wintersale15_finalsale Hier klicken Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV
Profil für Garnet > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Garnet
Hilfreiche Bewertungen: 2971

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Garnet

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Zorn - Wo kein Licht: Thriller
Zorn - Wo kein Licht: Thriller
von Stephan Ludwig
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen An DIESEM Ort ist wirklich kein Licht ..., 4. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zorn - Wo kein Licht: Thriller (Taschenbuch)
Auf Seite 178 (also nach fast der Hälfte des Gesamtumfangs) steht folgender Satz: "Es war Zorn, der kurz vor Feierabend einen verdutzten Schrei ausstieß, als er den ersten entscheidenden Hinweis entdeckte."

Tja, so lange muss nicht nur Zorn auf den entscheidenden Hinweis warten, der Leser muss es auch. Bis dahin dümpelt die Handlung so vor sich hin, was leider nicht besonders spannend ist. Daran ändern auch die bisweilen etwas überdosierten Andeutungen auf zukünftige Ereignisse nichts.

Wer schon die ersten beiden Bände um Zorn und Schröder (der meiner bescheidenen Meinung nach der heimliche Star dieser Romane ist) gelesen hat, weiß, worauf er sich einlässt. Claudius Zorn ist immer noch faul, antriebslos und phlegmatisch (alle drei Adjektive beschreiben zwar fast ein und denselben Zustand, sind aber absolut notwendig, um Zorn zu beschreiben) und tut sich selbst am meisten leid. Aber immerhin hat er jetzt eine Freundin (mir scheint, die besten Sachen in Zorns Privatleben passieren zwischen dem Erscheinen der einzelnen Bände). Die Fälle, die er bearbeiten soll, kann er nicht in Zusammenhang bringen, aber eigentlich hat er ja auch nach wie vor gar keine Lust auf Arbeit. Dafür hat er ja Schröder. Dumm nur, dass der nach einer spektakulären Massenkarambolage, an der er mit seinem Auto beteiligt war, außer Gefecht zu sein scheint. Nun, das ist alles schnell erledigt, aber dann treiben Schröder noch ganz andere private Probleme um ...

Ohne zuviel zu verraten: Der Fall an sich ist alles andere als spektakulär. WAS spektakulär ist, ist - wie immer eigentlich - der Ort der Handlung: Zorn und Schröder ermitteln in einer liebevoll-ironisch beschriebenen namentlich nicht genannten mitteldeutschen Großstadt (dass es sich um Halle an der Saale handelt, dürfte mittlerweile bekannt sein). Eine besondere Rolle spielt in diesem Fall das seit Jahren als Ruine vor sich hin verfallende morbid-geheimnisvolle Solbad (das kann man durchaus mal gugeln: Es gibt haufenweise Bilder davon im Netz! Stichwort: "Solbad Halle").

Spektakulär ist auch der das letzte Drittel des Romans einnehmende Showdown, der für die etwas langweilige erste Hälfte entschädigt.

Und auch Schröder (wie ich schon schrieb: Ich halte ihn für den heimlichen Star dieser Reihe) gewinnt an Konturen. Dieser sympathisch-knuffige Kerl wächst mir immer mehr ans Herz.

Ja, ich liebe diese Reihe, und auch wenn ich diesen Band nun nicht für den besten halte: Ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf den nächsten (und den wird es - wie man der Ankündigung des Autors am Ende des Buches entnehmen kann - auch geben). Diese Mischung aus zwei so unterschiedlichen Charakteren wie Zorn und Schröder und der einfühlsamen Beschreibung auch sehr schwieriger Situationen, sowieso das Thematisieren von problematischen Lebenssituationen, ohne dass es aufgesetzt oder deplatziert wirkt, auch das Aufbauen von atemberaubender Spannung und - nicht zuletzt - die Beschreibungen einer kleinen Großstadt, und das alles mit leicht zynischem Humor, das macht den Reiz dieser Reihe aus. Wobei es sich durchaus empfiehlt, diese auch der Reihe nach zu lesen. Deshalb abschließend noch die bisher erschienenen Bände in der "richtigen" Reihenfolge:

Zorn - Tod und Regen: Thriller
Zorn - Vom Lieben und Sterben: Thriller
Zorn - Wo kein Licht: Thriller


Ein Lied über der Stadt
Ein Lied über der Stadt
von Ewald Arenz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von der Freiheit des Denkens, des Glaubens und des Tuns, 25. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Lied über der Stadt (Gebundene Ausgabe)
Luise ist 17 Jahre alt. Sie steht kurz vor dem Abitur und baut mit ihrem "Kumpel" Georg gemeinsam, aber heimlich, ein Flugzeug, das sie dann selbst fliegen möchten. Ihr Vater, ein evangelischer Pfarrer in einer fränkischen Kleinstadt, möchte, dass sie studiert.

Luise aber möchte nur eins: Sie möchte fliegen lernen, die Freiheit spüren, alle Konventionen hinter sich lassen.

Ihr stünde die Welt offen, wenn es nicht das Jahr 1929 wäre, am Vorabend eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte. Schon lassen sich die Vorzeichen ahnen. Vor allem für Luise, die - aufgewachsen in einem auf weltfremde Art progressiven Elternhaus - sich nicht verbiegen lassen möchte von Konventionen, von dem, was man zu dieser Zeit von einem jungen Mädchen erwartet, ist das schwierig. Aber sie kann dennoch ihren Weg gehen - zunächst.

Der Roman besteht aus zwei Teilen und beschreibt in beiden Teilen jeweils einen nur kleinen Zeitraum von wenigen Wochen, die aber einen zeitlichen Abstand von sechs Jahren haben. Innerhalb dieser sechs Jahre, an denen der Leser nicht teilhat, hat sich viel verändert: Die Nationalsozialisten sind an der Macht, und auch in dem beschaulichen Kleinstädtchen, in dem Luises Vater nach wie vor als Pfarrer die Freiheit des Glaubens vehement verteidigt (und schließlich auch die Konsequenzen dessen tragen muss), hat sich einiges verändert.

Luise ist eine moderne junge Frau, der das Leben in dieser Kleinstadt zu eng und zu sehr vorherbestimmt ist. Aber eine große Wahl hat sie nicht. Sind es doch gerade Frauen wie sie, die - studiert, fortschrittlich, freiheitsliebend, modern eben, auch in einem heutigen Sinne - von den Nationalsozialisten hinter den Herd verbannt werden, verdammt geradezu zum "Gebären". Diese Erwartungshaltung wird sehr deutlich an der Figur der Eva, für die sich Luise im ersten Teil noch eingesetzt hatte.

Das alles klingt aber immer nur an, nie wird es zum alles überdeckenden Thema. Thema ist ganz allein Luise: ihre Entwicklung von einem jungen Mädchen zu einer selbstbewussten Frau im Schatten des Nationalsozialismus. Und immer wieder das Fliegen. Dabei ist das Fliegen auch sinnbildlich zu verstehen für eine fast grenzenlose Freiheitsliebe.

Herrlich treffend und vor allem sehr anschaulich ist die Beschreibung der etwas betulichen Kleinstadt, jeweils im Sommer: Malerisch, fast idyllisch mutet das alles an - und bildet damit – zumindest im zweiten Teil, nachdem schon die Bücher verbrannt waren, Menschen nicht mehr das sagen dürfen, was sie denken - einen genauen Gegensatz zu Luises Empfinden: Sie fühlt sich eingeengt, gegängelt, es ist ihr nicht wohl. Aber niemand weiß ja, wohin die Reise geht. Und irgendwann muss sie eine Entscheidung treffen ...

Was man diesem wunderbar wie von leichter Hand geschriebenen Roman wohl vorwerfen kann, ist die Schwarz-Weiß-Malerei: Die Nationalsozialisten sind die kleingeistigen, engherzigen "Bösen", die Widerständler sind die (welt-)offenen, fortschrittlichen "Guten". Es gibt nur sehr wenig dazwischen, und wenn, dann spielen die jeweiligen Personen eine nur untergeordnete Rolle. Auch das Ende ist etwas arg kitschig geraten, vor allem, weil ansonsten der gesamte Roman so unaufgeregt unsentimental daherkommt. Aber mit einer überzeugenden, glaubhaften Protagonistin.

Ein wunderbarer, ja ein "schöner" Roman, ein Plädoyer für die Freiheit des Denkens und des Glaubens. Ein Roman darüber, wie schlimm es - für den Einzelnen - sein kann, welche furchtbaren Folgen es haben kann, wenn genau das beschränkt wird. Das gibt zu denken.

P.S. Aufgrund ihres Alters zu Beginn des Romans ist Luise auch eine Identifikationsfigur vor allem für junge Mädchen. Deshalb halte ich diesen Roman auch gerade für diese Leserschaft (Mädchen ab etwa 14) für durchaus lesenswert, unterscheiden sich die Lebenswelten im Zeitabstand von mehr als 80 Jahren eben doch sehr und kann dieser Roman durchaus eine Gelegenheit sein, um jungen Menschen heute die Bedrängnisse und Nöte junger Menschen zur damaligen Zeit nahezubringen.


Oral-B TriZone 5500 Elektrische Premium-Zahnbürste (mit Reise-Etui und SmartGuide)
Oral-B TriZone 5500 Elektrische Premium-Zahnbürste (mit Reise-Etui und SmartGuide)
Wird angeboten von Handybörse DG
Preis: EUR 106,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ideale Familienzahnbürste!, 20. August 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Diese elektrische Zahnbürste kommt mit allerlei Zubehör: ein Standfuß für die - ansonsten recht kleine und Platz sparende - Ladestation, der auch Platz für die Aufbewahrung der Aufsteckbürsten bietet, vier Aufsteckbürsten (3 TriZone + 1 Interspace) sowie - last but not least - dem "SmartGuide" einschließlich Schutzkappe, Batterien und Wandhalterung.

Mit der Zahnbürste selbst kann man in fünf verschiedenen Reinigungsstufen putzen. Damit können alle Bedürfnisse von Zahnputzern abgedeckt werden: Sowohl für die wirklich gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume als auch für empfindliches Zahnfleisch lässt sich der Andruck einstellen. Dazu muss man nur die Pfeiltaste mehrmals drücken, bis das entsprechende Symbol auf dem per Funk mit der Zahnbürste verbundenen SmartGuide erscheint.

Zuerst hielt ich diesen "SmartGuide" für ein nettes, aber überflüssiges Gimmick, aber mitnichten: DAS ist das mit Abstand beste Zubehör zu einer elektrischen Zahnbürste, das ich mir vorstellen kann. Sobald man die Zahnbürste einschaltet, schaltet sich auch der SmartGuide ein, und man kann an ihm genau ablesen, welche Andruckstufe gewählt ist. Da gibt es derer fünf, die per Symbol angezeigt werden, welches Symbol was bedeutet, hat man dabei schnell raus.

Auf dem SmartGuide wird auch die Putzzeit angezeigt, die für jedes "Gebissviertel" aufzuwenden ist. Die gesamte Putzzeit beträgt normalerweise zwei Minuten, kann aber per Andruckstufe auch auf drei Minuten erhöht werden. Erst wenn die gesamte Putzzeit ausgenutzt wurde, erscheinen am Schluss vier Sterne auf dem Display. Aber auch noch länger putzen ist kein Problem: Die Zahnbürste schaltet sich nicht automatisch ab.

Ich denke, ein Erwachsener, der gewissenhaft mit seinen Zähnen umgeht, regelmäßig putzt und auch die richtige Putztechnik anwendet, ist wohl eher nicht auf dieses "Programm" angewiesen. Meine Kinder allerdings (vor allem mein Jüngster) nehmen es leider nicht immer so genau mit Putztechnik und Putzdauer. Musste ich bisher immer mal einen - kontrollierenden - Blick ins Badezimmer werfen, ob auch wirklich immer noch geputzt wird, schaue ich jetzt nur noch aufs Display: Stehen da vier Sterne, ist alles in Ordnung. So lernt der Zahnputzmuffel auch noch ein bisschen Eigenverantwortung. Es funktioniert jedenfalls - bisher. Den nächsten Zahnarztkontrolltermin warte ich gelassen ab.

Die Zahnbürste verfügt außerdem über eine Andruckkontrolle: Ist der ausgeübte Druck zu hoch, verlangsamt sich die Zahnbürste und gibt auch ein optisches Signal (auffälliges rotes Licht), dafür muss man aber schon sehr stark drücken. Sobald der Druck nachgelassen wird, läuft die Zahnbürste wieder normal.

Wir sind zwar auch bisher schon - auf Empfehlung unserer Zahnärztin - Benutzer einer elektrischen Oral-B-Zahnbürste, allerdings eines älteren Modells, das all diese kleinen Nettigkeiten nicht bietet. Aber auch dieses ältere Modell benutzen wir schon mehrere Jahre ohne irgendwelche Beanstandungen. Was ich bei Oral-B als wirklichen Vorteil empfinde, sind die Möglichkeiten der verschiedenen Aufsteckbürsten. Mitgeliefert wird - neben 3 TriZone-Aufsteckbürsten für den "normalen" Bedarf - eine sogenannte Interspace-Aufsteckbürste. Die habe ich selbst getestet. Normalerweise benutze ich für die Reinigung der Zahnzwischenräume eine Interdental-Zahnbürste (Zahnseide, auch gewachste, eignet sich bei mir wegen sehr eng stehender Zähne nicht). Die Interspace-Aufsteckbürste ersetzt diese zwar nicht, kann aber doch hin und wieder schnell mal eingesetzt werden, vor allem auch von Zahnspangen (Brackets) tragenden Teenagern.

Auch der andere mitgelieferte Aufsatz gefällt mir persönlich nicht ganz so gut, aber es gibt ja – wie bereits erwähnt – verschiedene Aufsätze, auch da für jeden Bedarf wie zum Beispiel empfindliches Zahnfleisch:

Braun Oral-B Aufsteckbürsten TriZone, 2er-Pack (sind mitgeliefert 3x)
Braun Oral-B Tiefen-Reinigung Aufsteckbürsten, 4er-Pack für die Zahnzwischenräume
Braun Oral-B Sensitive Aufsteckbürsten, 4er-Pack für empfindliches Zahnfleisch
Braun Oral-B Precision Clean Aufsteckbürsten, 7er+1-Pack
Braun Oral-B Aufsteckbürsten 3D White, 2er-Pack zum Aufhellen der Zähne
Oral-B Interspace IP17 Aufsteckbürsten - 3 Stück für schwer erreichbare Stellen (ebenfalls mitgeliefert 1x)

Falls man die Austeckbürsten hier bei Amazon bestellt, muss man mal gucken: Die Sets gibt es in verschiedenen Größen-(Anzahl-)Packungen zu unterschiedlichen Preisen (auch ein Abo könnte sich hier anbieten, Link befindet sich - zumindest derzeit - oben rechts neben dem Produktbild).

Insgesamt überzeugend finde ich die - ohnehin bewährte und uns zahnärztlicherseits bestätigte - gründliche Reinigung durch die Oral-B-Zahnbürsten - bei richtiger Putztechnik, die sehr einfache Bedienung und die Vielseitigkeit, die für uns vor allem mit Familienmitgliedern mit sehr unterschiedlichen Putzbedürfnissen sehr hilfreich ist.

P.S. Ergänzungen und Änderungen vorbehalten.


Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen
Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen
von James Krüss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Lehre mich lachen, rette meine Seele, Steuermann!", 2. August 2013
Timm Thaler hat sein Lachen verkauft - für die zweifelhafte "Gabe", jede Wette zu gewinnen. Sein Vertragspartner ist der Baron Lefuet (rückwärts "Teufel" gelesen), der scheinbar die Weltherrschaft an sich reißen könnte, über so viel Macht scheint er zu verfügen. Als Timm merkt, dass er einen schlechten Tausch eingegangen ist und ihm sein Lachen fehlt, versucht er, es zurückzubekommen. Dabei könnten ihm drei Menschen, die ihm im Laufe seines noch jungen Lebens begegnet sind, behilflich sein.

Die Geschichte von Timm Thaler ist vermutlich vielen eher aus der gleichnamigen Fernsehserie, die Ende der 70er Jahre als erste "Weihnachtsserie" ausgestrahlt wurde, bekannt. In dieser Serie wird allerdings die Geschichte von Timm soweit verzerrt, dass sie mit der Romanvorlage nur noch in groben Zügen Gemeinsamkeiten ausweist. Vor allem wurden für die Serie eine zeitgemäße, eher unterkühlte Ausstattung gewählt und Figuren und Handlungsorte einschließlich ihrer Namen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Und noch eines fehlt der Serie: Die Leichtigkeit dieses wundervollen Jugendromans.

James Krüss bindet die Geschichte von Timm Thaler in eine Rahmenerzählung ein, und schon das ist ein Bravourstück: Der Ich-Erzähler der Rahmenerzählung stammt - wie James Krüss auch - von der Insel Helgoland, und auch sonst könnte man den Erzähler durchaus mit dem Autor verwechseln. Weil dem Erzähler das Papier fehlt (was kurz nach dem Ende des Krieges nicht verwunderlich scheint), schreibt er die Geschichte, die ihm von dem erwachsenen Timm wiederum erzählt wird, auf die Rückseiten aussortierter Druckbögen, weshalb ein Kapitel auch als "Bogen" bezeichnet wird.

Die Geschichte selbst, ja, die wird wirklich einfach erzählt: Das ist das, was James Krüss meisterhaft beherrscht.

Weil Timm Thaler, nachdem er nach einiger Suche den Baron gefunden hat und zu seinem Mündel wird, in Kontakt kommt mit der Welt der Aktien, der Firmengründungen, der Werbung, also der Welt des Großkapitals, er ja auch den Aufstieg vom "armen, kleinen Jungen" (siehe auch Kapitelüberschrift Erster Bogen) zum reichen Unternehmer erfährt, ist zuweilen zu lesen, es handele sich bei Krüss' Roman um Konsum- und Kapitalismuskritik. Das ist möglicherweise nicht ganz von der Hand zu weisen, vor allem, weil immer wieder betont wird, dass das Lachen doch für kein Geld der Welt zu ersetzen sei. Der Roman ist 1962 erschienen - in einer Zeit des noch immer anhaltenden Wirtschaftswunders, allerdings ist die Handlung der Binnenerzählung in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts angesiedelt.

Tatsächlich hat James Krüss selbst aber immer wieder betont, wie wichtig die Fantasie des Kindes und sein Recht auf Fantasie ist, und auch in diesem Roman findet sich alles wieder, was ihm - dem begnadeten Geschichtenerzähler - so eigen ist: Das Märchenhafte, das Wunderbare, das Abenteuerliche, einfach das Fantastische zu erzählen.

"Haltet die Uhren an. Vergesst die Zeit. Ich will euch Geschichten erzählen." Dieses Zitat von James Krüss macht wohl hinreichend deutlich, worum es ihm ging. (Allerdings stammt es nicht - wie gelegentlich kolportiert - aus "Timm Thaler", sondern ist der Beginn von Sommer auf den Hummerklippen.)

Wenn die Geschichte eine Moral haben sollte, so erschließt sie sich wohl nur dem erwachsenen Leser – wenn überhaupt. Diese Geschichte liest sich einfach am schönsten, wenn man sie als das liest, was sie ist: Eine seltsame, fantastische Reise eines Jungen, der das wiederbekommen möchte, was ihm das Wertvollste auf der Welt scheint: Sein Lachen.

James Krüss war einer der bekanntesten, wenn nicht der bekannteste, Kinderbuchautoren des vergangenen Jahrhunderts, an kaum einem Kind gehen seine wundervoll gereimten Gedichte spurlos vorüber, selbst heute noch ("Wenn die Möpse Schnäpse trinken"). Warum ich ausgerechnet dieses Buch dieser Tage aus dem Regal genommen habe, um es wieder zu lesen, weiß ich selbst nicht so genau, aber wie ich heute auf der Website zu James Krüss, die von der Erbengemeinschaft initiiert ist, gelesen habe, starb James Krüss heute vor genau 16 Jahren.


Des Königs Narr: Roman aus dem England des siebzehnten Jahrhunderts
Des Königs Narr: Roman aus dem England des siebzehnten Jahrhunderts
von Rose Tremain
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbarer historischer Roman aus der Zeit der Restauration, 2. August 2013
"Die Zeit!" sagte ich verdrossen. "Mir wurde einmal gesagt, ich sei ein Mann meiner Zeit, doch glaube ich, daß es einen Punkt gegeben hat - ich könnte nicht genau sagen, wann das war -, an dem meine Zeit und ich begonnen haben, getrennte Wege zu gehen, und nun gehöre ich ihr überhaupt nicht mehr an, ja, eigentlich gehöre ich nirgendwo mehr richtig hin ..." (Sir Merivel)

Sir Robert Merivel wird um das Jahr 1664 "des Königs Narr": Mehr durch Nichtstun als durch ärztliche Kunst kann er dem Hund des Königs Charles II. das Leben retten und wird dadurch zum Günstling des Königs. Als dieser in Bedrängnis gerät, weil seine Geliebte Celia Clemence seiner Hauptmätresse Lady Castlemaine ein Dorn im Auge ist, besinnt sich der König auf seinen Narr und verheiratet alibihalber kurzerhand Celia mit Merivel. Dieser gelobt, seine Gattin nicht anzurühren (da sie ja immer noch dem König vorbehalten ist), als er sich dann aber dennoch in seine Frau verguckt, fällt er natürlich bei seinem über alles geliebten König in Ungnade. Bis dahin jedoch kann Merivel ein ausschweifendes, dekadentes Leben führen.

Das Blatt wendet sich natürlich, als der König ihm - dem nicht mehr Gelittenen - sämtliche Besitztümer wegnimmt. Merivel, nun mittellos und mit dieser Schmach im Nacken, weiß sich keinen anderen Rat, als seinen Freund, den Quäker John Pearce aufzusuchen, der ein abgeschieden gelegenes Irrenhaus leitet. Dort kann er zunächst unterkommen, aber auch das ist kein Wohnort von Dauer ...

Wunderbar, dieser Merivel, wie er sich wandelt vom unfassbar selbstverliebten Pfau, der keiner, aber auch wirklich keiner Frivolität abgeneigt ist, zum geläuterten Pfleger von Geisteskranken, die er durch Musik und Tanz zu "heilen" versucht. Und bleibt dabei doch genau das: ein Mann seiner Zeit. In seinem ganzen Denken, in seinem Tun, in seinen Heilmethoden bleibt er seiner Zeit treu. Und dennoch lässt sich etwas erahnen vom Aufbruch in modernere Zeiten, vor allem in Bezug auf die Behandlung von Krankheiten.

Falls jemand zufällig auf diese Ausgabe dieses Romans aufmerksam wird:

Dieser wunderbare Roman ist in einer Neuauflage unter dem Titel Zeit der Sinnlichkeit: Roman (insel taschenbuch) erschienen und wurde auch 1995 bereits verfilmt: Restoration - Zeit der Sinnlichkeit.

Tatsächlich ist dies die Vorgeschichte zu dem erst kürzlich erschienenen Adieu, Sir Merivel, in dem Merivel - 20 Jahre älter - den Hofe Frankreichs unsicher macht.

"Zeit der Sinnlichkeit" (bzw. in dieser Ausgabe "Des Königs Narr") jedenfalls ist ein wunderbarer historischer Roman, der diese Bezeichnung wirklich verdient. Leicht gestelzt in seiner Sprache, dabei aber doch leicht und flüssig zu lesen, ist dieser Roman wie ein großes (literarisches) Gemälde: Das dekadente Leben der Adeligen bildet er genauso authentisch ab wie die Schmutzigkeit und das Elend im Irrenhaus. Ein bisschen könnte die Detailversessenheit dabei schon abschreckend wirken, aber Merivel, der Ich-Erzähler, ist im Grunde ein heiterer Mensch und bleibt es auch bis zum Schluss, sodass fast jede Zeile dieses Romans ein Genuss ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 13, 2013 9:33 PM MEST


Der Schrecken verliert sich vor Ort: Roman
Der Schrecken verliert sich vor Ort: Roman
von Monika Held
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Schrecken verliert sich eben NICHT vor Ort., 25. Juli 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Heiner, Auschwitz-Überlebender, ist auch Jahrzehnte danach schwer traumatisiert. Seine Erlebnisse versucht er zu verarbeiten, indem er Schuldgefühle verbreitet: an seine Mitmenschen, die nicht verstehen wollen und können, und an sich selbst. Und Lena, seine Frau, hat ein bisschen dasselbe Problem wie ich: Auch für sie ist es schwer zu ertragen, wie Heiner mit der Vergangenheit umgeht. Aber sie hat einen Vorteil: Sie kann das tun, was die Autorin von ihr verlangt, und Lena möchte verstehen. Und sie lässt sich einbinden in die ihr von Heiner auferlegten Schuldgefühle. Sie fährt mit ihrem Mann 1982 nach Polen (da war gerade das Kriegsrecht ausgerufen, aber eigentlich spielt es keine größere Rolle, wann es war). Sie fahren nach Auschwitz, und das ist der Moment, wo ich wirklich am liebsten das Buch zuklappen möche: Ich möchte mir nicht das Gefühl vorschreiben lassen, das ich beim Betreten einer KZ-Gedenkstätte zu haben habe.

In Auschwitz sind unvorstellbar grausame Dinge geschehen. Auch wenn man es nicht am eigenen Leib erlebt hat, sind zumindest die Ereignisse, die Folterungen, die Hinrichtungen als "Fakten" bekannt. Und auch, dass die Überlebenden oft genug schwer traumatisiert waren, oft nicht mehr fähig, in ein "normales" Leben zurückzufinden, dass gerade in den ersten Jahren nach Kriegsende die Opfer keine entsprechende Unterstützung, ihre Leiden keine Anerkennung erfahren haben, ist nicht unbekannt. Heute aber - wo es kaum noch lebende Überlebende gibt - gibt es dazu doch mittlerweile eine andere Haltung. Verstehen, was da "passiert" ist, kann heute allerdings wohl kaum jemand.

Ich habe beim Lesen zunehmend das immer stärker werdende Gefühl, mir soll ebenfalls ein schlechtes Gewissen eingeredet werden: Weil ich Auschwitz nicht erlebt habe. Weil ich es nicht würdigen könne. Ich verstehe nicht, was die Autorin von mir als Leser will: Ich weiß, was in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern passiert ist. Ich laufe nicht mit einer Bierflasche in der Hand in diesen Gedenkstätten als "Tourist" herum (es gibt auch andere Ansätze, warum man ein ehemaliges KZ aufsucht, als aus touristischen Gründen!), ich fühle mich aber auch nicht zu einer Betroffenheit verpflichtet, die vielleicht "unecht" sein und dem Ort nicht gerecht würde.

Nur: Dieser Roman zählt einfach nur auf ' einige der Auschwitz-Verbrechen (vielleicht noch nicht einmal die "schlimmsten") und immer wieder Heiners Haltung dazu: Wer nicht dabei gewesen ist, hat keine Ahnung.

Das ist mir für einen solchen Roman mit einem solch tiefgründigen Thema einfach zu wenig Substanz. Was bedeutet das für uns HEUTE? Oder wenigstens: Was bedeutet es für die Beziehung zwischen Heiner und Lena? Ich lese keine Entwicklung, keine Fortschritte, keine Erklärung, nur Anklage. Aufdringlich. Und irgendwie rückwärts gewandt.

Angesichts der deutlich positiven Resonanz zu diesem Roman habe ich mich natürlich gefragt, ob ich das alles zu eng sehe. Meine persönliche Ansicht ist: Nein, ich denke nicht. Dies ist durchaus ein Thema, zu dem ich bereits sehr viel gelesen habe, ich bin durchaus der Meinung, dass es auch immer wieder auf die Tagesordnung gehört. Insofern finde ich die Aussage Margarete Mitscherlichs im Nachwort sehr bezeichnend: Dass es passiert ist, bedeutet auch, dass es wieder passieren kann. Aber ihre Lesart, ihre Interpretation dieser Geschichte kann ich nicht nachvollziehen. Das wurde leider auch im Verlauf des Lesens nicht besser, sondern ich habe mich zunehmend geärgert. Ein bisschen mehr Lena und ein bisschen weniger Heiner, das hätte der Geschichte nicht geschadet. Es mutet anmaßend an, wie sich die Autorin der Geschichte Heiners "bedient", und sei das Anliegen auch noch so ernsthaft.

Ich möchte abschließend noch hinzufügen: Es handelt sich NATÜRLICH um ein wichtiges Thema, das man durchaus auch literarisch aufbereiten kann. Aber nur weil man es zum Thema eines Romans macht, wird er dadurch nicht automatisch gut. Auch und gerade stilistisch muss es stimmen. Die Erzählperspektiven sind nicht immer sauber ausgearbeitet, und die Bilder, die in diesem Roman verwendet werden, finde ich oft unpassend, stellenweise trivial - angesichts des Themas.

Grundsätzlich habe ich Hochachtung vor der Autorin, dass sie ein solches Thema anfasst und versucht, es in literarischer Form zu bearbeiten. Gefallen hat es mir - bei allem Respekt - dennoch nicht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 6, 2013 6:09 PM MEST


Zeit der Sinnlichkeit: Roman (insel taschenbuch)
Zeit der Sinnlichkeit: Roman (insel taschenbuch)
von Rose Tremain
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Des Königs Narr fällt in Ungnade: Ein Roman wie ein Gemälde!, 21. Juli 2013
"Die Zeit!" sagte ich verdrossen. "Mir wurde einmal gesagt, ich sei ein Mann meiner Zeit, doch glaube ich, daß es einen Punkt gegeben hat - ich könnte nicht genau sagen, wann das war -, an dem meine Zeit und ich begonnen haben, getrennte Wege zu gehen, und nun gehöre ich ihr überhaupt nicht mehr an, ja, eigentlich gehöre ich nirgendwo mehr richtig hin ..." (Sir Merivel, S. 350)

Sir Robert Merivel wird um das Jahr 1664 "des Königs Narr" (so der ursprüngliche deutsche Titel, unter dem dieser Roman bereits vor über 20 Jahren erstmals im Deutschen veröffentlicht wurde): Mehr durch Nichtstun als durch ärztliche Kunst kann er dem Hund des Königs Charles II. das Leben retten und wird dadurch zum Günstling des Königs. Als dieser in Bedrängnis gerät, weil seine Geliebte Celia Clemence seiner Hauptmätresse Lady Castlemaine ein Dorn im Auge ist, besinnt sich der König auf seinen Narr und verheiratet alibihalber kurzerhand Celia mit Merivel. Dieser gelobt, seine Gattin nicht anzurühren (da sie ja immer noch dem König vorbehalten ist), als er sich dann aber dennoch in seine Frau verguckt, fällt er natürlich bei seinem über alles geliebten König in Ungnade. Bis dahin jedoch kann Merivel ein ausschweifendes, dekadentes Leben führen.

Das Blatt wendet sich natürlich, als der König ihm - dem nicht mehr Gelittenen - sämtliche Besitztümer wegnimmt. Merivel, nun mittellos und mit dieser Schmach im Nacken, weiß sich keinen anderen Rat, als seinen Freund, den Quäker John Pearce aufzusuchen, der ein abgeschieden gelegenes Irrenhaus leitet. Dort kann er zunächst unterkommen, aber auch das ist kein Wohnort von Dauer ...

Wunderbar, dieser Merivel, wie er sich wandelt vom unfassbar selbstverliebten Pfau, der keiner, aber auch wirklich keiner Frivolität abgeneigt ist, zum geläuterten Pfleger von Geisteskranken, die er durch Musik und Tanz zu "heilen" versucht. Und bleibt dabei doch genau das: ein Mann seiner Zeit. In seinem ganzen Denken, in seinem Tun, in seinen Heilmethoden bleibt er seiner Zeit treu. Und dennoch lässt sich etwas erahnen vom Aufbruch in modernere Zeiten, vor allem in Bezug auf die Behandlung von Krankheiten.

Bereits vor mehr als 20 Jahren wurde dieser Roman erstmals in deutsch aufgelegt, damals unter dem Titel Des Königs Narr: Roman aus dem England des siebzehnten Jahrhunderts. Nun erscheint dieser wunderbare Roman in einer Neuauflage unter dem - wie ich finde, völlig unpassenden - Titel "Zeit der Sinnlichkeit", wobei allerdings für eine Anpassung an die neue Rechtschreibung offensichtlich keine Zeit blieb.

Zugegeben, der alte Titel klingt ein wenig spröde, und dass der Roman nun unter dem Titel "Zeit der Sinnlichkeit" erscheint, mag auch den Grund darin haben, dass es der Titel der Verfilmung (bereits von 1995) ist: Restoration - Zeit der Sinnlichkeit. (Als ich die Preise für diesen Film gesehen habe, bin ich fast vom Stuhl gefallen! Aber das nur am Rande.) Trotzdem wird er dem Thema und auch dem Anspruch des Romans in keiner Weise gerecht.

Tatsächlich ist dies die Vorgeschichte zu dem erst kürzlich erschienenen Adieu, Sir Merivel, in dem Merivel - 20 Jahre älter - den Hofe Frankreichs unsicher macht.

"Zeit der Sinnlichkeit" jedenfalls ist ein wunderbarer historischer Roman, der diese Bezeichnung wirklich verdient. Leicht gestelzt in seiner Sprache, dabei aber doch leicht und flüssig zu lesen, ist dieser Roman wie ein großes (literarisches) Gemälde: Das dekadente Leben der Adeligen bildet er genauso authentisch ab wie die Schmutzigkeit und das Elend im Irrenhaus. Ein bisschen könnte die Detailversessenheit dabei schon abschreckend wirken, aber Merivel, der Ich-Erzähler, ist im Grunde ein heiterer Mensch und bleibt es auch bis zum Schluss, sodass fast jede Zeile dieses Romans ein Genuss ist.


Arche Kinder Kalender 2014: Mit 53 Gedichten und Bildern aus der ganzen Welt
Arche Kinder Kalender 2014: Mit 53 Gedichten und Bildern aus der ganzen Welt
von München Internationale Jugendbibliothek
  Kalender

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Gedichte ist man nie zu alt ..., 16. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Arche-Kinder-Kalender ist der einzige mir bekannte auch etwas anspruchsvollere Gedichte-Kalender für Kinder (für Erwachsene gibt es diverse Lyrik- und Literatur-Kalender). Die Zielgruppe dieses wunderschönen, sehr liebevoll und aufwändig gemachten Kalenders sind jüngere Kinder vom Kleinkindalter bis etwa zwölf.

Eigentlich sind meine Kinder schon fast ein bisschen zu alt für diesen Kalender, aber da er uns schon einige Jahre begleitet und uns auch dieses Jahr schon viel Freude gemacht hat, habe ich mich entschlossen, ihn auch für das kommende Jahr zu bestellen. Der Kalender für 2014 gefällt mir nach dem ersten und zweiten Durchblättern sogar noch ein bisschen besser als der von diesem Jahr.

Das Besondere an diesem Kalender ist die tolle Mischung aus Gedichten aus aller Welt und den wunderbaren Illustrationen. Die Illustrationen stammen von verschiedenen Illustratoren und sind auf diese Weise sehr vielfältig. Allen ist gemeinsam: Sie haben klare Formen und Farben und überfordern damit vor allem jüngere Kinder nicht, sind aber trotzdem sehr fantasievoll gestaltet.

Die Gedichte sind aktuell und variieren zwischen lustigen Zweizeilern und mehrstrophigen Gedichten und stammen von Dichtern aus der ganzen Welt. Sie beziehen sich auf die Erfahrungswelten von Kindern, immer ist die Herkunft des Gedichtes auf der Kalenderblattseite genannt, und es ist auch in der Originalsprache abgedruckt. Was man manchmal allerdings - zum Beispiel bei einem koreanischen Gedicht - nicht entziffern kann. Allerdings vermittelt es so Kindern, die schon lesen und schreiben können, einen Eindruck davon, wie anderswo auf der Welt geschrieben wird.

Es handelt sich hier um einen Wochenkalender. Eine Woche ist m.E. genau der richtige Zeitraum, sich mit der Kalenderseite zu beschäftigen. Wäre es ein Monatskalender, wäre er längst nicht so wertvoll.

Wie bereits erwähnt: Eigentlich sind meine Kinder schon leicht über das Zielgruppenalter dieses Kalenders hinaus. Trotzdem haben wir alle (auch die Erwachsenen) Freude an diesem Kalender: Jeden Montagmorgen wird gewissenhaft ein neues Kalenderblatt aufgeschlagen, das Gedicht gelesen (manchmal versuchen sich meine Kinder auch an der Originalsprache), das dazugehörige Bild kommentiert. Der Kalender hängt bei uns an einem exponierten Platz in der Küche, und genau da gehört er auch hin: Um in der Ecke zu verstauben, wäre er viel zu schade.

Beachten sollte man: Der Kalender ist recht großformatig (ca. 34 x 31 cm) und braucht daher entsprechend Platz.

Ein wunderbarer vielfältiger Kalender für sprachbegeisterte Kinder (und Erwachsene ;)) und auch als Geschenk wunderbar geeignet!


Die Straße
Die Straße
von Cormac McCarthy
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fast unlesbar ... und dennoch bereue ich nicht, dieses Buch gelesen zu haben, 3. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht ein so schwieriges Buch gelesen: So hoffnungslos, so düster ist die Handlung, so unendlich traurig, dass ich manchmal nur eine halbe Seite am Stück lesen konnte. Ich habe mehr als einmal überlegt, das Buch abzubrechen, aber auch das war irgendwie nicht möglich. Es wäre mir vielleicht wie ein Sakrileg vorgekommen. Und so habe ich - trotz überschaubarer Seitenzahl - mehrere Wochen gebraucht. Zunächst habe ich keine eigene Rezension schreiben wollen - angesichts der vielen eindrücklichen und wahren Leseerfahrungen. Am Ende aber bin ich so berührt, dass es mir angemessen erscheint, meine eigene hinzuzufügen. Nicht zuletzt, weil ich finde, dass es eines der lesenswertesten Bücher ist, die ich kenne.

Die Handlung dürfte vielleicht sogar einigermaßen bekannt sein. Ein namenloser Mann und sein namenloser Sohn, ein Kind noch, sind durch eine trostlose, von Asche überzogene Landschaft zu Fuß unterwegs in eine ungewisse Zukunft: Nach einer Katastrophe, deren Ursache ebenfalls nicht näher erklärt wird, ist die Menschheit nahezu vernichtet.

Nichts wird wirklich erklärt, nichts bekommt einen Namen. Bilder gibt es dennoch reichlich: Trotz spärlich eingesetzter Sprache und Beschreibungen hat der Leser keine Chance, sich dem Szenario zu entziehen.

Über das, was der Klappentext aussagt, geht dieser Roman weit hinaus. Es ist dieses Band zwischen Vater und Sohn, das sich - unsichtbar - durch den ganzen Roman zieht. Es ist der unbändige Überlebenswille, der immer wieder brüchig wird und durch die vielen unsagbaren Bilder, die doch bildhaft werden, bis zum Es-Nicht-Mehr-Aushalten-Können Risse bekommt. Aber es ist auch dies:

Was tut man, wenn man nur noch die Wahl hat zwischen Verhungern und seinesgleichen essen? Was tut man, wenn man sein Kind so sehr liebt, dass man es vielleicht nur vor dem Schlimmsten bewahren kann, wenn man ihm den Schädel einschlägt? Was tut man, wenn die Zukunft hoffnungslos scheint? Was tut man, um sich seine Menschlichkeit und seine Würde zu bewahren?

Beim Lesen habe ich es so empfunden: Wichtig ist nicht, was ausgesprochen wird, sondern das, was nicht ausgesprochen wird.

"Die Straße"- wortwörtlich vom Original-Titel The Road übersetzt und auch für den Titel der gleichnamigen Verfilmung (The Road) unverändert übernommen: Schon allein das ist ein Bild, das für sich selbst spricht: Es gibt keinen Anfang und eigentlich auch kein Ziel. Der Weg ist das Ziel, jedenfalls in diesem mit dem Pulitzer-Preis zu Recht beehrten Roman. Mit jeder Szene (dem - meist "feindlichen" - Zusammentreffen mit anderen Überlebenden, Nahrungsbeschaffung, etc.) wird das Offensichtliche offenbarer: Die Zukunft IST hoffnungslos, das Sein ist existenziell. Es gibt noch einige Bilder mehr, die mir nachdenkenswert scheinen: das Feuer, die Äpfel, der Fluss. Der Einkaufswagen. Und habe dennoch nicht das Gefühl, dass Cormac McCarthy mir eine Botschaft aufdrängen will. Sondern dies ganz allein mir als Leser überlässt. Was gut ist und ihn tatsächlich als großen Erzähler auszeichnet.

Die Welt ist. Aber vielleicht nicht mehr lange. Dieses Buch wird mich noch einige Zeit in meinen Gedanken begleiten. So ist das eben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 21, 2013 10:56 AM MEST


Tilda - Am Strand und auf dem Land: Neue Deko- und Stoffideen im skandinavischen Stil
Tilda - Am Strand und auf dem Land: Neue Deko- und Stoffideen im skandinavischen Stil
von Tone Finnanger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich habe es schon wieder getan!, 28. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tildas Sommerwelt ist mein absolutes Lieblingsbuch von Tone Finnanger. Was könnte "Sommerwelt" mit seinen maritimen Deko-Teilen, den tollen Taschen, den zauberhaft gekleideten Engeln im Jane-Austen-Stil noch toppen? Die Antwort: Nichts.

Und trotzdem habe ich mir - ich weiß auch nicht warum, vielleicht, weil ich die Wale so niedlich fand ;) - das neueste Tilda-Buch gekauft. Genauso wie schon all die andern zuvor. Und das, obwohl ich WUSSTE: Das kann nur ein Flop werden.

Also zu diesem Buch:

Im Kapitel "Am Strand" sind natürlich die Wale vom Titelbild zu finden, in drei verschiedenen Größen, eine Segelboot-Applikation, eine Qualle zum Aufhängen, Seeigel als Nadelkissen, ein Fischermädchen in einfachen Kleidchen. Die Kleidchen muss man teilweise auch noch stricken!

Das Kapitel "Auf dem Land" bietet einen Sommerschal, Blumen, Sommermädchen (dieselbe Vorlage wie für das "Fischermädchen"), Eis am Stil (siehe auch Titelbild).

Das war's. Überschaubar, meine ich mal.

Die Blumen werden nicht einmal mehr genäht, sondern nur noch - nachdem die unterste Lage gehäkelt ist - ein paar ausgeschnittene Stoff-Blütenblätter aufgesetzt. Also - wie alles andere eigentlich auch - für absolute Anfänger in Sachen Dekoschnickschnacknähen, die noch nie ein Stück Stoff in der Hand gehalten haben.

Ich hatte insgeheim ein bisschen mehr erhofft (u. a. auch wegen der Buchbeschreibung: "... eine Vielzahl an neuen Figuren und Projekten ...") und bin - wie leider so oft von den letzten Tilda-Büchern - enttäuscht. Zurückschicken werde ich es trotzdem nicht: Sonst würde ja eins fehlen in meiner Sammlung ;). Ich bin eben Wiederholungstäter.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 29, 2013 8:12 AM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20