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Rezensionen verfasst von
Marc Colling "luxkling" (Dalheim Luxemburg)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Wig Out at Jagbags
Wig Out at Jagbags
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es rockt auf den Punkt, 2. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Wig Out at Jagbags (Audio CD)
Ich muss zugeben, dass ich Pavement nicht kenne.....Asche auf mein Haupt. Deshalb kann ich auch nicht beurteilen, ob eine Reunion mit Malkmus Sinn machen würde. Wenn ich mir jetzt so dieses Soloalbum anhöre (mit den Jicks), dann kann ich mir aber nur schwer vorstellen, was Pavement besser machen würde....

Jedenfalls ist Malkmus ein Verfechter der Songschreiber, die kurz, knackig, prägnant schreiben. Direkt ohne Schnörkel auf den Punkt. Und glaube ja niemand, diese Songs seien eingängig oder "nett". Trotz der relativ simplen Kompositionsart, macht Malkmus aus jedem Song etwas Besonderes. Sei es die Instrumentierung oder die abrupten Stilwechsel innerhalb eines Songs....alles klingt sehr durchdacht und doch überraschend.

12 Songs, die meisten nur ca. 3 Minuten kurz (nur der letzte Song sprengt die 5-Minuten), mal schrammlig, rockig, sogar funkig und punkig. Viele Ideen sind manchmal in 3 Minuten verpackt, doch wie sagte man bereits Ende der 60er: du lernst manchmal mehr in einem 3 Minuten Rocksong als in deinem ganzen Schulleben. Recht hat er......!


Meddle (remastered)
Meddle (remastered)
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Startschuss des ARTROCK, 25. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Meddle (remastered) (Audio CD)
Pink Floyd haben hier den ARTROCK erfunden. Psychedelic ist das hier nicht mehr, besonders da auf Seite 1 mit 5 kürzeren Songs das Album eher in die Richtung des späteren Artrock geht. Denn Songs mit Jazzakkorden, wie in FEARLESS oder SAN TROPEZ, da kann man nicht mehr als psychedelisch bezeichnen.

ONE OF THESES DAYS, der Opener, ist ein Klassiker. Das Windgeräusch, später nochmal auf WISH YOU WERE HERE recycelt, ist legendär. Der Song und sein einzelner gesprochener Satz ebenfalls. Diesen Song kennt eigentlich jeder. A PILLOW OF WINDS ist ruhig und verträumt. FEARLESS (mit einem Ausschnitt von "You'll never walk alone) und SAN TROPEZ sind zwei nette Songs mit leichtem Jazzeinschlag, doch wirklich nur sehr dezent. SEAMUS dann als Abschluss mit dem jaulenden Hund....geschenkt. Es ist einfach nur ein Musikerwitz.

ECHOES nimmt dann die ganze zweite LP Seite ein, und wurde von den meisten wohl öfters gehört als die A-Seite. Wie bereits auf ATOM HEART MOTHER komponiert die Band hier ein über 20-minütiges Lied mit mehreren Hauptthemen, sowie Improvisationen. Der Beginn mit dem Echolotpianoton ist jedem bekannt, die Basslinien, ähnlich wie auf ONE OF THESE DAYS, wenn auch weniger agressiv, kennt auch jeder. Gilmours Einfluss wird hier immer klarer. Sein Spielstil bestimmte mehr und mehr den Sound der Band. Kompositorisch gehen PF hier keine Risiken ein. MEDDLE ist leicht verdaulich, weit weniger experimentell als die Vorgängeralben. Die Musiker hatten auch 7 Monate Zeit, am Album zu arbeiten. Studiozeiten kriegten sie jetzt viel leichter als am Anfang. Dies nahm natürlich ein bisschen die Spontaneität weg.

Doch nichstdestotrotz ist MEDDLE kommerziell UND künstlerisch ein grosser Erfolg. Sie haben sich nicht ans Massengeschäft verkauft, sind immer noch innovativ und kreativ. Dass sie für die damaligen Verhältnisse (denkt dran, es gab noch keine Computer im Studio) phantastische Sounds erzeugten mit rückwärts laufenden Tonbändern, Dopplereffekten, Echorecs und Leslie Lautsprechern, das ist ihnen hoch anzurechnen. Und diente als Training für die 1,5 jährige später erscheinende (kommerzielle) Grosstat DARK SIDE OF THE MOON.


Ummagumma (remastered) (2 CDs)
Ummagumma (remastered) (2 CDs)
Preis: EUR 16,98

5.0 von 5 Sternen Die Väter des Psychedelic, 25. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (remastered) (2 CDs) (Audio CD)
2 LP's, 1969 veröffentlicht. 4 Songs live gespielt von den beiden ersten LP's, das war für die damaligen Verhältnisse schon recht seltsam. Dann noch die zweite LP mit jeweils 4 eigenen Arbeiten der 4 Musiker bestücken, fertig war ein Doppelalbum. Konzept? Das konnte nur das Management wissen, denn so etwas hatte es bis dato nicht gegeben. Stellt euch bloss vor, die Beatles hätten nach 2 LP's eine Liveplatte rausgebracht......

Zur Musik. "Astronomy domine", der Einstieg ist gut, doch bleibt dieser Song der schwächste der 4. Das ist allerdings Jammern auf sehr hohem Niveau. Dann "Careful with that axe, Eugene". Jeder, der die Studioversion kennt, kann hier nur staunen. Die Liveaufnahme ist um Klassen besser! Ein erstes Highlight. Dann kommt auf Seite 2 "Set the controls". Bereist damals war ich von diesem Song schwer begeistert. Noch bis heute finde ich, dass dies eine der besten Kompositionen der Band ist, obwohl ja als Komponist nur Waters angegeben wird. Mit "A saucerful of secrets" endet die Liveplatte. Und dies wieder auf hohem Niveau. Dies sind ganz klar 5 Sterne+ für Pink Floyd. Jede Liveaufnahme toppt die Studioversion um Längen.

Die Studioplatte dann.........was soll ich schreiben, was nicht schon geschrieben wurde. Persönlich läuft auch bei mir öfter die Liveplatte. Trotzdem kenne ich die zweite LP auswendig. Wahrscheinlich ist es die abgedrehteste Scheibe die ich besitze, und trotzdem kenne ich sie auswendig. Und zwar ganz einfach, weil sie mich bis heute FASZINIERT. Nicht, dass ich mir anmassen würde, zu verstehen, was die einzelnen Musiker hier machen. Dass Wright über die Unterwelt ein Thema bastelt, ist mir schon klar. Dies gefällt mir zwar nicht, trotzdem wäre ich sehr gerne bei den Aufnahmen dabei gewesen. Wie hat er diese Töne gemacht?

Waters Beitrag ist für mich unfassbar. "Grantchester meadows" ist jedesmal ein Sommerfest für mich. Grüne Wiese, Vogelgezwitscher, Bäche und Blumen. Dann folgt "Several species.....". Vom Titel reden wir gar nicht, doch die Klangcollagen sind das Beste, was ich besitze. Betörend, hypnotisch, süchtig machen.

Gilmour zeigt das erste Mal seine Qualitäten als Komponist. Und "The narrow way" ist sofort ein Hammer. Er klingt hier noch am ehesten nach den späteren Pink Floyd. Sein Einfluss, auch auf Waters, dürfte doch grösser gewesen sein, als allgemein angenommen. Zwischen den beiden enstand hier eine Symbiose, die ausreichte PF zu Weltruhm zu führen.

Mason als Drummer versucht sich daran, eben nicht ein für die damalige Zeit typisches Drumsolo zu spielen. Er komponiert und spielt (gemeinsam mit seiner Frau auf der Flöte) ein abgefahrenes Percussionstück. Mir gefiel sein Beitrag am wenigsten, doch das ist nur meine rein persönliche Meinung. Künstlerisch mag es vielleicht sogar höher zu bewerten sein, als die anderen Beiträge, doch das soll jeder für sich entscheiden.

Wenn ich die Musiklandschaft heute so sehe, werde ich wehmütig. Nur noch in Schablonen gepresste Künstler, Dschungelcamps mit eben diesen abgestürzten Künstlern......kein Wunder, dass die Musikindustrie so schlecht aufgestellt ist. Statt auf neue technischen Errungenschaften zu fluchen wie MP3 oder Downloads, sollte man den Menschen mal wieder Musik anbieten, die auch noch in 45 Jahren gehört wird.....denn so alt sind diese Aufnahmen heute. Kaum zu fassen.....


Obscured By Clouds (remastered)
Obscured By Clouds (remastered)
Preis: EUR 12,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischenmahlzeit..., 25. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Obscured By Clouds (remastered) (Audio CD)
7 Monate nach "Meddle", 9 Monate vor "Dark side of the moon". Das heisst innerhalb von 16 Monaten 3 Alben veröffentlicht. Dass dies damals für mich als 15 jähriger mein Taschengeld sprengte ist wohl klar. Somit verzichtete ich anno dazumal traurig auf eben "Obscured". Denn als ich das Geld endlich zusammen hatte, erschien bereits "Dark side". Und darauf konnte ich definitiv nicht verzichten, denn JEDER besass damals diese Platte. Dies führte dann dazu, dass ich erst die neue Remastered Serie 2011 von PF nutzte, um mir die fehlenden Alben zu kaufen.

Doch was hat dies mit meiner Rezension zu tun? Nun, ganz einfach. Es macht nämlich einen riesigen Unterschied, ob man ein Album mit 15 kennenlernt, oder mit 53. Und heute muss ich zugeben, dass es mir leid tut, nicht früher gekauft zu haben. Denn "Obscured" ist definitiv ein richtig gutes Album. Sicher nicht perfekt, sicher auch nicht PF, so wie die meisten sie kennen, und doch ist jeder Song es wert, intensiver gehört zu werden. 10 Lieder, manchmal "richtige" Filmmusik (und genau dann sind PF am besten, denn instrumental waren sie ja schon immer hörenswert), manchmal verspielt und verträumt. Und im Gegensatz zu "More" sind sie hier auch wesentlich eigenständiger, machen keine so grossen Kompromisse. Kurz: sie sind mehr Pink Floyd.

Es macht auch keinen Sinn, jeden Song jetzt einzeln hier zu beschreiben. Der Titelsong ist sicherlich einfach nur grandios, "Wots...", "Burning bridges" und "Absolutely curtains" sicherlich auch. Doch all das ist für jeden wohl anders. Es ist halt nicht so leicht, wie bei DSOTM, wo eben halt jeder mitgerededet hat, und wo es einfach "chic" war, Pink Floyd zu mögen.

Interessant zu wissen, dass Pink Floyd dieses Album in Frankreich aufgenommen haben. Und dies in der Rekordzeit von 2 Wochen. Ausserdem schafften sie damit in den USA ihren Durchbruch. Denn bis dahin hatten sie dort gar keinen Erfolg verbuchen können. Dass dann "DSOTM" in den Staaten ein Hypererfolg wurde, könnte also wohl diesem Soundtrack zu verdanken sein, oder?


More (remastered)
More (remastered)
Preis: EUR 12,98

3.0 von 5 Sternen Unterschätzt?, 23. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: More (remastered) (Audio CD)
Bei Erscheinen dieser LP war ich leider eben erst 11 geworden. Erst beim Nachfolger Atom Heart Mother fing ich an mich für Musik zu interessieren. Und hab nie den Weg zurück zu MORE gefunden, bis eben dieses Remastering erschien. Hab ich somit etwas verpasst? Jein, wie man so oft hört. 13 Songs, die sehr unterschiedlich sind, einige absolut faszinierend (Cymbaline, Green is the colour, Crying Song andere nur mittelmässig, Nile Song, eigentlich ein Vorläufer für Metalbands, oder?, Quicksilver).

Doch wenn man sich auf die LP richtig einlässt, dann kann man durchaus Interessantes entdecken. "Main Theme" ist so ein Song. Eigentlich absolut nichtssagend, doch bei genauem Zuhören irgendwie hypnotisierend. Vorweggenommene Ambientmusic? Lounge Bar? Ehe jemand jetzt auf mich einprügelt, bitte anhören und dann nochmal nachdenken.

"Ibiza Bar" ist dann wieder vollkommen verstörend.....und doch werden einzelne Fragmente später auf Meddle und AHM wieder zu entdecken sein. Zum Schluss dann sind noch 4 Instrumentals vertreten von insgesamt 7 bei 13 Songs. Da es sich ja um Filmmusik handelt, ist das auch ganz in Ordnung. Bei PF sowieso, denn ihre Musik braucht nicht immer Stimmen. "Quicksilver" ist total abgefahren, doch auch von diesem Song tauchen auf späteren Alben wieder Fragmente auf.

Wie gesagt, More war eine bezahlte Arbeit für PF. Ob PF das Geld nötig hatten? Ich denke schon, denn ihre Vision für Musik verlangte nach viel Studiozeit, und die war teuer. Den Film selbst kann man sich ruhig sparen. Ich habs versucht, grauenhaft.


A Saucerful Of Secrets (remastered)
A Saucerful Of Secrets (remastered)
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Neustart, 23. Januar 2014
Wenn man bereits beim zweiten Album von Neustart spricht, heisst dies, dass etwas Wichtiges im Bandgefüge passiert sein muss. Jeder PF Fan weiss ja auch, was gemeint ist. Jedenfalls war Syd Barrett nur noch auf dem letzten Song "Jugband Blues" als Komponist verzeichnet......sein Einfluss war also sehr gering, obwohl sich PF immer noch an "Pipers...." inspirierten. Doch das naive, kindliche, war aus ihren neuen Kompositionen verschwunden.

Waters hatte die Zügel in die Hand genommen, denn der neue Gitarrist Gilmour hatte noch kein Mitspracherecht. Er hielt sich, als Freund von Barrett, auch noch dezent im Hintergrund. Obwohl sein Gitarrespiel auch hier teilweise bereits unverkennbar ist. Sogar Wright durfte zwei Songs (Remember a day und See Saw) dazu steuern. "Remember a day", ein Song der sogar richtig gut die Zeit überstanden hat, klingt sehr ruhig und melodiös. "See Saw" ist auch ruhig, aber etwas abgedrehter. Doch Wright zeigt hier klar, dass er in späteren Jahren eigentlich unterschätzt wurde. Erst auf "Dark side..." hatte er wieder Oberwasser im Bandgefüge und steuerte 2 wesentliche Songs dazu.

Mit "Set the controls" und "A saucerful" sind 2 Songs vertreten, die später auf "Umma Gumma" auch live interpretiert wurden. Und LIVE wesentlich besser gelungen sind, als im Studio. Und das ist auch der einzige Schwachpunkt des Albums: PF hatten zwar Visionen, doch im Studio zu wenig Zeit, diese wirklich umzusetzen. Live war es somit einfacher, diese psychedelische Seite zu zeigen, besonders da Gilmour sich als absoluter Glücksgriff erwies als Gitarrist. Er konnte seinem Instrument verschwurbelte Sounds entlocken, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt waren. "Corporal Clegg" zum Beispiel ist das genaue Gegenteil. Kein Livesong, aber durch seine vielfältige Komposition und seinen bitterbösen Text (Waters verarbeitet hier das erste Mal sein Trauma vom Krieg) funktioniert der Song im Stdio wunderbar.

Alles in allem ist die zweite Scheibe von PF eine konsequente Weiterentwicklung der ersten, was die Experimentalität angeht. Allederings haben die Songs wesentlich mehr Struktur und sind auch wesentlich zugänglicher für geübte Hörer. Ich will nicht falsch verstanden werden, PF sind immer noch sehr weit weg vom Kommerz. Doch mit "Pipers...." waren sie noch viel weiter davon entfernt....insoweit war es der erste Schritt sich von Barrett zu lösen, denn mit ihm wäre mehr Kommerz nicht möglich gewesen. Dazu war Barrett zu sehr Künstler.


The Piper At The Gates Of Dawn (remastered)
The Piper At The Gates Of Dawn (remastered)
Preis: EUR 12,98

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Syd Barrett und sein Traum, 22. Januar 2014
Ein richtiger Pink Floyd Fan besitzt alle Alben. Somit auch das Debutalbum. Warum? Nun, es gibt wahrscheinlich keine zweite Band auf der Welt, welche vom 1. Album zu ihren späteren Werken so einen Richtungswechsel vorgenommen hat. Und gleichzeitig den Kopf der Band ausgewechselt hat. Komponierte Barrett hier noch den Grossteil der Songs selbst, so war er auf dem Nachfolgewerk ein paar Monate später (A saucerful of secrets) nur noch auf einem Song als Komponist vertreten. Die Gründe kennen wir alle: LSD. Und dass Syd Barrett bereits auf diesem Album unter Drogeneinfluss spielte, das hört auch der allerletzte Zuhörer.

Das Album ist der Versuch, Konventionen zu brechen, das Bürgertum zu verschrecken und der Musik eine Botschaft zu geben. Doch hier hakt es bereits: die Texte sind zum grössten Teil so etwas von naiv, dass es einem graut. Verglichen mit späteren Songs von Waters, ist dies hier einfach nur mittelmässig. Es ist keine Botschaft zu hören, Barrett selbst wusste nicht, was er eigentlich schrieb. Das Bürgertum wurde verschreckt, ohne Zweifel. Und dass die frühen PF mit Konventionen gebrochen haben, steht ausser Frage.

Doch zurück zur Musik. Kompositionen wie "Astronomy domine", "Pow R. Toc. H." und "Interstellar overdrive" sind sehr gut bis phantastisch (besonders in der damaligen Zeit). Man muss hier auch mal fairerweise sagen, dass Musikfreunde, die damals alt genug waren, um sich das Album zu kaufen, die Musik mit anderen Augen sehen, als Spätgeborene. Doch mit 3 guten Songs soll das hier die wirklich beste Platte von PF sein? Das meinen jedenfalls viele, warum nur? Wegen des Mythos Barrett? Oder weil hier der Anfang einer der besten Bands der Welt stand? Niemand wird das so genau beantworten können.....

Doch man muss einfach sagen, dass Songs wie ""Lucifer Sam" oder "Bike" (jaja, ich weiss schon, dass mich jetzt viele nicht mehr mögen) einfach nur kindisch bis absolut abgefahren sind.

Dass PF mit dem Nachfolgealbum bereits die Weichen ganz anders gestellt haben, weiss man heute. Doch warum? Wussten auch sie selbst, dass das Debut einfach nur mittelmässig war und die Richtung nicht weiterzuführen war? Barrett hats versucht, mit Soloalben.......doch diese scheiterten, sogar bei den eingefleischten Fans. Wahrscheinlich war es nur einmal möglich eine so verrückte Platte aufzunehmen. Ein zweites Mal konnte das Establishment nicht mehr erschreckt werden, denn kurz nach "Pipers..." erschien "Sgt. Peppers..." von den Beatles. Die zufälligerweise zur gleichen Zeit in den Abbay Road Studios aufgenommen haben und die Mitglieder von PF dort kennengelernt haben. Wer hat denn hier bei wem "geklaut" mit den Sounds?

Alles in allem hat diese Platte einen historischen Wert, doch keinesfalls einen (grossen) künstlerischen. Es gab damals etliche Bands, die versucht haben etwas Neues zu machen, aufzubrechen zu neuen Ufern und weg vom Sonntagstanztee. Doch die meisten blieben bei ihrem Protest hängen und verschwanden wieder. PF hingegen gingen ab dem 2. Album ihren Weg hin zum Ruhm. Sie hatten gelernt, dass man Kompromisse eingehen muss, wenn man als Künstler beachtet werden will. Es kommt nur darauf an, der Gesellschaft häppchenweise den Spiegel vorzuhalten. Dies taten sie mit jedem Album mehr, bis es zum Knall kam mit dem Konzeptalbum "The Wall". Doch mit ihrem Weg lagen sie richtig. Ansonsten hätten sie nie eine Botschaft senden können, was ihnen ab dem 2. Album gelang.

Doch ohne "Pipers...." wäre der Rest nie entstanden......
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 16, 2014 6:13 PM MEST


Sounds That Can't Be Made
Sounds That Can't Be Made
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wieso erwähnt fast niemand, dass der Sound eine Zumutung ist?, 24. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Sounds That Can't Be Made (Audio CD)
Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Musik 5 Sterne, da seit Marbles nichts Besseres mehr von Marillion kam. Sound 1-2 Sterne. Wie ist es möglich, dass eine Band wie Marillion ihre CD Fassung so stümperhaft abmischt? Die haben doch auch alle Ohren, oder sind die mittlerweile so taub, dass das niemandem mehr auffällt? Jeder Musikfan, der eine Anlage zu Hause besitzt, die nicht gerade vom Discounter kommt, hört doch, dass man....eben kein einzelnes Instrument hört.

Ein Song wie "Gaza", traumhaft gut, geht nach einigen Minuten immer mehr in einem Soundbrei unter, das ist eigentlich gar nicht zu fassen. Während ich diese Rezi schreibe, läuft im Hintergrund gerade "Happiness is the road", CD 2, Song 2 "The man from the planet Marzipan". Was für ein Unterschied!!! Der Bass ist angenehm klar, die Keys...auch klar ortbar....die Drums nach vorne gemischt....der Gesang...grandios. Ich sitze fassungslos hier und traue meinen Ohren nicht.

Nein, nein. Obwohl Fan der ersten Stunde ist dies inakzeptabel. Dabei hab ich euch noch kürzlich live gesehen, in einem Betonbau mit Grottenakustik. Und ihr habt es doch geschafft, einen wunderbaren Klang auf die Bühne zu bringen. Was ist hier bloss schief gelaufen?

Ich will jetzt auch gar nicht auf die einzelnen Songs eingehen, die sind durchweg sehr gut. Die CD ist jetzt mein Eigentum, aber hören werde ich sie, trotz der guten Songs nicht mehr. Dafür ist mir meine Zeit zu schade und es gibt auch noch andere gute CD's von Marillion mit wesentlich besserem Klang. Der Albumtitel ist eigentlich schon pure Ironie: Sounds that can't be made. Ich hätte auch nie gedacht, dass man im Jahr 2013 so schlecht abmischen kann.


Schizophilia
Schizophilia
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reifes Zweitwerk, 24. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Schizophilia (Audio CD)
Respekt für die 6 Musiker der deutsch-französischen Formation. Erst einmal haben sie sich mit Frank Bornemann (Eloy-Mastermind) mal einen Topproduzenten an Bord geholt, und zweitens lassen sie sich nicht dazu verleiten, der Plattenindustrie zuviele Zugeständnisse zu machen.

Mit Bornemann haben sie einen richtig guten Griff getan. Die Songs liegen zwischen 4 und 9 Minuten, sind immer wieder spannend aufgebaut, toll arrangiert und vor allem absolut TOP produziert. Klanglich auf hohem Niveau, kompositorisch ausgereift. Dass die Stimmen sich abwechseln zwischen Mann/Frau macht die Sache natürlich noch interessanter.

Wonach aber klingt Eclipse Sol-Air? Tja, ein bisschen nach 70er Jahre Folkprog, ein bisschen nach Artrock der Neuzeit......schwer einzuordnen. Auf "Asylum" nach Jethro Tull (aber tut das nicht jede Band, die eine Querflöte benutzt?), auf "Lydian Dream" sehr harmonisch, auf "Watch over you" schimmert pure Melancholie durch und auf "My heart belongs to you" wie eine Radioband. Dieser ganze Mix lässt keinen Moment Langeweile aufkommen. Der Mix auf der CD ist klar wie die Morgenluft, man hört jedes Detail der Instrumente.

Textlich wechseln sie sich ab zwischen englisch/französich/deutsch. Auch das gelingt hervorragend.

Man kann der Band nur wünschen, dass sie durchhalten. Denn heutzutage solche Musik zu vermarkten ist nicht so einfach. Dafür haben sich die Konsumgewohnheiten der jungen zu sehr verändert im Download Zeitalter. Doch es gibt sie noch, die alten Musikhörer......die jetzt bereits auf das dritte Album warten.


The Kite
The Kite
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Je älter, je besser, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: The Kite (Audio CD)
Dies ist jetzt meine zweite CD von Hattler Solo, nach "The big flow". Nachdem ich ihn vor ca. 3 Jahren live gesehen hatte, inkl. Fola Dada, kaufte ich mir eben diese CD und war schwer beeindruckt.

Doch jetzt das: "The Kite" übertrifft alles, was dieser Musiker in 4 Jahrzehnten (oder schon 5?)geleistet hat. Smooth, groove, stimmlich absolute Weltklasse mit Dada, Rubow an den Beats & Sounds, das alles ist der schiere Wahnsinn. Einzelne Songs zu nennen ist ein Frevel, die CD muss einfach am Stück gehört werden, 13 Songs, no fillers, all KILLERS. Menschen die auf smoothen Jazz mit Popeinschlag stehen brauchen gar nichts anderes zu suchen, denn Hattler bedient diese Hörer optimal.

Aufnahmetechnisch ist dies ebenfalls allererste Sahne. Auf hochklassigen Anlagen klingt "The kite" wie von einem anderen Stern: sauber, räumlich. Arrangements, keine Frage, sehr solide und professionnell.

Mir fällt nur ein einziger Minuspunkt ein: trotz einem sehr schönen 3-teiligen Digipak gibt es keine Texte. Sehr schade, aber dann konzentrieren wir uns mehr auf die Musik.


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