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Beiträge von Bücherwurm
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Rezensionen verfasst von
Bücherwurm (Österreich)

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Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-13
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Demon Lord Camio
Demon Lord Camio
von Marika Herzog
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein dämonisches Vergnügen, 14. April 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Demon Lord Camio (Taschenbuch)
Inhalt:

Um seinen von Luzifer inhaftierten Bruder zu befreien schmiedet der Dämonenlord Camio einen kreativen Plan. Menschen mit dem Hang zum Okkulten sollen ihn ganz einfach zur Erde beschwören. Gesagt, getan. Mit seiner feschen Leibgardistin Ava macht Camio sich auf den Weg ins Menschenreich und landet im Berliner Prenzl' Berg beim Otaku Terry. Von dort aus nehmen das Schicksal und eine irrwitzige Odyssee quer durch Berlin ihren Lauf. Mit von der Partie Terrys Chatfreundin Luna sowie diverse himmlische und teuflische Wesen, die ihre eigene Agenda verfolgen.

Meine Meinung:

Langeweile war gestern - hier kommt Camio und mischt die Erde samt der Menschlein mit Tatendrang und einer gehörigen Extra-Kelle Humor auf. Was für ein unterhaltsames Werk. Hier sitzen jeder Witz und jede Pointe - und derer gibt es jede Menge in dieser herrlich schrägen Fantasy-Comedy. Sämtliche Charakter sind sehr individuell gestaltet und echte Persönlichkeiten - bis hin zu Friedel, seines Zeichens Hündchen im praktischen Handtaschenformat und wichtigen zeremoniellen Aufgaben. Terry und insbesondere Luna sind klasse, doch am besten ist seine Lordschaft Camio höchstpersönlich. Ob mit Pandapuschen, so wie ihn Luzifer geschaffen hat oder in Ketten gelegt - er hat immer einen flotten Spruch auf der kessen Lippe.

Zeichnerisch ist der Manga aus deutscher Feder erste Sahne. Individuelle Charas, witzige Chibis, tolle Hintergründe (unter anderem vom Potsdamer Platz) sowie sehr dynamische Actionszenen haben mich vom ersten Moment an begeistert und beeindruckt.

Zu Beginn gibt es als Bonus eine schicke Farbseite - und das Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen, die wegen mir nicht zu lange auf sich warten lassen muss.

Fazit:

Ein rundherum phantastisches, überaus witziges und unterhaltsames Werk, das ich jedem uneingeschränkt ans Herz legen kann und möchte.


Alpha²
Alpha²
von Kamineo
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Yaoi - just too good to miss, 22. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Alpha² (Taschenbuch)
Inhalt:

Der junge Alpha Werwolf Clive ist neu in der Stadt und damit auch im Revier. Das ansässige Werwolf Rudel indessen schätzt keine Fremden in seinen Jagdgründen. Dies muss Clive bereits in der ersten Vollmondnacht feststellen. Zu seinem großen Glück läuft er im nächtlichen Wald nicht nur dem feindlich gesonnenen Rudel über den Weg sondern begegnet dem älteren Quinn, seines Zeichens ebenfalls ein Alpha Werwolf, überzeugter Einzelgänger und der einzige Wolf weit und breit, mit dem das ansässige Rudel sich nicht anlegen will.

Geruchstechnisch ist man(n) sich auf Anhieb mehr als sympathisch. Doch zwei Kerle, noch dazu Beide Alpha? Kann das jemals etwas werden, und will man(n) das überhaupt?

Bewertung des Inhalts:

Die Story beginnt mit einem witzigen kleinen Comic Strip, dem eine ganzseitige von einem Text begleitete Illustration folgt, die den Leser emotional auf das Kommende einstimmt.

Die erste Begegnung zwischen Clive und Quinn ist wunderbar in Szene gesetzt und macht definitiv so richtig Lust auf mehr. Beim Leser und bei den beiden Alphas, auch wenn einer von ihnen sich anfänglich selbstredend erst noch etwas ziert.

Wäre schließlich noch schöner, gleich beim ersten Zusammentreffen seinem animalischen Paarungstrieb nachzugeben, gell? Nichts da, man(n) hat seinen Stolz, und den gibt er nicht mal eben gleich an der Garderobe ab, schon gar nicht wenn die Gegenseite nicht nur ebenfalls Alpha sondern zudem männlich ist.

Letzteres zumindest täte den anderen Alpha spontan so gar nicht stören. Im Gegenteil.

Ein Blick sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Diese schlichte Weisheit beschert dem Leser immer wieder herrliche Momente. Die witzige Kombination mancher Bilder mit Gedankentexten beansprucht gleichermaßen oft und gern die Lachmuskeln.

Das Charakterdesign der beiden Alpha Werwölfe ist sehr gut geraten. Clive und Quinn sind individuelle und interessante Persönlichkeiten.

Die Altersempfehlung dieses Manga liegt bei 16+ und in Anbetracht dessen, dass sich die erste leidenschaftliche Vereinigung über 16 Seiten erstreckt, ist dies zweifellos angemessen. Die ganz harten Fakten werden zwar nicht gezeigt (ansonsten wäre es ein 18+ Titel). Doch auch ohne dass der Leser alles sieht, sind diese 16 Seiten ein wahres Fest für alle Sinne bekennender Yaoi-Fans.

Es geht hoch her und ziemlich heiß zur Sache. Wilde, pure Leidenschaft statt biederem Blümchensex, jedoch zu keinem Zeitpunkt ordinär, sondern einfach nur erregend realistisch und sehr schön anzuschauen.

Das Tüpfelchen auf dem i bildet zum Abschluss dann noch ein göttlicher SD-Chibi Comic Strip, der sich auf eine vorangegangene Blow-Job Szene bezieht und schlicht zum Quieken ist.

Kamineo hat einen herrlichen Sinn für Humor, der nicht nur immer wieder in den Situationen und Texten zum Ausdruck kommt, sondern insbesondere in Form jener witzigen SD-Chibi Comic Strips, die jeweils zwischen den einzelnen Kapiteln eingefügt sind. Jeder Strip bezieht sich inhaltlich auf das vorhergegangene Kapitel, und alle sind hinreißend. Doch den ersten Rang in meiner persönlichen Hitliste nimmt definitiv derjenige ein, der das erste sexuelle Beisammensein von Clive und Quinn so krönend abschließt.

Bewertung des Artworks:

Kamineo hat eine klare, kräftige Strichführung. Ihr Stil ist realistisch und mit Ausnahme der Chibis alles andere als verspielt.

Ihre Protagonisten haben nicht nur charakterlich, sondern auch optisch einige Ecken und Kanten. Im Gegensatz zu manch anderem Manga könnte niemand Clive und Quinn für weibliche Geschöpfe mit Zusatz zwischen den Beinen halten. Denn die Körper der Beiden sehen nicht nur sehr individuell aus, sondern sind durch und durch männlich, mit breiteren Schultern, Muskeln an den richtigen Stellen sowie Haaren an Orten, an denen man sie für gewöhnlich nicht an BL-Bishonen findet.

Persönlich hätte ich zwar auf jene verzichten können, die sich im Bereich des wohlgeformten Brustkorbs befinden, aber ich kann mir vorstellen, dass etliche Leserinnen gerade dies als besonderes Attribut von Männlichkeit oder der animalischen Werwolf Gene besonders anziehend finden werden.

Abgesehen von der Brustbehaarung, die schlicht nicht meins ist, sind Clive und Quinn auf jeden Fall was fürs weibliche Auge, vorausgesetzt frau steht nicht ausschließlich auf den androgynen Typ. Bemerkenswert finde ich dabei, dass Clive ungeachtet seiner unverhohlenen Männlichkeit trotzdem etwas ungemein Sweetes an sich hat.

Sehr gelungen finde ich zudem die Darstellung der Beiden in ihrer tierischen Form als Werwölfe. Interessanterweise wirkt Clive in Wolfsgestalt wie ein draufgängerischer junger Seme, während Quinn als Wolf eine überraschend sanfte Ausstrahlung hat. Vielleicht liegt es daran, dass Quinns Wolfsfell mehrfarbig ist, was spontan Assoziationen mit Strähnchen weckt.

Sofern Hintergründe vorkommen sind diese erstaunlich detailliert.

Besonders hervorzuheben ist meines Erachtens, dass die Zeichnungen von Kamineo nicht statisch sind, sondern Bewegungen wirklich gut einfangen.

Fazit:

Mir hat Alpha2 sehr gut gefallen.

Dieser Manga ist einmal mehr ein echtes Paradebeispiel dafür, dass deutsche Mangakas weder in Sachen Kreativität noch zeichnerisch ihr Licht unter den künstlerischen Scheffel stellen müssen.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich auf keinen Fall den beim Schwarzer Turm Verlag erschienenen Yaoi Manga "Beware of the Dog" entgehen lassen.

Mehr zum Inhalt sowie eine ausführliche Review gibt es im Comicforum:

[...]


Beautiful Days
Beautiful Days
von Hiro Madarame
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Furchtbar, 22. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beautiful Days (Taschenbuch)
Das Cover sah nett aus und die Inhaltsangabe klang vielversprechend. Leider hielt weder das eine noch das andere, was es versprach. In Sachen Artwork habe ich generell einen recht breit gefächerten Geschmack, und bevor ich Zeichnungen als unansehnlich empfinde, muss schon viel passieren. Leider trifft dies auf die Innenzeichnungen dieses Manga zu, die mit dem Cover nur wenig gemein haben. Andere mögen es anders sehen, aber in meinen Augen ist das mit Abstand das unattraktivste Artwork, das mir bei einem BL Manga auf dem deutschen Markt bislang begegnet ist. Die Geschichten selbst fand ich ebenfalls alles andere als interessant. Tristesse, Tragik und Drama ohne Ende. Man merkt, dass die Mangaka die Absicht verfolgt, besonders sensible, tiefgründige Stories zu erzählen, aber nach meinem Verständnis ist Tiefgründigkeit und Sensibilität nicht zwingend gleichbedeutend mit Geschichten, aus denen das Drama nur so fließt und ständig jemand weint, verzweifelt und seelisch gebrochen ist.

Da ich grundsätzliche jede neue Mangaka auf dem deutschen Markt begrüße wollte ich diesen Manga mögen und würde liebend gerne etwas Positives darüber sagen. Jedoch ist mir das schlicht und ergreifend unmöglich, weil ich ihn wirklich in jeder Hinsicht furchtbar finde.


Hörig
Hörig
von Petra Hammesfahr
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Augen Rasputins ..., 2. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hörig (Taschenbuch)
... ist der Titel der Erstfassung dieses Buches von 1993.

Inwiefern das Buch sprachlich und inhaltlich (abgesehen von leichten Modernisierungen wie der Einbau von Handys und Internet, die es 1993 so nicht gab) überarbeitet wurde, vermag ich nicht zu sagen, da ich nur diese Ausgabe kenne. Der Hinweis auf die Erstfassung steht lediglich innen im Kleingedruckten. In den letzten Jahren hat der Verlag schon mehrfach alte Bücher von Petra Hamessfahr unter neuen Titeln veröffentlicht. Für Leser, die schon damals ihre Werke gekauft haben, ist das ausgesprochen ärgerlich. Ich selbst gehöre zwar nicht dazu, da ich Petra Hammesfahr erst entdeckte als diese alten Bücher bereits lange vergriffen waren. Doch ich kann es verstehen, wenn jemand, dem suggeriert wird, ein neues Werk zu kaufen, alles andere als begeistert ist, statt dessen die Neufassung eines Buches zu bekommen, das er bereits im Regal zu stehen hat, nur eben unter einem anderen Titel.

Weitere Neufassungen:

"Roberts Schwester" (Erstfassung "Geschwisterbande")
"Mit den Augen eines Kindes" (Erstfassung "Marens Lover")
"Die Chefin" (Erstfassung "Betty")
"Ein süßer Sommer" (Erstfassung "Am Ende des Sommers")
"Seine große Liebe" (Erstfassung "Brunos große Liebe")

Und vermutlich werden es nicht die letzen bleiben, da es noch einige alte Romane von ihr gibt, die sich unter neuem Titel recyclen lassen.

Gegen Neuauflagen früherer Werke ist ja an sich nichts einzuwenden, aber diese unter neuen Titeln zu veröffentlichen ist grenzwertig.

Denn so gut kann man einen 20 Jahre alten Roman nun einmal nicht modernisieren, dass man ihm sein Alter nicht anmerkt. So ist Patrizias Kosename in diesem Buch "Püppie" - diese Bezeichnung war selbst 1993 nicht unbedingt taufrisch, doch 2013 klingt sie einfach nur noch altbacken. Trotz der in zwei Nebensätzen eingestreuten Begriffe "Handy" und "Internet" gilt das letzlich für den ganzen Roman, über dem ein Hauch von Staub zu liegen scheint - kein Problem, wenn denn die Tatsache, dass man einen Roman liest, der vor 20 Jahren geschrieben wurde nicht sagen wir einmal ein wenig verschleiert wird ...

Am Inhalt habe ich ansonsten nichts auszusetzen. Mir gefällt der Stil von Petra Hammesfahr, doch das geht durchaus nicht jedem so. Sie hat eine sehr eigene Art Dinge zu erzählen, und entweder mag man das oder nicht. Etwas Dazwischen gibt es nicht wirklich. Wer Petra Hammesfahr nicht kennt sollte daher vor einem Kauf einmal in eine Leseprobe schauen, damit er entscheiden kann, zu welcher Gruppe er gehört.

Meine Bewertung wäre besser als 3 Sterne ausgefallen, wenn dieses Buch nicht mit einem für mich nicht klar verständlichem Ende aufwarten würde. Natürlich kann man in den letzten Satz das eine oder andere hinein interpretieren - aber ich fand ihn in erster Linie verwirrend und er hinterließ in meinem Kopf statt Antworten nur Fragen - und das ist meiner Meinung nach nicht das, was ein Ende bieten sollte. Es kann gelegentlich offen sein oder mehrere Erklärungen und Deutungen zulassen, aber der Schluß eines Buches sollte aus sich heraus verständlich sein, und das ist hier leider nicht der Fall. Dafür gibt es von mir einen Stern Abzug. Einen weiteren Stern ziehe ich wegen der Eingangs erwähnten Unsitte ab, Bücher, die vor 20 Jahren geschrieben wurden, durch die Änderung des Titels den Lesern als scheinbar aktuelle Werke der Autorin zu verkaufen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 26, 2013 3:49 PM CET


The Dawn of Love (Yaoi Manga)
The Dawn of Love (Yaoi Manga)
von Kazuho Hirokawa
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von einem, der entschied nicht mehr teilen zu wollen ..., 23. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Dawn of Love (Yaoi Manga) (Taschenbuch)
Inhalt:

Als der Blick des Jurastudenten Masahiro auf seinen Kommilitonen Takane fällt, packt ihn spontan heftige Begierde. Da trifft es sich, dass Takane nicht nur promiskuitiv sondern zudem geradezu verrückt nach gutem Sex ist. Aktuell lässt er sich von vier verschiedenen Liebhabern beglücken und räumt Masahiro mehr als willig die Chance ein, Nummer Fünf in seinem Bett zu werden.

Anfangs kann Masahiro sein unverschämtes Glück kaum fassen und genießt diese rein körperliche Beziehung ohne jegliche Verpflichtung in vollen Zügen. Doch je länger sein Verhältnis mit Takane andauert, desto intensiver werden seine Gefühle für ihn, und plötzlich reicht es ihm nicht mehr, lediglich einer von Vielen Beglückern zu sein. Daher beschließt er, Takane für sich allein zu gewinnen, koste es was es wolle.

Neben dieser Hauptgeschichte enthält der Band noch eine weitere Story, die sich um einen Jungen dreht, dessen Herz gebrochen wurde und der schwor, sich niemals wieder zu verlieben. Doch bekanntlich soll man(n) niemals nie sagen.

Bewertung des Inhalts:

Die Hauptstory wartet mit einer recht ungewöhnlichen Konstellation auf. Ein promiskuitiver Seme kommt im BL Bereich durchaus häufiger vor. Aber ein Uke, der kein Interesse hat sich zu binden, weil er es langweilig findet, sich nur von einem einzigen Mann flachlegen zu lassen und sich wie ein Bienenkönig von Männern umschwärmen und befriedigen lässt, die er aufgrund ihres Aussehens und ihrer Fähigkeiten zwischen den Laken auswählt, das gibt es eher selten.

Die Frage nach der Moral stellt sich dabei dankenswerter Weise gar nicht, da der Seme sich weder als Betrogener fühlt noch fühlen könnte oder dürfte. Denn schließlich geht es ihm Anfangs selbst nur um das Eine, und er hat überhaupt kein Problem damit, sich seinen willigen Gespielen mit anderen Kerlen zu teilen, deren Namen er nicht einmal kennt.

Da Takane von vornherein offen dazu steht, dass ihm ein einziger Liebhaber nicht genügt, kommt seine frei ausgelebte Promiskuität umgekehrt auch keineswegs negativ rüber. Sie ist schlicht und ergreifend Teil seiner Persönlichkeit und wird als solche zu keinem Zeitpunkt als sittlich verwerflich oder auch nur fragwürdig dargestellt oder gar verurteilt. Diesen Aspekt der Geschichte empfand ich als überaus angenehm. Denn solange alle Beteiligten erwachsen und sich einig sind und niemand betrogen und/oder ausgenutzt wird, hat meiner Ansicht nach niemand das Recht einen sexuell lockeren Lebensstil zu verdammen, nur weil er nicht den moralischen Vorstellungen einer Gesellschaft und/oder den eigenen entspricht.

In diesem Sinne gefiel es mir hier weiterhin überaus gut, dass Masahiro nachdem er sich seiner Gefühle für Takane bewusst geworden ist, keineswegs darauf aus ist, diesen zu ändern. Stattdessen bemüht er sich der perfekte Liebhaber zu werden – so gut will er im Bett werden, dass Takane kein Verlangen nach anderweitiger Abwechslung mehr verspürt.Wenn das kein Beweis echter Liebe ist, den Partner so anzunehmen wie er ist, seine Bedürfnisse zu respektieren und nicht danach zu streben, zu nehmen sondern zu geben und auf diese Weise den anderen glücklich zu machen und damit letztlich auch sich selbst.

Auf den ersten Blick mag die Geschichte oberflächlich erscheinen. Doch dies beschränkt sich lediglich auf die körperlichen Affären, die Takane zu seinen Liebhabern unterhält. Die emotionale Seite hingegen ist komplex und befasst sich ausführlich mit den Gründen für Takanes Lebenswandel, und das wie gesagt ohne diesen zu verurteilen. Die Verwandlung Masahiros vom Lover Nummer Fünf zum wahrhaft Liebenden erfolgt langsam und nachvollziehbar. Gleiches gilt für die komplizierte Gefühlswelt von Takane, die sich nach und nach verändert bis er am Ende sogar den Punkt erreicht, an dem ihm klar wird, dass der technisch raffinierteste Sex keinem Vergleich zum Sex standhält, bei dem Liebe im Spiel ist.

Im Hinblick auf den Kern der Geschichte geht es hier öfter heiß zur Sache, wobei das Meiste indessen entweder verdeckt oder nur angedeutet wird.

Die Nebenstory ist von der Stimmung her der genaue Gegensatz zur Hauptgeschichte. Denn hier glaubt der Protagonist, dass es für ihn nur einen „One and Only“ gibt, und da dieser ihm einst das Herz brach, will er für den Rest seines Lebens einsam bleiben. Dies ist zwar nicht unbedingt eine originelle Idee, aber da der Tenor eben genau gegensätzlich ausgerichtet ist, bietet die zweite Story eine nette Abwechslung zur ersten.

Bewertung des Artworks:

Die Zeichnungen sind weich und größtenteils ein wenig skizzenhaft. Der Fokus liegt auf den Protagonisten und hier vornehmlich – sofern es keine Bettszenen sind - auf den Gesichtern. Wobei ich mir jedoch etwas mehr Ausdrucksfähigkeit in den Mienen und insbesondere den Augen gewünscht hätte. Hintergründe oder sonstige Details gibt es kaum, ebenso wenig eine klare Panelaufteilung.

Insgesamt ist das Artwork hübsch anzusehen, wenn auch etwas schlicht geraten.

Bewertung der Ausstattung:

Der Manga liegt im Großformat vor und hat einen separaten Hochglanzschutzumschlag. Leider lässt die Papierqualität einmal mehr wie so oft bei Digital Manga zu wünschen übrig, sprich raue Oberfläche und vergleichsweise dunkles Papier.

Fazit:

Mir hat The Dawn of Love ausnehmend gut gefallen. Zum einen weil die Geschichte vom typischen Klischee-Einheitsbrei abweicht. Zum anderen weil sie völlig ohne moralisch erhobenen Zeigefinger auskommt und auf jegliche Belehrung der Protagonisten und damit zugleich auch auf die des Lesers verzichtet.


Samejima-Kun & Sasahara-Kun (Yaoi Manga)
Samejima-Kun & Sasahara-Kun (Yaoi Manga)
von Koshino
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,46

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hey, Alter, ich glaube ich mag dich ..., 23. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Inhalt:

Samejima und Sasahara sind beste Kumpel. Sie besuchen die selbe Oberschule und jobben im selben Supermarkt. Genau dort überrumpelt Samejima seinen Freund mal eben nebenbei beim gemeinsamen Auspacken von Kisten mit dem lässigen Spruch, hey Alter, ich glaube, ich mag dich. War das eine ernst gemeinte Liebeserklärung, ein Scherz oder was auch immer. Sasahara kann sich keinen rechten Reim darauf machen, zumal Samejima sich benimmt, als wäre nichts passiert. Zumindest anfangs, denn irgendwie scheint sich zwischen ihnen etwas verändert zu haben.

Bewertung des Inhalts:

Der Manga stellt seine Protagonisten in den Vordergrund. Weitere Personen tauchen wenn überhaupt, dann nur schemenhaft am Rande auf. Lediglich der gemeinsame Vorgesetzte im Supermarkt bekommt etwas mehr an Profil zugewiesen. Doch auch er spielt letztlich für das eigentliche Geschehen keine Rolle.

Samejima-Kun & Sasahara-Kun gibt zu keinem Zeitpunkt vor, das Rad der Liebe neu zu erfinden. Dennoch wirkt die Geschichte erfrischend anders, was daran liegt, dass die Mangaka sie frei von Kitsch und stattdessen ziemlich realistisch rüberbringt. Die beiden Jungs sind nicht die typischen überragend aussehenden Vorzeige-Schüler mit Bestnoten, bei allen beliebt und von Mädchen umschwärmt. Sie sind in jeder Hinsicht absolut durchschnittlich und unauffällig. Sie sind keine Abziehbilder von perfekten Bishonen, sondern stinknormale Kerle aus Fleisch und Blut. Natürlich haben sie Gefühle, doch zu keinem Zeitpunkt werden diese romantisiert oder idealisiert. Denn bei allen Emotionen besteht kein Zweifel daran, dass es zu einem nicht unwesentlichen Teil auch darum geht, den eigenen Trieb zu befriedigen.

Reines Händchenhalten, heimliches Verzehren, stummes Anhimmeln oder gar eine platonische Beziehung ist weder Alternative oder gar Zielstellung des Ganzen. Dass es dennoch reichlich lange dauert, bis zwischen den Beiden endlich was passiert liegt dann auch weniger daran, dass sich einer ziert. Vielmehr braucht es eine Weile bis beide Seiten kapiert haben, dass sie im Grunde genau dasselbe wollen. Danach muss geklärt werden, wie die Sache ablaufen soll. Denn praktische Erfahrung hat keiner, und wer oben und wer unten liegen soll ist schließlich auch nichts, das sich beim Sex zwischen zwei Kerlen einfach automatisch ergibt.

Erzählt wird die Story mit einem ordentlichen Schuss Humor, der zu gefallen weiß. Stellenweise ist er zwar ein wenig prollig, aber das passt zu zwei ganz gewöhnlichen Jungs in der Blüte ihrer Zeit des hormonellen Sturmes und Dranges. Da gibt es nun einmal in der Regel kein intellektuelles oder literarisches Geschwafel, sondern man(n) ergötzt sich (mehr oder weniger) gemeinsam an einem Schwulenporno, zweideutigen Witzen und einem derberen Dirty Talk.

Bewertung des Artworks:

Koshinos Strichführung ist härter und eher grob, was sich insbesondere bei den Gesichtern zeigt. Münder werden zumeist einfach nur als größere Kleckse dargestellt.

Samejima-Kun & Sasahara-Kun erschien in Japan als Handy Manga, und irgendwie sieht man dies den Zeichnungen an. Kleine, enge Panels, die sich auf die Personen konzentrieren, ohne sonderliche Details oder Hintergründe.

Gefühle etc. werden eher untypisch für eine japanische Produktion weniger durch Bildsprache als durch Begleittexte vermittelt. Dies kann jedoch möglicherweise daran liegen, dass eine Veröffentlichung via Handy der klassischen Bildsprache Grenzen setzt. Dort wo man als Leser in einem Magazin/Tankobon eine komplette Seite visuell als Ganzes wahrnimmt, beschränkt ein Handy Display sich auf einzelne Ausschnitte. Somit denke ich, dass ein Manga, der gezielt für eine Veröffentlichung via Handy geschaffen wird, wahrscheinlich vom Panelaufbau und dem Einsatz der Bildsprache her anders aufgebaut sein muss als ein klassischer Manga, der in einem Magazin erscheint.

Ob all dies am Ende tatsächlich dem Medium geschuldet ist, in dem das Werk im Original erstmals veröffentlicht wurde, oder ob es der allgemeine Stil Koshinos ist, kann ich ausgehend von der Kenntnis lediglich dieses einen Werkes natürlich nicht beurteilen.

Fazit:

Samejima-Kun & Sasahara-Kun ist kein verspieltes Werk. Die Jungs sind weit davon entfernt Material zum Anschmachten zu sein.

Niedlich, süß oder romantisch sind keine Adjektive, die mir spontan im Zusammenhang mit diesem Manga einfallen.

Er ist ziemlich realistisch, durchaus witzig (sofern man diese Art von Humor mag) und recht explizit sobald es ums Körperliche geht.

Wer solche Stories und diese Art der Darstellung mag und weder auf attraktive Bishonen noch einen besonders schönen Zeichenstil gesteigerten Wert legt, kann hier durchaus mal einen Blick riskieren.

Mir hat dieser Manga gefallen, wenn auch nicht so sehr, dass es für fünf Sterne reicht.


Ein Lied für Elise: (Einzelband)
Ein Lied für Elise: (Einzelband)
von Natalia Batista
  Broschiert
Preis: EUR 6,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei sind einer zuviel, 22. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Inhalt:

Eine Kleinstadt in Schweden. Der Halbindonesier Nurandi, kurz Andi ist seit der gemeinsamen Schulzeit eng mit Marcus und der psychisch labilen Elise befreundet. Doch bei Gefühlen jenseits der Freundschaft sind Drei bekanntlich einer zu viel, und so dreht das Rad des Schicksals sich in Richtung einer Sackgasse, aus der es nur einen Ausweg zu geben scheint.

Bewertung des Inhalts:

Ein Lied für Elise besteht aus insgesamt drei Teilen. Die ersten Beiden sind überaus sensibel erzählt. Durchsetzt von Rückblenden erhält der Leser einen guten Einblick in die Gefühlswelt der drei Freunde und in das komplizierte Geflecht ihrer Beziehung zueinander.

Die ersten beiden Teile sind insbesondere in psychologischer Sicht sehr interessant. Eine derartige Tiefe findet man selten in einem Yaoi Manga, noch dazu in einem Einzelband. Ich war davon emotional bewegt, und es hat mich betroffen gemacht, zu welchen Gedanken und Handlungen ein labil angeschlagener Mensch sich selbst treiben kann.

Der dritte und letzte Teil des Manga erschöpft sich unerwartet im Wesentlichen mit dem ersten Mal von Andi und Marcus. Dieser Teil ist ziemlich detailliert und erotisch. Als Yaoi Fan gefällt mir dies natürlich sehr. Indessen wirkt dieser dritte Teil dadurch zugleich von der Stimmung her völlig losgelöst vom Rest und hat ein wenig den Charakter einer später entstandenen Bonusstory.

Nachdem in den ersten beiden Teilen eine psychologisch komplexe Handlung aufgegleist wurde, ist es in der Gesamtbetrachtung seltsam und durchaus ein wenig enttäuschend, dass die Geschichte einfach damit endet, dass Andi und Marcus miteinander ins Bett gehen und heißen Sex bis zum Umfallen haben. Nichts gegen heißen Sex, schon gar nicht in einem Yaoi, aber solche Szenen sollten nicht aufgesetzt sein und vor allen Dingen mit der Stimmung des Werkes harmonieren, und genau dies ist hier nicht wirklich der Fall.

Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, wenn der dritte Teil sich statt die Jungs beim Sex zu zeigen mehr auf emotionaler Ebene mit ihren durch die Ereignisse gewonnenen Erkenntnissen auseinandergesetzt hätte.

Irgendwie scheint die Mangaka dieses Problem mit dem Bruch der Atmosphäre ebenfalls bemerkt zu haben. Denn es folgt am Schluss noch ein kleiner Epilog, der an den erzählerischen Tenor der ersten beiden Teile anknüpft und somit dann den Kreis schließt.

Bewertung des Artworks:

Natalia Batista hat eine kräftige, leicht harte Strichführung. Sie konzentriert sich auf ihre Protagonisten, weswegen Hintergründe wenn überhaupt, dann zumeist nur schemenhaft angedeutet auftauchen. Die beiden Jungs sind nicht unbedingt klassische Manga Bishonen, sondern schauen wie normale Kerle von nebenan aus - wenn auch mit relativ langgestreckten Gesichtern.

Die Aufteilung der Panels ist großzügig, jedoch ohne dass die Seiten dadurch leer wirken. Es passt einfach gut zur Story. Genau wie der schlichte, schnörkellose Zeichenstil.

Bemerkenswert finde ich, dass der Manga für ein westliches Werk - zudem noch mit einem solchen Thema - relativ wenig Text enthält. Zwar wirkt das Artwork als solches sehr westlich, aber der Einsatz der Bildsprache ist so wie man es von japanischen Produktionen gewohnt ist. So gibt es immer wieder Panels, die völlig ohne Text auskommen und Emotionen und Handlung allein durch die Bilder transportieren.

Bewertung der Aufmachung:

Die Leserichtung ist westlich von links nach rechts.

Es gibt insgesamt vier Farbzeichnungen zu bewundern.

Zudem gibt es noch einen niedlichen Comic, in dem die Natalia Batista erzählt, wie es dazu kam, dass ihr Werk bei Tokyopop erschienen ist.

Fazit:

Natalia Batista ist in ihrem Heimatland Schweden eine der führenden professionellen Mangaka, und nachdem ich diesen Manga gelesen habe, ist mir völlig klar warum dem so ist. Denn in ihr vereinen sich zeichnerisches Können mit dem Talent, eine schöne Geschichte zu erzählen. Daher würde ich mich sehr freuen sollte irgendwann einmal wieder etwas von Natalia Batista auf Deutsch bei uns erscheinen.

Mir hat Ein Lied für Elise trotz des Bruchs zwischen den ersten beiden und dem letzten Teil sehr gut gefallen. Trotzudem gibt es für besagten Bruch im Erzählfluss von mir bei der Gesamtbewertung einen Stern Abzug.


Meeting You
Meeting You
von Mio Tennohji
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette Unterhaltung für Zwischendurch, 9. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Meeting You (Taschenbuch)
Inhalt:

Meeting You enthält drei Stories sowie ein kleines Extra zur Ersten.

Die Titelgeschichte ist mit zwei Kapiteln die längste. Sie dreht sich um den Schülerpräsidenten einer Jungenschule, Himeshiro, der daran gewöhnt ist, dass ihm regelmäßig jemand seine Liebe gesteht. Er lehnt niemanden ab, geht mit jedem zu seinen Bedingungen aus und ins Bett, um die Sache danach ohne viel Aufheben wieder zu beenden. Als der jüngere, schüchterne Touru ihn um ein Date bittet, erklärt Himeshiro sich dazu bereit, vorausgesetzt Touro tut alles, was er von ihm verlangt.

Die zweite Story "How to find a Gentle Kiss" und die Dritte "Morning at the Bus Stop" gehören lose zusammen. Beide drehen sich jeweils um zwei Angestellte derselben Firma. Bei den ersten Beiden handelt es sich um zwei ehemaligen Schulfreunden, die sich als Kollegen wiederbegegnen. Die anderen Beiden fahren regelmäßig gemeinsam mit dem Bus zur Arbeit und entwickeln dabei Gefühle für einander.

Die Bonusstory ist ein witziges Was-Wäre-Wenn der Schülerratspräsident Himeshiro eine geheime Affäre mit seinem Vize Kusama hätte und wer von ihnen dann wohl der Uke in der Beziehung wäre.

Bewertung des Inhalts:

Die Begründung, warum Himeshiro in der Titelstory anfangs Touru so gemein behandelt, ist alles andere als überzeugend und dient ganz offensichtlich nur als Ausrede dafür, zu zeigen wie ein unschuldiger, sanfter Uke von einem dominanten Seme drangsaliert wird. Die Absicht ist dermaßen fadenscheinig, dass man schon eine ziemliche Schwäche für solche Machtspielchen haben sollte, um großzügig darüber hinweg schauen zu können. Da dies bei mir der Fall ist, hat mir die Geschichte trotz der nicht wirklich vorhandenen Logik sehr gut gefallen. Jenen Lesern, die dies weniger mögen sei gesagt, dass es erst zum richtigen Sex kommt, nachdem Himeshiro sein Unrecht eingesehen hat und die Beiden eine echte emotionale Beziehung eingegangen sind.

Die zweite und dritte Story rund um verliebte Angestellte sind nicht besonders außergewöhnlich. Im Gegenteil. Hier werden jede Menge typische BL-Klischees bedient. Doch dies geschieht auf so charmante, humorvolle Weise, dass es trotzdem Spaß mach diese Geschichten zu lesen.

Umso mehr als die Erotik nicht vernachlässigt wird. So wie bereits in der Titelstory gibt es auch hier wieder einige explizite und zudem unzensierte Yaoi Szenen.

Bewertung des Artworks:

Mio Tennohjis Zeichnungen sind kräftig, recht dunkel und alles andere als filigran. Ihre Protagonisten entsprechen der traditionellen Klassifizierung eines großen markanten Seme und eines kleinen Uke mit riesigen Kulleraugen. Abgesehen von variierenden Haarfarben, Frisuren sowie Accessoires wie Brillen unterschieden sich die jeweiligen Semes und Ukes sich nicht sonderlich, und wirklich gut aussehend sind ihre Protagonisten allesamt nicht unbedingt. Die Semes würde ich persönlich zwar durchaus als attraktiv bezeichnen, doch es sind definitiv keine typischen BL-Bishonen.

Bewertung der Ausstattung:

Die Ausgabe von 801 Media enthält eine Farbseite und hat einen separaten Hochglanzschutzumschlag, auf dem sich als Bonus auf dem hinteren Klappeneinschlag noch ein kleiner Comic Strip um Himeshiro und Touru befindet.

Fazit:

Mich hat Meeting You gut unterhalten.

Die Stories in diesem Manga sind zwar nichts, das lange im Gedächtnis bleibt, jedoch durchaus vergnüglich, sofern man dieser Art von Geschichten und Pairings etwas abgewinnen kann.

Hinweis:

Die Titelgeschichte "Meeting You" ist eine Sidestory zum ebenfalls bei 801 Media auf Englisch erschienenen Manga Don't Rush Love von Mio Tennoji. Dieser dreht sich um den Vizepräsidenten des Schülerrats Kusama und dessen Zimmergefährten im Wohnheim.

Da die Kenntnis des Inhalts von Don't Rush Love für Meeting You nicht erforderlich ist, muss man diesen Manga allerdings nicht zwingend lesen, um Meeting You zu verstehen und daran Gefallen zu finden.


The Lily and the Rose
The Lily and the Rose
von Daniela Orrù
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender, dramatischer Yaoi in historischem Setting, 9. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Lily and the Rose (Taschenbuch)
Inhalt:

Frankreich 1789. Der junge Priester Christophe übernimmt eine Stelle als geistlicher Tutor des Sohns der Comtesse de Sevigny. In deren jüngeren Liebhaber erkennt er Alain wieder, mit dem er vor vielen Jahren eine Zeitlang dieselbe Klosterschule besuchte. Seit damals treiben Alain nur zwei Dinge im Leben an. Der Wunsch den Mann zu finden, der seine Mutter, eine Kurtisane, töten ließ und seine leidenschaftliche Liebe zu Christophe.

Während Christophe mit seinen eigenen unzüchtigen Gefühlen für den Kindheitsfreund ringt, sieht er sich den Begierden des einflussreichen Kardinals Laurent ausgesetzt und verstrickt sich zunehmend in einem Netz von Intrigen, das um ihn und Alain gesponnen wird.

Bewertung des Inhalts:

The Lily and the Rose verbindet überaus geschickt wahre historische Ereignisse, wie den Sturm auf die Bastille und den Beginn der französichen Revolution mit einer spannenden, intrigenreichen Handlung und einer ebenso dramatischen wie leidenschaftlichen Liebesgeschichte.

Die Dekadenz und die Verkommenheit des französischen Adels sowie der hohen Geistlichkeit sind sehr gut recherchiert und dargestellt. Die Selbstverständlichkeit, mit der Männer der Kirche, Adelige einschließlich halber Kinder die schlimmsten Verbrechen begehen, ohne dabei den leisesten Hauch von Skrupeln zu empfinden, ist erschreckend und faszinierend zugleich. Die damalige Einstellung, dass einfache Menschen nichts zählen, man sie wie Schachfiguren benutzen und nach Belieben ausnutzen und beseitigen kann, wird ausgezeichnet eingefangen.

Die Romanze zwischen Christophe und Alain ist der Kern, um den sich die Geschehnisse ranken und die Ursache von Intrigen und Verbrechen, die beinahe ihr Leben zerstören. Die in sich stimmige und schlüssige Art und Weise wie alles miteinander verwoben ist, zeugt von großem erzählerischen Talent.

Am Ende wird zwar etwas arg dick aufgetragen, aber auch wenn es etwas pathetisch ist, folgt es letztlich der inneren Logik der Geschichte und entspricht der Persönlichkeit der Protagonisten.

Sämtliche Personen sind sehr gut ausgearbeitet. Insbesondere gilt dies natürlich für Christope und Alain, von denen man einiges aus ihrer Vergangenheit sowie sehr viel über ihre Gefühle und Motive erfährt. Dadurch wird die Story insgesamt noch überzeugender.

Lediglich der Humor bleibt bei dieser durch und durch ernsten Geschichte völlig auf der Strecke. Zum Ausgleich gibt es einige Yaoi Szenen, die zwar nicht allzu explizit, dafür indessen wirklich ästhetisch gestaltet sind.

Bewertung des Artworks:

Der historische Rahmen ist wie geschaffen für die wunderschönen, detailverliebten Zeichnungen des italienischen Künstler-Duos Dany & Dany. Hintergründe, Interieur und vor allen Dingen die prächtige Kleidung sind ein wahres Fest für die Sinne.

Zwar sehen Christope und Alain nicht anders aus als die Protagonisten anderer Werke von Dany & Dany - ein Manko, das offenbar jede Mangaka zu haben scheint - aber gerade hier passen die langen Haare und leicht femininen Gesichtszüge, speziell im Bereich der Augen und Lippen, hervorragend. Denn kaum eine Zeit war in Bezug auf männliches Äußeres so geckenhaft und "weibisch" wie jene am Vorabend der französischen Revolution.

Bewertung der Ausstattung:

Der Manga hat mit 14,5 x 20,5cm ein größeres Format als hierzulande üblich. Er hat einen edlen, matt schimmernden Einband, und die Papierqualität ist sehr hochwertig. Die Leserichtung ist westlich von links nach rechts.

Sprachlich lässt er ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Die Sprache bewegt sich auf hohem Niveau und klingt vor allem zeitgemäß, was ja leider durchaus keine Selbstverständlichkeit bei historischen Geschichten ist.

Fazit:

Mir hat "The Lily and the Rose" sehr gut gefallen, und ich kann diesen Mange jedem, der Yaoi in einem historischen Setting mag, nur aller wärmstens empfehlen.


Hot Limit (Yaoi Manga)
Hot Limit (Yaoi Manga)
von Minori Shima
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,22

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessanter und spannender Yaoi, 6. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hot Limit (Yaoi Manga) (Taschenbuch)
Inhalt:

Der Student Kazuma arbeitet nebenbei in einer Bar. Dort begegnet er eines nachts dem blutjungen, ebenso verführerischen wie moralisch völlig verdorbenen Maya, der nach Lust und Laune mit jedem schläft und sich bei älteren, einflussreichen Männern schamlos prostituiert. Obwohl Kazuma sich von Maya wie magisch angezogen fühlt, stößt ihn dessen Verhalten derart ab, dass er ihm widerstehen kann.

Umso überraschter ist Kazuma, als er infolge der Übernahme eines weiteren Teilzeitjobs in einer eleganten Stadtvilla plötzlich Shinya, dem Sohn des Hauses gegenübersteht, der bis aufs Haar genauso aussieht wie Maya. Indessen scheint diese Ähnlichkeit nur äußerlich zu sein. Denn Shinya ist sittsam, wohlerzogen und schüchtern. Oder etwa doch nicht?

Welches dunkle Geheimnis verbirgt sich hinter Shinyas seltsamen Benehmen? Welche Fäden zieht der Kongressabgeordnete Seichirou Tanabe in dem gefährlichen Spiel, in das Kazuma sich bei der Lösung des Rätsels zunehmend verstrickt, und das auch vor seinem jüngeren Brüder Hisashi nicht Halt macht?

Bewertung des Inhalts:

Im Gegensatz zu den typischen BL-Romanzen, die sich ausschließlich um die Beziehung drehen und sich vorrangig um Missverständnisse zwischen den Liebenden, (potenzielle) Rivalen, Eifersüchteleien und ähnliches ranken, wartet Hot Limit mit einer vergleichsweise komplexen, verwickelten und ziemlich spannenden Handlung auf.

Sind Maya und Shinya Zwillinge, oder ein und dieselbe Person mit einer gespaltenen Persönlichkeit oder gibt es gar eine völlig andere Lösung? Die Geschichte lässt sich Zeit, diese Frage zu beantworten und ganz genau weiß man es dann erst am Schluss.

Allzu viel Logik sollte man zwar nicht erwarten, und einige Erklärungen und Wendungen wirken recht konstruiert. Doch dessen ungeachtet besticht die Story durch eine dynamische, etwas dunklere Erzählweise und interessante Protagonisten. Insbesondere Maya ist dabei so verführerisch und faszinierend dargestellt, dass man als Leser ohne weiteres glaubt, dass Männer sich seinetwegen ins Unglück stürzen. Dazu der smarte, aalglatte Kongressabgeordnete samt seiner eigenen Agenda.

Neben derart viel Charisma verblasst der anständige Kazuma direkt ein wenig. Zum Glück ist er kein in jeder Hinsicht strahlender Held und entgeht damit dem Los langweilig zu sein. Denn Kazuma hat durchaus seine Schattenseiten. Er ist mit seinem Vater zerstritten und neben brüderlicher Sorge und Liebe empfindet er zugleich Eifersucht für seinen jüngeren Brüder, der vermeintlich vom Vater vorgezogen wird. Es ist nicht viel, was Kazumas reinen Charakter trübt, doch das Wenige genügt, um seine Persönlichkeit dreidimensional und glaubwürdig zu gestalten.

Die Story konzentriert sich auf weniger Personen. Es tauchen zwar immer wieder Nebencharaktere auf, diese sind jedoch als solche austauschbar und lediglich in ihrer jeweiligen Funktion als Katalysator für den Verlauf der Handlung von Bedeutung.

Auf psychologischer Ebene spielt sich einiges ab, wobei der Vorrang indessen klar auf den handlungsorientierten Parts liegt. Mit dem Innen- und Gefühlsleben der Figuren wird sich zwar durchaus näher befasst, jedoch ohne dass dieses als solches im Zentrum des Geschehens steht.

Humor sucht man hier vergebens. Dafür gibt es reichlich Yaoi, bei dem die entscheidenden Körperpartien jedoch entweder strategisch verdeckt oder gar nicht erst gezeigt werden.

Bewertung des Artworks:

Akira Kanbe hat einen sanften, etwas altmodischen Stil. Dies macht sich besonders bei der Darstellung von Maya bzw. Shinya bemerkbar, der äußerlich von Kopf bis Fuß und seinen runden Kulleraugen dem klassischen "Idealbild" eines Uke entspricht. In Verbindung mit dem arroganten und sexuell aggressiven Auftreten von Maya bildet dies im Ergebnis einen ziemlich reizvollen Kontrast.

Bewertung der Ausstattung:

Die Ausgabe von Digital Manga June Imprint hat ein Großformat und einen separaten Hochglanzschutzumschlag. Leider gibt es innen keine Farbseite und die Qualität des Papiers ist nur mäßig. Es ist recht dunkel und hat keine besonders glatte Oberfläche.

Fazit:

Mir hat Hot Limit ausnehmend gut gefallen. Die Idee empfand ich als eine erfrischende Abwechslung zu den üblichen Love Stories in dem Bereich, und deren etwas dunklere Umsetzung hat mich zudem sehr angesprochen.


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