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Rezensionen verfasst von
Elli "Leselust" (Irgendwo)

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Als die Liebe zu Elise kam
Als die Liebe zu Elise kam
von Natasha Solomons
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen etwas zu trivial - und trotzdem, 13. September 2012
Für alle die England, schöne Liebesgeschichten vor historischem Hintergrund und ausführliche Naturbeschreibungen lieben ist dieses Buch genau richtig.

Mir waren jedoch manche Ausführungen einfach zu langatmig und auch zu trivial. Besonders wenn die Autorin Handlungsabläufe schildert gleitet sie mir doch hin und wieder zu sehr in einen pubertären Drehbuchstil ab. Da wäre weniger mehr gewesen! Obwohl der Ausgang der Liebesgeschichte schon nach der Hälfte des Buches vorhersehbar war, gelang es ihr aber auf anderen Ebenen einen gewissen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Am Ende fällt das Buch dann aber deutlich wieder ab. Die Geschichte endet für meine Begriffe zu hastig und abrupt. Da wäre mehr dann wirklich mal mehr gewesen.

Warum dann also 3 Sterne? Natasha Solomon hat mit diesem Buch der Geisterstadt Tyneham an der Südküste Englands ein Denkmal gesetzt. Deren Bewohner wurden in 2. Weltkrieg von der Regierung unter Churchill ohne angemessene Entschädigung aus ihrer Gemeinde vertrieben, um diesen Landstrich der Armee zu Übungszwecken zur Verfügung zu stellen. Nach Ende des Kriegs durften die Einwohner von Tyneham nicht mehr wie versprochen zurückkehren, da das Land bis heute beschlagnahmt blieb.

Vor diesem Hintergrund hat mich die Geschichte doch sehr berührt. Eine anrührende Geschichte in der Geschichte.


Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre
Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre
von Veronika Peters
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen respektlos und dumm, 12. Juli 2012
Dieses Buch zu lesen war für mich ein einziges Ärgernis.

Nicht, dass ich hier die spirituellen und geistigen Tiefen einer Hildegard von Bingen erwartet hätte, aber als jemand, die mehrere Jahre ihres Lebens zu Nonnen Kontakt hatte, habe ich mir doch tatsächlich erhofft, hier etwas mehr über die Beweggründe, sich für das Klosterleben zu entscheiden, den Umgang mit Glauben und Glaubenszweifeln, eben innere Einsichten in diese Frauen und ihre Gemeinschaft zu finden.

Aber weit gefehlt!! Geistig, seelische Tiefe, Gedanken zu Glaubensfragen - Fehlanzeige. Was ich in diesem Buch fand, war nicht die Begegnung mit einem reifen, erwachsenen Menschen, sondern einer Spätpubertierenden, die permanent auf eine nur schwer zu ertragende, platte und ordinäre Weise ablästert. Irgendwie hatte ich dabei immer jemanden vor Augen, aus schwierigen sozialen Verhältnissen, sperrig, widerborstig, schnoddrig; Eine, die gegen ihren Willen irgendwann in einem Heim für schwer Erziehbare landet und sich dort permanent verweigert, und auch mal ausreißt. Also weniger Nonne, als vielmehr rebellischer Zögling. - Aber die Autorin war freiwillig im Kloster, es war ihre ureigenste Entscheidung Nonne zu werden. Das, dieses Buch, oder sollte man besser sagen diese Abrechnung, verstehe wer will. Auf Seite 73 schreibt die Autorin: "Viel eher will mir scheinen, dass ich teilweise in pubertäre Verhaltensweisen zurück verfalle." Damit hat sie allerdings mehr als Recht!!! Ebenso wie mit der Feststellung auf Seite 178: "Es könnte sein, dass dies hier alles eine Nummer zu groß für mich ist."

Ihr fehlt der Blick für das große Ganze, das Wesentliche. Zu oft hält sie sich an lächerlichen Kleinigkeiten auf. Außer den äußeren Rahmenbedingungen eines klösterlichen Zusammenlebens erfährt man so gut wie nichts über die inneren Strukturen und Befindlichkeiten von Ordensfrauen und deren Glauben. Und dass Nonnen auch nur Menschen sind ist wohl jedem auch nur halbwegs denkenden Menschen klar. Das zu dokumentieren braucht es wirklich nicht die Auslassungen der Autorin.

Die Sprache bzw. der Schreibstil ist schnoddrig, respektlos und platt, erste Stunde Schreibwerkstatt. Auf Seite 62 schreibt die Autorin z. B. über eine ältere Nonne (ehemalige Cellarin und Kantorin), die ihr im Garten begegnet: "Die Alte hakt sich bei mir unter." Der Begriff die "Alte" begegnet einem an anderen Stellen noch mal. Ein anderes Beispiel: "Wenn Schwester Hildegard dieses Gesicht macht, habe ich die Vision einer Sahnetorte, deren Flugbahn in ihrem Gesicht endet." Das zu lesen ist einfach nur nervig.

Nachdem sie das Kloster wegen eines Mannes verlassen hat oder besser gesagt durchgebrannt ist, ohne sich zu verabschieden oder das Procedere eines Austritts zu durchlaufen (allein das zeigt wie wenig Respekt und Achtung sie vor diesen Lebensgemeinschaften hat) schreibt sie am Ende ihres Buches: "Gescheitert? Nein, weitergegangen." Meine Ergänzung dazu: Weiterentwickelt, nein!!!


Ein unbekannter Freund
Ein unbekannter Freund
von Ivan A. Bunin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,80

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kostbares Kleinod, 23. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein unbekannter Freund (Gebundene Ausgabe)
Swetlana Geier machte die Übersetzung von Iwan Bunins - Ein unbekannter Freund - dem Dörlemann Verlag als Starthilfe zum Geschenk und gab damit den Anstoß zu dessen Gründung.

Entstanden ist ein wunderbares Kleinod für alle die schon einmal von dem Wunsch beseelt waren dem Autor zu schreiben, weil man von einem Buch so bewegt und beglückt ist. Dem Verlag sei Dank, dass dieser großartige Schriftsteller (erster russischer Nobelpreisträger!) wiederentdeckt werden kann. Seine einfühlsamen und melancholischen Erzählungen macht Lust auf mehr!

Fazit: In seiner liebevoll gestalteten Aufmachung ist dieses Büchlein ein wunderschönes Geschenk für alle, die schöne und gute Bücher lieben. Einfach hinreißend!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2013 11:03 PM MEST


Der alte König in seinem Exil
Der alte König in seinem Exil
von Arno Geiger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine liebevolle, behutsame Hommage an den Vater, 10. Februar 2012
"Es ist eine seltsame Konstellation. Was ich ihm gebe, kann er nicht festhalten. Was er mir gibt, halte ich mit aller Kraft fest"

Und genau das tut der Autor mit diesem Buch. Er hält die Erinnerungen fest, etwas das der Vater nicht mehr kann und versucht sie so dem Vergessen zu entreißen.

Was vor allem aber begeistert, ist die wunderbare, empfindsame und respektvolle Art, sowohl der Schilderung und der Sprache, als auch des Umgangs mit dem Vater und seiner Demenz. Als der Autor es aufgibt, den Vater ständig wieder in die Welt der "normal" denkenden Menschen zurück holen zu wollen, gelingt ihm ein wichtiger Schritt. Er belässt den Vater nämlich damit nicht mehr alleine in seiner Isolation der Krankheit, sondern er stellt sich auf ihn ein und somit an seine Seite. Und auf einmal erschließt sich ihm - und mit diesem Buch auch uns Lesern - eine andere bisher nicht wahrgenommene Welt voller Lebensklugheit und Poesie.

Unerwähnt bleiben soll hier aber auch nicht die andere Seite. Die beklemmende und erschreckende Verzweiflung des Vaters, der sich doch auch immer wieder in lichten Momenten seiner Defizite bewusst wird und die Hilflosigkeit der Menschen die ihm nahe stehen.

Genau auch deshalb hat mich dieses Buch zutiefst berührt und bereichert, und mir meine Sichtweise auf Menschen mit Demenzerkrankungen, noch einmal bestätigt. Was bleibt ist am Ende immer und immer wieder die Erkenntnis, dass wir es hier mit erwachsenen Persönlichkeiten zu tun haben, denen wir Respekt und Achtung schulden. Und genau das zeigt Arno Geiger mit seinem Buch. Einfach lesenswert!!

Einzig das Umschlagsfoto hätte ich diskreter gestaltet, doch das ist wohl eher dem Verlag geschuldet. Aber der Vorwurf des Voyeurismus ist hier absolut unangebracht und liegt wohl eher im Auge so mancher Betrachter/Leser.


Geschichte eines Verschwindens: Roman
Geschichte eines Verschwindens: Roman
von Hisham Matar
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bewegendes und eindringliches Buch, 1. Februar 2012
Als ich vor längerer Zeit "Im Land der Männer" gelesen hatte, war ich damals schon restlos begeistert und konnte mir kaum vorstellen, dass das noch zu steigern wäre. Aber genau das ist Hisham Matar mit dem nun vorliegenden Buch gelungen.

Vielleicht liegt es daran, dass der Autor diesmal die Entwicklung seines Protagonisten Nuri el-Alfi bis ins Erwachsenenalter erzählt. Wieder werden wir in seiner unglaublich einfühlsamen und noblen Schreibweise Schritt für Schritt in das Denken und Fühlen dieses jungen Menschen hinein geführt. Gleichzeitig wird nach und nach mit dem Reifen und Erwachsenwerden von Nuri, die Figur des Vaters, sein Leben und schließlich und endlich der Grund seines Verschwindens immer deutlicher.

Wie schon "Im Land der Männer" so ist auch die "Geschichte eines Verschwindens" stark autobiographisch von den Lebenserfahrungen Matars geprägt. Aber etwas zu erleben, zu erleiden und zu fühlen ist eine Sache. Dies aber so gekonnt und stimmig wieder zugeben eine andere. Wunderbar! - Und man bekommt eine Ahnung davon, was der Umsturz in Libyen für ihn und seine Familie bedeutet.

Nachdem ich die letzten Seiten gelesen hatte, war ich noch lange tief bewegt und ergriffen. Und der Satz aus einem der letzten Kapitel: "Alles, was ich geliebt und verloren hatte, war einmal hier gewesen. Und jetzt kam ich in die Abwesenheit. Nichts war mehr da.", klang noch lange in mir nach.

Amnesty International hat dieses Buch auf ihrer Homepage gewürdigt. Es steht stellvertretend für alle Menschen, die irgendwann einmal, weil politisch unbequem in die Fänge diktatorischer Regime geraten und seither verschollen sind.


Jane Eyre
Jane Eyre
Preis: EUR 10,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überirdisch schön!, 17. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre (Audio CD)
Genauso wie der Film hat mich auch der Soundtrack begeistert. Eine wunderbare Musik, mystisch, intensiv, eindringlich und doch auf wohltuende Weise zurückgenommen und unpathetisch. Dario Marianelli lässt hier die Bilder, die Geschichte gekonnt durch seine Musik zu einer rundum gelungenen Einheit verschmelzen.

Lassen Sie sich von diesen traumhaft schönen Klängen nach Thornfield Hall entführen, in eine Zeit, die längst vergangen ist. Lassen Sie sich hineinziehen in diese wunderbare, märchenhafte Atmosphäre und die Gedanken Zeit und Raum überwinden.


Jane Eyre
Jane Eyre
DVD ~ Mia Wasikowska
Preis: EUR 5,49

17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünf Sterne sind nicht genug..., 15. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre (DVD)
...dieser wunderbare Film hätte mindestens sechs Sterne verdient.

Wo soll man anfangen?

Der Film schafft kongenial den Spagat nah am Roman und der Geschichte zu bleiben, sie aber auch von allem Pathos und Kitsch zu befreien, sie zeitgemäß zu erzählen und dennoch in ihrer Zeit zu belassen.

Dem Regisseur Cary Fukunaga ist hier ein Meisterwerk gelungen. Wenn man bedenkt, dass Fukunage gerade mal 35 Jahre alt ist und dies erst sein zweiter abendfüllender Film, kann man nur den Hut ziehen vor soviel Einfühlungsvermögen und Können. Aber vielleicht ist ja gerade das das Geheimnis dieser Adaption.

Das Drehbuch verkürzt sowohl den Handlungsablauf, als auch die Dialoge (die im Buch manchmal schier endlos und zum Teil auch zu weitschweifig erscheinen, im Film aber einfach nur gekonnt und geschliffen sind) so geschickt, dass alle wichtige Elemente zum Fortgang der Geschichte und der Charakterisierung der Protagonisten erhalten bleiben. Hier wird auf einfache und doch sehr ergreifende, berührende Weise, die Geschichte zweier Menschen und deren innerer Entwicklung erzählt. Besonders wohltuend hebt sich dabei auch ab, dass einige Schicksalswendungen, die im Buch dann doch zu viel des Guten sind, im Film unerwähnt bleiben. Wie z. B., dass Edward Rochester nach 2 Jahren seine Sehfähigkeit auf einem Auge wieder erlangt. Das lässt das Drehbuch wohltuend offen.

Aber was wäre dies alles ohne die Hauptdarsteller. Allen voran Michael Fassbender als Edward Rochester. Michael Fassbender spielt nicht nur Edward Rochester - er ist es!!! Genial lotet er alle Tiefen, dieses vielschichtigen und ambivalenten Charakters aus. Auf der einen Seite herrisch, mürrische und distanziert, immer auf der Hut niemanden zu nah an sich heran zu lassen. Auf der anderen Seite der verletzte, empfindsame und ängstliche Mensch, dem man in jungen Jahren so übel mitgespielt hat und der sich danach sehnt, dass das Leben ihm in Gestalt von Jane Eyre nun endlich die Chance gibt, in einer reinen Verbindung, gegen alle Konventionen und Bedenken (vor allem die der eigenen) glücklich zu werden. Wie nahe hier Unausstehlichkeit, Mißtrauen, Sehnsucht, tief empfundene Liebe und unendlicher Schmerz und Verzweiflung liegen zeigt Michael Fassbender auf unglaublich brillante Art und Weise. Man denke nur an die Szene als er nach der gescheiterten Eheschließung Jane geradezu anfleht bei ihm zu bleiben. Hier zeigt Fassbender einmal mehr die ganze Bandbreite seines Könnens ohne dabei auch nur annähernd schwülstig oder kitschig zu werden. - Und dennoch oder gerade deshalb bin ich nur so dahin geschmolzen. Alle Achtung!!!

All das wird begleitet vom wunderbaren, intensiven und doch unaufdringlichen und zurück genommenen Soundtrack Dario Marianellis.

Den Schluß gestaltet Fukunaga in seiner zurückhaltenden Umsetzung absolut stimmig und läßt dem Zuschauer damit ganz viel Raum für eigenes Erleben. Einfach nur schön!!

Fazit: Eine atmosphärisch ungemein dichte Adaption. Drehbuch, Bilder, Soundtrack, Handlung und Darsteller sind in der Summe ein wunderbarer Film, eine gut erzählte Geschichte - mit Suchtcharakter....:)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 5, 2012 1:28 PM MEST


Liebe: Ein unordentliches Gefühl
Liebe: Ein unordentliches Gefühl
von Richard David Precht
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

9 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nichts wirklich Neues für einen erwachsenen Menschen, 27. Mai 2009
Da es hier nur so von kontroversen Rezensionen wimmelt und sich die diversen Leser ihre "fachlichen" Kompetenzen nur so um die Ohren schlagen, versuche ich mal die Sache ein wenig von der Kopfebene auf die menschliche "runter" zu holen. Dort hin, wo die Liebe erlebt und gelebt wird.

Liebe ist etwas Wunderbares. Mag sie nun evolutionspsychologisch, gengesteuert, kulturell, sozial etc. etc. begründet sein. All diese Theorien sind eigentlich ziemlich wurscht, wenn man schwer verliebt ist und das auch noch unglücklich. Vielleicht setzt ja da mal bei dem Einen oder Anderen die Erinnerung ein. Es hilft den Liebenden, die sich zuhauf auf diverse Ratgeber stürzen wenig, wenn ihnen erklärt wird, warum es mit der Liebe nicht so recht klappen will. Das hat noch keinem so richtig wirklich geholfen. - Na ja, vielleicht kurz getröstet.

Und genau da setzt Precht für mich an. Er sagt nämlich nichts anderes, als dass wir uns auf keine noch so schlüssige Theorie verlassen können/sollen, sondern dass die Liebe immer und immer wieder neu, anders, nicht erklärbar und darum auch immer wieder so spannend, aufregend, verzweifelnd, schmerzhaft, voller tiefer Freude und Glück ist, eben ambivalent. Sie ist immer wieder eine Herausforderung! - Die Beste, die uns im Leben begegnet.

Für manche Zeitgenossen, war nun dieses Buch eine Herausforderung (mache nannten es sogar Zumutung). Für mich war es das nicht, denn der Autor erzählt mir hier etwas, dass ich, sieht man vom Fachwissen einmal ab, durch Lebenserfahrung schon längst wusste...:)

Fazit: Man muss dieses Buch nicht unbedingt gelesen haben, aber es schadet auch nicht wenn manŽs tut, bevor man sich an den nächsten Ratgeber in Sachen Liebe klammert. Und dafür gibts 3 Sterne von mir.


Ein Geheimnis: Roman
Ein Geheimnis: Roman
von Philippe Grimbert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,80

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ergreifend, bewegend und wahr, 13. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Gebundene Ausgabe)
Hätte ein Autor diese Geschichte erfunden, würden wir sie vielleicht als zu überfrachtet in ihrer Dramatik empfinden. Doch das ist sie nicht, denn sie ist wahr. Und das macht sie so bewegend und erschütternd.

Wir erleben, wie ein kleiner Junge sich einen großen Bruder erfindet und erträumt und später erfährt, dass es diesen Bruder tatsächlich gab. Wir werden Zeuge, wie dieser Junge als Heranwachsender mit der verdrängten und verschwiegenen Geschichte seiner Familie konfrontiert wird und wie es ihm gelingt mit diesem Vermächtnis in großer menschlicher Stärke umzugehen.

Es ist die Shoah, die uns immer wieder mit solch außergewöhnlichen Schicksalen konfrontiert. - Darüber hinaus aber macht dieses Buch auch deutlich, dass es die Unfähigkeit der Eltern ist (seien sie Täter oder Opfer gewesen), sich dem Vergangenen, ihrem Tun oder dem Versäumten zu stellen, und dies ihren Kindern als eine Art Bürgschaft hinterlassen. Dies gilt sowohl im Großen und Dramatischen, als auch im Kleinen und Banalen. Es sind oft die Kinder, die den Mut für ihre Eltern aufbringen müssen, um ein Geheimnis auszusprechen, zu verarbeiten und alte, versteckte Wunden zu heilen. Wenn auch manchmal nur in der nächsten Generation.

Lesen Sie dieses Buch und lassen sie sich berühren und ergreifen von dieser Geschichte, und dem Weg, den der Autor gehen musste. Denn dann können wir vielleicht etwas daraus schöpfen oder gar lernen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 16, 2012 2:44 PM CET


Schweigeminute. Novelle
Schweigeminute. Novelle
von Siegfried Lenz
  Gebundene Ausgabe

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen merkwürdig distanziert, 26. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Schweigeminute. Novelle (Gebundene Ausgabe)
Lieder kann ich mich den lobenden Rezensenten nicht so ganz anschließen, denn mich hat das Buch eher nicht begeistert.

Die Liebesgeschichte zwischen einem Schüler und seiner Englischlehrerin kommt doch sehr angestaubt und merkwürdig distanziert daher. Man sollte meinen, die Novelle böte Stoff genug für große Gefühle, Verwirrungen, Irritationen und Gefühlschaos. Aber nichts von alle dem konnte ich beim Lesen finden. Stella, die Lehrerin bleibt schemenhaft und unnahbar, unerreichbar für den Leser, wie wohl auch für ihren jungen Liebhaber.

Es gelang mir mich weder in die Zeit noch in die Protagonisten hinein zu versetzen. Es war als erinnere sich jemand an etwas, das weit, weit zurück liegt. - So weit, dass es sich an vieles erinnern kann, nur nicht an seine Gefühle, die er durchlebt hat.

Ich jedenfalls habe nicht in der Geschichte mit gelebt und gelitten. Schade, wirklich sehr schade!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 26, 2009 11:24 PM CET


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