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Rezensionen verfasst von
D. Niess "niemals!" (Mannheim)
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auch (Limited Edition 180g inkl. 2 LP + CD)  [Vinyl LP]
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Preis: EUR 71,23

101 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es gibt doch Besseres zu tun, als Die Ärzte zu hören!, 14. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Ärzte - das waren die Helden meiner Jugend. Das war die Band, bei der Anarchie in Texten, Musik und Habitus herrschte und die ihr Dasein als deutsche Superstars mit übersteigert-selbstironischen Sprüchen wieder auf eine sympathische Ebene herunterquatschten. Songs, die man auch nach 15 Jahren noch auswendig kann. Songs, die einem über Teenagertrennungen hinweghelfen konnten.
Man wird älter, und Die Ärzte auch. Man entwickelt einen differenzierteren Musikgeschmack, aber irgendwie kommt man auf Parties doch wieder auf "Meine Ex(plodierte Freundin)" oder "Zu Spät" zurück. Live würde man diese Band auch auf jeder Tour nicht verpassen wollen.
Nur mit den Tonträgern ist das so eine Sache... nach der unglaublichen "13" fing es schon an: da waren zwar noch Witz, Charme und Experimentierfreudigkeit, aber irgendwie war eben auch alles schon mal dagewesen. Alles gab's von dieser Band bereits früher: Bessere Songs gegen Nazis, bessere Songs über Frauen, bessere Songs über Trennungen. Es blieben Alben, auf denen man eben nicht wie früher jeden einzelnen Song gut fand. Es kam ein Doppelalbum, auf dem die Schwächen Rodrigo Gonzalez' deutlich wurden: ein hervorragender Musiker, ein miserabler Texter. Es wurde klar, dass Farin Urlaub mit seinem Racing Team mehr rockte, als mit seiner Hauptband. Es kamen Soloalben von Bela B. heraus, die eigentlich nur sein Image zum Thema hatten und musikalisch... nunja, eher mäßig waren sie jedenfalls.
Und "auch" passt insofern in diese Linie: das Album hat einen großartigen Opener, geht schon mäßig weiter, verliert sich im Schlager, wenn Rodrigo singen darf, bietet Bela Gelegenheit zur Imagepflege und beißt nur noch selten so richtig. Musikalisch ist das alles nicht schlecht, es hat auch einige Highlights.

Bin nur ich älter geworden oder Die Ärzte belangloser? Ich habe keine Antwort auf diese Frage. Mit "Cpt. Metal" hat Farin Urlaub mich dann wieder versöhnt, aber wenn von 16 Songs nur ca. die Hälfte so klingt, als würde ich sie noch einmal hören wollen, dann bleiben mir die Typen zwar sympathisch. Nur gilt jetzt wirklich, was früher selbstironisch gesagt wurde: "Früher waren die viel punkiger!" - "Früher waren Die Ärzte viel besser!" - "Die sind zu Berufsjugendlichen geworden!"
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2013 6:46 PM CET


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Preis: EUR 1,98

4.0 von 5 Sternen Tut..., 5. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tut, wofür ich es gekauft habe. Erstaunlich stabil, durch das Kabel auch wenig Knickgefahr und der Stecker passt. Für den Preis wird man kaum etwas Besseres bekommen können.


zeiDverschwÄndung
zeiDverschwÄndung
Preis: EUR 3,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hickhack und Zickzack, 5. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: zeiDverschwÄndung (MP3-Download)
Als ich jugendlichen Alters war, habe ich schon vier Wochen vor Erscheinen einer neuen Ärzte-Single mehr Vorfreude in mir gespürt, als ein Kind vor Weihnachten. Heute lockt mich diese Band schwerer aus der Reserve, allerdings höre ich gerade die Alben aus den 80ern und "Planet Punk" immer noch regelmäßig mit dem gröten Vergnügen.
Die neue Single auf Vinyl zu bestellen, war selbstverständlich ein konsequenter Schritt. Man möchte ja doch irgendwie wissen, wie es weiter geht. 30 Jahre alt, und dann ist man nach dem ersten Hören erst einmal enttäuscht. Irgendwie ist da was gewesen... aber es zog vorbei. Jetzt nicht aufgeben! "Mutig" ist ein klassischer FU-Klopper, geht gut ab. Die Parallelen zu "Wir sind die Besten" wurden hier bereits angesprochen. Eigentlich gibt's Parallelen vor allem zu all den FU-B-Seiten, die irgendwie melodisch abgingen. Belanglos, aber unterhaltsam - und die Reime sind wieder einmal so zurecht gebogen, dass es kaum mehr klappt.
Rod hat eine Hommage an die 60er geschrieben, die zu gut für eine B-Seite ist! Das Highlight dieser Single, auch wenn der Text zum Teil unglaublich dämlich ist. Musikalisch ist's hervorragend.
"Will dich zurück" ist irgendwie nicht verkehrt, aber auch nicht der Brüller. Der erste Reim ist der Brüller, ich habe selten so gelacht!

Insgesamt also: nochmal hören. Und man stellt fest: Eine Single mit zwei hervorragenden Stücken und zwei B-Seiten, die immerhin okay sind. War schon mal anders, als diese Band so kreativ war, dass sie B-Seiten mit so was wie "Die wunderbare Welt des Farin U" füllte. War aber auch schon mal genau so.

Musikalisch gesehen ist der Aufbau von "ZeiDverschwÄndung" interessant und spannend, und Quadrophenia macht sehr viel Spaß - man höre mal auf den Basslauf! Rodrigo verschwendet so etwas für eine B-Seite. Ein Schatz!

Vier Sterne, weil's Potential hat, bei mehrfachem Hören richtig groß zu werden!


The Aegean from Bronze Age to Iron Age
The Aegean from Bronze Age to Iron Age
von O. T. P. K. Dickinson
  Taschenbuch
Preis: EUR 36,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Great summary and inspiration for future research, 27. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
What Dickinson does isn't new, but how he does it is better than in every older monography about the Dark Ages. His book is a summary of all the developments of the Aegean world starting with the destruction of the Palaces. He is, as the titel suggests, focusing on the diametrical aspects of continuity and change and is giving a precise insight to what makes these years so interesting and not so dark, after all.
Dickinson writes in a way that makes the book easy to read, yet all the chapters can be read as single information whenever you want to look up something more special. He is giving a lot of valuable references for further reading.

In short: this book is full of inspiration and by far more than just another "Dark Ages"-summary!


Old Ideas (+CD) [Vinyl LP]
Old Ideas (+CD) [Vinyl LP]
Preis: EUR 18,49

82 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Old Ideas und neue Gelassenheit, 27. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Old Ideas (+CD) [Vinyl LP] (Vinyl)
Vom ersten Hören an begeistert zu sein, das ist bei Cohens jüngeren Werken nicht so selbstverständlich: Das Album "Ten New Songs" und dessen Nachfolger "Dear Heather" zündeten nicht nur in meinen Ohren erst, nachdem ich mir die Arrangements weggedacht und die Texte im Geiste in den Vordergrund gerückt hatte. Die Liveumsetzung der 2010er-Tour gefiel mir dafür um so besser, auch wenn vieles etwas aufgebläht wirkte und die Brillanz der Mitmusiker teils den Songcharakter fast durchschnitt.

Erstaunt, verwundert und begeistert lässt mich dagegen "Going Home" mit offenem Mund dastehen. Der erste Titel des neuen Albums, welches am Freitag erscheinen wird, haut schlichtweg um. Die "golden voice" beginnt mit dem Satz "I'd love to speak with Leonard, he's a sportsman and a shepard, he's a lazy bastard living in a suit." Und sofort ist klar: das sind zwar alte Ideen, aber das könnte ein wunderbares Album werden. Ein ruhiges Spätwerk ist ja nicht verwerflich, wenn das Frühwerk bereits ruhig war.

Der zweite Track "Amen" ist ähnlich unspektakulär arrangiert, hier gefallen die "Huuuhuuuu"-Chöre der Backgroundsängerinnen sehr gut und das leise "Twang" im Hintergrund, die Orgel und das schleppende Besenschlagzeug erinnern mich an die Arrangements der letzten Tour, wo in den besten Momenten zwar alle Musiker spielten, der Gesamteindruck aber ein entspannter, ruhiger, lässiger war.

In "Show Me The Place" klingt Cohen dann fast wie Tom Waits in dessen frühen Jahren: ein Klavier, Streicher, seine Stimme raunt sich durch eine unspektakuläre, aber berührende Gesangsmelodie. Fast eine Klavierballade, dann kommt aber eine Hammondorgel hinzu und rundet ab, was in seiner Atmosphäre fast besinnlich wird.

"Darkness" geht dann fast schon ab, das Schlagzeug ist präsenter, die Hammondorgel orgelt vor sich hin, Gitarre und Bass erklingen, ein Saxophon schafft es, zum Song beizutragen, statt sich in den Vordergrund zu drängen. Ein künftiger Cohen-Klassiker, da bin ich mir sicher.

Der nächste Titel, "Anyhow", beinhaltet ein wundervolles Klaviersolo; ansonsten ist es schwer, bei solch berührender Musik einzelne Stücke zu beschreiben. Es ist Leonard Cohen, es ist die Essenz aus allem, was er jemals gemacht hat ' in jedem der Stücke dieser Platte!

"Crazy to Love": ja! Cohen mit Gitarre, ohne den Rest. Hervorragend! Allein auf Grund des Arrangements ist dies der beste Titel der Platte. Er hätte auf "Songs of Leonard Cohen" erscheinen können, oder auf "Songs from a Room". Nur: was Cohen singt, hat viel mit der klischeehaften "Altersweisheit" zu tun, die man dem buddhistischen Mönch anmerkt. Mit diesem Stück hat Cohen bewiesen, dass sein altes Konzept, der Poet mit der Gitarre, immer noch funktioniert, sofern man beides, Poesie und Gitarrenspiel, verschmelzen lassen kann und simpel, aber wirkungsvoll hält.

Natürlich dürfen danach die Sängerinnen wieder ran, "Come Healing" ist eine weitere Ballade im moderneren Cohen-Stil, allerdings röhrt seine Stimme hier eben noch ein Stück dunkler, als gewohnt!

"Banjo" klingt nach Country, gefällt aber auch durch den Backgroundgesang, der an Nashville erinnert, aber das Gute darin herausholt.

Das folgende "Lullaby" ist genau das: ein angenehmes Gutenachtlied, mit Gitarrenklimpern und Orgelflächen, mit "Huuuh"-Chören, mit "Sleep, Baby, Sleep" und einem Nachtgedicht. Das Schlagzeug klingt etwas zu elektronisch, aber Cohen hatte seit "First, we take Manhattan" eine Vorliebe für diesen Sound, man kann ihm nicht böse sein, vor allem wenn er mit einer solchen Leichtigkeit "Here's my Lullaby" singt!

"Different Sides" geht dann noch einmal in die Richtung von "Closing Time" und hat das typische 2010er-Tour-Arrangement abbekommen.

Warum ist ein Album mit so wenig Innovation so verdammt gut? Warum kann Cohen alles singen, solange er nur singt? Ich weiß es nicht. Es kann daran liegen, dass es Musiker und Poeten gibt, die berühren. Weil sie ernst meinen, was sie dem Publikum verkaufen. Weil sie zwar Teil der Musikindustrie sind, aber das Produkt nicht ihre Musik ist, sondern deren Vermarktung. Weil Leonard Cohen wirklich Altersweisheit nicht mit dem Löffel gefressen, sondern mit dem ganzen Sein erworben hat und nun mit uns teilt. Weil knapp 45 Minuten neue Stücke von Cohen ausreichen, um sich geborgen zu fühlen.

Weil dieses Album einfach verdammt gut ist!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 28, 2012 6:31 PM CET


Ein Buch namens Zimbo: Sie werden kaum ertragen, was Ihnen mitgeteilt wird. Texte 2007-2008. Einer von 2006. Vier von 2009
Ein Buch namens Zimbo: Sie werden kaum ertragen, was Ihnen mitgeteilt wird. Texte 2007-2008. Einer von 2006. Vier von 2009
von Max Goldt
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sie werden wohl doch glauben..., 9. November 2011
Max Goldt müsste man nicht rezensieren, sollte es aber dennoch tun, denn es gibt ja immer noch genug Leutchen in diesem schönen Land, die seine Werke nicht kennen. Das ist auszuhalten, aber schade, denn Max Goldt geht mit dieser unserer Sprache so schön um, wie man es sich von allen bekannten Autoren wünschen sollte. Goldt ist ein Satiriker, ohne sich über Menschen lustig machen zu müssen - ihm genügt die lächerliche Verhaltensweise, der Mensch dahinter bleibt ein durchweg guter. Er schreibt so, dass man sich zunächst ertappt fühlt. Denn irgend eine der vielen Arten des unangemessenen Benehmens, die er kritisiert, findet sich wohl in eines Jeden Repertoire der am eigenen Ego nicht geschätzten Eigenschaften.

Max Goldt hat auf einen aufmerksamen Leser aber vor allem einen sprachlichen Einfluss: die Lektüre seiner Werke erweitert den Wortschatz, die Freude an ungewöhnlichen Formulierungen, die Konzentration auf korrekte Grammatik und abwechslungsreiche Sprache. Und die Freude an der Abschweifung. Vor allem diese steht im hier rezensierten Buch im Vordergrund.


Bandai 7012 - High School Musical Badge It Buttonmaker
Bandai 7012 - High School Musical Badge It Buttonmaker

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erstklassige DIY-Maschine!, 22. September 2011
= Haltbarkeit:4.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:3.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man bedenke, dass diese Maschine baugleich mit dem "Original" ist! Einziger Unterschied ist das High School-Musical-Logo, das man aber nicht beachten muss. Die Buttons benötigen eine kreisrunde Designvorlage mit 4,5cm, davon sind dann 3cm sichtbar. Das Erstellen der Buttons geht sehr einfach, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Befestigung mit Sicherheitsnadeln ist zwar nicht perfekt (in den Button gelegte, ringförmige Nadeln bei professionellen Maschinen halten auch deutlich besser und klappern nicht so sehr), für eine Hand voll selbst erstellter Anstecker reicht die Maschine aber bei Weitem aus!

Fazit: nie war der Spirit des Punk so nah an High School Musical wie in dieser Maschine...


Thees Uhlmann
Thees Uhlmann
Preis: EUR 10,99

9 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unnötig, 16. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Thees Uhlmann (Audio CD)
Dieses Album ist vor allem eins: unnötig. Wen interessiert die Kindheit eines Sängers aus Norddeutschland? Wen interessieren langweilige Texte, die nörgelnd vorgetragen werden und mit einem stinklangweiligen Gitarrengeschubber unterlegt werden, das in "The complete idiot's guide to Indie Music" gelehrt wurde? Deutsche Texte müssen nicht unbedingt schlecht sein, aber es liegt ein himmelweiter Unterschied zwischen kreativer Sprachanwendung und langweiligem, da undurchdachtem Phrasendreschen. Zweiteres liegt hier vor. "Zum Laichen und Sterben..." - gut gemeint, schlecht umgesetzt. Metaphern, die einen erschlagen, wo man auch direkt singen könnte "Ich vermisse meine Kindheit, weil ich merke, dass ich alt werde und so langsam dem Ende näher als dem Anfang bin". Mist, ganz einfach - und das Cover erst! S/W-Photo des Sängers mit Klampfe in der Hand, von hinten. Darüber weißer Balken mit schlechter Typographie. Sänger trägt ranzige Rocker-Indie-Lederjacke. Ach weh... ich kann gar nicht ausdrücken, wie wenig interessant solche Musik ist. Zwei Sterne, weil ich das handwerkliche Können anerkenne; aber gut gemeint ist eben meist das Gegenteil von gut gemacht.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 24, 2011 9:37 PM CET


Dr. Martens 1460, Unisex-Erwachsene Stiefel
Dr. Martens 1460, Unisex-Erwachsene Stiefel
Preis: EUR 89,94 - EUR 196,89

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Made in Thailand, 3. August 2011
Das größte Problem an diesen Schuhen ist, dass sie europäische Größen haben sollen, diese aber hinten und vorne nicht stimmen. Früher wurden Docs mit englischen Größen verkauft - eine 10 war damit eine Größe 44,5. Heute kann man die Schuhe in europäischen Größen kaufen, wobei allerdings eine Größe 44 eher der englischen 9 entsprechen dürfte. Jedenfalls passt's hinten und vorne nicht. Die Vintage-Serie verwendet nach wie vor englische Größen, die zum Glück genau passen. Außerdem ist die Qualität bei Leder und Sohlen sehr viel höher, die Sohlen sind nicht so hässlich transparent bei der Vintage-Serie.

Man sollte niemals eine Tradition, die seit dem 1.4.1960 (daher der Name 1460) bestand, zu solch einem Aprilscherz werden lassen. Das Leder stinkt, der Gestank geht nicht weg. Das Leder ist hart wie Kunststoff und auch nach langem langem Eintragen werden die Schuhe einfach nicht bequem. Ich trage seit 13 Jahren Docs, hatte schon sehr viele verschiedene Modelle und war nie so enttäuscht wie von diesem Modell...

Das einzige Problem: Docs kosten heute ergo um die 140 Euro, wenn sie passen und halten sollen... Es geht nur mit der Vintage Serie!


Strategien Gegen Architektur IV (Ltd)
Strategien Gegen Architektur IV (Ltd)
Preis: EUR 20,99

25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anarchitektur, 3. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Einstürzende Neubauten, 2002-2010. In dieser Zeit veröffentlichte die Gruppe so viel Musik wie in den 21 Jahren zuvor niemals. Perpetuum Mobile, Grundstueck, Alles Wieder Offen waren die (regulären) Studioalben, The Jewels war eine Dreingabe, es gab ganze acht Musterhaus-Veröffentlichungen, es gab Konzerte im Palast der Republik und eine zugehörige DVD, es erschien eine Biographie (sehr zu empfehlen). Das alles vor dem Hintergrund des viel beschriebenen Supporter-Prinzips: Willige Kunden bezahlen das Album vorher, geben etwas mehr Geld als eine CD an sich kosten würde. Und erhalten Einblick in die Produktionsprozesse oder exklusive Downloads (wie die famose Airplane Minatures-EP in Phase II), schauen in Webcasts direkt im Studio bei Aufnahmen zu. Die Band hat ein Prinzip entwickelt, das dem geneigten Fan ein "Rundum-Sorglos-Paket" bietet. Und dabei, so ganz nebenbei, drei ihrer schönsten Alben veröffentlicht.

Strategien Gegen Architektur IV fasst nun die Schaffenszeit zusammen, erzählt die Geschichte der Neubauten im dritten Jahrzehnt ihres Bestehens. Die einzelnen Titel sind im bewährten Verfahren rar, live eingespielt oder irgendwie sonst "anders" als auf den Studioalben. Es ist nicht einfach eine Best Of-Compilation, sondern ein detailreicher und lohnenswerter Überblick. So bildet eine 4:31min lange Version von Perpetuum Mobile den Start, dem Stück also, welches eigentlich 14:14 dauerte, dann auf 13:42 gekürzt wurde und nun fast radiotaugliche Länge hat. Es folgt die vollständige Version des Titels "Selbstportrait mit Kater", bislang den Supportern der Phase I vorbehalten. "Youme & Meyou" hört man in einer famosen Liveversion und findet sich zwei Stücke später bei einer verpassten "Party in Meck-Pomm", definitiv dem lustigsten Stück, das die Band jemals aufgenommen hat. Der Leitsatz "Niemand hat mir irgendwas, irgendwas davon gesagt" spukte lange nach dem legendären Entstehungstag dieses Songs in vielen Köpfen der Supporter umher und es tut gut zu sehen, dass die scheinbar so ernsten Neubauten es wagen, diese musikalische Hommage an Ton Steine Scherben zu veröffentlichen. "X" gibt es in der Version mit Judith Holofernes, die zufällig im gleichen Studio mit ihrer Band aufnahm. Aber nicht so böse klang, wie die Version auf dem ersten Supporter-Album. Highlight der ersten CD ist das am Ende platzierte "Palast der Republik". Unterstützt von einem 100köpfigen Chor, spielen die Neubauten das Gebäude selbst. Der Palast als Instrument, das hätte sich Honecker nicht gedacht. Ein musikalisches Stück Erinnerung an diese leider abgerissene deutsche Nachkriegsgeschichte.

Die zweite Scheibe präsentiert in ähnlicher Manier Perlen der letzten Jahre, vor allem aus Phase III, deren "Sendezeichen", eine Art Jingle, enthalten ist. Hier werden die Jewels "Jeder Satz mit ihr hallt nach" und "Magyar Energia" vorgestellt, letzteres in einer verlängerten Version. Ebenso enthalten ist das bislang der Supporter-Version von "Alles Wieder Offen" vorbehaltene "Birth Lunch Death", das einst aus einer Liveimprovisation in San Francisco hervorging.
Und dann, nachdem Bertolt Brecht erklärt hat, warum wir keine Mobiltelefone brauchen, wird es wirklich interessant: aus allen "Musterhäusern" schnitt man eine "Ausstellung" zusammen. Beginnend mit einer Kurzversion des eigentlich fast 45minütigen Anarchitektur, geht es in "Et Cetera" querbeet durch alle 8 Alben. Man hört die Klavierversion des zum Klassiker gewordenen "Die Befindlichkeit des Landes", man hört Bassfedern und Stimmen und Unglaublichen Lärm. Dies alles geht in das Singen der Weingläser des letzten Musterhaus über, aus dem "Tohu Wa Bohu" herausklingt und diese Zusammenstellung beendet.

Für Neubauten-Fans und selbst für Supporter, die "alles haben", lohnt diese Zusammenstellung allein ob der großartigen "Party In Meck-Pomm" und der "Musterhaus-Ausstellung". Und musikinteressierte Menschen sollten den Neubauten hier gerne ein offenes Ohr leihen, ohne zu erwarten, dass das alles noch kracht wie früher. Es sind wunderbar kunstvoll ausgestaltete Stücke, hervorragend gespielt und voller kleiner Klangtüfteleien. In glasklarer Produktion, die ohne Loudness-Wahn auskommt, auch das sollte erwähnt werden.


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