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Das grosse Anime Lösungsbuch: Endlich Japanisch verstehen!
Das grosse Anime Lösungsbuch: Endlich Japanisch verstehen!
von Martin Clauß
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle und wichtige Ergänzung!, 3. April 2011
Da hier bereits in zahlreichen Rezensionen vor meiner auf den Inhalt des Buches ausführlich eingegangen wurde, möchte ich dies nicht wiederholen. Dennoch halte ich eine weitere positive Rezension für sinnvoll, da dieses Buch ein wenig mehr Werbung absolut verdient hat. Natürlich wirkt der Titel auf den ersten Blick merkwürdig, wenn auch zugleich für viele verlockend... Aber kann man so überhaupt Japanisch lernen?
Wie der Autor, sympathischerweise, direkt im Vorwort klarstellt: Nein. Dieses Buch ist kein Sprachkurs, und wer einen solchen sucht, sollte sich anderer Literatur zuwenden oder einen echten Kurs besuchen (Der Autor gibt selbst Kurse an der Esslinger VHS). Trotzdem denke ich, dass "Das große Anime-Lösungsbuch" in keinem Regal ambitionierter Hobbylerner fehlen sollte! Es finden sich Informationen darin, nach denen man bei PONS, Langenscheidt und CO seeeeeeeeeeehr lange suchen kann... Wenn man denn will.
Im Prinzip, andere schrieben es bereits, besteht das Buch grob aus zwei Teilen und einem (umfangreichen!) Anhang: Einem ersten Teil mit festen Redewendungen, einem zweiten Teil zur Grammatik und im Anhang knapp 1000 Vokabeln aus Alltags- und Umgangssprache inkl. Beispielsätzen sowie acht Beispieldialogen, wie sie in typischen Animes stattfinden könnten. Auch hier sind wichtige Vokabeln natürlich angegeben.
Die Strke des Buches insgesamt liegt nun darin, dass man nirgendwo - NIRGENDWO - soviele Informationen zur japanischen Alltags- bzw. Umgangssprache gebündelt und unterhaltsam erklärt findet, wie in diesem Buch. Zumindest wüsste ich es nicht. Das ist übrigens auch dann interessant, wenn man sich nicht primär für Animes und JPop interessiert, sondern einfach nur verstehen will, wie Japaner in vertrauterem Ton miteinander sprechen - durchaus anders nämlich, als der allgemeinbekannte Touristensprachkurs es vermitteln kann. Soviel wird schnell klar, wenn man den Grammatikteil und, v.a., den ersten Teil mit den Redewendungen durcharbeitet, von denen man ein Dreiviertel anderweitig wohl niemals zu Gesicht bekommen hätte. Wenn man sich jetzt (wie ich) zufällig gleichzeitig noch für Animes begeistert, ist das Ganze selbstredend noch lohnenswerter. Denn, nocheinmal: Dieses Buch kann einem nicht beibringen, japanisch zu sprechen; und auf die Schrift wird gar nicht erst lange eingegangen. Es ist ein Buch, das genaues Zuhören lehrt. Aber eben das steht ja bereits im Vorwort. "Das große Anime-Lösungsbuch" setzt sich damit ein ganz klares Ziel, dass es auch erreicht (ich habe es ausprobiert!). Daher fünf Sterne.


The Big Bang Theory - Die komplette zweite Staffel (4 DVDs)
The Big Bang Theory - Die komplette zweite Staffel (4 DVDs)
DVD ~ Johnny Galecki
Preis: EUR 9,97

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich, sogar BESSER als Staffel 1!, 12. Dezember 2010
Wie schon bei Staffel 1 der Serie, so ist mir auch hier das Vergeben der fünf Sterne ein so
großes Vergnügen wie bei keinem anderem Produkt, dem ich jemals diese Wertung habe zukommen lassen.
Das lässt sich durchaaus wörtlich nehmen, denn, so unglaublich es auch ist: Staffel 2 übertrifft
Staffel 1 in vielerlei Hinsicht nocheinmal. Ich will an dieser Stelle nicht die darauf eingehen,
warum die serie als solche so genial ist (obwohl es mir, ehrlich gesagt, in den Fingern juckt)
- aber das haben andere rezensenten berits zur Genüge getan, und insbesondere habe ich selbst
mich bei Staffel 1 sehr umfangreich dazu geäußert, und möchte Copy & Paste hier vermeiden
(alles andere wäre nämlich sinnlos). Wer mag, möge dort nachsehen.
Stattdessen will ich auf die Vorzüge von Staffel 2 eingehen, die da wären: originellere,
interessantere Drehbücher (ja, das ist möglich) - deutlich öfter als in Staffel 1 werden
jetzt z.B. zwei Handlungsstränge parallel erzählt, was bei gerade mal 21 Minuten Durchschnittslänge
pro Folge schon eine wirklich beachtenswerte Leistung ist. Verbunden damit ist die Charakterentwicklung,
die in dieser Staffel deutlich vorangetrieben wird. So lernen wir etwa Howard auch einmal von seiner
zartfühlenden Seite her kennen, Raj dreht angesichts kurzfristigen Ruhms ebenso kurzfristig
voll auf und Leonhard und Penny - nun ja, besonders die allerletzte Folge der Staffel
bietet für Fans (und solche, die es werden wollen) einen schönen Moment. Selbst Sheldon,
der nicht ganz so heimliche Star der Serie, beginnt sich in kurzen, kaum sichtbaren Momenten
zu verändern. An alle harten Fans der ersten Staffel: Keine Angst! Das Sheldon-Chaos nimmt
in Staffel 2 sogar noch zu, ohne dass es lächerlich wird. Gelächter bester Qualität ist
also garantiert! Aber wenn Sheldon Fragebögen mit "nur" 211 Fragen + freiem Essay an seine Mitbewohner
verteilt, um so den Status seines Freundschaftsverhältnisses zu ermitteln, ist das schon
irgendwie neu... als besonders interessant erwähnt sei an dieser Stelle noch das Verhältnis
zwischen Sheldon und Penny, dass in dieser Staffel eine absolut sehenswerte Dimension
gewinnt. Das entzieht sich jeder Beschreibung.
Ein kleiner Nebenaspekt all dessen ist, dass man diese Staffel deutlich mehr als die erste
in chronologischer Reihenfolge sehen sollte, da es nun echte Entwicklungen und ab und an
sogar kleine "Handlungsbögen" gibt, zumindest wird auf Vergangenes verwiesen. Auch ist es
ratsam, die erste Staffel zu kennen, bevor man sich diese ansieht, da viele Beziehungen
zwischen den Charakteren einem dann deutlicher sind. Ein absolutes Muss ist dies aber nicht,
laut lachen wird man unter Garantie auch so.
Als letztes angemerkt sei hier, dass in dieser Staffel erstmals Gastauftritte zu verzeichnen sind:
in der erwähnten "Raj-Episode" ist Charlie Sheen kurz zu sehen, und in einer späteren
Folge (ich erwähnte sie in meiner Rezension zu Staffel 1) gibt es gleich zwei Auftritte:
Einmal, fast die ganze Folge über zu sehen, Summer Glau ("Firefy"), und als besondere Sahnehaube
am Ende den echten(!!!) Physiknobelpreisträger George F. Smoot. wenn dieser Gastauftritt
der Serie nicht den Ritterschlag versetzt, dann weiß ich es auch nicht.
Last but not least zur DVD selbst: Selbst diese ist edler als die erste; es sind wieder vier
Discs, die Hülle befindet sich erneut in einem Pappschber, der aber diesmal etwas anders gestaltet
ist als die Hülle selbst. Das Bonusmaterial ist üppiger als letztes Mal (und da gab es eigentlich
schon nichts zu meckern): Auf der vierten Disc finden sich zwei Featurettes, eines über den
Physiker David Saltzberg, welcher der Serie als Berater dient - angesichts der inhaltlich einwandfeien
Whiteboards in der Serie ein spannendes Thema - und ein zweites, eher allgemeines über die
Entwicklung der Serie und die Charaktere. Außerdem gibt es etwa zehn Minuten verpatzte Szenen;
soetwas fehlte auf der ersten DVD völlig.
Ganz am Schluss eine persönliche Bemerkung zur Bildqualität, über die ja auf der deutschen
Veröffentlichung gerne gemeckert wird: Ja, sie könnte vermutlich besser sein; es ist kein
superscharfgestochenes HD-Bild, das einem geboten wird. Dennoch ist das Bild absolut zufriedenstellend
und beeinträchtigt den Sehgenuss in keinster Weise. Auch das mitunter vorgebrachte Argument,
man könne die sehr liebevoll gestalteten Hintergründe - es stimmt, das sind sie - nicht erkennen,
kann ich nicht nachvollziehen; ich kann es, und ich sehe mir die DVD auf meinem Laptop an!
Als Fazit kann man daher nur sagen:
Für Fans der Serie ein ABSOLUTES MUST HAVE (am allerbesten noch in der OV)! Für alle anderen gilt: Warum nur habt ihr Staffel 1 noch nicht
gekauft ;) (wie gesagt, es geht auch so...)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2011 1:18 PM MEST


Ein Roman in einem Jahr: Eine Anleitung in 52 Kapiteln
Ein Roman in einem Jahr: Eine Anleitung in 52 Kapiteln
von Louise Doughty
  Broschiert
Preis: EUR 16,80

25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 100% Praxis, 0% Theorie, 27. Oktober 2010
Wer sich - wie ich - in seiner Freizeit mal am Schreiben eines Romans versucht hat, kennt die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten: Wahrscheinlich hatte man am Anfang eine grobe Idee, ein oder zwei interessante Bilder im Kopf, aber ein richtiger Plot will sich daraus nicht ergeben. Von interessanten, dreidimensionalen Charakteren einmal ganz zu schweigen! Und Freunde un Verwandte lächeln meist eher, als das sie einem Mut machen... Zumindest ging (und geht) es mir immer so, und Louise Doughty kennt diese Probleme ebenso aus ihrer Erfahrung, was sie auch schreibt. Manche mögen dieses Buch als "Geplauder" abtun und bemängeln, man solle eine Zeitungskolumne nicht in Buchform verkaufen; aber tatsächlich gibt es mehr als genug reichlich theoretische Abhandlungen über Plot, Struktur und Charaktere, die zwar alle interessant zu lesen sind, aber - und genau hier hakt Doughty ein - einem nicht wirklich weiterhelfen, sobald man ersteinmal vor Rechner oder Schreibmaschine sitzt. Es gibt nur EINES, das wirklich hilft: Schreiben, schreiben, schreiben und dann - schreiben. Und vorher lesen, am besten noch mehr. Ist beim Fahrradfahren ja schließlich auch nicht anders. Und was soll man schreiben, solange es keine Handlung gibt? Hier spricht Doughty in ihrem angenehm unautoritären Ton das aus, was man irgenwie immer geahnt hat, ohne es wahrhaben zu wollen: Kreativität ist ein chaotischer Prozess, und so muss z.B. der Anfang des Romans nicht unbedingt geschrieben werden, bevor das Ende entsteht. Sieben der zwölf Buchmonate verbringt man als Leser mit "Materialsammeln": Spontanes Aufschreiben von Szenen und Ideen, die einem einfach so in den Sinn kommen, ohne sich darüber den Kopf zu zerbrechen, was genau wohin soll. Dieser Schritt kann nur später folgen, und auch hier ist "Ein Roman in einem Jahr" eine große Hilfe.
Die angebotenen Übungen sind zu Beginn vielleicht zu einfach für erfahrenere Autoren (einiges habe ich auch übersprungen), zunächst geht es "nur" darum, einige Sätze zu beenden. Die von der Website zum Buch entnommenen Ergebnisse sind allerdings teils sehr überraschend, und Doughtys Analyse derselben ist sicher auch für fortgeschrittenere Autoren noch hier und da lehrreich. Interessanter wird es sehr schnell weiter hinten, wenn es z.B. darum geht, der eigenen Hauptfigur - wer immer dies sein mag - in einer frei erfundenen Szenen nach beliebiger Methode den Daumen zu brechen, einfach um diese anhand ihrer Reaktion besser kennen zu lernen. Oder wenn Doughty empfiehlt, sich mit einem Fotoapparat in die Wohnsiedlungen von z.B. London zu begeben, falls der eigene Roman in London spielt, um dort nach dem Haus der eigenen Figur zu suchen. Wem all das nun gar zu verrückt erscheint, zumal in dieser Kürze - im Buch steht es vernünftig beschrieben - der oder die sollte vielleicht tatsächlich die Finger von dem Buch lassen. Doughtys Anliegen ist primär, die Kreativität des Lesers in die richtigen Bahnen zu lenken und Methoden aufzuzeigen, um diese voll auszuschöpfen. Das Genre des hypothetischen Romans ist ihr dabei erfreulicherweise ebenso egal wie theoretische sprachliche Strukturen, der Ratgeber ist zu 100% auf die Schreibpraxis ausgerichtet: Wie mache ich aus den ungeordneten Bildern in meinem Kopf einen fertigen Roman? Dass dieser Vorgang auch mit Doughtys Ratgeber in der hohen Mehrzahl der Fälle deutlich mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen dürfte, sollte klar sein - ansonsten steht es im Vorwort.


The Big Bang Theory - Die komplette erste Staffel [3 DVDs]
The Big Bang Theory - Die komplette erste Staffel [3 DVDs]
DVD ~ Johnny Galecki
Preis: EUR 9,97

16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selten so gelacht - denn Physiker SIND so!!!, 6. Juni 2010
Noch nie zuvor habe ich so gerne fünf Sterne vergeben! Eigentlich müsste man bedenkenlos sechs vergeben, wenn das irgendwie möglich wäre, denn diese großartig gemachte Comedy von Chuck Lorre trifft wirklich voll ins Schwarze und unterhält dabei bestens! Um es gleich ganz deutlich zu sagen: ich studiere SELBST Physik, und die Gespräche, die alltäglich beim Mittagessen oder bei privaten Treffen geführt werden, stehen denen in dieser Serie zumindest qualitativ um wirklich nichts nach! Natürlich sind die Charaktere etwas überzeichnet und die allermeisten Situationen würden - vielleicht hoffentlich - in genau dieser Art nicht unbedingt eintreten, aber der Star Trek versessene, Halo 3 spielende und gesellschaftlich nicht immer leicht zu handhabende Physiker existiert ganz real dort draußen.
Erfreulicherweise macht die Serie sich nicht darüber lustig, stattdessen lacht man immer mit den Figuren - allen voran natürlich Sheldon. Ich möchte hier nicht näher auf die Handlung einsteigen, ich denke, dass haben meine Vorredner zur Genüge getan. Lieber möchte ich noch einmal allgemein festhalten, wie ERSTAUNLICH groß die Übereinstimmung mit der Realität bisweilen ist. Ich habe fortlaufend laut gelacht beim Zusehen, weil ich mein eigenes Leben so stark darin wiedererkannt habe.
Das bedeutet nun gottseidank nicht, dass man Physik studieren der Physiker sein muss, um "Big Bang Theory" lustig zu finden - obwohl sich die Serie in der Gemeinde der Physiker, sowie der "Geeks" allgemein (wobei sicher nicht alle Physiker Geeks oder alle Geeks Physiker sind) großer Beliebtheit erfreut. Es ist einfach das Zusammentreffen zwischen diesen vier Personen (wiederum allen voran Sheldon, aber natürlich diesmal auch Leonard), die in ihrer Welt aus Comics, Videospielen, Science-Fiction und Wissenschaft leben, und der neuen (und wunderbar blonden, schöner dramaturgischer Zug) Nachbarin Penny, die in einem nahegelegenen Lokal als Kellnerin arbeitet - also dass ist, was man wohl landläufig als "normal" bezeichnen würde - was den Charme und Humor der Serie generiert. Es ist schmerzhaft, an dieser Stelle nicht konkreter werden zu können, doch der Versuch, ein Szenenbeispiel schriftlich darzustellen, wäre absolut sinnlos. Schon mündlich, durch Erzählen, lässt sich die Serie nur sehr unzureichend transportieren. Man muss sie eben wirklich GESEHEN haben. "Big Bang Theory" schließt in ihrer Qualität nahtlos an die bekannten Klassiker der Neunziger an; auch diese hätte man durch einen Text wohl kaum erschöpfend beschreiben können.
Ach von Physik oder Wissenschaft im Allgemeinen muss an garantiert NICHTS verstehen, obwohl es ab und an kleinere, subtile Gags gibt, die Leuten auffallen, welche über solche Kenntnisse verfügen. Außerdem wird das Verhältnis zwischen Leonard und Sheldon dann - auf einer ganz anderen, nämlich der beruflichen und weltanschaulichen Ebene - noch etwas deutlicher. Aber das ist letztlich nicht sooooo wichtig, und lachen kann man garantiert auch so. Schön dennoch für die ganz Fortgeschrittenen: dem Produktionsteam steht ein Physiker als Berater zur Seite, sodass sämtliche an Tafeln geschriebenen Gleichungen in der serie Sinn ergeben, und auch das von den Darstellern verwendete Fachvokabular ergibt durchgängig Sinn. Für eine Comedy-Serie alles andere als selbstverständlich!
Apropos Darsteller: die erledigen ihren Job wirklich so perfekt, dass man jede Sekunde sieht, dass es für sie mehr als nur ein Beruf ist. Und zwar alle. Auch die Mischung stimmt. Irgendwie hat bei dieser Serie alles gut geklappt. Zu erwähnen wäre vielleicht, dass sich die Ansicht des amerikanischen Originals einmal lohnt, denn obwohl die Synchronisation sehr gut ist: das Original erreicht sie meiner Meinung nach nicht, und das wäre auch viel verlangt. Und wieder einmal liegt es vor allem an...na?... ja, SHELDON! (Sorry, er hat halt die beste Rolle - aber alle anderen sind auch gut!).
Zuguter Letzt sollte der Erfolg der Serie nicht unerwähnt bleiben: "Big Bang Theory" startete 2007 und wurde schon in der zweiten Staffel um weitere zwei Staffeln verlängert - in Zeiten, in denen diverse Serien nach der Ersten oder zweiten Staffel einfach von heute auf morgen abgesägt werden, eine ziemlich beeindruckende Leistung. Die serie wurde zudem in mehr als 50 (!) Länder ausgestrahlt und ist leut einer Untersuchung der Nielsen Company die erfolgreichste Komödie in der Zielgruppe der 18 bis 49-Jährigen, die zwischen 2007 und 2008 gestartet wurde (Quelle: Wikipedia). Auch das muss erstmal geleistet werden. Zahlreiche Personen hatten Gastauftritte (wenn auch größtenteils noch nicht in dieser Staffel, in der sich die Serie erst bewähren musste): Für alle, die sich ebenfalls als Nerd sehen, dürfte Wil Wheaton (Star Trek: The Next Generation) interessant sein, der in einer der Folgestaffeln einen Gastauftritt hat, ebenso wie z.B. Summer Glau und - und dies adelt die Serie endgültig - der Physiknobelpreisträger George F. Smoot. Letztere beiden sogar in einer einzigen Folge!
Auf der hier angebotenen DVD-Box hält es sich damit, aus genanntem Grund, natürlich noch etwas in Grenzen. Bild und Ton sind vollkommen in Ordnung, als Bonusmaterial gibt es ein etwa 17-minütiges Featurette mit dem Titel "Die Quantenmechanik in der Big Bang Theory und warum es cool ist, ein Nerd zu sein"; in der die Macher ihr Konzept erklären; kurze Interviews mit allen Schauspielern sind auch enthalten. Mehr kann man da eigentlich nicht verlangen. Und die Serie tut ihr Übriges!
FAZIT: Obwohl, zugestanden, der Preis ziemlich happig ist: KAUFEN!!! Denn wer hier nicht lacht, der/die wird es unter Garantie auch sonst nirgendwo tun. Das Geld ist also gut investiert, versprochen! Für Nerds aller Art und Schattierung sowieso, doch auch die Pennys dieser Welt werden sich bestens amüsieren. Ist ja schließlich in der Serie auch nicht anders ;)


Crash
Crash
von J Ballard
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,30

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bestimmt nichts für jeden!, 10. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Crash (Taschenbuch)
Wer James Graham Ballards Klassiker "Crash" liest, sollte sich zuvor über eins ganz im Klaren sein: Es handelt sich, ganz schmucklos gesagt, um einen Porno. Mir zum Beispiel war das nicht so ganz klar. Natürlich wusste ich, dass es um die Verbindung von Sexualität und Automobilen geht - genau diese, sagen wir mal, "innovative" Kombination sprach mich an - aber der tatsächliche Inhalt des Buches überraschte mich dann doch. Ballard selber macht keinen Hehl daraus, einen Porno geschrieben zu haben (er bezeichnete dies einmal als die "politischste Form der Literatur", da Menschen sich hier am meisten ausnützen); und in der Tat wird "Crash" SEHR schnell SEHR explizit. Vielleicht liegt dieser Eindruck auch bloß an meiner persönlichen Unerfahrenheit mit dieser Art von Roman, aber letztendlich werden sprachliche Tabus gesprengt, von denen man es zunächst nicht denken würde. Also nichts für prüde Zeitgenossen.
Wie steht es nun um das eigentliche Thema des Romans, die Verbindung von Automobil und Sex? Naja, das kommt durchaus gut rüber. Autos sowie auch Verkehr spielen dauerhaft eine Rolle und werden sprachlich hervorragend eingearbeitet. Wer allerdings hofft, eine "tiefere", quasi intellektuelle Analyse dieser scheinbar absurden Verbindung vorzufinden, wird enttäuscht sein. Direkt hineinversetzen konnte ich mich nicht in die ohnehin nicht gerade zum Mitgefühl anregenden Charaktere; mir ist schleierhaft, warum ein Orgasmus während eines Unfalls mit anschließender Todesfolge so erstrebenswert sein soll. Das wird auch intuitiv nicht deutlich (wie auch???), und in einer kürzeren Geschichte müsste es das wohl auch nicht. Es stimmt, was viele Kritiker sagen: Crash wäre eigentlich brilliant - als Kurzgeschichte. Die absurde Auto-Sex-Verbindung wäre ungemein kraftvoll, gerade WEIL sie in der Kürze der Zeit nicht näher geklärt werden kann. So, als Roman, erwartet man irgendwann mal eine nähere Erleuchtung. Und was diese Omnipräsenz der Sexualität als solcher betrifft: Am Anfang ist da noch dieses Gefühl des Fremdschämens, wenn man gewisse Passagen liest (oder geht das nur mir so?), aber dann stumpft man als Leser immer weiter ab - ERSCHRECKEND weit ab. Was hier seitenweise verarbeitet wird, wäre in ein paar Nebensätzen in einer Kurzgeschichte starker Tobak. Pure Ironie eigentlich daher, dass gerade ballard einmal betonte, eine gute Kurzgeschichte sei einem über die Maßen aufgeblasenen Roman immer vorzuziehen... Naja. Nochmal kurz zu den Charakteren: Der Hauptcharakter, aus dessen Sicht (in erster Person) die Handlung geschildert wird, heißt ebenfalls James Graham Ballard. Ob dies gewissermaßen Faulheit seitens des Autors ist oder eine bestimmte Intention dahinter steht - wer weiß es? Dass die Charaktere allesamt nicht sonderlich sympathisch wirken, liegt nicht an "Boshaftigkeit" oder dergleichen, auch nicht daran, dass sie zu zweidimensional wären (das sind sie nicht). Vielmehr plätschert die Geschichte dahin, und sämtliche Personen lassen sich allmählich in diesen Strudel ihrer Triebe ziehen, ohne wirklich dagegen aufzubegehren; die eigentlich nicht mehr existente Handlung wirkt zunehmend grau in grau. "Crash" hat keinerlei Spannungsbogen, und irgendwie dümpelt man als Leser so mit - wenn man es möchte. Vermutlich SOLL das so sein - aus dramaturgischer Sicht wäre es konsequent - und daher vergebe ich hierfür einen Stern, anstatt ihn abzuziehen. Die anderen beiden Sterne sind für die gute Idee und die teils interessante Sprache, sofern man denn nicht zu empfindlich ist. Zumindet ist dies der erste Roman, in welchem übereinanderherführende Schnellstraßen als "Die sich umschlingenden Lenden betongender Riesen" (oder so ähnlich...) beschrieben werden. Darauf muss man kommen!
Fazit also: "Crash" ist ein "Edelporno" mit ganz interessanter Grundidee und, für Ballard selbstverständlich, brillianter sprachlicher Ausführung, welcher sein Thema aber nur sehr bedingt näher beleuchtet. Für empfindliche Leute ist der Roman NICHT geeignet. Und ob er wirklich das Meisterwerk ist, dass so viele in ihm sehen - tja, darüber lässt sich wohl lange streiten.


Paranormal Activity
Paranormal Activity
DVD ~ Katie Featherston
Wird angeboten von Media-Welt
Preis: EUR 7,89

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen KATIE..., 9. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Paranormal Activity (DVD)
"Paranormal Activity" - nur durch Zufall habe ich diesen Film beim Stöbern im örtlichen Handel entdeckt. Ich kann bestenfalls mutmaßen, wie er sich wohl im Kino angefühlt hätte... Aber vielleicht war es auch von Vorteil, ihn abends, allein, in meiner verdunkelten Wohnung zu sehen; ohne die Ablenkung durch andere Zuschauer. Der Film schafft es, dass man sich diese Ablenkung herbeiwünscht, weil die eigene Wohnung einem Angst zu bereiten beginnt. Die Handlung wurde ja schon oft genannt: Katie und Micah, sie Englisch-Studentin, er "So ne' Art Broker", wohnen in einem schönen Haus in San Diego und alles wäre in Ordnung, würde Katie nicht seit ihrem achten Lebensjahr von einem Dämon verfolgt, der sie durch mehrere Umzüge inklusive eines Hausbrandes mit ungeklärter Ursache begleitet hat. Soviel erfährt man zumindest bei einem Besuch des Mediums Dr. Frederichs, der seine Kompetenz aber mehr im Bereich der Geister denn der Dämonen angesiedelt sieht und daher an einen Kollegen verweist, auf welchen unsere "Helden" jedoch schließlich vergeblich warten. Tatsächlich ist "Helden" hier der denkbar unpassendste Begriff; Katie und Micah sind ein junges Paar, so wie es Millionen gibt. Stilistisch ist der Film an "Blair Witch Project" angelehnt: Sämtliche Filmbilder, ohne Ausnahme, entstammen einer Kamera, die Micah zum Zwecke der Dokumentation der paranormalen Phänomene erworben hat. Tagsüber begleitet die Kamera Micah und Katie durchs Haus (zumeist getragen von Micah), deren Verhältnis im Laufe des Films zunehmend gespannter wird, da Micah im Angesicht seines Forschergeists die Ängste Katies zunehmend zu übersehen droht. Aber will nicht zuviel spoilern. Die eigentlich interessanten Szenen, für die der Film zu Recht bekannt wurde, spielen sich auch nachts ab: jeden Abend baut Micah die Kamera vor seinem und Katies Bett auf, um eventuelle Aktivitäten zu filmen. Und was wir DA zu sehen bekommen... Was mit einer selbstbewegten Tür (letzter Spoiler, versprochen!) beginnt, steigert sich im Laufe des Films zusehends und steuert unausweichlich auf ein furchtbares Finale zu. Das wirklich geniale dabei ist, dass der Film sich dabei keinerlei direkt aufdringlicher Computertricks oder gar irgendwelcher Splattereffekte bedienen muss; Paranormal Activity ist komplett unblutig, ein reiner Psychoschocker. Doch jeder kennt das Gefühl, in der eigenen Wohnung ein Geräusch zu hören oder einen Schatten wahrzunehmen, das oder der keinen Sinn ergeben, und ganz kurz fragt man sich... aber das kann ja nicht sein! Mit exakt diesem Gefühl spielt der Film in den unsagbar gruseligen Nachtszenen, in welchen die Kamera auf ihrem Stativ steif auf das Bett der schlafenden Katie und Micah gerichtet ist. Ich habe wie gebannt vorm Bildschirm gesessen und jedes Fleckchen des verdunkelten Zimmers nach verdächtigen Aktivitäten abgesucht. Und man findet etwas. Von Szene zu Szene mehr. Irgendwann muss man auch nicht mehr suchen...
Klarer Fall nebenbei bemerkt, dass "Paranormal Activity" nichts ist für Leute, die gerne grelle Spezialeffekte hätten oder Horror vor allem über Splatter definieren (und selbst wenn nicht, es ist halt kein Splatterfilm). Der Film KÖNNTE NICHT minimalistischer sein! Gedreht mit Handkamera unterscheidet er sich von einem modernen Verwandten wie "Cloverield" nicht nur angenehm dadurch, dass seine Bilder seeeeehr viel ruhiger sind (was den Grusel übrigens verstärkt!), sondern auch dadurch, dass wie gesagt keine aufwendige Pyrotechnik oder SFX-Monster (hier: Dämonen) zum Einsatz kommen. Es gibt KEINE Filmmusik, keinen Vorspann, keinen richtigen Abspann. All das verleiht dem Film einen sehr realistischen Touch.
Weiterhin zu erwähnen wäre noch, dass der Film im Grunde drei Enden hat, von denen jedoch leider nur zwei es auf die DVD geschafft haben. Das Alternativende kann man sich dabei im Grunde sparen, es ist sehr viel schwächer als die normale Kinofassung. Dass es mit Ausnahme eines Trailers sonst kein Bonusmatrial gibt, lässt sich in diesem speziellen Fall nicht als negative Kritik anbringen: "Paranormal Activity" ist ein Independentprojekt mit sieben Tagen Drehzeit, Debutdarstellern und einem Budget von 15000 Dollar (die anschließende, wenn auch unerwartete Promotion war gewiss teurer). Er spielte das 13000-fache seines Budgets ein, was in der Filmgeschichte Rekord sein dürfte; ursprünglich war nur ein Remake geplant. Aber wir haben Glück, das Original sehen zu dürfen! Als Fazit kann man daher sagen: Jeder, der einmal wirklich unverfälschten, innovativen Psychohorror ohne jeden Zierrat aus Hollywoods Trickkiste zu schätzen weiß, sollte unbedingt sofort zugreifen. Man blickt danach ganz anders auf die eigene Wohnung ;)


Wir alle sind Sternenstaub: Gespräche mit Wissenschaftlern über die Rätsel unserer Existenz
Wir alle sind Sternenstaub: Gespräche mit Wissenschaftlern über die Rätsel unserer Existenz
von Stefan Klein
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig!, 9. Mai 2010
Ich habe "Wir alle sind Sternenstaub" in weniger als zwei Tagen durchgelesen und war ganz überrascht, als kein Kapitel mehr übrig war. Ein großer Vorteil: man muss nicht chronologisch lesen (darf aber natürlich), sondern kann nach Lust und Laune zwischen Genen und Elemenarteilchen, Bienen und Hirnforschung hin und her springen. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit - eigentlich weniger - denn die besuchten Forscherinnen und Forscher (meist letztere, wie der Autor in seiner Einleitung freimütig zugibt) sprechen über sehr viel mehr als nur ihr Fachgebiet. Wie sie überhaupt gerade dazu kamen, ist eine der häufigsten und persönlichsten Themen; Ethik eines der zentralen Probleme in Hirnforschung und Genomik. Das Interview mit dem bekannten Gen-forscher Craig Venter, seines Zeichens Leiter des Human Genom Projects, gehört sicherlich zu den aufwühlenderen (der Mann ist genauso, wie man ihn sich vorstellt... nicht böse gemeint). Eine in früher Jugend nach Deutschland emigrierte Hirnforscherin spricht über Erinnerung und leitet dabei ganz emotional zu ihrer alten Heimat über; der Physiker und Nobelpreisträger Steven Weinberg gibt nicht nur gute Ratschläge für jederman, sondern lässt auch erstaunliche Bescheidenheit erkennen - hatte der Autor doch (selbst studierter Physiker) laut eigenem Bekunden vor ihm die meiste Angst. Aber Weinberg blickt halt auf ein langes Leben zurück. Aber bevor ich mich hier gänzlich verliere: KEIN anderes Buch lässt wohl so gut erkennen wie dieses, dass Wissenschaftler eben letztlich auch nur Menschen sind, mit Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten - und wirkt damit einem weit verbreiteten Klischee entgegen. Die Gespräche sind auf facettenreichste weise aufschlussreich, besonders wenn der Autor seine eigene lebenserfahrung mit einfließen lässt, anstatt den kühlen und objektiven Journalisten zu imitieren - das kommt, angenehmerweise, eigentlich nie vor. Natürlich ist dieses Buch nicht geeignet, um sich besondere Sachkenntnis über die einzelnen Disziplinen anzueignen, aber dafür gibt es ja tonnenweise Material im Buchhandel. Dieses hier ist einzigartig, denn es zeigt die Menschen hinter diesen Kenntnissen.
Anzumerken wäre der vollständigkeit halber vielleicht noch, dass die Auswahl dabei - der Autor erwähnt dies im Vorwort - relativ subjektiv erfolgt ist, so subjektiv wie die Gespräche selbst es sind. Besucht wurden die Menschen, die Stefan Klein für interessant befand. Aber welche Maßstäbe sollte man auch sonst anlegen? Prestige? Einen repräsentativen Schnitt an Fachgebieten. In der Wissenschaft, bzw. für ein solches Buch, sind das kaum sinnvolle Kriterien. Auch das - ich erwähnte dies oben - ungleiche Mann-zu-Frau-Verhältnis erwähnt Klein in seiner Einleitung; ebenso die Tatsache, dass fast alle Interviewpartner weißer Hautfarbe sind. Er deutet dies, trotz seines subjektiven Blickwinkels bezüglich der Wahl der Interviewpartner, als bedauerlichen Hinweis auf den Charakter der Demographie der derzeitigen Forschungslandschaft. Leider könnte er sogar Recht haben; zwei Interviews wurden mit (weißen) Wissenschaftlerinnen geführt, zwei andere mit dunkelhäutigen Wissenschaftlern. Auch auf andere aufschlussreiche Differenzen eher, nun ja, psychischer Natur geht der Autor in seiner interessanten Einleitung ein, aber - lesen Sie selbst! Als Fazit bleibt: Wer schon immer einmal hinter die Fassade der oft so kühlen und unpersönlichen Forschungslandschaft blicken wollte, kommt an diesem Buch gar nicht vorbei!


Gestatten: Elite: Auf den Spuren der Mächtigen von morgen
Gestatten: Elite: Auf den Spuren der Mächtigen von morgen
von Julia Friedrichs
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein streitbares Buch..., 8. Mai 2010
...ist "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs mit Sicherheit. Ich stieß mehr durch Zufall darauf, beim Stöbern im Buchhandel, und da die deutsche Bildungslandschaft mich seit Zentralabitur, Bolognaprozess etc., etc. generell interessiert, kaufte ich nach kurzem Anlesen spontan. Gerade einmal zwei Tage brauchte ich zum Durchlesen (na gut, ein Wälzer ist es nicht gerade...); und in dieser Zeit wollte ich diverse Male einfach nur von der Couch aufspringen und lauthals brüllen: "JAAA! DU HAST JA SO RECHT!" Nachträglich, insbesondere nach Lektüre mancher Rezension hier, muss ich zugeben, dass auch ich wohl extrem voreingenommen bin. Julia Friedrichs ist jung, ich jünger. Beiden fehlte/fehlt uns wohl ein ganzes Stück Lebensehrfahrung. Auch ich weiß, wie sich das Leben in einer kleinen Studentenwohnung und das dazugehörige Leben an der staatlichen Uni anfühlt. Und dann kommt noch die Politik ins Spiel... Sind die fünf Sterne also in blinder Euphorie vergeben? Hänge ich so sehr an den Lippen einer Person, die mein Schicksal im Wesentlichen zu teilen scheint, dass ich gar nicht anders kann, als hier die Wertungen zu pushen?
Nein. Ein kurzer Überblick über die offensichtlichen Nachteile des Buches, welche in diversen Rezensionen ja auch bereits genannt wurden, dürfte uns Klarheit verschaffen. Erstens: ist Frau Friedrichs Blick auf die Elite objektiv? Nein. Das Buch ist sicherlich recht subjektiv, wahrscheinlich zu subjektiv für die meisten Leser. Manche sagen, dies bremse den Lesefluss, in meinem Fall erhöhte es ihn - vermutlich, weil ich mit der Autorin einer Meinung bin, andere aber nicht unbedingt. Tatsächlich liegt hier kein direkt journalistischer Bericht vor, und ja, die journalistische Sachlichkeit fehlt. Aber dieser Anspruch besteht wohl auch gar nicht. Frau Friedrichs wollte einen ERFAHRUNGSBERICHT zum Thema Elite schreiben, und das ist ihr gelungen. Der Text kommt flott und oft sogar witzig daher; es ist der unverstellte Blick einer jungen Journalistin auf das Thema Elite. Ihr Beruf sollte dabei nicht über die Intention des Buches hinwegtäuschen; die meiste Zeit erzählt Friedrichs schlicht die Ereignisse ihrer Reise nach; eine wissenschaftliche Analyse ist dies sicher nicht - und soll es nicht sein! Zweitens: Sind die erkundeten Standorte sinnvoll ausgewählt? Vermutlich nur bedingt, aber ich bin kein Experte. Klar ist: Es sind wenige, sie sind nicht repräsentativ, und vor allem besucht Friedrichs jeden einzelnen davon viel zu kurz, um Datenmaterial für eine ausgeklügelte Sozialstudie ansammeln zu können. Wahrscheinlich ist das negative Bild der Elite überzeichnet, welches das Buch auf diese Weise wirft. Das beruht jedoch auf einem gedanklichen Fehler: Das hier nämlich eine allgemeine Situationsanalyse, ein objektives Bild gezeichnet werden SOLL. Doch wie gesagt, in Wahrheit ist dies ein Ehrfahrungsbericht. Klar sucht sich Friedrichs da zunächst einmal Schauplätze raus, die tendenziell ins Auge stechen - und das werden die extremeren sein. Okay, und drittens: Hat Julia Friedrichs Lösungen für die Probleme anzubieten, die sie angeblich so hart anprangert? Und wieder lautet die Antwort nein. Zeigen Sie mir einen, der sie hat. Die Politik hat keine, die Sozialwissenschaft hat keine (oder zumindest werden sie nicht öffentlichkeitswirksam präsentiert). Friedrichs Darstellung der Probleme ist eine Reaktion auf die - da hat sie Recht! - zynischen Kommentare einiger Gesprächspartner, die die Ungleichheit zwischen Unternehmersöhnen (und -töchtern) mit einem Taschengeld von 2000 Euro und Hartz IV-Kindern mit einem Achselzucken abtun, als sei dies ein unabwendbares Naturgesetz. Alles, was Friedrichs hier fordert, ist ein wenig mehr Toleranz und der Gedanke an Chancengleichheit. Dies ist keinesfalls naiv (eine Frage, die sie sich übrigens selbst immer wieder stellt); und einen emotionalen Unterton sollte man ihr hierbei zugestehen.
Fazit also? Das Buch ist Äonen von Lichtjahren entfernt von der objektiven, sozialwissenschaftlichen Analyse, die es ohnehin nie werden sollte. Stattdessen wird hier "Elite" aus dem subjektiven Blickwinkel einer Person geschildert, die eine staatliche Schule und Uni besucht hat, in einer WG lebt, SPD wählt und als Kind mit ihren Eltern auf Ant-Atomkraft-Demos war. Das kann man mögen - muss man aber natürlich nicht! Was bisher selten angemerkt wurde: Immer wieder hinterfragt auch die Autorin laut ihre eigenen Gedanken - so festgefahren ist der Standpunkt also nicht. Sicher kann man hier kein Abschlussstatement von wissenschaftlicher Qualität mit nach Hause tragen. Aber immerhin ein paar Anekdoten über Chinesischuntericht für Dreijährige, die allein schon JEDEN zum Nachdenken anregen sollten. Und das ist fünf Sterne wert.


Die Gateway-Trilogie: Gateway. Jenseits des blauen Horizonts. Rückkehr nach Gateway
Die Gateway-Trilogie: Gateway. Jenseits des blauen Horizonts. Rückkehr nach Gateway
von Frederik Pohl
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,00

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein wirklich schlechtes Buch!, 16. August 2007
"Gateway" sowie auch beide Anschlussromane reihen sich perfekt ein in die leider bereits viel zu lange Reihe der Produkte des Typus "Geniale Idee in mangelhafter Umsetzung". Das klingt doch durchaus spannend: Da steigt man in eine Kapsel, die irgendsoein außerirdisches Volk vor weiß-nicht-wie-langer Zeit mal auf so einem einsamen Asteroiden hat rumstehen lassen, drückt ein paar Knöpfe und fliegt dahin, wo man mit irdischen Mitteln im Traum nicht hinkäme! Haken an der Sache: Da die lieben Aliens gemeinerweise das Betriebshandbuch haben mitgehen lassen, könnte man überall landen - in einem Stern, in einer gerade ausbrechenden Supernova. Was auch oft genug vorkommt. Andereseits weiß man, dass es da ein paar ZIEMLICH lohnenswerte Ziele zu geben scheint - und ist es da das Risiko nicht wert? Okay, sparen wir uns den Sarkasmus. Frederik Pohl wollte mit diesem Roman angeblich (so heißt es im Vorwort) das selbstmörderische Prinzip des Kapitalismus aufs Korn nehmen. Und wenn man genannte Handlung in verkürzter, dafür jedoch deutlich dramatischerer Form auf dem Buchrücken liest und sich dazu das wirklich gut gemalte Bild auf dem Buchdeckel ansieht, läuft es einem kalt den Rücken runter. Dann glaubt man tatsächlich, ein "Meisterwerk" vor sich zu haben - denn innerhalb genau dieser Reihe vertreibt Heyne (merkwürdigerweise) dieses Werk. Die Ernüchterung kommt schnell. Ich zumindest hatte auf eine spannungsgeladene, dramatische Space-Opera gehofft - doch danach sucht man vergebens. Tatsächlich wird aus der eigentlich guten Idee kaum Kapital geschlagen, die zahlreichen Reisen ins Ungewisse finden erst spät im Roman ihren Raum und die damit einhergehenden Folgen werden nur ganz am Rande beschrieben. Der Klappentext ist somit ein Stück weit Betrug am Kunden, mindestens jedoch schürt er falsche Erwartungen. Schade. Ganz nett ist dafür etwas anderes: Immer wieder wird im Roman ein psychiatrisches Gespräch zwischen dem Hauptprotagonisten und einem extra dafür konstruierten Computerprogramm geführt, bei dem stellenweise wunderbar die Fetzen fliegen! Das sind die Stellen des Romans, wo am ehesten soetwas wie Charakterzeichnung erkennbar wird, sonst eher eine Schwäche des Buches. Interessanterweise ist der Charakter des Programms allerdings sehr viel interessanter als der seines Patienten... Wenn gerade mal kein solches Gespräch stattfindet, ist die Handlung (die im Grunde nur eine Art Rückblende darstellt) durchaus nicht langweilig, hält aber im Großen und Ganzen eben nicht, was sie verspricht. Ein anderes Problem liegt in diesen kleinen, irgendwie doch sexistischen Einschüben, die einem immer mal wieder sauer aufstoßen, und die regelmäßig die Handlung unterbrechen. Nicht in dem Sinne, dass sie nicht darin integriert wären: Man merkt schlichtweg, dass der Autor diese Einschübe um ihrer selbst Willen hinzugefügt hat, nicht aus Gründen der Handlung. Das ist ansich nichts Neues. Schon immer wurden in der Literatur - irgendwie vielleicht gerade auch den eher "exotischen" Formen - auch stillschweigend die sexuellen Vorstellungen ihrer Autoren ausgelebt. Man sollte es nur können. Und da hat Pohl völlig versagt. Eine Frau wird die eigentlich spannenden Bücher wohl zumindest stellenweise nicht mit dem selben Genuss lesen können wie ein Mann - extrem schade.
Meiner Ansicht nach hätte das Original drei Sterne verdient, ein qualitativer Unterschied zwischen allen drei Büchern ist größtenteils Geschmackssache. Dennoch muss ich einen Stern abziehen. Beschwert euch bei der Übersetzungsabteilung: Das aus "Heechee" (so heißen die Aliens) im Deutschen "Hitschi" (Gesundheit!) gemacht wurde, ist ja noch eine Katastrophe. Obwohl man Eigennamen, wie wir alle in der Schule gelernt haben, eigentlich nie übersetzt. Aber wenn dan ein ganzer BUCHTITEL falsch übersetzt wird, ist das doch, gelinde formuliert, ein wenig schmerzhaft: Der Titel des zweiten Romans lautet im Original "Beyond the blue Event Horizon". Man möchte dem Übersetzer am Liebsten mal kräftig in den A...llerwertesten treten. denn dieser machte daraus: "Hinter dem blauen Horizont". Das "Event" wurde mal schnell fallengelassen. Nun weiß aber jeder, der auch nur einen Hauch von schwarzen Löchern versteht (was bei den meisten Fans des Genres der Fall sein dürfte), dass man unter einem "Ereignishorizont" diejenige Grenze versteht, ab welcher nichts und niemand mehr aus solch einem Loch entkommen kann. Und in Buch eins - an welches das zweite praktisch nahtlos anschliest - spielt ein schwarzes Loch eine, naja, sagen wir mal, doch etwas Wichtigere Rolle... Hielt der Übersetzer diesen Ausdruck für zu kompliziert, um in mit in die deutsche Fassung zu übernehmen? Oder konnte er sich am Ende gar selbst keinen Reim darauf machen? Wie auch immer: Es ist mehr als nur ein belangloser Fehler, denn er verfälscht den inhaltlichen Sinn des Titels vollkommen! Und mit dem jetztigen Titel kann man als Leser nichts mehr anfangen. Wäre ich der Verlag: Mir wär's enorm peinlich.
FAZIT: Versteht die zwei Sterne nicht falsch, eigentlich sollten es ja drei sein. Und selbst dann kann man, wenn man mit der richtigen Einstellung rangeht, diese Trilogie durchaus genießen. Man darf sich nur nicht vom Äußeren (sprich Buchdeckel und Klappentext) täuschen lassen. Ein paar Wehrmutstropfen gibt es eben dennoch: Neben der angesprochenen Eigenschaft des Autors, hier und dort etwas zuviel seiner persönlichen Fantasien einfließen zu lassen, will man es ihm auch nicht so recht verzeihen, dass er die tolle Idee hat sausen lassen und dafür soetwas wie das futuristische Protokoll einer Psychotherapie geschrieben hat. Der zweite und dritte Roman können diesen Fehler leider auch nicht mehr korrigieren. Von den zwei genannten Ausnahmen einmal abgesehen ist die Übersetzung auch ganz passabel. Und letzten Endes erfüllt diese Trilogie das alles entscheidende Kriterium: Trotz aller unbestreitbarer Macken habe ich stets gerne weitergelesen. Bekanntermaßen ist dies immer das Wichtigste - und wer weiß, vielleicht könnte man die Grundidee ja nochmal recyceln. Lohnen würde es sich bestimmt...


Der unmögliche Planet: Stories
Der unmögliche Planet: Stories
von Philip K. Dick
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gehört zu jeder Sammlung!, 16. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Der unmögliche Planet: Stories (Taschenbuch)
Tja, 18 Rezensionen vor mir, und alle sind sich einig. Was kann ich da schon noch beitragen? Dennoch, als großer PKD-Fan möchte ich meinen Eindruck hier loswerden - entgegen meiner Gewohnheit fasse ich mich kurz.
Der große VORTEIL dieser Sammlung liegt meiner Meinung nach in ihrer enormen Themenvielfalt: Was ist Realität? Was ist ein Mensch? Bin ich ein Mensch? Und kann ich so einfach glauben, was um mich herum vorsichgeht? Ist die Welt von heute noch die von gestern? Und wenn ja: Kann ich diese Welt wirklich erkennen? Zudem werden Themen wie Religion, Krankheit, Drogen oder Krieg - alles typische PKD-Motive - hier oder da kurz angeschnitten. Das Buch stimmt einen nachdenklich, ist zugleich jedoch enorm unterhaltsam. Ich habe es vor mehreren Jahren erstmals als entspannende und zugleich anspruchsvolle Urlaubslektüre gelesen, dafür eignet es sich. Die Geschichten sind in Ihrer Form einprägsam, vieles weiß ich heute noch auswendig, anderes habe ich häufig aufgrund der hohen Qualität nochmals gelesen. Interessant ist das Buch auch für Cineasten (und natürlich solche, die es werden wollen): Denn auch wenn ich hier nur meine Vor-Rezensenten zitiere, so möchte ich dennoch nochmals betonen, dass sich einige Kurzgeschichten in der Sammlung finden, welche großen Kinofilmen zugrundeliegen. Allerdings, sollte man dazuerwähnen, haben letztere das Grundgerüst der Handlung oft enorm verändert (Beispiel "Minority-Report"). Auch das Vorwort ist lesenswert, es stimmt einen bündig und dennoch zureichend auf die bevorstehende Lektüre ein.
FAZIT: Eine gute Empfehlung für alle PKD-Einsteiger oder Liebhaber, die schon alles andere besitzen! Insgesamt anspruchsvolle und unterhaltsame Literatur für die mühsam erarbeiteten 30 Minuten Lesezeit täglich.


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