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Rezensionen verfasst von
Wolfgang Herrmann

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Symphonie Nr. 8
Symphonie Nr. 8
Preis: EUR 25,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dankenswerte Neuedition, 12. Juli 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Symphonie Nr. 8 (Audio CD)
Aus unerfindlichen Gründen war diese kostbare Einspielung aus dem Jahre 1989 mehrere Jahre nicht erhältlich. Umso größer ist die Freude jetzt. Die Achte ist ja nicht gerade das eingängigste Werk von Bruckner. Beim ersten Satz legt sich ein Grauschleier lähmender Depression auf den Hörer, vom zwanghaft wiederholten "Michelthema" des zweiten Satzes kann man wahrhaftig Kopfschmerzen bekommen, der dritte ist von triefender Sentimentalität bedroht und der vierte ist in den meisten Einspielungen völlig unverständlich und fällt auseinander.
Wunderbar, wie nun Michael Gielen mit dem fabelhaften SWF Sinfonieorchester das tiefsinnige Werk von überflüssigen Schlacken löst, dank eines souveränen Formgefühls den Spannungsbogen von den ersten Takten bis zum Schluss erhält und trotzdem so viele Nebenstimmen und Klangfarben zum Klingen bringt, dass das Hören zu einer aufregenden Entdeckungsreise wird. Nie hätte ich gedacht, dass die Achte so natürlich klingen kann. Mag sein, dass einige Einsätze im Adagio eine Spur ruhiger hätten sein können. Alles in allem aber eine echte Referenzaufnahme.
Ein Glücksfall ist auch die Kopplung mit "Coptic Lights" von Morton Feldman aus dem Jahr 1986, dem nicht nur Michael Gielen die Aura eines Meisterwerks zubilligt. Wann je hat man beim ersten Anhören eines modernen Orchesterstücks das dringende Verlangen, es wieder und wieder zu hören, weil die mystische Botschaft, die Feldmans Musik uns bringt, voll und ganz enträtselt werden will? "Coptic Lights" ist voll sinnlicher Verführungskraft und zugleich transparent in einen Raum reiner Geistigkeit.
Sehr durchsichtig und transparent auch die Klangtechnik in beiden Aufnahmen. Was das Finale der Achten angeht, hat es allerdings noch kein Tontechniker geschafft, die gigantisch übereinander getürmten Quader der vier Hauptthemen deutlich voneinander abzusetzen. Vielleicht ist das ohnehin nicht möglich.


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