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Rezensionen verfasst von
Jo Wabbler

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5 GUM Dance Sampler
5 GUM Dance Sampler

68 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zu recht kostenlos, 3. April 2013
Rezension bezieht sich auf: 5 GUM Dance Sampler (MP3-Download)
Zunächst von "5Gum" angetan, die ja zumindest recht schön anzusehende Werbung produzieren, muss hier gesagt werden: Wer Lust auf gute Dance/Electro-Musik hat ist hier vollkommen falsch. Aber wer wird denn gleich - gehen wir die Sache doch Schritt für Schritt durch.

Get up (Money G Radio Mix) 0/10

"We gonna start this party if you're sitting down" Joa, aufgestanden und gleich wieder hingesetzt. Der Track liefert eine schön kompakte Anleitung dafür, was man in guter Dance-Musik nicht finden sollte: Klischee-Text ("Everybody get up, everybody get down") gefolgt von "OH-o-OH-OH" und was danach kommt möchte man fast nicht auch noch aufschreiben, es lässt sich aber durch die zufällige Reihenfolge von "Ding" und "Dong" sicherlich perfekt rezitieren, Erfolgswahrscheinlichkeit sinkt mit steigendem Pegel, tut der Laune aber sicherlich keinen Abbruch. Die ist (auch dank des erwähnten Pegels) wahrscheinlich sowieso spitze, denn wie sollte man denn bei dieser Abfolge von Artikulationen (jetzt hätte ich fast "Gesang" oder "Text" gesagt) überhaupt sinnvolle Gedanken fassen. Sinnentleerter könnte ein Musikstück kaum sein. Aber wer hätte es gedacht, schlimmer geht immer. Autotune BAM, "Yeah Yeah Yeah" BAM, die Dorf-Disco-Fanfare BAM BAM BAAAM. Was dem modernen Filmtrailer seine Inception-Fanfare ist, ist dem Disco-Geschrammel-Zusammenschrauber die Dorf-Disco-Fanfare. Prima zum Mitgrölen, Bierverschütten oder mit-den-Kumpels-Arm-in-Arm-im-Kreis-hüpfen. Vertrauen Sie mir, ich habe einige Abende in einer Dorfdisco verbracht.

Running Water (10 Years) (Ole van Dansk Remix Edit) 0/10. Oder 0/5. Oder 0/100. Mannigfaltige Möglichkeiten erwarten Sie!

Dieser Song lässt sich prima in vier "Sinn"abschnitte unterteilen - immerhin etwas!
1) Die Sängerin drückt in ihrer Darbietung die komplexe Metapher von vergehender Liebe und der korrelierenden Erscheinung fließenden Wassers aus - ungreifbar, unhaltbar, unlenkbar. Moment. Wasser kann man stauen, Flüsse kann man begradigen und mit einem Behältnis passender Größe lassen sich auch beliebige Mengen Wasser aufhalten. Dann muss das wohl anders gemeint sein. Denkt sie in ihrer Analogie "Love is like running water" vielleicht doch eher an die Bedeutung des Verbs "to run" - "betreiben, am Laufen halten"? Ist die Liebe etwa, wie der ewige und selbst ablaufende Kreislauf aus fallendem Regen und kondensierendem Wasser eine Angelegenheit die weder Zwang noch Kontrolle von außen bedarf? Ist es am Ende der Mensch selbst der die Liebe durch sein bloßes Bewusstsein ihrer kaputt macht? Darauf gibt die Interpretin hier keine Antwort. Die muss sich jeder selbst erdenken - ebenso wie die Antwort auf die Frage, wie ein Mensch so unmenschlich kalt, gefühlslos und unmotiviert singen kann.

2) Im zweiten von vier unerträglichen Vierteln hören wir lediglich den "instrumentellen" Teil des Tracks, der immerhin durch Abwesenheit der Sängerin glänzt. Der Beat bricht in regelmäßigen Abständen von 3-4 Sekunden, ebenso ich selbst. Und wie mit mir, so ist es auch mit diesem Track: irgendwie kommt doch nur Galle.

3) Die Sängerin ist wieder da. Schade. Naja, sie klagt noch einmal ihr Leid über dieses blöde Wasser (ist aber auch ein Arschloch ey), aber resümiert das am Ende eigentlich doch wieder alles gut ist, wenn wir uns nur alle supidupi lieb haben und uns ganz viel Mühe geben! Nena wäre stolz. Oh nein. Die Halleffekte wachsen gradiell, ein dunkles Hintergrundrauschen wächst langsam an und wird lauter, das wird doch wohl nicht-

4) Teil 2. Copy+Paste.

Shake it (Club Radio Cut) 1/10

Fängt eigentlich ganz nett an. Sachte treibender Rhythmus, mit Samples von denen man meint sie in irgendeinem Deadmau5-Song gehört zu haben. Doch ehe man sichs versieht, singt da schon wieder irgendwer. Aber hoppla, auf Deutsch! Erinnert im Rhythmus an die Fantastischen Vier, vom Text her an Deichkind. Dafür 1 Punkt! Aber die Analogie hinkt, passender wäre zu sagen dass es an die ausfallenden Haare von Smudo und die Arschhaare von Ferris MC erinnert (Fanta 4 respektive Deichkind. Das Wort "respektive" steht im Duden und auf Wikipedia), so schlecht steht die Darbietung im direkten Vergleich dann doch da.
Strukturell sowie melodiös bietet der Track null Überraschungen, 3 Strophen, 2 Refrains, 1 durchgehender Beat. 3,2,1 meinsackjucktsauchnich.

Wer bis hier hin gelesen hat kann immerhin lesen, und ist vielleicht ähnlich angewidert von so lieblos hingeschnodderten Dorf-Disco-Resteverwertern. Ich möchte hier auch gar keine Empfehlungen aussprechen was Electro angeht (ich selbst höre gerne Deadmau5, Feed Me und natürlich die verehrenswerten Herren von DAFT PUNK) da es sich hier wirklich um ein extrem weites Feld handelt. Aber so weit dieses Feld auch ist, auf dem Acker hier findet man allerhöchstens Blindgänger und Fliegerbomben. Da hilft nur eins: Ausgraben, Entschärfen, Wegschmeißen. In diesem Sinne, noch viel Spaß beim Musik-Stöbern!
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 3, 2013 7:21 PM MEST


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