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Rezensionen verfasst von
Christian Herwig "christianherwig2" (Essen)
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Führen Leisten Leben: Wirksames Management für eine neue Zeit
Führen Leisten Leben: Wirksames Management für eine neue Zeit
von Fredmund Malik
  Taschenbuch

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut zu lesen, schwierig anzuwenden, 8. April 2007
Für dieses Buch hat Herr Malik viel Lob geerntet und das durchaus verdient.
Ich bin allerdings nicht einfach nur begeistert, denn ein gutes Managementbuch sollte nicht einfach erstklassige Theorien bringen sondern auch das Verhalten der lesenden Manager ändern können. Und genau dafür ist mir Herr Malik häufig zu abstrakt.
Beispiele?
-- Er räumt sehr überzeugend mit dem Vorurteil auf, durch Reorganisation seien tolle Steigerungen der Leistungsfähigkeit zu erreichen. Schön, Toll, doch wie weiter? Nicht reorganisieren ist auch keine Leistungssteigerung, höchstens ein Erhalt der Leistung. Oder?
-- Was haben die besten XX Manager der deutschen Wirtschaft charakterlich oder vom Führungsstil her gemeinsam? Nichts, ausser ihrer Wirksamkeit. Wieder Toll. Eine faszinierende Erkenntnis. Doch was fängt man damit an?
-- Politik im Unternehmen ist eine wichtige Komponente des Überlebens für einen Manager. Klar. Richtig. Doch wie wehre ich mich gegen böse Politik, wie mache ich gute, wie erkenne ich die wahren Absichten meiner allseits geschätzten Management-"Kollegen"?
So in diesem Stil sammeln sich viele Erkenntnisse an. Irgendwie gut, wichtig, ja, aber dann doch schwer umsetzbar. Träges Wissen nennt man das in der Lerntheorie.
Daher ist dieses Buch nicht so sehr das optimale für einen Jungmanager sondern eher was für alte Hasen, die bereit sind, ihre Management-Vorurteile mal gründlich auf den Prüfstand zu stellen.


Die dunkle Königin. Das Lied von Eis und Feuer 08
Die dunkle Königin. Das Lied von Eis und Feuer 08
von George R.R. Martin
  Taschenbuch

70 von 149 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kennt ihr den dümmsten Spruch der Fantasy?, 2. April 2007
"Dieses Werk ist so toll, es ist nur noch mit dem Herrn der Ringe zu vergleichen."
Ich habe so ca. 20 Bücher mit diesem Klappentext. Und wisst ihr was? KEINES davon ist mit dem Herrn der Ringe zu vergleichen.
Auch Herr Martin scheint auf den Jordan-Geschmack gekommen zu sein. Unerwartete Wendungen en masse, bis hin zur völligen Unglaubwürdigkeit sollen Realismus erschaffen. Doch so war es nicht, die Rosenkriege (sein historisches Vorbild) waren größtenteils berechenbar und die "unglaublichen Wendungen" hielten sich durchaus in engen Grenzen. Nur der Leser reibt sich die Augen und versucht sich verzweifelt, diese hyperaktiven Haupthelden vorzustellen. Jeder für sich hat einzeln betrachtet bereits Freakstatus inne, den es historisch nie hätte geben können.
Stellt Euch nur mal die Memoiren von Königin Cersei bis zum aktuellen Band vor. Keine Königin dieser und benachbarter Fantasywelten hat so viel hin und her, auf und ab, Bettchen rein, Bettchen raus mitgemacht. Kein Wunder, das sie langsam abraucht. Oder Tyrion, der perverse PrinzenHofnarrkönigsmacherfrauenschändervatermördermeisterstrategenzwerg hat immer noch nicht genug herumgefieselt als das er langsam echt öde würde.
Mit was bitte ist das bei Tolkien zu vergleichen?
Nach den echt tollen Anfangsbänden kommt hier der seit Jordan bekannte Abnutzungseffekt immer massiver zum Tragen.
Lieber George R.R. Nach 10 Jahren sollte es reichen mit dem Lied von Eis und Feuer. KOMM DOCH MAL BITTE ZUM PUNKT.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 30, 2010 11:42 AM MEST


Der 8. Weg: Mit Effektivität zu wahrer Größe
Der 8. Weg: Mit Effektivität zu wahrer Größe
von Stephen R. Covey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

20 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut. Sehr gut. Aber nicht aller Glanz aus USA ist Gold..., 1. April 2007
Wir sind uns einig: 7 Wege zur Effektivität ist geradezu unheimlich gut und jetzt bereits ein echter Klassiker.

Was erwartet man nun beim 8ten Weg? Eine vergessene Facette des ersten Buches? S.Covey schreibt selbst: Der achte Weg ist eine dritte Dimension für die anderen 7 Wege. Klar, etwas fehlt, wenn man "nur" effektiv ist. Wahre Größe bedingt nach Covey eine "innere Stimme", gleichsam eine religiöse Überzeugung von etwas.

Und hier ist mein einziger Kritikpunkt: Firmenführung mag in USA mit religiösem Pathos funktionieren, nicht so bei uns. Wenn bei "Mission" und "Vision" den Amerikanern die Augen leuchten, so sollten Asiaten, Europäer und speziell wir Deutsche durchaus mal nach den Folgen fragen.

Gesunde Skepsis gegenüber dem was man beruflich tut, ist m.E. durchaus gesund und angebracht. Wir befinden uns in einer Zeit der nahezu kritiklosen Übernahme amerikanisch-wirtschaftlicher Kulturelemente und Heilsbotschaften in unsere Kultur. (Man achte nur mal auf die deutsch-englischen Wortungetüme des berühmten Rezensenten weiter unten.)

Man sollte aber hier nicht nur filtern, sondern auch danach genug Distanz walten lassen.

Unsere Erfolgsmodelle (Aldi, Allianz, Arvato und Co.) haben und brauchen andere Führungseinstellungen.

Unbestritten ist das Buch von S. Covey aber auch mit geeigneter Distanz unbedingt lesenswert.


Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
von Stephen R. Covey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlich. Nahezu Jeder gibt 5 Sterne. Ich würde 6 geben, 1. April 2007
Das ist selten und fast ein wenig unheimlich: alle scheinen sich einig zu sein. Ich gehöre auch dazu, obwohl ich sonst sehr kritisch bin. Aber S. Covey schreibt einem sofort ins Innerste. Ein Zitat könnte dies klar machen:
"Ein Mann kam zu mir und klagte: Meine Frau und ich haben nicht mehr die gleichen Gefühle füreinander. Ich glaube, ich liebe sie nicht mehr. Was kann ich tun?" ... Ich riet ihm: "Liebe sie!" ... "Warum?"
Reaktive Menschen machen aus Liebe ein Gefühl: Sie lassen sich davon treiben.
Pro-Aktive Menschen machen aus Liebe ein Verb. ... Verlorene Liebe kann man wiedergewinnen, indem man etwas tut. Daher: Liebe sie. Höre ihr Zu. Schätze sie. Bestätige sie. Falls das nicht mehr geht, bist Du dazu nicht bereit und solltest die Verantwortung vor allem bei Dir selbst suchen."

Nur das Nachdenken über diese Sätze hat meine Einstellung und mein Verhalten geändert und es hat eine monatelange Beziehungskrise mit meiner Frau in 24 Stunden gelöst.
Muss man über das Buch mehr sagen?


Mit Schülern klarkommen - Professioneller Umgang mit Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikten
Mit Schülern klarkommen - Professioneller Umgang mit Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikten
von Gert Lohmann
  Taschenbuch

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein seltenes Juwel, 23. März 2007
.. was sagt man dazu?
Ein Pädagogik-Buch, welches
--> Vom Praktiker kommt und nicht vom Ideologen,
--> Systematisch und empirisch fundiert aufgebaut ist,
--> Kein Tips&Tricks-Katalog ist, sondern eine komplette Strategie entwirft,
--> Ein aktuelles und brennendes Problem angeht.

Warum gibt es von solchen Werken nicht mehr, warum kommen auf 3 Bücher wie dieses hunderte von unnützen Pädagogik-BlaBla-Büchern?

Mein Fazit für dieses Buch:
Uneingeschränkt empfehlenswert. Kaufen.


simplify your life: Einfacher und glücklicher leben. Die sieben Wege zu einem Leben ohne Ballast
simplify your life: Einfacher und glücklicher leben. Die sieben Wege zu einem Leben ohne Ballast
von Werner Tiki Küstenmacher
  Audio CD
Preis: EUR 12,95

17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weil simple simply simple is..., 23. März 2007
Wenn es sowas wie die goldene Zitrone für unangebrachte Anglizismen gäbe, hier ist ein toller Kandidat.
Also, ich habe versucht, mein Leben mit diesem Buch zu "simplifyen". Das ging gründlich daneben. Dieses Buch hat eine Wirkung wie 12 destillierte Reader's Digest Kolumnen hintereinander. Grossmuttters Praxisrezepte, aneinandergehängt ohne Sinn und innere Struktur. Hübsch, wie die Cartoons ein Lebenshaus malen, wo man über Aufräumen, Finanzen, bis hin zur Liebe alles "simplifyen" kann. Mein Leben entlang einer Wäscheleine säuberlich aufgehängt, das wäre toll, oder?
Falls ihnen so ein Konzept auch irgendwie abstrus, künstlich oder gar abschreckend erscheint, wissen Sie genau, weshalb das Buch sie auch anöden wird. Das können andere besser, von der "Bärenstrategie" über "Wie ich die Dinge geregelt kriege" bis hin zu "7 Wege zur Effektivität".
Wenn man das Buch kauft, dann wegen der tollen Bildchen. Zeitplanung mit Comics, eine echte Seltenheit. Der Rest ist Zeitverschwendung mit schicken Anglizismen. Read in and find out.


Zeitmanagement mit Microsoft Office Outlook, m. DVD
Zeitmanagement mit Microsoft Office Outlook, m. DVD

204 von 224 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Spiel ich mit Outlook in der Nacht...., 23. März 2007
Die Idee des Buches scheint gut, das bekannteste Terminplanungsprogramm und einer der bekanntesten Zeitgurus (oder sein Adlatus) erklärt es uns. Ist diese Mischung gut?
Meine Erfahrungen sagen: NEIN. Formal sieht das alles sehr schick aus und ich kann noch viel mehr in Klickibunti-Outlook planen als ich jemals gedacht hatte. Doch ich komme keinen Deut besser weg mit meinem Aufwand. Es wird zwar ständig was umgebaut, umgeplant, neu eingefärbt, und immer wieder die "25.000 Dollar-Methode" benutzt, doch immer noch hechele ich dem chaotischen Tag mit Outlook hinterher, ohne dass alles substanziell besser wird. Warum?
Outlook organisiert meinen Tag zwar bunter und automatisierter aber nicht besser als die meisten Papierplaner. Wenn ich Emails lese, versuche ich immer noch, diese möglichst schnell zu erledigen, da sie ja in 5 Minuten erledigt werden können, doch dann brauche ich doch viel länger, es kommt was dazwischen, etc. Wenn mein Tag blau ist (für den "Lebenshut" Vater) mache ich was mit meinen Kindern abends, sonst eben nicht, weil da habe ich ja den nächsten Lebenshut auf? Tja, da kennen Sie meine Kinder schlecht. Oder meine Frau. Oder meine Freunde. Oder meinen Boss.
Gegen dieses Dilemma kämpft Herr Seiwert in diesem Outlook-Gebetsbuch wie Don Quichote mit immer mehr Planung an. Doch statt zu fragen, ob man hier überhaupt in die richtige Richtung denkt, versucht er uns von 100km/h auf 110 km/h zu beschleunigen, indem wir immer mehr Planungs-Turnübungen absolvieren. Die heissen zwar schick Wochenplanung, Tagesplanung und Lebenshüte aber sind deswegen genauso wirkungslos wie noch mehr Aufgabenlisten auf Papier.
Viel besser wäre es, über unseren Kopf, unsere Arbeitsblockaden und den Umgang mit echtem, täglichen Chaos nachzudenken. Und genau das bietet dieses Buch nicht. Ich habe von einem anderen Buch viel mehr gehabt. Von "Wie ich die Dinge geregelt kriege" von Dave Allen. Denn der geht inhaltlich an das Problem heran, klärt sofort, dass Aufgaben und Termine nicht in das gleiche Werkzeug gehören (Sakrileg gegen Outlook), fragt sofort, wie man denn physikalisch existenten Papierkram jemals mit einem PC-Werkzeug sortieren will. Dann räumt er mit dem Dogma auf, dass der Tag als ganzes "geplant" werden kann und beschäftigt sich mit der einzig relevanten Planungsfrage: Was ist der nächste Schritt bei meinem jetzt konkreten Tun und wie bekomme ich die 120 anderen Aktivitäten des Tages sinnvoll geregelt (=aus dem Kopf!)
Auch noch sehr störend bei Herrn Seiwert waren die nervtötenden, super-"coolen" Anglizismen vom "European Leader in Zeitmanagement-Consulting" über die "Meeting-Organisation" und das "Eisenhower-Prinzip" bis hin zum "Zeit-Management-Tool" Das Buch ist voll von solch schicken Unverständlichkeiten.
Fazit: Tolle Verpackung, Inhalt ist gut gemeint aber weitgehend wirkungslos. "Outlook: The missing Manual" wäre vielleicht ein besserer Titel gewesen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 15, 2011 9:30 AM CET


Der Wüstenplanet. Roman
Der Wüstenplanet. Roman
von Frank Herbert
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diesen Planeten kennen wir alle schon, 18. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Wüstenplanet. Roman (Taschenbuch)
Warum nur ist dieser Roman die Nummer 1 der Science Fiction, wo er doch gar nicht so viel Science enthält, sondern mehr an feudale Kämpfe im Mittelalter a la Rosenkriege erinnert?
Da wird ein Fürst mit einem Lehen beschenkt, vom Kaiser (ääh, Imperator) und muss ein feindliches Territorium, eben den Wüstenplaneten betreten. Dort angekommen fällt er einer Intrige zum Opfer und sein Sohn flieht in die Wüste, um nach allerlei Heldenabenteuern und Drachen(äääh, Sandwürmer)-Zähmungen sein verstoßenes Volk wieder zu finden und alsdann selbst König (ääh, Religionsführer) zu werden.
Was ist dran an so einer Geschichte, dass sie Millionen fesselt?
Ganz einfach, es ist die ULTIMATIVE GESCHICHTE vom Königssohn, der verstoßen wurde, in die Fremde ging, seine wahre Bestimmung sucht und wiederkehrt, um endlich doch großer König zu werden. Diese Geschichte gab es schon bei Artus, bei Moses, bei Jesus, bei Odysseus oder bei Aragorn und in vielen anderen Sagen. Wir Menschen suchen nach dieser Geschichte, als wenn wir immer von diesem Mythos träumen würden.
Frank Herbert ist es nun, wie Tolkien, wie den Evangelisten, wie den Dichtern des Mittelalters und der Antike nicht nur gelungen, die Geschichte neu zu erzählen, er bereitet sie für unsere Zeit neu auf, indem er den ewig mythischen Handlungsstrang in eine ferne Zukunft legt, die so weit entwickelt ist, dass sie wieder zu ihren feudalen Anfängen zurückkehrt. Diesesmal nicht mit dem mythischen Merlin und Drachen sondern mit der Bene Gesserit und den Sandwürmern "gewürzt". Moderne Belange, wie unsere Angst vor der Künstlichen Intelligenz oder vor der Vernichtung unserer Umwelt webt er derart geschickt ein, das die Geschichte neben dem Mythos auch einen Hauch Vision mitbekommt. So ist ihm das Ganze fesselnd, faszinierend und großartig gelungen. Wir kennen diese Geschichte bereits und trotzdem lesen wir sie, als wäre es das erste Mal und wir sind wieder 6 Jahre alt. Und sie schafft tiefe Zufriedenheit, denn am Schluss siegt die Gerechtigkeit, wie es sein sollte.
Meisterlich, nicht wahr?


Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte
Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte
von Oswald Spengler
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,00

25 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen und es lässt einen doch wieder los. . ., 18. März 2007
Ja, Herr Spengler hat ein Mammutwerk geschrieben, das aus seiner Zeit betrachtet, visionär war und uns neue Erkenntnisse brachte.

Doch bei allem Lob stolpere ich bei ihm immer wieder über Stellen, die dermaßen daneben sind, dass ich das Buch irgendwann zur Seite legte:

Beispiele: Über Mann und Frau (S.961 ff.) "Der Mann ... begreift die Kausalität, die Logik des Gewordenen nach Ursache und Wirkung. Das Weib aber ist Schicksal, ist Zeit... Eben deshalb bleibt ihm (dem Weib) das Kausalprinzip ewig fremd." und weiter unten: "Der Mann führt Schlachten ... Das Weib erringt seinen Sieg im Wochenbett. ... Deshalb verachtet das Weib diese andere Geschichte, die Politik des Mannes, die sie nie versteht, von der sie nur weiß, dass sie ihr die Söhne raubt."

Auch wenn das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen ist, zeigt es ein Frauenbild was exemplarisch ist für die dogmatische Argumentation des Herrn Spengler durch das ganze Buch hinweg. Alles ist einfach so, weil er irgendwelche Zusammenhänge sieht und andere ignoriert, so kann er über das Wesen von Millionen Menschen mit einem Satz urteilen, Geschichte nach seinem Gutdünken nochmal völlig re- und weginterpretieren, völlig undifferenziert, ohne kritische Abgrenzung zur Realität. Die Macht der Halbwahrheit ist hier sehr deutlich zu spüren, denn man muss sich im wahrsten Sinne des Wortes "aus seinem Bann lösen", Abstand zu seinen Thesen gewinnen.

Irgendwann auf diesen 1200 Seiten wird man dieser Art der Weltvereinfachung einfach überdrüssig, kann nicht mehr von Dingen lesen, die offensichtlich aus massiv tendenziöser Überinterpretation von Fakten im Lichte einer einzigen, der Spenglerschen, Wahrheit so zurechtgebogen wurden.

Wer also auch die Einseitigkeit dieser Argumentation nicht mag, den kann ich beruhigen: Man muss Herrn Spengler nicht gelesen haben, um sich Gedanken über den Untergang oder Fortbestand des Abendlandes zu machen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 30, 2013 9:51 AM MEST


Methoden für den Unterricht: 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende (Methoden und Arbeitstechniken, Band 1)
Methoden für den Unterricht: 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende (Methoden und Arbeitstechniken, Band 1)
von Wolfgang Mattes
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,95

120 von 129 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Urlaubskatalog ist kein Reiseführer, 18. März 2007
In diesem Buch gibt Herr Mattes seine gesammelten Methodeneinsichten wieder.

Da kommt einiges zusammen. Manche Methoden sind auch wirklich nützlich, etwa das Gruppenmixverfahren, was ich als Gruppenpuzzle kenne.

Aber eine Warnung vorweg: Probieren Sie das hier bloß nicht in der Oberflächlichkeit aus, mit der es beschrieben wird.

Das Buch ist mit seinen 120 Seiten einfach zu kurz, denn pro Methode gibt es maximal 2 Seiten. Eine Stunde wird ja nicht durch ihre Form gut, sondern durch die Stimmigkeit von Inhalt und Durchführung.

Leider fehlen hier durch die oberflächliche Darstellung viele Voraussetzungen, die inhaltlich erforderlich sind.

Ein Beispiel:

Ein Gruppenpuzzle sollte man nur mit Aufträgen machen, die alle exemplarisch zum gleichen Lernziel führen (wie z.B. die Erkenntnis: Ein Grundgesetz ist keine Verfassung). Da das selten beachtet wird, gehen Gruppenpuzzles meist schief, vor allem in Lehrproben. In anderen Büchern stehen nur zu dieser Methode mehr als 30 Seiten und nicht die 3 Absätze auf einer Seite, die Hr. Mattes für ausreichend hält.

Da die vielen Methoden einfach zu knapp erklärt sind, muss ich vor dem Buch eher warnen. Es gibt hier einfach zu viele Stolperfallen.

Das Buch taugt eher als Index für andere Bücher, die Sie dann aber auch kaufen müssten.

Fazit: Hier wurde des Guten einfach zuwenig getan. Leider nur zu oberflächlich und für einen akzeptablen Index fehlen viele gute Methoden. Und das es kein Literaturverzeichnis mit weiterführenden Büchern oder eine vernünftige Quellenangabe gibt, ist gerade bei diesem Buch wirklich ärgerlich.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2014 12:04 PM CET


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