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Rezensionen verfasst von
Flora123 (Wuppertal)

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Diadermine Lift+ Lichtschutz LSF 30 Anti-Falten Tagescreme, 3er Pack (3 x 50 ml )
Diadermine Lift+ Lichtschutz LSF 30 Anti-Falten Tagescreme, 3er Pack (3 x 50 ml )
Preis: EUR 14,97

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hinterlässt unschöne Krümel im Gesicht, 18. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Offensichtlich bin ich die Ausnahmekundin. Denn die große Begeisterung hier kann ich leider nicht teilen. Ich hatte mit dieser Creme 2 sehr wesentliche Probleme:

1.: "Krümel" im Gesicht...
... die entstehen, sobald man noch irgendetwas anderes aufträgt als diese Creme. Z.B. Sonnenmilch. Schließlich sollen ja gerade sonnenempfindliche Hauttypen, zu denen die Kundinnen einer LSF-30-Creme wohl gehören dürften, sobald es sonnig wird noch mal "nachlegen". Steht auf jeder Sonnencreme drauf, bitte erneuern Sie den Sonnenschutz u.s.w. und sofort. Doof nur, wenn die Diadermine-Schicht darunter dann regelrecht zerbröselt und man ausschaut wie nicht gewaschen. Schlimm. Ähnlich unsauber wird's, wenn man Make up verwendet. Das Krümelmonster fand ich eigentlich nur in der Sesamstraße toll.

2.: Allergische Reaktion der Augen
In diesen Spätsommer kamen mir ständig die Tränen, und das trotz eigentlich guter Laune. Der Doc hat erhöhte Allergiewerte festgestellt, mir Allergietabletten verschrieben und dann doch keine Erklärung gefunden, warum "Gräser und Spitzwegerich" im August solche heftigen Reaktionen auslösen (kaum noch gucken können, das Haus nur noch mit Sonnenbrille verlassen). Bis ich von den ewigen Krümeleien so die Nase voll hatte (siehe Punkt 1), dass ich die Creme wechselte und oh Wunder die Augen nicht mehr tränten. Plötzlich ist wieder alles ok auch ohne Sonnenbrille und Allergietabletten.

Fazit: sicher bin ich eine unter 1.000, aber dafür mit extrem schlechten Erfahrungen.


Les Misérables
Les Misérables
DVD ~ Hugh Jackman
Preis: EUR 6,99

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Bildadaption eines großartigen Bühnenstückes, 8. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Les Misérables (DVD)
Einige Kritiker bemängeln ja an dieser Musicalverfilmung, dass "so unheimlich viel Gesang drin vorkommt" - was mich offen gesagt zum lachen gebracht hat (sorry, ist echt nicht böse gemeint). Ja - *zustimmendes nicken* - , es wird echt doll viel gesungen! :-) Wer also keine Musicals mag, kann mit dieser DVD nicht glücklich werden.

Mich persönlich hat der Film komplett umgehauen. Konnte viele Tage lang weder die Bilder aus dem Kopf bekommen noch die Ohrwürmer loswerden, und das, obwohl ich die Bühnenversion mehrmals live gesehen habe, die Jubiläums-DVD schon vor Jahren rauf und runter geguckt habe, kurz gesagt: die Musik eigentlich in und auswendig kenne.

Aber diese Verfilmung erschließt mir vieles auf völlig neue und besonders eindringliche Weise, mit Bildern, die eine Bühne naturgemäß nicht bieten kann. Die ohnehin schon aussagekräftigen Texte erhalten hier ihren stimmigen Rahmen und sprechen so noch klarer als zuvor. Es ist eben ein Unterschied, ob die Hauptfigur Valjean auf der Bühne dreimal im Kreis laufend von der Sehnsucht nach Freiheit singt, oder ob wir außerdem noch die weiten Berge und Täler auf der Wanderung eines gerade erst entlassenen Sträflings sehen. Oder ob die Großaufnahme ein derart heftig ausgemergeltes und zorniges Gesicht zeigt, dass einem Angst und Bange werden kann (großartig: Hugh Jackmann), wo sich die Bühne mit dem gebückten Gang eines erschöpften Mannes begnügen muss. Aus meiner Sicht hat die Verfilmung alle ihre Möglichkeiten voll ausgeschöpft und bildgewaltig visualisiert, was die Bühne in erster Linie nur erzählen kann.

Ein weiteres Plus der Filmversion ist die absolut schlüssige Nachvollziehbarkeit. Schließlich brauchte Victor Hugo für seine lange, nicht immer unkomplizierte Geschichte weit über 1.000 Seiten (!). Gut also, dass extra für den Film einige Einschübe neu konzipiert (und tw. sogar komponiert) wurden, z.B. die Ermahnung eines Beamten, Valjean sei als gefährlicher Mann lebenslänglich auf Bewährung und werde umgehend verhaftet, falls er seine Bewährungsauflagen nicht einhalte. Da diese Szene so im Bühnenmusical nicht vorkommt, war mir jene wesentliche Bewährungs-Info zuerst komplett durchgegangen, so dass ich angesichts der verbissenen Verfolgung durch Polizeiinspektor Javert ein wenig ratlos war.

In erster Linie will der Film also die Geschichte erzählen, und das muss sich, wie zumindest ich finde, auch im Gesang zeigen. Der ist nämlich nicht schlechter als der auf der Bühne, sondern vor allem anders. Auf der Bühne ist der glasklare Gesang von Profis angebracht, bei denen jeder Ton sitzt. Sehe ich aber auf dem Bildschirm die Geschwüre "der Elenden" (Les Miserables), die in versifften Straßen vor sich hin vegetieren, finde ich glasklaren, wohlklingenden Gesang fehl am Platz und mag stattdessen viel lieber die Echtheit, mit der die Schauspieler ihre Lieder den Rollen entsprechend vor sich hin rotzen, schmachten oder jammern.

Zugegeben, mir gefällt auch nicht jede Stimme. Für mein Empfinden singt Marius original wie Kermit der Frosch, und ja, Russel Crowe schöpft die Möglichkeiten seiner Figur Javert" nicht annähernd aus - mir ist das zu gleichförmig und emotionslos - aber jetzt mal ehrlich, ist das nicht meckern auf hohem Niveau? Etwaige Mankos werden ausgeglichen u.a. durch den überragenden Hugh Jackmann, obwohl ich ihn das Lied "Bring him home" neu hätte singen lassen ("Hey, Hugh, geht das auch etwas weniger gepresst?"), aber im Gros seiner Szenen gibt er einen komplett überzeugenden Valjean. Man sehe sich nur mal sein "Who am I?" an, also echt, geht das noch besser? Auch Anne Hathaways "I had a dream" ist so eindringlich und emotional wie sonst kaum eine Interpretation zuvor (sorry, Susan Boyle). Ich finde eigentlich fast alle Darsteller toll, außer Kermit den Frosch - den aber andere Zuschauer wiederum total toll finden, und damit meine ich jetzt nicht Miss Piggy. Tja, so verschieden sind halt die Geschmäcker.

Zu guter Letzt: Les Miserables motiviert mich allen Ernstes, ein besserer Mensch zu sein". Wirklich wahr! Das große Thema des Stückes ist nämlich "Vergebung". Vergebung ist der Grund für Valjeans Lebenswandel und fortan Leitmotiv auf seinem weiteren Weg. Weil er Vergebung erlangt hat, kann er selber auch vergeben. Diese Botschaft war dem Autor Victor Hugo ein wichtiges Anliegen. Nicht nur die Anprangerung der gesellschaftlichen Missstände. Les Miserables ist eben auch ein Plädoyer gegen Rache, für Gnade, gegen Schwerter und für die Verwandlung von Schwertern zu Pflugscharen. Das haut mich immer wieder aufs Neue um. Victor Hugo, Du bist für mich der wahre Held dieser Geschichte.


Blinc Kiss Me Eyeliner braun
Blinc Kiss Me Eyeliner braun
Wird angeboten von Wimmer Cosmetics
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Super Farbe, unübertroffene Haltbarkeit, 23. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blinc Kiss Me Eyeliner braun (Misc.)
Dieser Eyeliner ist zwar richtig teuer, dafür aber auch richtig super. Die Farbe stimmt mit der Farbdarstellung im Internet überein - in meinem Fall matt braun - und enthält nicht irgendwelche versteckten Glitzereffekte, die Frau ja nur dann haben will, wenn sie sich bewusst dafür entscheidet. Ich habe auch schon einen Eyeliner erwischt, der mir einen nass funkelnden Strich aufs Lid gezaubert hat - worauf ich aber weder durch die Hüllenfarbe noch sonstige "Warnungen" hingewiesen wurde.

Die Haltbarkeit ist aus meiner Sicht konkurrenzlos gut. Auch am späten Abend sitzt noch alles da, wo es hingehört. Außer vielleicht, man heult einen ganzen Kinofilm lang durch. Aber da geht schließlich jeder Eyeliner in die Knie ;-) Ich persönlich vertrage den Eyeliner sehr gut. Da brennt oder tränt nichts.

Vielleicht hätte man lediglich den Pinsel etwas länger und spitzer machen können. Aber das dürfte jede(r) unterschiedlich empfinden.


Die Hütte: Ein Wochenende mit Gott
Die Hütte: Ein Wochenende mit Gott
von William Paul Young
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolle Idee, aber etwas farblose und flache Umsetzung, 4. Dezember 2012
Eigentlich hatte William P. Young lediglich ein Buch für seine Kinder schreiben wollen. Eines, das ihnen die christliche Lehre von Gottes großer Liebe verdeutlichen sollte. Schließlich wurde dem Autor in seiner eigenen Kindheit das genaue Gegenteil beigebracht, nämlich ein kalter, beängstigender Gott. "Die Hütte" war also zunächst nur ein rein privat motiviertes Projekt, entwickelte sich aber zu einem beachtlichen Bestseller.

Zum Inhalt: Youngs Hauptfigur "Mack" (die Ähnlichkeiten mit dem Autor sind nicht zufällig) wird in eben jener Hütte die große Ehre zu teil, Gott zu begegnen. Nicht nur ihm, sondern der kompletten Dreifaltigkeit, alle in körperlicher Form anwesend, quasi zum greifen nahe. Für Mack also die Gelegenheit, ausgiebig über seine große Lebenskrise zu sprechen...

Ich persönlich finde die Absichten Youngs ehrenwert, die Grundidee faszinierend, aber die Umsetzung leider nicht sonderlich gut gelungen. Sorry, aber auf mich persönlich wirkt die Sprache flach und unbeholfen. Das, was Young beschreiben will, ist um ein Vielfaches größer als sein Vokabular.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die erste Begegnung zwischen Gott und Mack: Gott hebt Mack in die Höhe, wirbelt ihn herum wie ein kleines Kind, ruft immerzu "Mackenzie!", freut sich "Wie erwachsen Du geworden bist!" und bekundet schließlich "Oh, oh, oh, wie sehr ich Dich liebe!" (Seite 94 im gebundenen Buch). Tja. Also, bei mir entstehen da nur schräge Bilder: Gott wirbelt einen bärtigen Mann um sich herum, ruft dauernd dessen Namen und ist dabei völlig überrascht: Junge, Junge, bist Du aber groß geworden, das hab ich in all meiner Omnipräsenz 40 Jahre lang glatt übersehen, aber egal, lass Dich drücken!

Derart merkwürdige Szenen ziehen sich durch das ganze Buch. Mir tut das immer dann besonders weh, wenn ich Youngs wirklich gute Intention erahne, die Umsetzung aber ungewollt komisch geraten ist. Z.B. die extrem gute Laune der Dreifaltigkeit. Was wird da gelacht, gescherzt, gegrinst, augengezwinkert und vor allem gekichert! Allen voran Jesus, der unheimlich gerne kichert (aua), selbst dann noch, als Mack herausrutscht, er fände ihn hässlich (noch mal aua). Möglicherweise ist aber auch die deutsche Übersetzung des Öfteren daneben gegangen.

Hach. Dabei glaube ich ja auch, dass es nirgendwo größere Freude gibt als im Hause des Herrn. Und nirgendwo eine tiefere Liebe. Aber das ist für mich nicht gleichbedeutend mit "lustig, lustig tralalalala". Und wenn sich die Hauptpersonen ständig sagen, wie sehr sie sich lieben, entsteht deswegen noch lange kein Feuer, an dem ich mich erwärmen könnte.

Am meisten bedauere ich aber, dass Young die Größe, Schönheit und Tiefe des Neuen Testaments nicht ausschöpft, sondern stattdessen zuviel eigenes Gedankengut einbringt. Dabei bietet das NT doch Stoff im Überfluss! Bei Young entstehen für mein Empfinden einfach zu viele göttliche Plauderstunden, in denen fröhlich und unbedarft biblische Aussagen vermischt werden mit Kalenderweisheiten und theologisch fragwürdigen Behauptungen. Beispiel für letzteres:
Gott sagt von sich, er lebe - Zitat - "in einem Zustand permanenter Zufriedenheit."
Worauf bezieht sich Young da? Man mag ja zum Christentum stehen wie man will, aber Basis dieses Glaubens ist nun mal die Bibel. Und der Bibel nach ist Gott die einzige und dazu noch unerschöpfliche Quelle der Liebe. Das macht permanente Zufriedenheit leider unmöglich.

Denn Liebe bringt automatisch Zorn, Trauer oder sogar Eifersucht mit sich angesichts Ungerechtigkeit, Leid und Ablehnung. Viele dieser vordergründig negativen Eigenschaften fehlen Youngs fröhlichem Kumpelgott. "Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott!" heißt es z.B. in 2. Mose 20, 5 zum Verbot des Götzendienstes. Young hingegen domestiziert Gott zu einem reinen Kuschelpapa. Aus christlicher Sicht ist das arg unvollständig und unterschlägt viele wichtige Eigenschaften göttlicher Liebe, die flüchtig betrachtet unpopulär sind, in Wahrheit aber erst das Bild des göttlichen Liebhabers abrunden und komplett machen.

Trotz allem kann ich die Begeisterung vieler Leser gut verstehen. Schließlich ist die tief im Menschen verankerte Gottessehnsucht stärker ausgeprägt als alle Unebenheiten des Romans. Auch eine Leistung: die Geschichte trägt, und zwar über die sprachlichen und inhaltlichen Schlaglöcher hinweg. Das zeigt aber lediglich, wonach Leser suchen. Und nicht, wie viel man davon bei Young finden kann.


Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman
Preis: EUR 8,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Reise durch halb Schweden und ein ganzes Jahrhundert Weltgeschichte, 14. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist natürlich völlig überflüssig, ein Buch zu rezensieren, was zuvor schon von 702 Rezensenten bewertet wurde (Stand 14.11.12). Erst Recht in der epischen Breite wie ich dies nun vorhabe. Aber ich kann einfach nicht anders. Schon alleine, um das Ganze zu verarbeiten und mit den Entzugserscheinungen einigermaßen klar zu kommen.

Denn dies war die skurrilste und eindrücklichste Reise, auf die mich jemals ein Autor mitgenommen hat! Witzig, traurig, tiefgründig, leicht und schwer zugleich. Dabei führt die Reiseroute nicht nur durch halb Schweden, sondern auch noch durch ein ganzes Jahrhundert Weltgeschichte.

Zur Handlung (von der meines Erachtens einige Rezensenten viel zu viel preisgeben):
Allan Karlsson büchst an seinem 100. Geburtstag aus dem Altenheim aus. Auf die eigene Geburtstagsfeier samt Gemeinderat und Presse hat er nämlich überhaupt keine Lust. Kurz vor seiner Flucht per Reisebus gerät ihm auch noch ein Koffer in die Hände, den er einer raschen Eingebung folgend einfach mitgehen lässt. Er ahnt nicht, dass der Kofferbesitzer sowie dessen Kumpels alles daran setzen werden, sich diesen Koffer wieder zurück zu holen. Allarmiert vom Altenheim nehmen zudem auch noch die Presse sowie die Polizei Allans Verfolgung auf. Der wiederum lernt auf seiner Reise allerlei schräge Wegbegleiter kennen…

Der zweite Erzählstrang schildert Allans bewegtes Leben während der letzten hundert Jahre, quer durch mehrere Kontinente und politische Regime, inklusive persönlicher Treffen mit bedeutenden Staatsmännern. Dabei findet Allan Politik eigentlich stinklangweilig, doch als höflicher Mensch plaudert er selbst mit den übelsten Despoten, solange es nur genügend guten Schnaps zu trinken gibt.

Mehr sollte von der Handlung nicht verraten werden! Denn die vielen, vielen – wirklich vielen!!! – überraschenden Irrungen und Wendungen machen den Hauptlesespaß des Buches aus. Soviel Handlung bekommt man selten zwischen zwei Buchdeckeln geboten.

Selten sind mir auch die Schrecken des 20. Jahrhunderts sowie die Dummheit der Menschen derart heftig um die Ohren geflogen wie bei dieser Lektüre. Und das obwohl, oder gerade weil, das ganze Geschehen aus Allans politisch gleichgültiger Perspektive erzählt wird. Stets bewahrt er sich eine gelassene Distanz, egal wie schlecht oder grenzenlos dumm ein Mensch auch sein mag. Jammern oder verurteilen sind halt seine Sache nicht; hin und wieder macht ihn das sogar zu einem verantwortungslosen Mistkerl. Jedoch bietet gerade diese gleichgültige Neutralität den perfekten Kontrast zu all dem Schlechten um ihm ihn herum. Diese Methode hat schon bei Forrest Gump gut funktioniert (man denke nur an Forrests naiv harmlose Schilderung des Vietnamkriegs). Die unaufgeregt sachliche Schreibweise, teilweise geradezu bürokratisch korrekt, verstärkt diesen Effekt noch zusätzlich.

Dass der Autor Jonas Jonasson komplett auf den moralisch erhobenen Zeigefinger verzichtet tut sein Übriges. Fälschlicherweise kann man das als Gleichgültigkeit oder, noch schlimmer, Einverständniserklärung mit Diktatur und Gewalt missverstehen. Ich finde jedoch, dass er auf ganz raffinierte Weise die moralische Wertung dem Leser selber überlässt, was zumindest bei mir eine viel nachhaltigere Wirkung entfaltet hat als vorgekaute moralische Belehrungen es jemals vermögen.

Dabei trieft der ganze Roman nur so vor lauter schwarzem Humor, Sarkasmus und Situationskomik. Achtung, Political Correctness sucht man hier vergebens – Gott sei dank, so meine ganz persönliche Wertung. Selten habe ich solch geballten Sprachwitz lesen und soviel zwischen den Zeilen versteckte Ironie und Tragik entdecken dürfen. Ständig musste ich lachen und gleichzeitig schlucken. Wow, was für eine schriftstellerische Leistung, Jonas Jonasson vereinbart eigentlich Unvereinbarliches.

Andererseits liegt aber auch auf der Hand, was einigen Lesern missfallen könnte:

Vielleicht finden sie die zahlreichen Exkurse in diverse Vergangenheiten langweilig. Nicht nur die Herkunft von Allans Eltern wird genauer beleuchtet sondern auch die der meisten anderen Romanfiguren. Alle paar Seiten schiebt der Autor weitere biographische Schilderungen und Charakterstudien ein. Langatmig? Nicht gradlinig genug, zu viele Abzweigungen? Für meinen persönlichen Geschmack nicht. Gerne habe ich mich mitnehmen lassen in all diese unterschiedlichen Köpfe und Perspektiven. Was für ein Reichtum an Charakteren unterschiedlichster Herkunft!

Andere Kritiker werfen dem Roman eine konstruierte und an den Haaren herbeigezogene Handlung vor. Und tatsächlich, Allans Leben ist in etwa so realitätsnah wie das des Barons Münchhausen ;-) Das ist aus meiner Sicht aber unvermeidlich – zudem auch noch höchst unterhaltsam – wenn ein einziger Mensch, nämlich Allan, als Vehikel durch 100 Jahre Menschheitsgeschichte fungieren soll. Zumal: zwar haben die Erlebnisse des Protagonisten nichts mit der Realität zu tun, die historischen Hintergründe allerdings umso mehr. Ein weiterer Kontrast, von dem der Roman ganz erheblich lebt.

Vereinzelt wird behauptet, dem Roman mangele es an Tiefgang, was aber nicht weiter schlimm sei, dies „nehme er ja auch gar nicht für sich in Anspruch.“ Ach nein? Ich sehe diesen Anspruch sehr wohl. Oder ist etwa eine klare und unkomplizierte Sprache schon ein untrügliches Kennzeichen für leichte Kost? Ich denke nicht. Umgekehrt kann man genauso gut mit hochintellektuellen Worten lauter Banalitäten von sich geben. Tiefgang hat der Roman aus meiner Sicht reichlich, und zwar auf zahlreichen Ebenen, sei es nun die konsequente Einnahme unterschiedlichster Perspektiven, die Schaffung glaubwürdiger Charaktere sowie die logische Ableitung deren Handlungsweisen, vor allem aber ein denkwürdiger Geschichtsunterricht der ganz anderen Art, fernab jedweder politischer Korrektheit, und vielleicht gerade deshalb ganz besonders eindrücklich.

Ebenso in die Irre führen aus meiner Sicht gutgemeinte Empfehlungen, sich mit dem Roman „ein paar heitere Lesestunden zu gönnen.“ Heiter? Ja, das irgendwie auch, gleichzeitig aber auf bösartige Weise erhellend und sarkastisch. Tschuldigung, aber der harmlose Begriff „heiter“ wird den Zeitreisen in die Abgründe des Kommunismus einfach nicht gerecht. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass insbesondere der Erzählstrang der Gegenwart eine geradezu unerträglich Leichtigkeit des Seins vermittelt – noch so ein Kunststück des Autors, eigentlich Unvereinbarliches spielerisch leicht miteinander zu vereinbaren.

Ja, Asche auf mein Haupt, ich habe mittlerweile viel zu viel geschrieben und bin streng genommen noch nicht einmal damit fertig. Doch nun soll es auch gut sein (auch wenn weder die Verarbeitung abgeschlossen noch die Entzugserscheinungen überwunden sind :-) ). Dies ist jedenfalls meine Sichtweise auf eine der skurrilsten und eindrücklichsten Reisen, die mir ein Autor jemals ermöglicht hat.

Danke, Jonas Jonasson, danke.


Zwei an einem Tag
Zwei an einem Tag
von David Nicholls
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

437 von 468 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 20 Jahre Liebe auf Abstand - tiefgründig, authentisch und witzig, 7. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zwei an einem Tag (Gebundene Ausgabe)
Vorab eine Warnung: Wer Liebesgeschichten über aufregende Irrungen und Wirrungen des Herzens lesen möchte, wer ein Faible für Erb-, Leiden- und Grafschaften hat, der ist beim Autor David Nicholls an der falschen Adresse gelandet.

Nicholls hat statt Schmacht und Kitsch tiefgründige Charakterstudien zu bieten. Dennoch sind seine authentischen Personenbeschreibungen locker und leicht zu lesen. Selbst die schwermütigen Phasen der Hauptpersonen werden in frische, ironische und geistreiche Dialoge verpackt. Wie im wahren Leben, wo ja auch nicht selten das Schwere recht leicht daher kommt und man erst im Nachhinein schlucken muss.

Auf diese Weise werden uns über einen Zeitraum von 20 Jahren Einblicke in die Leben zweier Menschen gewährt, und zwar immer am 15. Juli. Jener erste gemeinsame 15. Juli findet im Jahr 1988 statt. Emma und Dexter, kurz Dex genannt, sind Anfang 20 und gehen aufs selbe College. Nach einer durchzechten Nacht landen beide miteinander im Bett, ohne <<so richtig miteinander geschlafen zu haben>>. Dex ist bereits zu diesem Zeitpunkt ein cooler Typ, gutaussehend, irgendwie easy drauf, dazu noch aus gutem Hause. Emma hingegen hat zwar keine reichen Eltern, ist aber intellektuell und politisch höchst engagiert, immer mit einem klugen Spruch auf den Lippen. Zwar ist sie, wie Dex zugeben muss, ziemlich hübsch, trotz Kassengestell auf der Nase, aber ihr T-Shirt mit dem Spruch für nukleare Abrüstung löst bei ihm eindeutig Fluchtreflexe aus.

Wenigstens so halb. Denn auch wenn er weit entfernt ist vom Wunsch nach einer festen Beziehung, so kann er doch nicht so ganz von der klugen, witzigen Emma lassen. Und sie auch nicht von ihm, obwohl sie sich darüber ärgert, Mist aber auch, einen Typen zu mögen, der jede haben kann und tatsächlich auch jede hat!

Und so begleiten sie einander über die Jahre als <<wirklich gute Freunde>>, immer mal wieder mit einem Anflug Sehnsucht nacheiander, doch dem wahren zueinander finden stehen grundsätzlich irgendwelche Hindernisse im Weg. Die da wären: Dex hat eine Freundin (eigentlich fast immer) / Emma hat einen Freund (selten und auch dann nicht so richtig) / man lebt auf verschiedenen Planeten (im übertragenen Sinne) / man lebt in verschiedenen Orten (im physischen Sinne) .... und überhaupt.

Der Trick mit dem 15 Juli erlaubt es dem Autor, die Persönlichkeiten seiner Hauptpersonen im Zeitraffer weiter zu entwickeln. Emma wird sanfter und muss nicht mehr jede Diskussion durchfechten. Und auch Dex schaltet von seinem wilden High-Speed-Party-Leben einen Gang runter. Schliesslich endet der Roman mit einem Flashback der besonderen Art.

Bleibt mir nur noch, ganz besonder die schriftstellerische Fähigkeit von David Nicholls zu loben. Er kann wirklich schreiben! Sein Witz ist niemals gezwungen, seinen Einsichten kommen ohne moralisch erhobenem Zeigefinger aus. Das Ungesagte gelingt ihm besonders ausdrucksstark. Er beschreibt Bildern, so als säße man im Kino. Seine geschaffenen Figuren werden lebendig und der Abschied von ihnen auf der letzten Seite verursacht Entzug. Hach. Bitte mehr von solchen Büchern, die das Herz erwärmen, ohne das sich der Verstand zu schämen braucht.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 7, 2011 7:01 PM CET


Über die Trauer
Über die Trauer
von Clive St. Lewis
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trauer von innen erlebt, nicht von außen beobachtet, 1. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Über die Trauer (Gebundene Ausgabe)
Auf meiner persönlichen Liste "Hätte ich gerne mal kennen gelernt" steht C.S. Lewis ganz weit oben. Hierzulande ist er vorwiegend als Autor der Narnia-Bände rund um den Löwen Aslan bekannt. Doch darüber hinaus hat er in vielen Sachbüchern seinen christlichen Glauben erläutert und sich dabei als brillanter Denker, Philosoph und Rhetoriker einen Namen gemacht.

Doch in diesem Buch kommt noch mehr hinzu, nämlich seine persönliche Betroffenheit. Mit seinen ansonsten üblichen theoretischen Betrachtungen á la "... nehmen wir mal an..." ist es hier aus und vorbei. Dafür steckt er viel zu tief drin in der dunkelsten Trauer, die er sich je hat vorstellen können. Und so beginnt das Buch mit folgenden Worten:

"Niemand hat mir je gesagt, dass das Gefühl der Trauer so sehr dem Gefühl der Angst gleicht. Ich fürchte mich nicht, aber die Empfindung gleicht der Furcht. Das gleiche Flattern im Magen, die gleiche Unrast. Ich muss die ganze Zeit schlucken."

Lewis beschreibt nicht als Beobachter von außen, sondern als Betroffener von innen heraus, wie er den Verlust seiner Ehefrau verarbeitet, oder besser gesagt eben nicht verarbeitet, denn eine Bewältigung nach dem Muster "Es geht schon wieder!" findet bis zum Schluss nicht statt.

Wer auf überraschende religiöse oder philosophische Erkenntnisse wartet, wer schön klingende Erklärungen sucht wie "Ohne Tod kein Leben / ohne Böses kein Gutes" wird hier nicht fündig. Lewis war ohnehin nie ein Freund leichtfertiger Antworten. Und an diesem Punkt seines Lebens hat er erst recht keine Lust auf irgendeine Form von Selbstbetrug. Sogar sein bis dato unerschütterlicher Glaube gerät ins Wanken. Zwar zweifle er noch immer nicht an der Existenz Gottes, schreibt er, dafür aber, was fast noch schlimmer ist, an dessen Liebe. Nun denkt er:
"So also ist Gott!"
So grausam! Und gleichzeitig geht Lewis hart mit sich selber ins Gericht. Hatte er nicht immer wieder anderen Trauernden, Mühseligen und Beladenen den barmherzigen, liebenden Gott nahe bringen wollen? Und zwar nicht aufgrund irgendwelcher Sentimentalitäten, sondern auf der Basis logischer Schlussfolgerungen und Überzeugungen? Ist das alles nun nicht mehr wahr? Und seit wann hängen die Charaktereigenschaften des Schöpfers vom Erleben seiner Geschöpfe ab?

Gerade in seiner Zerrissenheit und tiefen seelischen Not kann Lewis anderen Trauernden zum Begleiter werden. Hier werden sie zwar nicht geholfen (wie auch???) aber wenigstens verstanden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und damit leistet Lewis einen größeren Beitrag als viele Pseudo-Ratgeber, deren Autoren nicht die leistete Ahnung haben, wie sehr das Gefühl der Trauer dem Gefühl der Angst gleicht. Das kann man halt nicht von außen feststellen, sondern nur von innen heraus.


Kirya
Kirya
Preis: EUR 8,91

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grammy-nominiertes Vermächtnis der unvergessenen Ofra Haza, 1. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Kirya (MP3-Download)
Gerade mal 42 Jahre alt ist Ofra Haza geworden, als sie im Jahr 2000 viel zu früh starb. Was bleibt ist ihre Musik. Und damit diese einzigartige Stimme: glasklar und warm, von derart voluminöser und weicher Substanz, dass Ofra durchaus als rezeptfreies Beruhigungsmittel durchgehen könnte. Ganz ohne Nebenwirkungen!

Dabei ist sie außerdem noch geradezu schlafwandlerisch musikalisch und facettenreich. Jeder Ton sitzt. Schief singen kann sie gar nicht. Innerhalb weniger Takte steigert sie sich von ganz sanft und leise auf ganz kräftig und laut, ohne dabei jemals schrill oder gezwungen rüber zu kommen.

Das mehrfach ausgezeichnete Album "Kirya" lässt all diesen Qualitäten und Fähigkeiten reichlich Raum. In guter alter Orient-Tradition geht es dabei recht wehmütig zu. Bei einigen Stücken werden die melancholischen Nahostklänge noch durch traurige Texte verstärkt, z.B. wenn der Regen besungen wird, welcher die (Nazi-)Züge ohne Wiederkehr rein waschen soll aber es halt niemals schaffen kann, oder wenn Iggy Pop (!!!), der einen Gastauftritt beim Lied "Daw da Hiya" hat, zornig spricht: "Tradition!" und somit gegen traditionelle Frauenunterdrückung wettert.

An manchen Stellen wird das Album regelrecht meditativ, z.B. gleich beim ersten Stück "Kirya" (Kirya = hebräischer Kosename für Jerusalem) oder beim vor sich hin nebelnden "Mystery, fate and love" sowie beim leicht angejazzten "Barefoot". Temperamentvollere Klänge bieten "Horashoot - the bridge" oder die dominanten Trommelschläge des großartigen "Dont forsake me". Den Abschluss bildet der fröhliche Hochzeitstanz "Take 7/8" - bezeichnenderweise im 7/8-Takt.

Mein persönlicher Favorit bleibt jedoch das zweite Stück des Albums "Innocent", welches zunächst mal irritierend schräg startet, dann aber in einem melodischen, wiegenden Rhythmus mündet.
>>> Dringender Anspieltipp!

Allerdings muss man schon ein echtes Faible für orientalische Musik haben. Ofra singt eben nicht nach westlicher Manier ein paar sauber von einander getrennte Noten, sondern schafft akustisch auf und ab tanzende Schlangenlinien. Wer das nicht mag wird Ofras Gesang als Gejaule empfinden (müssen). Selbst Liebhabern des Morgenlands wird sich dieses Album nicht unbedingt sofort erschließt. Wenigstens ging mir so als Ersthörer Mitte der 90-er Jahre. Doch hat man sich erst mal in den Bann dieses Meisterwerks ziehen lassen, so lässt dieser auch ein Jahrzehnt später nicht in seiner Wirkung nach. Kirya ist und bleibt das würdige Vermächtnis einer unvergessenen Sängerin.


Evoluent VerticalMouse 2 Links Maus optisch USB 5 Tasten 1200 dpi + Tastenrad silber
Evoluent VerticalMouse 2 Links Maus optisch USB 5 Tasten 1200 dpi + Tastenrad silber

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekte ergonomische Lösung für links, 9. März 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich der Vertical Mouse für Rechtshänder bereits 5 Sterne gegeben habe, muss ich das eben noch rasch für die Linkshänder-Version tun! Und zwar aus reiner Dankbarkeit. Gut möglich, dass ich ohne diesen beiden perfekt ergonomischen Mäusen (Mehrzahl: Mouses????) noch immer krank geschrieben wäre.

Nach langwierigen Problemen mit beiden Unterarmen und Handgelenken habe ich mir sowohl für rechts als auch für links die Vertical Mouse besorgt und bin toooootal happy damit. Wirklich wahr, wer bei der Arbeit mit der Mouse oft Schmerzen hat, sollte die Belastung auf beide Hände verteilen! Nach einer kurzen, grobmotorischen Phase habe ich kaum noch einen Unterscheid zwischen der "falschen" und der "richtigen" Hand gemerkt.

Nun zu den grundsätzlichen Vorzügen der Vertical Mouse: bei diesem Modell liegt der gesamte Unterarm, angefangen vom kleinen Finger bis hin zum Ellenbogen, gerade auf der Arbeitsfläche auf. Dabei befindet sich die Hand in vertikaler Position, was auch den Namen der Mouse erklärt. Das Handgelenk muss also nicht mehr wie bei der herkömmlichen Mouse nach oben abgewinkelt werden. Damit hat man die Haupt-Schmerz-Ursache des klassischen Maus-Arms ausgeschaltet.

Die Finger liegen auf der der linken Seite an einer leichten Wölbung, während der Daumen auf der anderen Seite in einer Mulde ruht. Man kann die insgesamt fünf Tasten individuell belegen und so z.B. den sonst üblichen Doppelklick des Zeigefingers durch einen Einfachklick mit dem Ringfinger ersetzen. Die Verarbeitung der Mouse ist sehr hochwertig, auch wenn ich für die Rechts-Version ein Mouse-Pad brauchte, um dem höchst irritierenden, geisterhaften "Wandern des Cursors" Einhalt zu gebieten.

Kann sein, dass das auch bei der ein oder anderen Links-Mouse passiert, deshalb an dieser Stelle die Warnung vorab. Ein Hardwarefehler kommt höchst selten vor, i.d.Regel werden sensibel veranlagte Mäuse von Holzmaserungen oder ähnlichem verwirrt. Mit einem schwarzen Pad hat der Spuk ein Ende.

Fazit: einfach nur gut. Wer seine Hände einmal mit Vertical-Mäusen verwöhnt hat, will überhaupt nichts anderes mehr.


Evoluent VM3R VerticalMouse 3 Maus USB für Rechtshänder
Evoluent VM3R VerticalMouse 3 Maus USB für Rechtshänder
Preis: EUR 70,50

103 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt für Mouse-Arm-Geschädigte, 27. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach einer Sportverletzung in beiden Unterarmen bzw. Handgelenken konnte ich längere Zeit nicht am PC arbeiten. Diese Mouse sowie ihr "Kollege für die linke Hand" haben mich ins Büro-Leben zurück gebracht. Daher hier nun meine uneingeschränkte Empfehlung für alle Mouse-geplagten Menschen, die viele Stunden vor dem PC verbringen müssen und nicht länger unter dem Damokles-Schwert des "RSI-Syndroms" (Mouse-, Golfer-, Tennisarm) leben wollen.

Bei einer herkömmlichen Mouse wird die Hand nach oben abgewinkelt. Dieses ständige Knicken des Handgelenks ist die Wurzel allen Übels. Denn das ist eine abolut unnatürliche Haltung, die der gesunde Arm natürlich gar nicht als solche empfindet. Dennoch werden Sehnen und Muskeln die ganze Zeit über angespannt und gereizt.

Die Vertical-Mouse macht Schluss damit. Wie bereits in der super tollen Rezension von F. Bergemann beschrieben wurde, befindet sich die Hand bei der Vertical-Mouse (Nomen est Omen) in vertikaler Position, so als würde man jemanden per Handschlag begrüßen. Das Handgelenk bleibt daher gerade. Die ebenfalls hier schon erläuterte Möglichkeit, eine Taste zur Doppelklick-Taste umzuprogrammieren, ist tatsächlich eine große Erleichterung. Denn der ansonsten erforderliche Doppelklick strengt die ohnehin schon gestressten Sehnen und Muskeln nochmal zusätzlich an. Wer sich erst mal an die neue Funktion der Taste gewöhnt hat kann also eine weitere Schmerzursache vermeiden. Und ist außerdem viel schneller unterwegs.

Nachdem ich so ziemlich alles ausprobiert habe sehe ich in der Vertical-Mouse die ergonomischste Lösung ihrer Art. Kein Gelkissen kann da mithalten. Ich jedenfalls habe beim Arbeiten mit einer herkömmlichen Mouse plus Gelkissen nur ein Problem durch ein anderes ausgetauscht. Zwar entfällt durch die zusätzliche Stütze die Abwinklung der Hand nach oben. Aber dafür wirkt das Gelkissen wie ein Bremsklotz, der Bewegungen des gesamten Unterarms verhindert und zur seitlichen Navigation aus dem Handgelenk heraus zwingt. So hat man eigentlich nur den Knick nach oben durch die Knicke (Knicks?) nach rechts und links ersetzt. Quasi anstelle der Röteln die Masern bekommen.

Dann doch lieber gleich die Vertical-Mouse. Deren einziges Manko ist: sie kommt nicht auf jeder Oberfläche klar. Auf gemasertem Holz(imitat)tisch wandert der Cursor auch bei ruhender Mouse wie von Geisterhand bewegt über den Bildschirm. Das war wenigstens bei mir so. Hat mich dermaßen hypnotisiert, als säße ich der Schlange Ka gegenüber! Mit einem Mouse-Pad hatte der Spuk aber schnell ein Ende.

Das alles mag sich für die Ohren gesunder Hände lächerlich anhören, aber wem schon die Gedanken an Mouse-Bewegungen weh tun, der weiß wovon ich rede! :-) Ganz besonders leidtragende Zeitgenossen kaufen sich am besten zusätzlich das Pendant für die linke Hand. Die USB-Anschlüsse ermöglichen den zeitgleichen Anschluss beider Geräte, so dass sich rechte und linke Hand abwechseln können, ohne jedesmal irgendwo rumstöpseln zu müssen.

Ok, der durchschnittliche Rechtshänder kommt sich in der Gewöhnungszeit mit links vor wie ein Grobmotoriker. Aber das geht vorbei, ehrlich! Und nichts ist toller für die rechte Hand, als zwischendurch mal ausruhen zu dürfen. So richtig perfekt wird der Arbeitsplatz noch durch die Anschaffung einer geschwungenen Tastatur mit Handballen-Ablage.

Zumindest war das mein Weg zurück ins normale Leben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2011 10:29 AM MEST


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