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Rezensionen verfasst von
Volker

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The Blackberry Train
The Blackberry Train
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Von "Strawberries" zu "Blackberries" !, 25. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Blackberry Train (Audio CD)
Wer ist James McCartney ? Klingt der Nachname nicht nach den Beatles ? Doch egal ! Beschäftigen wir uns unvoreingenommen mit der Musik !

Was bekommt der Käufer ? Zunächst ein stilvolles Cover, eine bunt bedruckte CD- Scheibe und ein mehrseitiges Booklet mit allen Texten. Selbst im heutigen Zeitalter muss es also nicht nur Download sein.

43 Minuten ist das Album lang. Elf Titel werden gelistet. Gleich der erste Song ("Too hard") ist melodisch- flott. Er hat einiges an Drive, geht gleich ins Ohr. Daher könnte ich ihn mir auch sehr gut auf einer Art "Summer of 2016"- Sampler vorstellen.

Die folgenden zehn Songs sind völlig anders. Der anfänglich geweckte Appetit wird nicht gesättigt, die "Erwartungen" werden nicht erfüllt, der Hörer wird auf eine völlig falsche Fährte geführt. Dies ist natürlich ein gefundenes Fressen für jeden Auftrags- Kritiker, der sich ein solches Album von seinem Stapel schnappt, die einzelnen Songs kurz anwählt und gar nicht erst erarbeitet. "I don't want to conform", hat James McCartney, der Künstler selbst, in einem Interview gesagt. Er möchte "eigenständig" bleiben, also losgelöst von allen Erwartungen, Annahmen und Ausblicken.

Und das tut er auch ! Um es für die Allgemeinheit grob zusammenzufassen : "Blackberry Train" ist im Gesamten ein psychedelisch angehauchtes, alternatives Soft- Rock- Album. Kein wirklich herausragendes Album, aber auch kein Fehlkauf, sondern eine sehr interessante Scheibe mit gelegentlichen Überraschungen.

Um nun doch etwas tiefer einzusteigen : Nicht alles, was den Namen McCartney trägt, muss zwangsläufig zum Kreis der legendären Beatles zählen. So gab (bzw. gibt) es einen Sänger mit Namen Jesse McCartney (geb. 1987), der vor allem in den Jahren 2004- 2008 einige tontechnische Erfolge feiern durfte. Mit den Beatles hat er allerdings rein gar nichts zu tun.

Anders aber James McCartney (geb. 1977). Er stammt tatsächlich aus einer musikalisch sehr bewanderten Familie. Bereits sein Großvater, ebenso mit Namen James McCartney (1902- 1976), gründete die Tanzband "Jim Mac's Jazz Band" und schrieb das Instrumentalstück "Eloise". Dessen berühmter Sohn mit Namen Paul (geb. 1942) war Bassist bei den Beatles und ist bis heute noch aktiv. Aber auch Pauls Bruder Mike (geb. 1944) hatte mit der Band Scaffold einen britischen Nummer 1- Hit mit der Comedy- Single "Lily the pink" (1968) und feierte auch solo bis Mitte der 1970er Jahre -- unter dem Pseudonym Mike McGear -- einige Erfolge. Selbst Pauls Stiefschwester Ruth (geb. 1960) hatte 1991 einen mittleren Hit mit "I will always remember you".

Besagter James McCartney -- inzwischen 38 Jahre alt -- wirkte als Begleitmusiker bei zwei Alben seines Vaters mit ("Flaming pie", 1997, und "Driving rain", 2001). Auf sich allein gestellt, ist James ein Spätzünder. Erst 2010 veröffentlichte er eigenständige Songs. Nach "The complete EP- Collection" (2011) und "Me" (2013) ist "Blackberry Train" (2016) nun sein drittes erhältliches CD- Album.

Bereits "Too Hard", der melodiöse Opener, lässt aufhorchen. Doch nicht nur musikalisch und vom Sound her, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass Dhani Harrison hier mitspielt. Jawohl, Dhani Harrison. Er ist der einzige Sohn von Beatle George. Lt. Cover- Angabe hat er "nur" Gitarre gespielt, und zwar eine sehr markante Slide- Gitarre, aber ich meine, ihn auch stimmlich herauszuhören. Wobei allerdings auch James an einigen Stellen seine Stimme sicherlich etwas verstärken oder verdoppeln ließ.

Bei den Tracks zwei und vier ("Unicorn" und Paralysis") suchte ich einige Zeit nach dem eigentlichen Refrain, wobei die gesamte Instrumentierung durchaus kunstvoll und auch spannend ist. Härtere Gitarren brazzen in den Raum, jedoch ausgewogen, nicht zu schrill und nicht zu laut. Track drei ("Waterfall") soll James seiner Mutter Linda (1998 an Brustkrebs gestorben) gewidmet haben. Waschechte Beatles- Fans werden natürlich sofort den Bezug zu Vater Pauls 1980er Solo- Single "Waterfalls" bemerkt haben. Pauls "Waterfalls" ist ein äußerst spärlich arrangiertes Meisterwerk. Sohnemann James "Waterfall" verläuft hingegen viel eher in Richtung "(natur-) beschreibende Musik", jedoch ohne atmosphärisch zu übertreiben. Der Schwerpunkt verbleibt auch hier im Rock- und Pop- Bereich.

Das ebenso ungewöhnliche "Peyote Cayote" (Track sechs) ist ein ordentlicher Psychedelic- Rocker. Das vor ihm liegende "Ballerina" (Track fünf) entpuppt sich gar als Kunstwerk und wartet mit einigen Überraschungen auf. Einige Gitarrenriffs erinnern an Pauls "House of wax" (Album "Memory almost full", 2007). Und wenn man denkt, das Lied sei längst zu Ende, folgt ein Nachspann (wie auch zu Beatles- Zeiten üblich), der ursprüngliche Refrain mit sehnsuchtsvollen "Ballerina"- Rufen folgt erneut -- und wird urplötzlich abgebrochen (vgl. "I want you (she's so heavy") von "Abbey Road", 1969).

Ausgerechnet am Schluss des Albums tummeln sich drei gefällige Balladen. Es sind keine sofort anspringende Kurzballaden wie beispielsweise "Yesterday", aber sie haben ihren Reiz und "sitzen" ab dem zweiten Hören. "Ring a ring O'Roses" hat folkigen Charakter, bei "Prayer" singt James mit sich selber im Duett und bei dem ausklingenden "Peace and stillness" kommt, wenngleich unaufdringlich und dezent, Geigenspiel zum Einsatz.

An manchen Stellen nervt mich der Gesang von James, überhaupt klingt er nur wenig nach seinem Vater Paul. Viel eher könnte man meinen, ein dritter Lennon- Sohn sei hier aktiv geworden. Ohnehin sollen James und Paul einigen Quellenangaben zufolge nicht (mehr) das beste Verhältnis zueinander haben. Die Gründe hierfür bezog James in einem Interview auf die frühere Beziehung und Heirat seines Vaters mit dem Modell Heather Mills. Paul selbst hat auf "Blackberry Train" in keiner Weise mitgewirkt und auch auf seiner Homepage mit keiner Zeile darauf hingewiesen. Vielleicht ist es sogar ein kleiner Seitenhieb von James, dass er sein neues Album ausgerechnet "BLACKBERRY Train" betitelt hat; eben möglicherweise als Anspielung und Bekenntnis auf "STRAWBERRY fields forever", das eben nicht von Paul, sondern von John geschrieben wurde. Übrigens exakt 50 Jahre zuvor !

Es wird vielleicht nicht jeden interessieren, aber ich finde es erfreulich, dass es so etwas wie "The Beatles- Next Generation" gibt. Ich war selbst überrascht, als ich zunächst für mich selbst ermittelte, wieviele leibliche Kinder John, Paul, George und Ringo in die Welt setzten. Was meinen Sie ? Sind es vier, sechs, acht oder sogar zehn ? Hier kommt die genaue Zahl : Es sind tatsächlich zehn ! Hinzu kommen fünf Adoptiv- Kinder ! Und auch diese Kreise ziehen weiter. Den 15 Beatles- Kindern stehen bereits jetzt sage und schreibe 15 Beatles- Enkelkinder gegenüber ! Vielleicht, wer weiß, wird mal in weiter ferner Zukunft ein Beatles- Nachfahre "Hey Jude" oder "Imagine" covern und außerdem selbst als Künstler außerordentliche Musikgeschichte schreiben (wie auch immer sich das dann anhören mag).

Dabei ließe sich bereits JETZT ein sehr gutes "Beatles- Next Generation"- Album zusammenstellen : Julian Lennon (geb. 1963) gelang 1984 ein Millionen- Seller mit seinem Debüt- Album "Valotte". Am allerbesten gefallen mir seine Interpretationen von "Time (will teach us all)" und "Because" (von Dave Clarks Musical "Time", 1985) und "Midnight smoke" (von Mike Batts "The hunting of the snark", 1986). Sehr gut finde ich auch seine selbst geschriebenen Pop- Balladen "Saltwater" (1991) und gleich vier Stücke von seinem Album "Photograph smile" (1998), nämlich "Day after day", "I don't wanna know", "Crucified" und "And she cries". Julian singt stets sehr gefühlvoll, klingt mitunter sehr nach seinem Vater.

Sean Lennon (geb. 1975) verblüffte mit seinem psychedelischen Einstand "Into the sun" (1998). Sein erst acht Jahre später folgendes Zweitwerk "Friendly fire" (2006) ist ein durchaus gelungenes, solides Pop- Album. Sehr schön ist darauf die Ballade "Tomorrow", möglicherweise augenzwinkernd in Richtung Paul McCartney ("Yesterday") angedacht. Mit Seans weiteren Werken habe ich mich noch nicht befasst.

Dhani Harrison (geb. 1978) gründete die Bands "Fistful of Mercy" und "Thenewno 2" (dies soll ausgeschrieben heißen : "The new number 2", und zwar als Anspielung auf die britische 1960er Jahre- Spionageserie "The prisoner"). Sein Album "Thefearofmissingout" (etwas deutlicher : "The fear of misssing out") dürfte für Beatles- Fans besonders gewöhnungsbedürftig sein. Es besteht aus einigen harten Elektro- Beats, jedoch auch aus 1960er Jahre typischen Harmoniegesängen. Am besten gefallen mir hier die beiden letzten Stücke "Make it home" und "The number". Zumindest bei diesen beiden Werken klingt Dhani auch stimmlich sehr nach seinem Vater.

Ringos Söhne Zak (geb. 1965) und Jason (geb. 1967) haben meines Wissens nach bisher nicht selbst gesungen. Beide sind jedoch Schlagzeuger. Während Jason wohl nur noch hobbymäßig wirbeln dürfte, trommelte Zak bereits für Oasis und The Who und auch für seinen Vater bei einigen seiner "All Star- Bands", mit denen er seit 1989 (bis heute) auftritt.

Last but not least zum "Großhaus Beatles" : Auch James McCartney trägt seinen Tenor dazu bei. Produziert wurde "Blackberry Train" übrigens von Youth, der mit Vater Paul bereits drei "Fireman"- Alben konzipierte. Das Album selbst bewegt sich für mich exakt im Drei bis Vier- Sterne- Bereich : Für drei zu gut, für vier zu schwach. Da James aber in den bisherigen Medienbewertungen -- wie ich meine -- mit ein bis zwei Sternen eindeutig zu schlecht bewertet wurde, runde ich an dieser Stelle kaufmännisch und etwas positiv ausgleichend auf vier Sterne auf.

Ja, begeben wir uns doch auch im Jahre 2016 auf eine ungewöhnliche "Magical Mystery"- Tonreise. Naschen wir an süßen Früchten, probieren wir die "Brombeeren" (s. Titel). Doch seien wir nicht allzu sehr enttäuscht, wenn hier und da uns "dichter schwarzer Rauch" entgegenbläst (s. Cover) und unseren Hörgenuss verschleiert.

Ich wünsche eine gute Fahrt mit "Blackberry Train" !


Star Wars - Das Erwachen der Macht  (+ Bonus-Blu-ray)
Star Wars - Das Erwachen der Macht (+ Bonus-Blu-ray)
DVD ~ Harrison Ford
Preis: EUR 16,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine neue Reise zu den Sternen !, 10. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was bedeuten 40 Jahre in unserem Universum ???

Denn vier Jahrzehnte ist es mittlerweile her : "Star Wars IV- Eine neue Hoffnung", damals noch bekannt als "Krieg der Sterne" und als allererster Teil eines sogenannten Franchise konzipiert, wurde 1976 gedreht.

Erst im Frühjahr 1978 hielt es Einzug in die deutschen Kinos. Freigegeben ab 12 Jahren. Wer damals, so wie ich, ein wenig jünger war, durfte an ausgewählten Tagen zumindest in Begleitschutz eines Erwachsenen den ersehnten Lichtspielraum betreten. Es war ein gewaltiges Erlebnis !

Blicken wir nochmal zurück : Jawohl, gerührt von der Prinzessin, ein wenig Furcht vor'm schwarzen Maskenmann, amüsiert von tollpatschigen Robotern, beeindruckt von so vielen sonstigen Kulissen -- für Sandkastenrocker meines Schlages war "Star Wars" einzigartig, schlichtweg unvergesslich.

"Das Imperium schlägt zurück" (1980) und "Die Rückkehr der Jedi- Ritter" (1983) blieben natürlich Pflichtprogramm und verliefen ähnlich gut. Das von der Serie deutlich abgesplitterte "Ewoks- Karawane der Tapferen" (1984) konnte mich hingegen nicht begeistern. Das war zwar drollig, aber viel zu albern. 15 Jahre später war ich erneut im Kino -- hm, anscheinend endgültig erwachsen -- doch wie auch immer, "Die dunkle Bedrohung" (1999) mit all ihren skurill- effektvollen Begleiterscheinungen zog mich überhaupt nicht mehr in ihren Bann. "Der Angriff der Klonkrieger" (2002) und "Die Rache der Sith" (2005) verglühten ebenso. Nicht mal mehr zu Hause vor dem TV wollte ich mir die Streifen antun. Vielleicht tue ich ihnen Unrecht, aber mein Interesse war erloschen.

Doch nun ....... , 2015, ...... 40 Jahre später kam "Das Erwachen der Macht" in unsere Kinos. Ich war neugierig, aber längst kein Fan mehr und "verpasste" es, obwohl es lange lief. Die ganze "Aufregung", der regelrechte Hype um DVD und Bluray war ja riesengroß und jetzt, im Mai 2016, habe ich tatsächlich noch einmal gebucht : Meine neue Reise führt mich wieder zu den Sternen !

Die bange Frage jedoch bleibt : Was wird mich erwarten ? Eine Art "Reise in die (eigene) Vergangenheit" ? Ergreifender "Wild West im Weltraum", der mir, wie zuvor als Kind, erneut die Schuhe ausziehen wird ? Oder leider eben nur maßlos verkitschter, in sich zusammenfallender Sternenstaub, wenngleich garniert mit aufwändig- neuartigen Effekten ? Nun, ich bin sicher : Viel Fantasie und außerdem ein wenig Toleranz sollte ich auf meinen Kurztripp schon mitnehmen müssen, sonst macht es von Vornherein keinen Sinn.

Für mich selber machte ich es spannend : Erst eine Woche nach Erwerb, an einem unverplanten Abend, schob ich die Scheibe in den Schacht. Die Bluray ist gespickt mit Extras, meine DVD jedoch nicht. Dort gibt es nicht mal einen Trailer. Das ist heutzutage äußerst dürftig, doch für mich ist es nicht sooo wichtig : Mein hauptsächliches Interesse gilt dem Film !

Okay- nun endlich los ! Nur wenige Sekunden läuft der Film -- und ein erster erfurchtshafter Schauer stellt sich ein. Was steht da geschrieben : "Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie." Nanu ! Kommt mir dieser schöne Satz nicht doch bekannt vor ?

Wie auch die breite, helle Schwebeschrift, die uns mit Kurznachrichten versorgt und schließlich Richtung oberer Bildschirmrand entschwindet. Mit namentlicher Erwähnung von Luke Skywalker und Leia Organa. Dazu erklingen, laut und pompös, altbekannte Orchesterführung und Fanfarenklänge von Altmeister John Williams (geb. 1932 !), einem der erfolgreichsten Film- Komponisten unserer Zeit. Er hat u.a. den Soundtrack für die ersten sechs Verfilmungen verfasst.

Doch auch inhaltlich -- keine Sorge, ich werde nichts Wesentliches verraten -- hat sich nach 40 Jahren kaum etwas verändert. Aus dem "Imperium" ist "Die Erste Ordnung" geworden, die "Rebellen" sind nun "Der Widerstand". Der "Todesstern" als Machtzentrale ist nun ein "Todesplanet". Doch selbst im Detail : Hatte früher der altehrwürdige Sir Alec Guinness (1914- 2000) für weise Worte sorgen können, so ist es nun der Charakterdarsteller Max von Sydow (geb. 1929). Die Soldaten der dunklen Macht, die "Sturmtruppler", marschieren nach wie vor wie geleckt "ganz in weiß" in ihren auf Hochglanz polierten Uniformen. Das macht Eindruck, sorgt für Spannung. Dazu gibt es -- damals wie heut' -- den schwarzen Maskenmann. Doch besagter "Man in black" sieht mit seiner Mischung aus Entenschnabel und Ameisenbär- Rüsselchen kaum gefährlicher aus als zu dem Zeitpunkt, an dem er später die Maske abziehen wird, um sein eigenes, wahres Gesicht zu zeigen. In diesem Sinne dürfte es nicht wundern : Schon bei einem ersten Aufeinandertreffen wird einer der gefangenen Rebellen zu dem schwarzen Sternenritter wenig respektvoll sagen : "Du bist so schwer zu verstehen, weil du diesen Apparat auf hast."

In der Tat -- hier gibt es weitaus mehr Schein als Sein. Ich meine dies aber nicht so negativ, wie es zunächst sicherlich klingt. Der Schauspieler Adam Driver (geb. 1983) verkörpert den Bösewicht auf eine andere, "neuartige" Form. Er ist nicht klassisch- klischeehaft "böse", sondern er spielt seinen dunklen Charakter "innerlich zerrissen", wie er es selbst in einer späteren Begegnung zu seinem eigenen Vater sagen wird und was ein vorausgegangener Wutausbruch mit Laserschwert ebenso belegt. Dazu passen seine -- sorry, eine kleine Vorwegnahme -- verweichlichten Gesichtszüge durchaus. Wobei ich Darth Vaders "asthmatisches Geschnaufe" lange Zeit vermisste. Aber die Verantwortlichen wollten die Abläufe sicherlich nicht zu hundert Prozent kopieren.

Geblieben ist auch "der Bösewicht hinter dem Bösewicht", also das Wesen, das aus dem Hintergrund heraus die Vorgänge beeinflussen und lenken will. Früher war es mal "Der Imperator", nun ist es "Der oberste Anführer". Allerdings muss er im Dunkeln hausen. Er wird gespielt von Andy Serkis (geb. 1964). Da dieser Schauspieler bereits in vielen sehr berühmten Filmen mitwirkte -- "Der Herr der Ringe" (2001- 2003), "Planet der Affen" (2011 und 2014), "Der Hobbit" (2012) und "Avengers- Age of Ultron" (2015) -- wird zu erwarten sein, dass er auch in den beiden noch folgenden Star Wars- Verfilmungen größere und vielleicht auch "hellere" Auftritte erhalten wird.

Die drei "neuen Guten" -- Daisy Ridley (geb. 1992) als Rey, der farbige John Boyega (geb. 1992) als Finn und Oscar Isaac (geb. 1979) als Poe -- sind keine markanten Persönlichkeiten. Sie wirken aber sehr sympathisch, wie es einer Art Science Fiction- Märchen auch entsprechen sollte. Die drei Darsteller sind in den USA durch einige Serien schon bekannt. Vielleicht werden sie nun den großen Kino- Durchbruch schaffen.

Sehr erfreulich finde ich das "Treffen der Generationen". Harrison Ford (geb. 1942) als unvergleichlicher Han Solo (inkl. röhrendem "Chewie" Chewbacca), Carrie Fisher (geb. 1956) als Prinzessin Leia und Mark Hamill (geb. 1951) als Luke Skywalker werden nicht zugleich, sondern der Reihe nach in das Geschehen eingeführt. Übrigens wird Harrison Ford noch immer von Wolfgang Pampel (geb. 1945) synchronisiert; die beiden passen wie die Faust auf's Auge.

Auch C- 3PO (Stichwort : "meine Güte") und R2- D2 erhalten kurze Gastauftritte. Der hingegen neu eingeführte Kugelblitz- Roboter wirkt auf mich weder (positiv) witzig noch (negativ) albern. Er ist weder eine Bereicherung, noch ein Ärgernis. Er ist nun mal da und darf gelegentlich mitrollen.

Lobenswerterweise erhalten sonstige Außerirdische, die ganz und gar nicht unserem Äußeren entsprechen, keinen größeren Spielraum. Sie nerven also nicht als abstruse Fantasiegeschöpfe mit längeren verkitschten Selbstdarstellungen. In der illustren Szene mit der Weltraumkneipe gibt es übrigens eine Persiflage auf .... oh, wie hieß die fettleibige sadistische Kröte noch ..... ja richtig, "Jabba the hut".

Die Landschaftsaufnahmen sind atmosphärisch schön : Sanddünen in heißer Wüste, schneebeladene Gebirgsmassive, außerdem noch etwas blattgrüner Dschungel. Überhaupt hat man noch immer viele Sets gebaut und vergleichsweise wenig den heutzutage so beliebten CGI- Effekten (Computer Generated Imagery) überlassen. Und : Die Schnittstelle bei den Action- Szenen erfolgt nachvollziehbar.

200 Millionen US- Dollar soll der Film gekostet und unglaubliche 2 Milliarden US- Dollar soll er eingespielt haben ! Damit liegt er (momentan noch) auf Rang 3 der wirtschaftlichen Film- Rangliste. Nur "Avatar" (2009) mit 2,7 Milliarden US- Dollar und "Titanic" (1997) mit 2,1 Milliarden US- Dollar konnten bislang mehr einbringen. Somit ist es kein Wunder, dass schon jetzt, zum Zeitpunkt dieser Rezension, an einer Fortsetzung gedreht wird. Die beiden nächsten "Star Wars"- Abenteuer sollen 2017 und 2019 in die Kinos kommen.

Für mich ist "Star Wars- Das Erwachen der Macht" ein durchaus passables, spannendes und unterhaltsames Weltraum- Abenteuer, das erfreulicherweise wenig verkitscht wurde und das man sich auch mehrmals anschauen kann. Der Focus liegt etwas mehr auf schauspielerischen Darbietungen als auf möglichen Effekten. Dabei gibt es leichte Anleihen zu "Herr der Ringe" und auch zu "Harry Potter" oder sonstigen früheren Fantasy- Filmen (wie beispielsweise "Krull", 1983).

Was jedoch einen fünften Stern verschwinden lässt : Bei all der langen Vorbereitungszeit, den hohen Produktionskosten und überhaupt dem Namen "Star Wars" hätte man doch mehr erwarten dürfen : Die Schlacht um den "Todesplaneten" ist -- wie auch einige andere Action- Szenen -- nicht besonders spektakulär. Bei 130 Minuten Dauer ist der Film im Mittelteil etwas zu lang(atmig). Auch der Humor wirkt stellenweise altbacken. Überhaupt fehlen neue, zündende Ideen. Grundlegende Gemeinsamkeiten zur ursprünglichen "Krieg der Sterne"- Trilogie bestehen ohnehin. Das ist gewollt, sie fallen sofort auf und werden konsequent weiterverfolgt.

Rein inhaltlich handelt es sich beinahe um ein "Remake", also eine Neuverfilmung, aber noch viel eher um ein "Reboot". Hierunter versteht man einen "Neustart". Das ist ein zur Zeit übliches Kino- Verfahren (vgl. "Spiderman" etc.), in dem man mit vielen bekannten Handlungssträngen ein dann später doch neues, eigenständiges Handlungsuniversum aufbauen will. Ob es aber wirklich dazu kommt oder ob man weiterhin fast ausschließlich bekannte Ideen abkupfern wird, bleibt natürlich abzuwarten. Somit fungiert "Star Wars VII" für mich bisher noch als eine Art sehenswerte "leuchtende Sternschnuppe", die nur noch nicht so ganz ihren eigenen Platz im Kosmos finden konnte. Aber auf dem besten Wege dazu ist ..... (!)

Schauen wir also wieder voll Vertrauen zu den Sternen hinauf !!!!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 17, 2016 4:51 PM MEST


The Jungle Book
The Jungle Book
Preis: EUR 16,99

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER DSCHUNGEL RUFT ......, 26. April 2016
Rezension bezieht sich auf: The Jungle Book (DVD)
Der Dschungel ruft ...... und zieht uns von Anfang an katapultartig in seinen Bann : Mogli (auf englisch Mowgli) rennt sich förmlich die Seele aus dem Leib, als wären alle Dschungel- Teufel dicht auf seinen Fersen. Er hetzt und sprintet über Stock und Stein, massives Wurzelwerk, Pflanzenhain und Baumgeflechte -- alles wundersam detailgenau und originalgetreu von CGI- Technik (Computer Generated Imagery) gestaltet, so als stünde man gleich mit im Wald !

Ja, das Böse existiert bekanntlich immer und überall ! Deshalb kurz zu einer weiteren anfänglichen Szene, charakteristisch für den ganzen Film : Shir Khan (Shere Khan), ein bengalischer Tiger, ganz bestimmt der größte und der mächtigste seiner Königsgattung, sucht auf seinem Erkundungsgang die große Wasserstelle auf. Gut einhundert Tieren wird er gegenüberstehen, darunter Nashörnern und Wölfen. Spürbar furchtlos wird er ihnen entgegentreten. Mit majestätisch- geschmeidigen Bewegungen wird er sie belauern und umschleichen, wohl wissend, dass er jeden von ihnen mit seinen starken Krallen leicht in Stücke reißen kann. Doch es geht ihm nur um eines : Er will das Menschenjunge, er will Mogli !

105 Minuten ist der Streifen lang. Genau richtig : Nicht zu gestreckt und ausufernd, doch voll gepackt und auch nie langweilig. Der Film verwöhnt mit wunderschöner Dschungelatmosphäre, tosenden Wasserfällen, zugleich mit einer Riesenschlange namens Kaa, die im dunklen Blattgrün perfekt getarnt auf vorbeiziehende Beute wartet. Zudem erleben wir King Louis, einen King Kong- ähnlichen Riesenaffen, der eine aus Stein gebaute Affenstadt beherrscht.

Auch auf eine Elefantenherde wird der junge Mogli treffen, er, der selbst von Wölfen großgezogen wurde. Der Tiger Shir Khan war es gewesen, der einst seinen Vater getötet hatte, dabei jedoch per Feuerfackeln und mit Brandwunden in die Flucht geschlagen wurde. Baghira (Bagheera), der schwarze Panther, fand den jungen Mogli damals und vertraute ihn den Wölfen an. Bei ihnen wird er nicht mehr bleiben können, da Shir Khan nun auf ihn aufmerksam geworden ist und ihm seitdem unermüdlich nach dem Leben trachtet. Drum soll Mogli schnell zurück ins Menschendorf. Auf dem Weg dorthin wird er auf ein weiteres Unikum des Dschungels treffen : auf Balu (Baloo), den Bären. Er ist ein Außenseiter, so wie Mogli. Sein Auftreten, seine Trägheit und sein nicht immer aufrichtiges Verhalten, bedeutet einen ruckartigen Stilbruch. Er steht außerdem im Gegensatz zum zuvor mehrfach aufgezeigten "Gesetz des Dschungels".

Ich muss beeindruckt sagen : Auch im Jahr 2016 kann sich der Dschungel bestens sehen lassen. Auch heutzutage lohnt es sich, "Das Dschungelbuch" zu öffnen. Es ist mit 3 D- Technik bereichert, doch es geht auch ohne diese räumlichen Effekte. Einige wenige Dialoge wirken vielleicht ein wenig plump. Auch nicht jeder Synchronsprecher vermag als Dschungelbewohner restlos zu überzeugen. Dies ist aber auch alles, was ich insgesamt zu kritisieren hätte. Ben Becker als Sprecher von Shir Khan ist beispielsweise ein Volltreffer ! Doch halt, die Action- Szenen, speziell die Verfolgungsjagden : Zwar sind sie nicht wirklich brutal, aber sie wirken so realistisch und so echt, dass nicht nur jeder 6- oder auch 12- Jährige, sondern auch so mancher Erwachsene in Gefahr läuft, hypnotisiert im Sessel zu versinken !

Somit ist ganz klar : Die jetzige Verfilmung ist kein simples Remake der bekannten 1967er Verfilmung. Übrigens war auch der 1967er Zeichentrick keine Eins zu Eins- Kopie des Original- Romans gewesen ......

Doch dazu besser kurz der Reihe nach. Wer mag, darf sich mir gerne anschließen, ein wenig tiefer in den Dschungel einzudringen. Brechen wir zu einer kleinen Zeitstrahl- Reise durch den "Geist des Dschungelbuchs" auf : Der Autor Rudyard Kipling (1865- 1936) veröffentlichte "Das Dschungelbuch" 1894 und 1895 als Mehrteiler. 1942 kam es zu einer ersten großen abendfüllenden Real- Verfilmung, und zwar mit dem indischen Kinderstar Sabu, der u.a. schon als "Der Dieb von Bagdad" (1940) überaus beeindruckt hatte. Bereits die 1942er- "Dschungelbuch"- Verfilmung, übrigens in Farbe, steckte voller Urwald- Atmosphäre und voll nie für möglich gehaltenen Dressur- Acts mit echten lebendigen Tieren.

Im Jahr 1994 -- und zwar anlässlich des 100 jährigen Jubiläums seiner Buch- Veröffentlichung -- erfolgte eine weitere Real- Verfilmung, diesmal mit dem Darsteller Jason Scott Lee als Mogli. Auch dieser Film wurde hinsichtlich von Landschaftsaufnahmen, Effekten und Action- Sequenzen begeistert aufgenommen. Seltsamerweise steht die 1994er Verfilmung schon seit längerem kaum noch im Focus der Vermarktung.

Vielleicht deshalb, weil die bekannte 1967er Zeichentrick- Verfilmung das große Aushängeschild bleiben sollte. Dieser Film war durch und durch von Leichtigkeit und melodiösem Schwung getragen und besaß außerdem enormen inhaltlichen Tiefgang. Er war ein Produkt der damaligen "Flower Power"- Phase, der "Love and Peace"- Gesellschaft, ein Vorbote der sogenannten "1968er Generation". Und : Er ist bis heute der erfolgreichste Kinofilm in Deutschland (!), zumindest gemessen an der Anzahl seiner Besucher in den Kinos. Ganze 27 Millionen Menschen haben sich bei uns den Film im Kino angesehen. Wen es vielleicht noch interessiert : "Abgeschlagen" auf Platz 2 steht "Titanic" (1997) mit knapp 19 Millionen und auf Platz 3 "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) mit vergleichsweise "schlappen" 13 Millionen Kinogängern.

Was außerdem nur wenige wissen dürften : Fast zeitgleich, sogar ein Jahr früher, also 1966, gab es eine russische Verfilmung dieses Themas. "Das Dschungelbuch- Die Abenteuer des Mogli" unter der Regie von Roman Dawydow soll sich "diszipliniert getreu" an die Romanvorlage gehalten und auf die typisch "westlichen Verniedlichungen" verzichtet haben.

Außer diversen (meist japanischen) Zeichentrickserien gibt es mindestens zwei weitere Real- Verfilmungen, die sich sehr nahe an dem Inhalt und den Figuren des "Dschungelbuch" orientieren : In dem 1948er "Der Menschenfresser von Kumaon" schießt ein Hobby- Jäger einen Tiger an, der nun für die Jagd zu schwach ist und stattdessen Menschen anfällt. Mogli heißt hier Panwah; die weitere Handlung verläuft weitgehend identisch. Der Film wurde in Schwarz- Weiß gedreht und hat sehr viel Flair, wenn beispielsweise dichte Nebelschwaden durch den Dschungel ziehen. Der Kampf des Tigers mit einem Krokodil ließ das damalige Publikum den Atem stocken (!) und ist selbst für heutige Verhältnisse noch spektakulär. Auch nicht ganz unter den Tisch fallen, sollte "Mowgli und Baloo, the second Jungle Book", ein Film von 1997, mit James Williams als Mowgli. Hier soll Mowgli von amerikanischen Tierfängern entführt werden. Aber seine Freunde, die Tiere, Baloo, Bagheera und wie sie natürlich alle heißen, wollen ihn befreien.

2003 wurde "Dschungelbuch 2" als Zeichentrick veröffentlicht. Mit den Vorlagen des Autors Kipling hat es rein gar nichts mehr zu tun und gilt dennoch als anerkannte Fortsetzung der beliebten 1967er Zeichentrick- Verfilmung. Mogli lebt nun im Dorf der Menschen. Doch er ist nicht glücklich. Er sehnt sich zurück zu seinen Freunden in den Dschungel .......

Das jetzige 2016er "Jungle Book" soll mindestens 120 Millionen US- Dollar gekostet haben. Die Auflistung der PC- Beteiligten im Nachspann ist gigantisch. Lt. offiziellen Angaben hat der Film bereits in den beiden ersten Kinowochen etwa das Dreifache seiner hohen Kosten eingespielt. Eine Fortsetzung ist bereits in Planung.

Von der Machart handelt es sich um eine Mischung aus Zeichentrick und realer Live- Verfilmung. Nur zwei menschliche Darsteller gibt es überhaupt zu sehen : Neel Sethi (geb. 2003) als Mogli und in einer kurzen Szene auch sein Vater. Hinzu kommt nun das "CGI"- Verfahren und das sogenannte "Motion Capture" : Die menschlichen (oder auch tierischen und pflanzlichen) Lebensabläufe werden gefilmt und anschließend per Computer- Hilfe entsprechend ihrem lebensechten Rhythmus verlangsamt oder beschleunigt, verkleinert oder vergrößert usw. usw. Ähnliche Verfahren haben mich schon in "Planet der Affen- Revolution" (2014), "Jurassic World" (2015) und "Im Herzen der See" (2015) beeindruckt, hier aber ist es wirklich nahezu perfekt !

In diesem Zusammenhang ist außerdem zu loben : Es wurde nicht zu schnell geschnitten; sonst eine Unsitte bei vielen Filmen heutzutage. "Das Dschungelbuch" ist positiv anders : Jeder Handlungsablauf, jede Action- Szene lässt sich sehr leicht nachvollziehen.

Das reale, echte Mitwirken von Menschen wird mir aber auch in Zukunft in den allermeisten Fällen lieber sein. Denn nur sie wirken auf mich authentisch, mit ihren lebensechten Stärken wie mit ihren Schwächen. Andererseits hat die hier gezeigte Technik einige nicht zu unterschätzende Vorteile : Die Produktion ist planbar : Es gibt keine Drehorte, die vom Wetter abhängig sind. Es gibt keine Stuntmen, die sich bei waghalsigen Szenen ernsthaft verletzen können. Tiere müssen nicht auf grausame Weise für unnatürliche Szenen dressiert werden. Und im Dschungel darf es großflächig brennen, ohne dass auch nur ein einziger Baum zu Schaden kommt.

Nähern wir uns einer Bewertung : Die beliebte 1967er Zeichentrick- Verfilmung war so rührend- lebhaft, dass so mancher Erwachsene erneut das Kind in sich entdecken konnte. Die 2016er Verfilmung ist dem heutigen Zeitgeist entsprechend realistisch(er) bzw. angepasst(er), dabei in einigen Szenen schonungslos rasant, so dass manches Kind beinahe als Erwachsener fühlen muss.

Was den 1967er Musical- Charakter betrifft, so ist die Anzahl der Lieder nun beschränkt : Im Wesentlichen sind es (natürlich) "Bare Necessities" (von Dr. John & The Nite Trippers bzw. in einer weiteren Version von Bill Murray und Kermin Ruffins). Das zweite Stück ist "I wanna be like you", von Christopher Walken vorgetragen. Erst im Abspann hört man die Ballade "Trust in me", gefühlvoll- beschwörend von Scarlett Johansson vorgetragen : Man kann so richtig die Schlange aus ihr heraushören !

Wesentliche Veränderungen zu seinem filmischen Vorgänger sind, dass Mogli aus höchster Not ein Elefantenjunges rettet, überhaupt die Schluss- Szene (die ich selbstverständlich nicht verraten werde) -- und vier weitere Gestalten fehlen völlig, nämlich die vier Geier, die als bewusste verneigende Parodie auf John, Paul, George und Ringo, jawohl die Beatles, ausgerichtet waren. Andererseits will man sich nun verstärkt auf ein soziologisches Rollenverhalten in der Tierwelt konzentrieren : das Rudelverhalten der Wölfe, die Erhabenheit der Elefanten, eine Hierachie auch bei den Affen, ein gewisses Einzelgängertum (hier bei der Schlange, dem Panther und dem Bären und natürlich auch bei Mogli selbst).

Es ist ein Film, der trotz berühmter Vorgänger nicht enttäuscht, sondern begeistert !!!!!
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2016 10:53 AM MEST


Wasser - die gesunde Lösung: Ein Umlernbuch
Wasser - die gesunde Lösung: Ein Umlernbuch
von Faridun Batmanghelidj
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,50

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schlicht und ergreifend : WASSER !, 21. April 2016
Wirklich wichtige Dinge vergisst man leicht : Aus wieviel Prozent bestehen wir aus Wasser ? Aus einem Drittel, aus der Hälfte oder beinahe zu hundert Prozent ? Die Antwort lautet : Wir bestehen zu mindestens 65 Prozent aus Wasser, unser Gehirn sogar aus ca 85 Prozent. Rund 45 Liter tragen wir im Durchschnitt mit uns rum. Deswegen heißt es natürlich immer wieder : Nachtanken und Nachfüllen, am besten zwei bis drei Liter täglich.

Wasser, das ist vom Grundsatz her eine Verbindung aus den Elementen Sauerstoff und Wasserstoff. Kein Tropfen geht jemals verloren.

Wasser, das wir zu uns nehmen, gelangt in unseren Körper, sogar in unsere Zellen. Es spült sie aus, vertreibt Schlackstoffe usw. Auf dieser Grundlage baut der im Iran geborene Autor Dr. med. Batmanghelidj sein Buch "Wasser- die gesunde Lösung" auf. Er selbst will umfangreiche Studien über Wassermangel des Körpers als Krankheitsursache betrieben haben.

So behauptet er mitunter : "Sie sind nicht krank ! Sie sind durstig !" Denn aufgrund Wassermangel entwickeln sich die Krankheiten. Von Mensch zu Mensch reagiert der Körper unterschiedlich. Er sucht sich stets das schwächste Glied aus, das auf Dauer anfällig wird. Seien es zunächst "nur" Schmerzzustände im Kopf oder Verdauungsbeschwerden im Bereich Magen- Darm. Irgendwann später folgen chronische Müdigkeit oder Übergewicht, Bluthochdruck, Allergien, Asthma, selbst Diabetes, Depressionen -- und die Ereigniskette setzt sich auch noch weiter fort.

Die Wechselwirkung zwischen Wasserhaushalt und jeweiliger Erkrankung versucht der Autor beispielsweise an der "Volkskrankheit" Rückenbeschwerden zu erklären. Dazu führt er an : Bandscheiben enthalten von Natur aus viel Wasser. Deshalb wollen sie stets mit genügend Flüssigkeit versorgt sein.

Ganz wichtig dabei ist : Es ist reines Wasser, das der Körper braucht, also nicht inhaltlich verstärkt oder verfälscht in Form von Cola, Säften, Kaffee, Bier oder selbst Tee. Zusammenfassend gilt der Tipp : Trinken Sie, solange Sie nicht schlafen, mindestens zu jeder vollen Stunde ein Glas Wasser !

Im Großen und Ganzen ist damit alles gesagt. Nicht allen der vielen Herleitungen des Autors sollte bedingungslos vertraut werden. Bei einigen Themen, wie beispielsweise Aids, lehnt er sich vielleicht doch zu weit und optimistisch aus seinem medizinischen Fenster.

Womöglich kommt es darauf aber gar nicht an. Insgesamt betrachte ich das Buch als gelungenen bildhaften Mutmacher und als Motivation, etwas ganz Einfaches und Naheliegendes zu tun : Jawohl, den Körper zu verwöhnen, ihm etwas Natürliches, Gereinigtes und Unverfälschtes zu gönnen. Und zwar regelmäßig. JETZT !
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 26, 2016 11:13 PM MEST


BLACKOUT - Morgen ist es zu spät: Roman
BLACKOUT - Morgen ist es zu spät: Roman
von Marc Elsberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literarische HÖCHSTSPANNUNG !, 21. April 2016
Ein toller Anzünder für ein Buch -- eine Zombie- Apokalypse ohne Zombies, ein Albtraum für jeden Teenie und für einen Großteil der Erwachsenen ebenso.

Denn : Das Licht geht aus ! Die Stromversorgung wird gekappt ! Erst kleinflächig, dann großflächig. Ausgangspunkt : Mailand in Italien, an einem kalten Tag im Monat Februar. Auch die Nachbarstaaten bleiben nicht verschont. Die Stromnetze Europas brechen zusammen ........

Was passiert mit uns so gänzlich ohne Strom ? Autor Marc Elsberg (geb. 1967) hat dies außerordentlich umfassend gut ermittelt. So mancher von uns wird spontan an sein TV- Gerät denken, an das Akku- Kabel für das Handy oder den Laptop. Aber es geschieht natürlich weitaus mehr : Kühlschränke tauen auf, Zapfsäulen an den Tankstellen können nicht liefern, Fahrstühle und überhaupt U- und S- Bahnen bleiben stecken, an Hygiene ist kaum mehr zu denken etc, etc, etc.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt in diesem Thriller, in der Fiktion, die auf vielen wissenschaftlichen Fakten aufbaut. Inhaltlich arbeiten die hochbemühten Experten unter extrem erschwerten Bedingungen an der Lösung dieses Sonderfalls, denn selbst Kommunikation in weitem Maße ist ja kaum noch möglich.

Elektrischer Strom, das ist, grob formuliert, die Gesamtheit an elektrischen Erscheinungen (Ladungen von positiven und negativen Teilchen) auf Ursache von Magnetfeldern (Kraftwirkungen zwischen Anziehen und Abstoßen). Dieses Phänomen bestimmt und regelt klammheimlich unseren (gesamten) Alltag. Nun wehe, wenn es plötzlich nicht mehr da ist ! Der Autor schildert dies ergreifend realistisch. Überhaupt : Sein Buch wurde zum "Wissensbuch des Jahres 2012" gekürt.

Bei all der Anspannung und Anziehung im Text stößt mich doch eines ab : Die Länge. Aus 800 Seiten Text besteht der intellektuelle, beklemmend reißerische Wälzer. Die Auflösung zum Schluss ist durchaus vorstellbar -- das Durchhalten lohnt sich also schon -- doch vorher führt uns Marc Elsberg auf unnötig viele Nebengleise.

Wer es jedoch liebt, sich festzubeißen, wer seine Konzentration mal wieder testen und herausfordern möchte, ja der befindet sich bei dieser literarischen HIGH VOLTAGE im genau richtigen Spannungsfeld !

Von mir gibt es elektrifizierende vier Sterne !!!!

P.S. : Über Filmrechte wurde offensichtlich schon verhandelt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2016 4:47 PM MEST


Eddie the Eagle - Alles ist möglich
Eddie the Eagle - Alles ist möglich
Preis: EUR 17,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Alles ist möglich" -- auch in der Musik !, 20. April 2016
Auf dem Cover der CD ist der Schatten eines Ski- Springers zu erkennen. Es handelt sich um Michael Edwards, der als erster Springer für sein Land Großbritannien bei Olympischen Spielen an den Start ging. Seine Karriere, sein Auftreten, die ganzen Hintergründe dazu, all das war eine Sensation, damals 1988 in Calgary !

Hierüber wurde 2015 ein Film gedreht, der Anfang 2016 in die Kinos kam. Und dies ist hier ist der Soundtrack !

Es ist erstaunlich : Wenn man die Lieder eingestreut zur Handlung hört, könnte man meinen, es handele sich um vergessene Raritäten wie auch Perlen aus den 1980er Jahren -- dem Zeitgeist der Filmhandlung ebenso entsprechend. Oder aber, man könnte sogar glauben, der Film selbst sei in den 1980ern gedreht worden. Dank der Musik. Wie ist das möglich ?

Nun, Gary Barlow von Take That schaffte es als Initiator, ein Dutzend Pop- Stars des damaligen Jahrzehnts erneut im Plattenstudio zu versammeln. Somit handelt es sich ausschließlich um Neuaufnahmen. Dazu aber haben Midge Ure und Kollegen nicht etwa ihre alten Hits neu aufgenommen, sondern völlig neue Werke beigesteuert.

Das Ergebnis ist verblüffend : Alle Songs klingen (fast) im Stil von früher, d.h. mit damals üblichen Synthesizern oder Disco- tauglichen Elektro- Klängen unterlegt. Oft sind es nur die Drums, die nun, drei Jahrzehnte später, stärker betont werden. Die Interpreten selbst, dies gilt für alle, erscheinen kaum gealtert, sie wirken allenfalls stimmlich etwas (positiv) gereifter. Die Songs selbst bewegen sich fast ausnahmslos im mittleren Tempo, immer noch experimentell, dabei mit einer locker- flockigen Leichtigkeit und im Refrain meist powerful und ausdrucksstark. Und nochmals nebenbei : Zur flotten Filmhandlung passt es ausgezeichnet.

Ich möchte die einzelnen Interpreten jetzt nicht der Reihe nach abschreiben, sie haben jedenfalls alle den Sound der 1980er Jahre mitgeprägt. Wer beispielsweise den Namen Midge Ure nicht mehr kennt, wird sich bestimmt an "If I was" erinnern, was auch heutzutage noch oft im Radio gespielt wird. Kim Wilde, ganz klar, war jene coole Blonde, die anfänglich kaum lachte, mit ihren "Kids in America". Andy Bell bildete 50 Prozent des Gesangs- Duos Erasure, Tony Hadley war der Kopf von Spandau Ballet. Einige der Stars unterstützen sich gelegentlich auf ihren Konzerten, wie man auf Youtube sehen kann. Paul Young, damals noch mit "Come back and stay" und "Love of the common people" hat 2016 ein neues Studio- Album aufgenommen. Aber schlichtweg alle von ihnen haben das Musizieren nicht verlernt, wie man auf diesem Album hören kann.

Zum Schluss bleibt noch die Frage : Wo bleibt die schöne Sandra ? Was wurde aus A-ha und Morten Harket ? Aha, ich habe es gegoogelt, die Gruppe ist mit neuem Album augenblicklich auf Tournee. Doch selbst ohne sie und ohne die Eurythmics, Duran Duran etc. etc. ist die nun vorliegende CD eine Art nachträgliche BEST OF des damaligen Jahrzehnts !


Eddie the Eagle - Alles ist möglich
Eddie the Eagle - Alles ist möglich
Preis: EUR 15,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Überflieger .... dieser Film !, 19. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Eddie the Eagle - Alles ist möglich (DVD)
Eddie the EAGLE, Eddie, der ADLER -- dahinter verbirgt sich eine wirklich existierende Person mit Namen Michael Edwards (geb. 1963). Er ist der erste britische Ski- Springer, der für sein Land an den Olympischen Winterspielen teilnahm. Das war 1988 in Calgary. Den Spitznamen Eagle, also Adler, erhielt er für seine extreme Weitsichtigkeit, weswegen er ausgerechnet bei seinen hohen, weiten Sprüngen eine starke, auffällige Schutzbrille tragen musste.

Der 105 Minuten lange Film besticht nicht nur durch seinen dokumentarischen Charakter, sondern durch viel Humor und jede Menge köstlicher Situationskomik. Wenn ein Moderator beispielsweise die neue Generation von Skispringern mit den Worten anpreist : "DAS ist der Beginn einer neuen Ära des Sports, es ist DIE Gelegenheit, neue Athleten zu entdecken !" so wird es selbstverständlich Michael Edwards sein, der den gesammten illustren Trupp zum Fallen bringen wird.

Die gesamte Handlung aber wird -- dem tatsächlichen Leben Michael Edwards entsprechend -- auch von enormem Ehrgeiz, einer unterschwelligen Melancholie, ja, Psychologie, getragen. Von Kindesbeinen an, schon beim Trainieren in den Vorhöfen des Elternhauses, ist der kleine Michael stets von Rückschlägen betroffen. "Du bist kein Sportler !" wird u.a. sein Vater geringschätzend zu ihm sagen. In der Tat, mit später 82 kg Gewicht bei 1,65 m Körpergröße entspricht Michael bzw. Eddie allem anderen als einem Vorzeigesportler, geschweige Wettkampfsportler. Auch aus diesen Gründen, aus einer gewissen Tragik, die zugleich von einem ungewöhnlich aufbäumendem Willen begleitet wird, ist der Film zwar wirklich lustig, aber niemals albern.

Gedreht wurde u.a. im bayerischen Oberstdorf und in Garmisch- Partenkirchen, so dass herrliche winterliche Landschaftsaufnahmen für beeindruckende Bilder sorgen. Dazu kommen halsbrecherische Stunts in plötzlich schwindelerregenden Höhen. Greenhorn Eddie hat es absolut nicht leicht. Nicht nur, wenn er sich die Augengläser putzen muss. Auch die Angst vor einem verhängnisvollen Sturz steht ihm nur allzu deutlich ins Gesicht geschrieben. Wir zittern mit und fragen uns : Wird ihm das Unmögliche gelingen ???

Regisseur Dexter Fletcher (geb. 1966) ist interessanterweise kaum als Filmemacher, sondern am ehesten als Schauspieler, meist in Komödien bekannt. Insofern war er sicherlich der richtige Mann und Planer für unseren ehrgeizig geplagten Eddie. Weitere kleine Rollen in bedeutenden Filmen hatte er zudem in "Die Bounty" (1984) und in "Revolution" (1985).

Taron Egerton (geb. 1989) als schillernde Hauptperson Michael Edwards alias "Eddie Eagle" wurde 2014 durch die Action- Komödie "Kingsman : The secret Service" weltbekannt. Sein Synchronsprecher seit seinem Kinoeinstand ist Constantin von Jascheroff (geb.1986). Dessen Sprechweise passt hervorragend zu ihm und lässt stellenweise an den Humor der britischen Schauspielergruppe Monty Python erinnern.

Zudem gibt es noch mindestens drei weitere Charakterköpfe in dem Film : Hugh Jackman (geb. 1968) als Bronson Peary war bereits Star einiger "X- Men"- Verfilmungen und -- dazu kontrahär -- in Musicals, vorwiegend in "Les Miserables". Christopher Walken (geb. 1943) als Warren Sharp hatte schon 1970 an der Seite von Sean Connery in "Der Anderson- Clan" mitgewirkt, 1985 stieg er dann als Gegenspieler Roger Moores in "Im Angesicht des Todes" auf. Weitere Rollen in bekannten Filmen spielte er in "Pulp Fiction" (1994) und "Sleepy Hollow" (1999). Ja, und keineswegs vergessen dürfen wir unsere schöne, unermüdlich aktive Iris Berben (hier als Petra), welche ja schon als "Stehaufmädchen" (1970), als "Himmlische Tochter" (1978), als "Miststück" (1998), "Zauberfrau" (1999), "Teufelsweib" (2000), als "Schöne Braut in schwarz" (2002) und als eine der "Traumfrauen" (2015) etc, etc glänzen und begeistern konnte.

Hervorragend ist auch der Soundtrack, übrigens separat als CD erhältlich. Passend zu Eddies dokumentarischem Lebenslauf -- wie gesagt : 1988, Calgary ! -- geben bekannte Pop- Größen der 1980er Jahre ihr Stelldichein : Midge Ure, Holly Johnson, Nik Kershaw, Paul Young, Kim Wilde. Damit ist auch nur die knappe Hälfte von ihnen genannt. Bei ihren Beiträgen handelt es sich um Neuaufnahmen, gewissermaßen um viele kleine Comebacks der früheren großen Stars ! Ein Highlight ist sicherlich "Eagle will fly again" von Howard Jones. Als Ausnahme dazu teilen sich auch zwei Schauspieler des Films ein Lied : Taron Egerton und Hugh Jackman stimmen an zu "Thrill me".

Ja, "Eddie the Eagle -- Alles ist möglich", so heißt dieser Film. Wenn vielleicht auch nicht alles auf dieser Welt möglich sein wird, so doch gewiss sehr vieles. Jedenfalls weit mehr, als so mancher von uns es sich zutraut ! Deshalb lohnt es sich zu träumen, zu kämpfen, zu leben. Das bringt dieser Film zum Ausdruck. Und bringt uns außerdem zum Lachen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2016 4:54 PM MEST


Im Herzen der See [Blu-ray]
Im Herzen der See [Blu-ray]
DVD ~ Chris Hemsworth
Wird angeboten von brandsseller
Preis: EUR 12,69

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahres Wunder aus der Tiefe !, 12. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Herzen der See [Blu-ray] (Blu-ray)
"Im Herzen der See" ist ein außergewöhnlicher Film ! Gleich zu Beginn stellt er an den Zuschauer die philosophische Frage : "Wie kann man erreichen, das Unbegreifliche zu begreifen ? Welche Fähigkeiten braucht der Mensch dazu ?" Dabei werden die gesprochenen Worte von Bildern aus der Meerestiefe untermalt und von atmosphärischer Musik begleitet. Knapp zwei Stunden ist der Film lang. Er kam Anfang Dezember 2015 in die deutschen Kinos und liegt nun als DVD und Bluray vor.

Genauso ungewöhnlich wie die Einleitung ist auch die Optik : Ein Großteil des Geschehens ist von einem farblichen Filter überzogen. Somit bekommt das Bild einen meist blauen, grünen oder braunen Nostalgie- Anstrich. Dies mag ein wenig befremdlich wirken, jedoch passt es durchaus zu dem mystischen Verlauf.

Außerdem gibt es zwei Handlungsebenen : Zu einem kleinen Teil ist es, in gelegentlichen Abständen eingestreut, das Interview- artige Gespräch zwischen dem jugendlichen Autor Herman Melville (Ben Whishaw) und dem ehemaligen Schiff- Besatzungsmitglied Thomas Nickerson (Brendan Gleeson). In der Hauptsache aber geht es natürlich um das Zurückliegende : um die dramatischen Abläufe auf dem Walfänger Essex, seit ihrem Auslaufen im Jahre 1819 und ihrer Begegnung mit dem unfassbaren Großen, ein Jahr später.

Was im "Wilden Westen" der immense Goldrausch war, war in anderen Teilen der Welt der Walfang. So hat das Schiff Essex wirklich existiert. Es war zwar klein, aber eines der robusteren Schiffe, die mehrmonatig auf See gingen, damit aus den erlegten Tieren Öl für die Lampen der Welt gewonnen werden konnte. Zwei unterschiedliche Charaktere begegnen sich nun dort an Bord : Der junge grünschnäblige George Pollard (Benjamin Walker), der ausschließlich aufgrund familiärer Beziehungen zum Kapitän berufen wurde und der ihm untergeordnete, zugleich ebenso noch recht junge, aber bereits sehr erfahrene Owen Chase (Chris Hemsworth).

Es bleibt nicht aus, dass beide Männer unterschiedlicher Meinung sind und dies auf unterschiedliche Argumentationsart austragen. Das Schiff wird außerdem in einen Sturm geraten. Es wird auf Wale treffen -- und schließlich auf DEN Wal, einen außergewöhnlich großen, langen, starken Pottwal.

Ebenso an Land werden Teile der Besatzung gehen müssen, allerdings werden sie auch dort nur wenig Wünschenswertes vorfinden ....

Zurück auf See wird es ihnen kaum besser ergehen. Problematisch wird die Aufteilung der Verpflegung in den Ruderbooten. Dies wird wahrhaft grauenhafte Konsequenzen mit sich ziehen ! Und gespentisch bleibt die bange Frage, ob der Riesenwal noch immer in der Nähe ist. Denn bildhaft unvergesslich ist es, wenn sich, wie auf dem Cover abgebildet, die riesige Schwanzflosse des Wals vor den Gesichtern der schwimmenden Menschen beinahe turmhoch aufrichtet -- zum niederplatschenden Ausholen bereit !

So hat der Film denn neben seiner Handlung seine individuellen Stärken : Wir werde Zeuge großartiger Einstellungen der Kamera, von der Art und Weise, wie Perspektiven eingefangen werden, konkret : von unten nach oben (oder umgekehrt) oder aus spitzem Winkel seitlich aufgenommene Sequenzen. Es beeindruckt immer wieder, wenn und wie die Kamera unterhalb des Wellenganges bei aufspritzender Gischt das hölzerne Schiff majestätisch und in relativer Ferne zeigt. Hervorragende Portraits werden gezeichnet, das Schiff bei Sonnenaufgang oder - Untergang, glitzernd auf ruhevoller See oder schimmernd bei treibendem Gang der Wellen. Desweilen zusätzlich beschmückt durch strahlende oder auch düsterhafte Wolken.

So dürfte es auch nicht als technisches Unvermögen, sondern vielmehr als anspruchsvolles kreatives Kunstwerk zu verstehen sein, wenn ca. alle zehn Minuten ein paar Wassertropfen auf der Linse haften oder sich die Sonnenreflexionen darauf spiegeln. Auch die "CGI- Effekte" ("Computer Generated Imagery") sind größtenteils zu loben. Nur an manchen Stellen erscheinen die eingeschobenen, durch Computergrafik erzeuten Bilder noch nicht ganz perfekt, sondern etwas unwirklich. Und zwar dann, wenn das Schiff in einen Sturm gerät, wenn es auf offener See am Brennen ist oder auch bei manchen Szenen mit dem Wal. Im Großen und Ganzen ist es aber, wie gesagt, sehr gut gelöst.

Die Darsteller wirken allesamt sympatisch, jedoch nicht immer "seetypisch markant". In einigen der bedrohlichen Situationen, besonders wenn der Wal auftaucht, wirken sie auf mich schauspielerisch ein wenig überfordert. Nichtsdestotrotz sind allzu bekannte Gesichter hier am Werk. Dies sind -- zunächst weitgehend auf dem Meer : BENJAMIN WALKER (geb. 1982) als Kapitän George Pollard. Sein bisher größter Erfolg ist seine Darstellung als "Abraham Lincoln Vampirjäger" (2012). Die eigentliche Hauptrolle spielt CHRIS HEMSWORTH (geb. 1983) als erfahrener Matrose Owen Chase. Er wirkte schon in "Star Trek" (2009), zweimal in "Thor" (2011 und 2013) und in zwei "Avengers"- Verfilmungen (2012 und 2015) mit. Dazu parallel -- auf dem Lande -- spielt BEN WHISHAW (geb. 1980) den jungen Schriftsteller Herman Melville. Er trat schon in "Das Parfum- Die Geschichte eines Mörders" (2006) auf und verkörperte in den beiden bislang letzten James Bond- Verfilmungen (2012 und 2015) den Waffenexperten "Q". Auch BRENDAN GLEESON (geb. 1955) als älteres, gesetzteres Ex- Besatzungsmitglied Thomas Nickerson hat schon bedeutende Rollen auf seinem Buckel, nämlich "Braveheart" (1995, mit Mel Gibson), "Troja" (2004, mit Bratt Pitt) und als Person "Mad Eye Moody" ab Teil vier (2005) in den Harry Potter- Filmen.

Regisseur Ron Howard (geb. 1954) verfilmte schon "Nightshift" (1982), "Splash" (1984), "Cocoon" (1985), "Apollo 13" (1995), "A beautiful mind" (2001) und "Illuminati" (2009). Für den Soundtrack sorgte Roque Banos Lopez (geb. 1968). Auch für das erst kürzlich in die Kinos gekommene "Auferstanden" (2016) lieferte er die Musik; ein dramaturgisch ebenso sehr anspruchsvoller Film, den ich wärmstens empfehlen kann.

Als geschichtlichen Hintergrund noch schnell dies : Berichte über das tatsächlich stattgefundene Duell "Fisch gegen Schiff" im Jahre 1820 stammen von dem damaligen Ersten Maat Owen Chase und dem Schiffsjungen Thomas Nickerson. Mit vielen künstlerischen Freiheiten entwickelte der Schriftsteller Herman Melvilles (1819- 1891) daraus den Roman "Moby Dick" (1851) : Aus dem Schiff Essex wurde beispielsweise die Peqout, außerdem führte er Kapitän Ahab ein usw. Näher an den tatsächlichen Gegebenheiten liegt offensichtlich der Roman "Essex" (2000) des Historikers Nathaniel Philbrick (geb. 1956). Auf dessen Vorlage bezieht sich der Film "Im Herzen der See". Natürlich gibt es in beiden Romanen viele Gemeinsamkeiten, speziell die Auseinandersetzung mit dem Tier.

Der traditionelle Film "Moby Dick" kam übrigens 1956 (mit Gregory Peck als Kapitän Ahab, Richard Basehart als Ismael, Leo Genn als Starbuck und Orson Welles als Pfarrer) in die Kinos. 1998 wurde die Geschichte mit Patrick Stewart als Kapitän Ahab neuverfilmt.

Und nun zurück ins Jahr 2016 : "Im Herzen der See" ist ein atmosphärisch wunderschöner Film, unterhaltsam, spannend, geschichtlich interessant und vor allem aussagekräftig. Er zeigt und lehrt, Respekt vor anderen Wesen, insbesonders der Natur zu haben !

Als Extra ist eine etwa zehnminütige Dokumentation über den Film enthalten.

Ich wünsche viel Spaß für einen schönen Film- Abend !
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2016 2:00 PM MEST


Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt
Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt
von Peter Wohlleben
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimnisse aus einer "anderen Welt" !, 12. April 2016
Das einzig Verwirrende ist vielleicht der Titel : "Das GEHEIME Leben der Bäume", denn mit Esoterik hat das Buch rein gar nichts zu tun. Mit GEHEIMNISSEN jedoch wohl schon, zumindest für die breite Masse der Gesellschaft, denn hinter dem Menschen und dem Tier steht die Pflanze sehr weit hinten in der Hierachie und der Beobachtung.

Dabei ist ein Baum längst keine gefühllose Sache, kein rein empfindungsloser Gegenstand. Selbst Hobby- Gärtner wissen um "Geheimnisse". Ein Baum ist nicht gleich Baum. Zunächst einige Beispiele, die größtenteils noch nicht aus diesem Buch, sondern von mir selber stammen, die ich als Einstieg aber einfach nennen möchte : Süßkirschen wachsen unter gleichen Voraussetzungen schneller und höher als Sauerkirschen. Die Birne ist empfindlich für den sogenannten "Gitterrost" (einen wirtswechselnden Pilz), die Kirsche hingegen für "Monilia", eine Fruchtfäule. Äpfel, Birnen und die meisten Kirschensorten können sich nicht selbst bestäuben, sie benötigen eine Befruchterpflanze. Anderes Obst -- die meisten Pfirsich- und Aprikosen- Sorten beispielsweise -- sind Selbstbefruchter, d.h. ein zweiter Baum ist hier nicht unbedingt erforderlich. Und : Bäume reagieren völlig unterschiedlich auf den Winter- oder Sommerschnitt. Außerdem sind Mindestabstände äußerst ratsam, der Baum merkt wirklich schon bei seinem Anwachsen, ob ihm ein anderer zu nahe steht. Ich selbst habe in meinem Garten festgestellt, dass es tatsächlich stimmt, dass eine Süßkirsche kaum anwächst, wenn in ihrem nächsten Umkreis einmal ein andere Süßkirsche gestanden hatte. Andere Baumarten sind in dieser Hinsicht nicht sensibel. Etc, etc.

Unter diesem Blickwinkel und somit offenen Augen und mit Spannung habe ich dem vorliegenden Buch mit seinen gut 220 Seiten entgegengesehen. Es geht natürlich weitaus mehr in seine Tiefe. Doch zunächst : In dem "Baumknigge" beschreibt der Autor beispielsweise : "Ist der Stamm beispielsweise gebogen, so hat er schon im Ruhezustand Beschwerden" (S.41). Dies dürfte sofort klar verständlich sein. In dem Kapitel "Warum ist der Wald grün", wiederholt der Autor die grundsätzliche Eingangsfrage : "Warum fällt es uns so viel schwerer, Pflanzen zu verstehen als Tiere ?" Eine der ersten Antworten gibt es schon im nächsten Satz : "Sämtliche Sinne sind anders ausgelegt, unser Farbsehen zum Beispiel." An späterer Stelle heißt es : "Bäume sind unendlich langsam. Ihre Kindheit und Jugend dauern zehnmal so lang wie unsere." Es kommt also auf den Blickwinkel an, den man ein klein wenig verschieben müsste, um Weiteres zu erkennen und zu verstehen.

Desweiteren ist es einfach faszinierend, was das Buch glaubhaft zum Ausdruck bringt, hier nur wenige Zusammenfassungen : Bäume sind soziale Wesen, sie kommunizieren miteinander (z.B. durch Duftstoffe), sie unterstützen sich (sie achten darauf, wie sich sich ausbreiten, wie sie sogar unter sich die Nährstoffe des Bodens aufteilen und sich selbst im Krankheitsfalle bekräftigen und "zur Seite stehen".) Natürlich geht das Buch noch viel weiter ins Detail, dabei doch auf eine verständliche oder durchaus vorstellbare Weise, wie ich meine.

Nicht nur Naturliebhaber sollten daher den Wald, den Baum und die Natur mit "neuen Augen" sehen. Eben durch die "Geheimnisse", durch "das geheime Leben der Bäume", was sich durch dieses Buch erfahren lässt. Es ist zudem verständnisleicht geschrieben.

Peter Wohlleben, der Autor, geb. 1964, hat lt. Wikipedia Forstwirtschaft studiert und arbeitet als Förster. Mehr als ein Dutzend Bücher über die Natur hat er bereits geschrieben.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 24, 2016 12:59 AM MEST


Time to Run: Das Trainingstagebuch für alle, die das Laufen lieben
Time to Run: Das Trainingstagebuch für alle, die das Laufen lieben
von Anna Hahner
  Broschiert
Preis: EUR 17,95

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ES LÄUFT ..... WUNDERBAR !!, 8. April 2016
Ein neues Laufbuch ist frisch auf dem Markt, zugleich eines, das ich absolut empfehlen kann. Die Autoren Anna und Lisa Hahner, Zwillinge, geboren im November 1989, sind längst nicht nur im Großraum Fulda oder bei diversen Halb- und Ganz- Marathons in Deutschland anzutreffen. Ein Blick auf ihre gepflegten Wikipedia- Seiten verrät ihren außerordentlichen internationalen sportlichen Werdegang.

Doch zu ihrem Buch : In 12 Hauptkapiteln und mehr als 220 Seiten erfahren Einsteiger wie selbst routinierte Läufer enorm Vieles über die richtige Ausrüstung, die Lauftechnik und das (mehrmals wöchige) Training. Desweiteren über die nicht minder wichtige Regeneration und -- damit unbedingt zusammenhängend -- die sinnvoll abgestimmte Ernährung bis hin zu Wettkampfsituationen und dem (psychologisch wichtigen) Umgang mit Rückschlägen. Man sollte wissen : Der Anfang liegt stets im Kopf, nicht in den Beinen, so heißt das erste Kapitel denn auch "Zielsetzung".

Der Inhalt ist professionell und gut gegliedert. Der Sprachstil ist -- dem stets freundlichen Auftreten der Hahner- Zwillinge entsprechend -- locker, leicht zu lesen. Gelegentlich sind Anekdoten und sogar persönliche Erlebnisse eingestreut. Überhaupt ist das Buch sehr individuell verfasst, es wurde nicht von anderen Autoren abgeschrieben. So gibt es beispielsweise rein persönliche Ernährungstipps wie die "Pan- Pizza". Auch die "üblichen" Gute Laune- Bilder fehlen nicht; genauso authentisch repräsentieren sich Lisa und Anna übrigens schon seit Jahren in den Medien und natürlich bei den Wettkämpfen. Doch hinter ihrer äußerlichen Leichtigkeit steckt hochmotiviertes, regelmäßiges Training, wie uns natürlich auch das Buch verrät.

Und wie heißt es auch im Text : "Ziele treiben uns an und weisen uns die Richtung !"

Mit diesem Buch kann man wirklich nichts verkehrt machen !
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2016 12:54 PM MEST


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