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Beiträge von Lilienthal
Top-Rezensenten Rang: 4.263
Hilfreiche Bewertungen: 958

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Rezensionen verfasst von
Lilienthal

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This Is Your Brain on Music: The Science of a Human Obsession
This Is Your Brain on Music: The Science of a Human Obsession
von Daniel J. Levitin
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zeitverschwendung, 29. März 2015
Als Leserin bin ich wirklich hartnäckig und lese normalerweise alles, was ich angefangen habe, zu Ende, aber bei diesem Buch habe ich dies unterlassen. Schon im ersten Kapitel finden sich so viele sachliche Fehler, die auf extremer Ungenauigkeit der Darstellung und vermutlich des zugrundeliegenden Denkens beruhen, dass ich keine Lust hatte, mir die noch folgenden Fehlmeinungen des Autors anzueignen. Es wäre wohl besser, diese Autor wäre im Bereich seiner Kompetenzen geblieben, statt sich an einem Thema zu verheben, für das er schlicht unqualifiziert ist. Übrigens ist auch der Schreibstil kein Vergnügen; sprachliche Ungenauigkeit, die sich u.a. in seltsamen Wortverdoppelungen bemerkbar machen, zeigen, dass das intellektuelle Niveau hier nicht allzu hoch ist – im Gegensatz zum unbegründeten Selbstbewusstsein des Verfassers. Besser ein anderes Buch zu dem Thema lesen.


BEISTELLTISCH BLUMENHOCKER "Wien" Ø 38 KIEFER MASSIV NATUR lackiert
BEISTELLTISCH BLUMENHOCKER "Wien" Ø 38 KIEFER MASSIV NATUR lackiert

5.0 von 5 Sternen Hübsches Tischchen, 11. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Tisch sieht hübsch aus, genau wie auf dem Foto, und das Holz ist von sehr guter Qualität, ohne störende Astlöcher. Auch die Lackierung ist ausgezeichnet ausgeführt. Interessanterweise sind die Löcher für die Tischplatte nicht vorgebohrt, so dass man sich selbst aussuchen kann, ob man die Maserung gerade oder diagonal haben möchte. Das Zusammenschrauben ist bei diesem weichen Holz völlig unproblematisch. Man sollte allerdings ein bisschen Augenmaß anwenden, damit man die Platte nicht schief auflegt. Kleiner Haken: Mein Tisch hat etwas gewackelt, weil die Beine nicht ganz gleich hoch waren. Aber da kann man sich ja behelfen. Diesen äußerst günstigen Preis ist der Tisch allemal wert.


An Ecology Of Mind
An Ecology Of Mind
DVD ~ Gregory Bateson
Preis: EUR 13,57

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, 23. November 2014
Rezension bezieht sich auf: An Ecology Of Mind (DVD)
Das Denken von Gregory Bateson ist im wahrsten Sinne systemisch und gilt deshalb manchmal als etwas schwierig. Umso schöner, dass seine jüngste Tochter Nora diesen Film gedreht hat, der so mühelos wie inspirierend die systemische Gedankenwelt Batesons vorstellt. Fernab der üblichen Langweile, die sich bei durchschnittlichen Biographien einstellt, bietet dieser Film Bilder, die einem die Person Bateson nahebringen, Kommentare, die wichtige Grundgedanken erhellen und neue Aspekte einbringen, und last not least die Schönheit eines wirklichen kreativen Kunstwerks. Ein außerordentlich gelungener Film, der informiert, erfreut und inspiriert und den man immer wieder ansehen möchte. Untertitel in mehreren Sprachen sind dabei, so dass man alles gut versteht. (Kann man übrigens aus systemischen Gründen durchaus auch anderswo erwerben als hier.)


Vivaldi:Piet-Sacred Works for Alto
Vivaldi:Piet-Sacred Works for Alto
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 14,75

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reiner Hörgenuss, 19. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Vivaldi:Piet-Sacred Works for Alto (Audio CD)
Mit seinem eigenen Ensemble „Artaserse“ hat Philippe Jaroussky das vorliegende Album mit Kirchenmusik Vivaldis eingespielt – seine dritte diesem Komponisten gewidmete Solo-CD. Und die Entscheidung für dieses Ensemble war ausgezeichnet, denn sie gibt dem jungen Countertenor die Möglichkeit, in dieser Einspielung seine Musikalität frei zu verwirklichen und seinen eigenen Stil noch weiterzuentwickeln. Deutlich wird dies besonders im zentralen „Stabat Mater“, das bereits von so vielen SängerInnen aufgenommen worden ist und hier doch ganz neu und anders klingt. Unglaublich klar und rein, aber inzwischen im tiefen Register deutlich runder und wärmer geworden (u.a. in „Cuius animam gementem“ zu hören) erweckt Jarousskys sopran-getönte Stimme dieses „Stabat Mater“ zum Leben. Vor allem aber erfüllt der Sänger und Dirigent Jaroussky die komponierte Musik mit Sinn und Bedeutung. Fein durchdacht lässt er das Ensemble agieren, wobei die stets souveräne Solovioline ebenso angenehm auffällt wie die durchgehend so intelligente wie subtile Lautenbegleitung. Vor allem aber Jaroussky selbst ist es, der nicht nur die Musik singt und interpretiert, wie sie dasteht, sondern sie durch zahlreiche Durchgangsnoten, Koloraturen und Triller ausdeutet und buchstäblich transzendiert. Hier wird die Bedeutung der Musik durch die vielfältigen Klangfarben der Singstimme ganz klar, aber noch mehr durch die Ausdeutung, die die vokalen Verzierungen der Musik hinzufügen. Hierbei verändert Jaroussky die Musik kühn und kreativ, mehr als die meisten bei barocker Kirchenmusik wagen, aber stets mit unbestechlicher Musikalität und Stilsicherheit. Dies ist wahrlich fernab von der mechanischen Langeweile, die manche eitlen Countertenöre heute leider verbreiten. Bei Jaroussky ist jedes Detail aus der Musik und ihrem Sinn entwickelt, und bei jedem Hören entdeckt man neue entzückende Details in den Tiefen und Feinheiten der Musik verborgen. Auch in dem Orchesterwerk und Orchesterpassagen zeigt sich Jaroussky als ein so souveräner wie sensibler Ensembleleiter. Manche mögen bedauern, dass dieser wunderbare Countertenor nicht seine ganze Zeit dem Opernrepertoire widmet, aber für eine solche Einspielung lohnt es sich, und sie wird mit Sicherheit auch jeden echten Liebhaber barocker Opernarien begeistern.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 21, 2014 1:32 PM MEST


Music for a While-Improvisations on Purcell
Music for a While-Improvisations on Purcell

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Taufrischer Purcell, 6. März 2014
Purcell modernisiert? Das klingt für einen Klassikfan wie mich zunächst eher erschreckend als anziehend. Wegen des wunderbaren Countertenors Philippe Jaroussky habe ich die CD dennoch sogleich und neugierig angehört - und ich finde sie fantastisch. Schon mit seiner CD zu Monteverdi hatte das Ensemble "L'Arpeggiata" gezeigt, wie frisch und neu Barockmusik klingen kann. In "Music for a While" wird dieses Konzert kühn erweitert. Die Stücke Purcells werden angemessen interpretiert und mit harmonischen Finessen und Improvisationen variiert. Hierzu kann man nur sagen, dass die Musiker den Stücken sowohl musikalisch als auch den Ausdruck betreffend absolut gerecht werden. Jedes Stück bekommt seine eigene individuelle Besetzung, verwendet werden außer den Singstimmen vor allem Gitarre, Klarinette, Zink, Klavier und Kontrabass, auch Flöten und nicht zu vergessen Perkussionsinstrumente. Das Ergebnis ist bei den Meistern ihres Fachs, die Frau Pluhar hier wieder einmal zusammengebracht hat, schlicht ein Vergnügen. Wie schon in vorherigen CDs von L'Arpeggiata erfreut Philippe Jaroussky mit seiner klaren und beweglichen Stimme, vor allem aber mit seiner hochmusikalischen Interpretationskunst, und mit so klugen wie einfühlsamen Improvisationen. Ebenso freudig spielen der wunderbare Doron Sherwin am Zink, Gianluigi Trovesi mit der Klarinette und der Jazzgitarrist Wofgang Muthspiel und all die anderen Instrumentalisten, entspannt variierend, aber stets meisterhaft miteinander, d.h. aufeinander hörend. Man wird durchaus auch einmal von einer E-Gitarre oder Orgelimprovisation überrascht, alles passt jedoch überraschend gut zu der Musik Purcells. Mit seiner sehr interessanten extrem hohen Tenorstimme interpretiert Vincenzo Capezzuto einige der Stücke, sehr modern und mit Witz - eine akustische Entdeckung. Mit Raquel Andueza gesellt sich den hohen Singstimmen eine Sopranistin mit klarer Stimme zu. Eine besondere Freude sind auch die beiden Duette, jeweils mit Philippe Jaroussky.
Insgesamt wird Purcell hier vermutlich angemessener und mehr in seinem Sinne musiziert, als bei vielen gut gemeinten, aber trocken-langweiligen Aufführungen. Die Musik Purcells ist harmonisch kühn, emotional tief und überzeitlich - und L'Arpaggiata erweckt sie ganz zum Leben.
Höchst empfehlenswert sowohl an Barockmusik Interessierte mit einem weiteren Horizont, als auch für Fans von Jazz, Blues und allgemein moderner Musik. Deshalb entgegen meinen vorherigen Bedenken schlicht fünf Sterne – manches muss man eben hören, um es zu glauben.


Stabat Mater/Laudate Pueri Dominum/Confitebor
Stabat Mater/Laudate Pueri Dominum/Confitebor
Preis: EUR 10,99

55 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhebend, 3. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine neue Einspielung von Pergolesis "Stabat Mater", die endlich den aktuellen Stand der Interpretation von Barockmusik umsetzt, wurde schon dringend erwartet. Die vorliegende Aufnahme übertrifft die Erwartungen sogar; sie ist tatsächlich ein Meilenstein in der Interpretationsgeschichte dieses Werks. Die Stimmen von Julia Lezhneva und Philippe Jaroussky mit ihrem reinen, knabenhaften und außerordentlich süßen Klang harmonieren hervorragend miteinander. Die Stimme von Jaroussky zeigt in dieser Aufnahme, dass sie sich in den letzten Jahren (und Monaten, wie man in Konzerten hören konnte) in eindrucksvoller Weise weiterentwickelt hat. Sie zeigt ein weiches, rundes und farbenreiches Klangspektrum, wie es kein anderer Countertenor auch nur ansatzweise erreichen würde, und dies mit einer vollkommen natürlichen Gesangsweise ohne auch nur die geringste Anstrengung. Jarousskys Stimme schwingt sich schwerelos auf, wie es für Kirchenmusik ideal ist. Sein einzigartiges Timbre liegt dabei nach wie vor zwischen Sopran und Mezzosopran, mit einer inzwischen etwas volleren Basis im Altregister und wunderbaren starken tiefen c1s und b0s. Lezhnevas Stimme ist vibratolos, in der Höhe unglaublich klar, ohne jemals schneidend zu werden, und in der Tiefe erstaunlich voll, kräftig und dunkel gefärbt.
In der Technik überzeugen beide vollkommen. Lezhnevas Intonation ist makellos, ihre Koloraturen sind wie gestochen scharf, musikalisch gestaltet sie vollkommen angemessen und ohne jegliche Übertreibung. Jaroussky zeigt sich einmal wieder als ein hochintelligenter Musiker, der die Partitur genauestens studiert, die Stilmittel der jeweiligen Dekade und Musikgattung genau kennt und so überlegt wie hochsensibel jedes Detail jeder Phrase gestaltet. Ganz angemessen verziert er manchmal ein wenig (v.a. mit Appoggiaturen), verändert in einigen Fällen auch sanft, greift aber niemals zu stark in die Musik ein, was bei einer Kirchenkomposition schlicht nicht dem Stil entspräche. In den Details unterscheidet sich die meisterhafte musikalische Gestaltung durch Jaroussky und Lezhneva von einer nur mittelmäßigen. Auch in der Ausführung der Duette brillieren Jaroussky und Lezhneva; sie singen die vielen parallelen Verzierungen und Triller in vollkommenener, berückender Synchronizität.
Was einen an dieser Aufnahme jedoch wirklich trifft, geht über den Stimmklang und die hochmusikalische Gestaltung hinaus. Beide Solisten singen hier nicht nur die notierte Musik, sondern singen als Menschen die Bedeutung der Komposition in einer Weise, die sich in Worten nicht wirklich ausdrücken lässt. Inbesondere im Gesang von Jaroussky wird der spirituelle Gehalt dieses Stückes, das von Menschenliebe und Mitgefühl spricht, in einer bewegenden Weise fühlbar. Es ist, als singe nicht eine Stimme, sondern eine menschliche Seele diese Musik. Es scheint unmöglich, dies zu hören und davon nicht berührt zu sein. Auch Lezhneva singt mit großer Überzeugungskraft und einer Reife, die ihre eigentlichen Jahre übersteigt. Beeindruckend ist ferner, wie beide Sänger - fernab der Eitelkeit, mit der manche zur Zeit modischen Countertenöre technische Kunststücke in den Vordergrund drängen - offenkundig ihre Fähigkeiten ganz in den Dienst der Musik stellen, um diese gänzlich auszudrücken und den Zuhörer mit ihr zu erreichen.
Dies wird natürlich auch durch den Kontext unterstützt. Unbedingt erwähnt werden muss das herausragende Dirigat von Diego Fasolis, der mit seinem Ensemble "I Barocchisti" diese spirituelle Musik auch instrumental vollkommen angemessen umsetzt. Fasolis beachtet jede Angabe Pergolesis genauestens, aber stets auf reflektierte, kluge Weise. Außerdem ist der Einsatz von Theorben für den Basso continuo hervorzuheben - der exzellente Rosario Conte begleitet hier mit einem Einfühlungsvermögen und einer musikalischen Kreativität, die immer wieder positiv auffallen, bleibt dabei aber stets dezent im Hintergrund.
Das wird hier mit emotionaler Einfühlung und in Umsetzung seines allgemeinen spirituellen Gehalts interpretiert. Man braucht kein Christ oder im engeren Sinne gläubig zu sein, um die Aufforderung, das Leiden eines anderen Menschen mitzufühlen und dadurch ein besserer Mensch zu werden, tief zu begreifen. Eine höchst humane Einspielung, die außerdem, im Kontrast zu vielen anderen "Stabat Mater" nichts Deprimierendes an sich hat, sondern im Gegenteil erhebend wirkt.
Als sei dies nicht genug, enthält die CD zusätzlich zwei weitere bedeutende geistliche Werke von Pergolesi mit Jaroussky und Lezhneva, dem Ensemble und Fasolis eigenem Chor (Coro della Radiotelevisione Svizzera), den er über viele Jahre geformt und perfektioniert hat. Dass diese beiden Stücke ebenfalls technisch perfekt und wunderschön umgesetzt sind, versteht sich nach dem obigen wohl bereits von selbst.


Bach: Arias with Piccolo Cello
Bach: Arias with Piccolo Cello
Preis: EUR 20,01

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Programm mit Piccolo Cello, 20. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Bach: Arias with Piccolo Cello (Audio CD)
Diese recht unbekannte Neuerscheinung ist tatsächlich eine Sensation für den Musikliebhaber. Drei herausragende Stimmen der Barockszene singen Arien mit Piccolo Cello von J. S. Bach - für diese Programmidee allein sollte es schon drei Sterne geben. Man mag bedauern, dass die Stimmen sich nicht zu Duetten zusammenfinden, aber der Vorteil ist, dass man diese herausragenden vokalen Leistungen so noch klarer hören kann. Über Sandrine Piau braucht man wirklich nichts mehr zu sagen - ihr schwebend-irisierender Ton ist für Bach phantastisch, insbesondere, weil er in den letzten Jahrne noch etwas weicher und runder geworden zu sein scheint. Christophe Dumaux' Counterstimme und Gesang sind immer wieder eine Freude, obwohl man sich an manchen schnellen Stellen eine etwas präzisere Intonation wünschen würde. Emiliano Gonzales Toro erweist sich als ein lyrischer Tenor mit einem schönen Timbre und großer Musikalität - immer wieder eine enorme Erleichterung, wenn eine barocke Tenorpartie einem Sänger anvertraut, der wie Toro, Behle oder Lehtipuu lyrisch und im barocken Stil singt (d.h. weder schreit noch brüllt, sondern eben singt). Das wunderbare Ensemble wird von Ophélie Gaillard geleitet, die auch das "kleine Cello" spielt - beides meisterhaft, lebhaft und intelligent phrasiert ung musiziert. Die Aussprache der Sänger ist übrigens trotz des ja nicht gerade leichten oder besonders sanglichen Bach-Deutsch perfekt; man versteht jedes Wort.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2013 10:28 AM CET


Arias for Farinelli
Arias for Farinelli
Wird angeboten von jazzfred1975
Preis: EUR 18,82

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdige Einspielung, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Arias for Farinelli (Audio CD)
Carlo Broschi genannt Farinelli war vermutlich der größte Sänger seiner Zeit, und so ist es angemessen, dass sich nicht irgendjemand, sondern die technisch extrem versierte Mezzosopranistin Vivica Genaux an den von ihm gesungenen Arien versucht. Ihr Timbre ist wohl nicht so „dolce“, wie Farinellis gewesen sein mag, sondern etwas herber, aber dennoch ist die Einspielung ein voller Erfolg.
Mit großer Freude hört man, dass die Arien, die hier geboten werden, zwar teilweise hochvirtuos sind, aber eben auch hochmusikalisch. Zudem sind die für den Sänger wichtigsten Komponisten mit Arien vertreten.
In Kompositionen insbesondere von Nicola Porpora, der Farinellis Gesangslehrer war und dem wir ihn somit letztendlich zu verdanken haben, sind die technischen Schwierigkeiten ein unerlässlicher und ausdrucksvoller Bestandteil der Kompositionen. Der Stil ist virtuos, aber zugleich intensiv emotional, so dass die Arien eine reine musikalische Freude sind. Zu hören, mit welcher Beweglichkeit Genaux z.B. durch die Koloraturen in „Dall'amor“ fliegt, ist wunderbar und pures Vergnügen. Die Sängerin dekoriert stilvoll und ihren Fähigkeiten entsprechend reichlich - wie schnell und dabei genau Genaux teilweise geradezu endlose Fiorituren singen kann, ist immer wieder bewundernswert (was für Lungen hat diese Frau!).
In Giacomellis „Quell'usignolo“ erfreuen die makellosen präzisen Triller, der große Tonumfang (ein sehr schönes, volles aber nicht schweres tiefes Register), vor allem aber die schwungvoll musikalische, mitreißende Gesangsweise von Vivica Genaux. Man muss bei dieser Sängerin schon genau hinhören, um alle Töne und Subtilitäten zu erfassen - wundervoll!
Farinellis Bruder Riccardo Broschi war ein höchst mittelmäßiger Komponist, aber seine Arie „Ombra fedele“ ist wunderschön und ergreifend und integriert Pathos und komplexe Koloraturen in gelungener Weise. Schön also, dass sie auf der Einspielung enthalten ist. Genaux' Begabung für schnelle Koloraturen entsprechend enthält die CD überwiegend schnelle und gesanglich hochvirtuose Musik, und weniger langsame tragische Arien; man hofft, in Zukunft auch einmal jene Seite des berühmten Sängers zu erleben.
Warum die Einspielung auch Instrumentalmusik von Galuppi enthält, erschließt sich mir nicht ganz; noch mehr Gesang wäre mir lieber gewesen, aber bei 70 Minuten bleibt dafür dennoch genug Zeit.
Diese Aufnahme ist bereits eine Dekade alt, aber seitdem hat sich niemand sonst auf CD an das Repertoire „Farinelli“ herangewagt - mit gutem Grund. Genaux ist hervorragend, und diese CD war ein weiterer Meilenstein bei der Wiedererschließung des Kastratenrepertoires.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung.


Arien aus Opern und Oratorien
Arien aus Opern und Oratorien
Wird angeboten von STRADIVARIUS
Preis: EUR 72,45

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stimme für Händel, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Arien aus Opern und Oratorien (Audio CD)
Bis heute sind die Interpretationen von Lorraine Hunt Lieberson besonders von Musik Händels unerreicht, und vermutlich werden sie es noch lange bleiben. Ihre volle, stets warme und unglaublich ausdrucksvolle, in der Höhe glasklare Stimme ist für das barocke Repertoire wie geschaffen. Ihr Stimmmumfang ist groß, ihre Technik insbesondere für schnelle Passagen, Koloraturen und Triller perfekt. Vor allem aber singt sie stets mit vollkommen echter Emotion und mit intensivem Ausdruck - von ihrem Gesang nicht berührt zu sein, ist unmöglich.
In dieser Sammlung, die einen schönen Eindruck in Hunts Einspielungen von Händel gibt, kann man primär innige und etwas langsamere Arien genießen, in denen Hunts dunkler, wundervoller Stimmklang besonders schön zur Geltung kommt. Das tief emotionale "Vieni, o figlio" rührt unweigerlich zu Tränen, ähnlich wie die Arien aus dem Oratorium "Theodora". In "Va col canto", das von einer Nachtigall handelt, entzücken die legatos und natürlich auch Triller, außerdem einige überraschende, kristallklare hohe Töne. "Barbaro" ist eher schnell und von ärgerlichen Gefühlsausbrüchen und schnellen Koloraturauspassagen geprägt. Hinzu kommen Arien aus dem "Messias" - überhaupt sind die alle Gattungen, Kantate, Opernarie und Oratorium, vertreten. Eine schön kleine Sammlung, obwohl ich bezweifle, das der Hörer sich mit so wenig Musik von dieser wunderbaren Sängerin, die leider zu früh von uns gegangen ist, zufrieden geben wird.


Farinelli-Porpora Arias
Farinelli-Porpora Arias
Preis: EUR 9,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos berückende Interpretation, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Farinelli-Porpora Arias (Audio CD)
Farinelli ist sicherlich mit guten Grund von allen Kastratensängern der eine legendäre, dessen Ruhm bis in die Gegenwart strahlt. Der Countertenor Philippe Jaroussky singt auf dieser CD ausschließlich Arien (und Duette), die von Nicola Porpora für seinen herausragendsten Gesangs-Schüler komponiert wurden. Jaroussky bewältigt dabei die technische Herausforderung dieser Arien, die offensichtlich Farinellis herausragende Fähigkeiten bis an die Grenze ausloteten, stimmlich souverän und hörbar mühelos. In den extrem anspruchsvollen Bravourarien zeigt sich Jaroussky hochvirtuos und mit bis in die Höhe kraftvoller, stets kristallklarer, klangschöner Stimme; so in "Nell' attendere" gegen die Trompeten und Hörner sowie in dem extrem schwierigen "Come nave" mit seinen langen Koloraturen über einen Stimmumfang von zwei Oktaven hinweg (diese Arie erinnert in der Schwierigkeit sehr an Händels "Dopo notte"). Insgesamt erstaunt Jaroussky mit einer geradezu unfassbaren Beweglichkeit der Stimme, die es ihm ermöglicht, die bereits unglaublich schwierige Musik mit komplexen, differenziertesten Koloraturen und Ornamenten zu verzieren.

Jarousskys Stimme war schon immer unter den Countertenören die natürlichste, mit einem wunderschönen, lieblichen Timbre. Inzwischen ist sie offensichtlich in der Höhe noch stärker und klarer geworden. In allen, besonders natürlich in den langsamen, pathetischen Arien dieser Einspielung beeindruckt Jaroussky zudem mit makelloser Phrasierung, vielfältiger Schattierung der Stimme und intensivem emotionalem Ausdruck. Jaroussky belebt jeden Ton, macht sich jeden Moment der Musik zu eigen und verwandelt ihn in einen höchst persönlichen, zeitlosen Ausdruck menschlicher Emotionen und menschlichen Schönheitsgefühls.

Und obwohl man vielleicht dachte, die wichtigsten Farinelli-Arien seien bereits bekannt, präsentiert diese CD 7 musikalisch hochinteressante, hervorragend komponierte Weltersteinspielungen. Es zeigt sich, dass Porpora eben nicht nur technisch schwierig komponierte, sondern auch ein enormes Gespür für die Möglichkeiten der hochausgebildeten Singstimme sowie für wirkungsvolle, emotional berührende Musik hatte. Dies zeigt sich auch in den beide Duetten, für die Cecilia Bartoli gewonnen werden konnte, und in denen man musikalisches, aufeinander hörendes Duettieren auf allerhöchstem Niveau genießen kann.

Insgesamt ein Recitalprogramm, wie es mit Sicherheit seit der Zeit Farinellis in dieser Qualität von keinem Mann gesungen wurde, wobei es Jaroussky gelingt, nicht nur die erstaunlichen technischen Fähigkeiten Farinellis zu kopieren, sondern mit seinem Gesang, wie Farinelli es tat, zu faszinieren und zu berühren.

Die technische Qualität der Aufnahme ist glücklicherweise dem Musizieren angemessen perfekt ausgefallen.
- Vorsicht, dies ist nicht die de-Luxe-Edition, die zu Zeit beinahe ebenso günstig erhältlich ist und ein umfassendes Büchlein enthält, sondern die sparsam ausgestattete Normalausgabe!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2013 10:21 AM CET


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