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Rezensionen verfasst von
Harald Schlatter
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Tosca-Sony Opera House
Tosca-Sony Opera House
Preis: EUR 8,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schön gesungen - aber nicht mehr, 23. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tosca-Sony Opera House (Audio CD)
Keine Frage - ein gute, eine runde Einspielung, mit typisch vollem "Zubin Mehta"-Orchesterklang sowie schönen Stimmen. Kein Wunder, bei Price, Domingo und Milnes, die wirklich eine tolle Vorstellung ihres stimmlichen Könnens abliefern. Und sicherlich ist diese Aufnahme ein guter Einstand für jeden, der sich der Tosca annähern will.

Auf Dauer aber will man mehr: mehr Tiefe, mehr emotionale Schwankungen, mehr charakterliche Zerrissenheit in den Stimmen. Wie Thomas Ehlers schon schrieb: Leontyne Prices Floria ist vorwiegend die schöngeistig-Leidende (diese allerdings traumhaft schön gesungen), kaum die selbstbewusste, auch mal zickig-eifersüchtige und im Affekt mordende Liebende. Auch wenn Tosca mitunter als "mainstream Opernkost" dargestellt wird (kein Wunder, sie ist ja eine der meist gespielten Opern): Aber die Floria Tosca gehört sicherlich nicht nur stimmlich, sondern vor allem was die Charakterdarstellung anbelangt zu den anspruchvollsten Sopranrollen. Und was Letzteres anbelangt, hat Maria Callas mit ihrer Floria in der 1953er-Aufnahme (mit Giuseppe di Stefano und Tito Gobbi unter Victor de Sabata) die Messlatte derart hoch gelegt, dass es seither m.E. keiner Sängerin gelungen ist, diese zu nehmen. Auch hier nicht. Dafür einen Punkt Abzug. Der aber wieder hinzugefügt werden kann für alle, die vor allem Schönklang suchen.

Einen zweiten Punkt Abzug gibt es für die mir vorliegende CD. Ich habe den Eindruck, dass diese teilweise zu hoch aus- und damit übersteuert ist, vor allem bei manchen mittelhohen Soprantönen. Vielleicht ist das aber nur ein Einzelfall.

Trotzdem grundsätzlich empfehlenswert, wobei ich, wenn jemand eine neuere Aufnahme mit besserer Aufnahmetechnik sucht, eher die mit Renata Scotto und Placido Domingo unter James Levine empfehlen würde.

Früher oder später landet man dann aber doch wieder bei der Callas-Aufnahme, auch wenn diese nur in Mono, damit aber vielleicht sogar umso eindringlicher ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 11, 2012 10:20 PM CET


Rachmaninoff / Tschaikowsky: Klavierkonzerte 3 / 1
Rachmaninoff / Tschaikowsky: Klavierkonzerte 3 / 1
Preis: EUR 21,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Du kannst Dich ihr nicht entziehen, 20. Januar 2012
Es ist alles gesagt und geschrieben zu dieser Einspielung.

Ich kann nur noch ergänzen, dass ich keine andere CD im Regal stehen habe, die mich derart in den Bann zieht, wie diese. Ich habe es schon ein paar mal versucht, Argerichs "Rach 3" zu hören, während ich irgendeine Belanglosigkeit nebenbei versuche zu erledigen. Zwecklos. Nach 2-3 Minuten lasse ich alles stehen und liegen und lasse mich mitreißen von diesem Musiksturm und -feuerwerk. Das ist schlicht überwältigend, atemberaubend, mitreißend - aber nichts für schwachen Nerven und Herzen.

Was würde ich geben, damals bei diesem live-Konzert mit dabei gewesen zu sein.


The Complete Studio Recordings 1949-1969
The Complete Studio Recordings 1949-1969
Preis: EUR 77,04

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Porträt einer Ausnahmekünstlerin, 20. Januar 2012
Es ist schon vieles, sehr Zutreffendes zu Maria Callas und dieser CD-Box gesagt worden - das muss nicht alles wiederholt werden. Hier nur noch vier Punkte, die mir wichtig erscheinen und die in den vorigen Rezensionen etwas untergingen.

1. Callas' Stimme polarisiert. Für viele klingt ihre Stimme metallisch scharf, hoch, manchmal gar schrill. Hier sei ganz klar gesagt: Wer eine "schöne" Stimme in Bezug auf harmonisch und verbindlich, mit wenig Ecken und Kanten sucht, der ist bei der Callas falsch. Callas singt nicht immer nur schön; sie singt, wie es die Rolle verlangt. Und das sind nicht immer nur "schöne Charaktere", sondern meist gebrochene oder zerrissene Persönlichkeiten. Das passt schön singen einfach nicht immer. Es ist vielleicht das herausragendste Merkmal und Verdienst der Callas, dass sie es schafft, diesen Rollen mit ihrer Stimme ein Leben einzuhauchen und die Protagonistinnen, die sie verkörpert, somit förmlich lebendig werden zu lassen, auch wenn wir nur die Musik und Callas' Stimme hören. Kein Wunder, dass sie mit dieser stimmlichen Darstellungskunst und -kraft für eigentlich alle großen Sängerinnen nach ihr Vorbildfunktion war und noch ist. Noch heute hören die ganz Großen der Opernszene Callaseinspielungen, wenn sie sich auf eine neue Rolle vorbereiten.

2. Keine Frage zeugen die früheren Aufnahmen von einer spielerisch-mühelosen Stimmagilität, dass man sich fragt, wie die Callas das hinbekommen hat. Eine Leichtigkeit, die den späteren Aufnahmen fehlt, bei denen Callas' Stimme spürbar angestrengter klingt. Aber, bei manchen Aufnahmen verleiht dies der Rolle eine noch größere Dramatik, und dank ihrer brillanten Gesangstechnik weiß die Callas so manche Stimmschärfen zu kaschieren oder sogar gezielt einzusetzen. Hier lohnt sich wirklich der Vergleich zwischen frühen und späten Aufnahmen (vor allem der Norma und Tosca).

3. Da Komplett-Box, finden sich in dieser nicht nur die tragischen Rollen, mit denen die Callas berühmt wurde, sondern auch die eher humoristischen. Und wer die Callas nur als Norma, Tosca oder Lucia kennt, wird beim Il Barbiere sein blaues Wunder erleben. Leicht, humorvoll und förmlich augenzwinkernd und immer ein bisschen gerissen singt sie die Rosina, weit interessanter und lebendiger, als man das von vielen Sopranistinnen mit leichterer Stimme kennt. Und mit einer Agilität und Treffsicherheit, dass einem schwindelig wird - man höre sich nur "Fortunati affetti miei" an.

4. Letztlich finden sich auch diverse Rezital-Einspielungen in dieser Box, darunter einige wunderschöne Arien aus Opern, die die Callas leider nie als komplette Oper eingespielt hat, so zum Beispiel Samson und Dalila mit den bekannten "Printemps Qui Commence" und vor allem "Mon Coeur S'ouvre à Ta Voix". Hier zeigt sich, dass die Callas in ihren späten Jahren in Mezzosopran-Rollen sehr gut aufgehoben gewesen wäre. Leider hat sie das nie verfolgt. Vielleicht, weil nur wenige Mezzosopran-Rollen ihrem Anspruch genügten.

Der Klang aller CDs ist übrigens in Anbetracht des Alters der Aufnahmen beeindruckend gut, selbst die Monoeinspielungen, die bei Arien durchaus vorteilhaft klingen. Diese Studioeinspielungen sind den ebenfalls als Einzelopern erhältlichen Live-Bühnenmitschnitten vorzuziehen, die auf Grund damals noch mangelnder Tontechnik wirklich nur etwas für Callas-Fans sind; oder aber, um sich einen Eindruck zu verschaffen, welche enorme Bühnenpräsenz die Callas gehabt haben muss, die sich sogar noch auf deren stimmliche Darstellung überträgt.

Was bleibt ist eine wirklich empfehlenswete CD-Sammlungsbox, die einen tollen Überblick gibt über das Wirken der m.E. nach größten Sopranistin - der Primadonna assoluta - des 20. Jahrhunderts.


Mahler: Sinfonien 1-10
Mahler: Sinfonien 1-10
Preis: EUR 27,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denonqualität zum Schnäppchenpreis, 4. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Mahler: Sinfonien 1-10 (Audio CD)
Zunächst sollte erwähnt werden, dass das RSO Frankfurt zu einem der renommiertesten Orchestern auf internationaler Bühne für Mahlerinterpretationen gehört, was man diesen Aufnahmen auch anhört. Man hat das Gefühl, die Musiker spielen nicht nur, sondern leben die Musik förmlich.

Zu Eliahu Inbals Interpretation ist schon einiges hier gesagt. In der Tat eine eher analytische Interpretation, dabei aber alles andere als kühl sezierend, sondern fließend von einem Gemütszustand in den nächsten, in einem Tempo, dass einem manchmal schwindelig wird. Die Kontrapunkte auch der Tempi, die Inbal hier teilweise auch vor Höhepunkten gezielt einsetzt, finde ich aber keinesfalls störend - ganz im Gegenteil: Sie verstärken damit Mahlers Harmoniebrüche und als Zuhörer taumelt man zwischen Mitgerissenheit der Harmonie folgend und Abstürzen in Dissonanztiefen, dass einem nur so der Puls rast, bevor einen Inbal mit Mahlers Musik wieder auffängt und zum nächsten Höhepunkt trägt, hoch und höher, wohl ahnend dass er dies nur tut, damit man danach wieder umso tiefer fällt. Das ist Leben in der Musik.

Höhepunkte sind für mich die 2., 5. (ja, ich weiß, auch wenn's abgedroschen klingt, aber das Adagietto dieser Einspielung ist an Zartheit und Sanftheit nicht zu überbieten; minutenlang traut man sich nicht zu bewegen aus Angst man könnte die zarten Klangbilder stören), die 9. (phänomenal das Adagio, die eigenen Atemzüge werden langsamer und gegen Ende traut man sich gar nicht mehr zu atmen) und auch die 10. (wieder das Adagio; warum es allerdings zweimal auftaucht - einmal nach der 9. als Beigabe und dann wieder auf der CD der eigentlichen 10. Symphonie habe ich bis jetzt noch nicht verstanden).

Rundum etwas für die Seele, abtauchen, sich mitnehmen lassen und am liebsten gar nicht mehr auftauchen. So muss Musik sein und sich anfühlen.

Dazu trägt auch der Klang bei, der ist nämlich schlicht überragend! Ich habe selten eine klassische Einspielung mit so vollem, voluminösem und perfekt räumlichem Klang gehört wie diese. Dazu trägt sicherlich auch die Akustik der Frankfurter Alten Oper bei, vor allem aber merkt man, dass die Denontechniker wirklich zu den Topexperten für digitale Aufnahmetechnik und -akustik zählen. Denn: Alle Aufnahmen sind ursprünglich für Denon gemacht worden; die einzelnen CDs bekommt man heute gebraucht nicht unter 50 Euro das Stück. Und hier werden alle Aufnahmen auf 15 CDs für 20 bis 30 Euro angeboten, ergänzt noch durch ein ganz passables Begleitheftchen in Englisch, das schöne Hintergrundinfos liefert.

Zusammenfassend: Volle Punktzahl - zugreifen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2010 8:38 AM MEST


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