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Garnet

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Night of the Living Dead / Die Nacht der lebenden Toten (UNCUT-Version)
Night of the Living Dead / Die Nacht der lebenden Toten (UNCUT-Version)
DVD ~ Judith O'Dea
Wird angeboten von Dein Filmshop
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Prototyp des Zombie-Films, 7. August 2014
Der Auftakt des Films: Eigentlich genau das, was man "erwartet", wenn man sich einen Zombie-Film anschaut, eine Szene auf einem Friedhof, ein Mann und eine Frau legen einen Kranz nieder am Grab ihres Vaters, da kommt eine Gestalt auf sie zu, bedroht sie (ohne zu sprechen), greift sie an. Während der Mann auf dem Friedhof zurückbleibt, kann sich die Frau ins Auto zurückretten, auf ihrer Flucht trifft sie auf ein einsames Bauernhaus und kann sich dort erst einmal in Sicherheit bringen. Während die Frau das Haus erkundet, draußen ein Lastwagen explodiert, weitere merkwürdige Gestalten das Haus belagern, sie eine fürchterlich zugerichtete Leiche in dem Haus entdeckt, trifft ein weiterer "Gast" ein: Ein Man, Ben, der - ebenfalls schockiert von seinen Erlebnissen - dann aber sogleich das Ruder in die Hand nimmt, die Fenster und Türen verbarrikaridiert und der Frau, Barbara, auch zu verstehen gibt, dass er ihr "Gequatsche" nicht besonders schätzt. Sie verfällt dann auch in eine Art Schockstarre.

Auf einmal tauchen weitere Überlebende auf: Eine dreiköpfige Familie, Vater, Mutter und ein Mädchen, sowie ein weiteres Pärchen hatten sich auf der Flucht vor den Untoten im Keller verbarrikaridiert.

Zu diesem Zeitpunkt des Films wendet sich die Handlung: Ging es bisher um die Sicherung des Überlebens für die zwei oben im Haus, wofür Ben automatisch die Verantwortung und die Initiative übernommen hat, kommt es jetzt - innerhalb der neu arrangierten Gruppe - zu Diskussionen darüber, wie am besten vorzugehen sei, zwar versucht der Mann aus dem Keller, rechthaberisch seine Vorstellungen durchzusetzen, stößt jedoch dabei auf Widerstände, allen voran Ben, aber auch seiner eigenen Frau. Ab diesem Zeitpunkt ist der Film fast eine Art Gruppenbeobachtung angesichts einer - vordergründig - völlig unwägbaren und nicht zu kontrollierenden Gefahr. Vor allem zum Ende hin bleiben allerdings dennoch dem Zuschauer einige grauslige Szenen nicht erspart.

Irgendwann erreichen die unfreiwillig zusammengewürfelte Gemeinschaft beunruhigende Nachrichten über den noch funktionierenden Fernseher in dem ansonsten trostlos wirkenden einfach eingerichteten Haus: Überall im Land scheinen Tote zum Leben "erweckt", ernähren sich von lebenden Menschen und töten sie dadurch. Wie Experten im Nachrichtenstudio erklären, müsse man bei kürzlich Verstorbenen von Sentimentalitäten absehen und die Toten sofort verbrennen. Ben entdeckt, dass man sie durch Feuer zumindest abschrecken kann.

Dem Film kann man sicher - obwohl oder gerade weil völlig abseits des Hollywood-Kinos gedreht - eine Art Vorreiterrolle zusprechen, was die Darstellung der Zombies, der Untoten betrifft. Sprachlos, starr im Ausdruck, hölzern in den Bewegungen, sind sie vermutlich auch ein Ausdruck von Sprachlosigkeit in einer sich immer mehr zersetzenden Gesellschaft, die zwar über Sprache verfügt, diese aber nicht richtig zu nutzen weiß. Auf uns heutige Zuschauer mag das - auch im Zusammenhang mit der weiteren Ausgestaltung des Films, gedreht in s/w, in einem bieder anmutenden Haus - irgendwie altmodisch wirken, seine Wirkung verfehlt der Film dennoch nicht, als Prototyp des Zombie-Films sozusagen.

Interessant ist hier noch die Tatsache, dass ein Schwarzer hier der Vernünftige, der Zupackende ist, derjenige, der den Überblick über die Situation behält. Das so darzustellen, war auf keinen Fall ein Zufall, während die Frauen dann aber doch eine eher untergeordnete Rolle spielen, die eine in Lethargie verfallend angesichts der Hoffnungslosigkeit der Situation, die andere sich gegen ihren Mann nicht durchsetzen könnend.

Zusammen mit der Tatsache, dass der Film durchaus eine Kritik am Vietnam-Krieg darstellen will (die dem Zuschauer allerdings wenig subtil und fast wie "mit dem Holzhammer" dargelegt wird, wenn der Nachrichtensprecher sich verspricht sich und sagt: "Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Saigon ... Verzeihung, Washington ..."), auch eine Gesellschafts- und Medienkritik nicht ausgespart wird, wenn beispielsweise eine Horde "Jäger" gezeigt wird, die die Untoten besiegen wollen und das fast als eine Art "Event" dargestellt wird, kommt dem Film zweifelsohne eine gewisse Vielschichtigkeit zu. Wesentlich besser und - natürlich - auch weiter entwickelt ist all das aber in dem Jahre später ebenfalls von Romero gedrehten Dawn Of The Dead zu sehen, in dem auch die Medienkritik wesentlich mehr auf die Spitze getrieben wird. Vielleicht musste es aber zuvor eben DIESEN Film, also "Night of the Living Dead" geben, bevor irgendetwas anderes kommen konnte, und so verdient dieser Film - als maßgeblich in seinem Genre - volle Aufmerksamkeit.

Bezeichnend und absolut erwähnenswert ist hier übrigens das Ende, das ich nun aber nicht spoilern möchte, dennoch gleichwohl darauf hinweisen, dass es fast das Schockierendste an dem ganzen Film ist, sowohl inhaltlich als auch in der Art der Darstellung.

Anmerkung: Es existiert zu diesem Film eine colorierte Fassung, die auch nachsynchronisiert ist, sodass die Szenen, die in der s/w-Fassung zwar nachträglich zugefügt und daher noch untertitelt sind, in der Farbfassung ebenfalls synchronisiert sind. Dennoch scheinen in der Farbfassung einige Szenen zu fehlen, denn mindestens die Szene, in der "Saigon" erwähnt wird, ist in der Farbfassung nicht vorhanden. Ich würde daher immer die s/w-Fassung empfehlen, weil nur dadurch die Authentizität des Films - auch in seiner Zeit, gedreht wurde er 1968 - gewährleistet ist.


Schloss des Schreckens
Schloss des Schreckens
DVD ~ Deborah Kerr
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schaurig-schöner Grusel mit Hintersinn, 24. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Schloss des Schreckens (DVD)
Ein Vorstellungsgespräch: Eine junge Frau (deren Darstellerin sichtlich nicht mehr ganz jung ist), die ihre erste Stelle antreten möchte, wird von einem reichen Mann engagiert, sich um dessen beide "Mündel", die Geschwister Flora und Miles, von denen aber nur Flora auf dem Landsitz des Onkels lebt, während Miles in einem Internat untergebracht ist, zu kümmern und möchte dieserhalb sämtliche Verantwortung abgeben an eben diese junge Frau, Miss Giddens (Deborah Kerr). Beeindruckt von dessen Aufreten und dem großen Vertrauen, das er offenbar in sie setzt, sagt sie zu und tritt die Stelle an. Als sie auf dem Landsitz ankommt, erwartet sie eine bezaubernde Flora, eine ausgesprochene Natur-Idylle und ein Haus mit gediegenem Interieur. Zufrieden sowohl mit dem Charme des Mädchens als auch mit der zuvorkommenden Dienerschaft, allen voran der Haushälterin Mrs. Grose, geht sie auf in ihren Pflichten, genießt aber auch das entspannte Leben in Bly, ebendiesem Landsitz, von dem Miss Giddens mehrmals als "halbes Schloss" spricht. Dann aber geschieht das Unfassbare: Miss Giddens bekommt von ihrem "Herrn" einen ungeöffneten Brief des Internats geschickt, mit der Bitte, sich um die "Angelegenheit" zu kümmern: Miles wird der Schule verwiesen (aus unbekannten Gründen, die sich auch im weiteren Verlauf nicht klären) und wird fortan ebenfalls auf Bly leben. Gleichzeitig "sieht" Miss Giddens immer wieder unerklärliche Phänomene: Zum Beispiel die vor einem Jahr verstorbene ehemalige Gouvernante der Kinder, Miss Jessel. Nach und nach offenbaren sich Miss Giddens die Umstände um den Tod von Miss Jessel, die nicht beruhigend auf sie wirken.

In den ersten Szenen nach besagtem Vorstellungsgespräch wähnt man sich - gleichsam MIT Miss Giddens - in einer (für den Zuschauer natürlich offensichtlich trügerischen) Idylle, aber durch den Beginn des Film (ein vollkommen schwarzes Bild und ein - dadurch - "hohl" und gruselig wirkender Mädchengesang im Hintergrund) und natürlich das ohnehin voraussetzbare Wissen, dass es sich um einen "Gruselfilm" handelt, weiß der Zuschauer natürlich, dass es bei dieser Idylle nicht bleiben wird. Und tatsächlich "entwickelt" sich auch die Handlung: Wir erleben eine im Verlaufe des Filmes zunehmend derangierte und entgleisende Miss Giddens, die mit den Verhältnissen irgendwann vollends überfordert ist. In den Kindern sieht sie nicht mehr Kinder, sondern irgendwann nur noch "das Böse". Sie reagiert nicht mehr vernünftig, sondern ihr entgleitet die Situation, nicht zuletzt begünstigt durch das Wissen, dass gewisse Dinge und Verhältnisse auf dem Schloss nicht "normal" waren, und durch ihre - vermeintlichen (?) - Halluzinationen. Das stellt sich nicht nur durch ihr Verhalten dar, sondern auch durch ihr Äußeres: Irgendwann ist sogar ihre Kleidung ähnlich der der verstorbenen Miss Jessel. Gleichzeitig verbreiten die beiden Kinder (großartig die Darsteller von Flora und Miles!) eine rasant fröstelnde Stimmung: Zwar bleiben die beiden durchweg freundlich, vor allem Miles auch - auf snobistische Art - charmant, aber die Großaufnahmen ihrer Gesichter lassen Unheimliches ahnen. Und so "wartet" man als Zuschauer auf das Unvermeidliche, das sich anbahnt und erahnen lässt, aber dennoch bleibt es IMMER dem Zuschauer - und DAS ist die eigentliche Stärke dieses Filmes! - überlassen, die Ereignisse zu interpretieren. Daran ändert auch das furiose Finale nichts, das den Zuschauer - ohne hier zuviel verraten zu wollen - recht ratlos zurücklässt.

Gedreht in schwarz-weiß Anfang der 60er Jahre und bar jeglicher "offenherziger" Szenen war mir zunächst unverständlich, warum dieser Film eine Altersfreigabe ab 16 hat. Klar wird dies allerdings dann, wenn man dann doch feststellen muss, dass dieser Film durchaus Anspielungen enthält auf die nicht ganz "normal" erscheinende Liebesbeziehung der vorherigen Gouvernante Miss Jessels mit einem weiteren Hausangestellten, und vor allem auch das Ende des Filmes (der eine vorherige Szene des Filmes gleichsam "umdreht") hat es in mancher Hinsicht in sich, was man dann eben doch im Kontext der Zeit der Entstehung des Filmes sehen muss. Ansonsten ist der Film an sich - eben bis auf den subtil sich steigernden Grusel und das Eskalieren der Situation mit den Kindern, vor allem Miles - eher "harmlos".

Erwähnenswert - wie so oft und wieder einmal - ist die "Übersetzung" des Original-Titels "The Innocents" (gemeint sind damit offensichtlich die beiden Kinder): Der deutsche Titel "Schloss des Schreckens" ist da eher auf "Schockmomente" gerichtet (die der Film zweifelsohne hat), trifft aber die Intention des Films nicht annähernd. Und ob die Kinder wirklich "unschuldig" sind ... das bleibt der Interpretation des Zuschauers überlassen, was dem Film insgesamt zugute kommt.

Heute würde man die Romanvorlage, die diesem Film zugrunde liegt, sicherlich ganz anders inszenieren, heute wirkt es vielleicht alles ein bisschen ZU angestaubt. Heutzutage würde man vielleicht wirklich die Stimmung in diesem Haus noch viel beklemmender inszenieren (man denke nur an solche Filme wie zum Beispiel The Others), in DIESEM Film ist die Atmosphäre etwas ZU lange - für heutige Sehgewohnheiten - zu schaurig-schön, zu idyllisch. Dennoch ist dies ein wunderbarer Film mit großartigen Schauspielern, der keine Minute langweilt und eben wirklich den Zuschauer "fordert". Und das macht ihn zu einem absolut SEHENSWERTEN Film dieses Genres, und mit Sicherheit war es eine - zur damaligen Zeit - auch "mutige" Inszenierung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2014 8:48 PM MEST


Eine Frage der Zeit
Eine Frage der Zeit
von Alex Capus
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Netter Unterhaltungsroman, 11. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Frage der Zeit (Taschenbuch)
Es ist so ähnlich wie mit der "Titanic": Wenn man ein Buch darüber liest, einen Film darüber sieht, weiß man, dass das Schiff sinken wird. So ist es auch mit der "Goetzen": Am Ende sinkt sie auf den Grund des Tanganikasees. Es ist eine "wahre" Geschichte, und die "Spannung" muss sich im Grunde aus der Figurenentwicklung und der Darstellung des Handlungsverlaufes generieren.

Das Dampfschiff "Goetzen" wird 1913 auf einer deutschen Werft zusammengeschraubt, nur um danach - wieder auseinandergeschraubt, in Kisten verpackt und nach Afrika in die Kolonie Deutsch-Ostafrika verfrachtet - am Tanganikasee wieder zusammengebaut zu werden. Beauftragt damit werden die drei Werftarbeiter Anton Rüter, Rudolf Tellmann und Hermann Wendt. Der Auftrag soll etwa ein Jahr dauern.

In Afrika angekommen, richten sie sich mit den dortigen Verhältnissen ein, die klimatischen Bedingungen sind natürlich ein Hindernis, aber dennoch kommen die drei Deutschen dort gut zurecht und freunden sich einerseits mit dortigen Einheimischen an, als auch finden sie sich ab mit der herrischen Leitung des Projektes unter Kapitänleutnant von Zimmer.

Doch dann bricht der Erste Weltkrieg aus, die Werftarbeiter sollen so schnell wie möglich das Schiff zusammenbauen, danach - sobald das Schiff seetauglich ist - sollen sie, entgegen des ursprünglichen Planes, nach dem Willen von Zimmers in Afrika verbleiben und in der Truppe dienen. Vor allem Anton Rüter macht dieser Gedanke schwer zu schaffen.

In einem anderen Handlungsstrang wird die Geschichte Spicer Simsons erzählt: Nachdem der Krieg ausgebrochen ist, wird in England der afrikaerfahrene, aber reichlich selbstverliebte Commander Spicer Simson damit beauftragt, zwei kleine Schiffe an den Tanganikasee zu begleiten, um die dortigen deutschen Schiffe, die "Wissmann" und die "Kingani", zu versenken. Dass dort auch das stolze Dampfschiff "Goetzen" bald über den See fahren wird, wird ihm erst klar, als er dort angekommen ist.

Die beiden Handlungsstränge werden abwechselnd, aber nicht chronologisch erzählt: Die Geschichte um den gockelhaftigen Spicer Simson liegt etwas weiter in der Zukunft als die um die drei Werftarbeiter. Letztendlich spielt es für den Ausgang der Geschichte allerdings auch weiter keine Rolle.

Tatsächlich ist Alex Capus ein gut recherchierter Roman gelungen über die Ereignisse am Tanganikasee während des Ersten Weltkrieges, die Figuren sind authentisch, ohne Pathos, ohne Schönfärberei, aber nicht ohne Charme charakterisiert. Es gibt keine Parteinahme für die eine oder die andere Kriegspartei, vielmehr werden die handelnden Personen durchaus treffend im Kontext der Umstände und ihrer Zeit geschildert.

Dennoch bleiben die Figuren oberflächlich, vor allem die drei Werftarbeiter, um die es hauptsächlich geht, ändern gelegentlich komplett ihre Richtung, ohne dass ihre Beweggründe klar werden: Wenn auf einmal Tellmann, nachdem er seine liebgewonnene Gepardin Veronika "ermordet" auffindet, kein Wort mehr spricht und seine Arbeit an der Goetzen gänzlich einstellt, so wird nicht erkennbar, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Auch aus der Beschreibung der Umstände wird dies nicht einmal implizit deutlich. Ähnliches gilt für den vormals als sehr besonnen geschilderten Anton Rüter, der auf einmal - von einem Moment auf den anderen gleichsam - mit dem zuvor selbstherrlich aufgrund der kolonialen Macht in Deutsch-Ostafrika handelnden von Zimmer "Freundschaft" schließt.

So versinkt der Roman - leider fast von Anfang an - in einer gewissen zwar gefälligen Erzählweise, die das Ganze aber auch sehr oberflächlich macht und "nur" der Unterhaltsamkeit geschuldet ist. Ohnedies scheint - diesem Roman nach zu urteilen - das Leben um 1913 in Afrika eher wie ein großes Abenteuer, und genau dies ließ der Beginn des Romans, in dem die Flucht Rüters vor den Kriegswirren in einem lebensbedrohlichen Zustand vorweggenommen wird, eben nicht vermuten.

Bleibt, dass dieser Roman - aufgrund einer guten Recherche - die Ereignisse um die "Goetzen" sehr authentisch schildert, und er "funktioniert" als - auch ob seiner geringen Seitenzahl - gut lesbarer Unterhaltungsroman (und wer das möchte, sei mit diesem Roman wirklich gut beraten), das spezielle Thema (eben die authentische Geschichte um drei deutsche Werftarbeiter, die in Afrika ein Schiff zusammenbauen sollen), als auch die Umstände (Kolonialismus und in der Folge der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und seine Auswirkungen in Afrika) und - erst recht - der Prolog ließen dies in DIESEM Ausmaß allerdings nicht vermuten.


Gegen die Welt
Gegen die Welt
von Jan Brandt
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wie konnte es so weit kommen?", 15. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Broschiert)
So. Letzten Satz dieses immerhin mehr als 900 Seiten starken Romans gelesen. Das heißt, genau genommen war es nur ein halber Satz am Ende. Eigentlich müsste man enttäuscht sein. Ich zumindest bin es nicht ... enttäuscht. Denn die 920 Seiten davor waren voll von Sätzen, von Formulierungen, von Beschreibungen und Dialogen, die es oft in sich hatten.

"Gegen die Welt" stemmt sich Daniel Kuper. Seine "Welt" ist allerdings begrenzt und bewegt sich in der dörflichen Provinz Ostfrieslands zwischen der Drogerie des selbstgefälligen, fremdgehenden Vaters, der Überforderung der unzufriedenen Mutter, den Bahnschienen, der örtlichen Realschule und Freunden, die eigentlich keine Freunde sind.

Als der heranwachsende Daniel "Opfer" einer vermeintlichen Ufo-Landung wird, nachdem er halbnackt in einem Kornkreis gefunden wird, zieht er nicht nur die Aufmerksamkeit der Dorfgemeinschaft des fiktiven Ortes Jericho auf sich, sondern auch die der gesamten Weltöffentlichkeit. Fernsehsender wollen Interviews, in Talkshows wird über die Aliens diskutiert. Was tatsächlich passiert ist, weiß Daniel nicht, und der Leser erfährt es nicht. Man muss es sich halt denken. Als die Beachtung abflaut, bleibt an Daniel der "Ufo-Junge" hängen.

Als viel später im Roman und in Daniels Leben - da ist er 15 - überall im Dorf an den Hauswänden Hakenkreuze auftauchen, wird Daniel dafür verantwortlich gemacht. Dass er genau das Gegenteil wollte: Die Hakenkreuze "vernichten", glaubt ihm niemand, fortan ist er weiter gebrandmarkt, wird immer mehr zum Außenseiter, Bürgermeisterkandidat Rosing, den er als Nazi bezeichnet, kann seinen Ambitionen freien Lauf lassen. Der Vater geht weiter fremd, die Freunde füllen ihn mit Alkohol ab, er wechselt vom Gymnasium auf die Realschule, seine Bemühungen, nach einem Praktikum bei der "Friesen-Zeitung" als Reporter Fuß zu fassen, werden sabotiert.

Daniel scheitert an der "Welt" und nimmt doch immer wieder den Kampf gegen sie auf. Das liest sich sehr gekonnt beschrieben, der Autor Jan Brandt, der mit diesem Roman sein Debut vorlegt, weiß ganz offensichtlich, wovon er schreibt. Auch wenn Jan Brandt bestreitet, dass dieser Roman autobiografische Züge aufweise: Wenn das tatsächlich der Fall sein sollte, hat er einfach ZU gut recherchiert. Natürlich ist einiges "erfunden", mindestens der Name Jericho für einen ostfriesischen Ort hinter dem Deich, wie es sie aber viele in der dörflichen Provinz gibt, aber wenn man der Generation angehört, um die es in diesem Roman geht (derer der Anfang bis Mitte der 70er Jahre Geborenen), dann wird man einiges wiedererkennen: Fernsehsendungen, damals - in den 80ern - "angesagte" Filme, politische Diskussionen und sowieso das gesamte Lebensgefühl der damaligen Zeit (und das vielleicht nicht nur in der norddeutschen Provinz). Sehr genau beobachtet die Figuren, in ihrer ganzen Haltung, deshalb auch bis ins Detail beschrieben.

Und zwischendrin Daniels Gedankengänge, manchmal ohne Punkt und Komma. Sein Erleben, von dem er selbst nicht weiß, wie er es einordnen soll, so beschrieben, dass es den Leser "mitnimmt", in jeder Hinsicht, aber ohne erhobenen Zeigefinger: Sowohl emotional kann man Daniel folgen, als auch - ganz objektiv - seiner Entwicklung, was - vor allem bei seinen "Gedanken - zugegebenermaßen manchmal etwas mühsam ist.

Nicht nur sprachlich wagt der Roman Experimente: Zum Beispiel, wenn er - die in den 80er Jahren populäre Fernsehquiz-Sendung "Riskant" mit Hans-Jürgen Bäumler aufgreifend - auf scheinbar harmlose "Antworten" tiefgreifende Fragen stellt, die zunächst nicht zu den Antworten zu passen scheinen (eine davon ist in der Überschrift zitiert, S. 768, und könnte stellvertretend für fast alle Figuren und Ereignisse dieses Romans gelten), über etwa 150 Seiten hinweg werden parallel zwei völlig verschiedene Geschichten auf EINER Seite erzählt: Halbseitig die von Daniel und seinen Freunden sowie - auf der Hälfte darunter - die in Ich-Form erzählte Geschichte eines Lokführers, der mehrere "Schienenselbstmorde" zu verarbeiten hat, getrennt durch einen Doppelstrich mitten auf der Seite, eintönig wie die Schienen, die der Lokführer tagtäglich befährt.

Und obwohl keine der Figuren, der Dorfbewohner, der Vater, die Mutter, die Lehrer, die Freunde, die Eltern der Freunde, wirklich sympathisch werden, keiner von ihnen "gut" wegkommt, wachsen sie einem doch ans Herz, am Ende "weiß" der Leser, wie dieses Leben funktioniert. Fast genial wirkt da der Vorgriff auf die Lebensläufe einiger von Daniels "Freunden", die ein tragisches Ende nehmen.

Lakonisch, mit viel Hintersinn, nicht ohne einen SEHR hintergründigen Humor und damit viel der deprimierenden "Zukunftsaussichten" relativierend, erzählt Jan Brandt in diesem bei seiner Veröffentlichung sehr beachteten Roman-Debut, das seinerzeit auch für den Deutschen Buchpreis (2011) nominiert war, die Geschichte eines Jungen, aufgewachsen in einer strengen, ihn nicht verstehen wollenden, ihn nicht ernst nehmenden Umgebung, und nicht nur das: Er erzählt die Geschichte eines ganzen Dorfes und seiner Bewohner. Und zwar so, dass man JEDES Wort glaubt, was zugegebenermaßen gelegentlich deprimierend anmutet.

Bleibt am Ende die Frage: Muss man scheitern, an dieser dörflichen Enge, der Ignoranz der Erwachsenen, an sich selbst? Das ist natürlich eine rein rhetorische Frage, denn Jan Brandt, der - wenn er hier nicht ganz viel "Eigenes" einbringt - dennoch in genau dieser Umgebung (wenngleich das kleinstädtische Leer sich noch ein wenig unterscheiden dürfte von dem dörflichen Jericho) aufgewachsen ist und kenntnisreich von einer Zeit schreibt, die nicht nur dem Gedächtnis geschuldet sein kann, hat es geschafft: Einen umfassenden, wunderbaren Roman zu schreiben, in dem wirklich fast keine Zeile zuviel ist.

Eigentlich waren vier Sterne für dieses Leseerlebnis zu vergeben (weil einige Längen bei einem solchen Umfang nicht zu vermeiden sind), die sich beim Schreiben dieser Rezension und der damit verbundenen Rückbetrachtung auf fünf Sterne erhöht haben ;).
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 22, 2014 12:28 PM MEST


Es scheint die Sonne noch so schön
Es scheint die Sonne noch so schön
von Barbara Vine
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Je länger man liest, desto weniger kann man aufhören ..., 7. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
1976 ist ein heißer Sommer. Als Adam, 19 Jahre alt, von seinem Großonkel ein Landgut vererbt bekommt, nutzt er die Gelegenheit und verbringt ein paar faule Tage mit seinem Freund Rufus dort. Aus den Tagen werden Wochen, schließlich Monate, es spricht sich herum, dass dort eine Art Kommune entstanden sei, und so gibt es noch einige andere Zuzügler in dem Haus. Auch Zosie, sehr jung und sehr naiv, gesellt sich schließlich zu Adam und Rufus.

Zehn Jahre später, Adam hat das Haus längst verkauft und eine Familie gegründet, werden auf dem Grundstück zwei Leichen gefunden: die einer jungen Frau und eines Säuglings. Die Umstände dieses Fundes sind an den Beginn des Romans gestellt, sodass die Geschichte im Grunde von hinten aufgerollt wird. Sowohl Adam als auch Rufus, nun erfolgreicher Gynäkologe, und Shiva, ebenfalls 1976 auf Troremmos (wie Adam das Haus genannt hat) anwesend, erinnern sich in Rückblenden. Allerdings bekommt der Leser nur häppchenweise diese Erinnerungsstücke serviert und in konsequent chronologischer Reihenfolge. So ist eben bekannt, dass es zwei Tote gegeben haben muss, die wohl am Ende all der Ereignisse um diesen langen heißen Sommer auf Troremmos stehen, wie es dazu gekommen ist, darüber lässt sich aber bis fast zum Ende nur spekulieren.

Natürlich zieht daraus die Handlung eine gewisse Spannung, noch bemerkenswerter allerdings ist die Beschreibung der Charaktere und wie sie sich in dem Zeitraum von zehn Jahren verändert haben. Die Erzählperspektiven beschränken sich fast ausschließlich auf Adam, Rufus und Shiva. Adam, 1976 jung und euphorisch, aber unter einem Vater leidend, der ihm das Erbe übelnimmt, ist nunmehr ein besorgter Vater, der unter Schlafstörungen leidet, wohingegen Rufus, drei Jahre älter als Adam, eine gewisse Kaltschnäuzigkeit an den Tag legt und dem Alkohol zuspricht. Shiva hingegen, indischer Abstammung, scheint der einzige, dem die Ereignisse von 1976 nahegingen. Offensichtlich haben sie besprochen, nach der Trennung vor zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu pflegen, als aber die Polizei beginnt zu ermitteln wegen der Leichenfunde auf dem Grundstück, wendet sich das Blatt.

Wunderbar gelungen ist auch die Beschreibung der Stimmung auf Troremmos in diesem Sommer 1976: Wie apathisch die jungen Leute dort vor sich hinleben, einfach in den Tag hinein, es liest sich, als sei man als Leser selbst in diese Stimmung, in diesen Mikrokosmos dieser Gemeinschaft hineingeworfen. Und obwohl man das "Ergebnis" dieses Sommer bereits zu Beginn des Romans kennt (oder zu kennen meint), dann aber nicht wirklich etwas "passiert" über einen langen Zeitraum der Handlung hinweg, ist doch merklich spürbar, wie die Spannung steigt, sowohl zwischen den Protagonisten als auch - gleichsam zeitgleich - bei mir, beim Leser.

Nun ja, es ist natürlich bereits von Beginn an klar, dass es zu einer Eskalation kommen MUSS, allerdings ist dann die "Auflösung" doch immerhin noch hinreichend überraschend und das Ende - zu einem gewissen Zeitpunkt zwar abzusehen - doch furios.

Sowohl sprachlich als auch inhaltlich hat dieser Roman einiges zu bieten, nicht zuletzt, weil die Handlung an einem Ort spielt, der zwar idyllisch anmutet, diese Idylle sich dann aber letztendlich doch auflöst in ein Horrorszenario, das eben noch zehn Jahre nach den Ereignissen ungeahnt seine Schatten wirft. Dies wird im Romanverlauf immer deutlicher - nicht zuletzt anhand der Figurenentwicklung.

Während etwa die erste Hälfte des Romans noch deutlich damit "beschäftigt" ist, die Figuren einzuführen, ihre Lebensumstände zu der Zeit, als die Leichen gefunden werden, immer wieder Andeutungen gemacht werden, mit denen der Leser noch so rein gar nichts anfangen kann, entwickelt sich die zweite Hälfte dann doch rasant, und die Personenkonstellationen spielen eine immer größere Rolle und werden immer deutlicher. Eine feine Beobachtung der zeitlichen Umstände insgesamt zeichnet den Roman darüber hinaus aus.

Der Roman ist nicht mehr ganz "jung", allerdings liegt die Zeit, in der die Handlung angesiedelt ist, auch bereits zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung lange zurück. Insofern also, auch wenn die ausgehende Hippie-Ära eine Rolle spielt, eigentlich ein "zeitloser" Roman, der ein sehr gutes und sehr spannendes Bild einer Gruppe abgibt, deren Mitglieder alle ihre ganz eigenen "Päckchen" mit sich tragen und nicht alles letztendlich sich als das entpuppt, als das es zunächst erscheint.

Lesenswert, vor allem für Leser, denen an psychologischer Tiefe der Figuren gelegen ist.


Harold und Maude
Harold und Maude
DVD ~ Bud Cort
Preis: EUR 4,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein herrlich skurriler Film, 27. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Harold und Maude (DVD)
Der Film beginnt düster: In einem vornehm anmutenden Wohnzimmer erhängt sich ein junger Mann. Schockierend erst einmal, bis seine Mutter herein kommt, offensichtlich völlig unbeteiligt, und Harold, ihren Sohn auffordert, diesen Blödsinn zu lassen.

Harold inszeniert Selbstmorde, seine eigenen Selbstmorde. Immer und immer wieder, sehr extravagant, sehr aufwändig, aber nie mit der Absicht, sich umzubringen. Seiner Mutter kann er damit nicht einmal mehr ein Mindestmaß an Aufregung entlocken, und auch als Zuschauer gewöhnt man sich schnell daran. Eine gewisse Todessehnsucht wohnt ihm dennoch inne, wie er später bekennt. Und noch etwas offenbart Harolds Hang zum Morbiden: Er geht gern auf Beerdigungen.

Auf einer dieser Beerdigungen lernt er Maude kennen, die bald ihren 80. Geburtstag feiern wird. Fröhlich, lebensfroh, lebensbejahend kann sie Harold in seiner Einsamkeit, in seiner depressiven Stimmung erreichen.

Als Harolds Mutter beschließt, dass Harold heiraten müsse und entsprechende Kandidatinnen einlädt, die ihr genehm erscheinen, ihren Sohn ehelichen zu können, schafft Harold es, durch seine skurrilen Einfälle alle Damen zu vergraulen. Schwierig wird es, als Harolds Mutter beschließt, dass Harold nun zur Armee müsse, aber da tritt Maude auf den Plan.

Immer mehr Zeit verbringen Harold und Maude, dieses auf den ersten Blick ungleich erscheinende Paar, miteinander, und Harold beginnt, sich in Maude zu verlieben.

Während Harold anämisch und eher unscheinbar daherkommt, sowieso "überstrahlt" zunächst von seiner unerträglich extrovertierten und egozentrischen Mutter, sprüht Maude geradezu vor Lebensfreude. Auf unkonventionelle Art versucht sie, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, kommt dennoch mit jedem gut aus. Das ist natürlich nicht immer wirklichkeitsnah: Dass Maude kaum jemals belangt wird für ihre "Autodiebstähle", ist nicht wirklich realistisch. Darum geht es aber auch gar nicht. Es geht um die Lust am Leben selbst, um das Aufbrechen von Konventionen, darum, so sein zu dürfen, wie man sich fühlt und wie man ist, ohne sich scheren zu müssen oder zu wollen, was andere darüber denken. Deshalb macht Harold Purzelbäume: Einfach deshalb, weil ihm danach ist. Maude weiß darüber umso besser Bescheid, als sie durchaus Zeiten erlebt hat, in denen so etwas nicht möglich gewesen ist. Angedeutet wird dies durch die nur sehr kurz zu sehende in ihrem Arm eintätowierte KZ-Nummer. Glaubwürdig ist das alles dennoch irgendwie.

Der Konservatismus, der im Gegensatz zu dieser offenen, Konventionen sprengenden Lebensart ja durchaus auch im Film vertreten ist, wird in einer der letzten Szenen karikiert bis zum Letzten, als der Pfarrer, bereits bekannt von den Beerdigungen, und nicht nur er, scheinbar angeekelt, aber doch fasziniert, sich ergeht in der Vorstellung, wie die körperliche Liebesbeziehung zwischen Harold und Maude aussehen wird.

Ein herrlich skurriler, bisweilen anarchisch anmutender Film in tollen Bildern und unterlegt mit Musik von Cat Stevens und mit einer wunderbaren, unaufdringlich agierenden Ruth Gordon als vor guter Laune nur so sprühender Maude, der man jede Bewegung, jedes Lächeln einfach abnimmt. Am Ende - konsequent nach dem, was der Film dargeboten hat bis dahin - sitzt man da und denkt - jedenfalls wenigstens für einen kurzen Augenblick: So ein Leben jenseits aller Fremdbestimmtheit, in dem einfach die Lust am Leben selbst zählt, wäre ein nachahmenswertes Ziel. Ob Harold es schafft, sein bisher fremdbestimmtes Leben nun selbst in die Hand zu nehmen, lässt der Film offen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 27, 2014 6:48 PM MEST


Ravensburger 26618 - Cartagena - Die spannende Flucht aus der Festung
Ravensburger 26618 - Cartagena - Die spannende Flucht aus der Festung
Preis: EUR 14,88

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Minimale Spielregeln, maximaler Spielspaß: Tolles Kinder- und Familienspiel!, 2. Mai 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Sowohl das Zubehör als auch die Spielregeln sind minimalistisch, und dennoch ist das Spiel sehr liebevoll aufgemacht. Die Idee: Piraten versuchen, sich auf einem Dschungelpfad, der mit verschiedenen "Schätzen" gespickt ist, zu einem Boot durchzuschlagen. Der Dschungelpfad besteht dabei nicht aus einem starren Spielplan, sondern kann mithilfe einzelner Puzzleteile immer wieder neu zusammengesetzt werden. Ganz am Ende des Pfades liegt das Boot - das "Puzzleteil" hat auch die Form eines Bootes!

Pro Spielzug stehen immer zwei Aktionen zur Verfügung, da gilt es, nachzudenken und auch strategisch zu planen. Natürlich gehört aber auch wenig Glück dazu, um seine eigenen Piraten (in der "normalen" Spielversion sind es vier) erfolgreich über den Dschungelpfad dirigieren und als erster in das Boot zu schleusen.

Die Spielregeln sind so einfach gehalten, dass es kein Problem ist, das Spiel innerhalb von fünf Minuten spielen zu können, jedenfalls, wenn ein Erwachsener mithilft. Das Spiel ist für Kinder ab 8 empfohlen, dieser Einschätzung schließe ich mich an, allerdings dürfte es - wenn NUR Kinder spielen - für diese beim ersten Mal etwas schwierig werden, die Spielregeln zu verstehen. Allerdings braucht man die Spielregeln auch nicht sehr starr auslegen, das Spiel bietet durchaus auch bei Abwandlung der Spielregeln viel Spaß.

Wir haben das Spiel jetzt schon mehrere Male als Familienspiel gespielt, mit Erwachsenen und Kindern unterschiedlichen Alters, und festgestellt, dass ein "Spielsieg" sehr überraschend kommen kann und sich bis zum Ende des Spiels keineswegs abzeichnen muss. Das hält die Spannung ungemein aufrecht! Die Spieldauer (mit vier Piraten) variierte etwas, die Spiele dauerten aber immer etwa eine halbe Stunde. Hat man "ungeduldige" Kinder dabei, kann man die Spielzeit noch weiter begrenzen, indem man weniger Piraten pro Spieler mitspielen lässt.

Das Design des Spiels ist farbenfroh, aber nicht aufdringlich, das Zubehör sowieso insgesamt übersichtlich und auch sehr stabil. Damit das Zubehör in der Spielschachtel nicht umherfliegt, liegen zwar zwei kleine Plastiktütchen bei, allerdings sind diese fast unnötig, da der Innenraum der Spielschachtel in Fächer unterteilt ist und sowieso nichts durcheinaner geraten kann.

Von uns bekommt dieses Spiel eine unbedingte Empfehlung, sowohl als Familienspiel als auch als Kinderspiel, wenn Kinder unter sich spielen!


Ich bin Legende
Ich bin Legende
von Richard Matheson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Versuch, Vampirismus zu erklären, 2. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Legende (Taschenbuch)
Die Handlung setzt ein zu einem Zeitpunkt, als alles schon passiert ist: Robert Neville scheint der einzige Überlebende einer "Seuche" zu sein, die Monate zuvor die gesamte Bevölkerung ausgerottet hat, mit Ausnahme einiger Gestalten, die im Roman als "Vampire" bezeichnet werden. Sie können bei Tageslicht nicht existieren, brauchen Blut zum Überleben und belagern des Nachts das Haus von Neville, das er zu einer Art Festung ausgebaut hat. Tagsüber spürt Neville die Vampire auf, tötet sie so, dass sie nicht "wiederauferstehen" und versucht nebenbei, die Ursache für die Seuche zu ergründen, für die er eine logische Erklärung sucht. In nur wenigen Rückblenden erfährt der Leser andeutungsweise, wie das Leben für Neville vor der Seuche und bei ihrem Ausbruch gewesen sein mag: Eine nicht unerhebliche Rolle spielt dabei auch sein Nachbar Ben Cortman, der als lebender Toter ihn nun jede Nacht aus seinem Haus zu locken versucht.

Im Vordergrund steht hier eindeutig die Suche nach der Ursache der Seuche, des Vampirismus. Alte Mythen wie der Abscheu vor Kreuzen, Knoblauch und Spiegeln werden dabei geschickt verwoben mit der Suche nach einer möglichst wissenschaftlichen Erklärung für das Dasein der Vampire. Darauf verwendet Neville auch einen Großteil seiner Zeit. Warum er selbst nicht infiziert wurde, dafür hat er eine Erklärung, die aber erst sehr spät im Roman thematisiert wird.

Natürlich ist er einsam, als er einen Hund entdeckt, der überlebt hat, ist seine Freude über dessen Dasein groß, er versucht, ihn an sich zu binden, aber diese Episode endet tragisch. Nahrungsbeschaffung scheint kein großes Problem darzustellen, es werden Steaks gegessen, und Neville betrinkt sich jeden Abend mit Whisky bis fast zur Besinnungslosigkeit. Selbst die Beschaffung von Knoblauch, mit dem Neville sein Haus präpariert, um die Vampire fernzuhalten, scheint nicht wirklich schwierig. Aber es bleibt eben auch alles sehr an der Oberfläche und wird immer wieder verdrängt von der Suche nach Erklärung. Selbst die Vampire wirken nicht wirklich bedrohlich.

Als Neville einer scheinbar überlebenden Frau begegnet, scheint sich endlich das Blatt zu wenden, zwar ist er anfangs misstrauisch, gibt ihr aber schließlich auf ihre Fragen dennoch bereitwillig Antwort.

Das Ende beinhaltet eine durchaus philosophische und nachdenkenswerte Komponente, lässt aber schließlich den Leser dennoch ein bisschen im Regen stehen.

Nun, auf nur knapp über 200 Seiten kann auch kaum mehr als an der Oberfläche gekratzt werden, dabei hätten viele der angerissenen Themen in diesem Roman durchaus Potenzial gehabt, etwas näher beleuchtet zu werden, zum Beispiel auch die Einsamkeit Nevilles, der ohne Tiefe in seinem Charakter bleibt. Erstaunlich, dass dieser Roman ein so großer Erfolg wurde. Zugute halten muss man ihm allerdings natürlich, dass er den Vampirismus zu entmystifizieren versucht und ihm damit eine gänzlich neue Bedeutung zu geben vermag. Allerdings bleibt selbst das oberflächlich, ob die wissenschaftlichen Erklärungen - was in diesem Zusammenhang auch nicht unerheblich wäre - überhaupt halten, scheint mir fraglich, und es verliert sich ohnehin in Bedeutungslosigkeit.

Erstmals veröffentlicht wurde der Roman 1954 und spielte damals in der Zukunft, nämlich in den späten 70er Jahren. Beides merkt man dem Roman allerdings nicht besonders an, er ist insofern zeitlos. Immerhin diente der Roman als Vorlage für mehrere Verfilmungen, die wesentlich bekannter sein dürften als die Vorlage selbst, allerdings weichen alle Verfilmungen erheblich von der Vorlage ab. Insofern mutet der Roman fast wie ein Fragment an, wie ein Ideengeber. Schade, denn davon hatte ich mir mehr versprochen.

Abschließender Hinweis: Nur etwa die Hälfte des Buches enthält den titelgebenden Roman, ansonsten enthält das Buch noch weitere zehn Kurzgeschichten des Autors, die aber in dieser Rezension nicht berücksichtigt wurden.


Friedhof der Kuscheltiere: Roman
Friedhof der Kuscheltiere: Roman
von Stephen King
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es wird viel gestorben in diesem Roman ..., 6. April 2014
Es ist mehr als 20 Jahre her, dass ich einen Stephen-King-Roman nach dem anderen gelesen habe: "Christine", "The Stand", "Es" und - natürlich - "Friedhof der Kuscheltiere". Also, ich für meinen Teil habe diesen Roman seinerzeit nicht komplett gelesen, sondern - schweren Herzens und nach reiflicher Überlegung - nach etwas über der Hälfte abgebrochen. Weil es mir zu gruselig wurde, zu unheimlich, ZUVIEL. Seitdem habe ich NIE wieder einen Stephen-King-Roman angerührt.

Jetzt habe ich es doch nochmal versucht, es hat mir dann irgendwie doch keine Ruhe gelassen, und nachdem mich ein Freund darauf hinwies, dass dies eine durchaus lesenswerte Geschichte sei, habe ich mich nochmal durchgerungen. Und verstehe heute - nachdem ich nun ENDLICH diesen Roman bis zum bitteren Ende gelesen habe - eigentlich nicht mehr richtig, warum es mir vor so vielen Jahren "zuviel" wurde.

Natürlich: Es ist gruselig ...Tiere, die auf einem alten, irgendwie magischen Platz beerdigt werden, die dann - obwohl bereits TOT - "wiederkehren". Was mit Tieren funktioniert, kann möglicherweise auch mit Menschen gehen.

Tatsächlich geht es aber gar nicht so sehr darum, sondern vielmehr um den Umgang mit Tod, Todeserfahrung und Trauer. Stephen King zeichnet - wie es zumindest mir aus seinen frühen Romanen bekannt ist - ein durchaus nachvollziehbares Familienportrait. Louis und Rachel, die Eltern, Ellie und Gage, deren kleine Kinder, die Familie zieht in eine ländlich geprägte Gegend in Maine, nachdem Louis als Arzt eine Anstellung an der dortigen Universität bekommen hat. Louis und Rachel streiten sich, streiten sich darum, wie Ellie, die fünfjährige Tochter, mit dem Thema "Tod" konfrontiert werden sollte, bis Jud Crandall, der nette Nachbar, ihnen die Entscheidung abnimmt und die Familie zum "Haustier-Fritof" führt, ein Begräbnisplatz, an dem die Kinder des Ortes seit vielen Jahren ihre verstorbenen Tiere beerdigen, erzählt ihnen auch die ein oder andere Geschichte eines der dort begrabenen Tiere, und Ellie kommt erstmals mit dem Thema "Tod" und infolge davon mit den entsprechenden Ritualen in Kontakt. Rachel passt das nicht, sie trägt traumatische Erfahrungen mit dem Tod ihrer Schwester Zelda, den sie als Kind miterleben musste, mit sich herum. Louis steht dem Thema gelassener gegenüber.

Aber dann stirbt in Abwesenheit Rachels und der Kinder der Kater der Familie, Church. Und Louis, der noch immer unter dem Eindruck des Todes des Studenten Pascow, der an seinem ersten Arbeitstag in der neuen Stadt einen grauenvollen Tod gestorben ist, steht, wird durch Jud mit einer unheilvollen "Tradition" bekannt gemacht ...

Natürlich ist es schwer, das Thema, mit dem man sich so ungern beschäftigt: Was tut man, wenn ein Haustier stirbt? Was tut man, wenn ein Kind stirbt? Wie erklärt man es den überlebenden Kindern? Wie sollen Eltern damit weiterleben, dass der "normale" Ablauf irgendwie "umgedreht" wurde?

Stephen King löst das natürlich auf die ihm eigene Art: Indem er den subtilen Horror wachsen lässt, immer weiter fortschreiten, man ahnt, was passieren wird, MUSS, bevor man da ist, wo es wirklich ans Eingemachte geht. Aber aus der Höhe meiner mittlerweile um 20 Jahre gewachsenen Lebens- und Leseerfahrung (und ob die tatsächlich vorhanden ist, mag man durchaus bezweifeln ;)), kann ich HEUTE nicht mehr verstehen, warum ich um dieses Thema so einen großen Bogen gemacht habe. Wenn man es so liest: Warum hat man so eine große Angst davor, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen? Warum ist es so schwierig, es Kindern zu erklären? Eine Ahnung davon jedenfalls vermittelt Stephen King durchaus, und Ellie, die Tochter, spielt dabei eine große Rolle. Letztendlich vermittelt dieser Roman (den ich bestimmt nicht zu den besten von Stephen King zähle, die ich kenne) eine Idee. Eine Idee davon, was passieren kann, wenn man den "natürlichen" Vorgang des Todes nicht akzeptieren mag ... aber eben auf "Horror-Art", wenn auch durchaus nicht der schlimmsten Lesart.

Insgesamt heute vielleicht - auch was das Flair betrifft - nicht mehr ganz zeitgemäß, aber dennoch ...

Mein - ganz persönliches - Fazit: Ich bin doch froh, dass ich es jetzt "geschafft" habe, diesen Roman zu lesen, und so "schlimm" war es auch gar nicht. Nur - wie so oft - passt die deutsche Übersetzung des Original-Titels mal wieder nicht: Kuscheltiere werden auf dem Friedhof ganz gewiss nicht beerdigt.


Der Feind meines Vaters: Roman
Der Feind meines Vaters: Roman
von Almudena Grandes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kindheit unter dem Franco-Regime, 13. März 2014
1947 ist Nino neun Jahre alt, lebt mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern in der Kaserne der Guardia Civil in einem andalusischen Dorf das ganz normale Leben eines Kindes, so normal das Leben unter diesen Umständen eben sein kann. Sein Vater ist Beamter der Guardia Civil, die nicht gut gelitten ist unter einigen der Dorfbewohner, und das bekommt Nino zu spüren. Viele der Rebellen sind in die Berge gegangen, ihre Frauen leiden unter Repressalien, immer wieder kommt es zu Verhaftungen, deren Folgen Nino oft nachts miterleben muss: Schlägerein, Folterungen, Quälereien, öffentliche Zurschaustellungen von Erschossenen, und hinter all dem steckt die Guardia Civil. Wenn es brenzlig wird, dürfen Nino und seine Geschwister nicht einmal nach draußen - seine Mutter versucht, die Kinder zu beschützen, so gut sie kann. Nino nimmt an, dass sein Vater wolle, dass er ebenfalls der Guardia Civil beitrete und ist bass erstaunt, als sein Vater ihm einen anderen Vorschlag unterbreitet ... Dann lernt Nino Pepe, den Portugiesen, kennen, der in einer alten Mühle außerhalb des Dorfes lebt, bei dem er "sein" kann, mit dem er angelt, isst, einen Großteil seiner Zeit verbringt. Nino lernt die Welt der Bücher kennen und lieben: Die abenteuerlichen Romane von Jules Verne und Robert Louis Stevenson. Aber eines Tages erfährt Nino für ihn fast Unvorstellbares und muss eine Entscheidung treffen ...

Sicherlich ist genau dies eine Schlüsselszene in diesem Roman: Als Pepe Nino, dem mittlerweile 10-jährigen, erklärt, dass er eine Entscheidung zu treffen habe ... in einer Zeit und in einem Land, in der Angst vor Verrat und Denunziation das Leben beherrscht. Nino beginnt sich zu fragen, was für ein Mensch er sein möchte ... wobei als Leser man sich fragen muss: Wie kann das alles so überraschend sein, bei all den Beobachtungen, die Nino bis dahin schon gemacht hat.

Nino erzählt die Ereignisse seiner Kindheit während der Jahre 1947 bis 1949 selbst - als Ich-Erzähler. Vor allem geht es dabei um verschiedene Ereignisse in seinem Dorf während dieser Zeit, die weniger aus Kindersicht, als mittlerweile stark reflektiert aus Erwachsenensicht geschildert werden. Oft kann man als Leser vergessen, dass Nino ein erst 10-jähriges Kind ist. Einerseits werden die Folgen der Folterungen, deren Ohrenzeuge er werden muss, recht genau geschildert, andererseits wird aber auch vieles wird nur angedeutet.

Der Autorin Almudena Grandes war es - wie sie auch im Nachwort vermerkt - offensichtlich ein Anliegen, möglichst vielen Figuren eine "Geschichte" zu geben, die nach dem Spanischen Bürgerkrieg unter dem Franco-Regime zu leben und zu leiden hatten. Das geht allerdings auf Kosten der Übersichtlichkeit: Viel zu viele Namen, die auch noch durcheinandergemischt werden mit ihren jeweiligen Spitznamen, deren Geschichten oft nur angedeutet werden, spielen eine Rolle. Dabei spielen nur wenige Figuren eine wirklich wichtige Rolle: Doña Elena zum Beispiel, die Nino das Maschineschreiben beibringt, oder - wie bereits erwähnt - Pepe oder auch Sanchís, ein Kollege des Vaters, dessen Ambivalenz zwar schon recht bald klar ist, dessen Rolle im Roman, als sich das auflöst, nicht wirklich eine Überraschung bietet, dennoch aber vorher irgendwie "verschleiert" anmutet. Lange Zeit muss man sich als Leser fragen: WER genau soll denn nun der "Feind" des Vaters sein? Dass dafür lange Zeit mehrere Personen infrage kommen, damit kann ein gewisses "Lesevergnügen" aufrecht erhalten werden, tatsächlich gibt es dann aber dafür nur eine einzige Auflösung.

Neben diesen Personen, die immer mal wieder eine Rolle spielen, gibt es aber gefühlt unendlich viele andere, bei denen man sich, wenn man zwischendurch einen Namen liest, fragt: Kam dieser Namen schon einmal vor, oder ist es die erste Erwähnung? Schade ist, dass es dem Leser dadurch an wirklicher Anteilnahme fehlen könnte, auch wenn die Erzählung an sich durch ihren Detailreichtum durchaus lesenswert ist und zum Ende hin auch ein wenig an Tempo gewinnt.

Wirklich berühren kann dieser Roman trotz seines kindlichen Protagonisten nicht ... dafür schweift die Handlung viel zu oft ab von den eigentlichen Geschehnissen um Nino selbst. Und um Zusammenhänge zu begreifen, die mit Handlungszeit und -ort zusammenhängen, braucht es eine gewisse Kenntnis, denn nichts davon wird im Roman erklärt.

Eine etwas straffere Erzählweise hätte ich mir gewünscht, denn es war wohl vor allem die Überfrachtung mit Figuren, die oft genug kein "Gesicht" bekommen, was mir das Lesen etwas mühselig machte. Ein zwar lesenswerter Roman, der aber keine Begeisterungsstürme auslöst.


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