MSS_ss16 Hier klicken Jetzt informieren muttertagvatertag Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16
Profil für Lilienthal > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Lilienthal
Top-Rezensenten Rang: 3.444
Hilfreiche Bewertungen: 955

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Lilienthal

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11
pixel
La Primavera
La Primavera

5.0 von 5 Sternen Makellose Technik in höchster Lage, 23. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: La Primavera (Audio CD)
Bei der Rezension dieser Einspielung, auf die ich leider erst jetzt aufmerksam wurde, kann ich mich im wesentlichen nur meinen Vorrezensenten anschließen. Kermes hat eine außergewöhnliche Sopranstimme und zeigt auf dieser CD makellose Koloraturtechnik, berückenden Wohlklang und eine sehr gute Interpretation. Die Kantaten von Kraus sind etwas zu glatt und wenig kreativ, um mit Mozart verglichen zu werden, aber umso mutiger war die Entscheidung für dieses unbekannte Repertoire statt des Altbekannten. Deshalb kein Punktabzug, obwohl ich mir wegen der etwas langweiligen Kompositionen nicht vorstellen kann, diese Aufnahme allzu oft anzuhören. Für die Stimme der Kermes und ihre Gesangstechnik würde sich dies jedoch lohnen. Der Bemerkung eines Vorrezensenten möchte ich widersprechen: Mich erfreut an diese Intepretatin der Kermes gerade, dass sie dieses unglaublich schwierige Repertoire vollkommen mühelos singt. Zudem gibt es hier noch nicht die leider mit der Mühelosigkeit in späteren Aufnahmen der Kermes verbundene Gleichgültigkeit gegenüber der Musik, die sich in einer demonstrierten Sorglosigkeit, die in Ungenauigkeit übergeht, zeigt. Vermutlich ist das etwas spätere, leichtfüßige Repertoire für die Sängerin einfach passender und liegt ihr besser als das des Barock.


Jamrach's Menagerie
Jamrach's Menagerie
von Carol Birch
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

5.0 von 5 Sternen Fantasievoll, spannend, existenzialistisch, 16. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Jamrach's Menagerie (Taschenbuch)
In ärmstlichsten Verhältnissen lebt der junge Jaffy im London wohl des 19. Jahrhunderts, als die Begegnung mit einem echten Tiger sein Leben für immer verändert und ihn bald auf eine unglaubliche Schiffsreise schickt.
Das Buch ist gut verständlich geschrieben, allerdings im englischen Original mit einem ungewöhnliche großen und vielfältigen Wortschatz, es ist also nur für sehr Fortgeschrittene geeignet. Umso größer ist das Vergnügen an der lebhaften Sprache und der wahrlich bunten und kaum fassbaren Erzählung. Man braucht recht starke Nerven, um die Schilderung einiger der Vorgänge zu verkraften - das Leben wird hier sehr realistisch, doch stets human, als hart und manchmal grausam beschrieben. Existenzielle Themen wie Freundschaft und Loyalität, Tod, Schuld und Vergebung werden eindrucksvoll eingearbeitet. Ein Buch, das sehr zum Nachdenken anregt. Leider gibt es aus strukturellen Gründen in der zweiten Hälfte eine sehr lange Passage, die man mit großer Ungeduld liest und die vielleicht etwas zu lang ist, aber dies macht die Erzählung umso packender - man liest atemlos und hofft über viele Seiten, dass sich endlich die ersehnte Auflösung der Situation ergebe. Sehr gut gearbeitet. Trotz des jugendlichen Protagonisten entschieden ein Buch für Erwachsene.


Bad Guys
Bad Guys
Preis: EUR 21,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Keine Ideen gehabt?, 26. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Bad Guys (Audio CD)
Au, toll, endlich mal eine CD mit Arien von Händel! So originell! ... Sie bemerken meine Ironie - Wer heute ein Album mit Arien von Händel aufnimmt, sollte dafür einen guten Grund haben. Das trifft bei der vorliegenden Einspielung nicht zu; sie enttäuscht leider ziemlich. Man hat noch die berückend schöne und bewundernswert fokussierte Stimme von Christophe Dumaux mit „Belle dée di questo core“ aus "Giulio Cesare" im Ohr, und gegen diese fällt Sabata doch außerordentlich ab. Sabatas Stimme klingt je nach Lage falsettierend, angestrengt oder etwas hohl, nie klar oder besonders klangschön; die Register fallen zudem klanglich gänzlich auseinander. In der Tiefe ist die Stimme äußerst schwach, große Höhe gibt es auch nicht. Auch die Beweglichkeit von Sabatas Stimme ist entschieden begrenzt; schnelle Koloraturen sind nicht seine Sache.
Stimmliche Variabilität oder Ausdruck kann ich nicht recht wahrnehmen; alle Passagen klingen bei dieser doch recht mittelmäßigen Stimme im wesentlichen gleich. Keine emotionalen Spitzen, was man bei diesem Titel doch erwarten würde - auch insofern keine Erfüllung der Erwartungen.
Das Ensemble „Pome d'oro“ erschreckt bei „Pena Tiranna“ mit harten fortissimi, die so „dreinschlagen“, dass sie schlicht nicht mehr musikalisch klingen. Die Arie selbst hat man von anderen bereits erheblich schöner gehört. Recht gut sind die Musiker des Ensembles darin, das Tempo bei Bedarf an die doch recht beschränkten Fähigkeiten Sabatas bei schnellen Tonfolgen anzupassen.
Insgesamt eine aus meiner Sicht überflüssige CD. Sogar das Konzept, nur "Schurken" zu singen, hat man schone bei Terfel - besser - gehört. (Andererseits ja schön, dass es inzwischen so viele Countertenöre zum Vergleichen gibt...)


Arias for Farinelli
Arias for Farinelli
Preis: EUR 20,18

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdige Einspielung, 23. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Arias for Farinelli (Audio CD)
Carlo Broschi genannt Farinelli war vermutlich der größte Sänger seiner Zeit, und so ist es angemessen, dass sich nicht irgendjemand, sondern die technisch extrem versierte Mezzosopranistin Vivica Genaux an den von ihm gesungenen Arien versucht. Ihr Timbre ist wohl nicht so „dolce“, wie Farinellis gewesen sein mag, sondern etwas herber, aber dennoch ist die Einspielung ein voller Erfolg.
Mit großer Freude hört man, dass die Arien, die hier geboten werden, zwar teilweise hochvirtuos sind, aber eben auch hochmusikalisch. Zudem sind die für den Sänger wichtigsten Komponisten mit Arien vertreten.
In Kompositionen insbesondere von Nicola Porpora, der Farinellis Gesangslehrer war und dem wir ihn somit letztendlich zu verdanken haben, sind die technischen Schwierigkeiten ein unerlässlicher und ausdrucksvoller Bestandteil der Kompositionen. Der Stil ist virtuos, aber zugleich intensiv emotional, so dass die Arien eine reine musikalische Freude sind. Zu hören, mit welcher Beweglichkeit Genaux z.B. durch die Koloraturen in „Dall'amor“ fliegt, ist wunderbar und pures Vergnügen. Die Sängerin dekoriert stilvoll und ihren Fähigkeiten entsprechend reichlich - wie schnell und dabei genau Genaux teilweise geradezu endlose Fiorituren singen kann, ist immer wieder bewundernswert (was für Lungen hat diese Frau!).
In Giacomellis „Quell'usignolo“ erfreuen die makellosen präzisen Triller, der große Tonumfang (ein sehr schönes, volles aber nicht schweres tiefes Register), vor allem aber die schwungvoll musikalische, mitreißende Gesangsweise von Vivica Genaux. Man muss bei dieser Sängerin schon genau hinhören, um alle Töne und Subtilitäten zu erfassen - wundervoll!
Farinellis Bruder Riccardo Broschi war ein höchst mittelmäßiger Komponist, aber seine Arie „Ombra fedele“ ist wunderschön und ergreifend und integriert Pathos und komplexe Koloraturen in gelungener Weise. Schön also, dass sie auf der Einspielung enthalten ist. Genaux' Begabung für schnelle Koloraturen entsprechend enthält die CD überwiegend schnelle und gesanglich hochvirtuose Musik, und weniger langsame tragische Arien; man hofft, in Zukunft auch einmal jene Seite des berühmten Sängers zu erleben.
Warum die Einspielung auch Instrumentalmusik von Galuppi enthält, erschließt sich mir nicht ganz; noch mehr Gesang wäre mir lieber gewesen, aber bei 70 Minuten bleibt dafür dennoch genug Zeit.
Diese Aufnahme ist bereits eine Dekade alt, aber seitdem hat sich niemand sonst auf CD an das Repertoire „Farinelli“ herangewagt - mit gutem Grund. Genaux ist hervorragend, und diese CD war ein weiterer Meilenstein bei der Wiedererschließung des Kastratenrepertoires. Man kann auf die erste Einspielung, bei der bald - wie man hört - ein bekannter Countertenor dieses unglaublich schwierige Repertoire singen wird, sehr gespannt sein.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung.


Farinelli, the Composer
Farinelli, the Composer
Preis: EUR 8,44

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider kein Gewinn, 23. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Farinelli, the Composer (Audio CD)
Für einen Barockliebhaber scheint eine Einspielung mit Kompositionen des vermutlich größten virtuosen Kastratensängers Farinelli geradezu Pflichtliteratur zu sein. Mit entsprechend großer Freude nahm dieser Rezensent die CD in Empfang, und proportional war dann die Enttäuschung.
Waschinski war bereits bei der Einspielung von Steffanis „Orlando generoso“ nicht mehr der Sänger, der er einmal gewesen sein mag; 2009, als „Farinelli the Composer“ aufgenommen wurde, noch weniger. Ich schätze Countertenöre sehr, aber was Waschinski auf dieser CD produziert, ist in allen Registern ein gequältes Gejammer, das wohl bei keiner Sängerin ohne Pfeifkonzert angehört würde, und das wäre besser nicht aufgenommen worden. Der Sänger bezeichnet sich als „Sopranist“, aber das abgewetzte Geschrill, das er im höheren Rregister von sich gibt, kann vielleicht als gequältes Falsettieren, aber nicht wirklich als Gesang bezeichnet werden und ist kaum im Bereich des Sopran; insofern ist die Bezeichnung gänzlich überflüssig. Beim Anhören waren die beiden Prioritäten der Lautstärkeregler, um leiser zu drehen, und die Hoffnung, das Stück möge bald zu Ende sein. Nb. höre ich tausend mal lieber einen Countertenor, der „nur“ bis g'' o.ä. singt, das aber klangschön, und sicherlich geht es so jedem, der Barockgesang schätzt. (Übrigens kommt z.B. Jaroussky bis a'', macht aber kein besonderes Aufheben davon.)
Leider sind auch die Kompositionen, die hier präsentiert werden, höchstens mittelmäßig. Die meisten, ja überaus zahlreichen Komponisten des Barock haben wesentlich interessantere Arien kreiert. Dadurch verpasst man zumindest nichts, wenn man diese CD nicht erwirbt. Tatsächlich musste das Repertoire auch bereits mit fremden Kompositionen ergänzt werden, weil Farinelli so ausgesprochen wenige eigene Stücke oder niedergeschriebene Kadenzen hinterlassen hat. Ich werde es unterlassen, meinem Unmut darüber Ausdruck zu geben, dass ausgerechnet unter dem Namen „Farinelli“ so etwas abgeliefert wird wie diese CD, aber es fällt mir schwer.
Insgesamt also: besser Finger weg von dieser Einspielung. Genaux ist unvergleichlich besser, und man hört, auch einer der bekanntesten Countertenöre plane etwas zu Farinelli.
Ein Stern für die CD, ein weiterer für das immerhin neue Repertoire.


The Wings of the Dove (Penguin Classics)
The Wings of the Dove (Penguin Classics)
von Henry James
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,70

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplexes Meisterwerk, 22. Mai 2013
Der Roman "The Wings of the Dove" ist ein sprachliches Meisterwerk, das man unbedingt im Original lesen sollte. Dies setzt allerdings sehr gutes Englisch und vor allem große Liebe zur Sprache voraus. James' Spätwerk ist psychologisch komplex und überaus subtil, aber auch ausgesprochen schlüssig. In wenigen Romanen wird man über feinfühlige und interessante Charaktere, deren Motive und Verhalten so viel erfahren wie aus diesem. Die Handlung verläuft allerdings recht langsam, was viel Geduld erfordert. Die sympathischste Figur bleibt dem Leser relativ fern und scheint dem Tod geweiht, die anderen Charaktere haben ihre charakterlichen Schwächen, sind aber dennoch einnehmend. Vor allem aber schreibt James auf einem Niveau der Abstraktion, das außergewöhnlich ist, und in einem Stil, der mich sehr an klassische Musik erinnert. Es ist eine akustische, intellektuelle, psychologische und stilistische Freude, seinen Text zu lesen; doch oft ist das Niveau der Überlegungen so hoch, dass man kaum fähig ist, allen Verzweigungen bis ins Detail zu folgen. Die Sprache ist vor allem dadurch ungewöhnlich, dass James (im Englischen!) oft nach drei Wörtern ein Komma setzt, und nach drei weiteren wieder eins. Auch als Anglist mag man staunen, was man mit der englischen Sprache so alles anfangen kann! Leicht lesbar ist der Text also nicht. Es handelt sich nahezu um eine Meditation über die "Conditio Humana". Sehr lohnend, wie gesagt am besten im Original.


I Viaggi di Faustina - Arien
I Viaggi di Faustina - Arien
Preis: EUR 21,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sopranarien von Faustina, ausgezeichnet interpretiert, 6. April 2013
Rezension bezieht sich auf: I Viaggi di Faustina - Arien (Audio CD)
Faustina Bordoni war eine der herausragendsten Sängerinnen der Barockzeit, nach Ansicht vieler sogar besser als die Cuzzoni - schön also, dass ihr hier eine ganze CD gewidmet wird. Noch schöner, dass durchgehend andere Arien gewählt wurden als auf der CD mit Vivica Genaux - keine einzige von Hasse, Bordonis Ehemann - und dass hier mit Roberta Invernizzi eine der besten Barock-Sopranistinnen unserer Zeit singt. Die Einspielung ist damit vom Repertoire her bedeutsam und rundum gelungen.
Die Arien von Porpora überzeugen und begeistern den Hörer wie meist mit komplexer Melodik mit schnellen einkomponierten Koloraturen, in denen Invernizzi mit ihrer außergewöhnlich beweglichen Stimme brillieren kann. Wunderbar, dass dieser große Komponist und Konkurrent Händels jetzt ein lange verdientes Comeback erfährt!
Die Arien von Mancini - den man bislang eigentlich nur von einer Kantate, die Philippe Jaroussky eingespielt hat, kennt - erweisen sich bei Invernizzi als ungewöhnlich lebendig, abwechslungsreich, wobei die Melodik und Komposition vollkommen natürlich und ausgesprochen mitreißen sind. Die Arie über die „Usignolo“, die Nachtigall z.B. wird von Invernizzi natürlich und berührend gesungen, mit aus der Musik passend entwickelten, aber durchaus kühnen Verzierungen ohne Angst vor extremer Höhe.
Die Arien von Vinci sind im Vergleich eher schwach - wie überhaupt dieser Komponist mit seinen musikalisch oft nahezu inhaltslosen Gesangsstücken im Moment etwas überschätzt zu werden scheint.
Invernizzis Stimme bleibt in der Höhe unglaublich klar und durchgehend außergewöhnlich klangschön - gefällt mir erheblich besser als die von Kermes. Leider teilt sie mit letzterer die Gewohnheit, teilweise etwas zu sehr im Hals zu singen, was die Gleichmäßigkeit der Register manchmal ein wenig beeinträchtigt, dies ist bei Invernizzi jedoch geringfügig und wird durch ihre insgesamt ausgezeichnete Technik und ihren makellosen Geschmack ausgeglichen.
Das mir bislang unbekannte Ensemble der „Turchini“ spielt präzise und lebendig und begleitet die Sängerin ausgezeichnet. Nur das Design des Covers der CD scheint mir etwas fragwürdig, aber was soll's.


Alleluia
Alleluia
Preis: EUR 7,99

40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stimme der Zukunft, 24. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Alleluia (Audio CD)
Bei Solomotetten handelte es sich im Barock um eine Sonderform, eigentlich um Kantaten mit geistlichem, d.h. lateinischem Text. Arien und Rezitative also, ganz wie in der Oper, und ebenso virtuos und emotional wie in dieser. Solomotetten hat die junge Sopranistin Julia Lezhneva also für ihr Debütalbum gewählt, durchaus klug, denn so konnte sie Kompositionen von Vivaldi, Händel, Porpora und Mozart auf einer CD kombinieren und ihre stupenden Fähigkeiten in verschiedenen Stilen demonstrieren.
Julia Lezhneva verfügt über eine Stimme von einer Klarheit und Kraft, wie es sie wohl nur einmal in einer Dekade oder sogar einer Generation gibt, und die durch eine langjährige und exzellente Ausbildung bereits jetzt vollkommen entwickelt ist. Ihr hohes Register kann nur mit dem Wort kristallklar beschrieben werden, das mittlere und tiefere sind ebenfalls klar, aber dunkler, androgyn und doch warm. Hervorragend fokussiert ist diese Stimme mit ihrem Timbre von berückender Schönheit, vor allem aber zeigt die junge Sopranistin ein hervorragendes Gefühl für eine stilvolle Tonbildung. Hörbar gestaltet Lezhneva alles vollkommen natürlich aus der Musik selbst und ihrer Freude am Singen heraus und berührt damit umso mehr. Lezhneva verfügt über eine makellos Technik, singt die komplexesten Koloraturen so natürlich, wie andere atmen, verfügt über ein großartiges messa die voce und singt einen vollkommenen Triller in der perfekten Geschwindigkeit.
Zwei so bekannte wie schwierige Motetten von Vivaldi und Mozart bringt Lezhneva hier noch einmal - dennoch lohnt es sich diese Einspielung zu hören. Der Stimmklang dieser Sängerin ist geradezu suchterzeugend schön, ihre Technik in diesen Stücken mit ihrem sehr großen Stimmumfang absolut überzeugend. Erstaunlich kraftvoll und androgyn im Klang im ersten Satz des Vivaldi, lieblicher bei Mozart, stets stilvoll und technisch perfekt überzeugt hier alles.
Die eigentliche Entdeckung dieser CD (außer der Sängerin) ist die Komposition von Nicola Porpora, der ja im Moment glücklicherweise gerade seinen Platz als Komponist wiedererlangt - in der Tat zwischen Händel, Vivaldi und Mozart, gleichrangig. Bereits der erste Satz der hier erstmals eingespielten Motette lässt einen verwundert und etwas sprachlos zurück ob der raffinierten, jubilierenden Melodie und Komposition, aber auch angesichts der gesanglichen Schwierigkeit mit zahlreichen einkomponierten Trillern, die Frau Lezhneva unglaublicherweise tatsächlich alle singt (hiermit erinnert sie an Cecilia Bartoli). Es folgt ein sehr bewegendes Accompagnato, und mehr ausdrucksvolle Virtuosität. Für Lezhneva gilt offensichtlich, dass für sie technisch nichts zu schwierig wäre, um es zu singen, und es ihr umso mehr Freude macht, je schwieriger die Musik eigentlich ist - es ist die pure Freude, dies anzuhören.
Dass auch der Giardino Armonico wie immer auf dem höchsten möglichen Niveau spielt, braucht man diesem Ensemble kaum zu betonen.
Die einzige Unvollkommenheit dieser CD ist, dass Lezhnevas sehr starke Stimme im fortissimo ein oder zweimal das Mikrophon überfordert und eine Übersteuerung hervorruft - sollte bei einer CD nicht sein, aber wer diese Sängerin jemald live gehört hat, weiß, dass ihre Stimmkraft wirklich geradezu übernatürlich und der Lapsus deshalb verständlich ist. Die sehr natürlichen Fotos der CD sind ungewöhnlich, aber für diese sympathische Sängerin ganz passend - hier ist alles echt, alles natürlich und steht im Dienste der Musik.
Zweifellos eine der großen Sängerinnen der Zukunft, vielleicht die vielversprechendste. Man kann sich auch schon auf das "Stabat Mater" (von Pergolesi) mit ihr freuen, und auf ihre Konzerte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2014 5:12 PM MEST


Stabat Mater
Stabat Mater
Preis: EUR 21,99

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Andere sind erheblich besser, 24. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Stabat Mater (Audio CD)
"Man nehme eine hübsche, bekannte Sopranistin, stelle sie neben eine Mezzosopranistin und lasse beide das "Stabat Mater" singen - irgendjemand wird es schon kaufen." - Dann sollte Pergolesis herrliche Komposition aber auch würdevoll und nach 18. Jahrhundert klingen; hier klingt sie eher nach Wagner. Frau Prohaska beherrscht leider den barocken Stil nicht einmal ansatzweise und verfügt auch nicht über den erforderlichen Geschmack, um dies zumindest auf der Ebene des Ausdrucks zu kompensieren. Zu romantisch und gekünstelt klingt hier alles. Diese Einspielung ist nicht gelungener als die mit Frau Netrebko, und das ist kein Kompliment. Bernarda Fink singt wie immer gut; man hätte ihr eine bessere Gesangspartnerin gewünscht. Die Begleitung ist ebenfalls wie stets beim Stabat Mater; keine besonders interessante Einspielung. Wesentlich empfehlenswerter sind viele andere Einspielungen des Stabat Mater, z.B. die legendäre mit Emma Kirkby, eine jüngst erschienene mit Terry Wey (Countertenor) oder die für Herbst vorgesehene mit Philippe Jaroussky und der brillanten jungen Sopranistin Julia Lezhneva (aller Voraussicht nach wirklich DIE Sopranistin der Zukunft).
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 27, 2014 5:03 AM CET


Six Complete Operas
Six Complete Operas

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Besser nicht!, 27. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Six Complete Operas (Audio CD)
Unglaublich preisgünstig ist diese Sammlung - leider aber aufgrund des Dirigats von Alan Curtis so langweilig, dass man sie nur bei Schlafstörungen anhören sollte (und dann nur spätabends!). Und man nenne diese Interpretationen bitte nicht "akademisch"; das sind sie nicht, sondern Curtis dirigiert lässt alles unreflektiert gleichmäßig langweilig und zu langsam spielen. Das ist eher arm an Geist. Und es hat nichts mit dem lebendigen, bunten, von Kontrasten lebenden Barock zu tun. Schade, dass hier hervorragende Sänger verschlissen werden. Bitte kaufen Sie etwas anderes!


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11