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Beiträge von MademoiselleCo...
Top-Rezensenten Rang: 276
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Rezensionen verfasst von MademoiselleCourrier
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2.0 von 5 Sternen
Der Körper als Spiegel der Seele, 16. Mai 2013
Ich habe das Buch im Buchladen entdeckt ohne gezielt danach zu suchen. Titel und Beschreibung auf dem Buchrücken fand ich sehr interessant. Zunächst las ich die Deutungen des Autors (?) auch mit großem Interesse. Er geht auf die verschiedenen Typen sowohl im Gesamten als auch auf einzelne Körperteile ein: Haare, Hände, Bauch, Becken, Hüften, Augenbrauen, Arme etc. Auch Augenfarbe und Haut werden analysiert. Dazu gibt es hin und wieder einzelne Fotoseiten, z. B. von verschiedenen Ohrmuscheln oder Lippenformen. Zunächst mal ist das Buch recht leichtgängig geschrieben, so dass man es ganz gut nebenher lesen kann ohne sich sonderlich konzentrieren zu müssen. Hin und wieder gab es meinerseits schon einen Aha-Effekt, vieles konnte ich mir aber auch selbst zusammenreimen. Ganz interessant waren stellenweise auch die Redewendungen, die er in verschiedenen Passagen zu den unterschiedlichen Körperteilen einfließen ließ. Vor allem aber auch diverse Wortbeugungen. Da wurde mir manches Mal der Ursprung und der nähere Zusammenhang klarer. Doch je mehr ich las, desto mehr musste ich auch die Stirn runzeln, teils ärgerlich werden. Zunächst mal unterstellt Dahlke, dass offenbar wirklich absolut alles am Äußeren des Körpers irgendeinen Hinweis auf das Innenleben gibt. Dass es sich so formt, weil da ein seelischer Anteil ausgelebt oder beachtet werden will oder weil der Körper dem Verstand eine Entwicklungsrichtung aufzeigen will. Dass es schlichte Vererbung sein könnte, wird hier völlig außenvor gelassen. Zudem impliziert Dahlke, dass sich das Äußere wieder ändern müsste, wenn man die vermeintlichen Aussagen des Körpers beachtet. Prominentestes Beispiel sei hier der Damenbart: Wenn eine Frau ihren maskulinen Anteil nicht genug beachtet, wächst ihr ein Bart. Ergo: Sie soll sich ihrem Animus mehr zuwenden statt des Bart nur zu zupfen. Dann müsste er verschwinden. Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann ... Von einer Störung oder zumindest Änderung des Hormonhaushaltes hat Dahlke wohl noch nie gehört. Laut auflachen musste ich, als Dahlke behauptete, in Urzeiten hätte Geschlechtsverkehr ausschließlich von hinten stattgefunden, weshalb der Po noch heute so viel Beachtung bekommt und er so auffällig geformt ist. Woher will er das denn wissen? War er dabei vor zigtausend Jahren? Dass sich auch diverse Primatenarten von Angesicht zu Angesicht paaren oder Wale Bauch an Bauch liegen dabei, hat er wohl noch nicht gehört. Ich bezweifle nicht, dass Körper und Psyche sich gegenseitig beeinflussen - ganz im Gegenteil. Aber zu glauben, man könne das Äußere durch psychische Beeinflussung dermaßen verändern, ist doch sehr übertrieben. Die Krönung ist dann aber, dass er offenbar wirklich jede Veränderungsmaßnahme am Körper quasi als tiefenpsychologisch geführte Schlacht gegen das wahre Selbst sieht, das eigentlich nur nach hinten losgehen kann. Selbst das Tragen von Schmuck (Fingerringe, Ohrringe) oder das Zupfen von Augenbrauen sind für ihn das eindeutige Zeichen, dass man sich nicht annehmen kann oder will und sich nicht mit seinem Innenleben richtig auseinandersetzt. Selbstakzeptanz zu predigen zu fördern sehe ich sehr positiv. Den Menschen Störungen zu unterstellen, weil sie sich etwas aufhübschen wollen, war mir dann doch zu viel des Guten. Daher nur 2 Sterne.
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4.0 von 5 Sternen
Das Haus der vergessenen Träume, 8. Mai 2013
1911: Cat Morley, wegen "Nötigung" verurteilt, hat ein paar harte Monate im Gefängnis hinter sich. Sie ist eine glühende Suffragette und wurde in der Haft verprügelt und zwangsernährt, doch nichts konnte ihren Glauben an die Frauenrechte und ihren Einsatz dafür zum Erlöschen bringen. Ihr früherer Dienstherr hat sie auf dem Land bei einem Pastorenpaar untergebracht, wo sie nun als Dienstmädchen ihr Brot verdient. Doch sie will und kann sich ihrem Schicksal nicht fügen. Sie will frei leben, selbst entscheiden. Das Ehepaar Canning ist an Einfältigkeit und Naivität nicht zu übertreffen. Sie leben das krasse Gegenteil von Cats Leben, sind wohl ein klischeehaftes Paradebeispiel für das, was damals als das höchste Glück auf Erden galt. Hübsche, perfekte Menschen in perfekter Ehe mit perfekten Manieren in einem perfekten Haus und einem perfekten Beruf. Na gut, ganz so perfekt doch nicht, denn Mr. Durrant weigert sich, die Ehe zu vollziehen, ja, überhaupt nur darüber zu sprechen, warum er das nicht will. Bei einer Séance berichtet ein vermeintlicher Geist darüber, dass jemand sich eine schreckliche Person ins Haus geholt hat und dass etwas Furchtbares passieren wird. Alle Teilnehmer sind überzeugt, dass diese Botschaft nur für Hester Canning, die Pfarrersfrau, gedacht sein kann, denn sie hat ja seit kurzem Cat Morley, die verurteilte Verbrecherin, im Haus. Doch kurz darauf taucht der zweifelhafte Theosoph Robin Durrant auf und Albert Canning ist ihm beinahe hörig. Tatsächlich trübt sich das perfekte Leben zusehends. Albert interessiert sich nicht nur nicht mehr für seine Frau, sondern auch nicht mehr für seine Gemeinde und seine Arbeit. Außerdem sieht Hester Robin und Cat hinter dem Haus miteinander tuscheln. Irgendwas geht vor sich und es wird die schöne Fassade vollkommen zum Einbruch bringen. 2011: Die freie Journalistin Leah bekommt von ihrem Exfreund den Auftrag, etwas über eine Leiche rauszufinden, die man bei Grabungen entdeckt hat. Die Leiche hat zwei sorgsam verwahrte Briefe bei sich, die ziemlich viele Rätsel aufgeben. Wer war der Mann und von welchem Geheimnis ist die Rede? Leah beginnt dort, wo die Briefe ihren Ursprung haben. Im ehemaligen Pfarrhaus von Colt Ash Holt, doch dort wird sie erst mal brüsk abgewiesen, denn der jetzige Bewohner des Hauses hat sein eigenes Päcklein zu tragen, von dem Leah noch gar nichts weiß ... Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich vom ersten Roman der Autorin wirklich hin und weg war. Auch dieses Buch hier hat mir sehr gefallen und ich konnte es kaum aus den Händen legen. Ich glaube, Katherine Webb wird ab sofort eine meiner Lieblingsautorinnen sein. Es ist genauso aufgebaut wie das erste Buch. Es hat zwei Erzählstränge, einer in der Vergangenheit, einer in der Gegenwart. Während sich die Geschichte in der Vergangenheit nach und nach vor dem Leser ausbreitet, kommen auch die Recherchen von Leah immer weiter voran. Es gibt ein paar Cliffhänger, die den Leser in Atem halten. Dadurch, dass die Geschichte im Jahr 1911 im Präsens geschrieben ist, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, wirklich daneben zu stehen. Es hat mir sehr gut gefallen, dass das Leben der Dienerschaft in allen unangenehmen Facetten sehr deutlich geschildert wurde. Man neigt ja dazu, immer nur das schöne, glitzernde leben der gehobeneren Schichten zu betrachten und die Pracht zu bewundern und sich zu wünschen, man könnte das mal miterleben. Doch das war nur ein Bruchteil der Realität. Es ist nichts Glitzerndes daran, die mit Regelblut befleckte Unterwäsche seiner Herrin zu scheuern, auf Knien die Böden zu schrubben und bei 35 Grad Hitze in der dampfenden Küche zu stehen, um Marmelade zu kochen, während "die oben" kühlen Eistee schlürfen und philosophieren. Erst recht nicht daran, das Haus nicht nach freiem Willen verlassen zu dürfen oder nur einen halben Tag die Woche frei zu haben. Das Buch ist erfüllt von diesen umschreibenden Details, die es so greifbar machen. Und natürlich gibt es noch ein paar überraschende Wendungen, auf die nichts vorher hingedeutet hat, so dass mir förmlich die Kinnlade runterklappte beim Lesen. Die Autorin erzählt nicht zu schnell und nicht zu langsam, der Spannungsbogen wird durchgehend gehalten. Die Sprache ist ansprechend niveauvoll. Nichtsdestotrotz gefiel es mir nicht ganz so gut wie das 1. Buch. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass es ein wenig konstruiert wirkt in dieser Form mit 2 Erzählsträngen. Der Teil in der Gegenwart ist sehr knapp gehalten und die vermeintlichen Recherchen sind ziemlich lapidar. Am Ende findet Leah nämlich eigentlich nicht viel mehr raus als sowieso schon vor 100 Jahren in den Zeitungen stand. Zwar ist es doch eine andere Lösung, aber dennoch empfand ich es als nichtig, denn letztlich können daraus keine Konsequenzen mehr folgen, die "am Ende alles gut machen". Ich hatte den Eindruck, die Autorin hat das Buch nur deshalb in dieser Form geschrieben, weil der Verlag es von ihr verlangt hat. Nach dem Motto: Was schon mal gut lief, sollte wiederholt werden. Auch Leahs Possen mit ihrem Exfreund und das Getue um Mark, den Bewohner des Pfarrhauses, waren total nichtssagend und uninteressant. Sehr konstruiert. Aus diesen Gründen kann ich dem Buch nur 4 Sterne geben.
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3.0 von 5 Sternen
Gymnastikschuhe Rogelli, 7. Mai 2013
Die Schuhe sind super bequem. Nicht drückt oder scheuert. Sie halten auch auf kühleren Böden die Füße warm. Ich hatte sie mir bestellt, um Zumba damit zu machen. Bei manchen Schrittfolgen kann man da ja mehr rutschen als einen Schritt machen. Das ging wirklich super. Kein versehentliches Hängenbleiben am Boden wie bei richtigen Turnschuhen mit Gummisohle. Aber leider haben sie zwei große Mankos: 1. Sie färben ab. Ich hatte regelmäßig schwärzliche Strümpfe und Füße (wenn ich keine Socken trug). 2. Und sie sind leider nicht sonderlich belastbar. Ich hatte zwei Paar und bei beiden sah man schon nach 4 Wochen an Fersen und Zehballen erste Abnutzungserscheinungen. Nach 3 Monaten waren die Stellen total durchgescheuert. Bei beiden Paaren! Daher habe ich es jetzt sein lassen damit. Schade drum.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Das geheime Vermächtnis, 27. April 2013
Die Schwestern Erica und Beth erben das Herrenhaus ihrer Großmutter Meredith. Um entscheiden zu können, ob sie darin leben wollen, was an viele Auflagen geknüpft wäre, oder ob sie es einfach nur ausräumen und verkaufen, verbringen sie die Tage um Weihnachten und Neujahr dort. Obwohl sie viele schöne Erinnerungen haben an dieses Haus, verbinden sie auch viel Negatives damit. Vor allem die Sticheleien und Stänkereien ihres Cousins Henry sowie ihre bösartige Großmutter haben sie sehr geprägt. Und nicht zuletzt, dass Henry mit 11 Jahren von dem Grundstück spurlos verschwand. Erica will aber auch noch etwas anderes dort: Sie sucht nach Antworten. Was genau passierte, als Henry verschwand? Warum ist Beth so depressiv und warum weicht sie immer aus, wenn das Thema Henry angesprochen wird? Weshalb war Meredith so eine bösartige Frau? Was hatten sie und ihre Urgroßmutter Caroline gegen die Zigeuner, die mit Erlaubnis von Carolines Ehemann auf dem Grundstück kampierten? Warum war Caroline auf einer Sommerparty so ausgerastet, als sie eine dunkelhäutige junge Frau sah? Immer mehr Erinnerungen kommen während des Sortierens der Hinterlassenschaft in Erica hoch. Als dann noch ihr alter Jugendfreund Dinny, der zu den Zigeunern gehört, die dort campieren, wieder auftaucht und sie anfängt, Merediths Briefe an Caroline zu lesen, kommt sie allen Geheimnissen auf die Spur. Gleichzeitig erzählt uns die Autorin die Geschichte von Caroline, die Ende des 19. Jahrhunderts in New York geboren wurde. Die junge Frau ist verwaist und wächst bei einer strengen, ewig nörgelnden Tante auf. Als Caroline 18 wird, lernt sie den nicht standestauglichen Corin kennen. Sie heiraten so schnell wie möglich und Caroline folgt ihm in die Prärie. Damals waren die heutigen USA noch nicht vollkommen erschlossen. Mit Entsetzen muss Caroline feststellen, dass ihr ihr perfektes Aussehen und das gute Benehmen draußen in der Wildnis nichts nützen. Sie ist nicht in der Lage, den Haushalt zu führen oder ihrem Mann ein anständiges Essen vorzusetzen. Es gibt nichts als Hitze, Rinder und endlose Leere. Caroline wird depressiv und bekommt schließlich sogar Angst davor, das Haus zu verlassen. Dazu hat sie ständig die junge Indianerin Magpie vor Augen, die ihr im Haushalt hilft und alles scheinbar vollkommen mühelos schafft. Caroline wird eifersüchtig und glaubt schließlich, dass Corin und Magpie eine Affaire haben, sowie dass Magpies Baby von Corin ist. Als Corin bei einem Reitunfall ums Leben kommt, wodurch Caroline eigentlich die Leitung der Farm übernehmen muss und kurz darauf noch eine schreckliche Krankheit ausbricht, brennt es in Carolines Kopf durch und sie tut etwas Ungeheuerliches ... Mehr will ich hier nicht verraten. Der Anfang war ein wenig zäh und es fiel mir schwer, dabei zu bleiben. Es ist keines von den Büchern, das gleich zu Anfang den Knalleffekt loslässt und dann nach und nach alles aufdröselt, bis die Geschichte erklärt ist. Gut, der Einstieg handelt gleich davon, wie Caroline ein Baby aussetzt, aber nach und nach werden dem Leser immer mehr Geheimnis-Brotkrumen hingestreut. Es geht nicht nur darum, warum Caroline das tut. Immer mehr Dinge kommen ans Tageslicht, die schwer auf jeder Generation der Familie lasten. Anfangs wusste ich auch nicht, wie ich Erica und Beth einschätzen sollte, konnte sie mir nicht vorstellen. Ich hielt sie zunächst für zwei Frauen über 50, dabei sind sie erst Anfang bzw. Mitte 30. Doch trotz allem konnte ich die Finger nicht von dem Buch lassen. Immer mal hier und da ein paar Seiten, die immer spannender wurden, immer mehr Fragen aufwarfen. So ab Seite 120 konnte ich nicht mehr aufhören und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ich war förmlich mittendrin und vergaß alles um mich herum. Ich hockte mit Caroline in der schrecklichen Prärie und trauerte mit ihr um ihre toten Kinder. Ich wühlte mit Erica auf dem Dachboden in alten Kisten und sprang mit ihr als Kind sowie mit Beth und Dinny in den Teich. Ich verabscheute "unseren" schrecklichen Cousin Henry abgrundtief und vermisste die Spiele mit Dinny. Das Buch ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben, die bildlichen Vergleiche sind vollkommen treffend und ganz anders als ich es bisher aus anderen Büchern kannte. Die Autorin schreibt sehr ruhig und gleichmäßig, schafft es aber trotzdem, dass die Nerven zum Zerreißen gespannt sind. Und sehr faszinierend fand ich auch, wie die Autorin es schafft, die Wandlung der Psyche der Protagonisten so greifbar und verständlich zu machen, ohne mit weitgreifenden Erläuterungen zu langweilen. Am Anfang denkt man noch: Was für schreckliche Menschen! Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto nachvollziehbarer wird es, warum Caroline und Meredith so sind wie sie sind bzw. waren und man fragt sich unwillkürlich, ob man unter solchen Umständen nicht auch so gehandelt hätte bzw. geworden wäre. Bis auf den etwas schwierigen Einstieg habe ich an dem Buch wirklich nichts zu bemängeln. Es war einfach eine faszinierende Geschichte, die mich wirklich mitgerissen hat. Daher 5 Sterne. Etwas bedauernswert finde ich nur, dass nicht wirklich alles zu 100 % geklärt wird, vor allem in Bezug auf die Farm oder warum Henry so ein bösartiges Kind war. Aber wie sagt Erica so schön? Die Geschichte braucht nicht schließbare Lücken, denn das macht sie so interessant.
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2.0 von 5 Sternen
Die Dirne und der Bischof, 31. März 2013
ACHTUNG SPOILER!!! Zwei nicht näher benannte Gesellen schleichen des Nachts auf einem Judenfriedhof herum und wollen eine vermeintliche Leiche dort loswerden. Doch sie werden von den nächtlichen Wachleuten überrascht und entsorgen ihre Fracht, indem sie sie einen Hang zu einem Fluss hinunter rollen lassen. Zwei andere Männer, ziemlich betrunken, finden die junge Frau, die allerdings noch lebt, und bringen sie in das sogenannte Frauenhaus, das eigentlich ein Freudenhaus ist. Die "Wirtin" Else Eberlin hört schon die Münzen klirren als sie die hübsche junge Frau sieht und bietet an, sich um die Schwerverletzte zu kümmern. Sie lässt sie halbwegs versorgen und genesen und nimmt sie dann als Freudenmädchen unter ihre Fittiche, obwohl schon rein äußerlich klar ist, dass es sich hier um ein Mädchen aus gutem Hause handelt. Man tauft die junge Frau Elisabeth. Sie weiß weder, wer sie ist, noch woher sie kommt, noch was mit ihr geschehen ist. Nach und nach lernt sie, den Ekel und die Abscheu zu verbergen, die sie bei ihren "Diensten" überkommen. Sie hat immer wieder Visionen, die sie jedoch in keinen Zusammenhang stellen kann. Es fühlt sich an wie Erinnerungen, doch sicher ist sie sich nicht. Zwei- oder dreimal ergeben sich Momente, in denen man sie scheinbar wiedererkennt, doch es dauert über ein Jahr, bis sich herausstellt, wer sie ist. Und auch da findet sie keine Ruhe. Trotz ihres hohen Ranges war sie schließlich eine Prostituierte. Wenn das rauskommen sollte, wäre ihr Ruf für immer geschädigt. Noch dazu sind es unruhige Zeiten. Ihr Vater, der Bischof, wirft das Geld für Essgelage, Tant und Mätressen zum Fenster raus, während das Volk unter Steuern und Abgaben ächzt, und soll gestürzt werden. Was soll aus Elisabeth werden, wenn er nicht mehr seine schützende Hand über sie halten kann? Bei diesem Buch habe ich mich eigentlich die ganze Zeit nur tierisch aufgeregt. Angefangen bei der anfangs emotional und körperlich in jeder Hinsicht reglosen Elisabeth, die einfach alles mit sich machen lässt. Sei es, dass ihr die Eselswirtin schon nach wenigen gesprochenen Sätzen erst mal deftig eine pfeffert und sie überhaupt nicht darauf reagiert. Oder dass sie zwar Schamgefühle hat, als sie sieht, in was für einem Haus sie gelandet ist (und dort wird die Kundschaft nicht in separaten Zimmern bedient!), aber trotzdem reglos daneben sitzen bleibt. Dass sie nicht auf die Idee kommt, mal in der Stadt die Leute zu befragen, ob man sie kennt. Usw. Dazu kommt, dass sie sich, obwohl die anderen Frauen sich eigentlich permanent ankeifen und angiften, ja total heimisch und wohlfühlt und ihr alles so familiär erscheint. Sie erduldet die ständigen Bestrafungen mit Schlägen durch die Eselswirtin ohne jeglichen Groll. Mit welchem Recht geht die Wirtin denn so mit ihr oder den Anderen um? Warum kommen 8 (?) erwachsene Frauen nicht auf die Idee, sich zusammenzutun und ihr Einhalt zu gebieten? Tut mir leid, aber das hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen. Dann die endlosen Dialoge über irgendwelchen historischen Geschehnisse, die ich ziemlich langweilig fand und letztlich nur noch überblättert habe. Ich konnte das Buch trotzdem problemlos beenden, auch ohne diese Fakten, und hatte keine Verständnisprobleme. Dazu auch viele zusammenhangslose Dialoge, die auf mich wie Füllmaterial und daher sehr gestelzt wirkten. Zwar gibt es nichts langweiligeres als eine Geschichte, die sich um nichts anderes als den eigentlichen Plot dreht, aber die Autorin hat es leider nicht gut bewerktstelligt, die Geschichte durch das Füllmaterial lebendiger wirken zu lassen, wie es eigentlich sein sollte. Es wirkte nur in die Länge gezogen. Mehr nicht. Zuguterletzt - als ich die Lösung dann kannte - habe ich mich auch gefragt, warum die Geschichte nun so aufgebaut wurde. Der historische Hintergrund bot mehr als genug Ansatzpunkte, um die Geschichte um Elisabeth sinnvoll einzubetten. Warum fängt die Geschichte nicht damit an, dass Elisabeth von der Verschwörung gegen ihren Vater hört, woraufhin die Widersacher versuchen sie zu töten? Sie hätte in einer fremden Stadt erwachen und alles wissen können. Unter diesen Umständen hätte ihr niemand ihre Geschichte geglaubt. Sie hätte darum kämpfen können, nach Würzburg zu gelangen (einfach zu Fuß losmarschieren wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen zu den damaligen Zeiten) und ihren Vater sprechen zu können. Nein, stattdessen wird der Leser mit dem Alltagsleben eines mittelalterlichen Freudenhauses gequält, das einem oftmals die Haare zu Berge stehen lässt, mit ständigen Schlägen und Zankereien und dem endlosen Gekeife der Eselswirtin. Erst im letzten Fünftel oder so klärt sich alles auf und wird dann ziemlich kurz abgehandelt. Sehr unglaubwürdig fand ich es auch, dass kein Mensch in Würzburg Elisabeth erkennt (bis auf 2 oder 3 Leute, doch die sagen keinen Ton). Als Tochter des Bischofs war sie garantiert stadtbekannt. Oder dass der Bischof nicht mal fragt, wieso Elisabeth so überstürzt in ein Kloster aufgebrochen war, ohne ihre Sachen mitzunehmen. Das war nämlich das, was die Verschwörer ihm erzählt hatten, nachdem sie Elisabeth entsorgt hatten. Niemand wundert sich darüber. Positiv an dem Buch war eigentlich nur, dass Elisabeth nach einer Weile im Frauenhaus doch endlich wenigstens halbwegs selbstbewusst wird und dass ich das Buch trotz aller Kritikpunkte zu Ende gelesen habe, weil es mich doch interessierte, wer sie denn nun ist und was ihr zugestoßen ist.
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4.0 von 5 Sternen
Anne Easter Smith - Die Rose von England, 19. März 2013
Wehmütig und mit ein paar Tränen in den Augen habe ich das Buch gestern Abend zum letzten Mal zugeschlagen. Obwohl es mich nur anderthalb Wochen begleitet hat, sind mir Kate, Katherine, Richard, John, Margaret, Molly und all die anderen Figuren so unglaublich ans Herz gewachsen. Alles beginnt mit der 10jährigen Kate und ihren Brüdern Johnny und Geoff, die in der Grafschaft Kent auf einem gut laufenden Bauernhof leben. Die Verwandtschaft zu den Adelskreisen sorgt jedoch dafür, dass Kate nicht selbst Bäuerin werden muss, sondern zunächst als Freundin für ihre Cousine Anne in einen adligen Haushalt aufgenommen wird. Dort lernt sie jedoch zum ersten Mal Feindschaft kennen, denn Annes Mutter Elinor ist ein durchtriebenes Biest, das mit diesem "Bauernmädchen" nichts zu tun haben will und ihr das Leben schwer macht. Ihre letzte "Tat" ist die Arrangierung einer Ehe mit einem gutbetuchten Stoffhändler, der jedoch weit über 40 Jahre alt ist (und Kate gerade mal ca. 14). Glücklicherweise ist der Mann völlig vernarrt in Kate und lässt ihr jede nur mögliche Annehmlichkeit zukommen. Er stirbt jedoch schon nach zwei Jahren und nach ihrer Trauerzeit stürzt Kate sich Hals über Kopf in eine Ehe mit ihrem Jugendschwarm George. Es stellt sich jedoch heraus, dass er Männern zugeneigt ist und mit ihr nicht mal seine eheliche Pflicht erfüllt. Sie erwägt eine Annullierung der Ehe, die jedoch kaum durchführbar ist. In dieser Zeit nimmt ihr Schicksal eine große Wendung. Gerade als sie von der Homosexualität ihres Mannes erfährt und Hals über Kopf aus dem Haus flüchtet, trifft sie auf Richard von Gloucester, den Bruder des Königs, und seinen Freund Rob Percy. Für Richard ist es Liebe auf den ersten Blick, doch es dauert noch eine ganze Weile, bis aus Kate und Richard ein Paar wird. Ein Freund von Kate, Sir John, steht im Dienst des Königs und kann dadurch immer wieder arrangieren, dass Richard und Kate sich schreiben und sich sehen können. Beide wollen ihre Affaire geheim halten, denn noch ist Kate verheiratet. Aus ihrer Liaison entspringen zunächst zwei Kinder, die Richard voll anerkennt und denen er seine Unterstützung zugute kommen lässt. Doch auch als George bei einem Überfall ums Leben kommt, ist der Weg für die Liebenden nicht frei. Große Umbrüche sind im Gange und nicht zuletzt ist Kate trotz allem (sie hat ein eigenes Einkommen, weil sie den Stoffhandel ihres ersten Mannes geerbt hat) keine passende Partie für Richard. Beide wissen, dass er sich eines Tages standesgemäß verheiraten muss und er erklärt ihr von vornherein, dass er kein Ehebrecher sein will und ihre Beziehung dann zu Ende sein wird. Tatsächlich kommt es so und es scheint, als würde Kate daran zerbrechen. Sie sehen sich jedoch hin und wieder, wenn Richard die Kinder besucht bzw. später, als er sie bei Hofe in die Dienste der Königin und seine eigenen Dienste nimmt, besucht Kate ihn. Sie lieben sich nach wie vor, doch es passiert nichts mehr zwischen ihnen. Das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen. Krieg, Verschwörungen und schließlich ein fremder Thronanwärter zerstören selbst dieses kleine Glück. Nicht nur, dass Richard selbst im Kampf stirbt. Katherine, die Tochter, stirbt am Schweißfieber, John, der erste Sohn, wird vom neuen König gehenkt und - da das Buch über 20 Jahre abhandelt - sterben auch Kates Freunde und Verwandtschaft weg. Am Ende bleibt ihr nur ihr zweiter Sohn Richard, von dem niemand erfahren darf, dass er der Bastard des verstorbenen Königs ist, damit er nicht auch verfolgt und getötet wird. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, bei dem ich so mitgefiebert habe, dass es mich zu Tränen rührte. Jede verfügbare Minute habe ich zum Lesen genutzt. Die Autorin hat einen wirklich tollen Schreibstil, der einen mitten ins Geschehen versetzt. Ich konnte wirklich alles sehen, war mittendrin. Ich fand die Figuren glaubwürdig und lebendig, sympathisch (oder ablehnenswert) und "echt". Die ganze Geschichte war wirklich spannend und zog mich in ihren Bann. Besonders gefiel mir, dass die Autorin davon Abstand nahm, diese Zeit als Moloch aus Düsterkeit, Krankheit und Dreck darzustellen. Bettler, Schmutz und die Pestwelle werden erwähnt, weil sie dazu gehören, jedoch in einer neutralen Form. Bei manch anderen Büchern muss man sich immer fragen, warum die Menschen damals nicht einfach alle ihrem Elend ein Ende gesetzt haben, wenn es doch sooo schrecklich war. Ich bin von diesem Buch(weitestgehend) einfach nur begeistert. Warum dann nur 4 Sterne? Ich möchte gern 5 geben, doch es gab dann zu viele Kleinigkeiten, die die Lesefreude getrübt haben. Die Autorin schreibt selbst im Nachwort, dass der historische Hintergrund undurchsichtig und schwierig zu erläutern ist in einem Roman. Und das habe ich sehr deutlich gemerkt. So viele Namen, häufig noch mit Aufzählung der Titel, wer hat was "verbrochen" ... Es war unglaublich verwirrend und ich bin einfach nicht dahinter gestiegen bzw. später dann, wenn es zu diesen eingestreuten Erläuterungen kam, gedanklich ausgestiegen. Dass die Autorin dann auch noch die Personen immer wieder bei anderen Namen nannte (z. B. Richard/Dickon, Lord John Howard/Jack Howard) und viele Personen denselben Namen haben (diverse Johns, Annes, Richards oder Edwards), hat den Mischmasch dann perfekt gemacht. So perfekt, dass selbst die Autorin (oder die Übersetzerin) an manchen Stellen durcheinander kamen und falsche Namen auftauchen (z. B. wird in einer Szene aus Kate plötzlich Anne). Dazu kam - zumindest in der Ausgabe, die ich gelesen habe - dass diverse Interpunktionsfehler gemacht wurden, vor allem immer wieder Fragezeichen hinter Sätzen, die gar keine Fragen waren. Ein kleines Manko war auch, dass Probleme häufig unnatürlich schnell gelöst waren. Hier taucht das Problem auf und 3 Seiten später hat es sich von ganz allein gelöst. Da hätte noch mehr Spannung reingebracht werden können. Und anfangs konnte ich mich mit Richard und Kate als Liebespaar nicht wirklich identifizieren, da sie fürchterlich jung waren (15 und 17 oder 18), jedoch sprachen und sich verhielten wie jemand im doppelten Alter. Dadurch kamen sie mir sehr gestelzt und richtig altklug vor. Gut, es ist sicher den historischen Umständen geschuldet und "Jugendliche" gab es in der damaligen Weltsicht wohl einfach nicht, sondern nur entweder Kinder oder ca. ab der Pubertät Erwachsene. Nichtsdestotrotz hätte die Autorin sie hier ein wenig mehr ihrem Alter entsprechend auftreten lassen sollen. Richard bekommt sogar schon mit 16 Jahren Falten! Von daher muss ich hier ein wenig die Nase rümpfen über die Geschichte. Später, mit gestiegenem Alter, war es dann passender. Alles in allem aber ein wirklich tolles Buch, das ich mir vielleicht noch mal irgendwann aus der Bibliothek hole. Eine wirkliche Empfehlung.
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3.0 von 5 Sternen
Sonia Marmen - Schwert und Laute, 28. Februar 2013
Die junge Irin Caitlin Dunn arbeitet als Gesellschafterin für die bettlägerige Lady Dunning, doch leider nimmt Lord Dunning ihre "Dienste" auch gern in Anspruch. Er missbraucht sie seit zwei Jahren regelmäßig auf brutalste Weise. Caitlin weiß sich nicht mehr anders zu wehren und ersticht ihn im Affekt. Sie läuft davon und trifft auf Liam Macdonald, der in dem Haus seit dem Abend gefangen gehalten wird. Caitlin will jedoch nicht mit dem "barbarischen" Hochlandschotten gehen und versucht mehrfach zu fliehen. Doch sie hat keine Chance. Liam und seine Männer nehmen sie mit. Auf dem Weg geraten sie in ein Scharmützel und Caitlin wird lebensgefährlich verletzt. Sie nehmen sie mit nach Glencoe, ihrer Heimat, wo sie der Obhut von Liams und Colins Schwester Sara überlassen wird. Beide Brüder verlieben sich in Caitlin. Doch während Colin keinen Hehl aus seinen Gefühlen macht, zieht Liam sich eher zurück. Caitlin mag beide, doch wirklich hingezogen fühlt sie sich nur zu Liam. Doch es gibt eine Nebenbuhlerin, Meghan, die auch vor Gift und Flüchen nicht zurück schreckt, um Caitlin loszuwerden. Als Caitlin genesen ist, will sie nach Irland zurück gehen, denn sie fürchtet, dass man ihr wegen des Mordes bereits auf den Fersen ist. Jedoch stellt sich heraus, dass man Liam den Mord anlastet und er verschwindet, um sich zu verstecken. Sie kann diesen Irrtum unmöglich auf sich beruhen lassen und geht deshalb nach Edinburgh und auch in das Herrenhaus der Dunnings, um alles aufzuklären. Es stellt sich jedoch heraus, dass alles eine Falle ist und Caitlin wird vom jungen Lord Dunning (dem Sohn des Verstorbenen) gefangen genommen. Liam bekommt Wind davon und holt sie mit seinen Männern dort heraus. Er ist jedoch tief enttäuscht von ihrem Verhalten, denn er hatte sie zu ihrem Schutz zur Frau genommen und ihr verboten, wieder in das Herrenhaus zurück zu kehren. Er verschwindet für "Geschäfte" nach Frankreich für mehrere Wochen und Caitlin geht in Begleitung ihres Bruders Patrick zurück nach Glencoe, wo sie feststellt, dass sie schwanger ist ... Ich tue mich wirklich sehr schwer damit, dieses Buch zu beurteilen. Eine Zusammenfassung der Geschichte zu schreiben, ist fast unmöglich. Es gibt sehr, sehr viele Details und Ereignisse, die man in einem kurzen Abriss gar nicht unterbringen kann. Das ist keinesfalls negativ. Im Gegenteil: Ich mag Bücher, die sich nicht so stringent um nur eine Sache drehen, sondern die erfüllt sind von großen und kleinen Ereignissen, die wenig oder nichts mit dem Kernthema zu tun haben. Sowas macht Bücher lebendig und farbig. Schon allein deshalb habe ich dieses Buch sehr, sehr gern gelesen. Ich fand es wirklich unheimlich spannend und mitreißend, romantisch, witzig und traurig. Jede freie Minute habe ich zum Lesen genutzt. Beschreibungen sind genügend vorhanden, um sich alles gut vorstellen zu können. Es gibt auch viele historische Details, die die Geschichte in den richtigen Kontext betten. Nichts ist schlimmer als Bücher, von denen man zwar weiß, dass sie in einer bestimmten Zeit handeln sollen, denen man das aber nicht anmerkt, weil das Plastische fehlt. Ich finde den Schreibstil der Autorin auch weitestgehend gut. Sie schreibt verständlich und trotzdem anspruchsvoll und treibt die Handlung in einem guten Tempo voran. Doch jetzt kommt das große Aber. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll bei all den Dingen, die ich nervig oder einfach schlecht fand. Zunächst der Einstieg. Gleich innerhalb der ersten Seiten erfährt der Leser, dass Caitlin schon so lange misshandelt wird und dafür Lord Dunning umbringt. Mir ging das irgendwie zu schnell. Ich konnte ihre Verhaltensweise gar nicht nachempfinden, da nur kurz erwähnt wird, wie lange das schon so geht und bämm! rastet sie aus. Überhaupt scheint in den Augen der Autorin das Schottland des 17. Jahrhunderts ausschließlich von Lustmolchen mit Freude an Misshandlungen besiedelt gewesen zu sein. Caitlin kann quasi keinen Schritt tun, ohne "lüsterne Blicke zugeworfen zu bekommen" (wie oft habe ich diese Formulierung gelesen?), belästigt, begrabscht, angefallen oder missbraucht zu werden. Ab der Mitte des Buches tut sie mir nicht mal mehr leid - es nervt nur noch. Sie wird so oft misshandelt, dass es für ein Dutzend Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen reicht. Doch sie steckt das ganz locker weg. Und nicht nur das. Obwohl sie nichts anderes als Gewalt und Schmerz in sexueller Hinsicht kennenlernt, kann sie schlagartig ein normales Sexualverhalten aufbauen, als sie Liams Frau wird. Auch Colins und Liams Zärtlichkeitsbekundungen verwechselt sie nie mit dem, was ihr noch vor wenigen Tagen widerfahren ist und permanent widerfährt. Das halte ich für extrem unrealistisch. Dazu kommt, dass ganze Episoden offenbar bei Diana Gabaldon abgeschrieben wurden. Die Ähnlichkeiten in den Geschichten sind wirklich haarsträubend. Die lebhafte Schwester, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt, Caitlins Flucht, bei der sie den Dragonern in die Hände fällt, durch den Wald flieht und auf der anderen Seite des Wassers plötzlich auf Liam stößt, die bösartige Nebenbuhlerin, die das junge Glück mit einem Fluch belegen will, die Fahrt nach Frankreich etc. Nicht zuletzt Liams Äußeres. Das kann kein Zufall mehr sein. Die Autorin scheint auch öfter mal den Überblick über ihre Figuren, ihr Umfeld, ihre Körperhaltung und die gegenwärtige Situation zu verlieren. Anders kann ich mir nicht erklären, dass Caitlin erst 17 und dann 19 und Liam erst Anfang 30 und dann Mitte 20 ist. Oder dass Menschen im Dickicht des Waldes Schatten werfen oder ein knieender Mann seinen Arm um die Schultern der stehenden Caitlin legen kann oder dass Liam bei seiner Rückkehr aus Frankreich (nach 3 Wochen!) feststellt, dass Caitlin Gewicht zugelegt hat, obwohl sie völlig den Appetit verloren hat und nur 2 Tage später drängt er sie zum Essen, weil sie so abgemagert ist. Oder das Brandzeichen, das Lord Dunning Caitlin verpasst wird total vergessen und erst nach mehreren Tagen tut es plötzlich weh. Da könnte ich noch einige andere Ungereimtheiten aufzählen, doch das würde den Rahmen sprengen. Nicht zuletzt fand ich auch die Sache mit Caitlins Sohn Stephen irritierend. Wie die anderen Rezensenten schon schrieben: Das Buch ist in der Ich-Form gehalten und bis zur Mitte verschwendet Caitlin keinen Gedanken an ihn. Im Gegenteil. Sie fleht Lord Dunning ja noch an, von ihr zu lassen, damit sie nicht schwanger wird. Dann taucht er plötzlich auf und sie vermisst ihn so schrecklich, um ihn kurz darauf wieder abzuhaken. Das klang mir sehr danach, dass er erst später dazu gedichtet wurde, um noch ein Überraschungsmoment zu schaffen, was leider misslungen ist. Und: Ich fand Caitlin einfach ätzend. An Liams Stelle hätte ich ihr den A*** versohlt, bis sie begriffen hat, wie man sich verhält, um am Leben zu bleiben und nicht ständig überfallen zu werden. Oder sie zumindest im Haus an einen der schönen neuen Sessel gefesselt. Und wenn man als 19-jährige einen 22-jährigen als "guten Jungen" betitelt, setzt das der Selbstüberschätzung einfach nur noch die Krone auf. (Aber vielleicht hatte Sonia Marmen nur einfach mal wieder ein paar Details der Personen vergessen.) Was ich auch furchtbar anstrengend fand, war, dass ständig jemand schreit. Caitlin schreit sowieso bei jeder Kleinigkeit und alle anderen schreien auch in regelmäßigen Abständen. Er schreit, sie schreit, alle schreien. Ich empfehle der Autorin (und evtl. auch der Übersetzerin) ein Synonym-Wörterbuch sowie das Kennenlernen unterschiedlichster Lautstärke-Stufen zwischen Zimmerlautstärke und Schreien. So, wer bis hierhin gelesen hat ;-) wird jetzt vielleicht verstehen, warum ich mich so schwer tue. Für die positiven Aspekte des Buches würde ich glatt 5 Sterne geben. Für die negativen Aspekte einen Stern. Dann nehmen wir halt die goldene Mitte und machen wacklige 3 Sterne daraus.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Mireille Guiliano - Mit Verstand und Gefühl, 18. Februar 2013
Boah, was für eine Arroganz! Das ist alles, was ich zu diesem Buch sagen kann. Okay, von Anfang an. Ich besitze die beiden anderen Bücher der Autorin und liebe ganz besonders "Warum französische Frauen nicht dick werden" weil es charmant und witzig geschrieben ist und man wirklich das Gefühl hat, man wird von einer Freundin in ein paar besondere Kniffe eingeweiht. Dieses Buch hier habe ich überwiegend deswegen gekauft. Wegen des Schreibstils und auch wenn ich keinen leitenden Posten anstrebe, kann man für das Berufsleben ja doch immer noch was dazu lernen. Leider - so mein Eindruck - ist dieses Buch nichts weiter als Selbstbeweihräucherung gepaart mit "Ich weiß es besser als du, kleines dummes Mädchen!" Abgesehen davon, dass es in der Gedankenwelt der Autorin scheinbar nur Frauen gibt, die nicht unterhalb der Vorstandsebene arbeiten wollen, ist dieses Buch wohl nur für die oberen 10.000 gedacht. Es geht eigentlich nur darum, wie man sich zu präsentieren hat, wenn man in gehobenen Kreisen verkehrt. (Und der überwiegende Teil der Bevölkerung tut das eben nicht.) Und natürlich hat allein Frau Guiliano das ultimative Patentrezept dafür. Wer also erfahren möchte, dass man Servietten im Restaurant nicht auf den Tisch legt sondern auf den Stuhl, wenn man sich vom Tisch entfernt oder was Frau Guiliano für die Grundausstattung im Kleiderschrank hält, ist hier richtig bedient. Die in den anderen Büchern so liebenswürdigen Geschichten aus ihrer eigenen Vergangenheit sind hier nur noch verkommen zu etwas, das einen Beigeschmack von "Ich habe immer alles richtig gemacht und überhaupt hatte ich immer gleich die richtige Idee" hat. Ganz klar: Eine Fremdsprachenkorrespondentin übernimmt mal ganz locker das Marketing einer Champagner-Firma und reißt allein das Ruder rum. Offenbar hat sie allein die Firma so groß gemacht wie sie heute ist. Tut mir leid, aber da wird mir einfach nur schlecht. Abgesehen davon verstrickt sie sich des Öfteren in Widersprüche. Z. B. wird eben noch angepriesen, wie wichtig es ist, höflich zu grüßen (als wüsste das keiner). Dann zieht sie über einen Abteilungsleiter her, der eben dieses jeden Morgen beim Betreten des Büros getan hat ("... wenn er dann eine Stunde später wieder aus seinem Büro kam, war er wieder NORMAL ..."), um dann wiederholt darauf hinzuweisen, dass Höflichkeit unentbehrlich ist. Na wie denn nun? Überhaupt ist das Buch ziemlich konzeptlos. Die Überschriften der Kapitel sind eigenartig und passen teils gar nicht zum Inhalt. Das Geschreibsel ist unzusammenhängend mit seinen vielen Ausschweifungen. Oftmals weiß ich am Ende gar nicht mehr, worum es ursprünglich gehen sollte und der Zusammenhang fehlt einfach. Nach der Hälfte des Buches habe ich aufgegeben, weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte. Es hinterließ bei mir das Gefühl, dass man als durchschnittlicher Arbeitnehmer, der in Mittelklasse-Restaurants isst, keine Cashmere-Pullover trägt und nicht den Knigge auswendig kann, schlicht wertlos ist. Ich bin wirklich enttäuscht von dem Buch und der anmaßenden Art und Weise. Ein totaler Fehlgriff!
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4.0 von 5 Sternen
Barbie als Rapunzel, 13. Februar 2013
Das Märchen Rapunzel in der Version der Gebrüder Grimm ist bekannt. Diese Geschichte hier ist jedoch etwas anders. Barbie (Rapunzel) wird von der bösen Zauberin Gothel in einem Schloss versteckt, das durch einen Zauber für andere unsichtbar ist. Gothel wohnt ebenfalls dort und lässt sich von Barbie bedienen und den Haushalt machen. Sie befehligt auch einen Drachen, der ihre bösen Taten unterstützt und durchsetzt. Dessen Tochter jedoch ist mit Barbie befreundet. Außerdem steht Barbie ein Hase zur Seite. Barbie findet einen magischen Pinsel in ihrem Zimmer (das noch nicht im Turm ist) und kann damit Ausflüge ins Dorf und die umliegende Umgebung machen. So lernt sie den Prinzen kennen, der sich sofort in sie verliebt und sie zu einem Ball in sein Schloss einlädt. Gleichzeitig findet Barbie einen Geheimgang in einen geheimnisvollen Raum, der mit ihrer Kindheit und Entführung zu tun hat. Natürlich findet Gothel alles heraus. Daraufhin macht sie aus dem Schlossflügel mit Barbies Zimmer einen Turm und schließt sie mit einer magischen Hülle darin ein. Der Pinsel wird zerstört. Dann schneidet sie Barbies Haare ab und verkleidet sich damit als Barbie und geht zum Ball, um den Prinzen zu töten. Das soll ihr Racheakt am König sein, der ihr vor vielen Jahren das Herz brach ... Ja, gut. Die Animationen und Gesichtszüge sind nicht sooo toll. Aber der Film ist mittlerweile 11 Jahre alt. Da war die Technik halt noch nicht soweit. Trotzdem ist die Geschichte sehr romantisch und niedlich gemacht und hat frischen Wind in die alte Version gebracht. Als wichtigen Punkt empfand ich auch die Tiere als Barbies Freunde, denn ohne sie hätte das Mädchen nicht so eine fröhliche, aufrichtige und mutige Persönlichkeit werden können unter der erdrückenden Bösartigkeit von Gothel. Eine gute Prise Humor dazu und fertig ist ein Mädchen-Traumfilm. Ich sehe den Film immer wieder gern zusammen mit meiner Tochter. Er ist unter den Barbie-Filmen einer unserer Favoriten. Da kann nicht mal "Rapunzel - Neu verföhnt" mithalten!
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3.0 von 5 Sternen
Bauchtanz für Anfänger, 24. Januar 2013
Ich besitze schon "Cardio Bauchtanz" und "Bauchtanz für Gewichtsverlust" von Dolphina. Da ich beide insgesamt gerne mag, habe ich mir nun auch noch diese DVD besorgt. Sie gefällt mir von den Dreien am besten, muss ich sagen. Das liegt zum Einen daran, dass jeder Teil in einem anderen Kostüm und an einem anderen Standort gedreht wurde. Das macht es sehr abwechslungsreich. Auch das Workout gefällt mir gut. Es ist intensiv, ohne zu überfordern. Außerdem erklärt Dolphina hier die eine odere andere Bewegung und ihre Bedeutung ausführlicher (Öffnen der Chakren) sowie ein wenig zur Geschichte des Bauchtanzes. Unterteilt ist das Workout in einzelne Kapitel, die sich auf den jeweiligs trainierten Körperteil bzw. die Art der Bewegung beziehen. Minuspunkte gibt es von mir dafür, dass hier sogar beide auf der Hülle erwähnten Extras fehlen und dafür, dass oft nur Dolphinas Gesichtsbereich zu sehen ist und man dadurch nicht weiß, wie die Bewegungen ausgeführt werden, weil man es schlicht nicht SIEHT.
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