Budget Produktion, was es wahrscheinlich auch war. Sie hatte damals ihren Stil noch nicht wirklich gefunden. Das Songwriting und auch ihr Gesangsstil ist inzwischen um einiges besser geworden. Allerdings wurde die Musik durch die etwas seltsame Abmischung und Produktion nicht wirklich adäquat präsentiert. Deshalb finde ich die Fassungen auf der Bonus CD den Originalen überlegen. Hier hört man erst, was wirklich in den Songs steckt. Auf "Someone To Watch Over Me" und "Teach Me Tonight" wird sie von einer Jazzband begleitet. Den alten Klassiker "Round Midnight präsentiert sie in modernem Gewand. Erstaunlich das Können und Einfühlungsvermögen des damals noch jungen Mädchens. Die Einflüsse von Sarah Vaughan und Frank Sinatra sind erkennbar. Amy Winehouse kann ganz gut Jazz singen, eine wirklich große Jazz-Sängerin wird sie aber kaum werden. Ist auch gar nicht notwendig. Als Pop und Soulsängerin ist sie sicher eines der größten Talente der letzten zwanzig Jahre. Ihr Stimmumfang ist zwar nicht sehr groß, aber sie hat eine tolle Phrasierung, ihre Stimme klingt sexy und selbstbewußt, gleichzeitig aber auch sehr gefühlvoll und ausdrucksstark. Vor allem hat diese Stimme das gewisse Etwas, das man nicht erklären kann. Die Frau hat sicher schon einiges erlebt. Leider kommt sie, wie schon so viele vor ihr, mit dem derzeitigen Ruhm nicht zurecht. Deshalb ist es fraglich, ob sie überhaupt noch in der Lage ist, weitere Alben aufzunehmen. Ich hoffe es. Go to rehab, Amy.


Back to Black (Deluxe Edition)
Back to Black (Deluxe Edition)
Preis: EUR 14,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intensive Musik in perfektem Sound, 9. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Back to Black (Deluxe Edition) (Audio CD)
Die großartige Stimme und die tolle Musik sind hier schon genug gelobt worden (ich kann dem nur beistimmen), deshalb möchte ich nur zum kritisierten angeblich schlechten Sound sagen: auf meiner Anlage ist der Sound klar, rein, einfach perfekt, für meine Hörgewohnheiten fast zu perfekt. Entweder haben die Kritisierer eine schlechte CD erwischt, oder etwas stimmt mit ihren Musikanlagen nicht. (möglicherweise liegts auch an den Ohren).
Die zweite CD ist meiner Meinung noch besser als die Original CD. Nicht so aufgemotzt, ohne technische Spielereien (keine Streicher etc.) Dadurch kommt die Stimme von Amy viel besser zur Geltung. "Valery" und "Some Unholy War" sind in diesen "schlanken" Versionen eindeutig ausdrucksstärker. Bei "To Know Him Is To Love Him" nur mit Gitarre begleitet, klingt sie verwundet, wie mit offengelegter Seele, zum Gänsehautkriegen. "Love Is A Loosing Game" als Demo zur Gitarre ist fast noch besser.
Aus diesen Gründen ist der Kauf der deLuxe Version auf jeden Fall zu empfehlen.


Highway 61 Revisited
Highway 61 Revisited
Preis: EUR 6,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reise durch ein entfremdetes Land, 9. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Bob Dylans erstes reines Rock-Album, und diesmal ging es wirklich voll zur Sache. Die Musik stösst zum Kern des Rock' Roll vor: geradlinig, hart, roh, ohne unnötige Schörkel. Für mich das beste Rockalbum aller Zeiten. Außerdem halte ich es für ein Konzept Album: Es ist eine Reise auf dem Highway 61, der von Chicago nach New Orleans führt, man könnte ein Road-Movie danach drehen.
"Like A Rolling Stone" handelt nur vordergründig von einem Mann der ein Mädchen runtermacht. Es geht vielmehr um die unerbitterliche Infragestellung, besser gesagt Zerstörung des bürgerlichen, braven Lebens, es geht um das Leben auf der Straße, weg von der Sicherheit der Eltern und der gesellschaftlichen Ordnung. Man kann ruhig annehmen, daß Dylan damit auch sich selber gemeint hat, die Miss Lonely, der Rolling Stone with no direction home, das ist durchaus auch Dylan selbst. Die Art und Weise wie er und seine Band das Lied rausspucken ist grandios und bis heute unerreicht.
Der "Tombstone Blues" ist ein schneller, schaftkantiger Blues mit tollem Gitarrenspiel von Michael Bloomfield. Der Text ist sehr surrealistisch und es wäre sinnlos, da Zeile für Zeile einen Sinn herauslesen zu wollen. Es geht wohl eher um ein Gefühl. Um das Gefühl des Entfremdetseins und der Ausgeliefertheit. Weiter gehts in einem Postzug, "It Takes A Lot to Laugh...", wieder ein Blues, diesmal mit verminderter Geschwindigkeit. Klassische Bluesbilder. Danach steigt der Protagonist in einen Buick 6 um, der sich schnell und schlingernd auf die Fahrt macht. Ziemlich wirrer Nonsens Text, aber wie immer musikalisch gut gebracht. Man hat sich damals gefragt, wer wohl der Mr. Jones in "Ballad Of A Thim Man" sein könnte, doch damit ist keine bestimmte Person gemeint, sondern all die Ignoranten, die nicht verstehen wollen, was sich in der Gesellschaft gerade verändert, gemeint sind wohl auch die Journalisten und alten Folkies, die Dylans Wandlung zur elektrischen Musik nicht verstehen konnten. "Du kommst in das Zimmer, mit deinem Bleistift in der Hand. Du siehst jemanden nackt und fragst, "wer ist dieser Mann". Ja, auch hier Entfremdung, Kafka in Musik gegossen. In "Queen Jane"
stellt der Sänger eine Menge Fragen an eine Frau, die unter schwiergen Bedingungen leidet, ob es nicht doch besser wäre, zu ihm zu kommen. Schwer zu sagen, ob er damit Joan Baez gemeint hat. Ein Lied, das ich wirklich mag, wegen seiner betörenden Musik und des eindringlichen Gesangs. In "Highway 61" stellt Dylan verschiedene Szenen dar, die alle auf dieser Straße enden.Der Highway wohl als Symbol der westlichen Gesellschaft. Es beginnt biblisch mit Abraham, der seinen Sohn töten soll, nach anfänglichem Weigern stimmt er schließlich zu. Eine Versinnbildlichung der Ausweglosigkeit der menschlichen Natur, des Ausgeliefertseins an höhere Mächte. Es würde zu weit führen, jetzt jede Strophe zu erklären zu versuchen. Musikalisch ein rasantes Rock oder Bluesstück mit Polizeisirene. "Tom Thumbs Blues" ist wohl eindeutig ein Drogenlied. Du stehst verloren im Regen, siehst alles negativ, hast nicht mehr die Kraft, dir einen Schuß zu versetzen, doch die schöne Melinda verspricht Trost und lädt dich zu sich nach Hause ein. Mit Burgunder hat es angefangen, nun ist er bei schärferen Sachen gelandet, Zeit für ihn nach New York abzuhauen. Eine Geschichte wie von Bukowski oder Kerouac. Endlich ist der Sänger in New Orleans gelandet, wo's nicht nur den Karneval "Mardi Gras", mit all seinen bunten, verrückten Gestalten gibt, sondern auch ein Wachsmuseum im French Quater (ich bin da mal gewesen), in dem einige der Figuren stehen, die Dylan da in "Desolation Row" vorbeiziehen läßt. Ein zehnstrophiger Reigen irrer Ereignisse mit Gestalten aus Geschichte, Literatur und Film, die kurz auf die Bühne ins Scheinwerferlicht treten und wieder verschwinden. Alle führen sie sinnlose Handlungen durch, wie beim Karneval eben. Die Absurdität menschlichen Handelns, die Welt als Irrenhaus. In der vorletzten Strophe dann die Verheißung vom Paradies, lachende Calypsosänger und Meerjungfrauen, aber vorher sticht noch die Titanic in See. Das Ganze entpuppt sich dann als Brief, in dem der Autor die Namen vertauscht hat und ihnen neue Gesichter gegeben hat. Dylan begleitet sich auf der Akustischen und eine zweite Gitarre spielt eine einschmeichelnde Gegenmelodie dazu. Das Lied zieht in seinen Bann, es lebt von seinen Sprachbildern, der betörenden Musik, dem beschwörenden Gesang. Einer der besten Dylan Songs überhaupt.
Highway 61 ist eine musikalische Reise durch Amerkika und die 60iger Jahre, umnebelt von Drogen, begleitet von Ophelia und dem Phantom der Oper, mit Einstein am Beifahrersitz und Quasimodo als Fahrer und im Rückspiegel das Flackern von Polizeisignalen.
Ich halte diese Platte für ein bedeutendes Kunstwerk des 20. Jahrhunderts. So wie ein Roman von Faulkner, ein Gemälde von Picasso, eine Symphonie von Schostakowitsch.
Na ja. The sun's not yellow, it's chicken.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2011 4:15 PM CET


The Freewheelin' Bob Dylan
The Freewheelin' Bob Dylan
Preis: EUR 6,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geburt des Mythos aus dem Geist Woody Guthries, 8. April 2008
Rezension bezieht sich auf: The Freewheelin' Bob Dylan (Audio CD)
Diese im Juli 1963 herausgekommene Platte, war der Durchbruch von Dylan, nachdem seine erste LP gefloppt war."Blowing in the wind" war zuvor in der Version von Peter Paul & Mary an die Spitze der Popcharts gelangt, was natürlich mithalf, diese Platte zu einem Erfolg werden zu lassen. Fünf Lieder mit mehr oder weniger gesellschaftkritischem Inhalt, dazwischen Liebeslieder und Nonsens geben die Stimmung der damaligen Zeit wider. Die Platte enthält nur Eigenkompositionen und gründete bzw. festigte Dylans Ruf als Nachfolger Guthries und es war vorauszusehen, daß er diesen übertreffen würde. Er bewies, daß er durchaus ein Dichter war und er hatte seinen charakteristischen Gesangsstil gefunden und den Folksong auf einen neue Stufe gehoben. Über die Klassiker wie "Dont think twice" " etc. braucht man wohl nichts mehr zu sagen. Als unterschätzter Song erscheint mir "Bob Dylans Dream", in dem er sich wehmütig alter Zeiten und Freunde erinnert. (Dabei war er erst 22). Leider sind nicht alle Songs wirklich erstklassig, "Down the highway" und "Bob Dylans Blues" sind Folksongs im traditionellen Stil und hätten besser auf seine erste Platte gepasst. Die beiden Abschlußsongs sollen wohl der doch eher ernsten Grundstimmung eine heitere Aufhellung geben. Sie sind jedoch nur schwacher Nonsens. Im Ganzen gesehen ist die Mischung dennoch in Ordnung und es ist wohl die Beste von Dylans Folk-Platten. Allein das Cover, wie er mit Suze Rotolo die West 4th Street langschlurft, bringt die damalige Stimmung im Village gut rüber. Als früher Höhepunkt seiner Songlyrik ist natürlich "A Hard Rain's A Gonna Fall" zu nennen. Symbolgeladene großartige Bilder einer Reise durch ein aus den Fugen geratenes entmenschlichtes Land, das der Regen überschwemmen wird. Das ist konkreter Symbolismus, der wirklich Sinn ergibt. Eines seiner besten Lieder bis heute. "Masters Of War" ist sein beißenster Protestsong, auch wenn er heute etwas vereinfachend und eindimensional klingt. Hier der brave Sänger, dort die bösen Geschäftemacher und Verursacher der Kriege. Natürlich geht es bei Kriegen immer auch um Bereicherung und Macht, dennoch glaube ich, daß die wahren Verursacher nicht Industrielle und Mächtige sind, auch keine Ideologien oder Religionen, - die wahren Verursacher sind wir selber.
Nicht ganz verständlich ist, warum Dylan die oben erwähnten belanglosen Songs mit reingenommen hat, wo er doch damals schon viel bessere auf Lager gehabt hätte. Etwa
"Let me die in my footsteps" oder "John Brown" oder "Tomorrow is a long time". Inzwischen sind diese Songs zwar auch offiziell veröffentlicht, aber es gibt immer noch einige, die es nur auf Bootlegs gibt.
"Freewheelin'" ist dennoch ein Meisterwerk und nun gings erst richtig los.


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