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Rezensionen verfasst von
Turmvilla

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Das kuriose Brasilien-Buch: Was Reiseführer verschweigen (Fischer TaschenBibliothek)
Das kuriose Brasilien-Buch: Was Reiseführer verschweigen (Fischer TaschenBibliothek)
von Wolfgang Kunath
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als der Titel, 25. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine hervorragende Lektüre zu Brasilien. Es ist ein fundiertes, gleichwohl leicht zu lesendes Sachbuch mit Hintergrundinformationen, die man in der Tat anderswo nicht so leicht findet: Über Religion, das Amazonasgebiet, Brasilia, Karneval, Gated Communities, die Deutschen (inkl. den Nazis), Reichtum und Armut.

Aber mit einem leider irreführenden Titel. Dabei ist das Buch weit weg von den Rankings der Reiseführer nach dem Motto: "Die zehn ultimativen Geheimtipps für Brasilien in 48 Stunden". Handfester Nachteil: Das Pocketformat, das das Lesen erschwert.


Kaiser Wilhelm II. in der Politik seiner Zeit: Die Erfindung des Reiches aus dem Geist der Moderne
Kaiser Wilhelm II. in der Politik seiner Zeit: Die Erfindung des Reiches aus dem Geist der Moderne
von Gesellschaft für wilhelminische Studien e.V.
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Revision des Kaiserbildes?, 1. Oktober 2013
Da gerät mein Schulwissen über die Kaiserzeit in Unordnung. Waren die Eltern von “Willy”, wie er bei Hofe auch genannt wurde, gar nicht so fortschrittlich und bürgernah, wie es immer heißt? Bei Straub ist seine Mutter eine böse Intrigantin, mit verheerendem Einfluß auf den Gatten und auf den Sohn. Der emanzipierte sich von ihr und verbannte sie nach Kronberg im Taunus.

Hatte der Kaiser womöglich recht, als er Bismarck entließ, der nötigenfalls auch auf Sozialdemokraten und Ultramontane geschossen hätte, während Wilhelm versuchte, die Sozialdemokratie in die Monarchie einzubinden. Was in großen Teilen auch gelang: Die SPD war im Alltag weniger revolutionär als ihr Programm verhieß.

Straub sieht Wilhelm als modernen, gebildeten, technikbegeisterten volksnahen Kaiser, als in Europa anerkannten Repräsentanten eines industriell und wissenschaftlich hochentwickelten Staates. Wobei Wilhelm dazu beitrug, dass sich das Reich derart entwickelte.

Im Kapitel IV, “Der Demokrat auf dem Thron”, schildert er die Schwierigkeiten eines Monarchen, sich in einem Staat zu behaupten, in dem die Interessen der Beamtenapparate, mächtige Wirtschaftslobbyisten, die Parteien im Reichstag und im preußischen Abgeordnetenhaus um Einfluss rangen und alle eifersüchtig den Zugang zum Kaiser suchten und ihn kritisierten, bisweilen auch diffamierten, wenn er nicht ihre spezifische Position unterstützte.

Das erinnert von ferne an Hans Rosenbergs große Studie “Bureaucracy, Aristocracy and Autocracy. The Prussian Experience 1660 – 1815″, in dem die Entstehung des modernen Staates in Brandenburg-Preußen präzise dargestellt wird, die Machtkämpfe zwischen einer von bürgerlichen Beamten beherrschten Verwaltung, einem (anfänglich noch) ungebildeten landständischen Adel, der sich vom aufstrebenden Bürgertum und dem sich absolutisch verstehenden Monarchen bedrängt sieht. (Dank an die Dozenten der Uni Frankfurt, die den Erstsemestern ein englischsprachiges Fachbuch zugemutet haben.) Freilich ist Straub daran gemessen eher feuilletonistisch und belegt nicht viel.

Das Berlin der 80er/90er Jahre muss nicht viel anders als die heutige Bundeshauptstadt gewesen sein: Voller Intrigen, voller Gerüchte, mehr interessiert an Personen als an Themen, mit Journalisten und diversen Netzwerken als Katalysatoren.

Bismarck ging in seinem Hass auf den Kaiser so weit, seine eigene, den Frieden erhaltende europäische Bündnispolitik zu demontieren: Er sorgte mit Fehlinformationen dafür, dass der Kaiser, der eigentlich für die Verlängerung des Rückversicherungsvertrages mit Russland war, diesen nicht verlängerte. Was Bismarck zum Anlass nahm, dem Kaiser fehlendes Augenmaß vorzuwerfen.

Wilhelm wollte den Krieg nicht, aber er zögerte, seinen Generalstab an die Leine zu legen. (Dazu übrigens ausgezeichnet: “August 1914″ von Barbara Tuchman.) Inzwischen war auch eine ultrakonservative, antidemokratische Rechte entstanden, mit Bismarck als Kultfigur, der den Kaiser nach seiner Entlassung zutiefst hasste und gegen ihn agitierte. In Bismarcks Nachfolge verstanden sich Hindenburg und Ludendorff als Volkstribune, die sich als Führer der Nation sahen und einen Siegfrieden wollten. Wilhelm haben sie nach und nach entmachtet und im Hauptquartier wie einen Internierten behandelt.

Es bleibt genug übrig, um ihn nicht leiden zu können, aber die “schrecklichen Vereinfacher”, die ihn als Vorläufer von Hitler sehen, müssen sich mehr Mühe geben.

Eine einfühlsame Biographie des Kaisers und in weiten Teilen eine Darstellung des Kaiserreichs als zeitgemäße Monarchie und modernen Industriestaat.


Ganz normale Bürger: Die Opfer Stalins
Ganz normale Bürger: Die Opfer Stalins
von David King
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Terror gegen ganz normale Bürger, 1. Oktober 2013
Es sind Passfotos von ganz normalen Sowjetbürgerinnen und -bürgern, Journalisten, Schlossern, Buchhalterinnen, Offizieren, Ingenieuren, Parteimitgliedern und Parteilosen, Juden, Wissenschaftler/-innen, Veteranen des Putsches der Bolschewiki im Oktober 1917, die David King, von 1965 bis 1975 Leiter der Kunstredaktion der Londoner Sunday Times, in “Ganz normale Bürger. Die Opfer Stalins” veröffentlicht.

Aufgenommen haben sie Fotografen des Geheimdienstes NKWD, vor allem in den 30er Jahren, die letzten stammen aus dem Jahr 1950. Sie entstanden jeweils kurz vor der Erschießung dieser Menschen. Sie waren wegen - haarsträubender - Sabotage- und Spionagevorwürfe angeklagt, wegen der angeblichen Bildung antisowjetischer, konterrevolutionärer terroristischer Vereinigungen, sie wurden zu falschen Geständnissen erpresst. Anfang der 90er Jahre, nach dem Ende der UdSSR, wurden sie rehabilitiert.

Die Fotos unterscheiden sich von üblichen Polizeifotos. Sie wurden mit längerer Belichtungszeit und ohne künstliches Licht aufgenommen. Dadurch sind sensible, beeindruckende Porträts entstanden.

In dem Fotoband wurden sie auf Buchseitenformat vergrößert: Man blickt in erschrockene, gleichmütige, in sich gekehrte, ungläubige, verzweifelte, traurige, ein Lächeln versuchende Gesichter. Sie lassen einen so schnell nicht mehr los, sie bleiben im Gedächtnis, auch wenn man das Buch schon längst beiseitegelegt hat.

Die Fotos wurden in den Tagen des Zusammenbruchs der UdSSR von Memorial gefunden. Herausgeber David King erläutert in einer Einleitung den Hintergrund, den Roten Terror, der Stalins Herrschaft von der Mitte der 20er Jahre bis zu seinem Tod 1953 prägte. Auf dem Höhepunkt 1937/38 steigerten sich die Planvorgaben für Erschießungen von vermeintlichen Volksschädlingen ins Unermessliche. Die Forschung geht heute von 800.000 Ermordeten allein in diesen beiden Jahren aus. Es konnte jeden treffen, niemand konnte sich sicher fühlen. Denunziation und Misstrauen vergifteten das Zusammenleben. Auch engste Weggefährten Stalins aus der Bürgerkriegszeit, auch Geheimdienstchefs, Armeegeneräle und Fabrikdirektoren fielen seinen Schergen zum Opfer.

Bücher von Barberowski, Schlögel und Snyder über die Herrschaft des Terrors in der UdSSR beeindrucken auf ihre Weise, durch die Präsentation einer manchmal erdrückenden Menge an Quellen und Statistiken. Der vorliegende Fotoband gibt den Opfern im wahrsten Sine des Wortes ein Gesicht und setzt Millionen Ermordeten ein Denkmal.


Visible Learning
Visible Learning
von John Hattie
  Taschenbuch
Preis: EUR 41,59

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It's the teacher, stupid!, 24. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Visible Learning (Taschenbuch)
Der neuseeländische Professor John Hattie hat die Wirksamkeit von Einflussfaktoren auf Unterricht mit statistischen Methoden erfasst und verglichen. Er isoliert 138 Faktoren, von denen er 66 als effektiv erkennt.

Um es kurz zu machen: Es sind nicht kleine Klassen, offener, jahrgangsübergreifender, entdeckender Unterricht oder team-teaching, sondern Einflussgrößen, die überwiegend vom Lehrer ausgehen, seinen Lehr-Lern-Arrangements:

fachlich orientierter und kognitiv aktivierender Unterricht,
die zur Verfügung stehende Zeit effektiv nutzen,
anspruchsvolle, aber bewältigbare Lernaufgaben stellen und vielfältiges Feedback geben,
für förderliches Klassenklima und gutes Unterrichtsmanagement sorgen.

Die zuerst genannten, strukturellen Einflussgrößen wirken nicht oder nicht wesentlich. Hattie spricht von einem größeren Horizont, der in der Schule nötig wäre als der verengte Blick auf Bildungsstandards und den nächsten Test. Es geht vor allem um die Qualität der Lehr-Lern-Arrangements.

Für Schulpraktiker nicht überraschend. In den 70ern konnte man Ähnliches bei Good/Brophy, Die Lehrer-Schüler-Interaktion, und Jochen Grell, Unterrichtsrezepte, lesen.

Hattie wäre eine breite Rezeption in der auf äußere Faktoren (kleine Klassen, Computerausstattung, Schulstruktur, mehr Geld) fixierten deutschen Schulreformdiskussion zu wünschen.


Die Insel
Die Insel
von Matthias Wegehaupt
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein geglücktes DDR-Alltagskulturmuseum, 11. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Insel (Taschenbuch)
Man wird schnell hineingezogen in das Nachkriegsleben auf einer abgelegenen Ostseeinsel. Umgeben vom Meer, weit hinter dem Horizont das nichtsozialistische Ausland. Ein aussterbendes Fischerdorf, ein kleiner Hafen, die Fähre, enteignete Bauern, ein junger Maler, der den Anpassungszwängen der Hauptstadt entflieht.
Und dann kriecht in dieses abgeschiedene Leben mit seiner Nachbarschaftshilfe, den trinkfesten Überlebenskünstlern und ihren Ehekrächen ein Menschheitsbeglücker, der für seine Werktätigen und Erholungssuchenden das beste will. Der Weg vom Dorf zum Hafen wird zu einer Autobahn, ein Hochhaus krönt die Insel. Das "Faultierhaus" sagen die Einheimischen dazu. Hier residieren die Kreisleitung und das MfS mit ihrem Tross junger hübscher Sekretärinnen. Sie sind emsig mit Telefon und Schreibmaschine beschäftigt. Ein MfS-Aufpasser und der Parteisekretär belauern sich gegenseitig und basteln an ihrer Karriere. Eine Kulturabteilung entsteht, der Strand wird zur Sicherheit der Werktätigen und Erholungssuchenden mit Verbotsschildern bepflanzt, Boote dürfen nicht mehr ins Wasser. Dann gibt es endlich auch noch den kleinen dunkelgrünen Barkas, das Auto mit dem man zur Klärung eines Sachverhalts abgeholt wird.

Das alles entwickelt sich ganz allmählich. Zuerst sitzen das Häuflein Sekretärinnen und der Parteisekretär in einer Baracke am Rande der Welt der Inselbewohner. Von diesen halb belustigt, halb misstrauisch beäugt. Die neue Zeit zieht aber unaufhaltsam ein. Wie eine Spinne legt die Partei ihr Netz über die Menschen auf der Insel. Selten wurde so präzise geschildert wie sich der Sozialismus der Landschaft und der Menschen bemächtigt, bis hin zu ihrer Zerstörung. Manche im heutigen Osten, Geschichtsprofessoren eingeschlossen, wollen nichts mehr von IMs und Repression hören. Sie sehnen sich nach einem Alltagskulturmuseum: Dieses Buch ist das beste DDR-Alltagskulturmuseum. Der Alltag der Stasi-Mitarbeiter in der Sicherheits- und Kulturabteilung der Inselverwaltung wird entdämonisiert und wird so noch armseliger. Sie sind wachsam, weil der Feind überall lauern könnte, auch in den Kamerataschen des Kunstfotografen. Man freut sich herzlich, wenn man dem Pfarrer das Kirchenkonzert mit einer Gegenveranstaltung vermiest oder das Künstlerehepaar spüren lässt, dass man jederzeit den Daumen senken könnte. Man plant seine Karriere und achtet auf mögliche Konkurrenten. Die attraktive blonde Stasi-Offizierin weiß, dass der Maler weiß, warum sie mit ihm flirtet. Er wird dennoch hin und wieder schwach.

Das dicke Taschenbuch im Bett zu lesen ist mühsam. So macht man Kindle-Fans!


Der deutsche Goldrausch: Die wahre Geschichte der Treuhand
Der deutsche Goldrausch: Die wahre Geschichte der Treuhand
von Dirk Laabs
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buhmann Treuhand?, 26. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist m. W. das erste populärwissenschaftliche Buch über die Treuhandanstalt. Der Journalist Laabs schreibt eine Reportage im Stil von Spiegel-Reportagen, ein Patchwork aus gut belegten Einzelgeschichten über Ereignisse und Personen. Manches war mir neu, die größeren Skandale (Leuna, Sparkasse Halle) gingen seinerzeit durch die Medien.

Die Idee der Treuhand wurde in einem kleinen Kreis ostdeutscher Dissidenten geboren. Das 'Volksvermögen' der DDR sollte jetzt wirklich dem Volk übergeben werden, das war der Kern des Konzepts. Wie das geschehen sollte, blieb unklar, auch nachdem die Volkskammer die Anstalt beschlossen hatte. Was war die DDR-Volkswirtschaft wert? Es stellte sich allmählich heraus, dass die meisten Betriebe marode waren und Milliarden an Investitionen benötigt hätten. Dann stellte sich heraus, dass die meisten Betriebe enorme Schulden hatten. Die SED hatte regelmäßig die Gewinne der Kombinate abgeschöpft, um die teure Sozialpolitik zu finanzieren. Die Betriebe mussten sich für Investition und Produktion Kredite von der Staatsbank leihen, eigene Mittel besaßen sie nicht. Also gab es kaum etwas zu verteilen, und wenn, wie sollte es gehen? Anteilscheine für jeden? Tausend Mark, viertausend Mark? Durfte man die Anteile verkaufen, z. B. an ausländische Firmen? Anteilscheine an den 'Volkseigenen Betrieben' hatte es in der DDR nicht gegeben.

Ein Vorschlag besagte, dass sich die DDR-Bewohner mit dem Geld wenigstens ihre Wohnung hätten kaufen können. Aber wo war das Geld? Wer hätte es auszahlen können? Wie wären die Firmen an Investoren und Kreditgeber gekommen? In der Vorstellung der Bürgerrechtler, die die Treuhandidee aufgriffen, sollte sie eine Holding werden (und bleiben!), die den gesamten Firmenbestand der DDR verwaltet und darauf geachtet hätte, dass ausländische Investoren immer nur Minderheitseigner geworden wären. Eine Idee, die typisch war für einige DDR-Bürgerrechtler. Man wollte eine 'wirklich freie' Marktwirtschaft, gleichzeitig eine gigantische Staatsholding, eine Ausgeburt der Planwirtschaft.

Für die Bonner Regierung gab es erst einmal andere Schwerpunkte. Die Währungsunion mit der Problematik des angemessenen Umtauschkurses drängte sich auf. Man wollte die unumgänglich erscheinende Vereinigung schnell über die Bühne bringen. Die massenhafte Abwanderung nach Westen drohte, dann zerbrachen noch die traditionellen Handelsbeziehungen der DDR zu den ehemaligen RGW-Ländern, die jetzt lieber bessere Produkte auf dem Weltmarkt kauften. Auch die DDR-Bewohner kauften jetzt lieber Audi statt Trabant. Und vor allem kam für viele überraschend der hohe Sanierungsbedarf und Verschuldungsstand der DDR-Betriebe, ihre kaum weltmarktfähigen Produkte.

Klar machten die Bonner, dass sie zahlen, sanieren, investieren werden, aber zu ihren Bedingungen, nach Übernahme des westdeutschen Wirtschafts-, Rechts- und Sozialsystems. Modrow und einige Bürgerrechtler wollen Geld vom Westen, aber keine Vorschriften.

Die Bonner machten dann aus der DDR-Treuhand die Anstalt, die die ca. 15000 Betriebe der DDR privatisieren sollte. Die Institution stand ja schon, ihre Mitarbeiter kamen aus den 16 verschiedenen Wirtschaftsministerien der DDR und dem Management der Kombinate.

Spitzenmanager aus dem Westen in altmodische Ostberliner Büroräume zu locken, wo es keine Flipcharts gab und keine geeignete Software, erwies sich als schwierig. Erst mit hoch dotierten Gehältern bekam man sie. Als man dann merkte, dass das Vorhaben eine hochkomplexe Angelegenheit war, bei dem man viele Fehler machen konnte, kam die Haftungsfreistellung der Manager. Beides, die Haftungsfreistellung und die hohen Gehälter gehören zu den Vorwürfen, die man der Treuhand hinterher macht. Überhaupt ist die Treuhand der Sündenbock für die Probleme der Vereinigung geworden.

Sie hat Probleme, die gewaltige Aufgabe zu steuern. Auch in den eigenen Reihen gibt es Glücksritter und Geschäftemacher. Bei westdeutschen Bewerbern wird nicht geprüft, ob sie vorbestraft sind oder warum sie von Firmen entlassen worden waren. Die Dezentralisierung der Anstalt in 15 ziemlich selbstständige Außenstellen begünstigt das. In manchen Außenstellen werden die Verkäufe kaum dokumentiert, manche Manager kassieren Bestechungsgelder. In der Anfangszeit sitzen sich ostdeutsche Geschäftsführer und ehemalige SED-Ministeriale gegenüber und verhandeln die Privatisierung einer Firma. Später muss dann immer ein westdeutscher Manager dabeisein. Es gibt in den ersten Jahren eine SED-Seilschaft in der Anstalt, die den ostdeutschen Angestellten gegenüber deutlich macht, dass sie da ist, alles weiß und jeden beobachtet.

Das Buch von Laabs ist wichtig. Seine Sympathie gehört zwar den Bürgerrechtlern, die eine sozialere, gerechtere DDR machen und das Volksvermögen an die Bewohner verteilen wollten. Aber er ist so fair in seinen Darstellungen, dass man nachvollziehen kann, dass das eher gut gemeint als gut zu machen gewesen wäre.

Der Versuch, 15000 Betriebe in kürzester Zeit zu privatisieren, brachte eine Fülle von Skandalen, Gaunereien, Bereicherungen mit sich. Prämienzahlungen an Mitarbeiter, wenn sie möglichst schnell verkaufen, tun ein Übriges.

Laabs vergleicht: Die umstrittene eiserne Lady Thatcher hat in ihrer Regierungszeit ganze 25 Betriebe privatisiert, die Bundesregierung, so rechnet er vor, nur einen.

Die Treuhandführung merkt bald, dass sie nicht nur für die Journalisten der ehemaligen SED-Monopolpresse in Ostdeutschland ein gefundenes Fressen ist. Auch die Bonner Regierung kann sich hinter der Treuhand verstecken und versagt ihr oft genug Unterstützung.

Laabs kritisiert die riesige Eigentumsübertragung von Ost- nach Westdeutschland. Das sei vor allem psychologisch, weniger betriebswirtschaftlich, ein Riesenproblem. Der Osten wäre enteignet worden. Andererseits stellt er sich aber die Fragen, wem im Osten die Betriebe eigentlich gehörten und wer im Osten das Kapital gehabt hätte, das im Westen in Mengen vorhanden war.

Dem Buch ist eine weite Verbreitung zu wünschen. Nicht zuletzt unter ostdeutschen Journalisten. Vielleicht findet es auch einen Weg in die ostdeutschen Schulen. Die Wirtschaft ist bisher so gut wie kein Thema bei der sowieso stiefmütterlich behandelten Aufarbeitung von DDR und Wendezeit.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 30, 2012 1:35 AM CET


Verstehen lehren: Ein Plädoyer für guten Unterricht
Verstehen lehren: Ein Plädoyer für guten Unterricht
von Andreas Gruschka
  Broschiert
Preis: EUR 5,00

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Des Kaisers neue Kleider, 26. Mai 2012
Das Bändchen ist eine sarkastische Abrechnung mit den neuen technokratischen Bildungsstrategien.
Gruschka entzaubert die Vokabeln Standard, Kompetenz, Evaluation, Ranking. Mit der Suche nach Bildung und gutem Unterricht hätte das wenig zu tun. Er zeigt am Beispiel der Fremdsprachenkompetenz und der Kompetenzbereiche im Fach Deutsch: Wenn man diese operationalisiert, landet man bei Lernzielen, wie sie seit Jahrzehnten in den 'alten' Lehrplänen stehen: Gesprächsregeln einhalten, gezielte Fragen stellen, sich konstruktiv an einem Gespräch beteiligen.

In einer betriebswirtschaftlich optimierten Schule geht es nicht um Bildung sondern um 'Teaching to the test'.


Global Perspectives on School Libraries (IFLA Publications)
Global Perspectives on School Libraries (IFLA Publications)
von Luisa Marquardt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 104,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfolgreiche Schulbibliotheken weltweit. Und Deutschland?, 31. März 2012
Der Band versammelt Fallstudien und Berichte, wie man sie aus den Vorträgen der Weltschulbibliothekskonferenzen und der Fachzeitschrift "School Libraries Worldwide" kennt.

Er enthält Berichte über Schreib-, Lese- und Leseförderprojekte in Schulen und Schulbibliotheken rund um die Erde, in Kroatien, Namibia, Argentinien, Botswana oder Australien. Ein Kapitel enthält Fallstudien aus dem Bereich Technologie und Schulbibliothek: Netvibes als Portal der Schulbibliothek, digitales Publizieren im GiggleIT-Projekt, Wikis, Nutzung digitaler Ressourcen (Grolier, SIRS, Hachette), Nutzung von Handys als Unterrichtsmedium und virtuelle Klassenräume.

Abschließend werden nationale Schulbibliotheksprogramme aus Finnland, Schweden, Norwegen, Portugal und Russland sowie Schulbibliotheksorganisationen (ENSIL, IASL, SLA, RusLA und die Schulbibliothekssektion von IFLA, International Federation of Library Associations and Institutions, vorgestellt.

Ein Normalsterblicher wird sich den Band kaum leisten können, 89,95 € plus Versand kostet er. Aber zu wünschen wäre, dass 'Entscheider' in Bildungspolitik und Schulverwaltung einmal erführen, was sich weltweit tut.

Die in Deutschland weit verbreitete Vorstellung von der Schulbibliothek als Bücherhort im Keller oder unterm Dach der Schule, wo jemand zweimal in der Woche die Rolläden hochzieht, Karteikarten schreibt und Bücher ausleiht oder anmahnt, kommt da nicht vor. Kein Wunder, dass Deutschland auf der Schulbibliotheks-Weltkarte nicht existiert. Schade aber für Österreich und Südtirol.


Plan D
Plan D
von Simon Urban
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die DDR lebt!, 3. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Plan D (Gebundene Ausgabe)
Das Rezept ist erfolgsversprechend. Eine irreale Situation wird realistisch erzählt.

Die DDR wird 1990 "wiederbelebt". Mit Hilfe eines ihr gewogenen westdeutschen Bundeskanzlers Lafontaine - an seiner Seite Frau Ypsilanti - und EU-Geldern wird sie zum wichtigen Transitland für russische Gas-Pipelines. Egon Krenz hatte die Grenzen bei einer Einwohnerzahl von etwas über 14 Mio. wieder geschlossen. Die Stasi behauptet, noch rechtsstaatlicher geworden zu sein, als sie schon immer gewesen sein will. Es gibt Luxusherbergen für westliche Manager in Ostberlin und ostdeutsche Handys. Die besten Versionen, mit vorinstallierter Abhöreinrichtung, werden nur von der Stasi benutzt und sind auch Exportschlager im Westen. Der antifaschistische Schutzwall ist jetzt ein anti-kapitalistischer. Ansonsten ist das Land die gleiche erbärmliche Diktatur wie vor 1989: "Der Geruch von altem Fritierfett" wabert durch die Ostberliner Straßen.

Für einen, auch noch jungen Wessi als Autor wird erstaunlich kenntnisreich und einfühlsam erzählt. Die Personen wirken glaubhaft. Die alte DDR wird allerdings zum running gag. Margot Honecker singt im SED-Altersheim Lieder von Biermann, Christa Wolf residiert nur ein paar Zimmer weiter. Sahra Wagenknecht und Peter Sodann spielen in einem Blockbuster.

Der ostdeutsche Ermittler Wegener räsonniert in langen Gesprächen, Selbstgesprächen und Zwiegesprächen mit seinem verschwundenen Ausbilder über seinen Staat, seine verflossene Liebe und seinen mondänen BND-Kollegen Brendel.

Der Fall eines geheimnisvollen Weltverbesserers mit West- und Ostkontakten, der in der Nähe einer neuen Transitpipeline ermordet aufgefunden wird, wird immer verworrener und eskaliert, es gibt am Schluss vier oder fünf Mordopfer, und - eher beiläufig berichtet - Sprengstoffanschläge auf den Palast der Republik und das Kino, in dem die Schauspielerin Wagenknecht Premiere feiert.

Wer sich bisher noch nie mit der DDR befasst hat, wird in dem Buch viel über ihre traurige Realität erfahren. Vielleicht kriegt man U-30 -Leser/-innen, die weder Döblin noch John Le Carré kennen, so. Vorausgesetzt, sie halten den unaufhörlichen inneren Monolog, die metaphernreichen Schilderungen von nächtlicher Stadt und Fahrten über Schlaglöcher durch. Zwischendurch darf sexuell Anzügliches nicht fehlen.

Was bei der Aufarbeitung der realen DDR zu Tage tritt, ist schon abenteuerlich und manchmal auch kriminell genug. Da bedarf es eigentlich nicht des Fiktionalen. Auch wenn es hier realistisch erzählt wird. Ob Jüngere, weniger mit der DDR vertraute Leser die Anspielungen verstehen?


Mark Brandenburg
Mark Brandenburg
von Beatrix Langner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,00

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Brandenburg-Lyrik, 20. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Mark Brandenburg (Gebundene Ausgabe)
"Ein poetischer Genuss wie eine Reise auf einer sonnenbesprenkelten Allee", verspricht der Waschzettel. Die Verfasserin, Lyrikerin und promovierte Germanistin, kennt das Land von Sonntagsausflügen als Kind und wohnt jetzt auch hier.

Man taucht schnell in die liebevolle Schilderung der Flämingdörfer und -städtchen ein, mit denen das Büchlein beginnt. Dr. Langner ist eine exzellente Kennerin der Geschichte der Burgen und Schlösser, der mittelalterlichen Handelswege nach Berlin. Gelegentlich brummt einem der Kopf, wenn z. B. penibel alle Nebenflüsse der Oder notiert werden oder schier endlos die Namen slawischer Völker, ihrer Götter und Adligen. Hundert Seiten, eine einzige Liebeserklärung an Brandenburg.

Dann bin ich bei Seite 26: Wiesenburg im Fläming. Nach der Wende sind die LPG-Scheunen verfallen, der Kuhstall "blinzelt" mit "zerbrochenen Fenstern" auf die "leere Weide". Dagegen hätte im November 1989 Vollbeschäftigung in der LPG geherrscht und die Kühe hätten gerade einen neuen Kuhstall mit modernem Melkkreisel bekommen sollen. Der Waschzettel hatte mir suggeriert, dass die Verfasserin kunstsinnigen Grafen nachspüre.

Hätte man die friedliche Revolution verschieben sollen, weil die LPG in den Tagen der Wende eine nagelneue Melkanlage bekommen sollte? Statt der LPG Typ III nachzutrauern, hätte sie doch Gut Schmerwitz erwähnen können, wo kein leerer Kuhstall blinzelt, sondern ein ökologisch ausgerichteter Bauernhof entstanden ist. Aber die Ökos aus der Stadt mag sie nicht. Die Geschichte der Beelitzer Spargelbauern kennt sie nicht. Die geht genau andersherum.

Diese Art der Beschreibung durchzieht das ganze Buch. Während jede von einem deutsch-polnisch-dänischen Heer im Hochmittelalter niedergebrannte Ortschaft aufgezählt wird, ständig daran erinnert wird, dass die Schlösser und Burgen sichtbares Zeichen jahrhundertelanger feudalistischer Unterdrückung der Bevölkerung seien, bleibt die DDR-Zeit fast völlig im Reich der Poesie. Sie scheint eher das Gegenbild zur vorherigen Vergangenheit zu sein, ein gemütlicher Kleine-Leute-Staat, den sie nur bei Sonntagsausflügen kennengelernt hat. "Weglassen ist eine einfache Form der Lüge", sagt Christoph Hein dazu.

Schloss Wiesenburg ist heute von Besserverdienenden aus Berlin bewohnt, die das Gebäude aufwändig renoviert haben. In der DDR-Zeit befand sich hier, mitten in der Provinz, ein Eliteinternat, eine Sprachschule für Russisch.

"So thront (das Schloss; Verf.) wieder mitten im Dorf, vorn demokratisch auf Augenhöhe mit der Gemeindeverwaltung,.." Hinten auf der Terrasse sonnen sich die Stadtmenschen und "wissen wenig davon, was im alten Dorf vorgeht" Das war wohl zu Zeiten des DDR-Eliteinternats anders.

Der Autorin gefällt die Renovierung der Schlösser und Burgen, der Renaissancestädtchen, ihrer Kirchen und Marktplätze nicht: Sie zählt die Fördergelder auf, den sündhaft teuren Granit, mit dem Marktplätze bepflastert wurden. Sie bedauert den Verlust der "Poesie des Verfalls" (p 57), die Fontane noch spüren konnte. Hat sie Ende 80er Jahre nie Quedlinburg besucht oder das Holländische Viertel in Potsdam? Hätte ihre Seele, und nicht nur die, sich da wohl gefühlt? Hat sie es nicht gestört, dass im Kleine-Leute-Idyll DDR die Herrschenden Busbahnhöfe auf mittelalterliche Marktplätze setzten, in Schlossparks Schrebergärten und in Sichtachsen Garagenschuppen?

"Verrückte", "Lebenskünstler" oder "Ärzte", hätten nach der Wende Backsteinbahnhöfe und Kossätenhäuser billig aufgekauft, die Dörfer leerten sich. Dieser Absatz wird zusammengefasst in einem letzten Satz: "Innerhalb von 20 Jahren ist die Mark Brandenburg zurückgefallen zu einem agrar-industriellen Entwicklungsland" (p 59). Richtig, die DDR war angeblich der zehntgrößte Industriestaat der Welt. Was ist mit "agrar-industriellem Entwicklungsland" gemeint? War etwa der Bezirk Potsdam - Brandenburg gab es ja in der DDR gar nicht- agrar-industriell auf der Höhe der Zeit? Die LPG die Vollendung der Agrargeschichte? Anstelle Maße und Gewichte von Eiszeit-Gestein in den Urstromtälern zu studieren, hätte sie sich mit der Bodenreform auseinandersetzen sollen. Entgangen scheint ihr anfänglich auch, dass in Brandenburg die agrar-industrielle Struktur der DDR fortbesteht. Die LPG ist jetzt eine GmbH, Geschäftsführer der frühere Leiter, der den Betrieb allerdings mit arg verkleinerter Belegschaft steuerbegünstigt weiterführt. Das beklagt sie weiter hinten im Buch dann doch und nennt aber auch ausländische Agrarkonzerne als Zerstörer der landschaftlichen Idylle des agrar-industriellen Entwicklungslandes.

Die blühende DDR-Wirtschaft wurde "kalkuliert" ruiniert (p 62) oder gar "zerschlagen" (p 62), will sie herausgefunden haben. So also spürt man kunstsinnigen Grafen nach. Immerhin gesteht sie zu, dass die "Diktatur des Proletariats" aus Blutwurst und Pellkartoffeln keine gebratenen Tauben und Honigbier gemacht hätte (p74).

Zu allem Unglück kehrt auch noch der märkische Adel zurück, wie etwa die Familie Lynar, die - natürlich ökologischen - Landbau betreibt (und ein Hotel). Sie macht auch kulturelle Veranstaltungen. Das wird von der Lyrikerin im nächsten Satz nieder geknüppelt: OObwohl Kultur weiß Gott das Letzte ist, was Brandenburg fehlt" (p 76/77).

Es geht gegen renovierte Marktplätze, ökologischen Landbau, gegen Starkstromleitungen durch Naturschutzgebiete. Im agrar-industriellen Entwicklungsland verschwinden Alleen, Hecken und Feuchtwiesen, in denen Bienen, Insekten, Singvögel, Hasen oder Füchse Nistplätze, Schutz und Futter finden. Richtig gelesen. Nach der Wende verschwänden sie. Die Autorin hat wohl noch nie einen LPG-Acker gesehen.

Dann konstatiert sie aber auch befriedigt, dass der Urenkel eines feudalen Junkers ein "eindrucksvolles Beispiel uckermärkischer Neogotik" wieder herrichten lässt. Ein paar Seiten vorher hat sie die historistischen Villen wilhelminischer Großbürger verdammt. Dann beklagt sie, dass zu wenig ökologischer Ackerbau betrieben würde (p 106) und schimpft noch einmal auf die genannten ausländischen Agrarkonzerne mit ihren Mastanlagen für fünfzigtausend Schweine. Da wäre die Wiesenburger LPG mit ihrere modernen Melkanlage wohl fast ein ökologischer Musterbetrieb gewesen.

"Wo findet man in Brandenburg noch Natur pur?" fragt sie verzweifelt. Jedenfalls nicht im agrar-industriellen, kalkuliert deindustrialisierten Nachwende-Entwicklungsland Brandenburg. Dass der Tagebau die Lausitz-Dörfer nicht mehr verschlingt, auch ein verschwundenes Ökodorf(!) beklagt sie, ist gut, dass aus den Tagebaugebieten Seen werden mit Beachbars und Tauchcentern, ist nicht richtig. "Es ist totenstill, kein Vogel singt."

Vielleicht lese ich das Büchlein falsch, als Reiseliteratur. Vielleicht ist es eher als Liebeserklärung einer Zuwanderin an die alteingesessenen Brandenburger zu lesen, die 800 Jahre bis 1945 feudalistisch unterdrückt und nach der Wende noch einmal gebeutelt wurden. Das bleibt der Grundton des Buches, darüber helfen auch poetische Landschaftsbilder - "Smaragdaugen eines versteckten Waldsees" - nicht hinweg.


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