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SeilerSeite

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Mr. Holmes
Mr. Holmes
DVD ~ Sir Ian McKellen
Preis: EUR 12,49

5.0 von 5 Sternen eine neue Seite, 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Mr. Holmes (DVD)
Holmes als gealterter Tattergreis - eigentlich eine Steilvorlage für eine Komödie über die Tücken des Altwerdens, das auch am Erfinder der Deduktion nicht spurlos vorbeigeht. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Ian McKellen, bekannt als wandlungsfähiger Charakterdarsteller, verleiht dem vergesslichen Alten viele der Eigenschaften, die man an Holmes so schätzt. Sein Humor und die manchmal ziemlich kratzbürstige Überheblichkeit, wenn jemand etwas nicht so schnell begreift wie er, kommen nicht nur in den Rückblenden gut zur Geltung. Darüber hinaus gibt es verschiedene Deduktionen zu bestaunen und mindestens drei ineinander verschränkte Fälle zu lösen. Holmes hat sich zwar nicht nur aufs Land, sondern offenbar auch in sich selbst zurückgezogen, ist in vielerlei Hinsicht aber immer noch so wie es von ihm erwartet wird.
Obwohl sich der Detektiv, ähnlich wie zuletzt in "Sherlock: Die Braut des Grauens" gesehen, immer wieder mit seinem eigenen Mythos auseinandersetzen muss (vor allem bezüglich Hut, Pfeife, Adresse und Watsons "übertriebenen" Geschichten), bemüht sich McKellen trotz aller Qualität nicht, die ikonische Figur neu zu erfinden. Vielmehr bringt er unaufdringlich die gefühlvollen Seiten des großen Denkers zur Geltung, dessen einst so scharfer Verstand ihn nach und nach im Stich lässt. Und das geht auch ohne peinliche Rentnerwitze. Vor allem in der Freundschaft zu Roger, dem Sohn seiner Haushälterin, der für Holmes eine Art Baker Street Irregular und Watson in einem ist, zeigt sich sein großes Herz. Revolutionäre neue Erkenntnisse liefert die Handlung übrigens auch an anderen Stellen eher nicht. Zudem kommt sie ohne Verfolgungsjagden in nebligen Gassen, Verbrecher-Superhirne oder kunstvolle Wortgefechte zwischen Holmes und Watson (der wie viele andere bekannte Nebenfiguren zum Zeitpunkt der Handlung längst verstorben ist) aus.
"Mr. Holmes" ist ein leiser Film, eine genau beobachtete Charakterstudie und gleichzeitig eine angenehm entspannte Hommage, die Regisseur Bill Condon in wunderbaren Bildern zu erzählen versteht. Kein gewolltes Konkurrenzprodukt zu den aktuell beliebtesten Formaten, eher eine Ergänzung, die den großen Ermittler am Ende seines Lebens mit sich selbst abrechnen lässt.

Darsteller: Ian McKellen, Laura Linney, Milo Parker, Hiroyuki Sanada, Hattie Morahan, Patrick Kennedy, Frances de la Tour u.v.m.
Regie: Bill Condon
Jahr: 2015 (DVD/BluRay: 2016)
Label: Alamode Film
Laufzeit: ca. 104 min
FSK: ab 6 Jahren
Bonusmaterial (DVD): Featurettes, Interviews, Trailer


Residue
Residue
DVD ~ Natalia Tena
Preis: EUR 18,12

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fest für die Augen, Fragezeichen am Ende, 28. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Residue (DVD)
Eigentlich hat "Residue" alles, was eine zünftige Arthouse-Dystopie braucht: komplexe Protagonisten, düstere Neonfarben, perverse Nachtclubs und exzentrische Bösewichte. Dazu ein Plot, der sich um ein großes Geheimnis dreht, dessen Puzzleteile nach und nach zusammengesetzt werden müssen. Das Ganze als Fernsehserie anzulegen ist ebenso mutig wie innovativ, denn Kompromisse werden kaum gemacht. Die Optik kann sich auf jedem Bildschirm sehen lassen, die Zukunftsvision überzeugt auch ohne allzu offensichtliche digitale Effekte, sondern unter anderem mit bodenständigen Mitteln wie Neonröhren und Plastikfolie. Ein wenig britisches Flair bleibt sogar zwischen all den Wolkernkratzern dieser anonymen Megalopolis erhalten, Austauschbarkeit muss also nicht befürchtet werden. Charaktere wie der gebrochene Polizist Levi Mathis (Jamie Draven) erinnern zudem an den Genreklassiker "Blade Runner", die durchweg gelungene Atmosphäre könnte glatt aus Ryan Goslings "Lost River" stammen.
Iwan Rheon gelingt es, auch die gefühlvollen Seiten seines Charakters auszuspielen, Natalia Trenas Rolle ist in dieser Hinsicht ein wenig zu sehr an die eigensinnige Wildlingsfrau angelehnt, die sie schon in "Game of Thrones" zum Besten gab. Allerdings hat auch sie ihre guten Szenen. Jamie Draven variiert seine Figur kaum jenseits der bekannten Motive des ewig tieftraurigen Polizisten, passt aber immerhin solide ins Ensemble. Lediglich Brian Fergusons Punk-Gangster Dickie Prince geht einem in jeder seiner Szenen so richtig auf die Nerven. Das mag teilweise beabsichtigt sein, allerdings kennt man Gestalten wie ihn eigentlich in- und auswendig. Aber das ist nicht einmal das größte Problem.
Wer denkt, Serien wie "Safe House" wären mit gerade einmal vier Folgen zu je fünfundvierzig Minuten schon recht kurz, der wird hier dazulernen. Gerade einmal drei Episoden mit etwa vierzig Minuten Lauflänge (exklusive Vor- und Abspann) liegen vor. Die sind zwar erzählerisch und gestalterisch sehr gut umgesetzt, das fast unerträglich spannende und trotzdem offene Ende lässt den Zuschauer jedoch ratlos zurück. Man könnte höchstens noch an dem Titel der Serie herumdeuten, denn "Residue" bedeutet auf Deutsch "Rückstand" oder "Überrest", was wiederum zu einigen der Vorkommnisse passen würde. Zudem fehlt den Heimvideo-Ausgaben jegliches auf den Inhalt bezogenes Bonusmaterial.
Sollte die Serie der Auftakt für eine Fortsetzung sein, dann kann man das möglicherweise verkraften. Wenn es aber bei diesen drei Folgen bleibt (und im Moment sieht es leider danach aus), dann kann das ziemlich unbefriedigend wirken. Dabei ist "Residue" trotz dieser deutlichen Schwäche sonst handwerklich und künstlerisch richtig gut umgesetzt und wird Genrefans an vielen Stellen wohlige Schauer über den Rücken jagen.

Darsteller: Natalia Tena, Iwan Rheon, Jamie Draven, Danny Webb, Brian Ferguson, Franz Drameh, Emilia Jones u.v.m.
Regie: Alex Garcia Lopez
Jahr: 2016
Label: polyband Home Entertainment
Laufzeit: ca. 135 min
FSK: ab 16 Jahren
Bonusmaterial: Trailershow


Der Fall Eichmann
Der Fall Eichmann
DVD ~ Martin Freeman
Preis: EUR 12,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen interessante neue Perspektive, 27. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Eichmann (DVD)
Schon bei den Nürnberger Prozessen, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, liefen unzählige Kameras, um die Weltöffentlichkeit über die Gräultaten der verurteilten Nazi-Verbrecher zu informieren. Dennoch flohen einige bedeutende Protagonisten des Dritten Reichs in andere Länder und konnten erst spät oder in manchen Fällen auch gar nicht mehr gefasst werden. Das enorme Interesse am Eichmann-Prozess wurde dank des hier porträtierten Fernsehteams zum Medienereignis, der Fall selbst zum vermutlich bis dato am detailliertesten aufgezeichneten Prozess überhaupt. Die Verfilmung der Hintergründe dieser Produktion bietet tatsächlich ebenfalls reichlich Stoff für ein klassisches Filmdrama. Anfangs versucht Fruchtman noch ein wenig in Ocean's-Eleven-Tradition ein Team zusammenzustellen und muss ein ums andere Mal kreativ diverse Hindernisse umgehen. Als die Kameras der Lautstärke wegen schließlich mehr oder weniger in die Wand eingemauert werden, kann es losgehen, doch so manche Angehörige der Crew bringen diverse Altlasten aus dem Holocaust mit.
Anthony LaPaglia gelingt dabei ein intensives Porträt des Regisseurs Hurwitz, der Eichmann als Menschen darstellen will, der verführt wurde, wie es theoretisch jedem passieren könnte. Eine Einstellung, die vor allem einen gewissen Kameramann zur Weißglut bringt. Die Frage, inwiefern da nun ein Monster oder doch ein Mensch vor Gericht steht wird immer wieder aufgegriffen, was Hurwitz angesichts der fehlenden Reue Eichmanns zur Verzweiflung bringt. Und dann ist da ja noch Martin Freemans Produzent Fruchtman. Freeman, der laut Abspannfoto fast keine äußerlichen Ähnlichkeiten mit dem realen Fruchtman hat, spielt den engagierten Medienmann britisch stilvoll und mit weit weniger beschwingter Exzentrik, als man es von vielen anderen seiner Rollen gewohnt ist. Trotz der zurückhaltenden Art bleibt der innere Konflikt seines Charakters stets erkennbar, der für diese Produktion mehr als einmal mit dem Tod bedroht wird. Und das obwohl seine Sendung neben anderen weltbewegenden Ereignissen wie der Kuba-Krise und dem ersten Menschen im Weltraum beinahe unterzugehen droht.
Trotz reichlicher Dialoge und einer relativ begrenzten Auswahl von Schauplätzen bleibt der Film bis zum Ende spannend. Gerade diese neue Sichtweise auf das Geschehen zeigt nicht nur das übliche Abschreckungsporträt irgendwelcher Nazigrößen, sondern vor allem die Spuren, die deren Taten über Generationen hinweg hinterlassen. Noch dazu sind Austattung, Casting und Kamera an vielen Stellen derart akribisch umgesetzt, dass der Wechsel zwischen Spielszenen und historischem Filmmaterial (im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, die so "authentischer" wirken wollen) weder die Handlung unterbricht, noch auf andere Art negativ auffällt. Das muss man erstmal nachmachen. Die im Gerichtssaal gezeigten Szenen der Auschwitzer Leichenberge und halbverhungerter Menschen sind übrigens nichts für schwache Nerven.

Originaltitel: "The Eichmann Show" (Die Eichmann-Sendung)
Darsteller: Martin Freeman, Anthony LaPaglia, Rebecca Front, Andy Nyman, Nicholas Woodeson u.v.m.
Regie: Paul Andrew Williams
Jahr: 2016
Label: Koch Media Home Entertainment
Laufzeit: 90 min
FSK: ab 12 Jahren
Bonusmaterial: Filmtrailer


Kiuchi - Hitachino Nest - GINGER ALE - 0,33l
Kiuchi - Hitachino Nest - GINGER ALE - 0,33l
Wird angeboten von BierPost
Preis: EUR 4,99

4.0 von 5 Sternen Ingwerbier statt Ingwerlimo, 26. April 2016
Ale ist ja eigentlich eine Art Bier. Aber Ginger Ale ist Limo. Nur dieses Ginger Ale nicht. Statt des klebrig-süßen Softdrinks mit dem ansatzweise erkennbaren scharfen zitrusartigen Ingwergeschmack (in Wirklichkeit meist künstlich) präsentiert die japanische Brauerei Kiuchi aus Ibaraki hier ein "echtes" Ingwerbier, bei dem die Wurzel gleich mit eingebraut sein soll.
Der Duft beginnt durchaus vielversprechend. Malzig-würzig, zarte Karamellnoten und ein leichter, unaufdringlicher Hauch von Ingwer dazwischen. Der feinporige Schaum steht stabil minutenlang im Glas, die Farbe des Biers geht in Richtung naturtrübes Hellbraun. Der erste Schluck bestätigt die Geruchsprobe - ein voller Geschmack nach malzigem Starkbier, die erwartete Süße bleibt jedoch aus. Der Ingwer findet sich dann im insgesamt recht herben Nachgeschmack, der noch ein wenig auf der Zunge verweilt und zumindest den Gedanken erlaubt, dass das "Real Ginger Ale" doch ganz interessant schmeckt.
Da Ingwer ohnehin die Gemüter spaltet, ist diese Sorte wahrscheinlich am ehesten für Ethusiasten geeignet, die gerne Neues entdecken. Trotz der ansprechenden Exotik wird es bei einem Versuch bleiben, die große Geschmacksrevolution bleibt trotz alternativer Zutaten aus. Aber die Neugier ist geweckt, denn dieses Craft Beer soll ja noch viele ähnlich interessante Kreationen bereithalten. Außerdem ist das Hitachino ein schöner Beweis für interessante Brautätigkeiten auf anderen Kontinenten. Und es schmeckt trotzdem nach Bier.

Alkoholgehalt: 8,0 vol. %
Sorte: Starkbier
Marke: Hitachino
Brauerei: Kiuchi
Verkaufsgröße: 0,33 l


Game of Scones: Das witzige Backbuch zur Kultserie Game of Thrones
Game of Scones: Das witzige Backbuch zur Kultserie Game of Thrones
von Jammy Lannister
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

4.0 von 5 Sternen man gewinnt oder man isst ..., 25. April 2016
Hinweis für Allergiker: Buchinhalt und Rezension können Spuren von Spoilern enthalten!
Auf den rund 128 gut gefüllten Seiten, nimmt uns der Autor mit auf eine reich bebilderte Reise durch die Geschichten rund um die ewig miteinander kämpfenden Adelshäuser von Westeros. Dabei werden sowohl Charaktere, als auch Schlüsselszenen der Buchreihe kreativ zu toll aussehenden Süßspeisenkreationen verarbeitet. Kreativ ist auch die Namensgebung dieser Kunstwerke aus Teig: Oberyns Augenschmaus (mit roter Götterspeise gefülltes Schokoei zum lustvollen Zerdrücken), Unbefleckte Soldaten (ohne Nüsse), Goldgelbe Jamies (inklusive fehlender Hand), Schwarzwälder Festungstorte (der Name sagt alles), Brienne von Tarte oder auch Tyrions Shortbread (eine Art Lebkuchen-Halbmann). Fans werden sich vor Lachen und Sättigung die Bäuche halten, allen anderen sei zum Erkenntnisgewinn die vorherige Lektüre der Romane oder ein zünftiger Serienmarathon empfohlen. Aber bitte mit Sahne.
Gut sehen sie in jedem Fall aus diese Kreationen, die Herstellung bedarf aber reichlich Geduld und einer gewissen Kunstfertigkeit beim Umgang mit Verzierungen. Bei näherer Betrachtung erscheint "Game of Scones" eher als Bastelbuch für Fondant-Verliebte und Leute, die gerne auch mal mehr Zeit in der Küche verbringen. Das im Vergleich einfachste Rezept stammt direkt aus der Welt von Westeros, nämlich Sansas Zitronenkuchen. Dort hält man sich mit Verzierungen sogar einigermaßen zurück, den dürften also die meisten ohne Schwierigkeiten nachbacken können. Überhaupt wurden die stilvoll bebilderten Rezepte sinnvollerweise mit einer Angabe bezüglich ihres Schwierigkeitsgrades versehen. Und auch der Humor kommt nicht zu kurz: Für ein bestimmtes Rezept benötigen wir unter anderem 7.800 Gläser Seefeuer und zwischen den Rezepten finden sich immer wieder witzige Werbeanzeigen, unter anderem für das "The Rat Cook Cafe" an der Nachtfeste und eine valyrische Schmiede, die feinstes Essbesteck herstellt.
Obwohl die Schicksale der Hauptfiguren dieser Saga in der Regel alles andere als süß sind, fehlen herzhafte Speisen völlig. Dabei wäre doch eine Petyr-Pizza oder Stark-Steak eine ganz nette Ergänzung zu den kalorienhaltigen Spezialitäten. Aber es ist nunmal ein Backbuch und da Jammy Lennister sich allem Anschein nach (noch) bester Gesundheit erfreut, muss man die Hoffnung auf einen zweiten Band, der vielleicht sogar noch vor dem nächsten Roman erscheint, nicht aufgeben. Bis dahin versteht es dieses Buch auf jeden Fall bestens zu unterhalten und serviert Backfreunden so manche optische Leckerei. Das "Lied von Eis, Feuer und Marmelade" hat begonnen ...

Originaltitel: "Game of Scones - All Men Must Dine"
Seitenzahl: 128
Format: 14,8 x 19,8 cm, gebunden
Verlag: Knesebeck


A Perfect Day
A Perfect Day
DVD ~ Benicio Del Toro
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Wie lacht man über den Krieg ..., 24. April 2016
Rezension bezieht sich auf: A Perfect Day (DVD)
... ohne ihn zu verharmlosen? Am besten, indem man seine skurrilen Seiten zeigt, über die man gleichzeitig lachen und erschüttert den Kopf schütteln möchte. Glücklicherweise übertreibt es Regisseur und Drehbuchautor Fernando Léon de Aranoa mit keinem dieser beiden Extreme. Einige seiner Figuren, allen voran der leicht verrückte B (Tim Robbins) bewegen sich nahe an der Grenze zur Karikatur, fügen sich aber dennoch ohne Probleme in das Geschehen ein. Das Gerangel um Zuständigkeiten und die korrekte Befolgung des Protokolls, auch wenn keine unmittelbare Gefahr droht, dürfte auch in der Realität so manchem Entwicklungshelfer das Leben schwer machen und bietet für sich genommen schon genug Stoff für eine Geschichte zum an-den-Kopf-fassen. Trotz aller Ideale sind die samt und sonders hervorragend gespielten Protagonisten aber auf ihre Art gebrochene Helden und alles andere als perfekt.
Da muss gar nicht so weit mit der Moralkeule ausgeholt werden, um die Tragweite mancher Ereignisse zu verdeutlichen. Der Sarkasmus der immer wieder verhinderten Helfer spricht für sich, ebenso wie die ganz einfachen Sehnsüchte eines kleinen Jungen namens Nikola (Eldar Residovic), der auf der Suche nach einem Fußball bereitwillig einsturzgefährdete Ruinen und Minenfelder durchstöbert. Ähnlich wie die Hauptfiguren sind auch die Einwohner der kriegsgebeutelten Gegend seelisch nicht unbeschadet davongekommen. Und obwohl das oberflächlich betrachtet zu allerhand schrulligen Macken führt (Seil wird beispielsweise nur zum Aufhängen von Leuten hergegeben), zeigt sich darunter doch eine berührende Verletztheit, die dem Film eine Menge Herz gibt. Ganz nebenbei ist er auch hervorragend gefilmt und verzichtet dabei völlig auf die offensive Abbildung irgendwelcher Grausamkeiten.
Bei aller Absurdität und der eigentlich recht beschränkten Handlung verkommt "A Perfect Day" trotz trockenem Galgenhumor niemals zur Farce, sondern zeigt, wie der Krieg und seine Nachwehen den Menschen nachhaltig die Unschuld rauben. Sogar die angedeutete wiederaufkeimende Lovestory zwischen Mambrú und Katya wird elegant umschifft, was dem Film allerhand unnötige Peinlichkeiten erspart. Manche allzu gewollten Gute-Laune-Passagen mit laut aufgedrehter Rockmusik hätte man gut und gerne weglassen können, aber im großen und ganzen ist und bleibt dieser Film anspruchsvolle Unterhaltung auf höchstem Niveau, die sich ihrer Botschaft an keiner Stelle schämen muss.

Darsteller: Benicio Del Toro, Tim Robbins, Olga Kurylenko, Mélanie Thierry, Fedja Stukan, Eldar Residovic, Sergi Lopéz u.v.m.
Regie: Fernando Léon de Aranoa
Jahr: 2015 (DVD/BD: 2016)
Label: X-Verleih / Warner Brothers
Laufzeit: ca. 102 min
FSK: ab 12 Jahren
Bonusmaterial (DVD): Trailershow


Das brandneue Testament
Das brandneue Testament
DVD ~ Pili Groyne
Preis: EUR 12,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es hätte so schön sein können, 22. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Das brandneue Testament (DVD)
Ein bisschen Religionsparodie, ein bisschen alternative Lebensentwürfe und dazu reichlich Poesie. Ansätze dafür gibt es genug, aber keiner davon kann sich so richtig entfalten. An schlechten Darstellern liegt es jedenfalls nicht. Die Hauptrollen sind samt und sonders gut besetzt, auch wenn Benoît Poelvoordes Gott am ehesten ein Neuaufguss seiner bekannten cholerischen Charaktere aus Filmen wie "Nichts zu verzollen" oder "Asterix und Obelix bei den olympischen Spielen" ist. Die Idee, die weibliche Seite der Gottesfamilie eine entscheidende Rolle spielen zu lassen, hat gleichfalls ihre Reize. Yolande Moreau und Pili Groyne spielen das überzeugend aus und sagen zwischen den Zeilen gelegentlich mehr, als in ihren "echten" Dialogen.
Situationen, in denen Gott sich zwangsweise direkt mit seinen Geschöpfen auseinandersetzen muss und unter anderem an einer Armenspeisung in der Kirche teilnimmt, oder auch Éas Engagement für die emotional Benachteiligten bergen reichlich Stoff für eine einigermaßen ernstzunehmende Auseinandersetzung mit diesem Thema und, wie gesagt, in Ansätzen wird das auch versucht. Dazwischen immer wieder poetische Bilder, skurrile Figuren und manche nette Weisheit. So richtig will der Funke dann aber doch nicht überspringen. Der Wechsel zwischen der hochgradig überzeichneten Gotteskarikatur, den Wünschen und Sehnsüchten der Menschen und den kreativen Ideen, was man denn mit dem Rest seines Lebens anstellen kann, erfolgt zu sprunghaft, beinhaltet gelegentlich auch einige vermeidbare Längen. Dazu gehört auch die gut überlegte aber zu episch ausgewalzte Einführung in diese Parallelwelt, in der der Garten Eden ein unfertig dekoriertes Brüssel ist und Adam und Eva sich unschuldig nackt in der Kantine treffen. Vor dem Ende versucht man es dann noch einmal mit einem rührenden Einzelschicksal, dessen eigentlich gravierende Eigenschaften sich zusammen mit allen anderen Problemen selbst für eine Komödie zu einfach auflösen.
Letztendlich ist "Das brandneue Testament" eher ein episch angelegter Kunstfilm, als die gewitzte Satire, die auf den ersten Blick angepriesen wird. Für geduldige Zuschauer und Liebhaber des Genres womöglich angenehm anzuschauen, "die Offenbarung des Kinojahres" ist es es aber (leider) bei weitem nicht.

Originaltitel: Le tout nouveau testament
Darsteller: Benoît Poelvoorde, Catherine Deneuve, Yolande Moreau, Pili Groyne u.v.m.
Regie: Jaco Van Dormael
Jahr: 2015 (DVD/BD: 2016)
Label: NFP
Laufzeit: 110 min + Bonus
FSK: ab 12 Jahren
Bonusmaterial (DVD): Making Of, Featurette über SFX, Interviews, Filmtrailer, Trailershow


Wunderheiler
Wunderheiler
von Eckart von Hirschhausen
  Audio CD
Preis: EUR 10,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wundermittel, 20. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Wunderheiler (Audio CD)
Wer Hirschhausen kennt weiß, dass hier nichts ohne augenzwinkernde Seitenhiebe vor sich geht. Seien es überteuerte Wunderheiler, die "naturwissenschaftlich" Aura und Allergien ihrer Patienten erpendeln, oder das ewige Leid mit chronischen Volkskrankheiten (vgl. Titel 4: "Ich hab Knie"). Im Direktvergleich zu seinen bisherigen Bühnenprogrammen keine unheikle Thematik, zumal die Fronten unter Experten und solchen, die es gerne wären, mitunter sehr verhärtet sind. Mit reichlich entspanntem Humor nimmt sich Hirschhausen der Sache an und gibt im Programm und dem wieder einmal äußerst kreativ gestalteten Booklet manchen unaufdringlichen nützlichen Hinweis. Anhänger beider Seiten werden gleichermaßen "behandelt", müssen sich aber ebenso einer gewissen Hinterfragung stellen. Wer im Zweifelsfall ein wenig über sich selbst lachen kann, muss sich allerdings nicht vor Bloßstellung fürchten.
Unterm Strich gelangt man eigentlich zur selben Erkenntnis wie schon bei früheren Programmen des Comedy-Doktors, die sich unter anderem dem Thema "Glück" annahmen: tu dir selbst Gutes, dann wird es dir gut gehen. Verliere nicht den Glauben an das Unmögliche, während du versuchst mit dem Möglichen zurechtzukommen. Letztendlich macht aber auch dieses neue Programm sehr viel Spaß beim Hören und sorgt auf behutsame Weise für so manchen nützlichen Erkenntnisgewinn. Eine Rarität, wie sie einer oft auf Spott und Hohn beruhenden Satire- und Comedyszene gut tut.

CDs: 1
Laufzeit: ca. 70 min
Verlag: der Hörverlag


Die Bibel: Bibelwissen, Geschichten und Fakten in 150 Werken der Kunstgeschichte
Die Bibel: Bibelwissen, Geschichten und Fakten in 150 Werken der Kunstgeschichte
von Christa Pöppelmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Chance vertan?, 19. April 2016
Keine Frage, dieses Buch macht was her. Schon der schicke Hardcovereinband weckt die Neugier auf den Innenteil. Dieser punktet durch zahlreiche und oft großformatige Hochglanzbilder der hier behandelten Kunstwerke, die in guter Qualität abgedruckt sind. Das Layout ist übersichtlich und ansprechend gestaltet: auf jeweils einer Seite wird zu einer Geschichte oder zu einem Buch der Bibel ein Kunstwerk vorgestellt. Zusätzliche Infokästen erläutern spezielle Fachausdrücke oder geben ganz kurz einen Einblick zu einem wichtigen Stichwort.
Doch leider besitzt nicht alles, was nach außen hin glänzt, auch eine ebenso gute inhaltliche Qualität, und das trifft auf das Sachbuch der aus Aschaffenburg stammenden freien Journalistin Christa Pöppelmann leider zu. Schon das Vorwort führt nicht wirklich in das Buch ein. Es wird ein allgemeiner Überblick über die Bedeutung der Bibel in der Kultur gegeben, der zwar durchaus informativ ist, aber wichtige Fragen offen lässt:
Wie verfährt das Buch? Aus welcher Perspektive ist es geschrieben? Nach welchen Kriterien wurden die Kunstwerke ausgewählt? Warum werden nur Kunstwerke bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts behandelt und keine zeitgenössische Kunst (die es zu biblischen Themen aber durchaus gibt)?
Im Anschluss an das Vorwort gliedert sich das Buch in fünf große Abschnitte: Die Bibel im Überblick, Altes Testament, Neues Testament, Übersetzung und Verbreitung sowie das Register. Zu jeweils einem Thema, einer Geschichte oder einem biblischen Buch wird ein Kunstwerk erklärt und der biblische Inhalt wiedergegeben und erläutert. Dabei kommen sowohl sehr bekannte Werke, beispielsweise von Michelangelo, Raphael oder Cranach in den Blick als auch eher unbekannte Künstler, was eine gelungene Mischung ergibt.
Leider sind die inhaltlichen Erklärungen oft sehr oberflächlich, zu einseitig oder teilweise schlichtweg falsch. Zwei Beispiele müssen in dem begrenzten Platz dieser Rezension zur Anschauung genügen: Gleich zu Beginn stellt die Autorin im Überblicksteil auf S. 11 die jüdische Bibel (Tanach) vor. Demnach gliedern sich die Nevim, die Prophetenbücher (die übrigens in der korrekten Schreibweise Neviim heißen) in die älteren und jüngeren Propheten. Zur letzteren Gruppe zählen u.a. auch die Propheten Abdias, Sophonias, Aggäus, Zacharias und Malachias. Nun ist es jedoch so, dass in den Neviim, die sich im übrigen in die Vorderen und die Hinteren Propheten gliedern, diese Namen nicht auftauchen. Warum? Weil die Autorin (aus welchem Grund auch immer) weder die gebräuchlichen deutschen noch die hebräischen Namen in Umschrift verwendet, sondern die griechischen Bezeichnungen der Septuaginta bzw. die lateinischen der Vulgata. Zwar mögen in diesen Bibelübersetzungen die Propheten so benannt sein, in dieser Art tauchen sie jedoch in keiner deutschen Ausgabe auf und im hebräischen Tanach, um den es hier ja eigentlich geht, schon gar nicht.
Als zweites Beispiel sei die Wulfila-Übersetzung des Vaterunsers auf S. 180 genannt. Erst einmal bleibt unklar, woher diese Übersetzung überhaupt stammt. Dann findet sich im gotischen Text sehr häufig ein grichisches π. Tatsächlich müsste an diesen Stellen jedoch das gotische ϸ stehen. Dieses wird ähnlich wie ein stimmhaftes englisches th ausgesprochen und heißt Thorn. Das π gibt es auch als Buchstaben, es wird aber wie das deutsche P ausgesprochen und heißt Pi. Es handelt sich also um einen gänzlich anderen Buchstaben, der hinsichtlich Artikulation und Lautwert enorme Unterschiede aufweist.
Nun könnte man natürlich einwenden, diese beiden Beispiele seien Spitzfindigkeiten, die doch gar nicht so wichtig sind. Natürlich liegt auf der Hand, dass ein Sachbuch, das auf solch begrenztem Raum so viele Informationen zu Kunst und Bibel aufbereitet, niemals so sehr in die Tiefe gehen kann wie ein wissenschaftliches Fachbuch. Trotzdem sollten gerade die darin präsentierten und ausgewählten Fakten auch wirklich Fakten sein und keine Halbwahrheiten und Ungenauigkeiten, die durch ein wenig Recherche leicht hätten vermieden werden können.
Fazit: ein allgemeine Einführung sowohl in die biblischen Inhalte als auch in die Kunstgeschichte, der man jedoch leider nicht alles glauben darf.

Seitenzahl: 192
Format: 21 x 26 cm
Verlag: komet


Shame of Thrones - Das Leid von Eis und Feuer
Shame of Thrones - Das Leid von Eis und Feuer
von José Fonollosa
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen ein Polyester begleicht stets seine Schulden, 18. April 2016
Laut Einleitung dürfte "Shame of Thrones" theoretisch perfekt für alle Fans von TV-Serie und Romanreihe sein. Schließlich gibt es noch mehr Charaktere, mehr Intrigen, mehr Gewalt und natürlich auch viel mehr Sex zu sehen. Das erfreut nicht nur die zwangsweise enthaltsam lebenden Nachtwächter, sondern wahrscheinlich auch jeden, der möglichst ausführliche Darstellungen davon für authentischen Realismus hält. Ein kleiner Vorgeschmack auf zahlreiche Seitenhiebe, die der Autor geschickt in eine geraffte Nacherzählung des ersten Romans, beziehungsweise der ersten Serienstaffel einzuflechten versteht. Der Zeichenstil fängt die wichtigsten Äußerlichkeiten der bekanntesten Figuren ein, manchen erkennt man somit auch ohne die amüsant verfremdeten Namen wieder (zum Beispiel den Bluthund). Die wiederum verraten auf überspitzte Weise oft einiges über die Charaktere, sei es Jon Weh (vom Vater ungeliebt und ewig melancholisch), Nerd Stark (echten Nerds und Geeks als Boromir, Odysseus usw. bekannt), die Geschwister Gagarien (gaga dank Inzest) oder Kalle Dumbo (ein besonders primitiver und überdimensionierter Khal Drogo).
Gleichzeitig gibt es aber auch etliche Details zu entdecken, die den Autor als echten Fan des Genres entlarven. Die Neuerzählung und so manche kreativ zusammengefassten Handlungsstränge verlangen durchaus detaillierte Kenntnisse der parodierten Welt. Auch auf andere Werke wird Bezug genommen, etwa wenn der "Halbmann" Tyson Polyester von einem gewissen Zauberer per Anhalter mitgenommen wird, oder wenn der dreiäugige Rabe einen Dichter zitiert, dessen Name kurz darauf als lautmalerischer Soundeffekt erscheint. An diesen und einigen anderen Stellen zeigt sich einen angenehme Subtilität, die weit mehr als der im Prolog angedeutete Haudrauf-Humor ist und den Comic damit zu einer in Teilen durchaus anspruchsvollen Auseinandersetzung mit George R.R. Martins Fantasywelt und deren Rezeption in der Popkultur macht. Aber an den meisten Stellen macht er auch einfach nur mächtig Spaß.
Da es sich bei diesem Band laut Buchrücken um den ersten Beitrag einer beginnenden Reihe handelt, darf man getrost annehmen, dass noch weitere folgen. Schaden würde es nicht. Schließlich gibt die beginnende Schreckensherrschaft des verwöhnten Kindkönigs Psycho Ballatheon noch genug Stoff für weitere Parodien her. Ganz zu Schweigen vom Schicksal der vermutlich gebeuteltsten Familie des Nordens.

Seitenzahl: 64
Format: 21,5 x 21,7 cm, gebunden
Verlag: Panini


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