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München "LunaR" (münchen)

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Drachenläufer: Roman
Drachenläufer: Roman
von Khaled Hosseini
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poesie, 27. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
Dies ist eines der poetischsten Bücher, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Der Autor ist jung, erst 43 Jahre alt heute und als er Kite Runner schrieb, erst 38. Das erwähne ich, weil ich eine derart erzählte weise, poetische und intelligente Lebensgeschichte einer afghanischen Familie von einem so jungen Mann geschrieben etwas ganz Besonderes finde.

Die Geschichte: Die Kindheitsgeschichte eines Jungen, der mit seinem wohlhabenden Vater in einer gehobenen Nachbarschaft in Kabul aufwächst. Die Mutter ist bei seiner Geburt gestorben. In einer Hütte auf dem Gelände lebt ein treuer alter Diener mit seinem Sohn Hassan, der fast gleich alt ist wie der Junge Amir, von dessen Leben diese Geschichte eigentlich handelt. Die Jungen verbringen ihre Kindheit gemeinsam, jedoch werden die Standesunterschiede immer deutlich, wenn andere Kinder oder Festlichkeiten einen Platz einnehmen im Leben des Amir, dann plötzlich ist Hassan unwichtig. Hassan selbst weiß, auf welcher Stufe er steht, immer wird er seinen Freund Amir gegen Rabauken verteidigen und seinen eigenen Platz im Leben nicht anzweifeln.

Trotz des Reichtums, in dem Amir aufwächst, entwickelt er eine Eifersucht auf seinen Freund Hassan und dessen Talente, auch eine Eifersucht darauf, dass sein Vater Hassan auch zu lieben scheint und Hassan, den starken Jungen, möglicherweise seinem eigenen verträumten Sohn vorzieht. Nachdem Hassan eines Tages von einem anderen nur wenige Jahre älteren Jungen als Zehnjähriger vergewaltigt wird, Amir zusieht, nicht hilft, nicht weiß, ob Hassan weiß, dass sein bester Freund Zeuge der Tat wird, er Hassan, aber eigentlich sich selbst nicht mehr ertragen kann, inszeniert er einen Diebstahl in seinem Haus, das Diebesgut wird in Hassans Bett gefunden, der alte Diener und sein Sohn verlassen für immer das Haus.

Ein Leben lang wird Amir diese feige Tat nicht vergessen können. Gleich auf der zweiten Seite steht ein Satz geschrieben, der der rote Faden dieser Geschichte sein wird: There is a way to be good again.

Amir flieht nach den politischen Kriegszuständen zunächst mit seinem Vater nach Pakistan, dann nach Amerika. Dort gründen sie eine Existenz. Amir kehrt durch besondere Umstände irgendwann nach Afghanistan zurück, er kann das, was ihn sein Leben lang gequält hat, endlich wieder gut machen.

Diese Geschichte wird erzählt vor dem Hintergrund der politischen schwierigen Jahre des Einmarsches der Russen, der Übernahme der Taliban, des Betrachters des Emigraten aus seiner neuen Heimat USA heraus. Die Traditionen afghanischer Menschen stehen ebenso im Mittelpunkt, und ja, der Islam hat nicht nur eine fundamentalistische Seite.

Die letzten Seiten der Geschichte sind zum Weinen schön.

Ich habe das Buch zweimal gelesen und lese gerade "Thousand Splendid Suns", den Nachfolger und empfehle jedem begeisterten Leser guter Geschichten, dieses Buch zu kaufen.


The Kite Runner
The Kite Runner
von Khaled Hosseini
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne Poesie, 27. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: The Kite Runner (Taschenbuch)
Dies ist eines der poetischsten Bücher, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Der Autor ist jung, erst 43 Jahre alt heute und als er Kite Runner schrieb, erst 38. Das erwähne ich, weil ich eine derart erzählte weise, poetische und intelligente Lebensgeschichte einer afghanischen Familie von einem so jungen Mann geschrieben etwas ganz Besonderes finde.

Die Geschichte: Die Kindheitsgeschichte eines Jungen, der mit seinem wohlhabenden Vater in einer gehobenen Nachbarschaft in Kabul aufwächst. Die Mutter ist bei seiner Geburt gestorben. In einer Hütte auf dem Gelände lebt ein treuer alter Diener mit seinem Sohn Hassan, der fast gleich alt ist wie der Junge Amir, von dessen Leben diese Geschichte eigentlich handelt. Die Jungen verbringen ihre Kindheit gemeinsam, jedoch werden die Standesunterschiede immer deutlich, wenn andere Kinder oder Festlichkeiten einen Platz einnehmen im Leben des Amir, dann plötzlich ist Hassan unwichtig. Hassan selbst weiß, auf welcher Stufe er steht, immer wird er seinen Freund Amir gegen Rabauken verteidigen und seinen eigenen Platz im Leben nicht anzweifeln.

Trotz des Reichtums, in dem Amir aufwächst, entwickelt er eine Eifersucht auf seinen Freund Hassan und dessen Talente, auch eine Eifersucht darauf, dass sein Vater Hassan auch zu lieben scheint und Hassan, den starken Jungen, möglicherweise seinem eigenen verträumten Sohn vorzieht. Nachdem Hassan eines Tages von einem anderen nur wenige Jahre älteren Jungen als Zehnjähriger vergewaltigt wird, Amir zusieht, nicht hilft, nicht weiß, ob Hassan weiß, dass sein bester Freund Zeuge der Tat wird, er Hassan, aber eigentlich sich selbst nicht mehr ertragen kann, inszeniert er einen Diebstahl in seinem Haus, das Diebesgut wird in Hassans Bett gefunden, der alte Diener und sein Sohn verlassen für immer das Haus.

Ein Leben lang wird Amir diese feige Tat nicht vergessen können. Gleich auf der zweiten Seite steht ein Satz geschrieben, der der rote Faden dieser Geschichte sein wird: There is a way to be good again.

Amir flieht nach den politischen Kriegszuständen zunächst mit seinem Vater nach Pakistan, dann nach Amerika. Dort gründen sie eine Existenz. Amir kehrt durch besondere Umstände irgendwann nach Afghanistan zurück, er kann das, was ihn sein Leben lang gequält hat, endlich wieder gut machen.

Diese Geschichte wird erzählt vor dem Hintergrund der politischen schwierigen Jahre des Einmarsches der Russen, der Übernahme der Taliban, des Betrachters des Emigraten aus seiner neuen Heimat USA heraus. Die Traditionen afghanischer Menschen stehen ebenso im Mittelpunkt, und ja, der Islam hat nicht nur eine fundamentalistische Seite.

Die letzten Seiten der Geschichte sind zum Weinen schön.

Ich habe das Buch zweimal gelesen und lese gerade "Thousand Splendid Suns", den Nachfolger und empfehle jedem begeisterten Leser guter Geschichten, dieses Buch zu kaufen.


Siemens S670 Gigaset DECT-Schnurlostelefon titanium
Siemens S670 Gigaset DECT-Schnurlostelefon titanium

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prima Preis-Leistungsverhältnis, 27. Mai 2008
Ich wollte ein schnurloses Telefon zu einem billigen Preis, das einigermaßen schön aussieht. Habe mich von den durchweg positiven Reviews der Amazon-Käufer zu diesem Telefonkauf verleiten lassen und bin auch zufrieden. Mein 10-Jähriger hat das Telefon innerhalb einer halben Stunde ohne Bedienanleitung kapiert und die Voreinstellungen gemacht. Ich selbst will möglichst unkompliziert und auch nur telefonieren. Das Anmelden hat zunächst nicht geklappt, obwohl das laut Bedienanleitung in fünf Minuten bei eingesetzem Hörer in die Basisstation selbsttätig funktioniert, na ja, dann war der Stecker nicht korrekt in der Station, unser Fehler. Ab dann völlig problemlos. Telefonbuch war zügig bestückt. Ein Klingelton war schnell gefunden. Ein Screensaver auch. Für mich jetzt, einen Tag nach dem Kauf, ein preisgünstiges Telefon mit logischer Bedienführung, das seinen Zweck voll erfüllt und noch hübsch aussieht.

Nach einer Woche hat sich ein kleiner Nachteil herausgestellt. Der Netzstecker, der in der Basisstation steckt, kann nicht richtig fest eingesteckt werden, es ist mir mehrmals passiert, dass ich nicht erreichbar war, denn das Mobilteil klingelt ja nicht, wenn die Basisstation kein Netz hat. Obwohl ich das Ding nicht hin- und herschiebe, muss man da ordentlich aufpassen, dass der Stecker wirklich steckt.
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Mrs. Fox will wieder heim: Wie ich die Amerikaner verstehen und die Deutschen lieben lernte
Mrs. Fox will wieder heim: Wie ich die Amerikaner verstehen und die Deutschen lieben lernte
von Sabrina Fox
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungeheurer Wortwitz., 13. Mai 2008
Ich mag Sabrina Fox. Sie ist mir sympathisch, wie man das so zwischen Fernsehbildschirm und Wohnzimmer beurteilen kann. Oder als Leser von Interviews, die sie gegeben hat. Eine ehrliche Haut, fröhlich, mit beiden Beinen auf der Erde, manchmal mit dem Kopf im HImmel. Als Autorin hatte sie ihren Einfluss auf mich. Drei Engelsbücher habe ich gelesen, sie haben mir einiges beigetragen.

Dieses Buch hier habe ich sofort, nachdem ich davon gehört habe, gekauft, da ich seit zehn Jahren hin- und herpendele, da Freund in Amerika, die zwei Welten sind mir vertraut. Auch ich bin schon oft als Besserwisser in die USA gereist, habe dort private Familienzeit verbracht und war nicht wirklich offen für so einiges, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte. Anderes fand ich wieder toll. Trotzdem war Amerika immer mein Lieblngsland, ich fühle mich nirgends so wohl wie dort - und in München, meiner eigentlichen Heimat. Sabrina Fox hat mir bei vielem aus dem Herz gesprochen, für vieles Worte und Beschreibungen gefunden, was bei mir noch unausgesprochen brodelte. Sie hat wirklich einen klaren Blick auf diese beiden Kulturen.

Sabrina Fox schreibt mit ungeheurem Wortwitz. Ich habe mehr als einige Male gelacht. Es fließt mit einer Leichtigkeit aus ihr heraus, wenn sie über diese zwei Welten schreibt. Frau Fox (oder Sabrina) nimmt sich ernst, aber nicht wichtig. Immer wieder bezeichnet sie sich als Besserwisser, der die Gesellschaft ändern wollte. Dann entwickelte sie sich in dieser Gesellschaft, fand Freunde, wusste vieles zu schätzen, beispielsweise die Freundlichkeit (und nicht die Oberflächlichkeit). Der gute Umgangston. An anderes gewöhnte sie sich nie, beispielsweise daran, dass man in einem Restaurant nach 90 Minunten die Rechnung überreicht bekommt und dann doch bitte zügig gehen soll, da die nächsten Essensgäste gesetzt werden müssen. Auch diese Aufforderung erfolgt höflich: Möchten SIe Kaffee? Möchten Sie Kaffee heißt, es wird jetzt Zeit. Sabrina versuchte es mit: Vielleicht später. Weil sie eigentlich noch sitzen bleiben wollte. Viele solche herrlichen Erzählungen heiter aufs Papier gebracht.

Dieses Buch hat nichts mit ihrer spirituellen Suche zu tun. Über ihre Spiritualität schreibt sie nur wenige Sätze. Sie ist einfach eine erwachsene gescheite Frau, die etwas zu sagen hat über ihre 16 Jahre in Los Angeles. Für Menschen, die Amerika mögen und gerne etwas erfahren möchten darüber, wie es ist, dort zu leben, ein Muss. Sie werden die Amerikaner noch mehr lieben. Deutschland auch.


Süden und der Straßenbahntrinker
Süden und der Straßenbahntrinker
von Friedrich Ani
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krimi ohne Mord, 17. März 2008
Also die zwei Leser, die nur einen Stern gegeben haben, verstehe ich nicht. Es handelt sich bei diesen Büchern eben nicht um monumentale Thriller, sondern um kleine unspektaktuläre Geschichten aus dem Alltag der Stadt München, die in der Vermisstenstelle des Dezernat 11 in der Bayerstraße gelöst werden. Das Ganze ist sehr knackig und mit viel Ironie erzählt, besonders schön natürlich zu lesen, wenn man München mag oder selbst Münchner ist und die Plätze wiedererkennt, den Straßenbahnfahrten wie in diesem Buch folgen kann. Wie auch im ersten Buch wird gar niemand vermisst, hier meldet sich jemand als "wieder da", obwohl überhaupt nie vermisst, ein geistig verwirrter Mann offensichtlich, dessen Geschichte Süden auflöst inklusive Aufihupferl des einzelgängerischen Kommissars Süden mit einer Zeugin, nach dem Beischlaf zieht er sich wieder an, während er sie zu dem Fall befragt, zieht sich nach dem Gespräch über den Fall aber wieder aus. Ist doch nett! Ich lese gleich den nächsten Süden-Roman, freue mich schon drauf. Diese Bücher lesen sich zwischendurch mal schnell als Entspannung, sie sind ja nur 200 Seiten lang.


Nikon D300 SLR-Digitalkamera (12 Megapixel, LiveView) Gehäuse
Nikon D300 SLR-Digitalkamera (12 Megapixel, LiveView) Gehäuse

44 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Daumen hoch!, 6. März 2008
Ich besitze diese Kamera seit wenigen Tagen, habe davor analog mit der einfachen Nikon F50 wunderschöne Bilder gemacht, konnte mich auch schwer trennen, weil never change a winning team. Aber jetzt habe ich die D300 geschenkt bekommen: If somebody should have this camera - it's you! Ich fühle mich nach wenigen Tagen mit dem schönen Teil so vertraut, als hätte ich nie etwas anderes in meinen Händen gehabt.

Ich bin eigentlich kein Technikfreund, vielleicht hatte ich deswegen noch keine digitale Spiegelreflex, weil ich die vielen Funktionen fürchtete, aber ich habe mich außerordentlich leicht getan mit dem Verstehen dieser Kamera. Sogar ein zehnjähriges, zugegebenermaßen cleveres Kind, hat die Kamera in nullkommanix begriffen. In wenigen Stunden einer ruhigen Nacht habe ich selbst die 400 Seiten lange Bedienanleitung überflogen, wobei die ersten 80 Seiten genügen, um losschießen zu können, und ich fühle mich jetzt fit für kommende Streifzüge.

Die Handhabung ist wirklich einfach. Die Menüführung ist mehr als logisch und simpel. Die für mich notwendigen und täglich anwendbaren Funktionen sind völlig unkompliziert. Serienaufnahmen, Belichtungsautomatik, Blendenautomatik, Vollautomatik, Bildbearbeitung auf dem Monitor, Einstellung der persönlichen Favoriten über das logische Menü, Veränderung der Farbaufnahmen auf Schwarzweiß über einen Tastendruck, Veränderung der ISO-Zahl auf Knopfdruck, D-Lightning, senationelle ISO-Möglichkeiten, alles da. Ich trage Kontaktlinsen, wäre ich Brillenträger könnte ich meine Dioptrienzahl auf den Sucher einspeichern.

Technische Details bitte ansonsten Datenblättern von [...] nachsehen.

Was mir persönlich besonders gefällt:
- die Möglichkeit der hohen ISO-Einstellung, ich habe Fotos in einem Museum geschossen, wo man ja nicht blitzen darf, mit 1250 ISO rattenscharf ohne Blitz!!!

- die Möglichkeit der Serienbilder

- die Möglichkeit der starken Vergrößerung/Ausschnitt auf Monitor und Ablegen entsprechender Kopie, dadurch erspare ich mir eigentlich das schwere 300 mm Zoomobjektiv, ich denke ein 200er wird mir in Zukunft reichen

- GESTOCHEN SCHARFE Fotos, super Farben, so etwas habe ich noch nie mit einer Kamera produziert

- sehr leistungsstarker integrierter Blitz

- automatischer Weißabgleich, wenn gewünscht

- kürzeste Belichtungszeit 1/8000, super super super.

- die Umschaltung zu Blendenautomatik oder Belichtungsautomatik oder Vollautomatik oder manuell geht richtig fix ohne lange Fummelei

und vieles mehr

Im Paket war eine Bildbearbeitungssoftware Capture, alleine die ist wohl 110 Euro wert.

Der einzige Negativpunkt ist, dass keine Memory Card dabei war, so eine kleine 1 oder 2 GB Card hätte man für den Preis schon beilegen können. Muss man halt nachkaufen.


Die Reportage
Die Reportage
von Val McDermid
  Broschiert

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kann man sich sparen, 6. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Reportage (Broschiert)
Der erste Krimi von Val McDermid. Eines war mir sofort klar: McDermid hat sich in den 21 Jahren seit Erscheinen dieses Erstlings wesentlich weiterentwickelt als Kriminalautorin. Die Tony-Hill-Romane (ich kenne bisher nur diese von VD), sind dicht, intensiv, ausgeklügelt. Im Gegensatz zu "Report for Murder".

Die Figur Lindsay Gordon bleibt mir fremd bzw. sie ist nichts sagend für mich. Ebenso fremd empfand ich, dass die Geschichte praktisch in einer Frauenwelt spielt, die Hauptprotagonisten sind lesbische Frauen, und es wird unheimlich viel gequakt, wie das Frauen eben so tun. Jedoch quaken sie nicht intelligent und mit viel Substanz, wie Jordan-Hill. Übrigens: Ich bin selber eine Frau und verstehe an und für sich schon den Bedarf an Gesprächen, trotzdem sei mir obige Beurteilung erlaubt.

Ich merke an diesem Buch, wie auch Schreiben zu seiner jeweiligen Zeit passt, eine solche Geschichte, eine solche Schreibe könnte sich ohne gründliches Lektorat heute wohl nicht mehr verkaufen.

Die Geschichte kurz angerissen: Journalistin Lindsay soll von Benefizveranstaltungen einer Mädchenschule berichten. Bei den Veranstaltungen soll Geld gesammelt werden, um die Sportplätze der Schule erhalten zu können. Als Zugpferd taucht Lorna Smith-Couper, berühmte Cellistin, auf. Diese kennt eine Freundin Gordons, Lehrerin an dieser Schule, aus deren Drogendealer-Jugendsünden-Zeit. Bereits da weiß man im Grunde, wie es weitergeht. Lorna wird ermordet, Freundin Gordons verdächtigt, Lindsay Gordon löst ihren ersten Kriminalfall.

Ich gebe drei Sterne, da der Roman nicht so zündet wie die Tony Hill Romane, nicht so intensiv erzählt ist wie die Krimis von Elizabeth George, keine wirkliche Milieustudie ist, nicht den Humor der Sue-Grafton-Geschichten hat und auch sonst nicht besonders raffiniert ist. Trotzdem sicher ein guter Anfang, und Val McDermid hat uns ja später noch viele schöne Krimis beschert.


The Innocent Man
The Innocent Man
von John Grisham
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,70

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Realer Bericht eines Justizirrtums, der in der Todeszelle endete, 6. März 2008
Rezension bezieht sich auf: The Innocent Man (Taschenbuch)
Das ist kein Roman, sondern die dokumentarische Beschreibung eines Falles von Justizirrtum, wie wohl gar nicht so unüblich in den USA. Hier hat es zwei Weiße betroffen, die Sündenböcke sind weitaus häufiger Schwarze.

Die Geschichte spielt in Ada, einer Kleinstadt-/Universitätsstadt in Oklahoma von ca. 16 000 Einwohnern. Jeder kennt jeden. Eine junge Frau wird nachts, nachdem sie von ihrer Arbeitsstelle,einer Bar, nach Hause gegangen war, ermordet. Auf dem Parkplatz war sie noch von mehreren Zeugen gesehen worden mit einem jungen cholerischen Mann des Ortes. Nach dem Mord müssen zwar alle möglichen Männer DNA-Proben bei der Polizei abgeben, dieser besagte Choleriker jedoch wird entweder nicht dazu aufgefordert, oder aber die Proben sind verschwunden. Bei einem routinemäßgen Verhör wird seine Erzählung des Ablauf des Abends ohne Hinterfragen akzeptiert.

Verhaftet werden jedoch nach Monaten zwei stadtbekannte Säufer, von denen weder DNA-Spuren am Tatort gefunden werden noch irgendjemand sie gesehen hätte in der Bar, in der die Ermordete in der Tatnacht arbeitete. Die Polizisten, die wohl heute noch in dem Ort in derselben Funktion arbeiten, spinnen um die gefälligen Tatverdächtigen einen Fall, der ohne Beweise zur Mordanklage führt. Nach elf Jahren in der Todeszelle wird Ron Williamson durch Intervention der gemeinnützigen Organisation "Innocence Project", die sich mit Justizirrtümern in den USA befasst, freigelassen, stirbt jedoch kurz darauf als psychisch kranker Mann.

Die Geschichte ist geschrieben in einer Form von Berichterstattung und Erzählung, für mich sehr spannend geschrieben. Habe auch die Homepage der Kleinstadt Ada gegoogelt, Heile-Welt ist natürlich hier zu sehen, dieser Fall wird selbstredend nicht erwähnt, auch wird Ron Williamson nicht erwähnt in der Rubrik "berühmte Persönlichkeiten der Stadt", obwohl er in seiner Jugend ein Nachwuchssportstar im Baseball war und mit dem sich die Stadt durchaus schmückte.


Der Gefangene
Der Gefangene
von John Grisham
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beschreibung eines Falles aufgeklärt durch "Innocence Project", 6. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Taschenbuch)
Das ist kein Roman, sondern die dokumentarische Beschreibung eines Falles von Justizirrtum, wie wohl gar nicht so unüblich in den USA. Hier hat es zwei Weiße betroffen, die Sündenböcke sind weitaus häufiger Schwarze.

Die Geschichte spielt in Ada, einer Kleinstadt-/Universitätsstadt in Oklahoma von ca. 16 000 Einwohnern. Jeder kennt jeden. Eine junge Frau wird nachts, nachdem sie von ihrer Arbeitsstelle,einer Bar, nach Hause gegangen war, ermordet. Auf dem Parkplatz war sie noch von mehreren Zeugen gesehen worden mit einem jungen cholerischen Mann des Ortes. Nach dem Mord müssen zwar alle möglichen Männer DNA-Proben bei der Polizei abgeben, dieser besagte Choleriker jedoch wird entweder nicht dazu aufgefordert, oder aber die Proben sind verschwunden. Bei einem routinemäßgen Verhör wird seine Erzählung des Ablauf des Abends ohne Hinterfragen akzeptiert.

Verhaftet werden jedoch nach Monaten zwei stadtbekannte Säufer, von denen weder DNA-Spuren am Tatort gefunden werden noch irgendjemand sie gesehen hätte in der Bar, in der die Ermordete in der Tatnacht arbeitete. Die Polizisten, die wohl heute noch in dem Ort in derselben Funktion arbeiten, spinnen um die gefälligen Tatverdächtigen einen Fall, der ohne Beweise zur Mordanklage führt. Nach elf Jahren in der Todeszelle wird Ron Williamson durch Intervention der gemeinnützigen Organisation "Innocence Project", die sich mit Justizirrtümern in den USA befasst, freigelassen, stirbt jedoch kurz darauf als psychisch kranker Mann.

Die Geschichte ist geschrieben in einer Form von Berichterstattung und Erzählung, für mich sehr spannend geschrieben. Habe auch die Homepage der Kleinstadt Ada gegoogelt, Heile-Welt ist natürlich hier zu sehen, dieser Fall wird selbstredend nicht erwähnt, auch wird Ron Williamson nicht erwähnt in der Rubrik "berühmte Persönlichkeiten der Stadt", obwohl er in seiner Jugend ein Nachwuchssportstar im Baseball war und mit dem sich die Stadt durchaus schmückte.


Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels
Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels
von Friedrich Ani
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Tabor-Süden-Debut. Unbedingt lesen., 1. März 2008
Also diese Geschichte ist Wortkargheit in Perfektion, und zwar nicht nur das, was in Gänsefüßchen steht, sondern die gesamte Erzählung: Auf den Punkt, ohne weitausschweifende Satzgebilde, denen man ansieht, dass das Adjektiv mühevoll gesucht und gefunden wurde. Keine Sätze, über die man denkt: Da hat sich jemand verkünstelt. Da wollte jemand ein Wortkünstler sein.
Die Menschen und Situationen hervorragend beobachtet, zwischen den Zeilen Humor, knackig. Ein Krimi, der in München spielt. Kommissar Süden arbeitet in der Vermisstenstelle, nicht wie man es bei Krimis gewöhnt ist, in der Mordkommission.

Die Geschichte ist auch in wenigen Sätzen erzählt: Ein Mann wird von Ehefrau und Schwägerin als vermisst gemeldet. Nachdem in der örtlichen Zeitung ein Bild von ihm veröffentlicht wird, meldet er sich bei Süden und verbittet sich, gesucht zu werden, es gehe ihm gut und es gehe niemanden etwas an, wo er ist. Warum hat er seine Familie verlassen? Das will Süden wissen, obwohl der Fall kein Fall mehr ist.

Natürlich kann man dieses 200-Seiten-Büchlein nicht vergleichen mit einem Mankell-Epos, ein großes Orchester ist keine Kammermusik. Es geht nicht um fiese blutige Morde, sondern um eine Familiengeschichte, wie sie überall passiert.

Für mich als Münchner geht jedoch das Herz auf, wenn ich Süden so durch die Stadt streifen sehe, wenn er bei McDonald am Stachus Junkies sucht, wenn mir eben die Beschreibung dessen, wie und an welchen Orten Münchens er seinen Tag verbringt, so vertraut ist.

Schreiben kann Friedrich Ani wunderbar. Wie hört sich die Beschreibung eines Kneipenbesuches für Sie an:

"Ich war einmal mit Martin dort gewesen, wir hatten gut gegessen und noch besser getrunken, aber der fünfte Ouzo veränderte vorübergehend unsere Persönlichkeit. Wir fingen an Sirtaki zu tanzen, wir schwangen unsere Beine wie Cancantänzenninen und grölten die Melodie. Irgendwann kamen zwei Grüne herein und forderten den Wirt auf, die Musik leiser zu stellen. Ich wankte nach draußen, stolperte und knallte mit dem Gesicht auf die Kühlerhaube des Streifenwagens."

Ja, es wird viel gesoffen in diesem Buch.

Ich freue mich schon auf die nächsten Tabor-Süden-Geschichten, werde sie mir alle nacheinander einziehen.


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