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Rezensionen verfasst von
Meißter (Hamburg)

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Entscheidend ist auf'm Teller!: Das BVB-Prinzip für optimale Fitness und maximale Energie
Entscheidend ist auf'm Teller!: Das BVB-Prinzip für optimale Fitness und maximale Energie
von Frank Fligge
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Bunt is' alle Theorie, 21. Juli 2016
„Grau is‘ alle Theorie, entscheidend is‘ auf‘m Platz“ bzw. auf’m Teller wie es so schön im Titel dieser Mischung aus Ernährungsratgeber und Rezeptbuch heißt. Doch wie grau, um bei Adi Preißler zu bleiben, is in diesem Fall die Theorie, also das Buch?

Die Idee zu dem Werk entwickelten die Autoren Frank Fligge (u.a. Sportjournalist und BVB-Fachmann) und Jola Jaromin-Bowe (Oecotrophologin mit dem Schwerpunkt Sportlerernährung) aufgrund eines Vortrags zum Thema Ernährung in der Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund und der sich daran anschließenden Entwicklung leidenschaftlicher Kochabende von Juniorenspielern, Eltern und eines Ernährungsberaters, die eigene Rezepte entwickelten. Der Beginn einer praktischen Entdeckungsreise durch die Welt der Küche für Nachwuchssportler.

Dass es sich hierbei nicht um einen lediglich am Schreibtisch entworfenen theoretischen Ratgeber handelt, merkt man dem Werk dann auch an:
Denn sowohl die Aufteilung als auch der Inhalt des Buches sind sehr abwechslungsreich und „schmackhaft“ gestaltet. Wissenschaftliche, aber praxisnahe Kapitel wechseln sich mit Interviews und ganz praktischen Kapiteln, in denen vom Kochen im Nachwuchsbereich des BVB lebhaft berichtet wird, ab. Wenn dann noch Nachwuchsspieler mit den ganz großen Profis zusammen kochen, und dies so lebendig beschrieben und bebildert wird wie hier, dann hat das eine große Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche (vor allem die mit schwarzgelber Vorliebe). Überhaupt: „Entscheidend ist auf’m Teller“ ist sehr schön und vielfältig bebildert. Was ebenfalls, gerade für so ein praxisbezogenes Buch, von Vorteil ist und die Lust aufs Kochen so durch Text und Bild geweckt wird.

72 – mit so vielen Punkten (in dem Fall Rezepten) qualifiziert man sich für die Champions League. Auch hier ist die Abwechslung Trumpf: Vom Frühstück bis zum Abendessen, von Burgern bis zu internationalen Gerichten aus den Ländern vieler Borussen-Spieler wird rezeptetechnisch eine große kullinarische Bandbreite mit dem Kochlöffel abgeschöpft. Die Rezepte sind sehr übersichtlich auf ein bis zwei Seiten in Zutaten und Zubereitung aufgeteilt und jeweils mit einem schmackhaften Foto des Gerichts bebildert. Ideal ergänzt wird das Ganze durch Vorschläge für einen Speiseplan in einer Trainingswoche, welcher nicht schnöde vorgegeben, sondern erklärend dargelegt wird.

Das schön eingebundene Buch ist ein hochwertiger Hingucker, sowohl äußerlich als auch durch die bunt und abwechslungsreich gestalteten Kapitel, die immer wieder durch Tabellen oder Übersichten mit einfachen und nützlichen Hinweisen oder Wissenswertem ergänzt werden. Erleichtert wird der Zugang durch auflockernde sprachliche Brücken, die augenzwinkernd immer wieder zum Fußball geschlagen werden. Auch wenn dies an mancher Stelle etwas zu plakativ wirken mag - wie bspw. bei der Auflistung „Gute Speisen - schlechte Speisen“.

Fazit: Dieses Werk ist nicht nur für sportliche Kinder und Jugendliche eine lohnenswerte und Freude bereitende Ernährungshilfe, sondern auch für Erwachsene oder weniger sportlich aktive Borussen bietet dieser Ratgeber wertvolle Anregungen, schöne Rezepte und Einblicke in einen sonst medial eher wenig durchdrungenen Bereich des Fußballs. Begeisterte Nachwuchs-Borussen können dank diesem Buch nun auch kulinarisch schmackhaft und gesund ihren großen Vorbildern nacheifern. Diese Funktion erfüllt „Entscheidend ist auf’m Teller“ auf authentische, praxisnahe Art und Weise. Hier gilt: Bunt is‘ alle Theorie!


Grossag WK 45 Wasserkocher / edelstahl gebürstet / 1.2 L / 1650 Watt
Grossag WK 45 Wasserkocher / edelstahl gebürstet / 1.2 L / 1650 Watt
Preis: EUR 40,68

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schicker kleiner Edelstahlkocher mit kleineren Nachteilen, 11. Januar 2016
Dieser stilsichere kleine Edelstahl-Wasserkocher ist ideal für kleinere Haushalte, die einen formschönen Wasserkocher von gehobenerer Mittelklassequalität bevorzugen. Zu dem 1,2 Liter fassenden Wasserkocher gehört ein standardmäßiges, flaches Basiselement unter dem auch das Stromkabel eingerollt werden kann. Der Wasserkocher besteht fast komplett aus gut verarbeitetem Edelstahl. Lediglich der Deckel und das daran befestigte Scharnier sind innen mit Plastik versehen, welche jedoch ebenfalls einen qualitativ guten Eindruck machen und so weit oben liegen, dass sie größtenteils nicht mit dem Kochwasser in Berührung kommen dürften. Deckel, Öffnung, Ausguss und der vollständig mit Kunststoff isolierte Griff sind ebenfalls sehr gut verarbeitet. Sie wirken griffsicher, stabil und passen sich dem schmucken Gesamtdesign an. Lediglich das mitgelieferte Sieb (ebenfalls aus Kunststoff) für den Ausguss löst sich leider ab und zu beim Ausgießen und lässt sich nur schwer wieder befestigen. Die Wasserstandsanzeige befindet sich hinter dem Griff, was an sich nicht weiter hinderlich ist. Vielmehr ist die Anzeige an sich manchmal nicht gut ablesbar, was aber eher an deren Konzeption liegt als an der Lage hinter dem Griff. Denn das Wasser verteilt sich offenbar nicht immer gleichmäßig in der Wasserstandsanzeige - je nachdem in welchem Winkel man den Wasserkocher befüllt hat. Zudem scheint die Anzeige etwas ungenau zu sein. So kann es passieren, dass man das Minimum an 0,5 Litern einfüllt und erhitzt bleiben weniger als 0,4 Liter übrig. Eine solch hohe Differenz lässt sich jedenfalls nicht durch die übliche Verdampfung erklären, wie die Erfahrung mit anderen Wasserkochern zeigt. Oder dieser Wasserkocher gibt mehr Wasserdampf ab als andere Modelle. Die Geschwindigkeit mit der das Wasser erhitzt wird ist durchschnittlich lang.

Alles in allem bin ich trotz der o.g. Mängel nach rund einem Vierteljahr Benutzung zufrieden. Denn das Wichtigste ist mir eine qualitativ hochwertige Verarbeitung mit möglichst wenig Plastik. Das ist bei des hier gegeben (mit Ausnahme des zusätzlichen losen Siebs). Nachteile wie schnellere Verkalkung, Bildung von Wasserflecken an der nicht hitzeisolierten Außenseite sind hierbei wohl in Kauf zu nehmen. Dafür erhält man einen kleinen Wasserkocher, der zwar nicht perfekt ist, dafür aber nicht nur schick aussieht sondern innen gut verarbeitet ist. Er ist in jedem Fall besser als ein Plastik-Wasserkocher und ein formschöner sowie guter Einstieg in die gehobene Mittelklasse der kleineren Edelstahl-Wasserkocher.


moses 86000 - Tatort - Das Spiel
moses 86000 - Tatort - Das Spiel
Preis: EUR 23,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebevoll gestalteter Quiz- und Spielspaß für alle Tatort-Fans, 10. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: moses 86000 - Tatort - Das Spiel (Spielzeug)
Das Tatort-Spiel ist ein innovativer Spielspaß für alle Freunde des Tatorts. Sowohl für die selbsternannten „wahren Kenner“, die nun endlich mal bei den Quiz-Fragen zeigen können, wie gut sie der Deutschen liebste Fernseh-Reihe kennen, als auch für weniger spezialisierte Freunde der Krimi-Reihe. Denn das ist der Clou: Das Spiel ist flexibel genug gestaltet, dass es nicht zwingend nerdiges Fachwissen braucht, um die Fragen zu beantworten. Eine Falle, in die viele andere themengebundene Quiz-Spiele tappen. Denn die in unterschiedliche Kategorien aufgeteilten Quizfrage-Karten beinhalten jeweils drei unterschiedliche Fragen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, aus denen der jeweils hinten liegende Spieler frei wählen kann. Darunter sind ebenso Entweder-oder-Fragen als auch Fragen mit Multiple Choice-Antwort-Möglichkeiten und offene Fragen. Hinzu kommt der Strategie- und Glücksfaktor des Spiels. Diese Mischung sorgt für gelungenen Spielspaß ab zwei Spielern mit einer hervorragenden Spiellänge von etwa 30-60 Minuten.

Die Verarbeitung des Spielmaterials ist sehr stabil und gut. Die einzelnen Elemente wurden liebevoll gestaltet – so macht der optische Aufbau des Spiels schon Lust auf mehr. Allein die Tatort-Notizzettel hätte man auch gerne auf dem Schreibtisch stehen und nicht nur neben dem Spielbrett. Das Spiel ist ein Brettspiel mit der klassischen Kombination aus Quiz- und Glücksspiel mit einem gewissen Strategiefaktor. Also so wie bei vielen bekannten Spielen, die ähnlich aufgebaut sind wie bspw. Trivial Pursuit. Einziger Unterschied: Es wird hier nicht gewürfelt, was den Zufallsfaktor glücklicherweise senkt! Quizfragen sind reichlich vorhanden und die unterschiedlichen Kategorien lassen ebenso genug Raum zur Auswahl und Abwechslung für die jeweiligen Vorlieben der Spieler. Einziger Wermutstropfen: Manche Fragen erscheinen dem Kenner dann doch zu einfach und die „Stimmt es, dass…?“-Fragen sind meist so leicht durchschaubar, dass man sie fast alle mit ja beantworten kann. Auf der anderen Seite liefern viele Fragen auch interessante Fakten, Kuriositäten und Einblicke in die große Tatort-Welt der letzten Jahrzehnte. Diese prägte seitdem nicht nur die Filmlandschaft, sondern auch die Regionen, in denen Tatorte gedreht werden, wie einige Fragen in der Kategorie „Städte“ zeigen. Potenziert wird der Spielspaß dadurch, dass man wie erwähnt nicht klassisch würfelt, sondern sich pro richtiger Antwort einen Spielchip erspielt, den man wiederum geschickt eintauschen muss, um möglichst viele Schritte voran zu kommen.

Fazit: Ein großer Spielspaß für alle Tatort-Fans. Lediglich manche Fragen sind für Kenner zu trivial.


Ein letzter Besuch: Begegnungen mit der Weltmacht China
Ein letzter Besuch: Begegnungen mit der Weltmacht China
von Helmut Schmidt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwei Staatsmänner blicken auf die asiatisch-westlichen Beziehungen, 10. Januar 2016
'Ein letzter Besuch' ist ein 191 Seiten starker Gesprächsband. Die beiden inzwischen verstorbenen Weltpolitiker und Freunde Helmut Schmidt und der erste Premierminister Singapurs, Lee Kuan Yew trafen sich im Mai 2012 ein letztes Mal in Ostasien um sich in drei Gesprächsrunden an drei aufeinanderfolgenden Tagen unter der Moderation von Matthias Nass ein letztes Mal über die große Weltpolitik auszutauschen.

Eingebettet ist der Gesprächsband in ein etwa 18 Seiten starkes Vorwort aus dem März 2013 von Helmut Schmidt, der hier ebenso eine kurze Einführung in die Historie Chinas liefert wie die Zeittafel im Anhang des Buches. Neben dem Hauptteil, der Wiedergabe der Gesprächsrunden, findet sich noch ein Abschnitt von Matthias Nass sowie ein zeithistorisch dokumentiertes Gespräch zwischen Helmut Schmidt und Deng Xiaoping aus dem Mai 1990 in Peking in dem Buch. Dieses Gespräch ist insofern interessant, als dass es relativ kurz nach dem Tian'anmen-Massaker stattfand. Hier zeigt sich in der Form und Inhalt des Austausches wohl sehr gut, welche Verbindung Helmut Schmidt zu China hatte und wie viel Verständnis er für die dortige Führung aufbrachte. Durch diese ergänzenden Kapitel erhält der Leser eine gewisse Vor- und Nachbereitung um ein besseres Verständnis für die Gesprächsinhalte zwischen Schmidt und Lee Kuan Yew zu gewinnen.

Die dreitägige Gesprächsrunde ist protokollartig wiedergegeben und mit interessanten, meist historischen, Bildern der beiden versehen. Auf empathische und für Helmut Schmidt typische Art und Weise nähern sich die beiden an und lassen die Leser so an der privaten Verbundenheit dieser beiden Staatsmänner teilhaben. Nach kurzem privatem Austausch, u.a. über ihre beiden verstorbenen Ehefrauen, der sehr berührend und freundschaftlich-höflich respektvoll wirkt, widmen sich die beiden den eigentlichen Themen dieser Gesprächsrunden. Ein letztes Mal diskutieren sie die großen Linien der europäisch-amerikanisch-asiatischen Weltpolitik. Sie tauchen sowohl in ihre persönliche Vergangenheit und Erfahrungen des letzten halben Jahrhunderts ein, als auch in die Geschichte der Länder. Hierbei beweist Helmut Schmidt einmal mehr sowohl sein fundiertes Wissen als auch seinen Respekt vor den asiatischen Kulturen und weiß hieraus als einer der wenigen seiner Zeit weise Schlüsse zu ziehen. Auf der anderen Seite ist es interessant, aus dem Erfahrungsschatz Lee Kuan Yews zu schöpfen und von seinem Blick auf Europa (er lebte einige Jahre in England) zu erfahren. Das Bereichernde an diesem Werk ist, dass sich die Freunde zwar respektvoll austauschen, ohne dabei jedoch ihre Streitlust abzulegen und auch Widersprüche, zwar freundlich, aber klar formulieren ' und dies mit einer politisch-fachlichen Prägnanz, Fachkenntnis und Klarheit wie sie nur wenige walten lassen. Probleme der Weltbevölkerung, die uns heute immer mehr beschäftigen, erkannten die beiden bereits damals.

In dem abschließenden Kapitel stellt Matthias Nass die besondere Vierer-Freundschaft zwischen den beiden Gesprächsteilnehmern sowie Henry Kissinger und George Shultz heraus und ordnet somit dieses Gespräch auch nochmal persönlich vor diesem Hintergrund ein.

Lediglich eine etwas intensivere (kritischere) Beschäftigung mit dem Demokratie-Verständnis von Lee Kuan Yew wäre hier noch wünschenswert gewesen. Ansonsten ist dieses Buch eine Bereicherung für den politischen und historischen Kosmos, um aus ihm zu lernen und zu einem besseren Verständnis zwischen China, Ostasien und dem Westen beizutragen.


Moses 108078 - Black Stories Funny Death Edition 2
Moses 108078 - Black Stories Funny Death Edition 2
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lehrreiche Rätsel nach realen Begebenheiten, 21. Dezember 2015
Diese Ausgabe der Black Stories ist eine besondere. Denn die „Funny Death Edition 2“ enthält 50 neue morbide Rätsel, die sich aus den „skurrilsten realen Todesfällen“ speisen, so verspricht es jedenfalls der Untertitel dieser Edition. Neben ein paar Klassikern sind die Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen sollen, meist die interessantesten und lehrreichsten. Es ist immer wieder erstaunlich, welch ungewöhnliche, tragische und kaum vorstellbare Formen der Tod und Unglücksfälle annehmen können. Auch diese Ausgabe enthält viele dieser morbiden Rätsel. Manche sind wirklich sehr interessant, detailliert und verschlungen, andere sind wiederum banaler. Hier zeigt sich, dass man den hohen mysteriösen Spannungsfaktor der ersten Editionen nicht mehr durchgehend erreicht.

Ein interessanter Zusatz ist, dass man meist noch erfährt, in welchem Land die jeweilige Geschichte so passiert sein soll. Bei einem Rätsel wird sogar ein Name genannt, da es sich um eine halbwegs prominente Person dreht. Der im Spiel dargelegte Unglücksfall konnte in der Form, nach eigener Recherche, so zwar nicht bestätigt werden. Dennoch bietet diese Ausgabe aufgrund der (mehr oder weniger) wahrhaftigen Hintergründe eine größere Faszination als manch andere Edition. Die Karten sowie die feine Schachtel sind in der typischen Black Stories-Aufmachung gehalten. Die Rätsel der Autoren Corinna Harder und Jens Schumacher wurden ebenfalls wie gewohnt von Bernhard Skopnik im typischen Zeichenstil der bisherigen Ausgaben passend und schön irreführend (für den Ratenden) illustriert. Lediglich die Überschriften deuten manchmal ein wenig zu viel auf des Rätsels Lösung, daher empfiehlt es sich, diese auszublenden.

Insgesamt bietet diese Edition mit Rätseln aus den Bereichen Justiz, Kriminalität, Zeitgeschichte, Unglücksfällen, Menschen und Tieren, persönlichen Beziehungen, Technik u.a. aus aller Welt (meist jedoch aus der westlichen) spannende, unglaubliche, aber auch lehrreiche Rätselunterhaltung. Wie immer liegt den stabilen Spielkarten ein ebenfalls stabiles Booklet bei, in dem nicht nur das Spiel erklärt wird, sondern auch die Edition im Speziellen sowie die Autoren und der Illustrator kurz vorgestellt werden.


Ein Fall für Zwei - Collector's Box 18 [5 DVDs]
Ein Fall für Zwei - Collector's Box 18 [5 DVDs]
DVD ~ Claus Theo Gärtner
Preis: EUR 24,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Modernisierung größtenteils gelungen, 18. November 2015
Die sehr löbliche chronologische Veröffentlichung aller 300 Matula-Folgen in der schlicht, aber schön aufgemachten 'Collector's Box'-Reihe von 'Ein Fall für Zwei' findet in der Box Vol. 18 ihre Fortsetzung auf hohem Niveau. Die Box enthält, wie in den Ausgaben zuvor auch, 15 Folgen à 60 Minuten auf 5 DVDs. Es handelt sich hierbei um die Folgen 255 bis 269 aus den Jahren 2008/09, in denen die späte Phase der Matula-Fälle eingeläutet wird. Die Filmschnitte werden rasanter, modernere Kameraführungen und Bildeffekte halten ebenso Einzug wie die Neubesetzung der langjährigen Sekretärin und treuen Begleiterin aller bisherigen Auftraggeber von Matula. Sie schien den Machern zu alt zu sein, eine traurige und dämliche Schlussfolgerung um vermeintlichen Zielgruppen hinterherzuchecheln. Mir nichts, dir nichts wurde die Schauspielerin Renate Kohn in ihrer Rolle als Helga Sommer durch die jüngere Kristin Wernstedt (gespielt von Caroline Grothgar) ersetzt. Auch wenn Caroline Grothgar ihre Rolle gut spielt, erscheint dieser Wechsel nicht wirklich nachvollziehbar.

Ansonsten bietet diese Box meist überdurchschnittlich gute, spannende und unterhaltsame Folgen. Matula und der Anwalt Dr. Voss harmonieren prächtig und so kommt ihr feiner kongenial eingefügter Humor auch nicht zu kurz. 'Ein Fall für Zwei' ist immer dann besonders gut, wenn die Macher sich auch trauen in gesellschaftliche brisante und relevante aktuelle Sphären vorzudringen oder wenn Matula in kriminelle Abgründe geführt wird, die abseits der üblicherweise behandelten Themen wie Eifersucht, Habgier und Ehedramen spielen. In dieser Staffel gelingt das besonders gut in den Folgen 'Ehrensache' (in dem es um den Mord an einer türkischen Schülerin geht) sowie 'Falsche Fährte', der sich inhaltlich ins Milieu des Diamantenhandels begibt und große Spannung und Irrfahrten bereit hält. 'Teuflischer Schatten' liefert hingegen eine Verbindung zwischen einem Mord und einem Stalking-Fall und baut dabei eine bedrohliche Kulisse auf. Ebenso hervorzuheben ist die Folge 'Das Ultimatum', die eine rasante Entführungsgeschichte bietet. Natürlich gibt es auch eher durchschnittliche Folgen, diese sind jedoch ebenfalls auf einem überdurchschnittlichen Niveau und wissen routiniert ihren Spannungsbogen aufzubauen und werden durch meist gute Schauspieler und natürlich die beiden Hauptcharaktere getragen. Eine Ausnahme bildet die Folge 'Eine fatale Entscheidung', welche ein wenig abfällt und sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch nicht zu überzeugen weiß. In ihrer übertriebenen Schlussszene wirkt die Folge dann fast schon wie eine Parodie der Reihe.

Die modernere Bildtechnik, auch durch die eine oder andere Verwendung der Slow Motion-Technik, ist ein durchaus mutiger Schritt für eine deutsche Serie. Doch sie sorgt hier für frischen Wind, da sie glücklicherweise nur dann eingesetzt wird, wenn es auch sinnvoll ist und nicht um ihrer selbst willen. Lediglich in den ersten Folgen dieser Staffel wirkt es manchmal so, als würde man noch etwas offensiver damit experimentieren. Doch nach einigen Folgen wurden die Effekte wieder reduziert und passten sich ideal der Gesamt-Regie an.

Extras gibt es wie bei den bisherigen Boxen leider keine. Bild und Ton haben eine angemessene Qualität.

Fazit: Matula & Lessing bieten auch leicht modernisiert Krimi-Genuss auf kultig-spannendem Niveau. Empfehlenswert!


Die Würde ist antastbar: Essays
Die Würde ist antastbar: Essays
von Ferdinand von Schirach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Würde gesellschaftlicher Debatten, 7. Oktober 2015
Das 135 Seiten starke, hübsch gestaltete kleine Büchlein umfasst 13 Essays aus der Feder des Autors und Rechtsanwalts Ferdinand von Schirachs, die er in den Jahren 2010 bis 2013 für den SPIEGEL schrieb.

Die Essays behandeln jeweils eine seinerzeit meist aktuelle öffentliche gesellschaftliche Debatte, in der es um Recht, Gerechtigkeit, Schuld und Verantwortung geht. Hierbei handelt es sich meist um grundsätzliche Debatten wie bspw. über Terrorismus, Direkte Demokratie oder Feminismus. Zudem beleuchtet von Schirach auch das Innenleben der Justiz (Staatsanwaltschaften, Gerichtsfotografen, Sicherungsverwahrung), auch anhand von tagesaktuellen Beispielen (bspw. zum Kachelmann-Prozess). Hierbei gelingt es dem Autor, die Grundsätze einer unabhängigen Justiz und der Menschenrechte als unverrückbare Eckpfeiler unserer Zivilisation ebenso herauszuarbeiten wie bislang unaufgelöste Widersprüche oder fehlende Antworten unserer Gesellschaft (bspw. zum Thema Sicherungsverwahrung) herauszuarbeiten. Von Schirach bleibt hierbei ruhig und sachlich. Er schält Details und Feinheiten heraus, ohne jedoch den Blick für das Grundsätzliche zu verlieren. Der Jurist und Erfolgsautor schafft es, die unterschiedlichsten, eng miteinander verwobenen Themen innerhalb der jeweiligen Essays zu sezieren, um sie am Ende wieder zu einer Gesamtbetrachtung in ein Ganzes rücken zu können (bspw. zum Fall „Gäfgen“).
In dem Essay „Du bist, wer du bist“ gibt von Schirach zudem recht offene und interessante Einblicke in seine ganz persönliche Auseinandersetzung mit seinem Großvater, dem Reichsjugendführer der NSDAP und Kriegsverbrecher Baldur von Schirach.

Abwechslungsreich regt der Autor so zum Nachdenken an. Sein leicht distanzierter, ruhiger und lakonischer Schreibstil ermöglichen dem Leser, einen Abstand zum alltäglichen boulevardesk-marktschreierischen schwarz-weiß-malenden Hype zu gewinnen. Besonnen, aber leidenschaftlich zeigt von Schirach den Rezipienten andere Blickwinkel auf, blickt hinter die Oberfläche. Er ermöglicht somit klare und ruhige Blicke auf grundsätzliche Fragen unserer Zeit, auch indem er die tagesaktuell aufgeheizten Debatten auf eine meist angenehme Art und Weise entschleunigt. In anderen Essays wiederum überspitzt er, wird geradezu satirisch (bspw. in seinem Essay zum Thema Nichtraucherschutz: „Reine Menschen, reine Luft“). So bezieht der Autor mal differenziert, mal pointiert Stellung, ohne jedoch auf alles eine Antwort zu haben und wirft somit auch neue, grundsätzliche Fragen an die Gesellschaft auf. Gerade durch den Bezug zu tagesaktuellen Debatten gestalten sich die Essays in ihren grundsätzlichen und nachdenklichen Ausrichtungen anregend und zugänglich. Der pointierte und abwechslungsreiche Schreibstil im Rahmen lakonischer Sätze erzeugt zudem eine angenehme Lesbarkeit, auch wenn man nicht immer der Meinung des Autors sein muss. Somit bieten diese Texte genau das, was gute Essays leisten sollten.

Fazit: Dieses kleine, aber feine Büchlein ist nicht nur literarisch ein Genuss. Es bietet eine Erweiterung von Blickwinkeln auf gesellschaftliche Debatten, auf die man immer wieder gerne zurückgreift.


Ein Fall für Zwei - Collector's Box 11 [5 DVDs]
Ein Fall für Zwei - Collector's Box 11 [5 DVDs]
DVD ~ Mathias Herrmann
Preis: EUR 24,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ist das das Internet?" "Nee, das ist der Bildschirmschoner!", 30. Juli 2015
Wer kennt sie nicht, die Serie 'Ein Fall für zwei'. Selbst wer noch keine der Folgen gesehen hat, kennt zumindest Matula, den etwas zerknautschten, hemdsärmligen, aber charmant zupackenden Privatermittler mit Ecken und Kanten. Die Krimiserie hat über mehrere Jahrzehnte Spannung und Unterhaltung mit starkem Wiedererkennungswert auf hohem Niveau aus dem hessischen Raum rund um Frankfurt geliefert. Claus Theo Gärtner wurde mit der Serie älter und ihr kultiges Markenzeichen.
Sehr lobenswert ist die chronologische Veröffentlichung aller 300 Folgen auf entsprechenden DVD-Boxen mit jeweils rund 900 Minuten detektivischer und anwaltlicher Aufklärungsarbeit.

Die DVD-Box 11 zeigt die ersten 15 Folgen mit dem jungen Rechtsanwalt Dr. Johannes Voss an Matulas Seite. Also von Mitte 1997 bis Ende 1998. Der Einstieg des neuen Rechtsanwalts als junger, dynamischer Widerpart zu Matula ist durchaus gelungen. Auch wenn die Drehbücher der ersten dieser Folgen leider nicht ganz überzeugen, da sie sich oftmals ähneln und die Episodenhauptdarsteller eher blass bleiben. Dies ändert sich jedoch mit der zweiten Hälfte dieser Box, als die Drehbücher abwechslungsreicher wurden und nicht nur klassische Eifersuchtsgeschichten geboten werden, sondern Spannung vom Feinsten bis hin zu persönlichen Verwicklungen (Fahrt zur Hölle) und Ausflüge in eher unbekannte Milieus (Ziel der Begierde). Das Duo Matula/Voss hingegen harmoniert von Anfang an, die Dialoge sitzen und ihre Beziehung wächst. Natürlich sind diese Folgen auch ein gutes Zeitdokument für Film & Fernsehen der späten 90er: Allmählich hält die sich rasant entwickelnde Technik Einzug, so zeigt sie sich bspw. in der Wirtschaftskriminalität am heimischen PC (Gunst der Stunde). Und Matula erhält eine erste zaghafte Einführung ins Internet. Hier zeigen sich Situationskomik und Modernisierung in einem wunderbaren Dialog: Matula vor Voss' PC: 'Ist das das Internet?' Voss leicht genervt: 'Nee, das ist der Bildschirmschoner'. Matula irritiert: 'Was?'

Aufmachung/Technik: Die DVD-Boxen sind natürlich unterschiedlich, jedoch in einem einheitlichen, zueinander passenden Layout sehr schön gestaltet. Vier der fünf DVDs sind jeweils sicher auf Doppelhaltern in der auseinanderklappbaren Box angebracht und die fünfte einzeln. Zudem enthält die Box kurze Inhaltsangaben zu den jeweiligen Folgen. Die Box befindet sich darüber hinaus in einer identisch gestalteten Schutzhülle. Bonusmaterial gibt es leider keins. Bild und Ton sind technisch einwandfrei.

Fazit: Eine würdige und lobenswerte chronologische Umsetzung eines starken Stücks deutscher Fernsehgeschichte, die durch Matula und Voss große Unterhaltung und zumindest ab der zweiten Hälfte der DVD-Box auch kriminalistisch abwechslungsreich zu überzeugen weiß.


Hanns und Rudolf: Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz Mit zahlreichen s/w-Abbildungen
Hanns und Rudolf: Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz Mit zahlreichen s/w-Abbildungen
von Thomas Harding
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historisch wertvolle Nachzeichnung zweier gegensätzlicher Leben, 31. März 2015
Der Journalist und Autor Thomas Harding ist der Großneffe Hanns Alexanders (1917-2006), der sich mit seiner jüdischen Familie zu Zeiten des NS-Regimes dazu gezwungen sah, von Deutschland nach England zu emigrieren. Ab dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Alexander vom britischen Militär für rund ein Jahr zur Suche und Festnahme hochrangiger NS-Täter eingesetzt. Hierbei gelang ihm u.a. die Festnahme des Konzentrationslager-Kommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß (nicht zu verwechseln mit Rudolf Hess).

In einer Doppelbiografie zeichnet Harding das Leben und Wirken von Höß und Alexander nach. Hierbei geht der Autor parallel vor und widmet sich ausführlich, kapitelweise abwechselnd, dem Kommandanten sowie dem etwa fünfzehneinhalb Jahre jüngeren Alexander. Angefangen bei der Kindheit und Jugend der beiden, den biografischen Bezügen zum Ersten Weltkrieg bis hin zu persönlichen, beruflichen und familiären Entwicklungen. Der größte Teil des Werkes beschäftigt sich dann eindringlich mit den einschneidenden biografischen Auswirkungen des 1933 beginnenden NS-Regimes auf die beiden Protagonisten und ihre Familien. Auf der einen Seite wird die Ausdehnung von Ausgrenzung, Diskriminierung und Unterdrückung der Familie Alexanders spürbar. Auf der anderen Seite wird die erschreckende Realität von der sog. „Banalität des Bösen“ in Person eines gewissenhaften Nationalsozialisten dargelegt: Rudol Höß, ein überzeugter Nationalsozialist, der jedoch zunächst Abscheu gegenüber mancher menschenverachtender Methode empfand und nicht wie einige andere NS-Täter sadistische Züge zeigte, dann jedoch immer mehr abstumpfte und skrupellos seine Karrierechance im KZ Auschwitz ergriff um sich eben jene menschenverachtenden Methoden nicht nur weiter anzueignen sondern zu „industrialisieren“ und zu perfektionieren. Die dramatische Emigration Alexanders, seines Zwillingsbruders und dem Großteil seiner Familie wird dem Voranschreiten des Massenmordes an Millionen von Juden und anderen Verfolgten durch die Arbeit von Höß gegenübergestellt. Diese zwei komplett gegensätzlichen und extremen Biografien werden ausführlich, persönlich und fundiert offengelegt. In vielen ausführlichen Fußnoten verweist der Autor auf entsprechende Quellen oder bietet weitergehende Erläuterungen an. Ergänzt wird das Werk durch zahlreiche Bilder. Harding belässt es jedoch nicht bei der Beschreibung äußerer biografischer Abrisse, sondern stellt die beiden Menschen, ihre Wesen, ihre Gedanken, ihren Antrieb und ihr Handeln in den Vordergrund. So ergibt sich das unfassbare Bild eines technokratischen Massenmörders, der zusehends menschlich abstumpfte und in seiner privaten Villa neben dem KZ versuchte, das Familienglück zu kitten.

Insbesondere die Passagen über Alexanders Emigration, die damit verbundenen Probleme und Lebenserschütterungen (Auseinanderreißen der Familie, Entwurzelung, geduldete aber nicht unbedingt willkommene Migranten in England mit ungewisser Zukunft usw.) sowie die ausführlichen Beschreibungen des Massenmordes in Auschwitz und die industrialisierte Ausweitung der Menschenvernichtung sind erschütternd intensiv und laufen in ihren Biografien unmerklich parallel aufeinander zu.

Ebenso beklemmend und bestürzend sind die Schilderungen zum Ende des Krieges als Alexander für das britische Militär nach Deutschland zurückkehrt und das unfassbare Grauen der Massenmorde vor Augen geführt bekommt. Höchst interessant und detailliert sind dann die parallel laufenden Beschreibungen zu der Jagd Alexanders auf Nazi-Verbrecher wie eben Rudolf Höß oder Gustav Simon, dem Gauleiter Luxemburgs sowie Alexanders Motivation dazu und den gleichzeitigen Versuchen von NS-Tätern im Nachkriegsdeutschland unterzutauchen. Hier werden selten beleuchtete Aspekte von Nachkriegs-Chaos, unfassbarem Entsetzen, Armut, Wut und notdürftiger militärischer Organisation auf Seiten der Engländer, und somit die ermittlerische Arbeit Alexanders unter widrigsten Bedingungen, deutlich.

Das Buch endet jedoch nicht mit der Festsetzung Höß‘, sondern beschreibt ebenfalls ausführlich die daran anschließende Haftzeit, seine Zeugenaussagen beim Nürnberger Prozess sowie den Prozess gegen ihn in Polen und beleuchtet dann nur noch kurz das anschließende Leben Alexanders. Zudem berichtet Harding von den heutigen Familien der beiden Protagonisten. So hat er bspw. auch noch lebende Familienmitglieder von Rudolf Höß getroffen und befragt. Dies bietet ebenso aufschlussreiche Einblicke in das Unfassbare wie die letzten Aufzeichnungen des KZ-Kommandanten, die er in polnischer Haft schrieb und mit denen sich Harding intensiv auseinandersetzte.

Dadurch, dass Harding seinen Großonkel mit all seinen menschlichen Facetten, Stärken und Schwächen zu beschreiben vermag, ergibt sich am Ende ein tiefer Einblick in das Leben Hanns Alexanders. Hierbei beschäftigt sich der Autor auch vereinzelt mit Widersprüchen und versucht anhand von Quellen (Aufzeichnungen, Briefe, Dokumente, Zeitzeugenberichte) die hier entscheidenden Lebenspassagen, von denen Harding bis zum Tode Alexanders nichts ahnte, nachzuzeichnen. Somit ermöglicht der Autor einen empathischen Blick auf diesen selbstbewussten und attraktiven jungen Mann, der bei Kriegsende keine 30 Jahre alt war und zu jenem Zeitpunkt sprachlos machende menschenverachtende Gräueltaten des 20. Jahrhunderts hautnah miterlebt hatte. Alexander durchbrach diese Ohnmacht jedoch, indem er rastlos Täter jagte bis er Höß verhaften konnte. Die Charakterisierung Alexanders und sein Werdegang lassen einen Mann voller Tatendrang zum Vorschein bringen, der dem Grauen etwas entgegenzusetzen hatte. Harding durchbricht die Sprachlosigkeit ein zweites Mal, indem er diese beiden Biografien gekonnt aufeinanderprallen lässt. Denn Hanns Alexander vergrub nach dem Abschluss seines militärischen Einsatzes bis zu seinem Tode das erlebte Grauen in sich.


Die Kunst des Feldspiels: Roman
Die Kunst des Feldspiels: Roman
von Chad Harbach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiger Sportroman, der so viel mehr ist als das, 14. Januar 2015
Ein amerikanischer Sportroman über Baseball? Der deutschsprachige Leser zuckt hier vermutlich erst mal ratlos mit den Schultern, was er damit anfangen soll. Doch der Autor Chad Harbach bietet hier so viel mehr als einfach nur eine Geschichte über Baseball, dass man sich in sie hineinstürzt und sie verschlingt, während man auf der anderen Seite traurig feststellt, dass es leider keine wirklich entsprechenden deutschsprachigen großen Gesellschaftsromane gibt die im Sport spielen.

In „Die Kunst des Feldspiels (The Art of Fielding)“ geht es dann auch gar nicht so sehr um diese Sportart, welche dem größten Teil der Europäer ein einziges Rätsel ist. Weder muss man dieses Spiel mögen, noch seine Regeln kennen, auch wenn natürlich Spielszenen beschrieben werden. Doch geht es dabei vielmehr generell um das was jede Mannschaftssportart wohl ausmacht: Der Zusammenhalt, die Auseinandersetzungen, die Spiele, das Training, das Innenleben in der Kabine, die Trainer, Hierarchien, quälende Selbstdisziplin, Gegensätze, die Besessenheit, Kameradschaft, Konkurrenz, Einsamkeit usw.

Diese Geschichte könnte auch in einer anderen Sportart so verlaufen. Nur dass Harbach eben mit dem College-Baseball und Campus-Leben eine typische amerikanische Geschichte erzählt. Es handelt sich hierbei um einen großen, ja ich möchte fast sagen Gesellschaftsroman aus der Mitte Amerikas vor der Kulisse eines Colleges. Hierbei stehen vor allem junge Menschen im Mittelpunkt, die noch auf der Suche nach ihrem Lebensweg sind, dabei im Mannschaftssport einen festen Anker finden und unter denen sich dann von heute auf morgen ein einzigartiges großes Sporttalent befindet, das so gar nicht in das öffentliche Heldenbild passt.

Doch was passiert, wenn all die Hoffnung, die in dieses Jahrhunderttalent mit dem wunderbaren Namen Henry Skrimshander gesetzt wurde und welche er lange Zeit nährte, auf einmal abrupt und unerklärbar nicht mehr erfüllt werden kann? Wenn weder er noch sein Mentor Rat wissen? Wenn der Protagonist sprachlos dieser Verantwortung nicht mehr gerecht werden kann und mit der Versagung seines Talents von jetzt auf gleich und seiner schmächtigen Erscheinung gar in gewisser Weise an einen modernen Oskar Matzerath erinnert? Was hat das für Folgen, wenn sein Förderer merkt, dass er eigentlich nicht sein eigenes Leben gelebt hat, sondern durch jahrelanges tagtägliches Einzeltraining mit Skrimshander und aufopferungsvolle, leidenschaftliche Hingabe für diesen Sport und dieses Talent, dass ihm selbst nicht gegeben war, sein Leben für einen anderen aufgeopfert hat? Es ist dieser schmale Grat zwischen Hoffnungen, Sehnsüchten, Illusionen, Erwartungen und Enttäuschungen an einen selber und an andere, die in junge Menschen und in den Sport projiziert werden, da man ansonsten keinen Halt im Leben findet, der hier prall und facettenreich um sich greift. Es ist auch ein Roman über Einsamkeit und Liebe. Der große Bogen wird durch den alternden Universitäts-Rektor Affenlight geschlagen, in dem sich diese Diskrepanz zwischen Liebe und Einsamkeit auf mehreren Ebenen widerspiegelt. Denn zum einen ist da seine Tochter, mit der er ein schwieriges Verhältnis pflegt, und zum anderen verliebt er sich auch noch in einen Studenten...

Harbach (und die gelungene deutschsprachige Übersetzung, auch wenn sie natürlich nicht jeden Wortwitz verständlich machen kann) findet eine virtuose warmherzige Sprache, die sich allmählich und intensiv ihren Figuren nähert. So gerät man immer tiefer in den Sog der Protagonisten und kann sich sehr gut mit ihnen identifizieren, in sie hineinversetzen. Darüber hinaus wird der ganz eigene Kosmos eines amerikanischen Hochschul-Campus von Harbach immer wieder mit feinem Wortwitz und guter Beobachtungsgabe liebevoll auf die Schippe genommen, wenn es bspw. um irrwitzige Merchandising-Artikel der Universität geht.

Ein wahrlich großer, intensiver Roman, der sich hervorragend lesen lässt und aufzeigt, wie toll und tiefgreifend Sportromane sein können, wenn sie zwar in eine Sportwelt eintauchen, jedoch letztlich einfach das Leben im allgemeinen und in solch einem amerikanischen Kosmos widerspiegeln. Und: keine Angst vorm Baseball, der ist hier nur Mittel zum Zweck. Es sind die Menschen und ihre Geschichten, die einen fesseln, den Baseball muss man dafür nicht lieben und verstehen, auch wenn man hier obendrauf auch noch den einen oder anderen Fachbegriff aus diesem Sport lernt.


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