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Rezensionen verfasst von
Wolfgang Herrmann
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Das Versenkte Buch: Ekstatische und weltliche Betrachtungen von Bahauddin, dem Vater von Rumi
Das Versenkte Buch: Ekstatische und weltliche Betrachtungen von Bahauddin, dem Vater von Rumi
von Coleman Barks
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,90

5.0 von 5 Sternen Rumis Vater als Mystiker, 6. Juni 2013
Bahauddins "Maarif", ein bunte Sammlung von Notizen, Vorträgen und Tagebuchaufzeichnungen, sind immer noch wenig bekannt. Verständlicherweise stehen sie im Schatten der weltberühmten Werke von Bahauddins Sohn. Eine vollständige Edition der Maarif wurde erst 1959 von dem persischen Gelehrten Furuzanfar veröffentlicht (zweibändig, nahezu tausend Seiten). Die Autoren des vorliegenden Buchs, Coleman Barks und John Moyne, nennen es einen «mystischen Komposthaufen» und haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Sammlung für westliche Leser zu erschließen, und zwar mit einer Methode, die Coleman Barks schon bei seinen Rumi-Übersetzungen mit Erfolg angewandt hat: John Moyne hat Auszüge aus dem Maarif textgetreu vom Persischen ins Englische übertragen, die von Coleman Barks (der des Persischen nicht mächtig ist) poetisch überarbeitet wurden. Er nennt das «Vergrößerung, Interpretation und spontane Kontemplation über das, was Bahauddin geschrieben hat». Folgerichtig erscheinen Barks und Moyne als Autoren des vorliegenden Buchs und nicht Bahauddin selbst. Die im Buch angeführten Beispiele für diese zweistufige «Komposition» hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck: Der Rezensent wäre mit Moynes einfacher Übertragung bereits zufrieden gewesen. Da Coleman Barks schon seinen Rumi-Übersetzungen einen sehr persönlichen Stil aufgeprägt hat, begegnen eben diese Eigenheiten dem Leser auch hier, so dass es fast den Anschein hat, als hätte der Sohn den Vater beeinflusst! Dankenswerterweise hat sich Peter Finckh bei seiner präzisen Übersetzung ins Deutsche jeder «Nachdichtung» enthalten. Authentische Teilübersetzungen der Maarif unmittelbar ins Deutsche finden sich beim Schweizer Orientalisten Fritz Meier in seiner leider schwer erhältlichen Monografie über Bahauddin ACTA Iranica: Encyclopedie Permanente Des Etudes Iraniennes: (Textes Et Memoires, 14).
Den Inhalt der Maarif hat John Moyne treffend zusammengefasst: ein «intimer, spiritueller Reiseführer, schrullig, vielfältig und leidenschaftlich». Neben autobiografischen Notizen ist vieles in Form von kurzen Ansprachen verfasst, die sich wohl an Schüler Bahauddins richten, tiefsinnige Meditationen über Koranverse z.B. Manches mutet wie ein innerer Dialog mit der Gottheit selbst an. Der Autor empfängt regelrechte «Offenbarungen», worunter es auch einige selbstkritische Reflexionen gibt. Doch falsche Bescheidenheit kann man Bahauddin nicht vorwerfen: Den ihm «von vielen guten und edlen Leuten» während eines Kollektivtraums verliehenen Ehrentitel «König der Gnosis» nimmt er bereitwillig an. Am erstaunlichsten ist wohl seine kraftvoll-sinnliche Schau des Lebens, das er mit all seinen Facetten dankbar annimmt: «Mitten im Gebet dachte ich wieder an die Nymphen im Paradies …». An einer anderen Stelle, wohl einem Tagebucheintrag, beschreibt er sehr anmutig den gleichzeitig erlebten Orgasmus mit einer Frau, erinnert sich an Sure 52:20 und schließt daraus, dass «das Zurücklehnen in den Sex auch der Seele Freiheit gibt». Der Lob der Frauen auch an anderen Stellen unterscheidet Bahauddin sehr von seinem Sohn, der bekanntlich etwas andere Präferenzen hatte…
Ein faszinierender Eintrag zu dem Thema, wie eine rote Rose auf eine weiße Pappel zu pfropfen sei, liest sich zunächst wie die nüchternen Ratschläge eines Landschaftsgärtners und lässt doch eine metaphorische Ebene durchschimmern, die ganz eindeutig auf Rumi vorausweist: «Hier und jetzt ist, wo dir das Wunder gezeigt werden kann, das Wunder von dem, was andauernd geschieht.»
Ein wertvolles, inspirierendes und unterhaltsames Buch.


MAHLER: Sinfonie Nr. 2 *Auferstehung* (Staatskapelle Berlin, Boulez) [HD-DVD]
MAHLER: Sinfonie Nr. 2 *Auferstehung* (Staatskapelle Berlin, Boulez) [HD-DVD]
DVD ~ Diana Damrau
Preis: EUR 29,99

3.0 von 5 Sternen Vorsicht! Läuft nicht auf allen Geräten, 18. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Boulez hat Mahlers Zweite bereits großartig mit den Wiener Philharmonikern aufgenommen (s. dortige Rezensionen)Sinfonie 2 "Auferstehung", dem Rezensenten ging es hier um die optische Erfahrung.Doch leider ließ sich die HD-DVD nicht auf seinem Blueray-Player abspielen (was er ganz naiv angenommen hatte). Also sollte man vor dem Kauf diesen Punkt genauestens prüfen.


Bruckner: Sinfonie Nr. 8 - Franz Welser-Möst [Blu-ray]
Bruckner: Sinfonie Nr. 8 - Franz Welser-Möst [Blu-ray]
DVD ~ William Cosel
Preis: EUR 30,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderbare, eine vollkommene Einspielung – vielleicht der Durchbruch für die Erstfassung von 1887!, 14. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf den Dirigenten Welser-Möst wurde der Rezensent erst durch das in vieler Hinsicht bemerkenswerte Neujahrskonzert 2013 aufmerksam. Spontan besorgte er sich daraufhin die vorliegende Blu-Ray, doch erst beim Anhören bemerkte er, dass hier die Erstfassung von 1887 zugrunde liegt. Die wollte er gar nicht! Doch das Versehen entpuppte sich als Glücksfall. Von den vielen ihm bekannten Aufnahmen der Achten war dies die allererste, die ihn vom ersten bis zum letzten Takt überzeugte.
Auch konnte er hier die Aussage des Bruckner-Forschers Manfred Wagner bestätigen, dass „die Erstfassungen durchwegs komplizierter, mannigfaltiger und informationsreicher angelegt sind als die späteren Fassungen“. Freilich sind sie deswegen weder leichter aufzuführen noch vom Hörer einfacher aufzunehmen! Für die Clevelands sind die spieltechnischen Schwierigkeiten natürlich kein Problem und Welser-Möst ist ein ausgewiesener Bruckner-Experte, der übrigens in der Nähe von Linz geboren ist. Er nähert sich dem Werk ganz unbefangen, er «inszeniert» es nicht, er lässt es sich einfach entfalten. Dabei ist sein Dirigat hellwach und präzise (das vermittelt auch der optische Eindruck) und gekennzeichnet von ruhig fließendem Atem, an keiner Stelle, auch nicht an den heiklen Generalpausen, stockend und auch nirgends vorwärts hastend. Beim Hören stellt sich der paradoxe Eindruck von Zeitlosigkeit ein, eine gleichsam räumliche Vergegenwärtigung der Klangarchitektur. Welser-Möst nimmt einzelne Orchestergruppen dynamisch zurück, wenn es sein muss, rückt z.B. die entzückenden Naturklang-Dialoge der Holzbläser im 2. Satz in den Vordergrund (die auch optisch hervorragend in Szene gesetzt sind) und achtet darauf, dass noch an den dynamischsten Höhepunkten der Klang luftig durchsichtig bleibt, was dem Rezensenten eine ganz neue Erfahrung vermittelt hat: Endlich konnte er die vier übereinander getürmten Hauptthemen in der Schluss-Coda des 4. Satzes mit dem Ohr unterscheiden!
Die spätere Fassung von 1890 hat natürlich auch ihr Recht: Bruckners Tod ist drei Jahre näher gerückt, daher endet der erste Satz nicht mehr im dreifachen Fortissimo sondern verlischt ahnungsvoll, die Todesahnungen im ersten und letzten Satz treten nun deutlicher hervor, und hinsichtlich der Orchestrierung der ganzen Sinfonie gibt es Zugeständnisse an das Wagnersche Klangideal des satten runden Wohlklangs. Doch die Erstfassung erscheint dem Rezensenten schlichtweg reiner und von daher auch erfrischender. Fast würde er die Prophezeiung wagen, dass sie sich auf Dauer durchsetzen wird!
Auch optisch ist die Blu-Ray ein ungetrübter Genuss dank der intelligenten Bildregie, welche nicht so sehr den Dirigenten in den Mittelpunkt stellt, sondern vielmehr die einzelnen Mitglieder des Orchesters je nach ihrem Einsatz liebevoll porträtiert. Bewundernswert, mit welcher Hingabe und fast religiösem Ernst das Orchester bei der Sache ist und wie das Publikum diese Konzentration zu teilen scheint, man hört fast kein nervöses Hüsteln.
Das Audioformat DTS 5.1 HD Master Audio (auf Blu-Ray) scheint sich inzwischen als oberer Standard für hochwertige Klangaufnahmen durchgesetzt zu haben. Er muss aber auch von der Klangtechnik realisiert werden! Hier ist es vorbildlich gelungen. Wenn man derart verwöhnt wird, kann man die herkömmliche CD bald beiseite legen.
Ein Glücksfall, eine Sternstunde. Nun wünscht sich der (in mancher Hinsicht unersättliche) Rezensent, dass Welser-Möst mit diesem fabelhaften Orchester möglichst bald die Erstfassungen der Vierten und Dritten folgen lässt …


Ibn Arabi: Der Sagenhafte Greif des Westens: Anqa Mughrib
Ibn Arabi: Der Sagenhafte Greif des Westens: Anqa Mughrib
von Muhyiddin Ibn 'Arabi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,50

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Christus, das Siegel der Heiligen, und die Erneuerung des Islam, 2. Januar 2013
«In diesem Buch möchte ich dir manch ein Geheimnis erhellen und dessen Himmel in ergiebigem Regen auf dich herabrieseln lassen.» Der Anqa Mughrib, das bedeutendste Frühwerk Ibn Arabis, ist erstaunlich wenig bekannt. Erst vor wenigen Jahren hat ein westlicher Orientalist, Gerald W. Elmore, eine wissenschaftliche Edition zuwege gebracht und auf deren Basis das Werk vollständig ins Englische übertragen sowie ausführlich kommentiert. Mit der ersten Übersetzung ins Deutsche hat die Edition Shershir nun ein ganz besonderes Juwel in ihrem noch jungen Katalog.
Es ist ja bekannt, dass Ibn Arabi Jesus als ersten «Lehrer» annahm und, wie er selbst von sich bezeugt, zu Beginn seines (geistigen) Lebens ein «Isawi», also ein Christ gewesen ist. Weniger bekannt ist, dass er sein ganzes Leben lang eine liebevoll-innige Nähe zu Christus, dem Siegel der Heiligen, bewahrte und sich selbst letztlich kühn als «Siegel der mohammedanischen Heiligkeit» definierte. Der Anqa nun ist eine einzige und einzigartige Hommage an das Siegel der Heiligen, verknüpft mit der (noch nicht explizit so benannten) Idee des Vollkommenen Menschen, die hier als «mohammedanische Wirklichkeit» auftritt. Nicht zufällig entstand das Buch in einer Zeit, die von persönlicher Aufbruchsstimmung, aber auch allgemein von apokalyptischer Endzeiterwartung geprägt war (der Islam wurde im andalusischen Westen von der Reconquista bedroht, im Osten ahnte man schon den späteren Einfall der Mongolen). Die Zweite Wiederkunft Christi (von der auch in den Hadithen die Rede ist) schien unmittelbar bevorzustehen. In diesem beklemmenden geschichtlichen Moment entstand der Anqa als kühner Entwurf einer Erneuerung des Islam aus christlichem Geiste: «Der dürre Ast wird neu belebt und wieder Früchte tragen.» Dieser Prozess wird symbolisiert vom «Aufgang der Sonne im Westen».
Man versteht, dass sich der Urheber solch gewagter Visionen gegenüber der islamischen Orthodoxie durchaus bedeckt halten musste, und zwar auch in Andalusien, das keineswegs so tolerant war, wie allgemein angenommen. Ein Mittel zur kunstvollen Verschleierung dieser Ideen stellt die Sprache des Anqa dar. Sie ist durch und durch poetisch verdichtet, farbenreich und übersät von unzähligen Metaphern und symbolischen Anspielungen. Im Übrigen ist auch der Titel des Buches selbst ein Deckname, dessen Code nicht aufgelöst wird. Keine leichte Lektüre! Der Leser ist daher dankbar für die sehr zahlreichen Anmerkungen von Elmore bzw. dem deutschen Übersetzer, die den Text entschlüsseln helfen und wichtige Hintergrundinformationen liefern.
Zu den Höhepunkten zählen mehrere in den Text integrierte Gedichte, die vom deutschen Übersetzer direkt aus dem Arabischen übertragen wurden und zum Teil verblüffend modern wirken: «Ich bestaunte einen Ozean ohne Küste / Und ein Gestade ohne Meer / Einen hellen Morgen, der keinem Dunkel folgt / Und eine Nacht, die nicht ins Licht der Frühe mündet.» In seinem mittleren Teil (der Text des Anqa ist wie ein Triptychon aufgebaut) erleben wir eine hinreißend anschauliche Szenerie von der Erschaffung der Welt, die den Vollkommenen Menschen als Hauptdarsteller präsentiert. Der Anqa endet mit einer zusammenfassenden Würdigung von Christus aus Fundstellen des Koran und der Hadithe, die Ibn Arabi zu Recht «bruchstückhaft» nennt und – ein genialer Einfall – andeutungsweise um sein inneres Wissen bzw. seine innere Deutung ergänzt. Wenn man z.B. sieht, wie innig er mit der biblischen Passionsgeschichte vertraut war, verschlägt es einem den Atem!
In die etwas schwierige Thematik des Anqa wird der Leser durch eine sehr kompetente Einleitung von Gerald W. Elmore eingestimmt. Der Anhang enthält umfangreiche Auszüge aus den Fusus und den Futuhat, die vom Siegel der Heiligen handeln, sowie ein ausführliches dreiteiliges Register.
Dieses äußerst inhaltsreiche Buch wird noch von sich reden machen!


Der Name und das Benannte: Die Heiligen Eigenschaften Gottes
Der Name und das Benannte: Die Heiligen Eigenschaften Gottes
von Shaykh Tosun Bayrak
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Heiligen Namen Gottes und der Weg zur menschlichen Vollkommenheit, 1. Januar 2013
Seit der Erstauflage im Jahre 1985, damals noch unter dem missverständlichen Titel «The Most Beautiful Names», ist das Buch von Tosun Bayrak so etwas wie ein Klassiker in Sufikreisen geworden und es ist sehr verdienstvoll, dass in der Edition Shershir nun endlich eine deutsche Übersetzung (mit den schönen Kalligrafien des Originals) erschienen ist. Der Autor präsentiert hier eine sehr persönliche, wenngleich von diversen klassischen Sufilehrern beeinflusste, Darstellung aller 99 Gottesnamen, wobei er sich einer packenden Sprache bedient, die den Leser unmittelbar anspringt und nachdrücklich an seine je eigene Verantwortung als menschliches Wesen erinnert. Der (vollkommene) Mensch ist «in Wahrheit das Antlitz Gottes, das Seiner Schöpfung zugewandt ist, die Göttliche Form», wie es William C. Chittick in seiner vorzüglichen, von Ibn Arabi inspirierten Einleitung formuliert. Es geht hier also nicht um eine theologische Metaphysik, sondern darum, den Weg zur menschlichen Vollkommenheit aufzuzeigen. Die Meditationen über die Schöpfung als Spiegelbild Göttlicher Eigenschaften, münden folgerichtig in ganz praktische Anweisungen zu menschenwürdigem Handeln, bis hin zu praktisch-magischen Ritualen, die das sogenannte dhikr, das «Erinnern» der Heiligen Eigenschaften Gottes, verwenden, um etwa Eheprobleme zu lösen oder verlorene Wertgegenstände wiederzufinden. Für jemanden, der die Kraft des dhikr nicht aus eigener Erfahrung kennt, mag das unwahrscheinlich klingen. Insoweit wendet sich das Buch von Bayrak an bereits «Eingeweihte».
Der Übersetzer hat ein eigenes Vorwort und diverse Fußnoten beigesteuert, die gleichsam exoterische Ergänzungen zu den mehr verinnerlichten Meditationen darstellen. Der Leser erfährt z.B., dass die überkommene Form des dhikr (als wiederholte Anrufung der Gottesnamen im Rahmen der arabischen Sprache) keineswegs essenziell ist, sondern auf historische, linguistische und numerologische Bedingungen zurückgeht (ebenso wie die ominöse Zahl 99). Die Besinnung auf die Immanenz Gottes in der Schöpfung (und im geschaffenen Menschen) ist mit geeigneten Ritualen ja in jeder Religionsgemeinschaft und in jeder Sprache möglich. So mag der Leser den Horizont von Bayraks Text, der oft wie ein Katechismus für fromme Muslime anmutet, über den orthodoxen Rahmen hinaus ausdehnen und gelegentlich sogar Parallelen zur christlichen Mystik und zur abendländischen Geistestradition erkennen.


Chittick: Ibn Arabi: Erbe der Propheten
Chittick: Ibn Arabi: Erbe der Propheten
von William C. Chittick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut fassliche Einführung in Grundaspekte der Lehren Ibn Arabis, 16. August 2012
Der vom Übersetzer Dr. Peter Finckh neugegründete Verlag Edition Shershir widmet sich nach eigenen Worten «den Übertragungen wichtiger Sufi-Literatur ins Deutsche» und legt hiermit, zusammen mit dem gleichzeitig erschienenen Das versenkte Buch: Ekstatische und weltliche Betrachtungen von Bahauddin, dem Vater von Rumi seine ersten beiden Publikationen vor. Schon die äußere Gestaltung überrascht mit einer schlichten, kühlen und doch hinreißenden Eleganz. Die Bücher der Edition Shershir zeichnen sich durch ein originelles (auf Fotografien mineralischer Muster basierendes) Design aus und werden grundsätzlich nur in gebundener Form produziert. Eine wertvolle Bereicherung der bisher doch allzu überschaubaren Verlagslandschaft im Bereich Sufi-Literatur!
William C. Chittick, wahrlich ein Kenner der Materie, hat schon mehrere Monographien über islamische Mystiker und darunter auch einige über Ibn Arabi veröffentlicht, die als unverzichtbare Standardwerke gelten dürfen. Jedoch macht Chittick keinen Hehl daraus, dass ihn die poetisch-mystischen Seiten von Ibn Arabi weniger interessieren als dessen «rational präzise Beweisführung, die ihn in die Hauptströmung islamischer Gelehrsamkeit einbettet». Die einzelnen Kapitel des vorliegenden (ursprünglich für Nichtspezialisten geschriebenen) Buchs streben nicht an, «eine angemessene Einführung in Ibn Arabis Lehren anzubieten». Vielmehr sollen sie «dem noch unvertrauten Leser [Ibn Arabis] Gedanken vorstellen» bzw. die bereits damit Vertrauten wieder daran erinnern.
In Anbetracht dieser Selbstbeschränkung ist Chittick eine vorzügliche, knapp gefasste und sehr gut verständliche Darstellung gelungen. Geschickt verwendet er auch unmittelbar einige arabische Schlüsselbegriffe wie wujud und haqq, die in sich mehrere Bedeutungsebenen enthalten (und von daher schwer übersetzbar sind). Seine ausführliche Darstellung von deren «Polysemie» macht das schillernd Mehrdimensionale der sufischen Mystik allgemein deutlich. Eine willkommene Auflockerung im diskursiven Verlauf des Textes bieten viele z.T. recht ausführliche Originalzitate aus Ibn Arabis Werken, vorwiegend aus seinem Opus Magnum Futuhat al-Makkiyah. Sie sind unverzichtbar, um den besonderen «Geschmack» (arab. dhawq) seines Denkens zu erfahren, insbesondere im letzten Kapitel «Über die Auslegungen von Gnade», das für die ewig heiklen Fragen nach Paradies und Hölle (und deren Unterschied) höchst überraschende Einsichten liefert. Zitat Ibn Arabi: «Wo sollte es da [in der Hölle] ewig dauerndes Elend geben? Es sei fern von Gott, dass Sein Zorn Vorrang vor Seiner Gnade hat — ist Er doch der Zuverlässige — oder dass Er die Weite Seiner Gnade mit Vorbehalten versieht, nachdem Er sie auf einer allgemeinen Ebene gewährt!»


Trio (Rudy Van Gelder Remaster)
Trio (Rudy Van Gelder Remaster)
Preis: EUR 10,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Tontechniker als charismatischer Botschafter, 19. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Trio (Rudy Van Gelder Remaster) (Audio CD)
«I WAS THE ENGINEER» verkündet Rudy van Gelder stolz im Begleitheft, was eigentlich nur für zwei Tracks auf dieser CD zutrifft (darüber hinaus hatte er 1954 lediglich das Mastering der Tapes für die Erstveröffentlichung auf LP besorgt). Der begnadete Tontechniker ist auch ein sehr cleverer Businessman: Seine RVG-Remastering Series, in der neuerdings (ungeachtet der Bedürfnisse des Hörers und der damit zusammenhängenden editorischen Optionen) strikt die ursprünglichen LPs ohne jede Veränderung wieder aufgelegt werden, ist tatsächlich zu einem Markenzeichen geworden. Interessant ist die Definition seines «Klangideals» im Begleitheft: RVG hat den Sound der Aufnahmen im Kontrollraum des Studios und die zustimmende Reaktion der beteiligten Musiker noch im Ohr (nach über 50 Jahren!), und eben diesen Klang möchte er als «Botschafter» der Musiker rekonstruieren. Für einen weit über 80-Jährigen ist diese nostalgische Energie erstaunlich.
Der Rezensent besitzt die im Jahr 2000 erschienene (inzw. leider vergriffene) Gesamtbox der Prestige-Sessions. Deren Klangqualität (20-bit Remastering) war eigentlich schon mehr als zufriedenstellend. Und doch zieht er (bei der hier vorliegenden Auswahl) nach mehrmaligem vergleichendem Hinhören das RVG-Remastering von 2007 eindeutig vor. Der Klang ist weich und voll, dabei höchst präsent und brillant in den Höhen. Mag sein, dass RVG auch hier ein wenig von dynamischer Kompression sowie Halleffekten Gebrauch gemacht hat (was ihm ein Rezensentenkollege anlässlich seiner Neuabmischung von Eric Dolphys «Out of Lunch» vorgehalten hat). Letztlich ist es Geschmackssache, ob man das akzeptiert oder nicht.
Doch nun zur Musik: Die Trio-Aufnahmen bei Prestige gehören zum Besten der Monk-Diskographie, wenngleich sie in Details durchaus unvollkommen sind. So ist das Klavier auf der Session vom 18.12.1952 deutlich verstimmt (was damals anscheinend keinem aufgefallen ist, auch nicht dem später bekannten Ira Gitler, der die Supervision innehatte). Monk akzeptierte dies in seiner stoischen Art und machte das Beste daraus (das abschließende «These Foolish Things» gewinnt so einen eigenartig brüchigen Charme, als würde Monk in einer verrauchten Jazz-Spelunke nach Mitternacht spielen). Das biedere Spiel des Bassisten Gary Mapp (er verdoppelt einfach die Monkschen Motive) erklärt sich daraus, dass dieser hauptberuflich Polizist war, somit eine schiere Verlegenheitslösung darstellte. Lediglich auf «Blue Monk», der zweifellos besten Version dieses Klassikers, spielt statt seiner Percy Heath, der wenig später das Modern Jazz-Quartett mitbegründen sollte. An den Drums sitzen mit Art Blakey bzw. Max Roach allerdings wirkliche Könner. Insbesondere Art Blakey ist ein kongenialer Partner des Pianisten. Das Trio Monk-Heath-Blakey (von dem es noch weitere Prestige-Aufnahmen gibt) hätte durchaus zu einer der großen Rhythmusgruppen der Fünfzigerjahre werden können.
Die CD dauert nur wenig mehr als 35 Minuten und bietet ein Höchstmaß an Abwechslung: Auf das fröhlich perkussive «Bemsha Swing» folgt das nachdenkliche «Reflections», auf das eigenartig verfremdete Latino-Stück «Bye-Ya» das schräge «Monk's Dream» mit unglaublich kühnen Harmonien, etc. Dank der überbordenden Lebendigkeit und mehrdimensionalen Freiheit seiner Kompositionen kann sich der Hörer auch nach Jahrzehnten immer wieder neu auf Monk einlassen.
Die liebevoll restaurierte Aufmachung enthält neben dem originalen Begleittext von dem oben erwähnten Ira Gitler noch einen aufschlussreichen «Revisited»-Zusatz desselben Journalisten. Man erfährt z.B., dass die Namen der Stücke «Bye-Ya» und «Trinkle,Tinkle» rein zufällig als Verballhornungen von «Vaya» (span. geh!) und «Twinkle, Twinkle» (Zwinker, zwinker) entstanden sind.
Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Produktion.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2014 7:25 PM MEST


Histoire du Soldat
Histoire du Soldat

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Strawinsky aus erster Hand und ein kostbares Hörbuch-Dokument, 21. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Histoire du Soldat (Audio CD)
Es ist vielleicht nicht allzu bekannt, dass der Text zur L'Histoire du Soldat, den der waadtländische Dichter C.F.Ramuz im Auftrag des Komponisten aus Motiven altrussischer Märchen zusammengestellt hat, ein sehr bedeutendes und tiefsinniges Werk ist. Der aufmerksame Hörer wird von der Parabel über menschliche Sehnsüchte, teuflische Verlockungen und dem Verlust der Geborgenheit in der existenziellen Zeit zutiefst berührt. Ohne den Text von Ramuz ist die Musik das, als was sie dem Hörer der Konzertsuite erscheint, nämlich ein fleischloses musikalisches Gerippe. Nur im szenischen Zusammenhang, der bei diesem Werk im Übrigen schon von einer reinen Hörspielfassung gewährleistet wird, kann dieses Skelett zum Leben erweckt werden. Doch leider erschließt sich die L'Histoire du Soldat in angemessener Weise nur einem Hörer, der des Französischen kundig ist. Zumindest weiß der Rezensent von keiner angemessenen Realisierung der l'Histoire in anderen Sprachen. Er kennt auch keine französische Aufnahme, die der vorliegenden das Wasser reichen könnte, und diese ist immerhin 45 Jahre alt!
Für das Gelingen verantwortlich ist vor allem das Sprecher-Team um Jean Cocteau, der seinerzeit als Wortführer der neoklassizistischen Bewegung großen Einfluss auf Strawinsky hatte und mit ihm eine Zeitlang zusammen gearbeitet hatte. Sein oft bemerkter Hang zur narzisstischen Selbstdarstellung wird wenigstens hier bei dieser Aufnahme produktiv eingebracht. Mit seiner geschmeidigen, wandlungsfähigen und ausdrucksstarken Stimme füllt er die Rolle des Erzählers ideal aus und reißt auch seine Kollegen, darunter Peter Ustinov als Teufel, mit. Die imaginative Kraft der Sprache, mit den erdhaften Untertönen des waadtländischen Französisch, ergänzt sich mit dem vorzüglichen Spiel des Ensembles (unter ihnen der junge Maurice Andre als Trompeter), die unter Igor Markevitch voller Spielfreude musizieren und auch vor derb-zupackenden Gesten nicht zurückschrecken. Übrigens war auch Markevitch schon früh in Strawinskys Werk eingeweiht - er war einer der ersten, die den Sacre rhythmisch in den Griff bekamen - und hatte andererseits in seiner Jugend selbst eine Kantate nach einem Text von Cocteau komponiert. So fügt sich alles wunderbar für diese musikalische Sternstunde zusammen. Eine längst überfällige Wiederveröffentlichung!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 4, 2013 9:56 AM MEST


Die Syro-Aramäische Lesart des Koran: Ein Beitrag zur Entschlüsselung der Koransprache
Die Syro-Aramäische Lesart des Koran: Ein Beitrag zur Entschlüsselung der Koransprache
von Christoph Luxenberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,90

45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es fällt einem wie Schuppen von den Augen ..., 20. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
«... fabelhafte Geschichten jüdischer und christlicher Religion, Amplifikationen aller Art, grenzenlose Tautologien und Wiederholungen bilden den Körper dieses heiligen Buches, das uns, sooft wir auch darangehen, immer von neuem anwidert, dann aber anzieht, in Erstaunen setzt und am Ende Verehrung abnötigt.» Goethes bemerkenswert ehrliche Bemerkungen zum Koran (in den Noten und Abhandlungen zum West-Östlichen Diwan) zeigen deutlich die Ambivalenz, die jeden unbefangenen Leser «dieses heiligen Buches» beschleicht. Das soll unmittelbar Gottes Wort sein, überbracht durch den Engel Gabriel?
Christoph Luxenberg, der mit seinen Forschungen nach eigenen Worten «die Würde des Koran» wiederherstellen will, gibt sich damit nicht zufrieden. Der wissenschaftliche Spürsinn des Linguisten führt ihn zu den Wurzeln der Unklarheiten und Verzerrungen: Die Sprache des Koran ist keine ursprüngliche, sondern eine mit syro-aramäischen Elementen versetzte, daher muss es eine tiefere, reinere Schicht unterhalb der Oberfläche des «arabischen» Koran geben. Und diese verweist auf das verschwundene orientalische Christentum, dessen Erbe der Islam, ohne es zu wissen (oder wissen zu wollen), angetreten hat. Vermutlich entstammen zumindest die «mekkanischen Suren» des Koran der Übersetzung eines christlichen, in syrischer Sprache abgefassten, Lektionars (syr. qeryana).
Der Rezensent, der mit Übersetzungen mystischer Texte aus dem Islam befasst ist und dort auf Schritt und Tritt christlich-esoterischen Ideen begegnet, kann erst jetzt sein eigenes tieferes Interesse für diese Texte wirklich begreifen. Aufatmend darf er seine Scheuklappen ablegen und auch im Koran den christlichen Kern unbefangen anschauen. Und dabei ist bisher nur ein Teil von Luxenbergs Erkenntnissen veröffentlicht...
Der Leser sollte allerdings wissen, dass er es hier mit einer sprachwissenschaftlichen Studie für Semitisten (also nicht bloß für Arabisten) zu tun hat. Wer diesem Kreis von Spezialisten nicht angehört, vermag die ziemlich verwickelte Beweisführung des Autors kaum in jedem Detail nachzuvollziehen. Und doch besteht an der wissenschaftlichen Integrität Luxenbergs auch für den unbedarften Leser kein Zweifel. Seine Forschungsergebnisse sind in ihrer Plausibilität derart beeindruckend und spannend, dass man mit ihm «die Hände über dem Kopf zusammenschlägt», wenn man die grotesken koranischen Fehllesungen (etwa zu den sogenannten Huris) mit der geklärten Version (nach syro-aramäischer Lesart) vergleicht.
Was würde nun Mohammed selbst zu diesen neuen Erkenntnissen sagen? Ein von ihm überliefertes Hadith drückt es aus: «Macht euch auf die Suche nach Wissen, und sollte es in China sein!» Die Koranforscher brauchen nicht mehr so weit zu gehen, das Wissen liegt viel näher...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 25, 2013 6:36 PM MEST


Lehar: Die lustige Witwe (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Wien 1994)
Lehar: Die lustige Witwe (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Wien 1994)
Preis: EUR 17,97

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geburt der Komödie aus dem Geiste des Tanzes, 11. Mai 2010
Theodor W. Adorno forderte im November 1930, anlässlich einer Operetteninitiative des Frankfurter Opernhauses, «dass man sich dann nicht an falscher Stelle des Niveaus erinnere, das hier doch keines ist, sondern rücksichtslos Operette spiele». Er meinte damit, das Leichte solle auch leicht genommen und nicht mit einem Geist der Schwere belastet werden. Nun, John Eliot Gardiner ist ein in diesem Sinne rücksichtsloser Dirigent, er versenkt sich, wie übrigens bei allen seinen Produktionen, innig in den Zeitgeist des jeweiligen Werks und gibt ihn ungebrochen wieder. Und der Geist der «Lustigen Witwe» ist nun mal der schöne Schein, die Tanzseligkeit der Belle Epoque, das sublimierte erotische Verwirrspiel, das sinnliche Schwelgen in orchestralen Prachtfarben. (Selbstredend ist das ein anderer als der Geist der im genau selben Jahr, nämlich 1905, entstandenen «Salome» von Richard Strauss.)
Gardiner nimmt die Wiener Philharmoniker ganz schön an die Kandare, die Tempi sind, wie nicht anders zu erwarten, sehr straff, was dem Ganzen einen grandiosen Schwung verleiht und sentimentalen Schmalz gar nicht erst aufkommen lässt. Manche Tanznummern haben einen fast atemlosen Drive. Nicht als ob es keine innig ausgehörten Stellen gäbe! Das zu Recht beliebte Vilja-Lied wird von Cheryl Studer ungewöhnlich zart gesungen (auch von dem Monteverdi-Chor) und die süße Schönheit der Pavillon-Romanze kann auch den Hörer «um den Verstand bringen». Wenn anderseits im Finale zum zweiten Akt der eifersüchtige Danilo wütend das Maxim-Lied anstimmt, wird es, wenn auch nur für wenige Takte, sogar hochdramatisch.
Dankenswerterweise wurden für die CD-Aufnahme die Dialoge gekürzt, dadurch wird umso deutlicher, dass die ganze Komödie aus dem Geiste des Tänzerischen konzipiert ist (Nietzsche hätte seine helle Freude daran gehabt). Die vorherrschenden Walzermelodien werden reizvoll kombiniert mit Mazurken und slawischen Kolotänzen, mit Polkarhythmen und sogar einem Militärmarsch.
Es gibt kaum einen Takt der Musik, der nicht irgendeine Synkope enthielte. Ist es überhaupt möglich, diese Operette ruhig im Sessel sitzend einfach anzuhören?
Die Wiener Philharmoniker sind in ihrem Element, dabei den Intentionen ihres Dirigenten erstaunlich fügsam, und der Klang der im Großen Saal des Wiener Musikvereins produzierten Aufnahme ist brillant durchsichtig, ein einziger Genuss. Deutlich kann man Lehars Anleihen bei Wagner (Tristan und Meistersinger), bei Debussy, Bizet und Mozart heraushören. Im Tanzduett des zweiten Aktes kommt auch die Wiener Tschuschenkapelle als Bühnenorchester zum Einsatz.
Das Ensemble der Solisten erschien dem Rezensenten sehr befriedigend und homogen, Barbara Bonney (als Valencienne) und Rainer Trost (als Camille) mögen dabei etwas herausragen. Vergleiche mit anderen Starsängern seien den darauf Spezialisierten überlassen. Übrigens ist auch die Sprachbehandlung vorzüglich.
Seine andernorts aufgestellte Behauptung, nach Ravels La Valse könne man Walzerseligkeit nicht mehr unbefangen genießen, muss der Rezensent hiermit zurücknehmen. Nach 79:47 Minuten wachte er auf wie aus einem seligen Traum, er war einfach - glücklich.


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