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Garnet

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Das Dorf der Mörder: Roman (Sanela Beara, Band 1)
Das Dorf der Mörder: Roman (Sanela Beara, Band 1)
von Elisabeth Herrmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Es war hier. Es wollte gefunden werden." (S. 277), 28. Februar 2013
"Das Dorf der Mörder": Der Titel verheißt ja schon einiges und hat doch erstmal so gar nichts mit dem grauseligen Mord im Berliner Tierpark (nicht Zoo!) zu tun: Nachdem im Pekari-Gehege (wie im Roman zu erfahren ist, handelt es sich bei Pekaris um eine spezielle Schweine-Rasse, die überhaupt nicht vegetarisch is(s)t) eine zerstückelte Leiche gefunden wird, tritt die couragierte und ehrgeizige Polizistin Sanela Beara auf den Plan.

Relativ schnell ist dann die Täterin gefunden: Charlotte Rubin, die als "Rattenzüchterin" im Tierpark arbeitete, wird - nachdem sie Sanela Beara niedergeschlagen und schwer verletzt hat - verhaftet.

Sanela hegt Zweifel, ob Charlotte die wahre Schuldige ist. Nachdem Sanela von ihrem "Einsatz" genesen ist, beginnt sie - da der ermittelnde Beamte Lutz Gehring ihr kein Gehör schenkt - auf eigene Faust dem Geheimnis um die "Rattenzüchterin" auf den Grund zu gehen ... und landet prompt in dem Heimatdorf von Charlotte Rubin.

Aber noch jemand ist an dem Fall dran: Jeremy Saaler, der in der Praxis des psychiatrischen Gutachters von Charlotte Rubin mitarbeitet, heftet sich an die Fersen der Schwester Charlottes: der jungen, gut aussehenden Tierärztin Cara, die mit ihrer Schwester nichts mehr zu tun haben will.

Ein Großteil des Handlungsverlaufes baut auf der Grundlage auf, dass Charlotte Rubin - obwohl inhaftiert - unter großem Aufwand in die Privatpraxis des Gutachters gebracht wird. Diese Vorgehensweise scheint mir fragwürdig, aber vielleicht kommt sowas tatsächlich vor. Tatsächlich habe ich dann aber lange darauf gewartet, dass überhaupt etwas passiert: Während der Beginn - die Umstände des Mordes und der Tatort an sich sowie die Herangehensweise der Polizistin Sanela - noch sehr verheißungsvoll ist, spielt das titelgebende Dorf erst in der zweiten Hälfte eine Rolle.

Ich mag die Romane von Elisabeth Herrmann sehr, weil sie sehr viel Wert darauf legt, ihre Figuren mit menschlichen und mitmenschlichen Schwächen und Stärken auszustatten und tolle Schauplätze wählt, wie hier das geheimnisvolle Dorf Wendisch Bruch im Brandenburgischen. Auch die streckenweise sehr beklemmende Atmosphäre in diesem Roman ist etwas ganz Besonderes. Allerdings: Die Figuren handeln allesamt, also wirklich ohne Ausnahme, nicht rational, überschreiten allesamt ihre Kompetenzen und agieren nicht immer glaubwürdig. Zusammen mit einigen anderen Ungereimtheiten häuft sich da leider einiges an.

Dennoch: Der tolle Schauplatz entschädigt für einiges, die Charaktere sind sehr unterschiedlich und unterscheidbar, und vor allem auch die lockere und manchmal mit Humor durchsetzte Erzählweise (zum Beispiel: Der Baum vor dem Gasthaus "Zur Linde" wird wahlweise zu Kastanie, Eiche oder Ahorn, je nachdem, wer gerade davor steht.) machen diesen Roman zu einem durchaus lesenswerten Krimi.


Das Mädchen, das den Himmel berührte: Roman
Das Mädchen, das den Himmel berührte: Roman
von Luca Di Fulvio
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

117 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Historischer" Roman vor der Kulisse Venedigs, 17. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich vor einiger Zeit di Fulvios Bestseller-Roman Der Junge, der Träume schenkte gelesen hatte und ziemlich begeistert war, habe ich "Das Mädchen, das den Himmel berührte" schon vor Wochen euphorisch vorbestellt. Leider hat mich dieser Roman dann doch sehr enttäuscht.

Der junge Mercurio lebt in den Abwasserkanälen Roms und verdingt sich als Betrüger, so wie andere Straßenkinder auch, als er mitbekommt, wie Ercole, ein ebenfalls auf der Straße lebender zurückgebliebener Junge, von dem jüdischen Kaufman Shimon Baruch getötet wird. Als er seinerseits Shimon Baruch schwer verletzt und zu töten geglaubt hat, flieht er zusammen mit den Straßenkindern Benedetta und Zolfo in Richtung Venedig.

Auch der jüdische Arzt Isacco, der mit seiner Tochter Giuditta von der Insel Negropontes kommt, eigentlich aber auch nur ein Betrüger ist, ist auf dem Weg nach Venedig, genauso wie der Hauptmann Lanzafarme mit seiner von einem Kriegszug heimkehrenden Truppe, der fanatische Mönch Amadeo und der erstaunlich schnell genesene Shimon Baruch, der sich - ebenfalls in betrügerischer Art und Weise - eine neue Identität zulegt und auf Rache an Mercurio sinnt.

Es dauert auch nicht lange, bis sich die Personenkonstellationen neu finden: Benedetta, die sich in Mercurio verliebt hat, schließt sich – vom Hass auf Giuditta zerfressen, weil Mercurio sich in diese verliebt hat – als Geliebte einem Fürsten an, um von dort aus ihre Intrigen zu spinnen. Währenddessen freunden sich Lanzafarme und Isacco an, der mittlerweile in dem neu gegründeten Ghetto von Venedig lebt. Mercurio hingegen hat sich eine "neue" Mutter gesucht, bei der er zeitweise auch lebt ... Undsoweiterundsofort. Im Verlaufe des Romans kommen noch unzählige weitere Charaktere hinzu, tauchen auf, tauchen wieder ab, werden längere Zeit nicht thematisiert, um dann zu einem späteren Zeitpunkt – vielleicht – doch noch einmal eine Rolle zu spielen. "Das Mädchen, das den Himmel berührte", Giuditta, ist dabei nur eine von vielen. Die meisten Personen sind irgendwie Betrüger oder prostituieren sich (außer Giuditta natürlich), hauptsächliche Handlungsorte sind die Armenviertel und das Ghetto von Venedig.

Dieser Roman krankt – wie leider viele "historische" Romane - daran, dass seine Figuren modern denkende und sprechende Menschen in einer archaischen Welt sind. Dabei war anhand des Klappentextes nicht zu erahnen, dass es sich um einen "historischen" Roman handelt: Tatsächlich beginnt die Handlung im Jahre 1515, in einer Zeit, in der mittelalterliches Gedankentum noch eine große Rolle gespielt hat, zum Beispiel auch bei der Behandlung von Krankheiten.

Überfrachtet mit viel zu vielen Charakteren, die gelegentlich auch noch sehr eindimensional ausgestaltet sind, stellenweise sehr dialoglastig und da eben auch in einer viel zu modernen Sprache, fehlt dem Roman einfach Atmosphäre. Man muss sich immer wieder bewusst in Erinnerung rufen, dass die Handlung vor fast 500 Jahren angesiedelt ist, das hätte ich sonst gelegentlich beim Lesen wirklich vergessen, so wenig unterscheiden sich Sprache, Personen und Beschreibungen von einer im Heute angesiedelten Handlung. Trotz seiner Länge bleibt er sehr an der Oberfläche, auch zum Beispiel, was das Leben im jüdischen Ghetto anbelangt.

Wer historische Romane ohne viel Tiefgang mag, in denen Hass, Intrigen, Mord und Totschlag ausschweifig beschrieben werden und in denen ein bisschen Liebe und Herzschmerz eine Rolle spielen, kann sich vielleicht dennoch mit diesem Roman anfreunden, der im bestmöglichen Falle ein "Historienschmöker" ist. Für mich war es aber leider nichts.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2013 1:44 PM MEST


Alles hausgemacht (GU Spezial)
Alles hausgemacht (GU Spezial)
von Erika Casparek-Türkkan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von traditionell bis exotisch - für Anfänger und Könner: Es ist alles dabei!, 13. Dezember 2012
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Dieses Buch habe ich nun schon einige Wochen und einige Rezepte bereits ausprobiert. Bevor ich dieses Buch bestellt habe, hatte ich einen "Blick ins Buch" bzw. das Inhaltsverzeichnis geworfen und dennoch nicht so richtig eine Vorstellung davon, was mich hier erwarten würde. Deshalb gebe ich hier eine kleine Übersicht über den Inhalt und einige Rezepte.

Zunächst ist auf den Innenseiten des Einbandes ein Saisonkalender zu finden für Obst, Gemüse und Kräuter, sodass man da schonmal einen guten Überblick darüber hat, was zu welcher Jahreszeit möglich ist. Auf den ersten einleitenden Seiten - die auch ein schönes Vorwort der Autorinnen enthalten - sind dann einige grundsätzliche Hinweise zu Zubehör und Zubereitungsarten zu finden.

Auch die jeweiligen Kapitel zu bestimmten Lebensmitteln enthalten auf den ersten Seiten sehr nützliche und informative Hinweise, die optisch sehr übersichtlich und ansprechend dargestellt sind.

Richtig los geht es dann mit dem ersten Kapitel "Früchte konservieren". Hier gibt es vor allem Konfitüren- und Gelee-Rezepte. Da gibt es die ganz einfachen Rezepte wie Mandarinenmarmelade, aber auch das etwas ausgefallenere Weihnachtspunschgelee, das in der Zubereitung allerdings ebenfalls nicht besonders schwierig ist. Es gibt noch verschiedene Mus- und Kompottrezepte und abschließend ein paar Hinweise zum Trocknen von Obst, Gemüse und Kräutern.

Das nächste Kapitel erklärt, wie man Gemüse und Kräuter konserviert. Wer also mal ausprobieren möchte, wie man Sauerkraut selbst herstellt, findet hier das richtige Rezept. Aber auch Antipasti- oder Pesto-Rezepte gibt es hier und auch ein Kohlrouladen-Rezept, sozusagen als Übergang zum Fleisch- und Fischkapitel. Fond, Suppen, Schmalz, Terrinen, für alles das findet man hier entsprechende Rezepte und Informationen.

Im Kapitel "Milchprodukte" gibt es ebenfalls ein paar Antipasti-Rezepte, die alles andere als altbacken sind: Joghurtkäsekugeln in Olivenöl zum Beispiel oder Ziegenkäse in Weinblättern. Das Kapitel "Würzige Mischungen" enthält vor allem Rezepte für Saucen und Pasten (z. B. Sambal Oelek, Senf oder Ketchup, aber auch exotische wie Thai-Curry).

Bei den "Getränken" gibt es dann alles vom klassischen Eierlikör über den Rumtopf bis zum Granatapfelsirup.

Das abschließende Kapitel "Süßes und Knabbereien" enthält Rezepte wie Trüffel, Konfekt oder salzige Knabbereien, aber auch ein paar Rezepte für Kuchen im Glas oder Zwieback. Ein sehr ausführliches Glossar rundet dieses Buch ab.

Besonders erwähnenswert sind die wunderschönen Fotos, die zu jedem einzelnen Rezept abgebildet und eine zusätzliche Anregung sind zum Ausprobieren. Denn sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene werden hier fündig werden, nicht zuletzt deshalb, weil dieses sehr umfangreiche Buch eine tolle Mischung darstellt aus traditionellen und modernen Rezepten. Und sowieso: Altbacken ist dieses "Hobby" auf gar keinen Fall, im Gegenteil. Meist schmecken eingelegte Gemüse besser als eingefrorene, und selbstgemachte Marmeladen oder eine Flasche Likör sind immer ein schönes Mitbringsel.

Aber sogar das Buch selbst eignet sich als schönes Geschenk, sowohl für Ältere, die das Einkochen noch von früher kennen, als auch allgemein für Experimentierfreudige.

Also, ich gebe zu: Ich bin schlichtweg begeistert von diesem sehr umfangreichen Buch und kann es nur empfehlen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 12, 2014 3:42 PM CET


Sherlock Holmes Criminal-Cabinet - Spiel-Spannung für Leute mit Spürsinn.
Sherlock Holmes Criminal-Cabinet - Spiel-Spannung für Leute mit Spürsinn.

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Älteres Spiel, das seinen Reiz noch nicht verloren hat, 26. November 2012
Im Moment sind wir im Sherlock-Holmes-Fieber und lesen die entsprechenden Kurzgeschichten. Dabei ist mir eingefallen, dass ich noch dieses Spiel besitze, das sich schon einige Jahre in meinem Besitz befindet, das wir aber schon lange nicht mehr gespielt haben.

Das schöne an diesem Spiel ist: Man kann es ALLEIN spielen, dann zählt der eigene Ehrgeiz, den Fall zu lösen, man kann zu zweit oder mehreren MITEINANDER spielen, dann zählt vor allem die Kommunikation untereinander, man kann aber auch GEGENEINANDER spielen, dann gewinnt derjenige, der am schnellsten den Fall lösen kann.

Zur Ausstattung:

1 Heft Spielregeln
1 Stadtplan von London
1 Buch der Kriminalfälle
1 Buch der Indizien
1 Londoner Adreßbuch
1 Zeitungsarchiv
1 Quiz-Buch

Alle mit einem festen Pappblatt eingefassten Hefte (das "Buch der Indizien" ist ein Spiralheft) sind sehr schön aufgemacht und liegen in einem Schuber, der von oben aufzuklappen ist wie ein Buch.

Zum Spielablauf:

Egal, wieviele Spieler beteiligt sind (einer oder mehrere), zuerst muss aus dem "Buch der Kriminalfälle" einer von 10 Fällen herausgesucht und gelesen oder vorgelesen werden. Es sind meist kurze Geschichten um Holmes und Watson, in denen sie beauftragt werden, einen Fall zu lösen, Fall 3 besteht allerdings nur aus einer kurzen handschriftlichen Notiz. In diesen Einführungen finden sich Namen oder Orte, anhand derer es gilt, über das Adreßbuch die im "Buch der Indizien" aufgeführten Personen oder Orte aufzusuchen und die dortigen Hinweise, die sich aus Zeugenbefragungen oder Tatortuntersuchungen ergeben, wiederum weiterzuverfolgen. So kann man gleichsam Holmes, Watson und Wiggins auf ihrem Weg durch London begleiten und wird irgendwann, wenn man die richtigen Hinweise kombiniert, den Fall lösen können. Die Auflösung findet sich ebenfalls im "Buch der Kriminalfälle". Im "Quiz-Buch" gibt es dann verschiedene Fragen zu dem Fall, die man beantworten muss.

Hilfreich ist es anfangs, wenn man sich alle Namen und Orte, die im Einführungsfall vorkommen, notiert, um sie nach und nach "abzuarbeiten". Das gilt auch für später auftauchende Namen.

Die Spieldauer ist von Fall zu Fall unterschiedlich, man sollte aber schon einen Abend einplanen für einen Fall. Dabei kommt es auch darauf an, ob man allein oder gemeinsam spielt. Spielen mehrere Personen gegeneinander, dauert es noch länger, weil die Spieler immer nur einem Hinweis reihum nachgehen können.

Bei diesem Spiel zählen allein Kombinationsgabe und Merkfähigkeit, Glück spielt keine Rolle. Es ist auch nichts für mal nebenbei, sondern schon eine kleine Herausforderung und deshalb auch frühestens ab der Altersempfehlung 12 Jahre. Aber es macht richtig Spaß und ist eigentlich schon fast ein "Erwachsenen-Spiel".

Im Jahre 1985 wurde dieses Spiel als "Spiel des Jahres" ausgezeichnet, im Handel ist es meines Wissens heute nicht mehr zu bekommen, gebraucht aber schon. Das lohnt sich für Rätsel- und Spielefans auf jeden Fall. Ein richtig tolles anspruchsvolles Spiel, das mir so in dieser Form noch nicht wieder begegnet ist. Selbst Spiele-Klassiker wie "Scotland Yard" oder "Cluedo" können da nicht mithalten.

P.S. Zwar stehen hier "nur" 10 Fälle zur Verfügung, allerdings ist nach einiger Zeit auch alles "vergessen", sodass spätestens nach einem Jahr die Fälle erneut durchgespielt werden können. Und bis 10 Fälle durchgespielt sind, dauert es auch eine Weile.


Sherlock Holmes in Simple English: A Scandal in Bohemia (English Edition)
Sherlock Holmes in Simple English: A Scandal in Bohemia (English Edition)
Preis: EUR 1,02

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll für Anfänger!, 25. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es handelt sich hier um die Kindle-Version der Sherlock-Holmes-Kurzgeschichte "A Scandal in Bohemia" (dt.: "Skandal in Böhmen"), allerdings nicht in der Original-Fassung, sondern - wie die Artikelbezeichnung bereits preisgibt - in einfach gehaltenem Englisch, das auch Fremdsprachen-Anfänger und Ungeübte ohne Weiteres lesen und verstehen können.

Sherlock Holmes, der berühmte Detektiv, bekommt Besuch von seinem alten Freund Dr. Watson, und wird auch gleich mit einem Fall betraut: Der König von Böhmen ist in einer prekären Lage, als Irene Adler, eine Opernsängerin, ihn mit einem kompromittierenden Foto erpressen will. Holmes und Watson sollen den Fall lösen.

Das E-Book beginnt mit einer kurzen Einführung in die Charaktere Holmes und Watson, der hier wie meist die Geschichte erzählt. Es folgt die Geschichte selbst, die dann anschließend auch noch einmal kurz zusammengefasst wird. Weiter gibt es ein alphabetisches Stichwortverzeichnis und die Erklärung der zahlreichen Fußnoten, natürlich alles in Englisch.

Da die Sherlock-Holmes-Geschichten an sich bis heute nicht angestaubt wirken, meist nicht zu lang sind und auch recht kurzweilig, eignen sich diese durchaus für eine jüngere Leserschaft. Der Text der Geschichte selbst wird aufgelockert durch einige kleine Schwarz-Weiß-Zeichnungen.


Independence Day (Extended Edition, Einzel-DVD)
Independence Day (Extended Edition, Einzel-DVD)
DVD ~ Will Smith
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 7,48

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen We are BLOCKBUSTER VICTIMS!, 3. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Achtung: Vermutlich nicht ohne Spoiler!

Am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit (sozusagen das Äquivalent zum amerikanischen "Independence Day") haben wir beschlossen, unseren Nachwuchs nicht zu Kulturbanausen werden zu lassen und ihm einen der Höhepunkte des 90er Jahre-US-Blockbuster-Popcorn-Kinos angedeihen zu lassen: INDEPENDENCE DAY! Ich gebe zu, nicht ohne Hintergedanken ... Aber unsere Kinder sind Kummer gewohnt.

Inhalt? Ist bekannt, oder? Die Aliens wollen die Erde erobern, und das ausgerechnet am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Sowas aber auch. Selbstverständlich werden das die Amerikaner verhindern, weil, die Europäer, die Russen und sonst auch niemand kriegt das ja gebacken.

Die "Hauptfiguren":

Will Smith ist das, was er immer ist: Will Smith, hier äußerlich getarnt als verkappter Astronaut, der "E.T. in den Arsch treten" (Zitat!!!) will. Jeff Goldblum ist der politisch und ökologisch korrekte, aber verkannte Fernsehtechniker David, Bill Pullman fungiert hier als völlig überreiztes Klischee des modernen, jungen, familienvaterlichen Präsidenten (das war in den 90ern in US-Filmen durchaus üblich), und auch ansonsten gibt es ein paar alle Klischees bedienende "Charaktere": Doktor Okun (Brent Spiner, u. a. auch – zumindest bei uns – bekannt als "Data", der Android aus "Star Trek") als Leiter des Forschungslabors der Area 51 (an dem merkt man doch SPÄTESTENS, dass dieser Film sich selbst nicht ganz ernst nimmt ;-)), der schleimige Verteidigungsminister (James Rebhorn), die aufopfernde und selbstlose Präsidentengattin (Mary McDonnell) und noch ein paar andere skurrile Figuren wie Davids Papa (Judd Hirsch) – auf die Anmerkung des Verteidigungsministers, er sei kein Jude: "Nobody is perfect" - oder der Agrarflieger, der die Welt rettet (Randy Quaid).

Aber hey, WARNUNG! Lasst diesen Film bitte nicht eure Vierjährigen sehen: Da wird doch der Tochter des Präsidenten tatsächlich erzählt, dass die Mami "schläft", nachdem sie gestorben ist, und anschließend wird das kleine Mädchen auch noch völlig unvorbereitet in das "Alien-Labor" geschleppt. Also, sowas geht ja mal gar nicht!

Ist aber alles nicht so schlimm, die Mami (und im Übrigen wahrscheinlich auch noch geschätzte 2 bis 3 Milliarden Erdbewohner, so genau kann man das nicht sagen, aber das ist ja letztlich auch egal) ist zwar tot, aber Papi wird die Welt vor dem Untergang bewahren ... Und dann ist das schon in Ordnung.

Pathetisch, patriotisch, massenkompatibel, ohne tiefgründige Dialoge, aber mit tollen Special Effects und auch ansonsten beste Unterhaltung, halt lustig und spannend: Da war es kein Wunder, dass dieser Film bei unseren pubertären und vorpubertären Familienmitgliedern gut ankam. (Die erwachsenen Familienmitglieder kannten den Film bereits, seit er 1996 im Kino lief, das war also für diese keine Überraschung.)

Nun, ich vermute, ich müsste nicht extra darauf hinweisen, dass diese "Rezension" nicht ganz ernst gemeint ist, aber die fünf Sterne für diesen grandiosen Genie-Streich des Sci-Fi-Popcorn-Kinos, die sind absolut ernst gemeint! Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht ...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 27, 2014 2:38 PM CET


Mord an der Mauer: Der Fall Peter Fechter. Herausgegeben von Thomas Schmid (Quadriga digital ebook)
Mord an der Mauer: Der Fall Peter Fechter. Herausgegeben von Thomas Schmid (Quadriga digital ebook)
Preis: EUR 15,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Du wolltest in die Freiheit und musstest sterben.", 21. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
So einfach fasste seine Schwester Lilo die Ereignisse um Peter Fechter zusammen.

Der Name "Peter Fechter" steht für ein bewegendes Einzelschicksal und gleichzeitig als Symbol für viele viele Mauertote, die infolge der vom Unrechtsstaat DDR errichteten Mauer quer durch eine Stadt bei Fluchtversuchen ihr Leben verloren haben.

Obwohl Peter Fechter nicht der erste und bei Weitem nicht der letzte "Mauertote" war, ist sein Schicksal das wohl aufsehenerregendste: Als er am 17. August 1962 spontan mit einem Kollegen versucht hat, bei hellichtem Tage die Mauer zu überwinden, wurde er durch Schüsse verletzt und fast eine Stunde verblutend vor der Mauer liegen gelassen, bevor ihn Grenzbeamte von der Ostseite her bargen. Sowohl auf Ostberliner als auch auf Westberliner Seite gab es etliche Zeugen, sein Sterben ist - auch fotografisch - so gut dokumentiert wie kaum ein anderes im Schatten der Mauer, und es kam in den Tagen danach zu Massendemonstrationen gegen die Mauer auf Westberliner Seite. Der "Fall Peter Fechter" wurde zum Politikum, bis heute gibt es ein Mahnmal, an dem jährlich der Mauertoten gedacht wird.

50 Jahre nach diesen Ereignissen erscheint nun dieses Buch, das die Ereignisse in jenen Tagen und was danach bis zum Prozess gegen die Mauerschützen und bis heute geschah, eindringlich und aufwühlend, aber nicht übertrieben emotional dokumentiert.

Den Namen "Peter Fechter" kenne ich seit meiner Kindheit: Obwohl ich zehn Jahre nach seinem Tod im Westen Deutschlands geboren bin und Thomas Schmid im Nachwort ein wenig bitter bemerkt, dass er - anders als Politiker wie Adenauer oder Willy Brandt, aber auch als Benno Ohnesorg oder Rudi Dutschke - keine "historische" Person gewesen sei, die "Eingang in das gefunden haben, was man kollektives Gedächtnis nennt", wurde zumindest in meinem Umfeld über ihn durchaus gesprochen. Dass er als gerade 18-jähriger qualvoll an der Mauer starb, wusste ich, auch dass es Mitte der 90er Jahre einen Prozess gegen die Mauerschützen gab, aber vieles andere, was in diesem Buch sehr kompakt, ohne Pathos, dargestellt ist, wusste ich nicht, vieles wurde auch erst nach dem Fall der Mauer bekannt.

Zunächst habe ich dieses Buch als etwas oberflächlich empfunden: Von dem Hinweis auf "eigens geführte Interviews mit Augenzeugen" hatte ich mir ein bisschen mehr versprochen als nur ein paar indirekte Hinweise auf Gesehenes oder Gehörtes. Tatsächlich gewinnt aber das Buch vor allem dadurch, dass es relativ neutral, aber durchaus bewegend, eine Geschichte "erzählt": Vor allem die von Peters Familie, aber auch von den Ereignissen, die danach geschahen - die Massenproteste (auch wenn das in den Jahren vor dem Mauerfall in Vergessenheit geraten zu sein scheint), die durchaus mit Hindernissen verbundenen Bemühungen um die Errichtung von Mahnmalen und nicht zuletzt der schnelle Prozess gegen die Mauerschützen, an dem Peters Familie zum Teil beteiligt war. Erwähnen möchte ich dabei aber doch, dass die Mauerschützen wegen "Totschlags" und nicht wegen "Mordes", wie der Titel suggeriert, verurteilt wurden.

Dass dieses Buch mit vielen, vielen Fotos aufwartet, am Ende alle beteiligten Personen (Augenzeugen, Kollegen, Mitarbeiter usw.) akribisch aufgelistet werden, ebenso wie die herangezogene Literatur, ausgewertete Zeitungen und benutzte Archive, macht dieses Buch umso glaubwürdiger und vermittelt das Gefühl einer wirklich guten Recherche.

Am Ende bin ich sehr bewegt und möchte abschließend dem Hinweis im Nachwort des Buches, dass das Schicksal eines Einzelnen eindrucksvoller und lehrreicher sein kann als eine akribische Chronik von Fakten und Jahreszahlen, ebenfalls noch einmal Nachdruck verleihen. Sowohl Peter Fechter als auch vielen anderen Opfern des Unrechtsstaates DDR wird hier stellvertretend ein "Gesicht" gegeben.


Die Wand
Die Wand
von Marlen Haushofer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

16 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eintöniger Bericht einer Einsiedlerin, 11. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Die "Wand" ist ein durchsichtiges, unüberwindbares Etwas, vor dem sich eine Frau, die sich allein in einer Jagdhütte befunden hatte, eines Morgens wiederfindet. Bei ihr ist nur der Hund ihres Schwagers. Bald muss sie feststellen, dass es jenseits der Wand kein Leben mehr gibt und sie auf sich selbst gestellt im Wald zurechtkommen muss. Sie richtet sich ein in ihrem Leben, ernährt sich von Erdäpfeln, Bohnen und selbsterlegtem Wild. Zu ihr gesellen sich nach und nach noch eine Katze und eine Kuh. Allerdings erfährt der Leser schon recht bald, dass sowohl der Hund als auch noch ein paar andere Tiere, die im Lauf der Zeit wohl zum Leben der Frau gehören werden, alsbald sterben werden.

In der Rückblende beschreibt die namenlose Frau schnörkellos, aber sehr detailliert ihr Leben im Wald, wie sie nach und nach lernt, mit der Einsamkeit zurechtzukommen, wie sie mit ihren Tieren zusammenlebt, wie sie Essen beschafft.

Schon auf Seite 28 erfährt der Leser, dass Luchs, der Hund, zu dem Zeitpunkt, als die Frau ihren Bericht verfasst, tot ist. Ich bin schon fast versucht, das Buch abzubrechen, denn das möchte ich eigentlich (noch) nicht wissen und erst recht nicht lesen. Zudem musste ich durch ein oberflächliches Vorblättern feststellen, dass der schon zu Beginn recht eintönige Berichtstil sich fortsetzt durch das gesamte Buch. Es gibt bis zum Schluss nicht einen gesagten Satz. Dennoch hatte ich mir von der Lektüre dieses Buches viel versprochen und habe das Buch bis zum Ende gelesen.

Was ich gelesen habe, ist die Geschichte einer Einsiedelei, Ackerbau, der Tod der Tiere, Krankheiten der Frau, alles wird bis ins Letzte beschrieben. Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass all dies aber von der wesentlichen Aussage des Buches ablenkt. Aber wer weiß: Vielleicht ist auch das ja schon eine Interpretation? Die Wand selbst bleibt eine Wand, die Zivilisation scheint ausgelöscht, die Frau ist die letzte Überlebende, oft erwähnt sie, dass sie mit ihrem Leben vorher nicht zufrieden war, aber jetzt ist sie es auch nicht richtig.

Die Handlung (wenn man die Beschreibungen von Ackerbau, Krankheiten, Jahreszeiten denn als "Handlung" bezeichnen möchte) plätschert eintönig und langweilig vor sich hin. Nur am Ende gibt es auf einmal jäh ein paar aufregende Ereignisse, aber das wusste ich ja bereits zu Beginn des Buches.

Ob dieser Roman jetzt eine Art Zivilisations- oder Konsumkritik darstellt oder vielleicht doch etwas gänzlich anderes, ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Ich mag nicht drüber nachdenken. Es gibt nicht einen Gedanken, den ich weiterverfolgen möchte, weder die "Wand" als unsichtbare Grenze noch irgendetwas anderes. Dafür war mir dieser Roman zu eintönig und deprimierend. Eigenartigerweise – obwohl ich durchaus solchen Geschichten zugetan bin – war ich außer am Ende überhaupt nicht berührt. Und dieses Buch wird auch nicht zu den 10 wichtigsten in meinem Leben gehören, so wie es Elke Heidenreich ergangen ist, wie ich dem Klappentext entnehme. Obwohl ich zugeben muss, dass es mich doch ein wenig beschäftigt hat, weshalb es mir noch zwei Sterne wert ist.

Als ich noch ein bisschen nachgelesen habe, habe ich entdeckt, dass dieser Roman trotz seines Alters - er ist vor immerhin fast 50 Jahren erstmals erschienen - erst jetzt erstmals verfilmt wurde, die Verfilmung wird im Herbst in die Kinos kommen. Die Rolle der Frau wird Martina Gedeck spielen, und das scheint mir eine durchaus gelungene Besetzung zu sein: Wenn jemand diese Rolle "ausfüllen" kann, dann diese tolle Schauspielerin!

Das Buch der Autorin Marlen Haushofer, die bereits vor über 40 Jahren verstorben ist, ist bisher in mehreren Verlagen erschienen. Ausnahmsweise noch ein Wort zu der Qualität der Ausgabe, die ich erst kürzlich erworben habe: Es handelt sich um die 14. Auflage einer Ausgabe aus dem List Verlag (Ullstein), die 1. Auflage ist aus dem Jahr 2004. Der Druck sieht alt aus, es ist, als würden die Buchstaben verlaufen, das fällt umso mehr im Vergleich zum Nachwort von Klaus Antes auf, dessen Druck feiner und leichter lesbar ist. Verwendet wird noch die alte Rechtschreibung.

Offensichtlich scheint dieser Roman auch als Schullektüre zu dienen. Liebe Deutschlehrer: Wenn euch daran gelegen ist, Jugendliche nicht vom Lesen abzuschrecken, dann solltet ihr die Finger von diesem Buch lassen, auch wenn es hierzu Sekundärliteratur gibt. Sowas zu lesen, sollte jeder Mensch selbst entscheiden.

Ich will gewiss niemandem dieses Buch schlecht reden, der es mag, auch wenn ich es leicht überbewertet finde. Vielleicht hätte es mir persönlich etwas besser gefallen, wenn es nicht in diesem eintönigen, langweiligen Berichtstil gehalten wäre, sondern mehr in Tagebuchform und ohne Vorgriffe auf Zukünftiges, wenn es insgesamt etwas mehr Entwicklung in der Handlung und bei der Protagonistin gegeben hätte und wenn die Frau den Tod ihrer geliebten Tiere etwas weniger gelassen hingenommen hätte. Aber so, in dieser Form, hat es mich zwar beschäftigt, aber nicht begeistert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2013 1:27 PM CET


Der unausweichliche Tag: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Der unausweichliche Tag: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Rose Tremain
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Geschwisterpaare und ihre "Päckchen" aus der Vergangenheit, 22. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorab: Keineswegs handelt es sich bei diesem Roman - wie auf dem Buchumschlag zu lesen ist - um einen Thriller, eigentlich nicht einmal um einen Krimi. Es gibt keine blutigen Beschreibungen von irgendetwas, selbst eine Leiche lässt lange auf sich warten, und mit Spannung ist es auch nicht weit her.

Psychologisch hingegen hat dieser Roman einiges zu bieten.

Zwei schon ältere Geschwisterpaare sind die Hauptfiguren in diesem Roman: Zum einen der etwas seltsame Aramon Lunel, der allein in seinem abgelegenen französischen Haus "Mas Lunel" wohnt, zum anderen seine einfältige Schwester Audrun, die - in Sichtweite von "Mas Lunel" - in einer kleinen Kate lebt. Zum anderen sind da Anthony Verey, Antiquitätenhändler in London, der sich nun bei seiner Schwester Veronica und deren Freundin Kitty in deren Haus in Südfrankreich einquartiert. Als Anthony beschließt, sich ebenfalls in Frankreich niederzulassen und dort ein Haus zu kaufen, nimmt das Unheil seinen Lauf ...

Keine der Figuren ist sympathisch: Die einen sind verschroben und einsam, die anderen egozentrisch und selbstverliebt. Auch die Geschwisterkonstellationen sind alles andere als einfach: Im Laufe des Romans erfährt der Leser einiges über die Kindheit der Beteiligten und vor allem über deren Verhältnis zur jeweiligen Mutter, das bei beiden Geschwisterpaaren durchaus Parallelen aufweist und nicht immer leicht zu verdauen ist.

Und darum geht es eigentlich in dem gesamten Roman. Er lässt sich sehr viel Zeit, seine Figuren zu entwickeln, gesteht sich dabei Langsamkeit im eigentlichen Geschehen zu und punktet mit psychologischen Feinheiten.

Das ist allerdings auch eine Schwäche dieses Romans: Das Aufeinandertreffen aller Personen zeichnet sich lange Zeit nicht ab, und selbst dann agieren sie still vor sich hin, ohne dass die Handlung auf einen Höhepunkt, wie er nach der Art der Erzählweise zu erwarten wäre, zutreibt. Und tatsächlich bleibt dieser Höhepunkt eigentlich auch aus.

Dafür ist aber die Erzählstil absolut herausstechend: Abschnittweise werden die Ereignisse aus Sicht jeweils eines der Geschwister erzählt. Dabei sind es die feinen Nuancierungen der Personen und die sauber voneinander getrennten Erzählperspektiven, die diesen Roman lesenswert machen. Nicht zuletzt ist aber auch die Sprache selbst ein Ereignis: Die Autorin schafft es, eine ganz besondere Stimmung herzustellen, die den Leser in die Handlung gleichsam versinken lässt, die gleichzeitig einen Zauber hervorruft und manchmal abstoßend ist. Und dennoch hat der Leser ausreichend Gelegenheit, sich mit den Figuren auseinanderzusetzen und ihr Handeln - mag es auch noch so fern von der eigenen Erlebenswelt sein - nachzuvollziehen.

Dieser Roman ist auf keinen Fall geeignet für Leser, die einen "Thriller" im herkömmlichen Sinne erwarten - und bevorzugen: Bevor wirklich etwas passiert, vergeht eine lange Zeit, und selbst dann ist das eigentliche Ereignis eher unspektakulär. Entschädigt wird der Leser mit einer herausragenden Erzählweise, die den Leser ernst nimmt, und bei der nicht jeder Gedanke auf dem Silbertablett präsentiert wird.

Wunderbar!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2013 9:45 PM CET


Ravensburger 27164 - Phase 10 - Kartenspiel
Ravensburger 27164 - Phase 10 - Kartenspiel
Wird angeboten von Spielesafari
Preis: EUR 12,99

46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es kommt darauf an, WER spielt, 29. Dezember 2011
Wir haben dieses Spiel bereits vor einigen Jahren geschenkt bekommen, da waren unsere Kinder aber noch zu klein für solch ein Spiel. Wir haben es daher nur einmal ausprobiert und dann "vergessen". Zu zweit macht es nämlich überhaupt keinen Spaß, und ehrlich gesagt finde ich es auch für die Spielerunde ein bisschen zu langweilig. Denn außer dem zufälligen "Treffer" beim Ziehen der Karte passiert nicht viel. Hat man alle passenden Karten zusammen, die auf einer Tabelle aufgelistet sind, kann man seine "Phase" auslegen. Das ist unspektakulär und kann sich auch schonmal ein bisschen in die Länge ziehen.

Meine Kinder haben dieses Spiel nun kürzlich im Schrank wiedergefunden und wollten es natürlich spielen. Und da musste ich auf einmal feststellen, dass es fast das ideale Spiel für uns ist: Unsere Kinder (altersmäßig recht weit auseinander) mochten es, jeder konnte sofort die Spielregeln verstehen (auch unser 7-jähriger), und das Gewinnen war so nicht abhängig von vorausschauendem Weitblick, sondern überwiegend von Glück, und so hat auch der Jüngste (im Gegensatz zu vielen anderen Spielen) mal gewonnen. Allerdings muss man schon aufpassen, um die Phasen richtig auslegen zu können.

Die Vorteile dieses Spieles:

- Die Spielregeln sind einfach, auch für (jüngere) Kinder zu verstehen, sogar unterhalb der Altersempfehlung, Schulkind sollte es aber schon sein.
- Kinder unterschiedlichen Alters können dieses Spiel gut gemeinsam spielen, super auch als Familienspiel.
- Es erfordert wenig Platz.
- Das Spiel lässt sich fast jederzeit ab- oder unterbrechen, es KÖNNEN 10 Phasen gespielt werden, weniger geht aber auch. Wir haben einzelne Spiele auch schon mit Phase 6 begonnen und bis Phase 8 gespielt, um Abwechslung reinzubringen.

Es gibt aber auch Nachteile:

- Auf Dauer ist das Spiel etwas langweilig und ermüdend.
- Es baut hauptsächlich auf dem "Glück" auf, die richtigen Karten zu bekommen, das kann manchmal dauern.
- Da der Spieler gewinnt, der zuerst alle "Phasen" ausgelegt hat, die Runde aber zuende gespielt wird (auch ein anderer kann dann noch eine Chance bekommen), müssen auch die, die schon wissen, dass sie verloren haben, noch weiterspielen.

Insgesamt ist dies ein familientaugliches, einfaches Spiel, das zumindest zwischendurch mal Laune macht, aber nicht geeignet für zwei Personen.

P.S. Für Kinder, die noch Schwierigkeiten haben, so viele Karten gut gefächert in der Hand zu halten, kann man einen Kartenhalter kaufen oder - noch einfacher - einen Zollstock - natürlich in zusammengefaltetem Zustand - flach auf den Tisch legen und dazwischen die Karten stecken.
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