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Rezensionen verfasst von
hartmutw (München)

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Die Entdeckung des Himmels
Die Entdeckung des Himmels
von Harry Mulisch
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Epos zum Hirngespinst, 3. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung des Himmels (Taschenbuch)
Angesteckt von einigen Lobeshymnen habe auch ich mich an die ,Entdeckung' gemacht. Vorab muss ich sagen, dass das Buch aller Einwände zum Trotz gut und flüssig lesbar ist - sperrig oder wirklich schwierig fand ich es nicht.

Dennoch habe ich mich nach den circa 900 Seiten gefragt, wozu das Ganze gut sein soll. Das Buch beginnt brillant, wie ein episches Zeitengemälde im Stil von Pasternak oder Tolstoi. Dazu kommt die amüsante Geschichte zweier exotischer Paradiesvögel, die sich eng anfreunden und zusammen durch eben diese Zeitwirren der 60er und 70er stolpern. Der Eine - Onno - erscheint dabei deutlich menschlicher, ja plastischer, als der eher blasse, introvertierte Gigolo Max. Die geistreichen Gespräche der Beiden und die turbulenten Ereignisse der Zeit - Studentenrevolte, Kubakrise und kalter Krieg, Holocaust und die Folgen in Holland - geben mehr als genug Stoff für ein intensives, unterhaltsames Lesevergnügen ab. Hinzu kommt ein durch zwei Erzähler aus dem ,off' geschickt angelegter Spannungsbogen, der auf einen höheren Sinn und Zweck hindeutet.

Genau dieser Sinn und Zweck kommt dem Buch aber - leider!!! - nach dem ersten Teil abhanden: Über knapp 400 Seiten wird dann nichts als Reifung und Erziehung des Nachwuchses erzählt, der eben diesen höheren Auftrag der beiden Erzähler erfüllen soll. Hier stellt sich der Junge als zwar introvertiert und eigenartig aber auch extrem intelligent, begabt, wissbegierig und später gebildet heraus. So wichtig diese Eigenschaften auch für den Fortgang der Handlung sind - über weite Teile der 400 Seiten wird eben nur diese Bildung und Entwicklung anhand zahlloser Beispiele und Episoden geschildert, die leider nicht so originell und farbig sind, wie die im ersten Teil. Diese beiden Mittelteile des Romans sind meines Erachtens recht blass ausgefallen - zwar macht Mulisch etliche Statements zum Thema Holocaust, Religion und verhandelt philosophische Fragen. Der Handlung dient dies aber nur bedingt und führt früher oder später zum Überlesen. Auch die detailverliebten Passagen, in denen architektonische oder historische bzw. religiöse Entwicklungen zerpflückt werden sind nur für Fachleute interessant.

Achtung vor dem Weiterlesen: Spoiler!

Im vierten Teil des Buchs nimmt die Geschichte dann endlich wieder Fahrt auf: Besagter Nachwuchs namens Quinten zieht aus um seinen untergetauchten Vater zu suchen. Er macht diverse Erfahrungen mit der rauen Wirklichkeit, bevor er völlig zufällig seinen Vater wieder findet. Inspiriert von dessen Exkursen zu Christen- und Judentum macht er sich auf die aus meiner Sicht völlig absurde Suche nach den beiden Gesetzestafeln Moses', die aus Rom zu stehlen und zurückzubringen (wohin auch immer) sind.
Im weiteren wird dieser Plan ausgeführt, gelingt auf mystische oder auch irreale Art und Weise und die Hauptgestalten des Epos verlöschen.

Dass die Handlung des Romans extrem konstruiert wirkt mag man Mulisch noch nachsehen, immerhin liefert er ja einen ,plausiblen' Grund dafür, den höheren Auftrag. Warum er aber über 400 Seiten lang auf der Stelle tritt und auch im letzten Teil mehr Religionsphilosophie betreibt als sich Handlung und Protagonisten zu widmen bleibt schleierhaft. Mit Ausnahme von Onno bleiben alle Protagonisten blass und wirken nicht immer glaubwürdig - etwa der völlig weltabgewandte, introvertierte Träumer Max, der zum Womanizer wird so wie ein Werwolf an Vollmond. Quinten, das höhere, ätherische Wesen ist ein hochbegabtes hyperintelligentes Wunderkind, das in seiner Neunmalklugheit und störrischen Eigenbrötlerei so nervig wirkt wie die ganzen Wunderkinder in Hollywoodfilmen. George Lucas und Steven Spielberg lassen hier grüßen.
Warum nur hat Mulisch seinen Ansatz nach dem ersten Teil so geändert? Bis dahin war es eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen hatte. Doch dann diese unnützen Suaden zu Themen verschiedenster Art, seitenlanger Stillstand in der Handlung, der vollkommen phantastische Schlussteil... ewig schade drum! Weniger wäre hier in der Tat mehr gewesen.
Dennoch gebe ich hier gute 4 Punkte, da ich Idee und Schreibstil des Autors einfach sehr mag und mir einige der Exkurse auch ganz gut gefallen haben. Der Leser sollte aber wissen, was er tut, oder sich hiermit antut...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 9, 2016 1:18 PM CET


Händel Arias
Händel Arias
Preis: EUR 17,17

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das geht viel besser - Glyndebourne lässt grüßen, 31. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Händel Arias (Audio CD)
Nur vorab: Ich hatte mir diese CD spontan zugelegt, da mich Frau de Nieses Darbietung auf der "Giulio Cesare"-DVD schlicht begeistert hatte - schauspielerisch und auch gesanglich!

Diese CD hingegen habe ich schon nach 3 Titeln wieder aus dem Spieler ausgeworfen: Frau de Niese versteht Händels Arien hier wohl eher als Dompteursnummer. Ungebremst forciert sie in den Höhen, fügt willkürlich Koloraturen und Triller hinzu und variiert Tempi ganz nach ihrem Gusto. Das ganze klingt eher nach plattem Leistungssingen und Show, als nach persönlichen oder gar werktreuen Interpretationen.

Hinzu kommt der schon vorab erwähnte Klang - viel Hall, insgesamt oft sehr schrill wirkend. Das mag mit den von einem Vorrezensenten erwähnten technischen Pannen zu tun haben.

Ich weiß nicht, wer Frau de Niese bei dieser Aufnahme beraten hat und warum W. Christie im Wortsinn "mitgespielt" hat. Einen Gefallen hat sie weder sich noch uns mit dieser Brüllorgie getan - dennoch hoffe ich auf ein schönes Live-Erlebnis im Dezember. Dann hoffentlich wieder im Geiste von Glyndebourne!!!


Nick Knatterton
Nick Knatterton
von Manfred Schmidt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragende Comic-Parodie mit starken Bezügen zur Zeitgeschichte, 29. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Nick Knatterton (Gebundene Ausgabe)
Mit den urkomischen Knatterton-Comics hat Manfred Schmidt nicht nur jeden gängigen Superheldentyp kräftig durch den kakao gezogen, er veräppelt auch die Genres Thriller und Film Noir kräftig.

In den abwechslungsreichen Geschichten um finstere Schurken, schöne Frauen, Bonner Bonzen und Meisteragenten wimmelt es nur so von Anspielungen auf das Geschehen der 50er und 60er Jahre in der noch jungen Republik, die Schmidt mal subtil, mal einfach per Untertitel einfließen lässt.

Beispiel eines ins Dunkle fallenden Schurken: "Das erinnert mich an die wiederaufrüstung!" Fußnote Schmidt: "Er meint ein Fass ohne Boden."

Wer über solche Pointen lachen kann und Freude an Schmidts detailverliebten Zeichnungen hat, der wird diese Geschichten lieben. Vielleicht die intelligentesten Comics, die je geschrieben worden sind?


Easy Deutschland
Easy Deutschland
von Norbert Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bissig-lässiger Rundumschlag in TV-Stil, 21. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Easy Deutschland (Gebundene Ausgabe)
Easy Deutschland" ist bissig, frech und gemein - keiner der Protagonisten kommt hier gut weg. Müllers ,Helden' sind unmotiviert, disziplinlos, nymphoman (oder -frau :-)), selbstsüchtig, kleinkariert und so weiter. Ständig erleben sie kleine Aufs und viel größeres Abs, die sie irgendwie in Siege umwidmen wollen, so dass sie weiterwursteln können. Keiner kommt mal richtig zur Besinnung. Selbstachtung, Würde, Stolz oder gar Selbstkritik sind den Beteiligten vollkommen fremd.

Insgesamt ein sehr amüsantes, gut zu lesendes Buch. Was mich über die volle Distanz - immerhin über 400 Seiten - etwas stört ist das Fehlen neuer Entwicklungen und Tendenzen. Eine böse Anekdote folgt der anderen, dann ist einfach mal Schluss, ohne Wechsel im Tonfall oder entscheidende Veränderungen. Insofern könnte das Buch noch 400 Seiten länger, aber genauso auch 200 Seiten kürzer sein. Das liest sich dann sehr amüsant aber nicht wirklich berührend oder bewegend.


Die Kinder unseres Viertels (Unionsverlag Taschenbücher)
Die Kinder unseres Viertels (Unionsverlag Taschenbücher)
von Naǧīb Maḥfūẓ
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein politisches Buch, das gut gemeint ist, aber nicht fesselt, 16. Oktober 2008
Mit Die Kinder unseres Viertels" gelang Machfus ein heftig diskutiertes Werk, das ihm schon lange vor Rushdie Morddrohungen seitens hoher islamistischer Würdenträger einbrachte. Nicht zuletzt diese Diskussionen dürften Machfus 1988 auch den Literaturnobelpreis eingebracht haben - auch hier gibt es Parallelen zu Rushdie.

Machfus schildert in vier längeren Kapiteln das Leben der Menschen im Viertel" vor dem prachtvollen Hof der ewigen Stiftung". Jenes ist leicht als die Erde, Dieses leicht als das Paradies zu entschlüsseln. In jedem dieser Kapitel wird auf eine tragende Persönlichkeit der 3 monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam Bezug genommen. Beim Lesen werden die Parallelen zu den religiösen Vorbildern klar und leicht erkennbar - Adam, Moses, Jesus und Mohammed erscheinen als Erlöserfiguren, die auf ihre eigene Weise versuchen, das Paradies für alle wieder herzusetllen, die aber freilich das menschliche Elend im besagten Viertel Kairos immer nur für kurze Zeit lindern können, da der Mensch schnell vergisst - das vom Erzähler viel zitierte Grundübel des Viertels.

Natürlich sind die oben angeführten Parallelen auch ein Grund für, dass die in einzelne Episoden unterteilte Handlung in der Regel recht vorhersehbar ist. Dafür kann Machfus nichts, allerdings bevorzugt er darüber hinaus einen sehr lapidaren, fast beiläufig wirkenden Erzählstil: Spannungen, Konflikte und große Fragen werden in aller Regel binnen weniger Seiten wieder aufgelöst, die Geschichte fließt auch recht gemächlich vor sich hin, was etwas verwundert, da ja der zumindest der erste Teil des Buchs wöchentlich in einer Zeitung veröffentlicht worden war.
Insofern ist dieses Buch zwar leicht zu lesen, aber nicht wirklich unterhaltsam. Vor dem historischen Hintergrund seiner Entstehung mag es mutig, wichtig und richtig gewesen sein, als Leser, der gute Literatur schätzt war es für mich aber weder sprachlich noch dramaturgisch besonders fesselnd.


Burgund. Meisterwerke der Natur. Die 90 grössten Weine des Burgund
Burgund. Meisterwerke der Natur. Die 90 grössten Weine des Burgund
von James Turnbull
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Lust auf Burgund, 6. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
J. Turnbull porträtiert in seinen in der Rolf Heyne-Bibliothek erschienenen Prachtbändchen jeweils eine klassische Weinregion Frankreichs - neben Bordeaux, Rhone und Loire hier also Burgund.

Diese Bände sind sehr liebevoll gemacht: Auf jeweils einer Doppelseite wird eine Domäne mit ihrem herausragendsten Wein porträtiert und eine farbfotografie in Original-Flaschengröße zeigt dann den Wein.

Sinnliche, schöne Bücher, die beim Blättern viel Spaß machen! Eine tiefer gehende Einführung in die jeweiligen Regionen oder auch andere Winzer neben den 90 Porträtierten bieten sie leider nicht; dafür muss der Interessent zu detaillierteren Publikationen greifen.

Optik, Haptik, Lesespaß: 5 Sterne; Gehalt und Tiefe 3 Sterne = 4 Sterne


Wines of Burgundy
Wines of Burgundy
von Clive Coates
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 60,95

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Must für Fans von Burgund, 23. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wines of Burgundy (Gebundene Ausgabe)
Endlich, nach über 10 Jahren gibt es nun die Neuauflage des besten Buches über Burgund und seine Weine!

Wer wie ich bislang zwischen Hanson, Faith und Norman wechseln mußte, um bestmögliche Informationen zu erhalten, der wird sich über dieses Buch wie über Ostern und Weihnachten freuen!
Im Gegensatz zu Coates' Erstling werden die einzelnen Domänen zwar etwas weniger umfangreich porträtiert, dafür gibt es aber umfangreiche Verkostungsnotizen bis zurück nach 1959 sowie genaueste Erklärungen zu Apellationen und Lagen.

Für alle, die es ganz genau wissen wollen (oder müssen) gibt es nicht weniger als sieben Anhänge, in denen u.a. Preisentwicklungen im Vergleich zu Bordeaux analysiert, beste Domänen gelistet und Crus pro Ort gelistet werden. Etc, etc.

Ich habe noch zu keinem anderen Weingebiet einen liebevolleren, detaillierteren und umfangreicheren Weinführer gefunden, großes Kompliment Mr. Coates!


JETZT! Die Kraft der Gegenwart: Ein Leitfaden zum spirituellen Erwachen
JETZT! Die Kraft der Gegenwart: Ein Leitfaden zum spirituellen Erwachen
von Eckhart Tolle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,50

111 von 155 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Binsenweisheiten, selbstverliebt formuliert, 22. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir dieses Buch auf Empfehlung einer psychologisch engagierten Bekannten zugelegt und hatte schon nach 30 Seiten Mühe, weiterzulesen.

Schon der Tonfall, in dem Tolle schreibt, ist derart selbstverliebt, dass es kaum auszuhalten ist ("Ja, ich weiss, was Du jetzt fragen wirst." und derlei mehr). Darüberhinaus ist das Buch arg substanzarm, beschränkt sich die Kernaussage doch darauf, das titelgebende "Jetzt" (den Moment) auszuleben und belastende Gedanken weitgehend auszublenden oder doch zu kontrollieren. Das hätte man auch in wenigen Sätzen ausformulieren können.

Alle weiteren Fragen und Einwände werden mit Pseudoantworten bedacht, die nicht wirklich in die Tiefe gehen: Nicht jeder kann sich von seinem "Schmerzkörper" befreien, indem er negative Gedanken "einfach fallen" lässt. Etc...

An diesem Machwerk, das vom Tonfall her tatsächlich an einen abgedrehten Guru erinnert, der zu seinen Schafen spricht und keineswegs an einen psychologischen Ratgeber, werden bestenfalls absolute Laien oder Fans ihre Freude haben. Ich halte es für selbstverliebte Phrasendrescherei im Weichspülgang. Alle Esoterik-Skeptiker werden hier ihre Freude haben.

0 Sterne - in jeder Buchhandlung gibt es Dutzende Bücher mit mehr Tiefgang.
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 17, 2014 11:14 AM MEST


Probe und Aufführung
Probe und Aufführung
DVD ~ Carlos Kleiber

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nie gekannte Einblicke in das Wirken eines Genies, 17. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Probe und Aufführung (DVD)
Wie kein anderes seiner ohnehin raren Bild- und Tondokumente dieses kürzlich zu jung verstorbenen Ausnahmedirigenten gibt diese DVD nicht nur Eindrücke seines Werks, sondern auch Details seiner Arbeitsweise - hier speziell der Proben - wieder.
Über mehrere Proben kann man erleben, wie Kleiber das SF-Orchester Stuttgart befeuert, anspornt und korrigiert. Man wird Zeuge, wie sich bestimmte Stellen der wiedergegebenen Werke ("Freischütz" und "Fledermaus") klanglich peu à peu verändern, wenn es auch den Musikern nicht gelingt, den Meister völlig zufrieden zu stellen.
Mit seinen unorthodoxen Anweisungen wie etwa "nicht so nikotinarm, bitte" zeigt er, zu welch anschaulichen Erklärungen er befähigt war. Das Orchester brennt schon in diesen frühen Jahren spürbar auf die Arbeit mit dem Meister.
Leider sind weder Bild- noch Tonqualität dieser DVD berauschend: Die Jahre fordern eben ihren Tribut. Dennoch wird jeder Freund klassischer Musik seine helle Freude und einige Aha-Erlebnisse beim Genuß dieses Zeitdokuments haben.


Die Schnecke: Überwiegend neurotische Geschichten
Die Schnecke: Überwiegend neurotische Geschichten
von Wolfgang Schömel
  Taschenbuch

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neurotische Einfaltspinsel auf der Pirsch, 15. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Selten musste ich in letzter Zeit so über ein Buch lachen wie über "Die Schnecke". In 13 'überwiegend komischen Geschichten' schildert Schömel die ewige Jagd des Großstadtmännchens nach dem allzu Weiblichen. Dabei stellen sich seine Helden - oder besser, Protagonisten - derart selbstvergessen, naiv, schlicht trottelhaft an, dass man ihnen wirklich keinen Erfolg wünschen kann.

Herrlich zu lesen ist, mit welcher Einfalt und welch' simplen Gemütern man es hier zu tun bekommt: Manche der Helden fühlen sich zwar mitunter verloren und alleine, auch gescheitert - aber das ist mit einem neuen Designeranzug oder einem netten Blickkontakt alles vergessen. Nichts wird wirklich infrage gestellt, etwa so wie in einem Nachmittagstalk. Dabei sind sich die 'Herren der Schöpfung' ihrer Schieflage durchaus bewusst, schieben sie aber selbstverliebt und oft auch mit viel Selbstironie beiseite.

Die Art der Jagd und die näheren Begleitumstände sind äußerst witzig geschildert, etwa die Vorbereitung zur Verführung der 'Putzhilfe', wo dann schon mal überlegt wird, als nächstes gleich die Arztgehilfin mit auszuprobieren, oder die Eskapaden bei den anonymen Sexsüchtigen, wo reifere Esoterikerinnen als lohnende Beute ausgespäht werden. Eine echte Frau im echten Leben wünscht man natürlich keinem dieser Schmalspurcasanovas, köstlich zu lesen sind die Geschichten aber allemal.

Zwei der Geschichten haben etwas mehr Tiefgang - die 'Frikadellen', die im Andenken an die Mutter hergestellt werden und das 'Wiedersehen', wo es um Verlust geht. Insgesamt sehr angenehme Sommerlektüre von der harmlosen Art.


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