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Rezensionen verfasst von
Svenja Hofert (Hamburg)
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Echte Wurst hat kein Gesicht: Wie Kinder wieder Spaß an gutem Essen finden
Echte Wurst hat kein Gesicht: Wie Kinder wieder Spaß an gutem Essen finden
von Annette Sabersky
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist nicht Wurscht, was man isst, 24. Juli 2014
Mir war die Wurst mit Gesicht nie geheuer - insofern hat mich das Buch sofort angesprochen. Mit einfachen Ideen kann man auch gesunden Spaß ins Essen bringen. Dafür gibt es hier viele Tipps. Besonders gefällt mir, dass Annette Sabersky und Jörg Zittlau keine radikalen Gutmenschen sind, die auf Grünzeug pochen. Es geht um einen gesunden Kompromiss. Dass die von der Industrie hergestellten Produkte oft echte Dickmacher sind, war mir nicht neu. Wie viel ungesunde Stoffe aber auch in den "Bestsellern" stecken, die auf Broten und dem Mittagstisch landen, erschreckt dann doch.


Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen
Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen
von Gunter Dueck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues ist wie Wollen, Wandel wie Müssen, 12. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sind Sie auch so jemand, der viele Ideen hat und Lust an der Veränderung? Prost, Mahlzeit, vergessen Sie Konzerne wie Audi und BMW. Großunternehmen stellen vornehmlich Zwanghafte ein, keine Abenteurer, Unternehmer, Querdenker, Erfinder, Forscher und Weltverbesserer", lehrt uns Guenter Dueck in seinem neuem Buch Das Neue und seine Feinde".

Mit zwanghaft bezieht sich der Mathematiker, Buchautor und Hobbypsychologe Dueck - er bezeichnet Facebook-Nutzer in Vorträgen auch schon mal als depressiv - auf Riemanns Grundformen der Angst", ein Buch, das wahrscheinlich jeder Zuhause hat, der sich für die Seltsamkeiten des menschlichen Zusammenlebens interessiert. Wer dieses Buch kennt, weiß: Der Gegenpol des Zwanghaften ist das Hysterische: Während der zwanghafte Mensch möchte, dass alles seine Ordnung hat, sucht der Hysteriker Abwechslung und das Neue. Thomann, der Riemann später ergänzte, deutete die beiden Pole etwas weniger krankhaft" um in Wechsel- und Dauerorientiert.

Der ausgeprägt wechselorientierte Mensch will auf keinen Fall stehenbleiben. Versetzen wir uns in die Zeiten, in denen wir fellbehaart in der Natur herumstromerten, steht dahinter der Gedanke: dort könnte er von einem wilden Tier gefangen und erlegt werden. Also bewegt sich der Wechselorientierte im Geiste - entwickelt und erfindet, treibt voran, verfolgt Ideen. Das geht natürlich in der Forschung und Entwicklung besser als, sagen wir im Rechnungswesen, weshalb sich Wechselorientierte, schaffen sie wider Erwarten doch durchs Vorstellungsgespräch und landen zufällig in einem Großunternehmen, oft dort ein Zuhause finden. Eine andere Heimat für Wechselorientierte ist meiner Erfahrung nach das Marketing. Dauerorientierte findet man eher im Personal, wo sie regeln und reglementieren können. Alles nur eine Tendenz, also bitte keine Proteste ;-)

Im System vieler Großunternehmen - und ich füge aus eigener Erfahrung hinzu: auch des Mittelstands und selbst kleiner Unternehmen - wirken Wechselorientierte, also Riemanns Hysteriker", mit ihrem Neuen jedoch wie ein schlimmer Virus, der alle zum Niesen, zum Husten und manchmal sogar zum Kotzen bringt.

Das Neue ist ein Störenfried. Es katapultiert aus der Komfortzone ins Unbekannte, verlangt umzudenken und zu verändern. Es will gehört werden! Es ist zäh und anstrengend und wird öfter von Spinnern repräsentiert, die nicht auf den Punkt kommen und vor allem: durch ganz wenig bis null Interesse an politischen Spielchen überhaupt nicht formbar sind. Je introvertierter und verkopfter, desto störenfriediger ist der Mensch mit dem Neuen im Gepäck. Und wehe wenn Idealismus dazu kommt. Sag ich jetzt, nicht Herr Dueck.

Nun könnte Dueck über die Feinde des Neuen schimpfen, all die Dauerorientierten und wenig Intuitiven, denen das eigene Hemd näher sitzt als die große Idee. Doch das tut er nicht. Als Schlüsselerlebnis beschreibt er einen Workhop in New York, der ihm die Augen öffnet. Hier erkannte er: Echte Entrepreneure, die uneingeschränkt an eine Idee glauben, verkaufen Haus und Hof, um sie zu realisieren. Dazu ist er nicht bereit. Und weiterhin: Wer Ideen vorantreiben möchte, muss nicht mit einen bisschen Gegenwind rechnen, sondern mit 100% Bulls***
Vor allem muss der Prophet des Neuen mit etwas rechnen, was er oft nicht auf dem Plan hat: Eine Armada von Gegnern, die mit unterschiedlichen Waffen das Neue bekämpfen:
◾OpenMinds, die eine Innovation gut fänden, wenn sie denn soweit wäre... hier sind friedliche Mittel der milden Kommunikation zu finden.
◾CloseMinds, die mit so etwas braucht kein Mensch" den Kopf schütteln. Von blanker Anlehnung bis nacktem Hohn ist hier mit allem zu rechnen.
◾Antagonisten, die das neue aktiv bekämpfen (gefährlich! Siehe Facebook...). Hier ist mit direkter, harter Auseinandersetzung und unmittelbarer Konfrontation zu rechnen.

Gewalt führt zu Gegengewalt, Druck erzeugt Gegendruck: So geht es nie um die Sache, wenn Ideen mit aller Wucht durchgeboxt werden. Es geht um alles andere. Und das ist der Grund, aus dem unsere Welt schon Millionenfach durch Ideen hätte gerettet werden können. Wenn da nicht all die da oben wären.

Welch Narr ich war", schreibt der sympathisch selbstreflektierte Dueck, der in seinen frühen Jahren wohl auch eher mit dem Kopf (voller Ideen) durch die Wand (voller Widerstand) wollte. Damals sah er nicht den Kontext menschlichen Zusammenspiels in Unternehmen. Anders als Kollege Precht mit seiner Bildungsattacke hat er aber keine Revolution im Sinn. Vielleicht ist das der Grund, aus dem Dueck bisher nicht in Spiegel-Bestsellerlisten und Talkshows auftauchte. Der Mann ist einfach nicht eindimensional genug.

Botschaften wie macht das Beste aus dem, was da ist" (jetzt hier stark vereinfacht) sind natürlich weniger dramatisch als Forderungen, ganze Bildungssysteme abzuschaffen. Es bedeutet: Man kann wirklich was machen und muss gar nicht viel diskutieren. Wie unkompliziert. Zu unkompliziert, da Änderung so möglich wird.

Dueck wäscht den verträumten Spinnern, den weltfremden Erfindern, die er manchmal am Telefon hat, den Kopf. Nur etwas Neues zu haben und zu wissen, dass es besser geht, reiche nicht. Nur wer es schaffe, an den Hindernissen vorbei zu kommen und mit den naturgegebenen Reglementierungen Hand in Hand zu arbeiten, die eben zu einem Großunternehmen gehören, kann Neues nicht nur erfinden, sondern auch in die Welt bringen. Sein Rat für Erfinder: Work underground as long as you can." Um Ideen zu realisieren, müsse man taktisch vorgehen, lernen, sich auch als Querdenker Freunde zu machen und Bündnisse zu schmieden. Einem Spinner hört keiner zu, einer grauen Eminenz aber sehr wohl.

So ist das Buch ein Plädoyer für gegenseitiges Verständnis und für Annäherung des Verschiedenen - ein somit trotz spitzer Thesen sehr versöhnliches Buch, das auch viel über das Wesen der Zusammenarbeit in Unternehmen und die Motivationen der Menschen aussagt. Und deutlich lesbar aus spiraldynamisch gelben Denken entspringt, ohne darauf zu verweisen. Gelb heißt: Integrativ, versöhnlich, zusammenführend.

Das Neue erobert unter Eustress die Welt, während das Alte unter Distress sein Revier verteidigt", ist mein Lieblingszitat aus dem Buch. Oder auch, in anderer Variante: Das Neue ist wie Wollen, Wechsel wie Müssen." Oh ja! Wenn ich jetzt von all den Menschen in Tageszeitungen und Magazinredaktionen höre und lese, die unter ständigem Distress arbeiten! Und denen die aus der digitalen Welt stammend, sehr viel mehr Eustress erleben, kann ich nur sagen: Wer Spaß an der Arbeit haben will, sollte Umgebungen meiden, in denen Wandel zwingend nötig ist, aber das Alte regiert und Menschen, die Neues wollen nicht nur 100% Bulls*** bescheren, sondern 1000.

Wie oft habe ich Menschen gesehen, die in Unternehmen arbeiteten, die sich verändern mussten. Immer war die Stimmung angestrengt, die Motivation künstlich. Allzulange wird Veränderung halbherzig und mit den - auch personellen Mitteln und Ressourcen - des Alten betrieben.

Würde ich mir als junger Mensch heute ein Unternehmen aussuchen, so wäre es eine innovative Firma im Eustress, die etwas vertreibt oder vorantreibt, was die Welt wirklich braucht. Nie mehr würde ich mich an Tätigkeiten orientieren oder Bereichen, an den großen Namen von früher und Rezepten von gestern.
(diese Rezension erschien erstmals in meinem Blog [...]
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 25, 2013 12:26 PM MEST


Freiheit für Mama: Es muss im Leben noch was anderes geben
Freiheit für Mama: Es muss im Leben noch was anderes geben
von Annette Sabersky
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Wenn der Schnuller aus der Tasche springt..., 17. September 2012
Stell dir vor, du bist auf einer Präsentation unter lauter Business Leuten und der Schnuller springt aus deiner Handtasche! Oh, wie peinlich. Und witzig, wenn man solche Szenen im Nachhinein, als Mutter eines inzwischen 11jährigen Jungen, liest. Ich habe mich bei der Lektüre des Buchs köstlich amüsiert und es in einem Rutsch wie einen Roman durchgelesen. Es ist gottseidank kein schlauer Ratgeber, sondern ein "aha, das Problem hat sie also auch"-Buch, in dem man vieles von sich wiedererkennt, wenn man selbst zur arbeitenden Mutti-Bevölkerung, gemeinhin auch Karriere-Frau genannt, gehört. Sympathisch ist, dass Sabersky weder die Mutterschaft heroisiert wie ihre Kollegin Ildiky von Kürthy noch die Karriere als einzig erstrebenswertes Ziel herausstellt. Ende? Offen. Die Erkenntnisse für Frau selbst, kann sich jede selbst heraussuchen. Es kann z.B. diese sein: Ja, man darf die Kids mal vor dem Fernseher parken. Und ja, man darf sich auch trennen, wenn es nicht mehr passt.


Psychospiele: Persönlichkeitstests, Spiele, Fragebögen
Psychospiele: Persönlichkeitstests, Spiele, Fragebögen
von Julian Rothenstein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Geschenk und Entdeckerspielzeug, 15. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Erst mal begeistert das Innenleben: Das ist eine richtige kleine Entdeckerkiste. Ein Poster, Karten, Tests - nicht unbedingt Neues, aber neu in dieser Zusammenstellung. Gut, ob die Bilderrätsel wirklich so aussagekräftig sind - z.B. das Foto eines Gartens viel über die Beziehung aussagt - bezweifle ich nach einigen Versuchen mit "Testpersonen". Aber darum geht es auch gar nicht. Man hat das Gefühl immer mal wieder darin stöbern zu können. Auch der kleine Abriss über Test gefällt mir sehr gut. Und was mir bei vielen neueren Produkten fehlt, der Quellennachweis, ist hier da.


Karriere ohne Schleimspur: Wie Sie Charakter zeigen und trotzdem Erfolg haben
Karriere ohne Schleimspur: Wie Sie Charakter zeigen und trotzdem Erfolg haben
von Christoph Burger
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Berater für eine neue Generation, 15. April 2012
Für unsere Elterngeneration ist Schleimen normal, für die Generation Y geht es um mehr: Arbeiten und Leben. Früher gab es die Schornsteinkarriere - man stieg immer weiter auf. Auf Kosten der Familie, auf Kosten der eigenen Identität.
Heute macht man authentisch Karriere. Die Arbeit soll nicht einfach Erfolg bringen, sondern auch Spaß machen. Ja, sie darf Spaß machen.
Darum geht es in Christoph Burgers Buch. Der Karriereexperte zeigt, wie man authentisch ist und trotzdem erfolgreich. Ja, warum Authentizität - die Schleimen ausschließt - sogar notwendig ist.
Mir gefällt Burgers Ansatz, weil er sich damit als Karriereberater der neuen Generation outet - und die sind dringend nötig. Wurde das Geschäft doch lange genug beherrscht von alten Herren, die formalistisch denken. Dieser Formalismus ist längst nicht mehr angebracht. Weiterhin ist das Buch witzig und mit vielen Beispielen geschrieben, das findet man viel zu selten.
Empfehlenswert für alle, die anders Karriere machen möchten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 10, 2012 9:50 PM MEST


Job Future - Future Jobs: Wie wir von der neuen Arbeitswelt profitieren
Job Future - Future Jobs: Wie wir von der neuen Arbeitswelt profitieren
von Lynda Gratton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zukunft der Arbeit beginnt heute, 8. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lynda Gratton gehört zu den wenigen weiblichen Vordenkerinnen in der Wirtschaftsswelt. Eine Frau mit ganz vielen Ideen! Ihr Buch analysiert anhand verschiedener Faktoren, wie sich die Zukunft entwickeln wird und entwirft dann Szenarien von Menschen, die im Jahr 2025 leben und arbeiten. Diese Szenarien sind zunächst trostlos - etwa wenn die fiktive Jill sich in der Verdichtung ihrer Arbeit aufreibt - und werden dann optimistischer. Gratton glaubt, dass wir die positive Seite der neuen Arbeit wahr werden lassen können, sofern wir uns neu orientieren. Was dazu nötig ist, beschreibt sie und gibt konkrete Tipps. Eine ihrer Ideen ist die des Meisters in Serie, der tiefes Wissen erwirbt, aber sich gleichzeitig immer wieder neu erfindet. Hier zieht sie eine ungewöhnliche Analogie - zu der feinen Handwerkskunst und den Zünften im Mittelalter, die man zunächst nur schwer auf eine prozessoptimierte High-Tech-Welt übertragen kann.
Das Buch liest sich spannend wie ein Roman und argumentiert logisch und bis auf Kleinigkeiten auch im Detail nachvollziehbar. Ein paar Fehlerchen (etwa bei der Berechnung, in welchem Zeitraum, sich die Energienutzung verdoppelt hat) sehe ich Gratton oder dem Lektor nach. Schade finde ich den Titel: Er übersetzt das Thema in ein bonbonfarbenes und nichtssagendes Future-Kuddelmuddel. Der Originaltitel The Shift ist zwar unübersetzbar, aber sehr viel tragender und weitreichender. Schade.


Sonntags reden, Montags Meeting: Wie Innovationen dennoch gelingen
Sonntags reden, Montags Meeting: Wie Innovationen dennoch gelingen
von Erich Feldmeier
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider falsch verpackt, 18. März 2012
Kennen Sie das? Sie öffnen ein Paket und der eigentliche Inhalt kommt unter Tonnen von Seidenpapier und Scheifchen hervor. Ein kleines Plastikdöschen mit nichts drin. Das ist viel Verpackung, wenig Inhalt. Bei Erich Feldmeier ist es umgekehrt. Als er mir das Buch vor etwa einem halben Jahr gab, hatten Cover und Titel auf mich die Ausstrahlung einer stillgelegten Eisenbahnschiene in Mecklenburg-Vorpommern. Vollkommen unerotisch.
Gut, ich habe definitiv ein Vorurteil gegenüber Autorenverlagen. Ich halte sie für miese Abzocker. Und ich hätte Erich Feldmeier geraten, sein Buch im Zweifel selbst herauszubringen, z.B. als E-Book. Egal. Passé. Rechte weg.
Die Eisenbahnschienen-Wirkung wurde durch den Titel unterstützt. Ich verstehe "Sonntags Reden, Montags Meetings" nicht. Der Untertitel ist zwar vielversprechend, aber irgendwie nicht vielsagend.
Wie er besser hätte lauten können? Die Riege der Guenter-Dueck-Titel macht es vor. "Omnisophie" ist mein Lieblingstitel, der hat was, Wild Duck erst recht. Ein Guenter Dueck-Titel - unverständlich, aber neugierig machend - wäre besser gewesen. Oder etwas, das in den derzeitigen Introvertierten Kult reicht - "Leise Revolution" oder "Die stille Kraft der Denker".
Im Buch selbst erinnert mich viel an den frühen Guenter Dueck, nur ist Erich Feldmeier verständlicher. Ich habe mich Jahre bemüht, den Gedankenkariolen von Dueck zu folgen, nahm mir immer wieder die Omnisophie vor. Das Buch liegt seit Ewigkeiten neben meinem Bett. Ich konnte nicht fassen, dass ich einen Großteil der Gedankenketten einfach nicht verstand und hab es wieder und wieder versucht. Bis mir Erich Feldmeier beim Mittag bestätigte, dass das Buch wirklich unlesbar sei.
Zurück zu Feldmeier. Er schreibt vor allem über die "NTs", nach David Keirsej sind das die Rationalisten-Temperamente. Wenn Sie wie ich dazu gehören (und das was ich hier schreibe auch nur annähernd nachvollziehen können) sind sie Mitglied einer Minderheit von kaum 5-10% der Bevölkerung. Vielleicht sind Sie auch ein NF, eher kreativer, ein Idealistentemperament. Wir sind uns nah, und manchmal sind die Trennlinien nicht scharf oder wechseln im Laufe des Lebens.
Stark ausgeprägte Rationalisten sind die Innovativen, die Querdenker weil sie die einzigen sind, vielleicht noch neben den kreativen NJs, die Bewährtes weitgehend OHNE EIGENNUTZ in Frage stellen. Dueck nennt sie die "natürlichen Menschen". In Unternehmen sind es die anstrengenden kritischen Kollegen. In der Wissenschaft sind es die, die um jeden Preis etwas herausfinden wollen, auch für 1.000 Euro Bruttogehalt.
Ohne Rationalisten sind keine Innovationen möglich. Und doch werden Rationalisten ausgegrenzt. Je stärker ausgeprägt Ihr Rationalisten-Temperament, desto autistischer wirken sie auf den Rest. Sie sind nie pflegeleicht. Geborene Selbstdarsteller sind sie auch eher selten.
Aber: Unternehmen brauchen sie. Und müssten sie eigentlich artgerecht halten, das bedeutet unter ruhigen Bedingungen und weitestgehend außerhalb von Teams. Denn Störungen haben bei ihnen nicht Vorrang, sie stören nachweislich.
Erich, du sagt nicht wirklich wie Innovationen gelingen. Wie erreicht man die "richtigen" und die "wirklichen Menschen", also 70-80%? Denn die richtigen (SJ) und mit Einschränkungen auch die wirklichen Menschen (SP) sind Innovationsverhinderer. Also müssen sie ins Boot.
Man kann ihnen aber leider nicht sagen: "Du kapier mal wie blöd du bist, dass du einen Isaac Newton erst posthum verstehst und wertschätzt?" Das würden sie nicht verstehen, denn sie halten sich ja für richtig oder wirklich.
Das Buch vertieft das Verständnis für die Unterschiedlichkeit von Menschen und liefert viele unterhaltsame und lehrreiche Beispiele, das gefällt mir gut. Damit Innovationen wirklich gelingen, müsste es aber wohl eher eine Rationalisten-Quote in Unternehmen geben, damit diese entsprechend ihres geringen Bevökerungsanteils berücksichtigt werden. Wie war das noch mit der Frauenquote?
Ach ja, Rationalisten können sehr wohl motivierend und lebendig sein, siehe Guenter Dueck, der äußerst unterhaltsame Vorträge hält. Es wäre also auch ein Gedanke, dass die Rationalisten sich selbst bemühen, ein Stück mehr in die Mitte zu gehen. Dahin, wo man alle erreicht und zum Umdenken bringt.


Leise Menschen - starke Wirkung: Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden
Leise Menschen - starke Wirkung: Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden
von Sylvia Löhken
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Introvertiertheit prägt, aber legt nicht fest", 11. März 2012
Das war für mich der zentrale Satz, den Sylvia Löhken in einem Interview für meinen Blog gesagt hat. Der zentrale Satz im Buch lautete etwa so: "Wenn ich ins Flugzeug steige und dieses gerät in Turbulenzen, würde ich mir wünschen, dass der Pilot ein Introvertierter ist." Ich auch. Warum? Weil Introvertierte keinesfalls bessere Menschen sind, sich aber oft weniger ablenken lassen und den Reiz von außen nicht so sehr brauchen.
Wir haben in unserer Beratung einige Piloten auf Assessment Center vorbereitet. Fast immer war der Grund für ein Durchfallen deren zu große Introvertiertheit.
Nun liegt das Heil dieser Welt, um Gottes willen, nicht in den Intros, wie sie Sylvia Löhken nennt. Das würde bedeuten das 30-50% der Bevölkerung besser sind. Das ist Quatsch.
Wir alle füllen unsere Intro- oder Extroversion anders aus. Was indes wahr ist, ist die Benachteiligung der Introversion im amerikanischen und auch in unserem westeuropäischen Kulturkreis. Über Jahre, ja Jahrzehnte wurde das Extrovertierte kultiviert. Wenn ein Vertriebler oder ein Manager in meine Beratung kommt, weil er sich schämt, introvertiert zu sein, sagt das eine Menge über unsere Haltung zur Introversion. Wenn in der Schule extrovertiertes Verhalten, nämlich Aufzeigen und aktiv in der Gruppe sein, mehr als früher und mehr als je zuvor positiv bewertet wird, deutet auch das darauf hin, dass Extroversion als Ideal angesehen wird.
Derintrovertierte Pilot wird sich im Falle von Turbulenzen weniger ablenken lassen, wenn andere Eigenschaften dazu kommen Der introvertierte Schüler wird sich mehr mit seinen Interessen beschäftigen als mit der äußeren Welt - und deshalb im Zweifel nicht bessere Leistungen bringen, aber Leistungen die die Welt genauso braucht wie die der "Extros", zum Beispiel aus dem Reich der Kreativität und im Schöpferischen.
Auch ich gehöre zu den Menschen, die obwohl sie eine große Menschenliebe trägt, ihre Kraft doch öfter und eher im Alleinsein tanken. Das ist eines der Merkmale von Introvertierten: Sie suchen Alleinsein, wenn andere Gemeinsamkeit bevorzugen. Das irritiert, denn wir sind es gewohnt, die Wirkung eines Menschen zu beurteilen. Und da halten wir manchen Introvertierten für extroviertiert, weil er sehr kommunikativ ist/wirkt - und umgekehrt.
Dieses Buch hilft allen Seiten zu verstehen, wie der jeweils andere tickt. Wir erkennen, dass wir viele der Introvertierten im Internet und unter den Schreibenden wiederfinden, den Bloggern, dem Twitterern, den scheinbar nach außen Gewandten und Kommunikativen. Wir erkennen, die Konflikte, die entstehen, wenn ein introvertierter Partner ein anderes, eben oft geringeres Nähebedürfnis hat. Wir verstehen die introvertierten Kinder, für die der Kindergeburtstag kein Fest, sondern ein Graus ist. Danke Sylvia Löhken. Mir hat schon Susan Cain ausnehmend gut gefallen. Sie erweitern Cains wunderbar analytische, aber für manchen vielleicht zu intellektuelle Sicht um die praktische Komponente.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 14, 2012 4:31 PM CET


Reden straffen statt Zuhörer strafen: Mit "Operation Zwille" zu kurzweiligen Reden
Reden straffen statt Zuhörer strafen: Mit "Operation Zwille" zu kurzweiligen Reden
von Katja Kerschgens
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Das Buch mit den wohl besten Beispielen - auch für Fortgeschrittene top, 27. November 2011
Es stimmt. Manche Reden sind wirklich eine Strafe. Ich winke ab, wenn meine Finanzberaterin zur Powerpointschlacht anhebt. 'Sagen Sie mir doch einfach in einem halben Satz, was der Vorteil von diesem Fonds ist', kürze ich ab. Nur wenige sind so direkt wie ich. Die meisten Zuhörer halten aus und leiden still.
Aber nicht nur die Finanzberatungsbranche könnte eine Menge aus diesem Buch lernen. Jeder, der Reden hält kann es. Ich selbst habe nun Ideen, wie ich meine Botschaften anders verpacken könnte, um meine Zuhörer zu erreichen. Denn es stimmt: Bisweilen habe ich sie ganz bestimmt überfordert. Zu viel, zu komplex. Was sich geschrieben wunderbar liest, hat gesprochen eine ganz andere Wirkung. Die Kunst eine Botschaft zu reduzieren und fassbar zu machen, zeigt dieses Buch mit sehr guten Beispielen. So gute Beispiele bieten andere Bücher nicht. Auch Seminare nur sehr bedingt: Ich habe in den 1990eer Jahren als angestellte Führungskraft Präsentations- und Rhetorikseminare bei renommierten Instituten und Rednern genossen, z.B. FAZ-Institut. Die waren ohne Frage alle gut, aber ich erinnere mich nicht, dass wir irgendwo gelernt hätten, wie wir Botschaften in Geschichten übersetzen. Das ist der für mich größte praktische Wert des Buchs.
Besonders gut hat mir der Teil mit den Bildern gefallen. Ich habe immer schon gern Geschichten erzählt. Aber die Botschaften waren oft noch nicht einprägsam genug. Als Katja Kerschgens das Beispiel von der Teetasse erzählte, welches Trainermarketing symbolisiert ' man kann die Tasse einfach mal andersrum halten und den Blick auf den Henkel lenken - war das ein simpler, aber nachhaltiger Aha-Effekt. Plötzlich wusste ich was ich demnächst mache: Präsentationen nicht mehr linear und in meiner eigenen Logik aufbauen, sondern erst mal ein Mindmap machen mit den maximal 7 zentralen Botschaften, den Geschichten und Anekdoten dahinter und einer Idee zur möglichst prägnanten Botschafts-Verdeutlichung. Gut gefallen hat mir auch: Das OK dafür, eine Einführung vom Stil 'ich bin/freue mich, dass Sie da sind etc.' einfach wegzulassen und sich nicht mehr vorzustellen.
Ich kenne die Bücher von Kerschgens Lehrmeister Mathias Pöhm, aber mir gefällt das hier besser. Auch weil es nicht darum geht, einen bestimmten Stil zu propagieren, sondern individuelle Lösungen zu finden. Powerpoint ist für Kerschgens kein Teufelswerkzeug ' und OK, wenn es so genutzt wird, dass es den Redner ergänzt. Möglicherweise spricht dieses Buch eher Leute an, die wie ich mit manchen der Super-Selbstdarsteller in der Szene nichts anfangen können, weil weder deren Bücher noch deren Vorträge etwas Inhaltlich Relevantes produzieren. Phrasendreschen genügt mir nicht. Davon ist dieses Buch weit entfernt. Ich weiß jetzt, welches Buch ich empfehle, wenn ich wieder mal gefragt werde 'wissen Sie nicht ein gutes Buch, Frau Hofert?' Da musste ich nämlich in der Vergangenheit öfter mal passen.
Die Zwille ist süß und heitert auf, aber das Layout des Buchs könnte wirklich etwas übersichtlicher sein. Ich bin mir z.B. nicht sicher, ob jeder Leser erkennen kann, welches die schlechten Beispiele sind ;-)


Hermann! - Vom klugen Umgang mit dem inneren Kritiker
Hermann! - Vom klugen Umgang mit dem inneren Kritiker
von Tom Diesbrock
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,90

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Hermann in mir, 1. November 2011
Erwischt: Ich liege auch beim Yoga und denke "warum sind alle so viel entspannter als ich?" Mein Hermann schimpft "Was denknst du ständig an überflüssige Dinge!" Mit dem Buch habe ich ihn entdeckt und eingekreist. Er hat jetzt einen Namen. Ich kann mit ihm sprechen. Deshalb kann ich ihn auch erziehen, so dass er ein erwünschter Teil von mir wird. Mein Hermann macht jetzt, was ich will. Wir arbeiten gut zusammen. Danke, für dieses humorvolle, entlarvende und hilfreiche Buch. Man kann es jedem schenken, denn jeder hat einen Hermann. Außer vielleicht der eine oder andere Dax-Top-Manager. Und Frau Merkel. Die hätten besser einen.


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