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Beiträge von Christian Herwig
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Rezensionen verfasst von
Christian Herwig "christianherwig2" (Essen)
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Game of Thrones: Staffel 3 [5 DVDs]
Game of Thrones: Staffel 3 [5 DVDs]
DVD ~ Peter Dinklage
Preis: EUR 27,48

0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die perfekte Alternativwelt für den kleinen Stromberg in uns allen, 30. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Game of Thrones: Staffel 3 [5 DVDs] (DVD)
VORSICHT! HECK- UND FRONTSPOILER VORAUS!
Jo, Valar Morghulis, also jeder Mann muss sterben. Na das ist ja eine Botschaft, die ich schon immer hören wolte.
Aber so wars ja auch im finsteren Mittelalter, jeder Mann musste sterben, nicht wahr? Absolut realistisch diese Serie also und das bischen Magie mit den hübschen Drachen, schattenhaften Königstöterdämonen, die jede Priesterin bei Bedarf gebären kann (Wie heisst das noch gleich in der Fachsprache "Deus ex ...", na lassen wir das lieber und meiden besser in Zukunft den Beichtstuhl), den 6mal aus dem Tode zurückgeholten Robin Hood, den blauäugigen Zombiemeistern, die dann wirklich jedes irgendwie brauchbare Körperteil reanimieren fällt da gar nicht auf. Wir wissen ja alle, zuviel Magie ruiniert auf Dauer jede Fantasywelt, wie George Martin uns hier eindringlich vorführt.
Aber wenigstens hamm wir was zum Abends ablenken, das ist ja mal was anderes als der übliche Märchenkokolores und ganz sicher auch ganz anders als unsere langweilige Bürowelt, tagsüber, ist ja (noch) alles ohne Waffen und mit nur ganz wenig Blut und kaum Huren und so, da freu ich mich schon auf den Feierabend.
Oder etwa doch nicht?
Was uns George Martin nun wirklich sagen will, dass weiß natürlich keiner, er ist ja so subtil und darüber hinaus ein Freund der Kleinen, Vergewaltigten und Dicken. Ich stelle mal ein paar Vermutungen an, nachdem ich mich des Gefühls dann doch nicht erwehren konnte, dass Herr Martin uns dann doch immer wieder dieselben Botschaften wie mit dem Morgenstern einhämmern möchte:

1. Jeder ist nur an seinem eigenen Vorteil interessiert. Bündnisse entstehen und halten nicht aus Freundschaft oder Treue sondern aus Zwecküberlegungen. Verrat ist immer drin, sobald der eigene Vorteil dies verlangt. Kurz: Das perfekte Mobbingszenario. Ned Stark war treu und somit dämlich. Er musste natürlich sterben, weil ihm Freundschaft etwas bedeutete.
2. Der Gegner lässt sich ganz leicht ausrechnen, da ja alle immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Sehr schön an Lord Tywin, Lord Baelish, dem Tyrell-Clan, oder den diversen Hurenspielchen zu studieren.
3. Der Zweck heiligt immer die Mittel. Nichts anderes darf uns heilig oder wichtig sein, außer möglichst weit oben zu landen. Um wieder mit Kleinfinger zu sprechen: "Chaos ist eine Leiter". Lord Varys, der ja wirklich das Beste fürs Reich zu wollen vorgibt kommt einem immer mehr wie ein Hofnarr vor.

Diese 3 Motive sind die Grundannahmen der Spieltheorie des duchgeknallten Mathematikers Nash, Ihre Gültigkeit ist in der Realität zigfach widerlegt worden aber uns hämmert man seit Jahren ein, dass Macht so funktioniert und das angeblich finstere Mittelalter ist natürlich die perfekte Bühne damit auch der Dümmste die Botschaft kapiert. Diese Motive bestimmten spätestens seit dem kalten Krieg nicht nur das Miltärdenken, sondern erst recht die Wirtschaftsexzesse von 2008 und natürlich das zynische Profiling unseres Kaufverhaltens auf allen möglichen Internetportalen.
Damit legitimiert man eine zutiefst nihilistische, wert- und sinnentlernte Gewaltorgie auf die alle wie Karnickel auf die Schlange starren, ganz nach dem Motto: Chips (Panem) und (et) Games of Thrones (Circenses).
Auch das so coole GOT scheint da nur ein weiteres Rädchen in der Maschine zu sein mit dem Ziel uns wie die Lemminge vor dem Fernseher zu dressieren.

Und wie endet das alles, wenn dann jeder Mann so wirklich tot ist? Hach ist das spannend. Also das lässt sich ja gar nicht voraussehen, hmmm, wer wirds denn nun werden auf dem eisernen Thron? Was für eine Frage, natürlich endet es am besten nie, außer am Budgetmangel. Wie schon Jonnie White Walker wußte: Die kommen am Ende alle doch irgendwie wieder.
Und wenn dann doch noch der Budgetwinter naht, dann kann die neue Herrscherin am Ende zumindest etwas noch tun, den eisernen Thron endlich so umschmieden, dass sie den Winter übersteht: Auf einem Porzellanthron!
(Wie, Daenery ist auch schon tot? Na dann, LANG LEBE HODOR!)


Der Hobbit: Eine unerwartete Reise
Der Hobbit: Eine unerwartete Reise
DVD ~ Sir Ian McKellen
Preis: EUR 4,99

22 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bumm-Bamm-Baller-Krach für HDR-Fans, ja ist denn scho wieder Weihnachten?, 1. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (DVD)
Das Buch "Der kleine Hobbit" hat etwa 1/3 des Handlungsumfangs des Herrn der Ringe und muss hier aus Kommerzgründen auf das Volumen eines 9stündigen Films aufgeblasen werden. Das geht so einfach nicht. Statt nun aus der Not eine Tugend machen und das andere Meisterwerk Tolkiens (Das Silmarillion, ich sage nur: ein paar Elbenprinzen gegen ganze Balrog-Horden, voll geil nicht wahr?) sinnvoll mit dem "Hobbit-Buch" in Form von Erinnerungen zusammenzusetzen, musste oder wollte Peter Jackson viel zu viele Szenen aus seinem eigenen Vorgängerfilm klauen. Der Film hätte daher besser den Titel: "Der Herr der Ringe: Episode I" bekommen, denn er orientiert sich optisch und handlungstechnisch ständig am Herrn der Ringe, obwohl das Buch "der kleine Hobbit" etliche Jahre vor der Ringtrilogie entstanden ist und sich ja nicht an Erwachsene sondern an Kinder richtet, also damals als Elbenkönige noch auf echten Elchen (oder gar Rentieren) ritten. Und nun kommt: VORSICHT, SPOILER! Was heisst hier orientieren? Also, die Trolle braten sich ein paar Zwerge (seht her, das sind Herr Bilbos Trolle), der Gollum hüpft mal wieder durchs dunkle Verlies von Moria (Rätsel in der Finsternis, OK das war mal eine gute Szene), die altbekannte Caradhras-Lawine kommt mal wieder vorbei, diesmal durch den völlig unmotivierten und unerklärten Kampf zweier Bergriesen herbeigerufen, der Gandalf stößt sich mal wieder den Kopf am Bilbo seinen Kronleuchter, der Gandalf diskutiert mal wieder mit dem "Ich war schon immer besser als Du"-Saruman-Miesepeter, Galadriel übt wieder "Dumm rumstehen" bis zur Perfektion, dafür diesmal in Elronds Aufguss-Rat, derweil reitet Elrond wie die wütenden Rohirrim immer wieder im Kreis um die Wandergruppe, die Orks hacken sich immer noch böse, böse, am bösesten durch die Handlung und irgendwo dazwischen plätschert dann die eigentliche Buchhandlung dahin, natürlich im Extrem-Langsam-Waschgang, denn für den ersten Teil muss bereits nach 80-100 Buchseiten Schluss sein. Also erfinden wir uns eine Pseudohandlung mit einem Superork und gleich dazu einen Ork-König wie der Jaja-Binx-Boss aus StarWars, die da einfach so unmotiviert und sinnfrei rummachen unter dem Berg (ja, ich weiss, das kommt auch im Buch vor aber besser erklärt). Ja und dann, dann klauen wir noch ein wenig bei Khazad-Dum (oh schade, doch kein Balrog, was dann wohl doch etwas zu teuer) oder doch besser gleich bei Indie, (Alle rennen hektisch vor der Meute davon). Noch nicht genug sinnfreie Füllhandlung? Da war doch noch der Radagast, der braune Igelretterzauberer mit seinem Kaninchenschlitten (schneller als jeder Warg) und der reitende Elbenkönig auf dem Elch (Ja, ist denn schon Weihnachten?).
Also, Story gibts nur als Ultra-Slim-Packung dafür jede Menge Fantasy-Action für 3D-Brillen, die handlungstechnisch unmotiviert und teils auch billig aus dem HDR kopiert wirkt. Jedes Setting aus dem 1. Teil des HDR wird recycled (bis auf Bree und die Statuen der Altvorderen), ein Meisterwerk der Kosteneinsparung.
Fazit: Dieser Film ist mit Abstand der schlechteste Teil der Her-der Ringe-Reihe (ihr wisst schon, Episode I wir kennen ja schon EPISODE 4-6), was nicht heisst, dass es nicht noch schlechtere Filme diese Woche im Kino gab. Denn auch eine schlechte Kopie eines großartigen Films wie HDR ist immer noch knapp über Mittelmaß in Hollywood und Geld bringt's sowieso.
Kleiner Tipp von mir: Sowohl das Silmarillion wie auch der kleine Hobbit kosten als Taschenbuch weniger als diese Bumm-Bumm-Krach-Variante und sind handlungstechnisch um so vieles besser, besonders über Weihnachten und als Geschenk... Tut Euren Kindern oder Euch selbst mal wieder was gutes und lasst einfach das Kino beiseite !
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 5, 2013 10:11 PM CET


Schöpfung oder Zufall?: Wie Spiritualität und Physik die Welt erklären - Ein Streitgespräch
Schöpfung oder Zufall?: Wie Spiritualität und Physik die Welt erklären - Ein Streitgespräch
von Deepak Chopra
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Richtig statt falsch oder doch eher wie und warum?, 27. Dezember 2012
Dieses Buch ist absolut spannend geschrieben und man kann den Konflikt wissenschaftliches vs. religiöses (oder spirituelles) Weltbild wie einen Ringkampf verfolgen. Was hier allerdings etwas täuscht, denn ein einfaches Schwarz-/Weiss-Szenario wird dem Problem nicht gerecht. Das Buch behandelt im Kern klassische philosophische Fragen wie "was ist Zeit?", "gibt es Gott?", "was ist der menschliche Geist?", etc. ohne jedoch die Philosophie selbst zu Wort kommen zu lassen. Herr Mlodinow argumentiert ständig damit, dass die Wissenschaft "die Wahrheit" entdecke, ohne zu reflektieren, dass die Kernfrage ja genau die dahinterstehende Erkenntnistheorie (also die Frage, wieviele blinde Flecken die wissenschaftliche Methode bei der Wahrheitssuche hat) ist. Beide Seiten vereinnahmen hier philosophische Fragestellungen für sich, sie lassen aber die Fragen nach der Moral, die aus ihrer Überzeugung folgt, offen. Hr. Mlodinow drückt sich vor der Frage einfach mit der Banalthese, dass die Menschheit die Wissenschaft für Gut und Böse benutzen kann und das der Wissenschaft selbst egal sein kann. Hier könnte ihm z.b. Immanuel Kant (Kritik der praktischen Vernunft) klar machen, dass er sich dieser Verantwortung der Wissenschaft nicht einfach entziehen kann, denn so reduziert sich der Wissenschaftler auf den Status des fremdgesteuerten Techniksklaven. Zur Atombombe haben die Herren Einstein, Oppenheimer, usw. ja nicht einfach beigetragen, weil sie wissen wollten, wie laut es bumm macht und nachher dann ihren Fehler so immens bereut, eben weil die Wissenschaft in ihrer Elfenbeinblindheit keinerlei moralische Position entwickelt. Solange sie das weiterhin für unnötig hält, bleibt sie auch unfähig, die Menschen anzuleiten, sie braucht dringend selbst philosophische Anleitung.
Auch Herr Chopra macht sich das m.E. zu einfach, wenn er die Religion als veraltet und die Spiritualität als die natürliche Alternative deklariert. Denn worauf sich eine spirituelle Moral ohne Gott gründen soll, da gibt er einfach zu wenig Antworten. Ein wenig Humanismus oder die Antworten von Voltaire bzw. Nietzsche wären da sehr hilfreich...
Bei der Kernfrage nach einer Heilslehre (oder pragmatischer: Wo ist der Sinn bei all diesem?) steckt Herr Mlodinow komplett den Kopf in den Sand, da die Wissenschaft das einfach nicht für relevant hält. Lediglich die "Vernunft", die "objektive Neugier des Menschen" oder die "Suche nach der Wahrheit" als Grundlage einer mehrdimensionalen Weltdeutung anzuführen ist schlicht armselig. Herr Chopra denkt da schon viel weiter, doch dann zitiert auch er bekannte religiöse Vorstellungen, ohne schlüssig zu begründen, wie sich eine spirituell begründete Moral zu einer echten Heilslehre weiterentwickeln lässt.
Was dem Buch wirklich fehlt, ist eine umfassende Perspektive, die beide Positionen integrieren kann. Es ist doch nicht so schwer zu erkennen, dass die Wissenschaft nur die erkenntnistheoretische Dimension, jedoch nicht die moralische oder die Heilsdimension beantworten kann, während das Problem bei Herrn Chopra fast umgekehrt ist, erkenntnistheoretisch hat er offenkundige Mängel, moralisch und in Bezug auf die Heilslehre kann er viel altbekanntes anführen aber nicht systematisch begründen. Um solche systematischen Lösungen haben sich bereits Seneca, Konfuzius oder Aristoteles bemüht, ich finde es erschreckend, dass beide Autoren hier Nachholbedarf zu haben scheinen.
Fazit: Bei diesem Streit um philosophische Kernthemen fehlt ganz klar der eigentliche Experte im Ring: der Philosoph, denn sonst bleibt es beim altbekannten Grabenkampf...


Game of Thrones - Die komplette erste Staffel [5 DVDs]
Game of Thrones - Die komplette erste Staffel [5 DVDs]
DVD ~ Sean Bean
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 39,87

13 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele sind heutzutage mit wenig zufriedenzustellen, 2. August 2012
Die überenthusiastischen Jubelbewertungen (mehr als 5 Sterne, etc.) möchte ich bei dieser Serie in Frage stellen und eine
etwas ausgewogenere Kritik versuchen:

1. Zur Optik: Die Romanvorlage ist wirklich gut gemacht, das viele "Blut und Dreck des Mittelalters" kommen im Buch klasse herüber. Der Film hingegen orientiert sich optisch eher an einer Mischung aus Herr der Ringe und Die Tudors, es ist also vieles hübsch dekoriert, die Ritter glänzen in polierten Rüstungen, die Burgen sind sauber, die Frisuren fesch, selbst im Heerlager von Robert und nach diversen Schlachten haben alle noch saubere Klamotten (schaut Euch mal z.b. Gladiator am Ende seiner ersten Schlacht an, das ist Kampf!). Die Landschaften sind ganz nett aber nicht mehr als Durchschnitt (Herr der Ringe kann das viel viel besser). Die Mauer ist als einzige richtig gut geworden, obwohl man ihr leider häufig zu viel Computer ansieht. Mein Fazit: Das ist eine SCHLECHTE Umsetzung der Romanvorlage.

2.Zum Drehbuch: Es ist schwer, eine so gute Romanvorlage wie den ersten (englischen) Band von George Martin im Drehbuch schlecht zu schreiben, zumal der George Martin ja selber Drehbuchautor ist und das Drehbuch zumindest mitverfasst hat. Das ist meiner Meinung nach am besten gelungen, es bleibt spannend bis zum Schluss. Allerdings kommen die Längen des Buches (will Ned nun dem König dienen oder doch nicht oder wieder doch oder lieber doch nicht...) häufig auch als Längen im Film herüber, die Versuchung ist da, nach der 3. oder 4. Folge an eine ewige Familiensoap wie "Dallas" oder "Denver Clan" zu denken und einfach gelangweilt abzuschalten. Mein FAZIT: GUTES Drehbuch, hat Potenzial. Wer allerdings weiss, wie zäh die Bücher irgendwann werden und das heute keiner (auch G. Martin) so richtig weiss wie es ausgeht, bleibt vorsichtig. Ich habe zu viele Bücher mit tollem Beginn gelesen, die dann absolut grottig enden. Ich wünsche aber den noch erscheinenden 4-6 Büchern und dem Film das Beste.

3. Die Schauspieler: Viel Licht, viel Schatten
Sean Bean ist klasse, die Figur des Ned ist ihm wie ein zweiter Boromir quasi auf den Leib geschrieben und er bringt sie überzeugend herüber, vergleichbar mit JRM in die Tudors.
Tyrion (Peter Dinklage), meiner Meinung nach die Entdeckung der Serie. DAS IST TYRION, zynisch, verspottet und doch adlig, exakt wie im Buch. Beste Schauspielleistung.
Robs Familie: Blass, blässer am blassesten. Alle schlicht langweilig, spielen auf Dallas-Niveau. Leider dem Buch gar nicht so unähnlich. Der König ebenso langweilig besoffen wie die Buchvorlage.
Cersei Lannister: Guter Durchschnitt. Kann aber mit der Topliga nicht mithalten.
Jamie Lannister: Ein Zwilling seiner Schwester. Bemüht aber fade.
Littlefinger: Besser noch als im Buch. Gute Schauspielleistung, das schleimige Politikerimage bringt er gut herüber.
Varys: Ein Art Hofnarr, entspricht dem George Martin-Klischee: Je freakhafter die Charaktere, desto aufrichtiger sind sie in der Story. Gut geschauspielert.
Daenarys: Die größte Enttäuschung. Blass wie ihre Hautfarbe. Folgsam,schreckhaft,introvertiert. Selbst im Zorn wirkt sie noch wie eine 6jährige. Das ist NICHT die Daenarys aus dem Buch. Man sollte die Schauspielerin austauschen.
FAZIT: Gehobener DURCHSCHNITT mit diversen Aussetzern.

4. Gesamturteil aus meiner Sicht: 3 Sterne. Sehenswert, vor allem für Fantasy-Fans, es gibt allerdings m.E. auch weit bessere oder kultigere Serien im selben oder verwandten Genres (Rome,Firefly,die Tudors,Babylon 5, etc.)
Und nun: Feuer Frei (-:
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 16, 2013 12:14 PM MEST


Die Rückkehr des Drachen. Das Rad der Zeit 3 - Das Original
Die Rückkehr des Drachen. Das Rad der Zeit 3 - Das Original
von Robert Jordan
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wird erst richtig gut, wenn man es zum zweiten Mal liest, 28. Oktober 2011
Beim ersten Lesen wird hier nicht das Feuerwerk der ersten 2 Bände abgebrannt, doch in diesem 3. Teil wird vieles vorbereitet, was in späteren Bänden wichtig wird. Die inneren Spannungen in der weissen Burg, die nachher zum Umsturz führen deuten sich an, die Frage, wer wem trauen kann, hat was von einem Detektivroman und die schlimmsten Vermutungen der 3 Mädels sind für den wissenden Leser bedrohliche Realität, doch davon erfährt man in diesem Buch noch zu wenig. Die Ausgestaltung der Traumwelt, die Begegnung mit den Aiel, die ersten Machenschaften der Verlorenen, Rands schleichender Wahnsinn, etc. sind also etwas für Leser mit Geduld und Knobelfreude, sie werden aber in den Bänden 4 und 5 gut entwickelt und in diesen 3 Bänden ist der Spannungsbogen erst komplett. Ein hochklassiger Lesegenuss stellt sich erst beim zweiten Lesen ein, wenn man die ganzen Zusammenhänge kennt, die Jordan hier bereits elegant andeutet. Zum Ende hin wird es aber dann doch wieder spannend und actionlastig...
Was mich allerdings an diesem (deutschen) Band echt stört sind teils sehr sperrige Übersetzungen, die dazu auch noch völlig falsch sind, so als würde der Übersetzer deutsche Wörter hinzuerfinden. Aus dem englischen Quarterstaff (=Kampfstab) macht er einen Bauernspiess, aus dem Crossbar (=Parierstange eines Schwertes) wird der unsägliche "Querbügel", aus dem Leatherleaf (ein Gebirgsstrauch) gar ein "Lederblattbaum" und so hängt der gute Übersetzer bald einen unglaubwürdigen Satz an den nächsten. (Mit einem Bauernspiess besiegt der Bauer einen Meisterschwertkämpfer? In Gaststätten grunzen die Gäste so vor sich hin? (oder murren sie nicht doch eher?), etc.
Man kann diesen Band ganz gut querlesen, indem man sich nur die Stellen mit Rand, Mat, Verrin und Perrin durchliest, der Rest wird erst beim zweiten Lesen wirklich interessant. Auch wenn das hier ein etwas schwächerer Band der Reihe ist, das Niveau von Jordan müssen andere Kollegen (Hohlbein, Heitz, Goodkind, etc.) erst mal erreichen. Nicht jeder Band der Reihe kann ein Weltbestseller werden.


Die drei Musketiere
Die drei Musketiere
DVD ~ Luke Evans
Preis: EUR 5,55

58 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlechtester Musketier Film seit langem!, 6. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Die drei Musketiere (DVD)
Nachdem wir uns diesen Film gestern angesehen haben und ich eine Nacht drüber geschlafen habe, ist mein Ärger verraucht und ich versuche mal, den Film nüchtern darzustellen. Macht Euch trotzdem auf was gefasst:
Der Film versucht, seine Vorgänger auf 2 Arten zu übertrumpfen, durch den massiven Einsatz von Computertechnik und durch eine wahre Lawine an Top-Schauspielern. Doch beide Methoden bringen nichts, da der Film leider ein zu schlechtes Drehbuch hat. Die Geschichte hinter dem Special-Effects Gewitter enthält viele unlogische und dünne Veränderungen sodass man sogar den Top-Schauspielern Unglauben und ein deutliches Desinteresse anmerkt. Die größte Enttäuschung für mich war z.b. Christoph Waltz, der Richelieu derart lustlos spielt, dass man gar nicht glauben kann, er hätte mal in Inglorious Basterds den perfekt düsteren und erschreckenden Nazi gespielt. Selbst seine Wutanfälle zeigen Desinteresse des Schauspielers, es ist zum Heulen. Die 3 Musketiere sind leider nicht viel besser. Sie wirken müde, blass und unglaubwürdig, ihre Auftritte a la James Bond (sieht man im Trailer) das einzig ungewöhnliche. Lediglich Ray Stevenson kann ein wenig Spannung und der Kammerdiener der 3 ein wenig albernen Spass rüberbringen (Er nennt alle Musketiere Sire, statt Messieurs, aber das wird der 14-17 jährigen Zielgruppe wohl entgehen). Der Gipfel an Unglaubwürdigkeit ist der Teenie-Held D'artagnan und seine Teenie-Hofdame Constance. Beide können nahezu alles in ihrer jetzigen Rolle, sind überdreist und parlieren mit dem König wann, wo und wie sie wollen. Der König ist ein völlig übertriebener Geck (schade, der Schauspieler gab sich wirklich Mühe und war genial als Kaiser Augustus in Rome, seine Rolle hier wurde aber einfach schlecht geschrieben) und er bewundert D'Artagnans Kühnheit (ist das nicht mehr als albern?) wo er nur kann.
Mila Jovovich als Milady de Winter ist eine krasse Fehlbesetzung, die Gymnastik nimmt man ihr sofort ab aber Durchtriebenheit, Eleganz oder auch nur die sinistre Ausstrahlung ihrer Vorgängerinnen sind irgendwo im Drehbuch verlorengegangen, sie wirkt so original böse wie ein Latte Machiato vom Bäcker gegenüber.
Die vielen Logikfehlerchen sind nervtötend aber erträglich, stellvertretend nenne ich den "Gag" mit der vom Luftschiff aus ca. 1km Höhe fallenden Person im Rauschekleid, die direkt vom Tage später kommenden Kriegsschiff ihres Geliebten aufgefunden wird als wenn sie mal eben (im Rauschekleid) baden gegangen wäre.
Mads Mikkelsen als Rochefort ist einer der wenigen, der trotz äusserst banalem Drehbuch noch so etwas wie Spass an seiner Rolle entwickelt und aus der miesen Vorlage einige Lichtblicke hervorzaubert. Kompliment, er lässt sich nicht von der allgemeinen Banalität anstecken.
Orlando Bloom ist als Bösbert leider wieder eine Fehlbesetzung. Als D'artagnen wäre er wesentlich besser gewesen, das kann er einfach gut. Aber als Böser Gegner spult er ein paar Sprüche als lauwarme Modegags ("Heute trage ich violett, und Ihr Majestät? Ha Ha Ha") lustlos herunter so als wäre er lieber in der Karibik geblieben.
Soweit die Einzelheiten, mein Fazit:
Wer in den Film geht braucht viel Popcorn, der Film ist ein bombastisches Effektgeballere mit vielen kitschig-optischen Anspielungen auf bessere Actionvorgängerfilme. Das Effektgewitter übertüncht eine dünne Teeniestory und bietet Top-Schauspieler, die meist unter ihrem Niveau spielen (müssen). Ich empfehle die DVD für Sammler, wenn sie ca. 4,99 kostet oder für Fans von Bombastfilmen. Ach ja, die Kulissen im Zimmer Richelieus sind wirklich sehenswert.
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 1, 2013 1:43 PM CET


Sieben Wochen, sieben Sprachen
Sieben Wochen, sieben Sprachen
von Bruce A. Tate
  Taschenbuch
Preis: EUR 34,90

48 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Crashkurs in modernem Programmieren, 7. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Sieben Wochen, sieben Sprachen (Taschenbuch)
Ein sehr guter Programmierer sollte mindestens einmal im Jahr eine neue Sprache lernen, denn Sprache ist ein Weg, das Denken zu erweitern. Immer mal wieder legen O'Reilly bzw. die Pragmatic Programmers einen Titel auf,der vom Konzept und von der Ausführung her weit vor aller anderen IT-Literatur liegt, sozusagen ein Buch aus der nahen Zukunft. Dies ist so ein Juwel, ein Buch welches in 7 Programmiersprachen gleichzeitig einführt und dafür sorgt, dass sich alle 7 ergänzen mit dem Ziel, moderne Programmierkonzepte direkt an der Sprache zu illustrieren, die sie eingeführt hat. Ob es wirklich notwendig ist neue Konzepte wie Funktionale Programmierung statt OOP zu lernen, sei mal dahingestellt. Auch heute noch interessiert die OOP im Bereich Mikrocontrollerprogrammierung oder Automatisierung industrieller Abläufe immer noch nur am Rande, obwohl die OOP angeblich schon wieder Out ist. Und Autos, Waschstraßen oder Fabriken laufen weiterhin so effizient strukturiert und prozedural wie bisher. Auch Linux wird unverschämterweise nur mit C modular entwickelt. Also Vorsicht beim Übernehmen von Guru-Doktrinen. Sie gelten, wenn überhaupt, dann nur für Teilbereiche der Programmierung.
Das Buch führt von der "alten" OO-Programmierung mit Ruby über diverse Konzepte hin zur reinen funktionalen Programmierung, indem es jede Woche eine Sprache einführt, die die neuen Konzepte auf eine andere Weise nutzt. Dabei versucht der Author, den Charakter der Sprachen zu verdeutlichen, indem er sie mit Filmhelden vergleicht. Die einzelnen Stationen sind: Ruby (Mary Poppins, OP für Fans mit einem Hauch FP), Io (Ferris Bueller aus Ferris macht Blau, Coolstmögliches Lisp-artiges OO durch Prototypisierung), ProLog (Rain Man, logische Programmierung ohne OOP oder FP), Scala (Edward mit den Scherenhänden, die eierlegende Wollmilchsau von heute, Mixt OOP mit FP), Erlang (Agent Smith aus Matrix, Brutal-effektive Funktionalisierung mit eigener VM), CloJure (Yoda, ultramächtiges Lisp auf der JVM, kann einfach alles, wenn du die Macht verstehst, Luke) und Haskell (Spock, Die reine Forschung, puristisch und unserer Zeit immer noch weit voraus).
Bei jeder Sprache wird zunächst 1 Tag mit dem Interpreter gespielt, dann 1 Tag Datenstrukturen und Kern-Sprachelemente eingeführt und am 3ten Tag mit einem Kleinprojekt genauer auf das eingegangen, was die Sprache besonders gut von allem weiteren Unterscheidet. Jeder dieser Tage ist heftig, also Steilkurs statt Langweilertutorial. Man wird damit natürlich keine der 7 Sprachen detailliert lernen, man wird überall einmal tief eintauchen und man kann feststellen, was einem besonders liegt. Am Ende hat man dann einen tollen Überblick über alles, was auf uns in den nächsten Jahren zukommt.
Ich fand es toll und inspirierend, quasi die Entwicklungen der letzten 10 und wohl auch der nächsten 5 Jahre im Wirbelwind mitzubekommen.
Das Buch hat aus meiner Sicht 2 Schwächen, die sich aus der Ausrichtung des Autors ergeben:
1. Der Autor versucht, weitgehend unparteiisch zu bleiben und Schwächen wie Stärken der Sprachen mit herauszuarbeiten. Das klappt auch, nur bei Ruby merkt man zu deutlich, dass der Autor eine Ruby-Programmierfirma hat und daher hatte ich ständig den Eindruck einer Ruby-Werbeveranstaltung. Natürlich ignoriert er sowas wie Python, was hier besser gepasst hätte, er kaschiert den steilen Abstieg von Ruby nach dem Rails-Hype und stellt überrascht fest, dass die Ruby-Schwächen quasi unbedeutend sind. Das ganze Kapitel gehört m.E. gar nicht in das Buch, da Ruby statt eines neuen Ansatzes eher die Maximalentwicklung des OOP-Konzeptes darstellt.
2. Der Autor interessiert sich bei Plattformen nur für Sprachen auf der Java Virtual Machine und ignoriert die gesamte Microsoft- und CLR-Welt. Das ist mehr als schade, denn diese Welt beschäftigt sicher einen großen Teil der Programmierer. Statt Rubykuscheln etwas C# / F# hätte die Glaubwürdigkeit des Buches sicher noch erhöht. Statt Io wäre auch JavaScript kein Fehlgriff gewesen, um Prototypisiertes OOP darzustellen.
Trtoz dieser Kritikpunkte finde ich das Buch unbedingt lesenswert und habe es mir nochmals als pdf bestellt. (Und quälte mich 4 Stunden damit, das pdf auf 2 Rechnern und meinen Reader zu authorisieren, verfluchter Ciando-Adobe-DRM-Fuck). Die Deutsche Ausgabe ist hervorragend übersetzt, das Layout sehr angenehm zu lesen und der ganze Ansatz einfach fesselnd.


Linux-Server einrichten und administrieren mit Debian 6 GNU/Linux (Galileo Computing)
Linux-Server einrichten und administrieren mit Debian 6 GNU/Linux (Galileo Computing)
von Arnold Willemer
  Broschiert

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vorsicht: Fehler da wo man sie nicht braucht, 3. August 2011
Das Buch ist gut geschrieben (damit meine ich den Erzählstil) aber schlampig recherchiert.
Man merkt, dass Herr Willemer meint, sich schnell einarbeiten zu können aber zuwenig Praxis im
selbst gewählten Thema hat. Hinzu kommen diverse Tippfehler in den Befehlen, die speziell die Zielgruppe (Anfänger und Aufsteiger) in den Wahnsinn treiben können.
Ein Beispiel: Ein Backup-Skript wird laut Buch (S.758) mit "tar czfg dasi$(date +%F).tgz woche$(date +$U) /home" geschrieben.
Das läuft aber nie, weder auf der Kommandozeile noch in der crontab (also da, wo das skript eigentlich hingehört).
Es läuft nicht auf der Kommandozeile, da statt +%U sich der Tippfehler +$U eingeschlichen hat.
Es läuft erst recht nicht im cron, da der Cron % als NewLine-Charakter liest und abstürzt ohne sich zu melden.

Statt: "tar czfg dasi$(date +%F).tgz woche$(date +$U) /home"
Also: "tar czfg dasi$(date +\%F).tgz woche$(date +\%U) /home"

Das treibt a) den Leser in den Wahnsinn (Wären Sie drauf gekommen?) und zeigt
b) dass Herr Willemer seine Skripte nicht sorgfältig testet. Offensichtlich hat er das nie im cron laufen lassen.
Gerade beim Backup ist Sorgfalt essentiell. Leider ist das nicht das einzige Problem in diesem Buch, daher: VORSICHT!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 24, 2013 2:52 PM CET


Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell
Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell
von George R.R. Martin
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

11 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Martin versus Eriksson, 5. Juni 2011
Da viele hier George Martin (Song of Ice and Fire) und Eriksson (Tales of the fallen of the Malazan Empire=Das Spiel der Götter) quasi für den Gipfel der neueren epischen Fantasy halten, erzähle ich hier nicht zum 100sten Mal, was an Martin so toll ist, sondern versuche mich mal an einem Vergleich der beiden, denn sie sind grundverschieden. Man könnte zu diesem Olymp auch R. Jordans Rad der Zeit hinzunehmen, doch er hat teils sehr ähnliche Macken wie George Martin und eignet sich nur schwer zum Vergelich, während Eriksson vieles anders macht.
1. Hintergrundwelt: Martins Welt ist stark inspiriert von England zur Zeit der Rosenkriege, allerdings gewürzt mit einigen Fantasy-Elementen. Es geht also um Ereignisse, die sich in einer Generation abspielen. Das erzeugt einen sehr dichten Plot, der leider daran krankt, dass George Martin sein Finale nicht fertigbekommt und seit vielen Jahren eine "kreative" Pause einlegt. Fast dasselbe hat Jordan auch gemacht, er hat statt des Finales plötzlich begonnen, Füllbände zu schreiben und ist auch noch darüber verstorben. Bedenkt man, dass das Lied von Eis und Feuer eigentlich eine Trilogie werden sollte, so wirken seine letzten Bände genau wie bei Jordan wie Füllmaterial um noch mehr Geld zu scheffeln, ich fühle mich dabei langsam verschaukelt.
Eriksson entwirft das komplette Gegenteil, eine unglaublich große und komplexe Welt mit Ereignissen aus einer Spannbreite von 300.000 Jahren auf mehreren großen Kontinenten, die Handlung der Gegenwart ist thematisch durch die Expansion des malazanischen Imperiums verbunden, wodurch uralte Flüche und Handlungsstränge neu aufgewirbelt werden. Damit geht er auch noch weit über den Entwurf von Mittelerde hinaus, ohne allerdings Tolkiens fast mythische Detailgenauigkeit, Sagenwelt oder Kulturvielfalt zu erreichen. Eriksson ist ein verläßlicher Autor, er führt die vielen Plots meisterhaft im Finale zusammen und ist bereits fertig, sein 10ter Band ist bereits erschienen.
2. Charakterzeichnung
Martins große Stärke ist die stringente und dichte Charakterisierung seiner Hauptpersonen, die schillernd, plastisch und authentisch interagieren. Seine Personen treten förmlich aus den Seiten hervor so gut und deutlich sind sie beschrieben. Umso schmerzlicher wird es dann, wenn er Hauptcharaktere ab etwa der Mitte seines Zyklus überrachend sterben lässt. Manche macht dieses unmotivierte "aus der Handlung reißen" so betroffen, dass sie das Lesen mit dem Tod eines Charakters beendet haben. Es ist in etwa so, als wenn Aragorn von Denethor kurz vor der Schlacht von Minas Tirith verraten und Eowyn von Faramir nach der Schlacht vergewaltigt wird. Also nicht klassiche Fantasy sondern dunkelstes Mittelalter mit viel Licht und viel Schatten.
Eriksson beschreibt seine Charaktere ebenfalls detailliert und auch anspruchsvoll. Die Dialoge sind tiefsinnig und elegant. Da der Hintergrund der Charaktere am Anfang nur selten erklärt wird wirken seine Charaktere zu Anfang rätselhaft und wachsen einem erst langsam, dafür dann richtig ans Herz. Es ist so, als wenn die Charaktere im ersten Buch erst grob skizziert, im zweiten dann schwarz-weiss ausgemalt und im 4ten farbig mit wunderbarer Tiefe. Hinzu kommt, dass die Geschichte seiner Welt derart wuchtig und beeindruckend ist, dass Charaktere dahinter immer etwas zurücktreten. Auch Eriksson lässt seine Charaktere sterben, holt sie dann aber verblüffenderweise aus dem Totenreich zurück oder lässt sie gar zu Göttern aufsteigen, sodass man sich beruhigt eine beliebige Lieblingsfigur aussuchen kann, ihr Schicksal ist ebenso unvorhersehbar wie bei Martin aber sie bleiben trotzdem Teil der Handlung.
3. Sprachstil und deutsche Übersetzung
George Martin hatte in der Erstauflage einen wirklich guten Übersetzer, der zwar nicht so genial arbeitet wie M.Carroux bei Tolkien aber die Geschichte sorgfältig und gut übersetzt. Da es hier um ein Fantasy-England geht ist es logisch, dass viele Namen Englisch sind. So kommen Martins Stil und seine Dialoge sehr gut rüber und die Charaktere bleiben auch auf Deutsch voller Saft und Kraft. Leider gilt das NICHT für die aktuelle Auflage da man englische Namen in einem Fantasy-England dämlicherweise eindeutscht (Robin Hood nennt man dann z.b.: Robin Kapuze) und dadurch die Geschichte verhunzt.
Die Übersetzung ist bei Eriksson auch ziemlich unglücklich aber aus anderen Gründen: Eriksson schreibt tolles und anspruchsvolles Englisch und die Namen seiner Charaktere sind (auf Englisch) sehr gut gewählt. Leider bekommt der Deutsche Übersetzer die vielen Anpielungen und Hintergründe irgendwie nicht mit und so verlieren die Dialoge an Qualität und an Hintersinn. Will man Eriksson also wirklich genießen so kommt man nur schwer um das englische Original herum. Beispiele:
Aus 'Tattersail' wird 'Flickenseel'. Oder die Textstelle: '... he is named Tool' - 'How apt', smiled Lady Envy. wird auf Deutsch zu: "...dieser hier trägt den Namen Tool". "Angenehm..." antwortete Lady Missgunst.
Zum Glück gilt das nicht für andere, sowohl die Erstübersetzung von Tolkien als auch die Zweitübersetzung von Jordan (Pieper Verlag) sind richtig gut und auf Deutsch ebenso ein Genuss.
4. Fazit:
Mir persönlich gefällt Eriksson klar besser als George Martin, da er eine viel weitere Dimension in seiner Geschichte aufmacht und sein Plot absolut unvorhersagbar ist. Das ist pure epische High-Fantasy. Eriksson haut uns allerdings gleich zu Beginn eine enorme Vielfalt von schwer durchschaubaren Charakteren um die Ohren und erwartet Geduld, bis man versteht, was passiert. Doch bereits ab dem 2ten Band nimmt die Geschichte einen völlig faszinierenden Verlauf, der einfach nur noch fesselt, wenn Steinzeit, alte Geschichte und Jetztzeit miteinander verschmelzen und Götter in die Geschichte genauso hineinwirken wie die Hauptpersonen. Da man mit jedem Buch mehr und mehr durchschaut und versteht werden die Geschichte und die Motive der Hauptpersonen stetig klarer und das Ganze wurde schon von mehreren mit der Spannung und der Vielschichtigkeit einer großen Symphonie verglichen.
George Martin macht es umgekehrt, er gewinnt durch seine schillernden Charaktere und die dichte Stimmung in den Anfangsbänden. Der Plot ist sehr schnell klar, doch George Martin hört nicht auf, immer wieder und immer mehr neue Charaktere und Nebenmotive einzufügen und nervt irgendwann, wenn er bereits gut aufgebaute Charaktere ohne Sinn sterben lässt und trotzdem einfach nicht fertig werden will, das heisst, ich finde die Handlung zunehmend unklarer, die Motive der Charaktere verwirrender und dann hängt momentan bei ihm auch noch alles in der Luft...
Kommentar Kommentare (26) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 9, 2013 9:56 PM CET


SQL von Kopf bis Fuß
SQL von Kopf bis Fuß
von Lynn Beighley
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,90

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für blutige Anfänger gut_für Fortgeschrittene enttäuschend, 2. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: SQL von Kopf bis Fuß (Taschenbuch)
Die Qualität der Kopf bis Fuss-Buchreihe ist sehr unterschiedlich.
Es gibt Top-Exemplare mit absolut innovativen Ansätzen wie z.b.: für Python oder Software-Entwurf die einen Anfänger bis fast zum Profi führen und es gibt Anfängerbücher die nicht mal auf ein mittleres Niveau kommen. Bedenkt man die happigen Preise für die aufwändige Buchgestaltung so kann man sich bei magerem Inhalt durchaus auch ganz schön ärgern. Dieses SQL-Buch gehört für mich zur schwierigeren Kategorie. Nicht deswegen weil Datenbanken und SQL schnell abstrakte und theorielastige Themen werden können. Sondern das Problem hier liegt im Konzept des Buches: Eine langwierige Einfühurng hin zur Frage, warum man Datenbanken braucht und nicht Excel nimmt und sehr ausführliche Beispiele täuschen schnell darüber hinweg, dass hier nur SQL-Grundlagen und ein wenig veraltete Modellierungstheorie vermittelt werden. Das Buch ist geeignet für Leute mit NULL Einsteigerwissen und es führt einen auf ein gehobeneres Anfängerniveau. Professionelle Applikationen lassen sich damit aber nicht unbedingt schreiben. Der Schreibstil ist angenehm aber auch sehr ausführlich und vor allem für diejenigen geeignet, die sich mit dem Verständnis von Datenbanken oder dem relationalen Konzept im Allgemeinen schwer tun. Modernere Modellierungen wie Hybride Verfahren, Business-Intelligence Ansätze oder auch Abgleiche zwischen Datenständen hätte ich auch gar nicht in einem Anfängerbuch erwartet. Von Views, Stored Procedures oder Triggern will ich auch gar nicht erst anfangen, das liegt nicht im Bereich dieses Buches. Aber zumindest typische Abfragen, die man in der Praxis häufig braucht, wie z.b. Differenzabfragen oder komplexere Aggregationen, Updates und auch Inserts mit Outer-Joins, Kombination von SQL-Teilklauseln in Hochsprachen oder Erzeugen von sicherem SQL hätte ich aber schon erwartet.
All das FINDEN SIE HIER KAUM! Die ersten Kapitel handeln erstmal davon, was man in bzw. mit EINER Tabelle machen kann. Ein INNER Join ist schon etwas besonderes und kommt erst in den späteren Teilen vor.
Mein Fazit: Wollen Sie schnell zu praktischem SQL kommen so lohnt es sich nicht unbedingt, die vielen hundert Seiten hier durchzuackern. Das seit Ewigkeiten auf dem Markt befindliche SQL-Standardtaschenbüchlein von Herrn Kuhlmann bietet weitaus mehr für weitaus weniger Geld. Wenn Sie aber gründlich und ausführlich verstehen wollen, weshalb das relationale Konzept so dominant ist und weshalb SQL vermutlich jede aktuelle Programmiersprache noch um Jahrzehnte überleben wird ist das Buch geeignet. Auch einfache Datenbanken werden sie damit gut bauen und auswerten können. Aber bereits für das Abiturwissen im Fach Datenbanken (z.b. in Beruflichen Gymnasien oder im Informatikstudium) benötigt man mehr Inhalt. Professionelle Programmierer werden hier eine Menge vermissen und sollten sich nach den Referenztiteln umsehen. Für Leute, die etwas ähnlich hippiges aber mit schnelleren Ergebnissen suchen und sehen wollen, ob die Japaner sowas genauso gut können, bietet sich der "Informatik Manga:Datenbanken" an.


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