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Rezensionen verfasst von
Lilienthal
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Music for a While-Improvisations on Purcell
Music for a While-Improvisations on Purcell
Wird angeboten von Crawley Music
Preis: EUR 17,45

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Taufrischer Purcell, 6. März 2014
Purcell modernisiert? Das klingt für einen Klassikfan wie mich zunächst eher erschreckend als anziehend. Wegen des wunderbaren Countertenors Philippe Jaroussky habe ich die CD dennoch sogleich und neugierig angehört - und ich finde sie fantastisch. Schon mit seiner CD zu Monteverdi hatte das Ensemble "L'Arpeggiata" gezeigt, wie frisch und neu Barockmusik klingen kann. In "Music for a While" wird dieses Konzert kühn erweitert. Die Stücke Purcells werden angemessen interpretiert und mit harmonischen Finessen und Improvisationen variiert. Hierzu kann man nur sagen, dass die Musiker den Stücken sowohl musikalisch als auch den Ausdruck betreffend absolut gerecht werden. Jedes Stück bekommt seine eigene individuelle Besetzung, verwendet werden außer den Singstimmen vor allem Gitarre, Klarinette, Zink, Klavier und Kontrabass, auch Flöten und nicht zu vergessen Perkussionsinstrumente. Das Ergebnis ist bei den Meistern ihres Fachs, die Frau Pluhar hier wieder einmal zusammengebracht hat, schlicht ein Vergnügen. Wie schon in vorherigen CDs von L'Arpeggiata erfreut Philippe Jaroussky mit seiner klaren und beweglichen Stimme, vor allem aber mit seiner hochmusikalischen Interpretationskunst, und mit so klugen wie einfühlsamen Improvisationen. Ebenso freudig spielen der wunderbare Doron Sherwin am Zink, Gianluigi Trovesi mit der Klarinette und der Jazzgitarrist Wofgang Muthspiel und all die anderen Instrumentalisten, entspannt variierend, aber stets meisterhaft miteinander, d.h. aufeinander hörend. Man wird durchaus auch einmal von einer E-Gitarre oder Orgelimprovisation überrascht, alles passt jedoch überraschend gut zu der Musik Purcells. Mit seiner sehr interessanten extrem hohen Tenorstimme interpretiert Vincenzo Capezzuto einige der Stücke, sehr modern und mit Witz - eine akustische Entdeckung. Mit Raquel Andueza gesellt sich den hohen Singstimmen eine Sopranistin mit klarer Stimme zu. Eine besondere Freude sind auch die beiden Duette, jeweils mit Philippe Jaroussky.
Insgesamt wird Purcell hier vermutlich angemessener und mehr in seinem Sinne musiziert, als bei vielen gut gemeinten, aber trocken-langweiligen Aufführungen. Die Musik Purcells ist harmonisch kühn, emotional tief und überzeitlich - und L'Arpaggiata erweckt sie ganz zum Leben.
Höchst empfehlenswert sowohl an Barockmusik Interessierte mit einem weiteren Horizont, als auch für Fans von Jazz, Blues und allgemein moderner Musik. Deshalb entgegen meinen vorherigen Bedenken schlicht fünf Sterne – manches muss man eben hören, um es zu glauben.


Stabat Mater/Laudate Pueri Dominum/Confitebor
Stabat Mater/Laudate Pueri Dominum/Confitebor
Preis: EUR 19,49

37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhebend, 3. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine neue Einspielung von Pergolesis "Stabat Mater", die endlich den aktuellen Stand der Interpretation von Barockmusik umsetzt, wurde schon dringend erwartet. Die vorliegende Aufnahme übertrifft die Erwartungen sogar; sie ist tatsächlich ein Meilenstein in der Interpretationsgeschichte dieses Werks. Die Stimmen von Julia Lezhneva und Philippe Jaroussky mit ihrem reinen, knabenhaften und außerordentlich süßen Klang harmonieren hervorragend miteinander. Die Stimme von Jaroussky zeigt in dieser Aufnahme, dass sie sich in den letzten Jahren (und Monaten, wie man in Konzerten hören konnte) in eindrucksvoller Weise weiterentwickelt hat. Sie zeigt ein weiches, rundes und farbenreiches Klangspektrum, wie es kein anderer Countertenor auch nur ansatzweise erreichen würde, und dies mit einer vollkommen natürlichen Gesangsweise ohne auch nur die geringste Anstrengung. Jarousskys Stimme schwingt sich schwerelos auf, wie es für Kirchenmusik ideal ist. Sein einzigartiges Timbre liegt dabei nach wie vor zwischen Sopran und Mezzosopran, mit einer inzwischen etwas volleren Basis im Altregister und wunderbaren starken tiefen c1s und b0s. Lezhnevas Stimme ist vibratolos, in der Höhe unglaublich klar, ohne jemals schneidend zu werden, und in der Tiefe erstaunlich voll, kräftig und dunkel gefärbt.
In der Technik überzeugen beide vollkommen. Lezhnevas Intonation ist makellos, ihre Koloraturen sind wie gestochen scharf, musikalisch gestaltet sie vollkommen angemessen und ohne jegliche Übertreibung. Jaroussky zeigt sich einmal wieder als ein hochintelligenter Musiker, der die Partitur genauestens studiert, die Stilmittel der jeweiligen Dekade und Musikgattung genau kennt und so überlegt wie hochsensibel jedes Detail jeder Phrase gestaltet. Ganz angemessen verziert er manchmal ein wenig (v.a. mit Appoggiaturen), verändert in einigen Fällen auch sanft, greift aber niemals zu stark in die Musik ein, was bei einer Kirchenkomposition schlicht nicht dem Stil entspräche. In den Details unterscheidet sich die meisterhafte musikalische Gestaltung durch Jaroussky und Lezhneva von einer nur mittelmäßigen. Auch in der Ausführung der Duette brillieren Jaroussky und Lezhneva; sie singen die vielen parallelen Verzierungen und Triller in vollkommenener, berückender Synchronizität.
Was einen an dieser Aufnahme jedoch wirklich trifft, geht über den Stimmklang und die hochmusikalische Gestaltung hinaus. Beide Solisten singen hier nicht nur die notierte Musik, sondern singen als Menschen die Bedeutung der Komposition in einer Weise, die sich in Worten nicht wirklich ausdrücken lässt. Inbesondere im Gesang von Jaroussky wird der spirituelle Gehalt dieses Stückes, das von Menschenliebe und Mitgefühl spricht, in einer bewegenden Weise fühlbar. Es ist, als singe nicht eine Stimme, sondern eine menschliche Seele diese Musik. Es scheint unmöglich, dies zu hören und davon nicht berührt zu sein. Auch Lezhneva singt mit großer Überzeugungskraft und einer Reife, die ihre eigentlichen Jahre übersteigt. Beeindruckend ist ferner, wie beide Sänger - fernab der Eitelkeit, mit der manche zur Zeit modischen Countertenöre technische Kunststücke in den Vordergrund drängen - offenkundig ihre Fähigkeiten ganz in den Dienst der Musik stellen, um diese gänzlich auszudrücken und den Zuhörer mit ihr zu erreichen.
Dies wird natürlich auch durch den Kontext unterstützt. Unbedingt erwähnt werden muss das herausragende Dirigat von Diego Fasolis, der mit seinem Ensemble "I Barocchisti" diese spirituelle Musik auch instrumental vollkommen angemessen umsetzt. Fasolis beachtet jede Angabe Pergolesis genauestens, aber stets auf reflektierte, kluge Weise. Außerdem ist der Einsatz von Theorben für den Basso continuo hervorzuheben - der exzellente Rosario Conte begleitet hier mit einem Einfühlungsvermögen und einer musikalischen Kreativität, die immer wieder positiv auffallen, bleibt dabei aber stets dezent im Hintergrund.
Das wird hier mit emotionaler Einfühlung und in Umsetzung seines allgemeinen spirituellen Gehalts interpretiert. Man braucht kein Christ oder im engeren Sinne gläubig zu sein, um die Aufforderung, das Leiden eines anderen Menschen mitzufühlen und dadurch ein besserer Mensch zu werden, tief zu begreifen. Eine höchst humane Einspielung, die außerdem, im Kontrast zu vielen anderen "Stabat Mater" nichts Deprimierendes an sich hat, sondern im Gegenteil erhebend wirkt.
Als sei dies nicht genug, enthält die CD zusätzlich zwei weitere bedeutende geistliche Werke von Pergolesi mit Jaroussky und Lezhneva, dem Ensemble und Fasolis eigenem Chor (Coro della Radiotelevisione Svizzera), den er über viele Jahre geformt und perfektioniert hat. Dass diese beiden Stücke ebenfalls technisch perfekt und wunderschön umgesetzt sind, versteht sich nach dem obigen wohl bereits von selbst.


Bach: Arias with Piccolo Cello
Bach: Arias with Piccolo Cello
Preis: EUR 20,35

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Programm mit Piccolo Cello, 20. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Bach: Arias with Piccolo Cello (Audio CD)
Diese recht unbekannte Neuerscheinung ist tatsächlich eine Sensation für den Musikliebhaber. Drei herausragende Stimmen der Barockszene singen Arien mit Piccolo Cello von J. S. Bach - für diese Programmidee allein sollte es schon drei Sterne geben. Man mag bedauern, dass die Stimmen sich nicht zu Duetten zusammenfinden, aber der Vorteil ist, dass man diese herausragenden vokalen Leistungen so noch klarer hören kann. Über Sandrine Piau braucht man wirklich nichts mehr zu sagen - ihr schwebend-irisierender Ton ist für Bach phantastisch, insbesondere, weil er in den letzten Jahrne noch etwas weicher und runder geworden zu sein scheint. Christophe Dumaux' Counterstimme und Gesang sind immer wieder eine Freude, obwohl man sich an manchen schnellen Stellen eine etwas präzisere Intonation wünschen würde. Emiliano Gonzales Toro erweist sich als ein lyrischer Tenor mit einem schönen Timbre und großer Musikalität - immer wieder eine enorme Erleichterung, wenn eine barocke Tenorpartie einem Sänger anvertraut, der wie Toro, Behle oder Lehtipuu lyrisch und im barocken Stil singt (d.h. weder schreit noch brüllt, sondern eben singt). Das wunderbare Ensemble wird von Ophélie Gaillard geleitet, die auch das "kleine Cello" spielt - beides meisterhaft, lebhaft und intelligent phrasiert ung musiziert. Die Aussprache der Sänger ist übrigens trotz des ja nicht gerade leichten oder besonders sanglichen Bach-Deutsch perfekt; man versteht jedes Wort.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2013 10:28 AM CET


Arias for Farinelli
Arias for Farinelli

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdige Einspielung, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Arias for Farinelli (Audio CD)
Carlo Broschi genannt Farinelli war vermutlich der größte Sänger seiner Zeit, und so ist es angemessen, dass sich nicht irgendjemand, sondern die technisch extrem versierte Mezzosopranistin Vivica Genaux an den von ihm gesungenen Arien versucht. Ihr Timbre ist wohl nicht so „dolce“, wie Farinellis gewesen sein mag, sondern etwas herber, aber dennoch ist die Einspielung ein voller Erfolg.
Mit großer Freude hört man, dass die Arien, die hier geboten werden, zwar teilweise hochvirtuos sind, aber eben auch hochmusikalisch. Zudem sind die für den Sänger wichtigsten Komponisten mit Arien vertreten.
In Kompositionen insbesondere von Nicola Porpora, der Farinellis Gesangslehrer war und dem wir ihn somit letztendlich zu verdanken haben, sind die technischen Schwierigkeiten ein unerlässlicher und ausdrucksvoller Bestandteil der Kompositionen. Der Stil ist virtuos, aber zugleich intensiv emotional, so dass die Arien eine reine musikalische Freude sind. Zu hören, mit welcher Beweglichkeit Genaux z.B. durch die Koloraturen in „Dall'amor“ fliegt, ist wunderbar und pures Vergnügen. Die Sängerin dekoriert stilvoll und ihren Fähigkeiten entsprechend reichlich - wie schnell und dabei genau Genaux teilweise geradezu endlose Fiorituren singen kann, ist immer wieder bewundernswert (was für Lungen hat diese Frau!).
In Giacomellis „Quell'usignolo“ erfreuen die makellosen präzisen Triller, der große Tonumfang (ein sehr schönes, volles aber nicht schweres tiefes Register), vor allem aber die schwungvoll musikalische, mitreißende Gesangsweise von Vivica Genaux. Man muss bei dieser Sängerin schon genau hinhören, um alle Töne und Subtilitäten zu erfassen - wundervoll!
Farinellis Bruder Riccardo Broschi war ein höchst mittelmäßiger Komponist, aber seine Arie „Ombra fedele“ ist wunderschön und ergreifend und integriert Pathos und komplexe Koloraturen in gelungener Weise. Schön also, dass sie auf der Einspielung enthalten ist. Genaux' Begabung für schnelle Koloraturen entsprechend enthält die CD überwiegend schnelle und gesanglich hochvirtuose Musik, und weniger langsame tragische Arien; man hofft, in Zukunft auch einmal jene Seite des berühmten Sängers zu erleben.
Warum die Einspielung auch Instrumentalmusik von Galuppi enthält, erschließt sich mir nicht ganz; noch mehr Gesang wäre mir lieber gewesen, aber bei 70 Minuten bleibt dafür dennoch genug Zeit.
Diese Aufnahme ist bereits eine Dekade alt, aber seitdem hat sich niemand sonst auf CD an das Repertoire „Farinelli“ herangewagt - mit gutem Grund. Genaux ist hervorragend, und diese CD war ein weiterer Meilenstein bei der Wiedererschließung des Kastratenrepertoires.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung.


Arien aus Opern und Oratorien
Arien aus Opern und Oratorien
Wird angeboten von Bessere_Musik
Preis: EUR 52,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stimme für Händel, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Arien aus Opern und Oratorien (Audio CD)
Bis heute sind die Interpretationen von Lorraine Hunt Lieberson besonders von Musik Händels unerreicht, und vermutlich werden sie es noch lange bleiben. Ihre volle, stets warme und unglaublich ausdrucksvolle, in der Höhe glasklare Stimme ist für das barocke Repertoire wie geschaffen. Ihr Stimmmumfang ist groß, ihre Technik insbesondere für schnelle Passagen, Koloraturen und Triller perfekt. Vor allem aber singt sie stets mit vollkommen echter Emotion und mit intensivem Ausdruck - von ihrem Gesang nicht berührt zu sein, ist unmöglich.
In dieser Sammlung, die einen schönen Eindruck in Hunts Einspielungen von Händel gibt, kann man primär innige und etwas langsamere Arien genießen, in denen Hunts dunkler, wundervoller Stimmklang besonders schön zur Geltung kommt. Das tief emotionale "Vieni, o figlio" rührt unweigerlich zu Tränen, ähnlich wie die Arien aus dem Oratorium "Theodora". In "Va col canto", das von einer Nachtigall handelt, entzücken die legatos und natürlich auch Triller, außerdem einige überraschende, kristallklare hohe Töne. "Barbaro" ist eher schnell und von ärgerlichen Gefühlsausbrüchen und schnellen Koloraturauspassagen geprägt. Hinzu kommen Arien aus dem "Messias" - überhaupt sind die alle Gattungen, Kantate, Opernarie und Oratorium, vertreten. Eine schön kleine Sammlung, obwohl ich bezweifle, das der Hörer sich mit so wenig Musik von dieser wunderbaren Sängerin, die leider zu früh von uns gegangen ist, zufrieden geben wird.


Farinelli-Porpora Arias
Farinelli-Porpora Arias
Preis: EUR 18,53

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos berückende Interpretation, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Farinelli-Porpora Arias (Audio CD)
Farinelli ist sicherlich mit guten Grund von allen Kastratensängern der eine legendäre, dessen Ruhm bis in die Gegenwart strahlt. Der Countertenor Philippe Jaroussky singt auf dieser CD ausschließlich Arien (und Duette), die von Nicola Porpora für seinen herausragendsten Gesangs-Schüler komponiert wurden. Jaroussky bewältigt dabei die technische Herausforderung dieser Arien, die offensichtlich Farinellis herausragende Fähigkeiten bis an die Grenze ausloteten, stimmlich souverän und hörbar mühelos. In den extrem anspruchsvollen Bravourarien zeigt sich Jaroussky hochvirtuos und mit bis in die Höhe kraftvoller, stets kristallklarer, klangschöner Stimme; so in "Nell' attendere" gegen die Trompeten und Hörner sowie in dem extrem schwierigen "Come nave" mit seinen langen Koloraturen über einen Stimmumfang von zwei Oktaven hinweg (diese Arie erinnert in der Schwierigkeit sehr an Händels "Dopo notte"). Insgesamt erstaunt Jaroussky mit einer geradezu unfassbaren Beweglichkeit der Stimme, die es ihm ermöglicht, die bereits unglaublich schwierige Musik mit komplexen, differenziertesten Koloraturen und Ornamenten zu verzieren.

Jarousskys Stimme war schon immer unter den Countertenören die natürlichste, mit einem wunderschönen, lieblichen Timbre. Inzwischen ist sie offensichtlich in der Höhe noch stärker und klarer geworden. In allen, besonders natürlich in den langsamen, pathetischen Arien dieser Einspielung beeindruckt Jaroussky zudem mit makelloser Phrasierung, vielfältiger Schattierung der Stimme und intensivem emotionalem Ausdruck. Jaroussky belebt jeden Ton, macht sich jeden Moment der Musik zu eigen und verwandelt ihn in einen höchst persönlichen, zeitlosen Ausdruck menschlicher Emotionen und menschlichen Schönheitsgefühls.

Und obwohl man vielleicht dachte, die wichtigsten Farinelli-Arien seien bereits bekannt, präsentiert diese CD 7 musikalisch hochinteressante, hervorragend komponierte Weltersteinspielungen. Es zeigt sich, dass Porpora eben nicht nur technisch schwierig komponierte, sondern auch ein enormes Gespür für die Möglichkeiten der hochausgebildeten Singstimme sowie für wirkungsvolle, emotional berührende Musik hatte. Dies zeigt sich auch in den beide Duetten, für die Cecilia Bartoli gewonnen werden konnte, und in denen man musikalisches, aufeinander hörendes Duettieren auf allerhöchstem Niveau genießen kann.

Insgesamt ein Recitalprogramm, wie es mit Sicherheit seit der Zeit Farinellis in dieser Qualität von keinem Mann gesungen wurde, wobei es Jaroussky gelingt, nicht nur die erstaunlichen technischen Fähigkeiten Farinellis zu kopieren, sondern mit seinem Gesang, wie Farinelli es tat, zu faszinieren und zu berühren.

Die technische Qualität der Aufnahme ist glücklicherweise dem Musizieren angemessen perfekt ausgefallen.
- Vorsicht, dies ist nicht die de-Luxe-Edition, die zu Zeit beinahe ebenso günstig erhältlich ist und ein umfassendes Büchlein enthält, sondern die sparsam ausgestattete Normalausgabe!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2013 10:21 AM CET


Le vieux qui ne voulait pas fêter son anniversaire
Le vieux qui ne voulait pas fêter son anniversaire
von Jonas Jonasson
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,30

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amüsanter Schelmenroman, 13. September 2013
Schon zahlreiche Leute hatten mir dieses Buch empfohlen - eher aus Zufall habe ich es schließlich auf französisch gekauft, und bereue es nicht. Das Buch ist gut verständlich geschrieben und so auch in einer Fremdsprache relativ leicht zu lesen. Der Inhalt ist so abwechslungsreich und unterhaltsam, dass man immer wieder motiviert ist, weiterzulesen. Geboten werden zwei Geschichten: Die aktuelle des hundertjährigen Allan Karlsson, und seine Lebensgeschichte. Letztere ist tatsächlich viel interessanter als die aktuelle, denn wie in einer echten Schelmenerzählung verübt Allan so manche Unbedachtsamkeit, durch die er einigen bedeutenden Personen der Geschichte des 20. Jahrhunderts begegnet und sogar hier und da ein wenig in die Weltgeschichte eingreift - ganz versehentlich, natürlich. Ähnlich versehentlich kommen auch um den 100Jährigen herum einig Verbrecher rasch ums Leben ... ein wenig makaber ist das, aber mit so viel Witz geschrieben, dass man dem Autor unmöglich böse sein kann. Vielmehr macht das Buch einfach gute Laune, und außerdem frischt es die Geschichtskenntnisse in zwangloser Weise auf. Man kommt mit dieser Lektüre um die Welt und durch das Jahrhundert - ein leichtherziger, aber durchaus reflektierter Spaß.


Arias for Farinelli (Deluxe Edition)
Arias for Farinelli (Deluxe Edition)

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos berückende Interpretation, 13. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Farinelli ist sicherlich mit guten Grund von allen Kastratensängern der eine legendäre, dessen Ruhm bis in die Gegenwart strahlt. Der Countertenor Philippe Jaroussky singt auf dieser CD ausschließlich Arien (und Duette), die von Nicola Porpora für seinen herausragendsten Gesangs-Schüler komponiert wurden. Jaroussky bewältigt dabei die technische Herausforderung dieser Arien, die offensichtlich Farinellis herausragende Fähigkeiten bis an die Grenze ausloteten, stimmlich souverän und hörbar mühelos. In den extrem anspruchsvollen Bravourarien zeigt sich Jaroussky hochvirtuos und mit bis in die Höhe kraftvoller, stets kristallklarer, klangschöner Stimme; so in "Nell'' attendere" gegen die Trompeten und Hörner sowie in dem extrem schwierigen "Come nave" mit seinen langen Koloraturen über einen Stimmumfang von zwei Oktaven hinweg (diese Arie erinnert in der Schwierigkeit sehr an Händels "Dopo notte"). Insgesamt erstaunt Jaroussky mit einer geradezu unfassbaren Beweglichkeit der Stimme, die es ihm ermöglicht, die bereits unglaublich schwierige Musik mit komplexen, differenziertesten Koloraturen und Ornamenten zu verzieren.

Jarousskys Stimme war schon immer unter den Countertenören die natürlichste, mit einem wunderschönen, lieblichen Timbre. Inzwischen ist sie offensichtlich in der Höhe noch stärker und klarer geworden. In allen, besonders natürlich in den langsamen, pathetischen Arien dieser Einspielung beeindruckt Jaroussky zudem mit makelloser Phrasierung, vielfältiger Schattierung der Stimme und intensivem emotionalem Ausdruck. Jaroussky belebt jeden Ton, macht sich jeden Moment der Musik zu eigen und verwandelt ihn in einen höchst persönlichen, zeitlosen Ausdruck menschlicher Emotionen und menschlichen Schönheitsgefühls.

Und obwohl man vielleicht dachte, die wichtigsten Farinelli-Arien seien bereits bekannt, präsentiert diese CD 7 musikalisch hochinteressante, hervorragend komponierte Weltersteinspielungen. Es zeigt sich, dass Porpora eben nicht nur technisch schwierig komponierte, sondern auch ein enormes Gespür für die Möglichkeiten der hochausgebildeten Singstimme sowie für wirkungsvolle, emotional berührende Musik hatte. Dies zeigt sich auch in den beide Duetten, für die Cecilia Bartoli gewonnen werden konnte, und in denen man musikalisches, aufeinander hörendes Duettieren auf allerhöchstem Niveau genießen kann.

Insgesamt ein Recitalprogramm, wie es mit Sicherheit seit der Zeit Farinellis in dieser Qualität von keinem Mann gesungen wurde, wobei es Jaroussky gelingt, nicht nur die erstaunlichen technischen Fähigkeiten Farinellis zu kopieren, sondern mit seinem Gesang, wie Farinelli es tat, zu faszinieren und zu berühren.
Die technische Qualität der Aufnahme ist glücklicherweise dem Musizieren angemessen perfekt ausgefallen, und auch die optische Gestaltung ist sehr ansprechend gelungen.


Between Heaven and Earth
Between Heaven and Earth
Preis: EUR 15,76

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr Himmel ..., 7. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Between Heaven and Earth (Audio CD)
Händels Oratorien enthalten einige seiner herausragendsten Arien - nicht von ungefähr hat der Meister einige von ihnen in seinen Opern wiederverwendet. So ist es jedes Mal eine Freude, einige dieser Arien von einer unserer besten Barocksängerinnen eingespielt zu finden. Sandrine Piau hat für ihren hellen, klaren, klangschönen Sopran die Arien für diese CD klug aus verschiedenen Arten von Oratorien ausgewählt. Piau singt mit sehr wenig Vibrato oder künstlichen Ausdrucksmitteln, sondern lässt die Musik und die Stimme für sich sprechen. Dennoch ist ihr Ausdruck stets gerade durch diese Authentizität überzeugend. Wenn Piau verziert oder z.B. in die Höhe abschweift, wie in „With darkness“, ist die Wirkung umso stärker. In der Barockgesangstechnik ist Piau perfekt; ihre Triller und Koloraturen sind stets wunderschön im Klang und makellos ausgeführt. (Eine Kombination, die eher selten ist.) Dabei hält sich die Sängerin eher bescheiden zurück. Mit ihren beachtlichen Fähigkeiten anzugeben würde dieser sympathischen Künstlerin niemals einfallen, sondern alles steht offenkundig im Dienst der Musik und des angemessenen Ausdrucks. Die Verzierungen sind angemessen klug gestaltet. Auch deshalb ist das eher vergeistigte, von innen und vom Inhalt her ausdrucksstarke Repertoire aus Oratorien für diese wunderbare Sopranistin ideal.
Auch das Duett mit dem wunderbaren jungen Tenor Topi Lehtipuu ist eine reine Freude. Die beiden reinen, weichen und vibratorarmen Stimmen passen vollkommen zusammen.
Die „Accademia Bizantina“ musiziert klar, durchdacht und einfühlsam; eine wunderbare Begleitung für eine Sängerin, und in den orchestralen Stücken ein Ensemble, das die Musik interessant und spannend gestaltet, wie man es sich wünscht. Die Aufnahme ist akustisch erstaunlich makellos ausgefallen, was sie für diese Sängerin auch sollte. - Ein wahrhaft himmlisches Hörvergnügen.


Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry. Roman
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry. Roman
von Rachel Joyce
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend und uninteressant, 7. September 2013
Aufgrund einer Empfehlung habe ich mir dieses Buch zugelegt - und während des Lesens öfter erwägt, es abzubrechen. Die Idee klingt gut und rührend, aber die Autorin ist der Aufgabe einfach nicht gewachsen. Der Verlauf ist klischeehaft und besteht praktisch aus nichts anderem; es ist, als seien ein paar besonders schwache Lebensratgeber zusammengemischt und zu einem Roman verarbeitet worden. Es fehlt jegliche Originalität; man weiß immer schon Seiten vorher, was die "überraschende Auflösung" sein wird. Langweilig. Zudem schwach geschrieben. Das Buch wird im Verlauf leider immer schlechter, und auch der Schluss ist ausgesprochen schwach. Besser "Der Hundertjährige" - oder ein ganz anderes Buch wählen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 15, 2013 1:42 PM MEST


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