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Rezensionen verfasst von
nrschmid (Wien, Österreich)
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Warum macht die Nudel dumm?: Leichter, klüger, besser drauf: No Carbs und das Geheimnis wacher Intelligenz
Warum macht die Nudel dumm?: Leichter, klüger, besser drauf: No Carbs und das Geheimnis wacher Intelligenz
von Ulrich Strunz
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dr. Aspartam, 26. Juni 2015
Mir gefällt, wie Strunz unermüdlich für Kohlenhydratfreies Essen kämpft. Ich kenne so ziemlich jedes seiner Bücher und die Wiederholungen tun ihre Wirkung: mein Heißhunger auf Kohlenhydrate ist zurückgegangen.

Aber sonst? Vieles ist innerhalb von diesem Buch widersprüchlich, erst recht im Vergleich zu seinen kürzlich erschienenen Büchern: zuletzt (Nov. 2014, Geheimnis Eiweiß, war Obst noch Pflicht auf dem Speisezettel, jetzt muss man schon mit Fructose-Tabellen vergleichen, ob nicht die Kiwi zu groß ist und man zu viel Fruchtzucker isst. Im nächsten Buch, No-Carb-Smoothies, ist Obst tw. wieder ok.

Unlustig wird es, wenn Strunz diesmal ausdrücklich Aspartam als Süßstoff verteidigt - und behauptet, die Firma Monsanto würde Aspartam aus zwei natürlichen Aminosäuren herstellen. Da freut man sich wahrscheinlich bei Monsanto über Strunz als Mitkämpfer. Jeder kann aber weiterhin selbst im Internet nachlesen, was Aspartam eigentlich anrichten soll: vom Golfkriegs-Syndrom über Alzheimer, Parkinson, bis zu Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und Überwindung der Blut-Hirn-Schranke usw. Im Bericht eines US-Ärztekollegiums heißt es: "Aspartam macht, dass man sich nach Kohlehydraten sehnt und deshalb dick wird." Genau dieses Aspartam verteidigt Strunz und mischt es seinem Eiweißpulver bei!

Andere Süßstoffe, die wesentlich harmloser sind, ignoriert Strunz: Honig wird nicht erwähnt, auch nicht Xylit oder Kokosblütenzucker, die alle drei den Insulinspiegel nicht oder kaum belasten.

Was Aspartam betrifft, ignoriert Strunz anscheinend Tatsachen. Damit stehen aber alle seine Tipps auf eher wackeligen Beinen. Denn wer einmal so offensichtlich irrt, ... Wer will selber an seinem Körper experimentieren, ob Strunz Recht hat, oder ob alles mit dem nächsten Buch schon wieder hinfällig ist? Der Verlag und Strunz selbst lehnen jede Haftung ab ...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 28, 2015 8:28 AM MEST


NUTRiBULLET Deutschland - Nährstoff Set - Universalzerkleinerer mit Zubehör - Sonderedition inkl. GRATIS Rezeptbuch
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Wird angeboten von stratos-service
Preis: EUR 129,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Mixer, 26. Juni 2015
Man muss ehrlich sein: der Nutribullet ist ein Mixer und sonst nichts. Ich habe mich selber von der TV-Werbung einkochen lassen und das Ding gekauft. Es verkauft sich halt gut, wenn man hört, irgendwelche Zellstrukturen von Obst und Gemüse würden aufgebrochen und das Innerste nach außen gedreht usw. Und man würde wegen der Kreuzklingen, die alle diese Wunder vollbringen, mehr Nährstoffe aufnehmen.

Der Nutribullet mixt - und das trinkt man. Fertig. Was in der Werbung natürlich nicht gezeigt wird, ist, dass man die ganzen Sachen erst waschen und schneiden muss, bevor man sie in den Mixer gibt. Je nach persönlichem Tempo geht das einigermaßen schnell: so groß ist der Mixbehälter nämlich nicht. Ein bisschen Obst, ein bisschen Gemüse, ein bisschen Wasser und voll ist der Kunststoffbehälter. Man muss immer Wasser einfüllen, sonst mixt der Nutribullet die Zutaten nicht richtig. In diesem Punkt ist er einem normalen Mixer schon unterlegen.

Das Gerät ist - zugegeben - gut durchdacht: man kann direkt aus dem Mixbehälter trinken und hat nur 2 Teile zu reinigen: den Mixbehälter und den Teil mit den Wundermessern. Das ist bei einem Mixer auch so.

Es gibt gleich gute und zugleich billigere Mixer von Russell Hobbs über Mr. Magic, den günstigeren Vorgänger des Nutribullet, bis zum Zauberstab. Wenn einem aber das Geld egal ist, hat man mit dem Nutribullet ein Gerät, das einen vielleicht motiviert, mehr Obst und Gemüse bzw. Nüsse zu essen/ trinken. Ich bereue den Kauf eher und würde zu einem normalen Mixer raten, mit einem Behälter aus Glas. 5 Sterne für die Vermarktung, aber nur 2 Sterne nach der Ernüchterung, wenn man den Nutribullet 3x verwendet hat.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 17, 2015 6:41 PM MEST


Alien Interview
Alien Interview
von Lawrence R. Spencer
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,31

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interview mit E.T., 26. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alien Interview (Taschenbuch)
Kein vernünftiger Mensch wird diese Geschichte glauben, schreibt die Krankenschwester Matilda O'Donnell McElroy in einem abschließenden Brief. Mit diesem Brief schließt sich der Kreis zur Einleitung von Lawrence Spencer. Das ganze Buch ist so unglaublich, dass man nach Gründen sucht, wieso man es glauben sollte, was man hier liest.

Besonders schwer macht es einem der Herausgeber Lawrence Spencer: es hat (angeblich) alle Dokumente verbrannt, die er von Matilda bekommen hat. Damit wollte er Anfragen verhindern und wahrscheinlich Besucher abhalten und sich selbst absichern. Aber wieso hat er keine einzige Seite von diesen Dokumenten fotografiert und im Buch abgedruckt? Kein Foto der handschriftlichen Notizen, kein Foto der "streng geheimen" Unterlagen aus Roswell. Nicht einmal die Abdrucke auf dem Cover sind Fotos der Originale. Nichts wäre einfacher gewesen, als zumindest vorne ein echtes Foto zu zeigen. Auch wenn man da eine Menge tricksen und fälschen kann, eine Spur Glaubwürdigkeit hätte es gebracht.

Ob man die Interviews glaubt oder nicht, muss jeder für sich beantworten - sie sind auf jeden Fall interessant zu lesen. Aber auch dabei fragt man sich nach dem Wahrheitsgehalt und ob man als "Außerirdischer" wirklich so wenig Wichtiges zu sagen hat. Noch dazu, wo die Schilderungen von "Airl" nach einiger Zeit auf der Stelle treten und sich inhaltlich wiederholen.

Rund um das "Alien-Interview" ist eine ganze Industrie entstanden: im Internet kann man auf Deutsch und Englisch Texte dazu lesen, Blogs verfolgen, DVDs und Kappen (!) kaufen.

Eine Katastrophe ist die Übersetzung von Antonia Gohel, die keine Übersetzerin ist, wie sie gleich zu Beginn schreibt. Das merkt man auch ohne diesen Hinweis sofort: Fr. Gohel scheint mit der deutschen Sprache zumindest auf Kriegsfuß zu stehen. Beistriche/ Kommas sind ihr unklar, teilweise fehlen Worte an wichtigen Stellen. Dafür hält sie sich an die Regel aller Teilalphabetisierten: das Zeitwort steht bei ihr soweit vom Hauptwort entfernt, wie möglich. Eine solche "Übersetzung" ist eine Zumutung.


The Hunter: Roman
The Hunter: Roman
von Richard Stark
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Parkers letzte Chance, 4. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: The Hunter: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist wohl die letzte Chance für Parker - und für uns, die wir ALLE Parker-Romane ungekürzt lesen wollen. Wenn der Funke wieder nicht überspringen sollte und das Buch kein Geschäft für den Verlag ist, dann war's das wohl mit weiteren Parker-Romanen. Schon vor Jahren hat der Verlag begonnen, die neuesten Parker-Romane herauszugeben. Damals hat man sich über die Reihenfolge gewundert, in der die Bücher erschienen sind: von hinten nach vorne, beginnend mit dem neuesten. Der aktuellste Parker war immer ein bisschen älter als der zuletzt erschienene. Bei diesem Buch wird der Grund für diese Strategie klar: "The Hunter" ist der erste von 24 Romanen, den Donald Westlake unter dem Pseudonym Richard Stark ab 1962 geschrieben hat. Damals war Westlake/ Stark noch ein "Anfänger" und dieses Buch eines seiner ersten. Wortkarg und eindeutig "hardboiled" hat Stark sein Buch angelegt. Damit wollte der Verlag die Leser wohl nicht überfordern. Später sind die Bücher etwas umfangreicher geworden und Parker hat auch eine sanftere Seite bekommen.

Richard Stark schreibt so sparsam wie möglich, vieles wird nur angedeutet - und trotzdem entsteht beim Lesen ein reichhaltigeres Bild als in anderen Büchern. Man fühlt sich tatsächlich an die Filme von Quentin Tarantino erinnert, wenn manche Figuren geradezu absurde Gespräche führen, was die Länge der Gespräche betrifft oder den Inhalt. Stark ist einer der Größten in der Kriminalliteratur: Drei (!) "Edgar-Awards" und ein "Grand-Master" zeigen, mit wem man es zu tun hat. So viele Preise hat sonst keiner bekommen. Er ist ein Gigant, bei dem bereits in der Anfangsphase jeder Satz sitzt, wie man an diesem Buch sieht. Auch die Übersetzung von Nikolaus Stingl ist hervorragend gelungen und zum ersten Mal seit 1968 gibt es das ohnehin eher dünne Buch in voller Länge, ohne Zensur und Weglassungen.

1967 ist dieses Buch erstmals verfilmt worden: als Point Blank mit Lee Marvin, der statt Hunter allerdings den Rollennamen Walker trägt. Ein Klassiker, der in keiner DVD-Sammlung fehlen sollte. 1999 gab es ein Remake mit Mel Gibson als Porter (statt Parker): Payback. In Buchform erspart man sich mit dieser Neuausgabe die Kosten für die alte Version (Payback. Das Buch zum Film), für die antiquarisch verrückte Preise verlangt wurden.

Also: endlich ein richtiger Krimi, "hardboiled", ohne Kompromisse, mit dem Thema Rache und Selbstjustiz, ein Buch für Leute "mit Eiern". Fünf Sterne (statt vier), damit der 2008 verstorbene Westlake/ Stark zu seinem Recht kommt und die weinerlichen Rezensionen weiter unten ausgeglichen werden.


Forever Young - Geheimnis Eiweiß: Die Protein-Diät - aktualisierte Neuausgabe 2014
Forever Young - Geheimnis Eiweiß: Die Protein-Diät - aktualisierte Neuausgabe 2014
von Dr. Ulrich Strunz
  Broschiert
Preis: EUR 20,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Rücksichtslose Ernährung mit Widersprüchen, 4. Juni 2015
Es ist leider wie immer bei Strunz: kaum glaubt man etwas verstanden zu haben, wechselt Strunz im nächsten Buch seine Ansicht und rät zu etwas anderem. Anscheinend scheint nicht einmal Autor Ulrich Strunz daran zu glauben, dass jemand mehr als nur eines seiner Bücher liest. Und sollte das doch vorkommen, dann scheint er zu glauben, dass man als Leser alles widerspruchslos hinnimmt, ohne seine Tipps zu hinterfragen. Liest man nämlich mehr als nur 1 Buch von Strunz, fallen einem die Widersprüche von Buch zu Buch auf.

Einheitlich ist in allen Büchern von Strunz wenigstens eine Sache: die Empfehlung, so wenige Kohlenhydrate zu essen wie möglich. Aber nicht einmal das ist ganz konsequent: auf Seite 43 in diesem Buch empfiehlt er doch tatsächlich, die Butter auf dem Brot (!) durch eiweißhaltiges Quark zu ersetzen - oder wie wir Österreicher sagen: durch Topfen. Brot ist also ok? Wie ist das mit den Kohlenhydraten im Brot? Die sind auf einmal egal, wenn es Strunz um Eiweiß geht. Ohne einen Blick links oder rechts verfolgt er seine Eiweißstrategie und rät zu Brot, Hauptsache der Quark/ Topfen ist unter der Marmelade. Dann ist auch plötzlich die Marmelade in Ordnung und kohlenhydratfrei. Auch Vollkornprodukte passen, genauso wie Müsli (Seite 38). Ein Buch und ein Jahr später (Warum macht die Nudel dumm?) werden genau diese Vollkornprodukte und das Müsli schon wieder verteufelt.

Oder Strunz rät zu 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag (Seite 22), am besten Obst, das vor der Haustüre wächst. Das war 2014. Im "Nudelbuch" nur ein Jahr später ist das Obst kohlenhydratreiches Teufelszeug und sollte bestenfalls in kleinsten Mengen und nur gelegentlich gegessen werden. Der Banane sollte man überhaupt fernbleiben. Dabei hat Strunz noch in diesem Buch eine Tabelle abgedruckt, in der die Birne weit mehr Fruchtzucker enthalten soll als die Banane ... Was gilt jetzt?

Das Hauptproblem mit den Tipps von Strunz ist aber ein ethisches und ein biologisches. Erstens, weil es (zumindest) eine Sauerei ist, wie man die Tiere behandelt. Das beginnt damit, dass wir die Milch (auch) trächtiger Kühe bekommen, mit allen Hormonen, die für ein Kalb (!) nötig sind. Weiter geht es damit, dass man der Kuh sofort nach der Geburt das Kalb wegnimmt und gleich wieder dafür sorgt, dass die Kuh trächtig wird. Und es endet in den unbeschreiblichen Zuständen im Schlachthaus. Wer möchte sich daran beteiligen?
Zweitens sind weder die Zähne des Menschen noch sein Darm dafür geschaffen, diese Mengen an Fleisch und Eiweiß zu essen, zu denen Strunz rät. So stehen die Tipps von Strunz im krassen Gegensatz zur menschlichen Biologie - und lassen das Buch insgesamt fragwürdig erscheinen. In welchen Punkten kann man Strunz (ver)trauen? Zum Selbstexperiment reichen mir die Argumente von Strunz nicht. Dabei gibt es durchaus auch sinnvolle Tipps, wie den weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate. Auch das Thema Aminosäuren ist interessant.

Was soll man aber dann essen, wenn Kohlenhydrate ungesund und Fleisch/ Eiweiß abzulehnen sind? Wesentlich näher dürfte z.B. Rüdiger Dahlke der Frage gekommen sein, wie die richtige Ernährung des Menschen aussieht: in seinem Buch Peace Food.


Wunder der Heilung: Neue Wege zur Gesundheit - Erkenntnisse und Erfahrungen
Wunder der Heilung: Neue Wege zur Gesundheit - Erkenntnisse und Erfahrungen
von Ulrich Strunz
  Broschiert
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut zum Entzug von Kohlenhydraten, 3. Juni 2015
Ich muss zugeben: mir gefallen Bücher von Strunz. Dieses ist nicht mein erster "Strunz", alles andere als das, und auch nicht mein letzter. Seit einigen Jahren lese ich die meisten seiner Bücher. Was mir daran gefällt, ist, dass Strunz einen in seinen Büchern von den Kohlenhydraten geradezu entwöhnt. Das gelingt durch die immer wiederkehrenden Wiederholungen wie schlecht Kohlenhydrate sind, was sie im Körper anrichten usw. Das ist sicher ein "amerikanischer" Stil, alles zu wiederholen - aber die Wirkung ist toll. Und die Wiederholungen quälen nicht, mich zumindest nicht, weil Strunz sie abwechslungsreich formuliert.

Wunder der Heilung sind eben der weitgehende Verzicht auf Kohlenhydrate, Bewegung, Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin C und E, Zink, Omega 3 usw.), regelmäßige Blutuntersuchungen, viel Eiweiß und Aminosäuren. Damit sollen sich diverse Beschwerden und Erkrankungen von A wie Alzheimer bis Z wie Zucker (Diabetes) bessern, bekämpfen oder beseitigen lassen.

Bei Strunz bekommt man Strunz. Das ist andererseits auch die schlechte Nachricht. An Bewegung kommt für Strunz nur das Laufen in Frage. Jede andere Form der Bewegung ist anscheinend sinnlos? Dann: die Blutuntersuchungen, die man regelmäßig machen soll, kosten bei Strunz angeblich mehr als 1.500.-, in Österreich ist die Sache nicht günstiger. Nur mit diesen Bluttests kann man feststellen, wie hoch der Bedarf an zusätzlichen Nährstoffen ist. Das kann sich nicht jeder leisten. Es ist schon klar, dass nicht Strunz diesen Preis macht, er gibt nur weiter, was das Labor für diesen Test verlangt. Damit sind wir halt von seiner "Frohmedizin" ein Stück entfernt, weil diese Preise niemanden froh machen. Erst recht nicht, wenn sie immer wieder zu zahlen sind. Dann kommen noch die Kosten für die Präparate dazu. Wer krank ist, wird eventuell in diesen sauren Apfel beissen.

Das größte Problem habe ich mit dem "Fleischpapst" Strunz, der zu einer "Paläo-Diät" rät, oder zu seiner "Steini-Nahrung", wie er immer wieder schreibt. Erstens ist das ein ethisches Problem (siehe auch: Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt und dann ein biologisches: weil weder die Zähne des Menschen noch sein Darm für diese Mengen an Fleisch geschaffen sind. Ausgerechnet der Mensch soll das einzige Säugetier sein, das auch als Erwachsener täglich Milch und Milchprodukte isst? Wer kann sagen, ob die empfohlenen Mengen an Eiweiß und Fett auf Dauer gesund sind? - Dieses angeborene Problem ignoriert Strunz völlig und daher auch, wie seine Tipps mit gesunder und artgerechter Ernährung zusammenpassen. Diese Ungereimtheiten lassen dann halt auch den Rest seiner Ratschläge tw. in anderem Licht erscheinen. Aber das ist ein Problem, das sich durch alle Strunz-Bücher zieht.

Trotz aller Kritik drei Sterne, weil zumindest die Kohlenhydratentwöhnung eindringlich ist. Offen bleibt, wie eine gesunde und artgerechte Nahrung wirklich aussehen.


Mord im Showbiz: Ein Fall für Jesse Stone
Mord im Showbiz: Ein Fall für Jesse Stone
von Robert B. Parker
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

4.0 von 5 Sternen Zwei Tote in Paradise, 3. Juni 2015
Der Talkshow-Moderator Walton Weeks hängt tot an einem Baum in Paradise. Bald wird eine zweite Leiche gefunden. Und damit werden die Ermittlungen für Jesse Stone, den Polizeichef von Paradise, schwieriger. Stichwort: Medienrummel. Stone hat nun einmal eine Vorliebe für klare Verhältnisse und für Ruhe in seiner Kleinstadt. Wie meistens bei Robert Parker verknüpft der Autor auch in diesem 6. Jesse-Stone-Krimi zwei Fälle miteinander. Zum Doppelmord kommt nämlich, dass seine Ex-Frau Jenn Opfer einer Vergewaltigung wurde. Obwohl Stone nach dem Prinzip arbeitet "In der Ruhe liegt die Kraft", droht er diesmal ins Schleudern zu geraten.

Mit atemloser Krimispannung darf man nicht rechnen. Wer schon ein Buch von Parker gelesen hat, weiß das - und schätzt das. Die Jesse-Stone-Serie ist auch weniger "hardboiled" als seine Spenser-Serie. Aber die Spenser-Serie (u.a. Alte Wunden: Ein Auftrag für Spenser) wird vom Verlag nur mehr als eBook fortgesetzt, nicht als gedrucktes Buch. Somit bleibt Freunden der Bücher von Robert Parker nur diese Reihe. Ein Notfall, aber eine gute Wahl.

Eine absolute Stärke von Robert Parker - und auch dieses Buches - sind die Dialoge, die Unaufgeregtheit, die Stille und Ruhe. Darin liegt auch die Stärke der Jesse-Stone-Verfilmungen mit Tom Selleck. Jeder dieser Filme ist hervorragend gelungen, weil schon die Buchvorlage ein Vergnügen ist. Parker weiß, wie man schreibt, wie Leute reden, wann man ein Kapitel beenden muss, damit der Leser interessiert bleibt. Dazu braucht es keine Schießereien, sondern Interesse an den Figuren. Dieses Interesse hat man als Leser an jedem Einzelnen: an Stones Ex-Frau Jenn, an der Privatdetektivin Sunny Randall, am Psychiater Dix, an Stones alter Flamme, der Immobilienmaklerin Marcy Campbell. Neben diesen fixen Figuren haben aber auch die aktuellen Personen interessante Ecken und Kanten. Parker z.B. hat keinen Respekt vor "hohen Tieren": daher erscheint der Gouverneur, der ständig über die Ermittlungen informiert sein will, wie eine Witzfigur, die nur Bulls*** redet.

Bei aller Begeisterung trotzdem nur vier Sterne, weil Parker einen Roman zuvor - Eiskalt: Ein Fall für Jesse Stone - gezeigt hat, dass ein Stone-Krimi bei aller Ruhe und Gelassenheit auch etwas mehr Spannung haben kann. Das ist aber nichts anderes als Jammern auf hohem Niveau.


ungeklärt unheimlich unfassbar: Die spektakulärsten Kriminalfälle 2014
ungeklärt unheimlich unfassbar: Die spektakulärsten Kriminalfälle 2014
von Gerhard Wisnewski
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegen den Einheitsbrei, 2. Juni 2015
Das Jahr 2014 war ergiebig, was seltsame Vorfälle und Kriminalfälle betroffen hat. Bereits zum 2. Mal versammelt Gerhard Wisnewski Unheimliches, Seltsames und Gruseliges. Besonders sind mir in Erinnerung das Verwinden von Peggy Knobloch, die Enthauptung des Journalisten James Foley, die so wahr gewesen sein dürfte wie die Bilder der Mondlandung mit der wehenden Fahne. Oder der Fall Pistorius. Das ist jener Sprinter ohne Beine, der seine Freundin Reeva Steenkamp (angeblich) "irrtümlich" erschossen hat. Auch die Selbstmordserie unter Pokerspielern im Ausland ist gruselig, wie die Todesfälle unter Urlaubern, Abenteurern und Auswanderern. Nicht nur dem Autor kommt dabei der Film Hostel in den Sinn. Oder die Selbstmordserie unter Bankern: Einer von ihnen soll sich mit einer Nagelpistole sieben oder acht Nägel selbst verabreicht haben. Wer soll das glauben? Dass sich ein Mensch selbst mit einer Nagelpistole mehrmals (!) in den Kopf und die Brust schießt? Die linkslinke Medienszene - Radio, TV, Zeitung - versucht uns das einzureden.

Gegen diesen fantasielosen und manipulierenden Einheitsbrei von Radio, TV und Zeitung gibt es dieses Jahrbuch. Autor Wisnewski untersucht Vorfälle, die der gleichgeschalteten Lügenpresse zu "verschwörungstheoretisch" sind. Also alles, was neben "gendern" so existiert und neben schwulen Ampelmännchen und -weibchen (wie in Wien) und neben bärtigen Frauen. Jeden dieser Kriminalfälle beschreibt Wisnewski so unterhaltsam, wie das unter den Umständen möglich ist, auf jeden Fall gut lesbar und so, dass man sich auf das nächste Jahrbuch freut.

Ob man dieses Jahrbuch bevorzugt oder dieses ist Geschmackssache. Auch das andere Jahrbuch verheimlicht vertuscht vergessen: Was 2014 nicht in der Zeitung stand enthält Kriminalfälle, wie die Vorkommnisse rund um die "verunglückten" Flüge von Malaysian Airlines: MH370 und MH17, die fast noch dramatischer sind, als alle Fälle hier zusammen.


verheimlicht vertuscht vergessen: Was 2014 nicht in der Zeitung stand
verheimlicht vertuscht vergessen: Was 2014 nicht in der Zeitung stand
von Gerhard Wisnewski
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegen die Lügenpresse, 2. Juni 2015
Die Leute haben ein gutes Gefühl dafür, was stimmt und wo man an der Nase herumgeführt wird. Dieses Gefühl ist einer der Gründe, weshalb immer weniger Tageszeitungen gelesen werden. Diese gleichgeschalteten Geschichten interessieren niemanden, denn man merkt ihnen den immer gleichen linkslinken Hintergrund an. Liest man eine, kennt man alle. Was soll man z.B. davon halten, wenn die APA, die Austria Presse Agentur, zu 45% dem Österreichischen Rundfunk ORF gehört und der Rest den diversen Tageszeitungen? Damit wird ausgerechnet der Hund zum Wächter der Knackwurst. Eine solche Konstellation ist der Grund, warum man im TV, im Radio und in den Zeitungen überall das Gleiche liest: weil sich alle natürlich bei der APA als Nachrichtenquelle bedienen, die ihnen selbst gehört. Das spüren die Leute - und haben das Wort "Lügenpresse" zum (Un-)Wort des Jahres 2014 gewählt.

Gegen die gleichgeschalteten Meldungen, in denen wir nur erfahren, was wir erfahren sollen, gibt es dieses Jahrbuch. Seit Jahren sammelt Wisnewski alle Geschichten, die man so nicht stehen lassen kann, wie sie uns von der Presse erzählt werden. In diesem Jahrbuch stehen die Geschichten, die man sich sonst in unzähligen anderen Büchern zusammensuchen müsste: von einer "Diät" gegen Krebs, über die Kriegstreibereien des Westens gegen Russland, den Ebola-Schwindel, die Verlegung von 6.000 Panzern von England nach Deutschland bis zu den (gar nicht so geheimnisvollen) Vorkommnissen um die beiden Flüge der Malaysian Airlines.

Niemand braucht alles glauben, was Wisnewski schreibt. Jeder kann gerne kritisch sein und das Eine oder Andere bezweifeln. Das ist durchaus gesund. Aber wenn dieses Buch beiträgt, dass sich mehr Leute informieren und selber nachfragen, nachforschen und offizielle Geschichten selber hinterfragen, dann hat dieses Buch mehr geleistet als alles Tageszeitungen in einem Jahr zusammen.

Das Buch ist wie immer wunderbar lesbar geschrieben. Die Auswahl der Themen bietet jedem etwas. Und um diesen Preis einen solchen Überblick zu bekommen, wie wir täglich belogen und desinformiert werden, das ist unschlagbar. Ich bin im nächsten Jahr wieder dabei!


Der Marsianer: Roman
Der Marsianer: Roman
Preis: EUR 11,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Mann am Mars, 24. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Marsianer: Roman (Kindle Edition)
Nur durch Zufall bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Meine aktiven "Science-Fiction-Jahre" sind schon länger her, was bisher daran gelegen ist, dass mir die neue SciFi wenig lesenswert erschienen ist. Obwohl mich der Umfang zunächst abgeschreckt hat: das Buch von Andy Weir hat mich begeistert.

Schon die ersten Seiten packen einen, weil man sich fragt, wie die Hauptfigur, Mark Watney, auf dem Mars überleben wird. Und ob er überhaupt überlebt, bzw. wie er sich bis zu seinem Tod am Leben hält. Schließlich ist der Mars, auf dem der Großteil des Buches spielt, nicht gerade die ideale Gegend für uns. Die Geschichte, die sich dann entwickelt, wird glaubwürdig und nachvollziehbar erzählt. So könnte es sich abspielen, wenn ein Mensch nach einem Unfall auf dem Mars zurückbleibt und um sein Leben kämpft. Auch die Rettungsbemühungen seiner ehemaligen Mannschaft und auf der Erde könnten so oder ähnlich ablaufen.

Autor Andy Weir hat alles richtig gemacht. Na gut, zumindest das Meiste. Er hat einen exotischen Schauplatz, einen sympathischen Helden, in den man sich als Leser leicht hineinfühlen kann. Und: der Autor steigert nach und nach die Spannung. Alleine das ist kaum zu glauben, weil die Geschichte schon spannend beginnt, dass man meint, es könnte nicht dramatischer werden. Aber Weir dreht weiter an der Spannungsschraube.

Der einzige Schwachpunkt sind die Szenen rund um die NASA auf der Erde und die Szenen mit der Ex-Mannschaft des Marsianers, die sich auf dem Rückweg zur Erde befindet. Diese Dialoge sind fast brutal schlecht. Bei der stammelnden Studentin Mindy Park z.B., die jeden Satz mit "Äähmm" beginnt, fragt man sich, wie die es zur NASA geschafft hat. Wahrscheinlich ist sie so überintelligent, dass sie keinen normalen Satz sagen kann?! In diesen Szenen merkt man die Schwäche des Autors für Dialoge. Zum Glück machen die Szenen abseits des Mars' und ohne Mark Watney nur etwa 10 Prozent aus.

Umso unterhaltsamer sind die Ideen von Watney, wie er am Leben bleiben könnte. Neben der ungünstigen Atmosphäre und der fehlenden Nahrung muss Watney nämlich u.a. mehr als 3.000 Kilometer auf dem Mars zurücklegen, um eine minimale Chance auf Rettung zu haben. Wie Watney das anstellt, muss man gelesen haben! Sein grimmiger Humor über die ausweglose Lage ist einmalig und gut nachvollziehbar. Auf den letzten Seiten ahnt man schon fast, wie die Verfilmung (von Ridley Scott) aussehen wird. Man hört fast die Musik von Hans Zimmer (u.a.: Interstellar) oder Steven Price (u.a.: Gravity).


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