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Beiträge von Katrin Herz
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Rezensionen verfasst von
Katrin Herz "Katrin" (Berlin)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Herbert, sitz!: Männer sind wie Hunde - ein Erziehungsratgeber
Herbert, sitz!: Männer sind wie Hunde - ein Erziehungsratgeber
von Elke Morri
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen provokanter Titel – lustiges Buch. Männer bei Fuß!, 17. Juni 2013
Wer kennt nicht den Ärzte-Song "Männer sind Schweine", und natürlich haben (hoffentlich!) alle verstanden, dass sich in diesem Song ironische Übertreibung mit kleinen Wahrheiten wunderbar mischt. Gerade das macht ja den Reiz des Songs aus: Es wird die Wahrheit ins Unendliche überspitzt und bekommt dadurch gerade seinen Wert. So sollte Satire sein.

Dieser Ratgeber zur "artgerechten Haltung" von Männern ist viel: polemisch, unterhaltsam, witzig, ironisch, übertreibend, angriffslustig, männerprovozierend, schlicht: urkomisch. Die Idee: Männer gibt es in allen möglichen Formen und mit allen nur denkbaren Charaktereigenschaften – und letztlich lassen sich diese unterschiedlichen Typen sehen wie einzelne Hunderassen und deren ganz typische Eigenarten. Da liegt es doch auf der Hand, dass Frauchen seinen Vier- äh Dreibeiner richtig verstehen lernt und erfährt, wie er zu "handeln" ist.

Schön finde ich an diesem "Erziehungsratgeber", dass er sich (wie das Vorwort sagt) tatsächlich an "Männerliebhaberinnen" richtet. Und tatsächlich ist das Buch auch so zu lesen, nämlich als lustiger Ratgeber von einer Frau für Frauen. Die witzige Grundidee nimmt den Ernst im Leben zwischen Frau(ch)en und Rüden (den "Herberts" dieser Welt eben, wie Elke Morri sie nennt) eben etwas herausnimmt, indem es dieses Leben auf die Schippe und die Männer wie kleine Schoßhündchen auf den Arm nimmt.

Die Kategorisierungen der Autorin von Männern in Rassen und Charaktertypen, ihre Beschreibung ihrer Eigenschaften, ihre Tipps zur "Anschaffung" und "Pflege" und die Frage danach, wie jeweils das passende Frau(ch)en dazu aussehen muss, ist einfach lustig. Und natürlich dürfen auch Besonderheiten beim Paarungsverhalten des jeweiligen Herberts und prominente Beispiele für den jeweiligen Hundetypen nicht fehlen. Doch auch das muss ich zugeben: Hinter diesem Spaß steckt trotz allen launigen Auf-den-Arm-Nehmens immer auch ein bisschen Wahrheit. Auch wenn es in Wirklichkeit (leider) nicht ganz so einfach ist, wie es dieser Hunde-Erziehungsratgeber vorgibt, musste ich bei vielen Beschreibungen von Hunde- bzw. Männertypen grinsen und ihnen innerlich auch ein bisschen zustimmen ;-). Sobald die Einordnung der Hundemänner in verschiedene Typen und Rassen in der ersten Hälfte des Buchs abgeschlossen ist, wendet sich Frau Morri allgemeinen Themen zu, die Frau(ch)en beim Umgang mit Herberts beachten sollten. Da geht es zum Beispiel um den richtigen (Kose-)Namen, das passende Futter am richtigen Futterplatz, darum, wie der junge Hund sich bis ins Alter entwickelt haben wird oder darum, mit welchen Kommandos man ihn warum und wie genau im Zaum hält – und da habe ich erfahren, welche großen Dimensionen die Worte "Sitz", "Platz", "Schäm Dich", "Komm", "Warte" oder "Nein" … haben können.

Dass dieser "Hunde-Dressurratgeber" sich vor allem dafür eignet, mit Proseccogenuss und nicht mit Bierernst gelesen zu werden, muss wohl nicht betont werden. Er eignet sich für Frau(ch)en, die Männer artgerecht behandeln wollen, indem sie zum Beispiel verstehen, warum er jault, bellt oder mit dem Schwanz wedelt … ;-). Und trotzdem können wir auch wunderbar zwischen den Zeilen lesen, nämlich davon, dass es auf uns Frau(ch)en ankommt, ob unser kleiner Liebling ein Hundeleben führt oder nicht!

Fazit: Die Autorin Elke Morrie kitzelt noch viel mehr Hündisches aus den Männern heraus, als das hier Beschriebene, insgesamt hat es mir durchweg gefallen. Diese lustige Idee wird deswegen sicher sowohl Hunde- als auch Männerliebhaberinnen sehr gut unterhalten. Deswegen kann ich es als lustiges Büchergeschenk empfehlen.


Nicht von dieser Welt
Nicht von dieser Welt
Preis: EUR 2,99

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwangere, Ehefrau und Mutter und gut riechender Mann vom anderen Stern = Herzschmerz … und überraschende Wendungen, 15. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Nicht von dieser Welt (Kindle Edition)
Die Geschichte nacherzählen zu wollen, würde in diesem Fall wirklich bedeuten, ihr den Witz zu nehmen. Soviel sei verraten: Diese "Liebe", die nicht von dieser Welt ist, wird von einer Frau in einem Internettagebuch (Blog) aufgeschrieben. Sie begegnet diesem irre attraktiven Typen, von dem sie so richtig von den Socken ist. Warum er sie umhaut? Weil er einfach unglaublich in allen Belangen ist: er ist unglaublich charmant, riecht wie ein junger Gott, hat wunderschöne Hände … Blöd nur, dass Vanessa einen Mann hat. Der ahnungslose Konstantin, der nichts von den Verirrungen seiner Frau ahnt, lebt sein Leben im Bewusstsein, dass alles gut ist. Doch seine Frau schmachtet den außerirdischen Traummann Stefan an, der aber wiederum nicht mehr von ihr will, als mit ihr zu "reden" … Und superkürzer (und irgendwie auch richtig falsch) zusammengefasst: Schwangere Ehefrau und Mutter verliebt sich in anderen Mann. So weit, so schlecht. Verpackt ist diese Grundhandlung durch eine Erzählweise, die mir in jeder Hinsicht gefallen hat. Mit Witz und ohne tiefschürfenden Betroffenheitston kommt die Geschichte daher, die ja nicht ganz unspektakulär und voll von Herzschmerz ist.

Die authentisch beschriebene Hauptfigur Vanessa und ihre Irrungen und Wirrungen fand ich lockerleicht erzählt. Daher bekommt die fesselnde Story eine lebensfrohe Note. Alleine die kreative Idee hinter dieser "Geschichte" ist es wert, gelesen zu werden. Auch überrascht der Autor mit einem ganz und gar unvorhersagbaren Ende, das viel zu schnell kommt.

Leider hatte ich das "Buch" letztlich an zwei sonnigen (endlich!!!) Lesenachmittagen viel zu schnell durchgelesen und fragte mich direkt: Wann kommt eine Fortsetzung – in der Zwischenzeit muss ich wohl meine eigene Fantasiemaschine anwerfen …

Fazit: Dies ist der etwas andere Liebesroman mit angenehmer Romantik-, Bauchschmetterling- und Liebesleidnote, den ich nach den ersten Zeilen kaum mehr aus der Hand legen konnte. Ich mag kaum glauben, dass dieser "Frauenroman" (ich nenne es einfach mal so), wirklich von einem männlichen Autor geschrieben wurde. Es lohnt, sich diese Lockerleichtlektüre in Sachen 'Liebesroman der etwas anderen Art' auf sein Kindle zu laden.


Das Blütenstaubzimmer: Roman (Hors Catalogue)
Das Blütenstaubzimmer: Roman (Hors Catalogue)
von Zoë Jenny
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Buch mit viel Tiefgang zwischen den Zeilen und bezaubernder Erzählkraft., 5. Juni 2013
Wieder einmal versuche ich mich an einem belletristischen Werk, das mich auf meinem Urlaub begleitet und mit begeistert hat. Es ist zwar seit 1999 schon etwas in die Jahre gekommen, aber, wie ich finde, ein tolles Buch, das ich nur empfehlen kann:

Das ist nicht etwa die Erzählung aus dem Blickwinkel einer jungen Frau aus der "Technogeneration", die mit der Welt der kindischen Erwachsenen nicht klarkommt. Viel eher ist es die Erzählung einer jungen Frau (Name: Jo), die der Kindheit und Jugend entwächst und erkennt, dass die Welt der wichtigsten Erwachsenen in ihrem Leben und der Vergangenheit (vor allem der Mutter!) eine Welt voller Widersprüche und Ungereimtheiten, voll Angst, Oberflächlichkeit und Verdrängung ist. Von den Erwachsenen, die sie hier erlebt und deren Seele der Leser durch die Erlebnisse kennenlernt, die er durch die Augen der Erzählerin sieht, ist der Vater ein scheiternder Autor, ein kleiner Bücherverleger und jemand, der im Leben eher kleine Brötchen backt. Die Mutter (Name: Lucy) wiederum entpuppt sich nach und nach als Verdrängerin und Sucherin, nach Liebe und Lebenssinn, die aber die eigene Tochter betrachtet wie einen Fremdkörper. Eines Tages verlässt die ruhelose Mutter den Vater, sie lernt Alois kennen, einen traurigen Maler. Sie zieht in ein "Land im Süden" (der Beschreibung nach am ehesten Italien, vielleicht Spanien?). Die Erzählerin bleibt beim Vater, doch dann beschließt sie, als 18-jährige junge Frau, ihre Mutter in diesem südlichen Land zu besuchen.
Als der depressive Maler Alois bei einem Autounfall ums Leben kommt (wahrscheinlich ist es Selbsttötung) schließt sich die Mutter im Wohnhaus in seinem ausgeräumten Atelier ein und legt sich (umgeben von "tonnenweise" Blütenstaub, den sie von abgerissenen Blüten gesammelt und ausgestreut hat – Blütenstaubzimmer!) dort auf eine Matratze und möchte nicht mehr aufstehen. Doch Jo zwingt sie schließlich nach einigen vergeblichen Versuchen, aus dem Zimmer zu kommen und ihr Leben fortzuführen. Wieder lebenshungrig, aber letztlich nur, indem sie die Vergangenheit mit aller Macht verdrängt und andere Verleugnungsstrategien benützt (so belügt sie ihren Psychiater), stürzt sie sich in eine Affäre mit dem Millionär Vito, während die Tochter im leeren Haus der Mutter und des toten Malers bleibt und ihr eigenes Leben zu ordnen und das Leben selbst zu verstehen versucht ...

Wunderbar ist an diesem Roman, dass seine Erzählerin keine große Analytikerin ist. Die Kraft der Erzählung liegt gerade in der Nüchternheit der dargestellten Erlebnisse die gleichzeitig in blumige, bilderreiche Sprache verpackt werden, in denen gerade die Skurrilität der Existenz der Mutter deutlich wird, die nicht bereit ist, der Wahrheit ins Auge zu sehen und die Vergangenheit in die Gegenwart zu integrieren.
Gerade darin liegt das Bezaubernde dieser Erzählung: Sie will nicht neunmalklug sein, indem eine geniale Erzählerin ihr Umfeld durch intelligenten Wortwitz und Reflexionskraft einordnet und versucht, ihr so Sinn zu geben. Eher ist es ihre Anordnung und Darstellung der Dinge mit prägnanten und doch wunderschönen Sätzen zusammen mit der Fähigkeit, brillant und detailliert zu beobachten. Auch die geringe Zahl an Figuren, anhand derer aber das Hadern mit dem Leben und die Suche nach Sinn absolut ergreifend veranschaulicht wird, macht das gewisse Etwas aus (außer Jo und ihren Eltern gibt es als wichtige Personen, vor allem die Straßenmusikantin und Tochter eines reichen Genforschers sowie ein paar junge Männer mit eher blasser Charakterisierung). Der intensive Blick auf die Umgebung ist damit immer auch ein Blick auf sich selbst, so macht die Erzählerin klar, und setzt sich (soviel darf verraten werden) am Ende ganz unspektakulär auf eine Bank und sieht den fallenden Schneeflocken beim Schmelzen zu ...

Fazit: Alles in allem eine durchweg gelungene Erzählung. Ein Buch für Jugendliche und Erwachsene: Der Blick durch die Augen einer jungen Frau auf die Welt der Erwachsenen, auf ihre Suche nach Sinn und Flucht vor der Angst, auf ihre Sehnsucht nach Liebe und ihre Blindheit gegenüber der Tatsache, dass die Liebe in einem selbst liegt. Auch ein Blick auf die Beziehung zwischen Realität und Fantasie. Außerdem eine Erzählung über: Bücher, Liebe, Tod und Träume. Was will man mehr? Ein schmales Bändchen mit sehr viel bezaubernder Erzählkraft, dem ich 6 Sterne vergeben würde, wenn ich es auf Amazon könnte!


Das Beste-Freundinnen-Buch: Das Mitmachbuch für dich und deine beste Freundin
Das Beste-Freundinnen-Buch: Das Mitmachbuch für dich und deine beste Freundin
von Mirabell Eckert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette Idee: Ein Busenfreundinnenbuch zum Selbst-Weitergestalten für Mädels in der Pubertät, 5. Juni 2013
Auf der Suche nach einem Geschenk für eine 11-Jährige fiel mir dieses nette Machwerk in die Hände. Es eignet sich letztlich wunderbar als kreatives, individuelles Geschenk, das Mädchen an ihre Busenfreundin weiterverschenken und miteinander daran "arbeiten" können. Jede Seite lässt sich auf Grundlage unterschiedlicher Basisdesigns selbst weitergestalten. Mal kann man Fotos einkleben, mal etwas Persönliches hineinschreiben, dann wieder einfach vorgegebene Dinge ankreuzen (zum Beispiel, was man an seiner besten Freundin besonders mag etc.). Es herrscht ein kunterbuntes Durcheinander mit kleinen Sprüchen, Gutscheinen zum Herausschneiden, Seiten, in denen man seiner Lieblingsfreundin Botschaften für die Ewigkeit hinterlassen kann oder sie an Erlebnisse aller Art mit Jungs erinnern oder sich mit Lästerschwestersprüchen verewigen kann ...

Weil das Buch auch darauf ausgelegt ist, dass beide Seiten in das Buch hineinschreiben, ist es auch eine Art Kommunikationshelfer und Freizeitgestalter: Ein Mädchen gibt das Buch ihrer Busenfreundin, die gestaltet eine Seite oder schreibt die eine oder andere Botschaft hinein und gibt das Buch zurück, die andere sucht sich eine neue Seite usw. Auch können sie zum Beispiel eines der Rezepte nachkochen, sich Gedanken über die Schule machen oder gemeinsam Fotos schießen und einkleben, sich Spiele für "langweilige Unterrichtsstunden" überlegen, etwas nach Anleitung im Buch basteln (z. B. die selbst designte IPOD-Hülle), oder oder oder ...

Was mir insgesamt gefällt, ist der Ansatz, junge Mädchen dazu zu bringen, sich mit sich und ihrer Freundschaft mit anderen Mädchen/Menschen zu befassen. Auch wenn es für Erwachsenenaugen vielleicht manchmal etwas klischeehaft erscheint, wenn das Buch dazu anregt, über süße Jungs nachzudenken oder Kategorien für sie zu entwerfen oder wenn sie sich über Lieblingsschauspieler, Lieblingstier und Lieblingsladen auszutauschen soll … es hat allerdings sowieso auch anderes zu bieten. Zum Beispiel, dass das Mädchen seiner Freundin ganz einfach nette Komplimente machen kann, ihr schreiben (oder sagen) kann, welche Eigenschaften oder auch Merkmale sie an ihr besonders mag und warum sie einfach die Beste ist oder auch, indem sie schlicht ein paar liebe Wünsche für die Freundin aufschreibt, einfach so, weil man sie mag. Das ist in meinen Augen eine nette Idee und bringt junge Mädchen dazu, über sich und ihre Freundin (vielleicht auch Freunde und Mitmenschen überhaupt) nachzudenken, statt den Tag nur oberflächlich zu verleben. Ich möchte die Funktion des Buchs nicht überbewerten, aber diesen Sinn und Zweck muss ich loben.

Fazit: Eine nette Idee, dieses Buch für gute (beste!) Freundinnen zum Selbstgestalten. Eigentlich am ehesten eine Art vorgefertigtes Danke-für-unsere-Freundschaft-Buch als Vorlage zum kreativen Miteinander. Ich finde diese Idee gut und verschenke das Buch gerne als Beitrag dafür, dass pubertierende Mädchen etwas anders tun, als von der Teilnahme bei Germany's next Topmodel zu träumen.


Vom Atmen unter Wasser
Vom Atmen unter Wasser
Preis: EUR 8,49

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Lektüre, die an die Nieren geht und zum Weiterdenken und Mitleiden geradezu zwingt, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Vom Atmen unter Wasser (Kindle Edition)
Über den Inhalt kann man in anderen Rezensionen genug lesen. Ich begnüge mich daher größtenteils damit, meine Leseeindrücke zu schildern.

An nur zwei Urlaubsnachmittagen und -Abenden habe ich dieses Buch richtig verschlungen. Das Thema "Tod des eigenen Kindes und die Zeit danach" fand ich ergreifend, erschütternd und gänsehautrealistisch beschrieben. Die verschiedenen Strategien der Figuren, mit ihrer Trauer umzugehen und dem eigenen Überleben einen Sinn zu geben, wirken absolut nachvollziehbar. Der Bruder, der die Verantwortung vor allem für die trauernde Mutter übernimmt und dem (emotional flüchtenden) Vater unter die Arme greift, der vom Festhalten der Mutter an der Vergangenheit überrollt wird, versucht sein Möglichstes. Und dies ist umso überraschender, als er selbst sich die Schwester als Kind einmal aus seinem Leben gewünscht hat und sogar versucht hat, sie auf eine damals sehr kindische Weise wirklich "loszuwerden". Ausgerechnet er soll jetzt vermitteln zwischen den Polen von Verlustbewältigung, Trauer, Weitermachenwollen, Resignation und Hoffnung.
Die Berührung mit der Vergangenheit der Schwester, deren Freund und bester Freundin, die (Wieder-)Annäherungsversuche zwischen Vater, Mutter und Sohn ist überaus packend geschildert. Gerade die Banalität des Weiterlebens der Überlebenden, ihre (gelingenden und nicht gelingenden) Versuche, zu vergessen und zu bewältigen, machen alles so überaus realistisch und auch emotional anstrengend.

Besonders erschütternd fand ich genau diesen Kontrast zwischen dem Tod des Mädchens, der Mutter, die dieses Mädchen nicht vergessen will und kann und den Personen, die auf verschiedene Weise den Weg ins Vergessen suchen. Tun sie es überhaupt? Vergessen sie? Ist ihr Weiterleben der Versuch zu verdrängen oder ist es nur die Konsequenz daraus, dass sie längst abgeschlossen haben mit der Vergangenheit und ihren Weg ohne Blick zurück weitergehen? Ist es Flucht? Ist es Angst? Oder ist es die schlichte Wahrheit unseres Lebens, dass Gegenwart und Zukunft immer (bewusste oder unbewusste) Bewältigung der Vergangenheit ist – egal wie sie aussieht? Die verschiedenen Sichtweisen der Personen, der Blick durch ihre Augen, die Darstellung ihrer Gedanken und Handlungen hat mir gezeigt, wie gnadenlos unterschiedlich die Menschen sind. Ihre Ängste, Wünsche, Ziele, Hoffnungen finden jeweils ganz verschiedene Ausdrucksmittel. Die Figuren gestalten ihr Leben so, wie es ihnen möglich ist – manchmal versuchen sie es gemeinsam, doch oft scheitert diese Gemeinsamkeit daran, dass eine der Parteien nicht bereit ist (oder nicht die Kraft dazu hat), diese Gemeinsamkeit zu suchen. Gerade das Ende der Geschichte fand ich bedrückend und befreiend zugleich: Scheitern und Sieg, Gefühl und Gefühllosigkeit liegen hier sehr nahe beieinander. Damit drückt die Geschichte vom Umgang mit dem Tod gerade die Kompliziertheit und den Widersinn unseres Lebens aus.

Fazit: Dieser Roman von Lisa-Marie Dickreiter ist ein völlig zurecht hochgelobtes Buch. Es bietet eine aufreibende aber klasse berührende Lektüre zu einem sehr heiklen Thema mit überraschendem (auch offenem) Ende, das zum Weiterdenken zwingt. Hier hat sich bei mir Betroffenheit mit atemraubendem Lesevergnügen vermischt. Dieser Versuch, dem Unsagbaren eine Stimme zu geben und zu zeigen, wie merkwürdig, gnadenlos und doch auch tröstlich den Menschen das Leben mitspielen kann, ist sehr gut gelungen. Wer sich nicht davor scheut, Romane zu lesen, die mit Tiefgang an die Nieren gehen, der/die wird dieses Buch schon nach der ersten Seite mögen und nicht mehr weglegen, bis es und sein ergreifendes Thema bezwungen wurden. Ich empfehle dieses Buch Lesern, die bereit sind, sich dem Leben und den Menschen zu stellen, indem sie dem Umgang dieser Figuren mit dem Tod in die Augen sehen!


Notruf 112: Dramatisches und Kurioses aus der Rettungsleitstelle
Notruf 112: Dramatisches und Kurioses aus der Rettungsleitstelle
von Christian Seifert
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurioses, Spannendes und sehr Informatives zum Rettungsdienst, 9. Mai 2013
Auch ich habe eine Freundin, die im Rettungsdienst gearbeitet hat, und hörte immer mal wieder absonderliche, witzige und nachdenkenswerte Geschichten von der "Rettungsfront". Der "Notruf 112" erzählt noch viel kuriosere Geschichten, die direkt aus der Feuerwehr-Rettungsleitstelle in kommen, aber auch direkt von ganz konkreten Rettungseinsätzen im Raum München erzählen.

Die Geschichten handeln von "Feuerstürmen", allen möglichen Anrufen in der Rettungsleitstelle oder von diversen Übungen. Zu diesen Geschichten gehören aber auch Dinge, mit denen man nicht unbedingt rechnen würde. So geht es zum Beispiel einmal um die knifflige Frage, ob die Feuerwehr an einem heißen Sommertag mit einem ihrer Profikräne ein neues Kühlaggregat in einen Schlachthof transportieren darf, damit nicht tonnenweise wertvolles Angus-Steak-Fleisch verdirbt, weil ein Kühlaggregat ausgefallen ist. Besonders hervorheben will ich natürlich auch die Geschichte von einem Jungbauern, der eine Melkmaschine zweckentfremdet hat um sich mit ihr zu vergnügen … und der dabei seinem besten Stück nicht nur Freude bereitet hat –. An anderer Stelle wieder erzählt der Disponent und Rettungsdienstler von Bombenentschärfungseinsätzen und anderen Einsätzen an den verschiedensten Schauplätzen (Oktoberfest, Häuser, Firmen), von Unfällen, von Feuereinsätzen, vom Eindringen in Wohnungen, in denen Überraschendes oder auch Gruseliges auf die Retter wartet (Tote, Messies etc.) ...

Durch diese kleinen Episoden kam es mir manchmal so vor, als ob ich direkt in eine Rettungsleitstelle und auf verschiedene Einsatzorte blicken würde. Einzelne Dialoge werden verbunden mit dem Blick in den Kopf des Disponenten der Rettungsleitstelle. Er kommentiert Gespräche und er ordnet die einzelnen Geschichten in einen Gesamtzusammenhang. Sehr detaillierte Erklärungen haben auch mir als absolutem Laien gezeigt, was im Rettungsdienst so alles los ist, wie es dort zugeht, welche Regeln dort herrschen, wie die Retter aber auch die Geretteten "ticken". Sehr überraschend war es für mich, wie viele Menschen scheinbar auch aus "Jux und Dollerei" oder auch aufgrund der abstrusesten Gründe und wegen psychischer Auffälligkeiten in Leitstellen anrufen. Interessant fand ich auch, zu sehen, wie abwechslungsreich und anspruchsvoll der Beruf des Disponenten ist.

Besonders erschüttert und auch angegriffen hat mich die Geschichte von einem Mann, der in einem Kamin gefangen war und schließlich gerettet wurde. Richtig gruselig ist die Vorstellung (sicher nicht nur für Klaustrophobiker) in einem so engen "Rohr" gefangen zu sein und erst nach Stunden gehört und gerettet zu werden. Noch viel nervöser hat mich allerdings die ungemütliche Geschichte von einer missglückten Hausgeburt gemacht (S. 83-86), bei der sich mir die Nackenhaare aufgestellt haben. Nicht nur bei Geschichten wie diesen wurde mir sehr deutlich, wie wichtig die Rettungsdienste in Deutschland sind – und auch wie glücklich wir uns schätzen dürfen, dass es diese Einrichtungen bei uns gibt und dass sie so gut funktionieren.

Fazit: Dieses Notrufbuch beweist es: Nichts ist kurioser als die Realität. Die oft dramatischen, manchmal skurrilen und oft sehr spannenden Rettungsdienstgeschichten haben meinen Geschmack getroffen und mich gut unterhalten. Vor allem aber wurde ich sehr gut informiert. Ich glaube, besonders solche Leute werden an diesem Buch ihre Freude haben, die mit dem Rettungsdienst nur entfernt Bekanntschaft gemacht haben, die aber mal sehen möchten, wie die Arbeit dieser Menschen aussieht und worum sie sich kümmern.


I love my mum: Für die beste Mutter der Welt
I love my mum: Für die beste Mutter der Welt
von Axel Fuchs
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muttertagsgeschenk, das es so nicht jedes Jahr gibt, 3. Mai 2013
Dieses kleine gerade mal gut 90 Seiten schmale Buch ist eine lustige Sammlung mit kurzen Infos, Bildern und Sinnsprüchen um den Muttertag herum. Neben der bunten Aufmachung mit Bildern und eingestreuten Sprüchen gefällt mir die Möglichkeit, an verschiedenen Stellen eigene Wünsche oder Kommentare zur eigenen Mama ins Buch zu schreiben oder Fotos einzukleben.
Ich bin schon daran, mit einem wasserfesten Stift, Kleber und diversen Fotos dieses Mutterliebesbuch noch durch ganz persönliches Material aufzupeppen. So etwas habe ich bisher noch nicht verschenkt und denke, dass dies neben einem Blumenstrauß mal ein ganz anderes Muttertagsmitbringsel ist. Indem ich mich darangemacht habe, das Buch durch die eigenen Note zu erweitern, bin ich meiner Mama beim Basteln nahegekommen und habe tatsächlich einige Erlebnisse Revue passieren lassen und mich daran erinnert, warum mir meine Mutter ein sehr, sehr wichtiger Mensch ist.

Ganz im Sinne des Pestalozzi-Spruchs auf der Buchrückseite ist es ja die bedingungslose Liebe, die unsere Mutter uns entgegenbringt, die sie so wertvoll macht, denn: "Eine Mutter ist der einzige Mensch auf der Welt, der dich schon liebt, bevor er dich kennt." Das ist eine schöne Erkenntnis und wer sie teilen kann, weil er eine solche Mutter hat, der muss ein glücklicher Mensch sein. Sehr schön fand ich übrigens auch das chinesische Sprichwort, das auch mich zum Weiterdenken angeregt hat: "Die Tochter einer guten Mutter wird die Mutter einer guten Tochter." Wie wahr.

Fazit: Ein nettes Muttertagsgeschenk. Man kann Dinge ankreuzen, kann selbst noch Sprüche hineinschreiben, Bilder einkleben … Diese Mischung aus teils klugen, teils lustigen Sprüchen ist eine Liebeserklärung an die beste Mutter der Welt – wenn man sie durch selbst Dazugeschriebenes mit ganz persönlichen Botschaften und Bildern bereichert, hat man ein kreatives Geschenk. Bei mir sind so schon teilweise ganz lustige persönliche Seiten entstanden.


Jeden Tag wurde ich dicker und müder: Mein Leben mit Hashimoto
Jeden Tag wurde ich dicker und müder: Mein Leben mit Hashimoto
von Vanessa Blumhagen
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessante Mischung aus Erfahrungsbericht und Ratgeber, 23. April 2013
Nicht selten schreibe ich selbst lange Bücherbewertungen, weil mir manchmal ein bisschen das Schreibpferd durchgeht. In diesem Fall gibt es schon einige lange Rezensionen. Und irgendwie scheint um dieses Buch ein Meinungskrieg entbrannt zu sein. Aber weil mich das Thema Sport, Gesundheit und Diät vor allem interessiert und ich schon das Thema dieses Buchs sehr interessant fand, reihe ich mich in die Riege der Vielschreiber gerne ein und gehe das Risiko ein, mich mit meiner Meinung angreifbar zu machen.

Ich kenne einige Menschen, die Medikamente gegen eine Schilddrüsenunterfunktion nehmen. Von einer Kollegin habe ich erst vor einigen Tagen von "Hashimoto…" gehört. Und als alte Viel- und Schnellleserin habe ich mir dieses "Hashimoto-Buch" vorgenommen.

Eines wurde mir ziemlich schnell klar, nämlich, dass diese "Krankheit" so kompliziert zu erkennen, manchmal auch zu behandeln und zu verstehen ist, wie ihr Name es vermuten lässt: Hashimoto-Thyreoiditis. Was für mich erst einmal klang wie ein leckeres japanisches Gericht oder der nette Held in einem Kung-Fu-Film, ist in Wirklichkeit eine Autoimmunkrankheit, die mit sehr vielen unterschiedlichen Symptomen aufwarten kann. In erster Linie geht es ganz einfach gesagt darum, dass langsam die Schilddrüse zerstört wird. Durch die Schilddrüsenunterfunktion, die dadurch entsteht (manchmal auch anfangs eine Überfunktion), kommt der Körper ganz schön aus dem Takt.

Aus der Sicht einer Betroffenen erklärt die Autorin nicht nur, was es mit dieser Krankheit auf sich hat. Vielmehr schildert sie sehr eindrücklich ihre eigene Odyssee durch die Arztpraxen dieser Republik, sie erzählt von ihrem Leiden und davon, wie sie sich langsam aus dem Sumpf aus Leiden wieder hervorgearbeitet hat (und es noch tut). Sicher hat die Autorin das Privileg, dass sie als Journalistin leichter an Informationen kommt als andere – trotz Internet – und ganz sicher beschreibt sie auch so manche Diagnoseverfahren und Therapien, die sich nicht jeder leisten kann und nicht jede Kasse bezahlt, sodass nicht jede Information für jeden den gleichen Nutzwert hat. Insgesamt aber denke ich, dass Betroffene von den Erfahrungen profitieren und auch viel an Informationen aber auch Mut für sich selbst mitnehmen. Auch das macht das Buch sicher für viele Leser sehr wertvoll.

Einige RezensentInnen sagen, das Buch sei teilweise überladen mit verwirrend viel Information. Eine spricht von einem Marketing-Buch, in dem sozusagen 'Werbung' für eine neue Moderankheit gemacht werde. Ich sehe es auch so, dass man einiges an Infos zu verdauen hat, weil diese Krankheit offensichtlich kein einfacher Schnupfen ist. Doch weil die persönliche Leidensgeschichte sehr anschaulich erzählt wird und weil es Menschen auch Mut macht, sich auf die Suche nach den Hintergründen ihrer Krankheit zu machen – auch wenn sie von Ärzten in die Psycho-Ecke geschoben werden – finde ich, hat die Autorin einen guten Job gemacht: Sie hat ein lesenswertes Buch vorgelegt, das viele, viele gut recherchierte Fakten auf den Tisch legt und diese mit ihrer eigenen Erfahrung nachvollziehbar darstellt. Nimmt man noch dazu, dass, wie ich inzwischen gelesen habe, viele Menschen jahrelang mit dieser Krankheit zu kämpfen haben, ohne dass der Hintergrund erkannt und ihnen geholfen wird, dann bekommt der Wert des Hashimoto-'Ratgebers' für mich eine neue Dimension.

Fazit: Von mir gibt es für dieses Buch deswegen die Höchststernzahl, weil es der Autorin gelingt, ein absolut interessantes Thema sehr gut zu beschreiben. Ich finde, dass es dieser Autorin gelungen ist, ein Aufklärungsbuch mit Ratgeberfunktion zu schreiben. Gerade die Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht und sehr informativem Ratgeber hat einen doppelten Wert. Diese kreative Aufklärung über Hashimoto mit Mutmachkomponente wird deswegen meiner Meinung nach nicht nur Leidensgenossinnen als Leser/innen finden, sondern auch Leute, die sich für persönliche Erfahrungen mit einer Krankheit interessieren, die es (ob selten oder nicht) nun einmal gibt und über die aufzuklären für Betroffene sicher einen großen Wert hat.


Käthe Kruse 87344 Alba Spieluhr
Käthe Kruse 87344 Alba Spieluhr
Wird angeboten von Alle-Spielwaren
Preis: EUR 21,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Goldiges Schnuffelding, 19. April 2013
Diese optisch nette Eule haben wir zum neuen Schlafbegleiter für den neuen Erdenbürger von Freunden auserkoren. Ich weiß nicht, ob es verschiedene Lieder/Melodien gibt, in unserem Fall ist das "guter Mond"-Lied ein sehr nettes Klimpern, das ganz sanft und in angenehmer Lautstärke herumklingelt und gut ankommt.

Ob der Stoff des Aufhängers abfärbt, wie in anderen Bewertungen zu lesen, kann ich nicht sagen, in unserem Fall hängt die Eule über dem Bett und der Bändel außerhalb der Mundreichweite. Wohl aber kann ich sagen, dass er nach Aussagen der Eltern diversen Grabschattacken gut standhält – genauso wie die Eule an sich,die auch bei intensiver Bearbeitung nicht aus den Nähten geht. Recht haben allerdings die Leute, die schreiben, dass der Klettverschluss für kräftiges Ziehen einfach nicht gemacht ist und damit die Eule schnell "vom Himmel" geholt werden kann. Hier wäre die Frage, ob die Firma eine bessere Lösung hat (vielleicht eine Kombination aus Klettverschluss und Druckknopf?).

Ansonsten lässt sich noch sagen, dass die Eule durch ihre treuglotzenden Augen besticht, aber auch durch die Kombination lustiger Stofffarben und Druckmotive. Ganz besonders finden wir die kuscheligen Flügel toll, die das Ding wunderbar flauschig machen und die man als ganz klaren Pluspunkt werten muss. Gut ist auch, dass man die hinter einem gut versteckten Reißverschluss eingebrachte Spieluhr herausnehmen und die Eule waschen kann. Ich würde empfehlen, den Stoff mit einem Feinwaschmittel von Hand auszuwaschen. Dann bleiben Stoff und Farbe schön und leuchten auch nach einem Jahr wieder wie neu. (Andere Bewerter haben ja aus ihrer Erfahrung berichtet, dass mehrmaliges Waschen bei 30 Grad in der Maschine auch problemlos toleriert werden –umso besser!)

Als kleine Kritik möchte ich anfügen, dass die Spielzeit etwas länger sein könnte. Vielleicht packt die Firma in Zukunft hier noch eine weitere Minute drauf?

Fazit: Dieses goldige Schnuffelding ist alles andere als Nullachtfünfzehn. Als Geschenk für Mamas und Papas eignet es sich genauso wie für den eigenen Nachwuchs. Diese Spieluhr empfehle ich guten Gewissens und aus vollem Herzen weiter.


Das Beste der BILD-Leser-Reporter
Das Beste der BILD-Leser-Reporter
von BILD
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischendurchnummer fürs gestresste Alltagsgehirn, 19. April 2013
Obwohl ich keine passionierte BILD-Leserin bin, habe ich bei diesem Titel und dem Cover zugegriffen. Inhalt dieses kleinen BILD-Bilder-Buches sind schlicht Fotos, die von Amateuren aufgenommen und von der BILD-Redaktion veröffentlicht wurden.

Kurz kommentierte Schnappschüsse wie die von einem Hirsch, der durch das Fenster eines Wohnhauses gefüttert wird oder eines Luftwaffensoldaten, der beim Gelöbnis mit dem Gesicht vorweg ins Gras und in Ohnmacht fällt, regten meine Fantasie und die Grinsegesichtsmuskeln an. Was man sieht, ist schlicht ungewöhnlich. Es sind kleine Absonderlichkeiten, mal lustig, mal durchaus auch ernst, die mir einfach immer wieder kurze Staun-Momente beschert haben – so zum Beispiel auch das Bild des Einbrechers, der aus dem Fenster des zweiten Stocks eines Hauses springt, während ihn draußen die Polizei schon mit gezogener Waffe erwartet (S. 182) oder auch das rasende Wildschwein, das in einem Getreidefeld vor einem Mähdrescher flieht.

Schaurig-gruselig und trotzdem auch sehenswert fand ich auch das Foto eines eingeschweißten Hundekopfs in einem chinesischen Supermarkt. Bei solchen Fotos setzte mein Hirn einfach mal kurz aus … für Momente, in denen man sich und sein Hirn einfach mal auf null stellen und vom Alltag abschalten möchte, ist diese Sammlung wie gemacht. Allerdings musste ich manchmal auch schlucken, wie bei dem ins Eis eingebrochene weiße Pony auf Seite 195, das ertrunken im kalten Wasser treibt. Doch letztlich wird man dann wieder durch Bilder wie die des gigantisch lustigen Schnauzer-Mischlings mit Unterbiss (S. 113) oder der Rentnerin, die mit Rollator auf Kartoffelernte geht (S. 96) oder auch durch das Kleinkind, das in den Cremetopf gefallen ist, mehr als versöhnt …

Fazit: BILD-Zeitungsfotos von lustig bis dramatisch. Diese Bilder bewegen, ich konnte über sie staunen, mich wundern oder einfach kurz oder auch längere Zeit lächeln. Für mich war das eine nette Zwischendurchnummer fürs gestresste Alltagsgehirn.


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