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A. Dietmann "Elased" (Jena)
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Schlangenmoos: Novelle
Schlangenmoos: Novelle
von Dieter von Reeken
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Eine schöne Novelle in einem schönen Buch, 4. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schlangenmoos: Novelle (Gebundene Ausgabe)
Für gewöhnlich gilt Kurd Laßwitz (1848-1910) heute, vor allem für seinen Roman „Auf zwei Planeten“ (von 1897), als der Vater der deutschen Science Fiction. Dass man Laßwitz jedoch nicht auf seine großen Hauptwerke beschränken sollte, zeigt die nur noch wenig bekannte Novelle „Schlangenmoos“, die der Dieter-von-Reeken-Verlag mit seiner Neuauflage vor dem Vergessen bewahrt und in der von Science Fiction keine Spur zu finden ist.
Vor der hier vorliegenden Neuauflage ist diese Novelle lediglich ein einziges Mal erschienen, im Jahr 1884, und wird von heutigen Laßwitz-Kennern nur wenig geschätzt. Meiner Meinung nach jedoch sehr zu Unrecht.

Der Inhalt soll an dieser Stelle nicht vorweg genommen werden. Nur soviel sei gesagt: Es geht zunächst um eine seltene Pflanze, eine Art des Schlangenmooses, die wissenschaftlichen Aufschluss über eine Frage geben soll, welche jedoch kaum weiter thematisiert wird. Stattdessen tritt die wissenschaftliche Seite der Erzählung schnell hinter der eigentlichen, im polnischen Riesengebirge angelegten Handlung zurück, die sich um eine kleine Zahl von Charakteren rankt und den Leser schnell zu fesseln vermag.
Dieter von Reeken, der Gründer des gleichnamigen Verlages, vergleicht diese Novelle mit den Erzgebirgischen Dorfgeschichten von Karl May. Diesen Vergleich kann ich nicht nachvollziehen, da ich letztere nicht kenne, doch erscheint mir der Anlass dazu (neben der ähnlichen landschaftlichen Umgebung) offensichtlich. Durch die Sprache sowie die Formung und Handlungen der Charaktere entsteht eine recht kitschige, „verklärte“ Atmosphäre. Doch wenn man über diese hinwegliest, steckt weitaus mehr dahinter als bloße überstrapazierte Romantik.
Mir trat beim Lesen schnell eine andere Assoziation vor Augen, nämlich zu den Erzählungen von Friedrich Gerstäcker (der zumindest oft mit Karl May (wie ich finde fälschlicher Weise) in eine Schublade gesteckt wird), die leider ebenfalls und ebenfalls unberechtigter Weise kurz vor dem Vergessen stehen und eine erstaunlich ähnliche „romantische“ Atmosphäre erzeugen (jedoch ohne die dörfliche Umgebung). Und damit komme ich zu den positiven Seiten der Erzählung: Durch eine einfache und schöne Sprache versteht es Kurd Laßwitz, eine lebendige Handlung und sympatisch-echte Charaktere zu entwerfen. Nicht mehr bloß liest der Leser die Worte. Stattdessen fühlt man sich, durch schöne Beschreibungen der Landschaft noch verstärkt, in die Handlung integriert und erlebt sie mit, als stehe man als unbeteiligter Dritter daneben und könne jeder Zeit das Wort ergreifen. Legt man hingegen das Buch aus der Hand, erscheint es nicht wie eine kurze Pause im Lesen, sondern wie das Anhalten der Zeit in einer völlig eigenen Welt, die nun nur darauf wartet, wieder in Gang gesetzt zu werden. Eine solche Authentizität habe ich bisher nur bei besagtem Gerstäcker kennengelernt. Wie bei diesem fühle ich mich heute, einige Tage nachdem ich die Novelle beendet habe, noch immer an sie gefesselt und mit den Gedanken bei den Charakteren und es ist mir bisher noch nicht gelungen, mich auf eine andere Lektüre zu konzentrieren. Denn lässt man sich darauf ein, ist das, was kitschig anfing, nur noch romantisch und schön.

Ein kleiner Aspekt der Geschichte, den ich noch erwähnen möchte, ist die geschickte und regelmäßige Einbindung einiger mythischer Sagengestalten, die mir, obwohl die pathetische Art ihres Einsatzes einen leicht nationalistischen Hauch erzeugt, doch gut gefällt. Diese Geister stehen jedoch in der Handlung nur für die geheimnisvollen Seiten und Wandlungen der Natur, die allerdings auch Einfluss auf den Menschen ausüben. Ansonsten erscheinen sie lediglich als Einbildung der handelnden Charaktere. Oder steckt doch mehr dahinter…?

Mehr will ich zu der Novelle nicht sagen, außer zusammenfassend, dass sie, in meinen Augen, durch sympathische Charaktere, eine fesselnde, romantische Handlung, nachdenklich-philosophische Anklänge und eine selten erlebte Authentizität äußerst lesenswert ist.

Ein paar Worte müssen allerdings, da dies hier noch niemand getan hat, auch über die moderne Ausgabe der Novelle verloren werden: Bei „Schlangenmoos“ im Dieter-von-Reeken-Verlag handelt es sich um den zweiten Band der sogenannten Kollektion Laßwitz, einer vollständigen Gesamtausgabe der Werke von Kurd Laßwitz. Diese 21 Bände, unterteilt in drei Abteilungen (Belletristik, Wissenschaftliche Werke, Sekundärliteratur), sind in meinen Augen die beste Gesamtausgabe eines Autors, die sich zurzeit auf dem Markt befindet. Über die neue Werkausgabe von Conan Doyle im Verlag 28 Eichen hat Robert N. Bloch geschrieben, dass heute oftmals bloß noch kleine Verlage am besten wissen, was sie erreichen wollen, und dieses Urteil kann für den Dieter-von-Reeken-Verlag ohne Abstriche übernommen werden. Ich kenne keine Bücher, die bei gleichzeitig so guter handwerklicher Qualität eine solche Ausstattung bieten, wie die Bücher der Kollektion Laßwitz und andere mir bekannte Bücher des Verlages. Sie verfügen über Portraits des Autors, editorische Vorwörter, mehrere Reproduktionen aus den zugrundeliegenden (Erst-)Ausgaben und deren unveränderten Text im Neusatz. Wenn vorhanden wird alles durch Illustrationen ergänzt. Kein anderer mir bekannter Verlag ist so bemüht, einen solchen Eindruck von Originalität zu erzeugen. Zusammen mit der absoluten Vollständigkeit der Werkausgabe, bis hin zu nachgelassenen Werken, ist diese Kollektion Laßwitz eine zutiefst lobenswerte Edition und ein verlegerisches Meisterwerk.


Die fünf Sou des Herrn Lavarede
Die fünf Sou des Herrn Lavarede
von Paul d Ivoi
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Paul d'Ivoi "Die fünf Sou des Herrn Lavarède", 31. Juli 2012
Mit dem Roman "Die Fünf Sou des Herrn Lavarède" erzielte Paul d'Ivoi (1856-1915) im Jahr 1894 seinen Durchbruch. Er handelt von dem Pariser Journalisten Armand Lavarède, der als Bedingung für eine Millionenerbschaft mit lediglich fünf Sou ausgestattet einmal um die Welt reisen muss, um Sparsamkeit zu lernen. Überwacht werden soll er dabei von dem Engländer Sir Murlyton und dessen Tochter Aurett, an die die Erbschaft in Falle eines Misserfolges fallen soll.

Mit dem Werk tritt der Autor, wie oft gesagt wird, in die Fußstapfen Jules Vernes und ist unter dessen "Nachmachern" der erfolgreichste. Doch was auch auf der Rückseite des hier besprochenen Buches positiv formuliert wird, fällt bei der Lektüre stellenweise weniger positiv auf: Paul d'Ivoi hält sich ziemlich dicht an sein Vorbild und wenn man den ein oder anderen Verne-Roman kennt, erkennt man hier und da daraus entliehene Elemente wieder. Der Roman beginnt wie "In 80 Tagen um die Welt" und geht weiter wie "Die Kinder des Kapitäns Grant" mit Anleihen aus weiteren verschiedenen Romanen des Vorbildes. Dies muss nicht zwangsläufig zu einem schlechten Ergebnis führen, jedoch stolpert man als Leser dann stellenweise doch über Passagen und Szenen, die man nur als plump abgeschrieben bezeichnen kann. Auch die Wissenschaftlichkeit, für die Jules Verne "eigentlich bekannt sein sollte" und die dieser (zumindest meist) geschickt mit der Handlung zu verbinden wusste, wirkt hier oftmals unmotiviert und erzwungen. In ihrer Art und Weise fühlt man sich an "Die Kinder des Kapitäns Grant" erinnert. Doch gelingt es Jules Verne, für die Vermittlung von geschichtlichem und geografischem Wissen die Person des ebenso zerstreuten wie überaus gelehrten Geografen Jacques Paganel in die Handlung einzuführen, der nicht nur sympathischer Träger eines Großteils des Humors ist, sondern dem man sein enzyklopädisches Wissen auch abnimmt. Über diesen Kunstgriff verfügt d'Ivoi nicht. Er legt die (zudem etwas unmotiviert verteilten) Exkurse in die Münder der verschiedenen Hauptpersonen, was in meinen Augen unrealistisch und gekünstelt wirkt. Doch es soll hier nichts vorweg genommen werden.
Weitere negativ auffallende Kritikpunkte, wie beispielsweise die Stereotypen der Hauptcharaktere (die Sympathieträger sehen kurz gesagt natürlich alle blendend aus und sind intelligent, wohingegen ihre Gegenspieler alle hässlich sind, um es mal auf die Spitze zu treiben), fallen dahingegen weniger ins Gewicht. Man kann über sie hinweg lesen.

Doch man kann auch sehr gute Haare an dem Roman lassen. Die Charaktere sind (abgesehen von besagten Stereotypen) sehr gut gestaltet. Sie sind liebenswürdig und sympatisch, wirken "unmittelbar" und man kommt nicht umhin, auf ihrer Reise mit ihnen mitzufiebern. Dahingehend kann der bereits angesprochene Vergleich auf der Rückseite des Buches mit den Verne'schen Figuren doch bestehen bleiben. Zudem ist die Handlung der Reise, wenn man sie etwas mehr im Detail betrachtet, trotz aller Anleihen dennoch original und man kann die Kreativität und den Einfallsreichtum des Autors durchaus loben, mit der er die Charaktere in neue teils brenzliche teils amüsante Abenteuer führt. Nicht selten fühlt man sich mit der Frage, wie sich die Hauptperson nun aus dieser Gefahr befreien wird, an das Buch gefesselt und nie werden die Erwartungen des Lesers dahingehend enttäuscht. Einzig das Ende des Romans wirkt etwas abrupt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Der geneigte Leser, der über die ein oder andere abgeguckte Szene hinweg lesen kann, wird in "Die fünf Sou des Herrn Lavarède" einen kreativen, spannenden und humorvollen Abenteuer- und Reiseroman finden, der (als Fast-Erstlingswerk) den Vergleich mit Jules Verne auch in positiver Weise durchaus verdient. Ich finde den Roman lesenswert und hoffe, dass sich die an der ein oder anderen Stelle etwas zu auffällige Anlehnung in den folgenden Romanen etwas besser eingebunden findet.
Leider hat man es als französisch-unkundiger Leser schwer, die qualitative Entwicklung der Romanreihe "Les Voyages Excentriques" (auch das eine Anlehnung an das große Vorbild) zu beurteilen. Nur vier der 21 Romane sind bisher in der Reihe "Spannend erzählt" (in den 80ern und frühen 90ern im Verlag Neues Leben in bedauerlicherweise "leicht gekürzter" Bearbeitung) auf Deutsch herausgebracht worden. Ich persönlich finde den ersten Band des von Paul d'Ivoi verfassten Romanzyklus' immerhin so gut, dass ich ein paar mehr (und vor allem vollständig) ins Deutsche übertragene Romane für sehr wünschenswert halte.


Der Club für bizarre Berufe: Londoner Erzählungen
Der Club für bizarre Berufe: Londoner Erzählungen
von Gilbert K Chesterton
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,80

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfallsreiche Kurzgeschichten als Vorläufer von Father Brown, 4. Oktober 2011
Gilbert Keith Chesterton verdankt einen Großteil seiner heutigen Bekanntheit
den großartigen Geschichten um den kriminalistischen Father Brown.
Parallel zu diesen entstanden jedoch eine Reihe weiterer, weniger herausgehobener,
aber nicht minder beachtenswerter Erzählungen mit wiederkehrenden Protagonisten.
Die sechs Geschichten, die in 'Der Club für bizarre Berufe' enthalten sind,
drehen sich um Basil Grant, einen exzentrischen Richter, der sich aus Gründen,
die hier nicht vorweg genommen werden sollen, zur Ruhe gesetzt hat, dessen Bruder Rupert,
einen übereiligen, stets nervösen, aber meist erfolglosen Detektiven und
den Ich-Erzähler Swinburne, deren Freund und steter Begleiter.
Die Erzählungen erschienen erstmals 1904 unter dem Titel 'The Club of Queer Trades'
(in älteren dt. Übersetzungen meist als 'Der geheimnisvolle Klub' veröffentlicht),
stammen also noch aus einer Zeit lange vor den Father Brown-Geschichten. Sie stehen
diesen jedoch in Humor, Einfallsreichtum und Innovation in nichts nach, sind kurzweilig,
unterhaltsam, in der Tat oft sehr geheimnisvoll und überraschen den Leser stets mit
einer unerwarteten und kreativen Lösung. Die Geschichten sind zwar in sich abgeschlossen,
jedoch durch den immer wieder auftauchenden namensgebenden Club miteinander verbunden.
Erst am Ende der letzten Erzählung werden die einzelnen Handlungen auf amüsante Weise
zusammengeführt, die von den letzten Sätzen des Buches zu den ersten zurückführt.

Die Bezeichnung 'Kriminalgeschichten' ist hier verfehlt, da es sich eigentlich
nie um ein wirkliches Verbrechen handelt und der hier gewählte Untertitel
'Londoner Erzählungen', der im englischen Original meines Wissens nicht enthalten ist,
ist irreführend. Die Geschichten könnten auch in jeder anderen Stadt spielen, sie
haben nichts charakteristisch 'londonisches' an sich (oder nichts, was heutige deutsche
Leser erkennen würden). Die Übersetzung von Jakob Vandenberg lässt sich sehr gut und
flüssig lesen und macht einen sehr originalgetreuen Eindruck.

Neben den Erzählungen enthält das Buch einige Erläuterungen zu unbekannten Namen und
ähnlichem, sowie eine kurze Zeittafel zum Leben und den (leider nicht komplett aufgelisteten)
Werken Chestertons. Ein Nachwort fehlt, doch können die Erzählungen auch gut allein für sich
stehen. Auch wenn das Buch für ein Taschenbuch überdurchschnittlich teuer ist, ist es also
eine empfehlenswerte Lektüre und lohnenswerte Anschaffung.


Noch mehr Gespenster. Die besten Gespenstergeschichten aus aller Welt.
Noch mehr Gespenster. Die besten Gespenstergeschichten aus aller Welt.
von Dolly Dolittle
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch mehr Gespenster, 11. Januar 2011
Herausgegeben von Dolly Dolittle, in memoriam M. Hottinger, die 1978 starb

Erstveröffentlichung 1981

Inhalt:

Heinrich Heine: Doktor Ascher und die Vernunft (statt eines Vorwortes)
Washington Irving: Der Student und die fremde Dame
Alexander Puschkin: Der Sargmacher
Heinrich von Kleist: Das Bettelweib von Locarno
Honore de Balzac: Tobias Guarnerius
Edgar Allan Poe: Die Tatsachen im Fall Waldemar
Nikolai Gogol: Der verhexte Platz
Pu Ssung-Ling: Das Wandbild
Yakumo Koizumi: Die Päonienlaterne
Gottfried Keller: Die Geisterseher
Iwan Turgenjew: Gespenster
Ambrose Bierce: Eine Sommernacht
O. Henry: Das möblierte Zimmer
Guy de Maupassant: Der Horla
Amadou Hampate Ba: Der Peulh und der Bozo
Anton Cechov: Der schwarze Mönch
Tania Blixen: Die Geschichte eines Schiffsjungen
Walter de la Mare: Die Prinzessin

Auch in diesem dritten Band vermisst man leider die Bemerkungen über die Autoren, die im Anhang des ersten Bandes zu finden waren.


Mehr Gespenster: Die besten Gespenstergeschichten aus England, Schottland und Irland von Rudyard Kipling bis H.G. Wells
Mehr Gespenster: Die besten Gespenstergeschichten aus England, Schottland und Irland von Rudyard Kipling bis H.G. Wells
von Mary Hottinger
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Mehr Gespenster, 11. Januar 2011
Herausgegeben von Mary Hottinger

Erstveröffentlichung 1978

Inhalt:

George Mackay Brown: Die Vernehmung
H. G. Wells: Das unerfahrene Gespenst
Rudyard Kipling: Die gespenstische Rikscha
William F. Harvey: Das Feuerzeug
Sheridan Le Fanu: Der böse Captain Walshawe
Ambrose Bierce: Der Fremde
Saki: Die offene Tür
Andrew Lang: Glams Geist
Forbes Bramble: Ferien
James Allen Ford: Eine Art Besitz
Angus Wolfe Murray: Der Fluch
Iain Crichton Smith: Die Brüder
Fred Urquhart: Stolze Dame im Käfig
John McGahern: Hauch des Weins
Brian Moor: Das zweite Gesicht
Ternce de Vere White: Eiener aus der Familie

Leider vermisst man bei diesem Band die Bemerkungen über die Autoren, die sich beim ersten Band im Anhang befanden.


Gespenster
Gespenster
von Mary Hottinger
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Gespenster, 11. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Gespenster (Taschenbuch)
Herausgegeben von Mary Hottinger

Erstveröffentlichung 1956

Inhalt (nach einem Vorwort von Mary Hottinger):

Daniel Defoe: Die Erscheinung der Mrs. Veal
Edward Bulwer-Lytton: Das verfluchte Haus in der Oxford Street
Wilkie Collins: Das Traumweib
W. W. Jacobs: Die Affenpfote
E. F. Benson: Das Gesicht
Richard Middleton: Auf der Landstraße
W. F. Harvey: Nacht über dem Moor
Enid Bagnold: Das verliebte Gespenst
A. J. Alan: Mein Abenteuer in Norfolk
Mary Hottinger: Der Ring
Elizabeth Bowen: Der dämonische Liebhaber
Algernon Backwood: Die Puppe
Daphne du Maurier: Der Apfelbaum
M. R. James: Die verwunschene Pfeife

Im Anhang befinden sich kurze, aber brauchbare Bemerkungen über die Autoren, ihren literarischen Rang und die Stellung des 'Übernatürlichen' in ihrem Werk.


Die verlorene Welt. Roman
Die verlorene Welt. Roman
von Olaf R. Spittel
  Broschiert
Preis: EUR 19,50

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergänzungen zu den Vorrezensionen, 31. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die verlorene Welt. Roman (Broschiert)
Ich kann meinen Vorrezensenten nur zustimmen: Der Roman an sich ist großartig, "stilistisch experimentell" (wenn ich das so sagen darf (siehe bspw. die besagten Szenen der wissenschaftlichen Versammlungen)) und liegt hier in einer Übersetzung vor, die dies richtig schön zur Geltung kommen lässt! Zudem enthält dieses Buch im Verlag 28 Eichen umfangreiche Anmerkungen und ein schönes Nachwort!
Die Illustrationen, die das Origianl beinhaltete, fehlen leider, was um so bedauerlicher ist, da im Text auf sie Bezug genommen wird, indem der Ich-Erzähler von der Karte oder anderen Zeichnungen spricht, die er anfertigt.
Was jedoch am meisten beim lesen auffällt, sind grammatikalische Unebenheiten, die ich jedoch nicht dem Übersetzer zuschreiben würde (Ich kenn mich im Verlagswesen nicht aus): Hin und wieder taucht ein Wort doppelt auf, statt "bin" steht (natürlich nur selten) "hin", es tauchen ä-ö-ü-Punkte auf, wo sie nicht hingehören und stellenweise scheint es so, als hätte der Schreiber den Satz in einer andern Form beendet, als er es eigentlich vor hatte! Diese kleinen Fehler verfälschen jedoch nicht den Sinn und es ist immernoch gut deutlich erkennbar, was gemeint war! Sprich: Nichts ernstes, man kann sehr gut über diese kleinen Patzer drüberlesen, ohne sich daran aufzuhängen und ohne, dass die Übersetzung und das Buch als ganzes darunter leidet! (Schade ist nur, dass es solche Fehler, die durch Korrekturlesung ausgebügelt werden könnten, in einem nicht ganz billigen Buch auftauchen! Ich weiß nicht, wem diese Fehler zuzuschreiben sind.)
Trotzdem bleibt das Buch sehr empfehlenswert, da es sich um die beste vollständige Übersetzung des Textes handelt und zudem Teil der bisher größten Conan Doyle-Edition ist, was Sammler wie mich doch sehr anspricht!


Sämtliche Geschichten um Father Brown, 5 Bde.
Sämtliche Geschichten um Father Brown, 5 Bde.
von Gilbert Keith Chesterton
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastische Edition, 5. September 2010
Diese Sammlung aller Father-Brown-Geschichten des Haffmans-Verlages ist die beste Ausgabe dieser Art.
Enthalten sind sämtliche fünf Zyklen, wie sie vom Autor angelegt worden sind. Übersetzt wurden alle Geschichten von Hanswilhelm Haefs, der großen Wert auf korrekte, wortgetreue Übersetzungen legt und dabei den sprachlichen Stil des Autors weitmöglichst übernimmt, was sehr lobenswert, weil, gerade bei Chesterton, nicht selbstverständlich ist. Jedes Buch ist zudem mit Titelbildern und einer ganzseitigen Illustration auf der ersten Seite ausgestattet.
Die Bücher waren für mich überraschend großformatig, sind in guter Qualität gebunden (fester Pappdeckel und farbige Leinenrücken) und haben eine für Haffmans typische schöne Aufmachung.

Fazit: Wenn Father Brown, dann diese Ausgabe!!


Die phantastischen Erzählungen
Die phantastischen Erzählungen
von Rudyard Kipling
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Schöne Sammlung, 5. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die phantastischen Erzählungen (Broschiert)
Das hier angebotene Buch enthält die erste Hälfte sämtlicher Phantastischer Erzählungen von Rudyard Kipling! Es handelt sich um den ersten von insgesamt zwei Bänden und er beinhaltet 21 Erzählungen aus den Jahren 1884-1890. Der Bogen streckt sich von bekannteren Geschichten wie „Die Phantom-Rikscha“ bis zu Texten, die hiermit erstmals in deutscher Sprache vorliegen.
Der Begriff „phantastisch“ ist hierbei jedoch sehr weit gegriffen. Nicht alle der versammelten Erzählungen handeln von übersinnlichen oder gespenstischen Dingen, ab und an sind es auch einfach nur unheimliche anmutende Geheimisse, die schließlich doch eine logische Erklärung finden. Manchmal erfährt der Leser diese Erklärung sogar schon am Anfang der Geschichte, worunter meines Erachtens die Spannung der betreffenden Erzählungen etwas zu leiden hat. Das Lesevergnügen wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.

Neben den Erzählungen enthält das Buch eine Einleitung und zusätzlich (was ich sehr angenehm finde) zu jeder einzelnen Geschichte ein gesondertes kurzes Vorwort, in dem der Herausgeber Peter Hainig auf die Entstehungsumstände und die Rezeption der betreffenden Geschichte eingeht. Meine Empfehlung ist allerdings, diese einzelnen Vorwörter erst nach der eigentlichen Geschichte zu lesen, da hier so manches Mal etwas vorweggenommen wird.
Übersetzt sind die Geschichten von Hans-Joachim Neumann, Hild Wollenhaupt und Brigitte Walitzek. Zu den Übersetzungen kann ich nichts sagen, da ich den Originaltext nicht kenne und nicht gut genug verstehe würde, aber sie lassen sich schön und flüssig lesen und scheinen zumindest originalgetreu zu sein.

Alles, was ich noch an dieser Ausgabe vermisse (und das ist der fehlende fünfte Stern), ist die eine oder andere Erläuterung von Fremdwörtern, indischen Begriffen, die Kipling völlig selbstverständlich verwendet, die auch nicht übersetzt werden können, die der heutige Leser aber nicht versteht, wenn er sich nicht gerade in der indischen Kultur des 19. Jh. auskennt. Was ist beispielsweise eine purdahnashin oder ein huqua? Oft erklärt es sich aus dem Zusammenhang, aber nicht immer.

Nichts desto trotz hat man mit dieser Ausgabe eine schöne und schön zu lesende Sammlung von ausgewählten Erzählungen des Autors, den zu lesen es allemal lohnt.


20000 Meilen unter den Meeren: Roman
20000 Meilen unter den Meeren: Roman
von Jules Verne
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutscher Taschenbuchverlag!!!, 16. Februar 2010
Was hier auch schon bemängelt wurde (das Chaos in den Rezensionen) muss ich ausdrücklich voranstellen: Ich rezensiere die 4 bisher erschienenen Jules Verne-Romane im Deutschen Taschenbuchverlag (in orange-hellbraun)!!!
Tipp für Amazon: Die Rezensionen an den einen rezensierten Artikel anhängen, statt an alles, was genauso heißt!!

Mehrmels habe ich bei anderen Verlagen schlechte bis sehr schlechte Erfahrungen gemacht, was Übersetzungen von Jules Verne angeht! Radikal gekürzt, übersetzerische Sinnverfälschungen bis hin zu Namensänderungen: Allen voran Bärmeier & Nickel und der Kinderbuchverlag Arena.
Diogenes z.B. hingegen hat sehr gute und vollständige Übersetzungen, aber keine Edition kommt an den DTV heran! Hier findet man, als auf Vollständigkeit achtender Leser, nicht nur einen Wort für Wort exakt übersetzten Text, sondern daneben auch einen (will sagen) einmaligen Anhang mit Anmerkungen, die inhaltliche Fragen beantworten, genannte historische Persönlichkeiten, Legender oder Ereignisse (auf die Jules Verne öfters mal zu sprechen kommt) erklärt, notwendigerweise ungenaue Übersetzungen und französische Wortspiele erklärt und auf Jules Vernes eigene Fehler eingeht und sie berichtigt! Hat mein einmal Jules Verne im DTV gelesen, kann man sich nicht mehr vorstellen, ohne diese Anmerkungen auszukommen! Hinzu kommt bei "20000 Meilen unter den Meeren" ein nautisches Glossar, sowie bei allen ein Anhang mit einem sehr detaillierten gechichtlichen Überblick über die Entwicklung der wissenschaftlichen Idee, verflochten mit der Entstehung des Romans von Verne und im Anschluss einige Zeugnisse von Verne selbst über den Inhalt des Romans, eine Plagiatsaffäre bei "Reise zum Mittelpunkt der Erde", Gedanken über die Zukunft der U-Boote bei "20000 Meilen unter den Meeren" usw. Und, als letzter Punkt, in den Büchern sind sämtliche Illustrationen der französischen Erstausgebe enthalten!!

Fazit: Fantastische Edition, fantastische Übersetzung, fantastischer Anhang! Jules Verne also nur im DTV!! Näher am Original ist nur noch das Original selbst!!
Lediglich einen Nachteil hat das ganze dann doch noch: Es sind erst die vier berühmtesten Romane des Meisters im DTV veröffentlicht! Man darf allerdings auf baldige Fortsetzung hoffen!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 8, 2011 11:15 AM CET


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