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Beiträge von Katrin Herz
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Rezensionen verfasst von
Katrin Herz "Katrin" (Berlin)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Anti-Diätbuch. Über die Psychologie der Dickleibigkeit, die Ursachen von Eßsucht
Anti-Diätbuch. Über die Psychologie der Dickleibigkeit, die Ursachen von Eßsucht
von Susie Orbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,40

5.0 von 5 Sternen Interessantes Buch einer Psychotherapeutin mit feministischem Ansatz – über den Zusammenhang von Esssucht, Gesellschaft, Psyche, 10. Dezember 2013
Wer sich so viel mit Diäten, Diätbüchern und Sport beschäftigt wie ich, der schaut gerne auf das ganze Bild. Und dazu gehören natürlich sowieso seit eh und je die psychologische Komponente des Themas sowie das Thema Essstörungen überhaupt. Tatsächlich, so zeigt die Psychotherapeutin Susie Orbach, können eine übertriebene Auseinandersetzung mit dem eigenen Gewicht und den gesellschaftlichen Zwängen sowie die ständige Jagd nach neuen Diäten und Abnehmtricks dazu führen, dass man sich in eine ungute Spirale aus Selbstqual und Selbstverurteilung hineinlebt. Gerade das ständige Bestreben, den eigenen Hunger im Zaum zu halten, führt also bei einigen Frauen dazu, dass Sie geradezu von einer Gier nach Essen überrollt werden.

In diesem Buch drückt sich ganz klar auch ein Unbehagen gegenüber der Gesellschaft der 70er-Jahre und ihren "Regeln" aus. Doch auch heute ist noch vieles (alles?) von dem hier Geschriebenen gültig: Der Druck eines überall gepriesenen Schönheitsideals lastet auf vielen Frauen schwer – vor allem geht es ihnen aber auch darum, zu rebellieren: gegen die Rolle, die ihnen zugeschrieben wird, gegen ihre Bevormundung durch eine männerdominierte Gesellschafts- und Familienstruktur. Vielleicht, so lässt sich hier lesen, sind die überschüssigen Pfunde für viele Frauen also eine Art Rebellion gegen Schönheitsdiktat, Frauenrolle und Schlankheitswahn?
Man mag zunächst meinen, diese Ansichten seien inzwischen überholt und ein Resultat ihrer Zeit (eben der 70er-Jahre, in denen das Buch geschrieben wurde). Doch ich finde, dass die Grundüberzeugungen von Susi Orbach heute noch so aktuell sind wie eh und je. Ihr kommt es nicht nur auf die gesellschaftlichen Umstände an, in denen wir leben. Sondern sie vertritt auch die Ansicht, dass Dicksein für viele eine "Scheinlösung" für tief liegende Konflikte im Einzelnen ist. Dies hat Auswirkungen auf die eigene Körperwahrnehmung auf den Umgang mit dem Hunger, dem Sättigungsgefühl, mit dem eigenen Körper, mit sich selbst. Ich bin sicher, dass es extrem hilfreich ist, diesen nachzuspüren und sie aufzudecken – nicht nur, um wieder zu einem gesunden Gewicht zurückzufinden, sondern zu sich selbst ...

Sicher hat Übergewicht sehr viele Ursachen – und bei jedem mit ganz eigener Gewichtung der unterschiedlichen Gründe. Ganz sicher aber ist es ein Symptom dafür, dass etwas aus dem Lot geraten ist. Bei uns selbst und in der Gesellschaft, in der wir leben. Sich dies bewusst zu machen, ist sicher für viele ein erster Schritt dahin, sich selbst besser zu verstehen und wieder zurückzufinden zu dem, was uns gut tut. Die Schwäche einer fehlende Willenskraft ist es nämlich nicht, die viele scheitern lässt. Es sind viel eher die Erwartungen von außen, die sich viele längst zu eigen gemacht haben – es sind aber auch die je ganz eigenen Konflikte, die viele in die Esssucht treiben. Ich finde es gut, dass dieses Buch viele Gedankenübungen vorstellt und viel Denkanstöße dahin gehend gibt, sich damit auseinanderzusetzen, welche Funktion das eigene Dicksein für die Einzelne hat.

Fazit: Dieses Anti-Diät-Buch einer Psychotherapeutin mit "feministischem Ansatz" der 70er-Jahre ist noch immer aktuell und seine Informationen absolut jetztzeittauglich. Es zeigt, wie der übertriebene Blick auf die Waage dazu führen kann, dass sich Frauen an eine unbändige Lust nach Essen ausgeliefert fühlen. Gleichzeitig zeigt die Autorin Susie Orbach, wie man diesem Gefühl der Ohnmacht etwas entgegensetzen kann – und zwar durch eine tiefe Einsicht in die eigenen Gedankenstrukturen.
Ich denke, dass diese Informationen sehr vielen Frauen mit "Esssucht" helfen werden, die Gründe für das eigene Essverhalten zu verstehen und die Selbstwahrnehmung zu stärken. Diese Hilfestellung zur Selbsterkenntnis ist sicher wertvoll auch abseits des Zeitgeists der 70er-Jahre und damit auch im 21. Jahrhundert. Das Buch zeigt, dass die einzelne Frau nicht alleine is(s)t. Dies zu erkennen, tut gut und kann sicher ein erster Schritt sein, um durch mehr emotionale Stabilität wieder zu einer gesunden Hunger-Sättigungs-Balance zurückzufinden.


Wir. Geil.: ... und du so? - "Berlin - Tag & Nacht"
Wir. Geil.: ... und du so? - "Berlin - Tag & Nacht"
von Ole Peters
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Orangenschalen-Basilikum-Chili-Tee, 8. Dezember 2013
… ein amüsantes Buch, das ich gerne gelesen habe. Man mag "Berlin Tag und Nacht" nicht für anspruchsvolle Fernsehkunst halten, dieses Buch finde ich jedenfalls sehr gut gelungen. Und das hat Gründe. Auf diesen Seiten finden sich die Lieblingscharaktere aus der Serie wieder – und außerdem eine Menge (tatsächlich sehr wahrer und ernst zu nehmender) Tipps für ein gelingendes WG-Leben. Da kann man sich gut informieren – oder in Erinnerungen an das eigene WG-Leben schwelgen. Eine schriftstellerische Leistung mit literarischem Anspruch wird bei einem solchen Buch zur Serie wohl keiner erwarten. Wer ein Buch wie dieses kauft, will nur eins: Sich unkompliziert unterhalten lassen, sich amüsieren, aber vielleicht auch etwas aus dem und für das Leben lernen. Unser "Ohle ohne Kohle" ist ganz klar kein Intellektueller, er ist eben der liebenswerte Chaot und das Herzstück der Berlin-WG. Dass er bei Frauen nicht so richtig Glück hat, ist bekannt. Ich finde ihn aber liebenswert – und das, obwohl ich vergeben bin ;-). Schön, dass in seinem Namen dieses Buch geschrieben wurde.

Jetzt aber wirklich zum Inhalt: Zunächst erwarten einen neben einer Einleitung von "Ole Peters" gleich mal die "10 heiligen Regeln für die perfekte WG". Und eigentlich geht es genau darum in diesem Buch, nämlich um Fragen wie beispielsweise folgende: Wie halten es welche Typen in welcher Art von WG warum miteinander aus – und/oder haben sogar richtig Spaß miteinander. Die "Erkenntnisse" sind (das kann ich aus eigener WG-Erfahrung in der Vergangenheit bestätigen!) wirklich wertvoll. Denn tatsächlich ist das Erfolgsrezept für eine gelingende WG die richtige Mischung an Personen, die dort leben. Zusammen mit den goldenen Regeln des Tuns und Lassens sollte normalerweise nichts schiefgehen.

Das alles ist natürlich noch verbunden, mit den wichtigsten Informationen zur Serie mit ihren Charakteren von Joe über Sunny, Alina, Marcel, Max und natürlich Fabrizio bis hin zu Ole selbst. Diese Figuren verkörpern so ziemlich alle Typen, die einem in einer WG ja tatsächlich auf dem morgendlichen Klogang oder in der Küche begegnen können oder mit denen man Abends dann mal feiern geht: der WG-Papa (wahlweise auch die WG-Mama), die Zicke, der Künstlertyp, das verschlagene Luder, der Chiller … und natürlich gibt es dann auch wieder die Typen, die keiner in seiner WG haben sollte. Dabei geht es auch um die ganz wichtigen Fragen wie die, ob jemand besonders laut beim Sex ist, wie lange er im Bad braucht, ob er/sie kochen kann … das alles wird in Fragebögen abgetestet, die von verschiedenen Typen bereits ausgefüllt wurden, sodass man sich (als WG-Kandidat vor allem aber auch als Mitbewohner-Suchende/r) auf das WG-Casting schon mal vorbereiten kann ;-).
Außerdem dreht sich ein Kapitel um die Frage, wie eine "gute" WG idealerweise aussieht, z. B. wo sie angesiedelt sein sollte, welche Infrastruktur man drum herum am besten hat (Stichwort 24-Stunden-Tankstelle, Dönerbude etc.) … und dann geht es natürlich auch noch darum, zu kategorisieren, welche Arten von WGs es eigentlich gibt (Party-WG, Luxus-WG, Männer-WG ...).

Alles aufzählen zu wollen, was man hier findet, lasse ich aufgrund der Menge an Themen besser bleiben. Jedenfalls wurde meiner Meinung nach alles berücksichtigt, was für das (über)leben in WGs essenziell ist – und das vom feuchtfröhlichen Abend über das WG-Liebesleben bis hin zu den Themen "Geld", "Ole-Dance-Schritte", "Ausgeh-und-Nachtleben-Tipps", "WG-Kochkurs und Speisekarte" …
Zum Schluss noch ein Wort zur Zielgruppe: Natürlich ist dieses Buch vor allem für WG-Bewohner geeignet, und für solche, die es werden möchten – egal, ob in Big Berlin oder irgendwo in der Small Provinz.
Da WGler ja meistens eher jüngere Semester zwischen 20 und 30 sind, finden gerade diese Altersgenossen auf jeden Fall alles, was sie wissen müssen. Aber auch Oldies und Küken, die aus welchen Gründen auch immer in WGs leben wollen oder müssen, können eine Menge lernen. Für mich, die ich selbst längst liebevoll verbandelt in einer eigenen Wohnung lebe, war es auf jeden Fall noch mal interessant, in Erinnerungen an eigene WG-Zeit zu schwelgen. Also: Mir hat es Spaß gemacht, mich durchs "Wir geil"-Buch zu schmökern, zu grinsen, zu denken: "Stimmt, so wahr, so wahr", mich zu erinnern, und dabei die grau Dezemberwelt draußen bei einer guten Tasse Orangenschalen-Basilikum-Chili-Tee zu vergessen. So machen mir Samstagnachmittage Laune.

Fazit: Bei diesem Buch sage ich gerne "Guten Tag" statt "Gute Nacht". Ein Liebhaber der BTN-Fernsehserie oder Ole-Peters-(alias-Falko-Ochsenknecht-)Fan wird von "Wir geil" begeistert sein. Aber ganz sicher auch alle WGler und solche, die es werden wollen/müssen. Sie oder ihn erwartet eine Fundgrube aus Ole Peters Repertoire an "Lebenstipps" und Infos aus diesem Berliner WG-Leben für andere WGs dieser Welt. Ich finde, das war ein gutes Geschenk an mich selbst und wird auch ein gutes Weihnachtsgeschenk für jemand anderen werden ;-) … ich kann nur sagen: Ich find's gut, und Du so?


Jede Frau kann schlanker werden: Das Anti-Diät-Buch - Aktualisierte Ausgabe
Jede Frau kann schlanker werden: Das Anti-Diät-Buch - Aktualisierte Ausgabe
Preis: EUR 7,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen professioneller Ratgeber für Einsteiger und Ernährungs-Nichtexperten – gut für Gesundheit und Geschmacksknospen, 29. November 2013
Das Thema "ausgewogene Ernährung" präsentiert Alexa Iwan in allen möglichen Facetten. In einem gut strukturierten Ernährungsbuch liefert sie viele wichtige und interessante Informationen. Sie verabschiedet sich dabei von der grundsätzlichen Vorstellung, es gebe die "Diät", mit der man sein Gewicht dauerhaft reduzieren oder regulieren könne. Der Königsweg, den die Autorin stattdessen betritt, ist der einer Ernährung, die von kompliziertem Kalorienzählen und aufwendigen Verzichtsorgien geprägt ist.
Frau Alexas Ziel ist es, deutlich zu machen, dass Menschen sich im wahrsten Worte wieder auf ihr Bauchgefühl verlassen sollen. Und dieses Bauchgefühl können sie wiederum durch mehr Ernährungswissen unterstützen.

Gerade die Kapitel, in denen die verschiedenen Lebensmittel und ihre Auswirkungen auf unser Stoffwechselgeschehen und den Körper insgesamt erklärt werden, halte ich für sehr sinnvoll. Aus ihnen konnte auch ich noch neue Informationen herausholen. Der Autorin geht es darum, die grundlegenden Dinge der Ernährungslehre zu schulen, zu fragen, was in Lebensmitteln enthalten ist. Außerdem zeigt sie, wie viel wir davon regelmäßig brauchen und was uns warum auf Dauer schadet.

Das Buch macht Mut, mal wieder neue Wege zu beschreiten, mal wieder auf den Markt, in den Bioladen oder ins Reformhaus zu gehen. So kann man neue Lebensmittel und mit ihnen neue Zubereitungsarten und Geschmäcker kennenlernen. Das ist zwar sicher etwas unkomfortabler, als sich oder der Familie abends gemütlich eine Tiefkühllasagne in die Mikrowelle zu stellen und einen Alibisalat aus der Tüte zusammenzurühren. Aber es schenkt Leuten sicher mehr Lebensqualität und ist damit bereichernd nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die eigene Lebenskultur – und für die Geschmacksnerven.
Die Autorin sagt auch sehr klar, dass eine gesunde Ernährung manchmal mit etwas mehr Aufwand verbunden ist, nennt aber auch klar die zuvor genannten Vorteile. Bei alledem wird dann auch nicht ständig "Disziplin" und schon gar nicht "Verzicht" gepredigt, sondern eher gezeigt, was man durch eine Ernährungsumstellung alles gewinnt. Das finde ich motivierend und halte es für sehr hilfreich.

Insgesamt handelt es sich hier also gerade nicht um ein Diät-Buch der Art "Bikinisuperfigur in einer Woche", sondern um eine Hilfe für eine mittelfristig zu erreichende und haltbare Gewichtsregulation. Dabei soll nicht der Turbo eingeschaltet werden. Stattdessen sollen grundlegende Einsichten und Tipps gegeben werden, die eine dauerhafte Umstellung ermöglichen.

Ein Kochbuch ist es übrigens genauso wenig wie ein Diätratgeber. Zwar finden sich in diesem Buch auch einige interessante Rezepte, aber das Hauptaugenmerk liegt klar auf dem Infoteil zur gesunden Ernährung. Dass manche Seitenzahlangaben im Kapitel "Meine Lieblingsrezepte" nicht stimmen (das wurde auch in anderen Bewertungen schon geschrieben), finde auch ich richtig unschön. Dafür ziehe ich einen Stern ab. Ich gehe aber davon aus, dass dieser unnötige Fehler in einer zweiten Auflage (gibt es die schon?) behoben wird. Dann hat man ein inhaltlich sehr gutes Buch, über das ich ansonsten nur Positives schreiben kann.

Fazit: Für Diät- und vor allem Ernährungsprofis bietet dieses Buch nicht viel Neues. Als Einstieg oder Informationsauffrischung hält man aber einen sehr soliden Ernährungsratgeber in den Händen, mit dem sich Interessierte gut informieren und viel lernen können. Die gut gegliederten Kapitel und die anspruchsvolle Optik tuen das Ihrige, damit es Leserinnen leicht fällt, sich auch durch kompliziertere Materie zu schmökern und dabei viel zu lernen. Als gute Einführung mit praxisorientierten Tipps eignet sich dieses Buch also für all jene, die zu mehr Körper- und Ernährungsbewusstheit (zurück)finden wollen. Ich empfehle es für die Leser/innen, die sich durch besseres Wissen Motivation für eine Ernährungsumstellung in die Küche holen möchten.


Was Sie besser nicht über Sex wissen sollten: Ein Sexualmediziner erzählt seine außergewöhnlichsten Fälle
Was Sie besser nicht über Sex wissen sollten: Ein Sexualmediziner erzählt seine außergewöhnlichsten Fälle
Preis: EUR 11,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurioses aus der menschlichen "Unterwelt" der Lustbefriedigung, 29. November 2013
Ein Arzt erzählt von interessanten Erlebnissen in seinem Alltag als Urologe und Sexualtherapeut. Mal wird der Metallring eines Handwerkers zweckentfremdet und gefährdet das beste Stück eines Mannes, mal führt eine merkwürdige Wunde am Hintern eines Mannes in absonderliche Richtungen. Dann wieder findet der Arzt den absonderlichen Grund für zwei monströs angeschwollene Schamlippen oder stößt auf einen Mann, der nach mehreren Jahren ohne Orgasmus bei der Untersuchung durch eine junge ärztliche Praktikantin in der Klinik endlich einmal wieder einen Samenerguss erlebt – und schließlich mit seiner Frau das lange ersehnte Kind zeugen kann …
Ganz merkwürdig fand ich dann die Geschichte von jenem Mann, der nach vielen Jahren der Lustlosigkeit auf einem Jamaika-Urlaub entdeckt, dass es ihn erregt, als er seine Frau dabei erwischt, wie sie sich von einem fremden Mann so richtig verwöhnen lässt. Von nun an ist es mit seiner Lustlosigkeit vorbei und er hat wieder Spaß mit seiner Frau – und mir blieb dabei die Spucke weg. Vielleicht bin ich auch nur Spießerin? Weiter geht es mit Bissen in das beste (erigierte) Stück, mit Orgasmusproblemen – und deren Lösungen, und man erfährt von mit Erektionsschwierigkeiten, von merkwürdigen Fetischen und irrsinnigen Verrenkungen von Menschen auf der Suche nach Lustbefriedigung.

Doch insgesamt geht es eben nicht nur darum, dass sich Männer und Frauen irgendwelche Gegenstände an irgendwelche Körperteile hängen oder irgendwohin einführen, es geht auch darum, dass in deutschen Schlafzimmern und auch außerhalb einfach kuriose Fantasien ausgelebt werden und das der Sexualmediziner von manchen Vorlieben erfährt und sie weitergibt, von denen unsereiner noch nie etwas gehört hat … und nicht immer geht es dabei ungefährlich und appetitlich zu. Auch zeigt sich, wie sehr gerade beim Thema Sex die Psyche eine große Rolle spielt.
Herr Dr. Potempa gibt Einblicke in so manche psychologische Hintergründe im Verhalten von Menschen. Auch zeigt der Arzt, wie er so manchen Absonderlichkeiten zu begegnen sucht, z. B. durch den einfachen Tipp, einmal Sex vor einer Kamera zu haben oder einfach mal die Vorhänge aufzulassen, um die exhibitionistischen Triebe zu Hause ausleben zu können.
Der Sexualmediziner erzählt die Geschichten in einem ganz lockeren Ton. Die leicht lesbare Sprache macht das Lesen zu einem zusätzlichen Genuss, weil man so ganz nebenbei durch das Schlüsselloch des Behandlungszimmers schauen kann. Interessant fand ich auch, dass man die "Denke" des Arztes und Therapeuten kennenlernt, dem nach seinen Erlebnissen wohl kaum mehr etwas Menschliches fremd ist.

Auf den Leser wartet also ein ganzes Sammelsurium an Kuriositäten aus dem Sex-Alltag der Bundesbürger. Dabei darf er sich darauf freuen, vieles zum Lachen zu haben, aber auch manches, worüber Herr und Frau Normal letztlich nur verwundert die Köpfe schütteln können. Wer also gerne einmal die geballte Ladung von Geschichten aus dem Urologen- und Sextherapeutenalltag lesen möchte, anstatt immer mal wieder verstreute Gerüchte zu hören, der wird an "Was Sie besser nicht über Sex wissen sollten" seine helle Freude haben.

Fazit: Als Beitrag für ein launiges Fest oder zur persönlichen Erbauung, zum Wundern und Staunen eignet sich dieses "Sex-Buch" absolut. Diese Erlebnisse eines Urologen und Sexualtherapeuten, der in und an den Unterleibern und in der Psyche von Menschen die kuriosesten Dinge entdeckt. Immer mal wieder hört man davon, dass sich in den urologischen Praxen und Klinikabteilungen sowie Sexualtherapien Menschen mit solchen "Problemen" tummeln. Mal gibt es Witziges zu berichten, mal Absonderliches, manchmal auch Gefährliches. Ich habe diesen Bericht über Sexunfälle, -dummheiten, -vorlieben und -praktiken an einem Nachmittag vergnüglich verschlungen …


The Silver Tree
The Silver Tree
Preis: EUR 14,98

5.0 von 5 Sternen So sphärischatmospärischschön – das ist seelenvoll statt Plastik; das packt mich richtig an, 28. November 2013
Rezension bezieht sich auf: The Silver Tree (Audio CD)
Während ich diese Rezension schreibe, höre ich zur Inspiration ausgerechnet "Sacrifice" von Lisa Gerrard (ist allerdings gar nicht auf dieser CD drauf! Lohnt aber auch auf jeden Fall genauso wie diese gesamte Silvertree-CD ;-). Und wie immer haut es mich dieses Lied wie die Silvertree-CD absolut vom Hocker bzw. Schreibtischstuhl. Wahrscheinlich gehen die Bewertungen dieser Ausnahmeaustralierin mit ihren außergewöhnlichen Liedern in einer oft nicht existierenden Pseudosprache ohne Sinn und der geheimnisvollen Stimme wie bei Björk von "genial" bis "unglaublicher Nonsense".

Für mich ist diese Frau – auch und gerade in ihren Soloprojekten – jedenfalls eine richtig gute Künstlerin, die man kennen sollte.

Nun zu "Silvertree" in aller Kürze: Die sphärischen Synthesizerklänge (teilweise auch etwas rhythmischer und mit sanften Percussioneinschlägen) der 16 Songs vermischen sich auf eine Art mit dieser unglaublichen Stimme, wie ich es zuvor noch nicht gehört habe. Bei dieser faszinierenden Musik kann man tief in sich verborgene Gefühle und Gedanken entdecken. Von wenig Musik kann man das wohl sagen. Es klingt vielleicht etwas pathetisch, wenn ich sage, dass in diesen Klängen etwas Göttliches hör- und fühlbar wird. Ich jedenfalls werde in eine ganz andere Welt geholt, wenn ich Lieder wie "Serenity", "Abwoon" oder "Devotion" höre – ein absolutes Wunder ist für mich aber "Towards the Tower". Das 5. Stück ("Mirror Medusa") ist dann wiederum ein reines Instrumentalstück – hier komme ich durch die fast schon beängstigenden Gruselklänge richtig in eine melancholische und gleichzeitig beruhigende Trance-Stimmung. Dies alles ist eine zutiefst morbide und paradoxerweise doch lebendige, tiefe, surreale und im besten Sinne entrückende Musik, die mich richtig bewegt.

Wenn irgend möglich, werde ich mir diese Künstlerin einmal live ansehen und mich zusammen mit anderen Leuten verzaubern lassen. Ich habe mir einige Videos von Lisa Gerrard im Internet angesehen; so auch "Sacrifice". Es ist unglaublich, wie schön diese Frau ist, wenn sie wie ein Feenwesen dasteht und aus einer fernen Welt heraus zu einem zu singen scheint. Ich bin keine Esoterikerin, aber so etwas ist schon unglaublich anrührend und lässt an die Existenz einer anderen Welt denken. Mich packt das richtig an.
Demnächst höre ich mir auch den Soundtrack zum "Gladiator"-Film an, den ich kürzlich mit meinem Liebsten sehen durfte (musste ;-), weil blutrünstig); die Musik jedenfalls war genial und gab dem Film eine Würze, wie sie ihresgleichen sucht. Sonst bin ich in Sachen Musik nicht so schnell zu begeistern. In diesem Fall aber hat es mich wie bei der "Silvertree"-CD wirklich aus den Strümpfen gefegt. Diese Frau und ihre Songs werde ich mir also aus gutem Grund noch genauer ansehen.

Fazit: Hinter einem schön gestalteten CD-Cover verbirgt sich eine Scheibe, bei der Tiefe, geheimnisvolle und sehr intensive Songs auf eine wunderbare Frauenstimme treffen. Für mich ist das wahre Kunst, die mir ganz tief in die Seele geht. Obwohl teilweise in einer Kunstsprache ohne Bedeutung geschrieben, transportieren die Lieder über ihren Klang so viel Botschaft, wie es kaum ein anderer Klang zu tun vermag. Hier werden Musik und eine besondere Stimme zu einer unglaublich vielsagenden Sprache, die sicher nur die verstehen, die sich darauf einlassen. Dass ich mir mit dieser CD eine so tief gehende Atmosphäre ins Wohnzimmer holen kann, finde ich wunderbar. Ich kann diese Musikkunst nur empfehlen.


Ravensburger 12141 - Dinosaurier - Nachtlicht puzzleball, 72 Teile
Ravensburger 12141 - Dinosaurier - Nachtlicht puzzleball, 72 Teile
Preis: EUR 18,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönes Motiv, Teile passen gut, Ball hält, Klatsch-Relais funktioniert, auch die zwei Helligkeitsstufen: super!, 25. November 2013
= Haltbarkeit:5.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:4.0 von 5 Sternen 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Gerade auf dem Puzzle-Geschenke-Tripp haben wir uns diesen Puzzleball mal näher angesehen. Und weil wir das Geschenk für einen Zehnjährigen eben vorher auch testen wollten, haben wir ihn aufgebaut. Unser Eindruck:

Ist der Ball erst einmal zusammengesetzt, kann er entweder einfach auf den mitgelieferten Plastikteller gelegt werden oder auf den Leuchtuntersatz. Wenn man den Puzzleball auf den Leuchtuntersatz stellen will, muss man ein paar Teile unten ausbauen/weglassen (ca. 4 Stück), damit er gut auf den Untersatz passt und dann (sozusagen von innen) beleuchtet werden kann.

Die Lampe ist in zwei Helligkeitsstufen einstellbar (z. B. durch Klatschen). Beide wirkten auf uns sehr angenehm. Der Ball gibt in beiden Stufen ein angenehmes Licht und bringt die Dinos besonders gut zur Geltung. Wie lange die drei (nicht mitgelieferten) Batterien ausreichen, um den Ball zu beleuchten, können wir nicht sagen. Im Dauerbetrieb hat man ihn wohl eher sowieso nicht.
Die Lampe wird auf der Unterseite des Leuchtsockels an- oder ausgemacht, dann wird das Licht durch Klatschen aktiviert (einmal klatschen = erste Helligkeitsstufe; zweimal klatschen = 2. Helligkeitsstufe; 3 Mal klatschen = aus). Das Klatschrelais reagiert allerdings nicht nur auf Klatschen, sondern auf alle möglichen lauten Geräusche, wie zum Beispiel Husten. In unseren Augen ist das kein Problem. Insgesamt geht es ja nur darum, diesen Ball als Spielerei auch mal aus der Entfernung ausmachen zu können.

Unser Tipp: Bei einem Geschenk auf jeden Fall die nicht mitgelieferten Batterien mitschenken, sonst kann der/die Beschenkte das Geschenk nicht gleich am ersten Tag komplett ausprobieren, wenn keine Batterien im Haus sind. Wäre ja schade drum, weil das Licht natürlich schon ein Highlight ist – und die leuchtende Lampe am ersten Abend am Bett muss dann schon sein … ;-)

Unser Eindruck vom Puzzleball in Stichworten:

1. Die robusten (leicht gewölbten) Teile passen sehr gut zusammen
2. Der Ball hält in sich gut
3. Das Motiv ist schön bunt
4. Der Ball hält auf dem Leuchtsockel wunderbar (ca. 4 Teile müssen unten ausgebaut sein)
5. Das Klatschrelais funktioniert zuverlässig (reagiert allerdings auf alle möglichen Geräusche)
6. Beleuchtet sieht der Ball noch besser aus als unbeleuchtet.

Fazit: Wir werden diesen Puzzle-Ball auf jeden Fall mit gutem Gewissen verschenken. Die Teile, die insgesamt ein schönes Motiv ergeben, passen perfekt und das runde Puzzle hält sehr gut zusammen. Der Ball macht sowohl auf dem Plastikteller als auch auf dem Leuchtuntersatz etwas her. Die zwei Helligkeitsstufen sind sehr angenehm. Das Klatschrelais reagiert zwar nicht nur auf Klatschen, sondern auf alle möglichen lauten Geräusche (z. B. lautes Husten). Das Relais arbeitet aber zuverlässig. Eine schöne Erfindung.


Ravensburger 13927 - Pferdetraum - 100 Teile XXL Glitter Puzzle
Ravensburger 13927 - Pferdetraum - 100 Teile XXL Glitter Puzzle
Preis: EUR 11,95

5.0 von 5 Sternen Mädchenmärchenrosaglitterromantik mit pinkfarbenem Pferd, Blumenmeer und kunterbunten Schmetterlingen – gut gemacht, solide Qual, 24. November 2013
= Haltbarkeit:5.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:5.0 von 5 Sternen 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Was kann man über ein Puzzle groß sagen? Hm, zum Beispiel einiges darüber, warum man es sich angeschafft hat, wie man das Motiv findet, wie die Puzzleteile von der Qualität sind, ob die Schwierigkeitsstufe gemessen an der Altersempfehlung angemessen ist.

Nun, wir haben dieses Puzzle als Tagesbeigabe für einen Adventskalender besorgt. Unsere Idee: An jedem Tag kommen zusätzlich zu etwas Süßem ein paar Puzzleteile in den Sack. Damit die Teile zu den Teilen des jeweiligen Vortages passen, mussten wir das Puzzle selbst zusammenbasteln und konnten uns ein Bild von Schwierigkeitsgrad und Optik machen.

Für das Zusammensetzen des Puzzles haben wir (zwei Erwachsene) gute 20 Minuten gebraucht . Nicht ganz einfach zusammenzusetzen sind vor allem der rosa Hintergrund und das Pferd, weil es sich hier doch um optisch teilweise ziemlich ähnliche Teile handelt (sowohl was die Ausstanzung, sprich Zähne und Einbuchtungen der Teile angeht als auch die Farbe). Für Kinder ab 6, unter Anleitung sicher aber auch etwas früher, ist dieses Puzzle nicht supereinfach zu lösen, aber gut machbar. Das Motiv entschädigt dann auch absolut für die Mühe.
Die Teile selbst sind (wie man es von diesem Hersteller gewohnt ist) sauber ausgestanzt. Alles passt perfekt und ohne Widerstand ineinander. Auch beim "Auseinanderbauen" ist nichts ausgefranst, wie wir es leider schon beim Puzzle eines anderen Herstellers schon beim ersten Abbau erleben mussten. Da hatten sich dann Teile der Motivfolie von der Pappe an den Kanten oder Ecken gelöst. Nicht hier. Auch kann man sich nach dem Prinzip "Schlüssel und Schloss" gerne einmal an den sehr verschieden ausfallenden Ausbuchtungen/Zähnen und den Einkerbungen der einzelnen Puzzleteile orientieren, wenn man mit dem Motiv oder der Farbe selbst nicht weiterkommt.

Was im Endeffekt beim Zusammenbauen herauskommt, ist ein kunterbuntes, rosalastiges für Kinder-/Mädchenaugen aber umso schöneres Pferdemotiv mit viel (auch aufgesetztem) Glitzer, Blumenwiese und wunderschön bunten Schmetterlingen. Mag es für Erwachsenenaugen sicher viel Kitsch sein, für Kinder ist es sicher eine unglaubliche, traumähnliche Fantasielandschaft. Schön fanden wir auch den aufgesetzten Glitter, weil er dem Puzzle neben der glatten Oberfläche auch ein bisschen pädagogisch wertvolle raue Oberflächenhaptik gibt.

Fazit: Dieses Puzzle ist zugegeben gruselig mädchenkitschig – aber gerade deswegen supergeeignet für kleine Prinzessinenkinderaugen. Rosabunt und glitzernd entsteht aus großen Puzzleteilen eine Traumlandschaft für kleine Pferdeliebhaberinnen. Die Teile sind sauber ausgestanzt und passen gut ineinander. Insgesamt ist das also die gewohnte solide Ravensburger-Qualität. Prädikat: empfehlenswert.


Tieryoga
Tieryoga
von Rajesh Sharma
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen possierliche Tierbilder zusammen mit Yogastellungen, 21. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Tieryoga (Gebundene Ausgabe)
Ein guter Freund, der mich netterweise immer mal wieder mit lustigen Büchern zu meinen Themen "Sport, Gesundheit, Diät und auch Kinderbücher" versorgt, hat mir jetzt dieses Buch im vorweihnachtlich-trüben November geschenkt. Danke! Da ich gerne (mal mehr, mal weniger intensiv) Yoga mache und gerne Tiere mag, habe ich es mir sehr gerne zu Gemüte geführt.

Worum handelt es sich: Bei diesem gut 6o Seiten starken "Bilderbuch mit kurzen Texten" handelt es sich nicht etwa um ein ernst gemeintes Yoga-Buch für Tiere oder Ähnliches. Es zeigt stattdessen Menschen, die sich in bekannten Yoga-Asanas befinden und lustige Bilder von possierlichen Tieren aller Art, deren Haltungen der jeweiligen Yoga-Haltung verflixt ähneln. Jeweils auf der linken Buchhälfte finden sich bevorzugt Frauen, die sich der Heuschrecke-Übung hingeben oder sich in der "Zange" 'entspannen'. Gleichzeitig sieht man auf der jeweils rechten Buchhälfte, wie beispielsweise ein Seehund am Strand ähnliche Verrenkung vollführt oder eine süße graue Maus sich reckt wie ihre menschliche Yoga-Kollegin.

Auf die beschriebene Weise sind mir z. B. besonders hervorhebenswert begegnet: ein Elefant im Schneidersitz (fand ich sehr ungewöhnlich lustig – und auch dieses Bild soll laut Buchrückseite wie alle anderen "unbearbeitet" sein); ein Erdmännchen in Habtachtstellung; ein Königspinguin, der sich ausgerechnet in der Kamelstellung zu befinden scheint, während das Kamel auf S. 61 dann wieder in der Diamanten-Stellung verharrt; ein Orang-Utan im Spagat; ein kleiner Panda im Drehsitz; ein eingekauertes Ferkelchen; ein Lemur im "geschlossenen Winkelsitz" … Die Verbindung zwischen Yoga-Stellung von Menschen und den Tierpendants hat mir gefallen. Diese gute Idee zeigt aber auch, dass es für Tiere teilweise offenbar ganz natürliche Bewegungen zu sein scheinen, die wir Menschen durch Yoga manchmal erst mühsam (wieder)erlernen müssen – auch ein interessanter Aspekt.

Ich fände es ja ziemlich lustig, wenn es das eine oder andere Bild aus dem Buch als Poster zu kaufen gäbe. Das wäre sicher eine nette Bereicherung für so manches Zimmer von Yoga-Begeisterten Tierliebhabern oder auch für den Übungsraum eines Yogastudios … und schließlich könnte es ja auch ein guter Beitrag für die Lachentspannungspraxis sein … Lachyoga soll ja auch sehr gesund sein :-).

Fazit: Eine gute Idee. Ich finde dieses kleine Yoga-Tier-Buch lustig. Es wird sicher in nächster Zeit noch öfter als Weihnachtsgeschenk über die Ladentische gehen oder von Onlinebuchhändlern aller Art verschickt werden. Mir hat das gefallen.


Der kleine Oskar will nicht schlafen
Der kleine Oskar will nicht schlafen
von Jane Chapman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 11,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lalelu-süße, kulleraugeneulige Kleinkindeinschlafhilfe, 21. November 2013
Ich muss sicher niemandem sagen, wie viele Eltern unter chronischem Schlafmangel leiden, weil ihre Engelchen oft teuflisch-bengelig nicht recht einschlafen wollen oder nicht ordentlich durchschlafen. Dass da ein Einschlafritual helfen kann, ist kein Geheimnis. Auch nicht, dass eine gute Gutenacht-Geschichte schon die halbe Miete ist. Und so ist es nach unserer Erfahrung auch überhaupt kein Problem, immer wieder dieselben paar Geschichten am Bettrand vorzulesen – vorausgesetzt, es sind die richtigen. Dieses ist klar eine solche richtige Geschichte, die man auch mehrere Monate immer wieder herauskramen kann und deren Nutzen sich sogar steigert, je öfter man sie (vor)liest.

Zum Inhalt: Warum nur ist der kleine keksmümmelnde Oskar mit seinen riesigen Kulleraugen nicht müde? Ganz anders seine erschöpfte Oma, die es gerne sähe, dass die kleine gefiederte Eule endlich selbst in die Federn bzw. sein blättergepolstertes Nest steigt. Doch Oskar ist fit wie ein Turnschuh. Auch hält er nicht viel von Omas Bettlektüre. Was also wäre, wenn er die erschöpfte Oma ins Bett bringen müsste, damit sie sich ordentlich ausruhen kann? Hmmh … das ist gar nicht so leicht, stellt sich heraus, wenn man eine kleine Eule ist … und dann wird auch die kleinste Eule selbst eeendlich müde von des Tages Lasten …

Meine Bewertung: Die nette Geschichte von der kleinen Eule, die nicht einschlafen will, ist sehr liebevoll illustriert. Die Oma als Einschlafhelferin, die ihrem Enkel weder durch das Vorlesen einer Geschichte Herr wird noch dadurch, dass Sie ihm ein Blätterbettchen richtet, wirkt mit dem schlaflosen Eulenkind, wie aus dem Leben gegriffen. Und auch die Pointe der Geschichte ist pädagogisch wertvoll: Die Oma, die sich schließlich selbst von Oskar ins Bett bringen lässt, bringt ihren Enkel so sehr auf Trapp, dass er schließlich endlich müde wird. Diese nette Wendung des ganzen ist für Kinder immer wieder lustig. Schön finde ich eben auch, dass die Geschichte genau das Problem auf kindliche Art thematisiert, das man ja im wirklichen Leben als Eltern oft hat, nämlich dass der/die Kleine einfach nicht einschlafen will. Dass dieses Problem dann in der Geschichte auf so raffinierte Art gelöst wird, ist einfach eine tolle Idee.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich finde, als Einschlafhilfe eignet sich diese schön bebilderte Geschichte um Kinder(eulen)- und Eulengroßelterngefühle deswegen auf jeden Fall.
Fazit: Diese goldige Kindereinschlafhilfe in Buchform kann ich nur empfehlen. Tolle Bilder und eine süß erzählte, pädagogisch wertvolle, lehrreiche Geschichte treffen hier sehr harmonisch aufeinander. Eine tolle Sache, die Kleinkinder ab spätestens 4 Jahren (oder schon früher) wie deren Eltern nur mögen können!


Du und Ich: Roman
Du und Ich: Roman
von Niccolò Ammaniti
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen einfühlsam geschriebener, lesenswerter kurzer Roman, 9. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Du und Ich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte ist gut geschrieben. Beschrieben wird der eigenbrötlerische, seltsame 14-jährige Lorenzo, der versucht seine Abneigung gegenüber den meisten Menschen hinter der Fassade der Anpassung zu verstecken. Am liebsten lebt er in seiner eigenen Welt. Und doch ist er auch ambivalent. Einerseits von den anderen durch eine innere Sperre getrennt, sehnt er sich doch auch nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe von "Gleichgesinnten" aus seiner Schule, die eines Tages in die Skiferien fahren – natürlich ohne ihn einzuladen.
Lorenzos Wunsch, gerade bei dieser Gruppe dabei zu sein, wird so stark, dass er seiner Mutter erzählt, er sei von ihnen eingeladen worden, obwohl es nicht stimmt. Die überglückliche Mutter erzählt dem Vater – in einem Gespräch, das der Sohn heimlich belauscht – davon, dass der Sohn nun Anschluss gefunden habe und dass sie froh darüber sei, dass nun alles normal und der Sohn wohl zu einem glücklichen Menschenfreund mit sozialen Kontakten werden könne. Nun gibt es aus der Sicht Lorenzos kein zurück mehr; also muss er seinen Eltern vorgaukeln, er fahre tatsächlich mit der Gruppe in die Skiferien. Deswegen lässt sich Lorenzo mit Sack und Pack (Skiern etc.) von seiner Mutter bis nahe an den Treffpunkt fahren, behauptet dann aber, er wolle zum Treffpunkt alleine gehen, weil er sich sonst vor seinen Freunden schäme. In Wirklichkeit schleicht sich Lorenzo dann aber in das große Haus seiner Eltern zurück, wo er sich in einem abgelegenen Kellerzimmer ein Lager mit Lebensmitteln, Videospielkonsole, Fernseher, Matratze und Selbstbräuner (um die Skibräune vorzutäuschen) für die nächsten Tage eingerichtet hat, um seine Skiferien der besonderen Art ganz alleine mit sich selbst zu verbringen.
Doch es kommt anders als gedacht. Irgendwann steht plötzlich seine drogensüchtige Stiefschwester im Kellerraum. Sie lebt schon viele Jahre von den Eltern getrennt weit weg, hat aber jetzt ihre Gründe wieder ins Haus ihres Vaters und seiner neuen Frau zu kommen (Geld) … und von nun an entspinnt sich eine weitere spannende Entwicklung der Dinge, die Lorenzo (und der Leser) natürlich nicht vorhersehen konnten …

Schon den Anfangsteil und das Thema, dass ein eigenbrötlerischer Junge seine Eltern belügt, er sei zu einem Urlaub mit Freunden eingeladen, und der sich dann heimlich in einem Kellerzimmer einschließt, um seine Lüge nicht zugeben zu müssen, fand ich interessant. Ab dem Moment aber, wo die chaotische Stiefschwester bei Lorenzo im Kellerzimmer auftaucht, wird es richtig tiefgründig spannend. Gemeinsam betreten die beiden einen Weg, der sie zu sich selbst führt. Zunächst gefangen in einem Knäuel an Gefühlen wird auch der Einzelgänger Lorenzo über diesen Umweg zu einem sozialen Menschen, der für andere Verantwortung übernimmt. Mit viel Gespür für die feinen Untertöne und tiefe Emotionen wird die Geschichte entwickelt und hat mich immer mehr in ihren Bann gezogen. Obwohl die großen Handlungsereignisse fehlen, sind es gerade die emotionalen Entwicklungen, die im Kontakt von Bruder und Halbschwester entstehen, die dem ganzen eine sehr "schmackhafte Würze" verleihen. Dabei steuert das ganze nicht auf das große Happy End hin. Im Gegenteil, es zeigt eher, dass gerade auch die Traurigkeit als Weg zur Erkenntnis und zum Leben eine große Rolle spielt. Damit wächst diese Geschichte nach meinem Leseeindruck ganz eindeutig über sich selbst hinaus. Es gelingt dem Autor Ammaniti, das Allgemeinmenschliche am Beispiel eines Heranwachsenden und einer jungen Frau wunderbar plastisch zu erzählen. Mich hat das sehr beeindruckt.

Fazit: Dieses einfühlsam geschriebene Jugenddrama berührt und ist tröstlich zugleich. Es ist die Geschichte von jungen Menschen, deren Angst, Sehnsucht und Mut vor der Welt mitten hineinführen ins Leben, das voll ist vom Gefühl der Einsamkeit und der Hoffnung, sich daraus befreien zu können und dazuzugehören. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Er ist das Fenster in die Seele seiner Figuren, von denen so manche Anteile auf ihre verwandelte Art auch in uns selbst stecken. Daher meine Empfehlung für einen gemütlichen Herbstnachmittag mit ein-zwei guten Tassen Tee oder gediegene Abende mit einem Glas ausgewähltem Rotwein. Ein lesenswerter kurzer Roman!


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