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Garnet

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Über das Sterben: Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen
Über das Sterben: Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen
von Gian Domenico Borasio
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Plädoyer für die Palliativmedizin, 16. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sterben ist immer noch eines der großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Dabei fragt man sich, warum eigentlich. Denn irgendwann trifft es ja doch jeden, spätestens wenn man selbst dran ist. Und wenn es dann nicht schnell geht, sondern langsam, aber doch unaufhaltsam und vielleicht verbunden mit größerem Leiden, dann sollte man sich vorher mal gefragt haben, wie es laufen soll.

Der Autor Gian Domenico Borasio spricht in dieser Hinsicht fast sämtliche Themen an, die Menschen - vielleicht auch als Angehörige - im Laufe dieses Prozesses, an dem am Ende immer der Tod steht, betreffen können. Dabei geht er sowohl auf sehr junge Menschen (der Tod von Kindern wird allerdings nicht angesprochen, das scheint wohl ein Thema für sich zu sein) als auch Hochbetagte ein.

Und kommt immer wieder auf sein Lieblingsthema, die Palliativmedizin, zu sprechen. Das ist ja auch kein Wunder, schließlich ist der Autor selbst Palliativmediziner.

Ich habe eine Menge Dinge in diesem sehr aufschlussreichen Buch erfahren, die mir - obwohl durchaus aus eigener Erfahrung mit Schwerstkranken und sterbenden Menschen, als auch aus anderen Quellen relativ gut informiert - noch nicht bekannt waren. Vor allem die Betreuung durch so genannte SAPV-Teams möchte ich hier nennen: Diese Teams sollen die "spezialisierte ambulante palliative Versorgung" Schwerstkranker zuhause ermöglichen. Denn die allermeisten Menschen wünschen sich eben nicht den Tod auf der Intensivstation oder in einem Hospiz (dem der Autor - so habe ich es verstanden - doch ein wenig skeptisch gegenübersteht und daher die Hospize auch nur am Rande erwähnt). Es besteht sogar ein gesetzlicher Anspruch der Versicherten auf die SAPV seit der Gesundheitsreform 2007 neben dem häuslichen Pflegedienst - unter großem Widerstand der Krankenkassen (vgl. S. 43). Was dazu führte, dass die Krankenkassen diese Versorgung nur ungern genehmigen. Dann ist es gut und hilfreich, über seine Rechte Bescheid zu wissen.

Der Autor räumt auch auf mit Vorurteilen bezüglich des Einstellens lebensverlängernder Maßnahmen: Vor allem bei Sauerstoffgabe und Flüssigkeitszufuhr be- und entstehen laut seiner Aussage erhebliche Probleme, die das Leiden in der letzten Phase des Lebens nur vergrößern. Auch der Einsatz von Morphin wird ausführlich besprochen, und das ist nicht zuletzt auch ein Grund für die Todkranke zuhause betreuenden Hausärzte, dieses Buch zu lesen und sich damit zu beschäftigen, denn offensichtlich gibt es da immer noch mittlerweile veraltete Vorstellungen hinsichtlich der Wirkung und der Nebenwirkungen von Morphin.

Dies führt dann unweigerlich zu der Frage, was man für sich selbst in der Sterbephase möchte, auch und gerade dann, wenn man selbst seinen Wunsch nicht mehr äußern kann. Und so wird denn auch das heute immer wichtiger werdende Thema der Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht angesprochen. Wichtig: Auch hier gibt der Autor sehr konkrete Hinweise bezüglich der anzustellenden Überlegungen, ohne seine Meinung dem Leser aufzudrücken.

In leicht verständlichem, sachlichen Stil, der aber sowohl einen gewissen Humor durchblitzen lässt (was dem Thema keineswegs abträglich ist) als auch von Empathie zeugt, legt der Autor seine Ideen dar, die - das ist nicht von der Hand zu weisen - auf der wohlüberlegten Überzeugung gründen, dass auch der Mediziner, der am liebsten alle technischen Hilfsmittel zur Lebensverlängerung ausnutzen möchte und dabei nur wenig den Sterbenden und/oder seine Angehörigen im Blick hat, eines Tages selbst in dieser Situation sein könnte.

Natürlich ist das ganze Buch ein Plädoyer für die (ganzheitliche) Palliativmedizin, tatsächlich rückt aber in der öffentlichen Diskussion auch in meiner Wahrnehmung dieser Bereich, der wesentlich mehr umfasst als bloße Schmerzlinderung, immer mehr in den Vordergrund.

Dies ist weder das erste Buch, das ich zum Thema "Sterben" lese, noch wird es das letzte sein. Ganz sicher aber ist es ein wohltuend sachlicher Beitrag zu einem wichtigen Thema und kann durchaus Diskussionsgrundlage für einen zunehmend wichtigen Bereich in unserer aller Leben sein. Am Ende möchte ich sagen: Ich habe Angst vor dem Sterben, immer noch, aber nicht mehr so viel wie vorher.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 22, 2013 9:56 AM MEST


Von mir über mich
Von mir über mich
Preis: EUR 0,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "... ein Bücherwurm ist doch ein Thierchen mit ganz andern Manierchen.", 12. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Von mir über mich (Kindle Edition)
Viel Außergewöhnliches erfährt man in dieser Kurzbiografie nun nicht über Wilhelm Busch, den begnadeten "Cartoonisten", in diesem sehr kurz gehaltenen "Werkchen": ein paar Anekdötchen aus Kindheit und Jugend, einige Eckdaten wie die jeweiligen Umzüge in verschiedene Städte und nur versteckt zwischen den Zeilen die Wilhelm Busch so eigene Selbstironie.

Nicht zuviel verraten möchte Wilhelm Busch, so hat man beim Lesen das Gefühl, und tatsächlich ist es ja auch so, dass bezüglich seiner Biografie, obwohl er doch einiges Schriftliche hinterlassen hat, nicht alles einwandfrei geklärt ist und diese Fassung seiner Kurzbiografie um einiges gegenüber früheren Fassungen Änderungen durch ihn selbst erfahren hat.

Für einen "Bücherwurm" möchte er jedenfalls nicht gehalten werden, wie er selbstironisch bescheiden bemerkt. Wohl aber für einen Sonderling. Soso.

Kurz, aber mit Schmackes, eben Wilhelm Busch. Zum Schmunzeln!

P.S. Nach dem Lesen der anderen Rezensionen unter diesem Artikel habe ich den Eindruck, dass hier unterschiedliche Versionen bewertet werden. Bei der von mir bewerteten (Kindle)-Version handelt es sich um die Kurzbiografie "Von mir über mich" - ohne Bilder oder Zeichnungen und in altertümlicher Rechtschreibung.


Schattenstill: Kriminalroman
Schattenstill: Kriminalroman
von Tana French
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Wie es zu einer Katastrophe kommt, 11. Juni 2013
"Meiner Erfahrung nach - und ich will dir das nicht unter die Nase reiben, aber davon hab ich nun mal mehr als du - kriegst du meistens das vom Leben zurück, was du gesät hast. Nicht immer, nein, aber meistens. Wenn du denkst, du bist erfolgreich, dann bist du auch erfolgreich. Wenn du denkst, du hast immer nur Mist verdient, dann passiert dir auch immer nur Mist. Deine innere Wirklichkeit prägt die äußere, jeden Tag deines Lebens.
Kommst du noch mit?" (S. 227)

Als die Polizisten, die eine junge Frau verständigt hat, dass im Haus ihrer Schwester etwas nicht in Ordnung ist, am Tatort eintreffen, bietet sich ihnen ein grausiges Bild. In dem Haus in einer abgelegenen Neubausiedlung scheint die ganze Familie niedergemetzelt: zwei kleine Kinder und der Ehemann. Nur die junge Mutter ist noch am Leben: Nur mit Mühe können Ärzte ihr Leben retten.

Mike Kennedy, der charismatische, abgeklärt und zunächst auch etwas arrogant wirkende, aber auch mit eigenen Problemen kämpfende Ermittler, soll den Fall untersuchen und bekommt dafür den jungen, unerfahrenen Richie Curran an die Seite gestellt.

Fast minutiös kann der Leser dann den Ermittlungen folgen, die Mike Kennedy in Ich-Form präsentiert. Schlimm ist das erste Drittel, in dem das verwüstete Haus der Familie in einer einödigen Umgebung beschrieben wird, aber auch die Obduktion der Leichen. Ich hatte dennoch das Gefühl, ich müsste das gelesen haben, um gleichsam mit den Augen Kennedys das Geschehen zu verfolgen. Außerdem war es auch nicht effekthascherisch, sondern durchaus empathisch und zurückhaltend geschildert. Das war es dann aber auch schon fast, was dem Leser hier an Grauseligkeiten dargeboten wird. Dieser Krimi beschränkt sich fast ausschließlich auf Zeugenbefragungen, Gespräche der Ermittler untereinander, Besuche bei der jungen Mutter im Krankenhaus. Und – nicht zuletzt – auf die Selbstreflexionen des Mike Kennedy, der aus der Vergangenheit ein großes Päckchen mitzuschleppen hat ... und seine Schwester Dina. Er erklärt dem Leser seine Welt.

Viel Psychologisches wird dem Leser hier geboten, die Ermittler rollen dabei die Katastrophe, die sich in dem Haus und in dieser Familie abgespielt hat, von hinten auf: Natürlich, denn sie haben schließlich nur das "Ergebnis" vor Augen und versuchen, das Wirrwarr, das sich ihnen offenbart, zu entschlüsseln. Dabei erweist sich Richie als größere Hilfe als zunächst angenommen.

Ein beklemmendes und trauriges Bild ist es, das der Leser hier aushalten muss, aber es ist nie so nah, dass es nicht auszuhalten wäre. Im Gegenteil: Ich musste einfach immer weiter und weiter lesen, um zu erfahren, was das alles auf sich hat.

Doch dann wendet sich das Blatt. Es passiert eine Art "Missgeschick". Das ist dann aber leider auch die Wendung der Geschichte, die mir den ansonsten bis dahin stimmigen Gesamteindruck ein wenig verleidet. Am Ende waren es einfach ein paar Seiten zuviel, und trotzdem - oder vielleicht deshalb - fehlt es an dem letzten Quäntchen, das die Geschichte rund macht.

Dennoch: Einen so berührenden, aber dennoch spannenden Fall mit einem feinen Blick auf die Details, der so zum Mitdenken bewegt, habe ich schon lange nicht mehr in einem Kriminalroman gelesen. Wer auf Action und atemberaubende Spannung in einem Krimi verzichten kann, dafür aber umso mehr interessiert ist daran, wie Menschen "ticken", auch wenn man es selbst nicht immer nachvollziehen kann, dem sei dieser Roman angeraten. Entscheidend ist hierbei gar nicht mal so sehr, wer der "Täter" ist, sondern wie es zu einer solchen Katastrophe kommt, und da kann man durchaus im Verlauf des Romans schon vor der "Auflösung" einiges erahnen.


Unsere Landküche (GU Themenkochbuch)
Unsere Landküche (GU Themenkochbuch)
von Tanja Dusy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Landküche: Kein bisschen altbacken!, 30. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Unter "Landküche" verstehe ich: Bodenständiges Kochen und Backen mit einheimischem, saisonalen Obst und Gemüse.

Und genau das habe ich in diesem Buch gefunden. Es sind wunderbare Rezepte, die, ohne altbacken zu sein, die traditionelle Jahreszeitenküche abdecken. Im Frühling ist Spargelzeit, es gibt Rezepte mit Mangold oder Rhabarber oder eine fein variierte Erbsensuppe. Aber auch ein Maibowle-Rezept ist dabei. Im Sommer gibt es einige Salat-Rezepte, von leicht bis deftig, Tomatensuppe oder Schmorgurken. Für den Herbst gibt es Krautwickel, Zwiebelkuchen oder Steinpilzsuppe, und im Winter den klassischen Pichelsteiner Eintopf und Grünkohl mit Pinkel. Ganz zum Schluss gibt es noch ein Weihnachtskapitel mit traditionellen Rezepten für den Weihnachtsabend und einige Backrezepte ("Hüttenzauber").

Das ist nur eine Auswahl der schönen Rezepte in diesem Buch, es gibt natürlich noch einiges mehr, zum Beispiel auch die klassischen Bratenrezepte und auch viele Backrezepte sowie Tipps zum Einkochen von Marmelade. Die Zutaten sind tatsächlich einfach und regional, gelegentlich verfeinert mit "besonderen" Zutaten.

Schön angerichtet sind die Speisen auf den Fotos, die zum Nachmachen einladen. Die Rezepte sind ebenfalls übersichtlich gehalten, angegeben ist die Zubereitungszeit und der Brennwert (allerdings nur in kcal).

Ich finde dieses Buch eine Bereicherung für meine Küchenbibliothek, und es zeigt eben auch, dass "Landküche" durchaus modern sein kann. Eine Rezeptesammlung für den besonderen Anlass und für jeden Tag, die mit Sicherheit nie aus der Mode kommt!


Der Mann im grauen Flanell
Der Mann im grauen Flanell
von Sloan Wilson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewissensentscheidungen, 11. Mai 2013
"Der Mann im grauen Flanell" ist Tom Rath: Büroangestellter, verheiratet, drei kleine Kinder. Seine Frau Betsy liebt ihn, und er liebt sie. Zufrieden sind sie dennoch nicht, vor allem Betsy nicht: Sie wohnen in einem langweiligen Haus in einer langweiligen Straße, es ist tagein, tagaus dasselbe Einerlei, vom sozialen Aufstieg sind sie meilenweit entfernt.

Als Toms gutbetuchte Großmutter stirbt und ihm - so glauben die beiden Raths - ihr Anwesen vermacht hat und als Tom einen besser bezahlten Job antreten kann, scheint sich das Blatt zu wenden: Betsy verkauft kurz entschlossen das ungeliebte Haus und organisiert den Umzug in das noble, aber heruntergekommene Anwesen.

Währenddessen versucht Tom, in seinem neuen Job klarzukommen: Aber das einzige, was er wochenlang zu tun hat, ist für seinen Boss eine Rede zu schreiben, die dieser immer wieder auf charmante Art und Weise zerreißt - und schließlich selbst schreibt. Außerdem gibt es noch ein Problem: Im Fahrstuhl des Bürogebäudes, in dem Tom nun arbeitet, trifft er Caesar, mit dem zusammen er im Krieg Fallschirmspringer war, und der ihn an eine längst vergessen geglaubte Affäre erinnert ...

Da kommt ziemlich viel zusammen für den "Mann im grauen Flanell", zwar suggerieren Titel und Titelbild, er sei nur einer von vielen, aber ein "typischer" Amerikaner ist dennoch nicht. Und Betsy ist auch nicht die typische Amerikanerin der 50er Jahre. Auch wenn Tom zu ihr sagt: "Du redest wie die typische Amerikanerin." (S. 297) Sie ist die "Macherin" hinter ihrem Ehemann. Um es mal in Klischees auszudrücken.

Tom hat eine besondere Charaktereigenschaft: Er ist ehrlich und anständig. Was sagt man seinem Chef, wenn dieser hören will, wie dessen - im Konzept furchtbare - Rede ankommen würde? Ein schwammiges, diplomatisches Kompliment, das aber nur dazu führen würde, dass die Rede mehr oder weniger genau so gehalten würde und damit ein Flop? Oder die Wahrheit? Das könnte den Job kosten, denkt Tom. Eine Entscheidung steht an ... nicht nur in diesem Fall.

Tom aber scheint allen Widrigkeiten, die sein derzeitiges Leben beeinflussen, seltsam gelassen, ja fast gleichgültig gegenüber zu stehen, selbst seinen Kriegserlebnissen in Europa und in Fernost, und ganz offensichtlich ist er ein Freund des Understatements. Manchmal möchte man ihn bei den Schultern nehmen und rütteln. Dennoch ist er alles andere als oberflächlich, und seine wie selbstverständliche Anständigkeit lässt ihn die Dinge regeln.

Der Roman zeichnet zwar durchaus ein (Familien-)Bild der 50er Jahre, aber nicht in eben typischer Weise: Genau so gut könnte er in Sprache, Handlung, Personenzeichnung im Jetzt angesiedelt sein. Gewissensentscheidungen stehen an, nur leider löst sich manches im Verlaufe des Romans ein bisschen zu einfach auf, ohne Toms Zutun.

Es handelt sich hier um eine Neuübersetzung des bereits in den 50er Jahren auch in deutsch aufgelegten Romans mit dem ursprünglichen Titel "Der Mann im grauen Anzug", kommt aber nicht aufdringlich modern, sondern angenehm und gut lesbar daher.

Dieser Roman wurde verfilmt - mit dem großartigen Gregory Peck in der Rolle des Tom Rath. Ich kenne den Film nicht, und ich gebe zu, dass ich ausgerechnet diesen Schauspieler nicht vor Augen hatte, als ich diesen Roman las. Leider scheint - genau wie der Roman - auch der Film ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Mindestens dem Roman kann man nur wünschen, dass sich das mit dieser Neuauflage ändert.


Früchte süß, saftig, köstlich: süß - saftig - köstlich
Früchte süß, saftig, köstlich: süß - saftig - köstlich
von Rose Marie Donhauser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von klassisch bis modern und innovativ: Da ist für jeden was dabei!, 11. Mai 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Ein bisschen schwer fällt mir der Einstieg zu der Bewertung dieses Buches, denn obwohl ich es uneingeschränkt mit fünf Sternen bewerten möchte und werde, gibt es zwei Dinge, die mir an diesem Buch nicht gefallen. Damit das erledigt ist, also gleich zu Anfang: Ich finde das Buch reichlich unübersichtlich gegliedert. Es ist nicht nach Früchten bzw. Früchtearten sortiert, aber auch nicht richtig nach Zubereitungsart. Es gibt vier große Kapitel: Ab ins Glas, Zum Vernaschen, Zum Genießen, Zum Verwöhnen. Im ersten Kapitel tauchen die Marmeladen und Gelees auf, ansonsten ist aber nicht klar, wo der Unterschied zwischen den Kapiteln besteht. Gebackene Obstkuchen zum Beispiel findet man in allen drei letztgenannten Kapiteln, süße Desserts ebenfalls.Außerdem ist ein bisschen zu oft auch Alkohol, meist als Likör, aber auch in Form von Wodka oder Wein, in den Rezepten enthalten. Wenn man auch für Kinder kocht und backt, ist also Improvisieren angesagt, auch wenn gelegentlich Alternativen genannt werden. Erwachsene werden aber ihre Freude dran haben!

So, nachdem das jetzt erledigt ist, kann ich meine uneingeschränkte Begeisterung kundtun. Denn die Rezepte in diesem Buch sind einfach toll: Abwechslungsreich, innovativ, modern, von einfach bis kompliziert, oft mit Vorschlägen zum Variieren, für viele Früchtearten, die auch schön erklärt werden, egal, ob es sich um bekannte oder unbekanntere Sorten handelt oder zum Beispiel um neuere Züchtungen.

Besonders schön ist, dass – neben modernen Desserts – auch die klassischen Rezepte wie Birne Helene oder Apfelkuchen dabei sind. Nicht alles trifft meinen Geschmack, Birnen mit Krabben zu kombinieren, finde ich zum Beispiel reichlich gewagt. Aber insgesamt ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei, wobei es sogar ein paar herzhafte Hauptspeisen gibt.

Die Rezepte sind übersichtlich gehalten, die Fotos sehr ansprechend. Insgesamt ist dies ein Buch, das zum in Ruhe das Richtige aussuchen und dann einfach Nachmachen und Ausprobieren einlädt.

Eine sehr schöne Rezeptesammlung, die eine große Vielfalt bietet! Schon das Buch selbst ist ein Genuss.


Grundig MM 5150 Multi-Cut Compact Duo Zerkleinerer (400 Watt, 0,5 l Kunststoffbehälter)
Grundig MM 5150 Multi-Cut Compact Duo Zerkleinerer (400 Watt, 0,5 l Kunststoffbehälter)
Preis: EUR 29,99

5.0 von 5 Sternen Ein "scharfes" Gerät!, 8. Mai 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Dieser Multizerkleinerer, der komplett zerlegbar ist, besteht aus einem Becher mit Maßeinheiten (Liter, OZ, Cups), einem Deckel, zwei scharfen Messern und dem Aufsatz, der elektrisch betrieben wird. Ebenfalls dazu gehört eine rutschfeste, sehr praktische Unterlage. Die Handhabung ist ausgesprochen einfach und unkompliziert. Der Becher wird befüllt (am besten, nachdem die Messer eingesetzt sind), der Deckel aufgeschraubt und der Aufsatz aufgesetzt. Durch Knopfdruck kann das Gerät betrieben werden. Dabei muss allerdings der Aufsatz festgehalten werden.

Der Praxistest:

Gemüse:

Ich mache oft Möhrensalat. Dafür die Küchenmaschine zu bemühen, ist mir zu aufwändig, sodass ich bisher von Hand geraspelt habe. Das wiederum "kostet" Zeit.

Zum Zerkleinern der Möhren erscheint mir dieses Gerät aber sehr gut geeignet: Innerhalb weniger Sekunden (!) waren die Möhren kleingehackselt, was mich sonst mindestens eine Viertelstunde gekostet hätte. Der Apfel kam dann auch gleich hinterher.

Allerdings ist es - gerade bei diesen härteren rohen Gemüsen (zum Beispiel auch Kohlrabi) - so, dass es eher gehackt als geraspelt ist. Uns stört das allerdings nicht.

Kräuter:

Auch so eine zeitaufwändige Angelegenheit. Aber auch hier wieder: Mit dem Multizerkleinerer sind die frischen Kräuter innerhalb kürzester Zeit sehr fein gehackt (was ich übrigens so gar nicht erwartet hätte). Zwar kleben die Kräuter logischerweise am Becherrand fest, die kann man aber mit einem Schüsselschaber recht gut lösen. Ein bisschen stören mich da allerdings die (vermutlich des besseren Aussehens wegen) "Einbuchtungen" am Becherrand, die hätte man auch weglassen können.

Weil der Behälter nicht allzu groß ist (max. Füllmenge ca. 500 g, eher weniger), muss eine größere Menge zwar in mehreren Etappen gehäckselt werden, was für mich aber keinen Mangel darstellt.

Reinigung:

Problemlos in der Geschirrspülmaschine!

Es steht zwar auch in der (erfrischend kurz gehaltenen) Bedienungsanleitung, ich füge jedoch - im Auftrage meines Gatten - ausdrücklich hinzu: Die Messer des Gerätes sind SEHR scharf und müssen sehr umsichtig angefasst werden. Er - mein Gatte also - hat sich nämlich eine schwere (;)) Schnittverletzung beim Herausnehmen der Messer aus der Geschirrspülmaschine zugezogen.

Mit der "Leistungsstärke", die dieses Gerät hat, hätte ich bei Weitem nicht gerechnet! Für unseren Haushalt und unsere Zwecke ist dieses Gerät eine Bereicherung und mir eine Empfehlung wert.

Bitte vorher die Bedienungsanleitung lesen!

P.S. Ergänzungen und Änderungen vorbehalten.


Die Narzissmusfalle: Anleitung zur Menschen- und Selbstkenntnis
Die Narzissmusfalle: Anleitung zur Menschen- und Selbstkenntnis
von Reinhard Haller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erkenntnisgewinn?, 28. April 2013
In diesem durchwegs sehr verständlich und locker geschriebenen Buch geht es um eine Menschenspezies, die sich in unserer heutigen - immer mehr auf den eigenen Vorteil bedachten - Gesellschaft rasant verbreitet: den Narzissten. Ein großes Problem: Das ist durchaus gesellschaftlich anerkannt. Es handelt sich bei Narzissmus offensichtlich um eine erst in jüngerer Zeit beobachtete Persönlichkeitsstörung, unter der der Narzisst selbst i.d.R. wenig, seine Umwelt aber umso mehr leidet.

Während ein gewisses gesundes Maß an Narzissmus, also Selbstliebe, jedem zueigen sein sollte, finden bei wirklichen Narzissten in ihrer ausgeprägten Form alle ungesunden Eigenschaften wie Rücksichtslosigkeit, Selbstsucht, mangelnde Selbstreflexion, Machtbewusstsein und Machtmissbrauch und etliche andere Eigenschaften, die für ein funktionierendes Sozialleben eher kontraproduktiv wirken, zusammen.

Der Autor Reinhard Haller, der ganz offensichtlich weiß, wovon er schreibt, bringt über einen Großteil des Buches dem zwar interessierten, aber psychologisch nicht vorgebildeten Leser die Eigenschaften von Narzissten nahe, auch die verschiedenen Theorien der Ursachen, und untermauert seine absolut nicht trockenen Erklärungen mit einer Vielzahl von kleinen Praxisbeispielen oder anderen interessanten Geschichten und zitiert gelegentlich den bekannten Psychoanalytiker Erich Fromm. Eine gewisse Selbstironie ist dem Autor dabei nicht abzusprechen.

Letztendlich bleibt die Frage: Was kann man tun, wenn man es in seiner Umgebung mit einem dieser mehr oder weniger unangenehmen Zeitgenossen zu tun hat? Die Antwort: Leider wenig. Einer Therapie sind narzissmusgestörte Menschen selten zugänglich, weil sie sich in ihrer Rolle der Großartigkeit meist recht wohl fühlen und keinen Bedarf sehen, dies zu ändern. Betroffen sind eben ihre Mitmenschen. Nicht immer gelingt es, um einen solchen Menschen einen großen Bogen zu machen. Falls es nicht gelingt, gibt am Ende des Buches der Autor einige launige Ratschläge zum Umgang mit Narzissten und fordert darüber hinaus - nicht ganz ernst gemeint - dazu auf, die Menschen in seiner Umgebung UND sich selbst auf entsprechende Narzissmus-Eigenschaften zu untersuchen.

Was bleibt als Erkenntnisgewinn?

Dass ich - wenn ich meine, einen Narzissten identifiziert zu haben, wobei ich nach wie vor vorsichtig mit dieser "Diagnose" sein werde - den Umgang auf das Nötigste einschränke und ansonsten eher Mitleid mit ihm als Ärger über ihn empfinde. Weil ein brüchiges Selbstwertgefühl allen diesen Menschen zueigen ist, das sie meinen, durch - manchmal ungerechtfertigte - Einforderung von Bewunderung und durch Selbstdarstellung ihrer eigenen - vermeintlichen - Großartigkeit, mithin Selbstüberhöhung, und nicht selten durch das Ab- und Entwerten ihrer Mitmenschen - im Internet oft genug auch anonym - kompensieren zu müssen. Und das ist doch eigentlich sehr traurig.


Blinde Vögel
Blinde Vögel
von Ursula Poznanski
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absoluter WOW-Krimi!, 20. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Blinde Vögel (Broschiert)
Zugegeben, so richtig spektakulär lässt sich dieser Krimi erstmal nicht an: In einem Wald werden die Leichen zweier junger Leute gefunden, es sieht nach erweitertem Suizid aus. Nur Kommissarin Bea Kasparys Gespür ist es zu verdanken, dass überhaupt weiter ermittelt wird. Beide Opfer waren nämlich in einer Facebook-Gruppe registriert, die sich über Lyrik austauschte, und die Befragungen der Administratorin und weiterer Mitglieder dieser Gruppe deuten darauf hin, dass da möglicherweise doch mehr als Selbstmord dahinterstecken könnte. Um mehr herauszufinden, meldet sie sich unter falschem Namen ebenfalls in der Facebook-Gruppe an, und es geschieht ein weiterer merkwürdiger Todesfall ...

Was - wie schon den ersten, so auch - diesen Krimi um die Kommissarin Beatrice Kaspary auszeichnet, ist die stringent eingehaltene Erzählperspektive: Bis auf ein paar kleinere Einschübe, die dem Leser aber nicht wirklich Einblick gewähren in die Tätersicht, ist die gesamte Handlung ausschließlich aus der Perspektive Beas erzählt. Als würde der Leser Bea über die Schulter schauen, sozusagen. Es gewährt Einblicke in ihre Innensicht, auch in ihr - nach wie vor - nicht unproblematisches Privatleben (geschieden mit zwei Kindern) und macht auch deutlich, wie schwierig und gelegentlich auch frustrierend die Ermittlungsarbeit in einem Kriminalfall sein kann, wenn über einen längeren Zeitraum so gar keine Anhaltspunkte für ein Motiv zu finden sind.

So greift Bea zu der wohl etwas unkonventionellen Vorgehensweise, sich selbst unter falscher Identität in die besagte Facebook-Gruppe einzubringen. Durch immer wieder eingeschobene Abschnitte, die die Entwicklung der Threads durch die anonymen Nutzer der Facebook-Gruppe dokumentieren, bekommt dieser Krimi eine zusätzliche, moderne, auch authentische Variante. Dabei beweist die Autorin ein sehr feines Gespür für verschiedene Arten der Kommunikation im Internet und macht gekonnt deutlich, dass daraus durchaus Rückschlüsse auf den Schreiber gezogen werden können.

Stellenweise ist dieser Krimi SEHR spannend, um dann nur wenig später die Spannung wieder zu drosseln: So stelle ich mir tatsächlich Ermittlungsarbeit der Polizei vor. Man hat das Gefühl, es könne einen Durchbruch geben, und dann ... passiert lange Zeit überhaupt nichts. Zumindest hier ist es aber so, dass der große Durchbruch ganz allein auf Beas Intuition gründet, und dann kommt auch für den Leser der große Knall, der Schockmoment ... und der ist - ohne, dass ich hier zuviel verraten möchte - gewaltig.

Beas Privatleben hingegen kommt nach wie vor nicht richtig voran, da beweist sie – im Gegensatz zu ihrem aktuellen Fall – nicht das richtige Gespür. Dafür ist es übrigens durchaus hilfreich, den ersten Band Fünf bereits gelesen zu haben, wenn auch nicht unbedingt nötig.

Wenn ich über weite Strecken dieses Romans - genau wie Bea und ihre Kollegen (allen voran natürlich Florin) - im Dunkeln getappt habe und versucht habe mitzuraten (wozu der Leser hier durchaus eingeladen ist), so war ich spätestens ab dem bereits erwähnten "Knall" so richtig "infiziert" und musste diesen Krimi, den ich bis dahin noch als ein wenig schleppend empfunden habe, in einem Rutsch zuende lesen.

Zwei große Themen werden hier intelligent miteinander verwoben: Zum einen die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Internets (ganz aktuell hier eben Facebook) und - leider kann ich auch hier nur wieder Andeutungen machen - eine Problematik, die unsere Gesellschaft im Laufe der letzten Jahre ein wenig aus den Augen verloren hat.

Übrigens: Der Krimi spielt in Salzburg, und so gibt es auch eine Menge Lokalkolorit.

Ich bin - jedenfalls am Ende - schlichtweg begeistert und werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen, und das nicht nur wegen Bea Kaspary, deren Privatleben sich von Band zu Band - wenn auch schleppend - weiterentwickelt, sondern wegen der tollen Schreibe der Autorin Ursula Poznanski und der zum Mitraten geeigneten wirklich gut konstruierten Fälle um die Kommissarin Bea Kaspary und ihren Kollegen Florin Wenninger.


Landhaus- und Bauerngärten: Gestalten Pflanzen Pflegen
Landhaus- und Bauerngärten: Gestalten Pflanzen Pflegen
von Wolfgang Hensel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Platz ist noch im kleinsten Garten ..., 17. April 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Der Titel dieses schönen Buches sagt es schon: Es geht hier um eine ganz spezielle Gartengestaltung, die immer mehr Anhänger findet. Über die Darstellung der Landhaus- und Bauerngärten hinaus bietet dieses Buch auch noch viele Ideen für die Gestaltung von Cottage-Gärten, die sich durchaus von den Bauerngärten unterscheiden.

Während Bauerngärten in der Gestaltung sehr symmetrisch und klar strukturiert sind, eignen sich für Menschen mit nicht ganz so viel Ordnungssinn die Cottage-Gärten, die aber gleichwohl viel Arbeit erfordern. Eine Mischung aus beidem stellt der Landhausgarten dar, der für eher größere Gartengrundstücke geeignet ist.

All diese Unterschiede zwischen einzelnen Gartentypen werden sehr übersichtlich und anschaulich hier dargestellt, untermauert mit einer Vielzahl von sehr schönen Fotos, auf denen Details gut erkennbar sind. Auch das Integrieren von Hecken oder Zäunen, Teichen oder Sitzecken in den Garten wird gut erklärt. Des Weiteren gibt es auch noch einige Übersichtsseiten mit für den jeweiligen Gartentyp geeigneten Zier- bzw. Nutzpflanzen.

Wer also einen Garten plant oder umgestalten möchte, selbst wenn es nicht ein klassischer Bauern- oder Cottage-Garten werden soll, wird in diesem Buch viele wertvolle Tipps finden. Dabei wird durchaus betont, dass auch kleine Stadt- oder Reihenhausgärten für eine entsprechende Gestaltung geeignet sind, auch dafür findet der Leser hilfreiche Hinweise.

Wer sich so gar nicht zu einer entsprechenden Gestaltung durchringen kann, findet im letzten Teil des Buches Tipps zur Auflockerung durch einzelne Elemente im Garten, die sich einfach und schnell umsetzen lassen.

Da es zur Gestaltung auch kleiner bis kleinster Gärten viele Hinweise gibt, wäre eine etwas ausführlichere Illustration durch entsprechende Fotos wünschenswert gewesen. Auch gibt es keine Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Dennoch bietet dieses Buch eine Fülle an Ideen und macht die unterschiedlichen Stile der Gartentypen sehr deutlich. Ein inspirierendes Buch, das dem Gartenliebhaber Mut zum Experimentieren und zur Umsetzung eigener Ideen vermittelt und das man immer mal wieder - auch als Schon-Gartenbesitzer - in die Hand nehmen und durchschauen kann.


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