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Amberle

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Proto-Kaw - Before Became After
Proto-Kaw - Before Became After
Preis: EUR 28,54

3.0 von 5 Sternen Lahmer Büffel, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Proto-Kaw - Before Became After (Audio CD)
Nach der Veröffentlichung der nur bedingt überzeugenden Demos von Proto-Kaw, also der Band, die Kerry Livgren vor Kansas hatte, trommelte Livgren die alte Band nach über 30 Jahren zusammen und spielte die erste offizielle CD der Gruppe ein. Angeblich hatten außer Livgren alle Mitglieder - die nichts mit Kansas zu tun haben! - seit Anfang der 70er keine Musik mehr gemacht. Dafür ist das Ergebnis beachtlich: die typisch pathetische Prog- und ClassicRock-Mischung, die man von kansas kannte, kann man auch hier erahnen, aber in keiner Sekunde kommen Proto Kaw an Kansas der 70er heran. Der letzte Kick fehlt durchwegs, vor allem beim Sänger kann man Zweifel haben, zu brav, zu charakterlos singt er meist. Man wünscht sich den alten Steve Walsh zurück. Auch der Schlagzeuger spielt zu konventionell. Dazwischen immer wieder Bombast a la Livgren mit Keyboards und vereinzelten guten Stellen. Insgesamt eine sehr durchschnittliche Prog-Rock-Kasas-artige CD, es gibt aber interessantere Alternativen: Transatlantic oder auch das 4 Jahre zuvor aufgenommene letzte Studioalbum von Kansas "Somewher to elsewhere".
Der Vergleich mit Jethro Tull übrigens, nur weil bei Proto-Kaw eine Flöte zu hören ist, ist absolut hanebüchen. Hat nix mit Jethro Tull zu tun, nicht mal mit den beiden Konzeptalben von Tull.


Put Your Needle Down
Put Your Needle Down
Preis: EUR 18,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Blass, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Put Your Needle Down (Audio CD)
Naja, wie das Cover-Foto, blass. Bei einem Gesanges-Duo sollte ja vor allem eins brilliant sein: der Gesang. Leider ist er das meist nicht. Natürlich, die Schwestern singen glasklar, aber genauso glatt und blutleer. kein echter Twang, kein Knurren, nichts Exaltiertes, das Dreckige fehlt. Dabei ist die Begleitband (Studiomusiker?) ganz gut, klingt wie die aktuelle Dylan-Begleitband. Von Dylan wird auch ein Song, den er selbst nicht aufgenommen hat, vorgetragen, ebenso taucht ein PJ Harvey-Cover auf, doch an eine PJ Harvey kommen die beiden runden Damen nicht ran. Manches erinnert an die schwedischen Moppel von First Aid Kit, dann wird wieder mal der Bo Diddley-Rhythmus geklaut, ein- zweimal wagen sich die Schwestern vom vertrauten Sepia-Ton-Country-50s-Vintage-Pfad runter und werden modern, aber wie gesagt: bei zwei Sängerinnen als Aushängeschild sollte der Gesang überzeugen, hier aber gibts letztlich nur US-Mainstream. Schön anzuhören, aber kaum weltbewegend.


Catfish Rising-Remaster
Catfish Rising-Remaster
Preis: EUR 7,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die letzte wirklich gute Tull-Platte, 17. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Catfish Rising-Remaster (Audio CD)
"Catfish Risning" ging damals leider irgendwie unter, vielleicht war es nicht die richtige Zeit, vielleicht waren die Erwartungen nach "Crest of a Knave" andere. Tatsächlich gehört "Catfish" aber mit zu den besten Werken Ian Anderson, das man im Regal bedenkenlos neben "Songs from the Wood" und "Heavy Horses" stellen kann. Die stark akustische Gewichtung (Mandoline, Bass, akustische Gitarre, echtes Schlagzeug), die wunderbaren licks von Martin Barre auf der elektrischen Gitarre, die leicht sarkastischen lyrics, die Anderson manchmal geradezu knurrt und dehnt, machen diese CD zu einer herausragenden Liedersammlung. Ergänzend zu den dressing room tapes from Zurich (siehe Rock Island-Bonus-tracks) hatte Anderson nach der etwas faden 08/15-Rock-Platte "Rock Island" wieder Lust auf handgemachte Musik, zum Glück, es war wie eine Wiederbelebung und ein Neuanfang. "Tall thin girl" und "Rocks on the road" sind besonders gut, "Roll yer own" und "gold tipped boots" hätten auch auf "Heavy Horses" eine gute Figur gemacht.
"Catfish Rising" fängt recht rockig an mit der, ehäm, Hit-Single "This is not Love", gefolgt vom ebenfalls rockigen "Occasional demons", beides Stücke, die wie "Doctor to my disease" auch gut auf "Crest of a Knave" gepasst hätten, bevor Jethro Tull in den akustischeren teil einmünden. "Still loving you tonight" ist sogar leicht bluesig. Und immer wieder brilliante Flöten-Verzierungen von Andereson und geniale licks von Barre.
Auf der remstered edition sind zwei bonus-tracks, "Jump Start" in einer herrlich ironischen Fassung, in der sich Anderson erneut über die Auszeichnung als beste Heavy-Metal-Band lustig macht, und "Night in the wilderness", wo dann auch fast die titelgebende Textzeile, nämlich "catfish jumping" vorkommt. Schade nur, dass nicht alle die Songs, die auf der Maxi-CD "Rocks on the road" drauf waren, hier mit enthalten sind. In der englischen Original Doppel-Maxi-CD waren das sogar "Rocks on the road", "Bouree" und "Tall Thin Girl" in einer live gespielten Fassung im Us Radio bei WMMR Philadelphia sowie "Mother Goose/Jack-A-Lynn" und "Aqualung/Locomotive Breath" live in New York 1991 und "Fat Man" live 1991 on Rockline sowie das home demo "Jack-A-Lynn" von 1981. Bis auf letztgenanntes Stück wären das alles bessere Kanditaten als "Jump Start live" von 1987 als Bonus track gewesen, das zu "Crest of a Knave" gehört hätte. Na, wer weiß ob der geschäftstüchtige Lachszüchter Anderson nicht irgendwann noch eine deluxe-edition von "Catfish Rising" auf den matrkt bringt.
"Catfish Rising" war jedenfalls ein letztes Aufbäumen, dann kam "Roots to branches", das nichts Neues mehr hinzufügen konnte, das irgendwie wieder fade war.


Pictures [Vinyl LP]
Pictures [Vinyl LP]
Preis: EUR 17,34

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Retro - Retro - Retro, 17. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pictures [Vinyl LP] (Vinyl)
The Len Price 3, die hier zulande niemand kennt, spielen im Stil the Jam nach, die die Kinks und the Who, ein bisschen Beatles und ein bisschen Buzzcocks spielen. Alles tolle Bands, daher ist "Pictures" auch ein gutes Album, Eigenständigkeit geht den Len Price 3 aber komplett ab. Man fragt sich schon, ob man wirklich eine Retro-Retro-Retro-Band braucht.


A Passion Play (An Extended Performance)
A Passion Play (An Extended Performance)
Preis: EUR 23,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Extended Play, 15. Juli 2014
Ich beziehe mich auf die Neuausgabe von Jethro Tulls "A Passion Play - An Extended Performance". Daher muss ich wohl zur Musik kaum noch etwas sagen, hoffe ich, nach 26 anderen Rezensionen. Die Musik finde ich persönlich großartig, die Musiker sind allesamt hervorragend und das komplexe Werk ist ein weiterer Beweis, wie hintersinnig witzig Ian Anderson einst war. A Passion Play spielt so sehr mit dem aufgeblasenen Prog seiner Zeit, ohne dass es die Kritiker, die das Werk in der Luft zerrissen, gemerkt haben, dass es eine Freude ist. Folkige Passagen und harter Rock, intelligente Lyrics, all das in typischer Tull-Weise der frühen Jahre. Einzig das dominate Saxophon statt der Flöte ist ungewöhnlich.
Bedauerlicherweise führte die Kritik dazu, dass Anderson selbst sein Werk nicht mehr mochte und allen, die A Passion Play für eines der besten Tull-Alben halten, den Aufenthalt in der geschlossenen Psychatrie empfahl. Nun ja, Anderson war nie ein besonders freundlicher Mensch (weiß dies aus erster Hand).
Was spricht nun für die Extended Performance?
A Passion Play war ein Konzept-Album mit einem Stück pro Seite, unterbrochen von dem Nonsense-Gedicht "The Hare who lost his spectacles". Noch auf der CD gab es nur zwei Titel zum anwählen. Hier die erste entscheidende Neuerung: es gibt jetzt 15 Stücke zum anwählen, alle haben plötzlich Titel. Dass man die Titel jetzt anwählen kann, finde ich gut, sollte man auch bei anderen Alben machen (z.B. bei Amarok von Mike Oldfield).
Zudem wurden ungefähr in der Mitte der ehemaligen zweiten Seite (jetzt track 10) ca. 50 Sekunden Musik/Gesang angehängt, die damals einfach rausgeschnitten worden waren. Das irritiert zuerst, hat man sich doch an die andere Fassung gewöhnt.
Steven Wilson hat beim Stereo-Mix versucht, einzelne Instrumente klarer hervortreten zu lassen, wodurch er andere stärker reduzieren musste, das Sopran-Saxophon z.B. wurde z.T. ganz gelöscht, aber nur selten, obwohl Anderson es am liebsten ganz rausgenommen hätte. Der Sound ist gut im Stereo-Mix, obwohl A Passion Play (das Original) schon immer eher dumpf klang.

CD 2 ist die großartige nun fast vollständige Vorgänger-Session "The Chateau D'Herouville", die bereits bruchstückhaft auf der 20 Years of Jethro Tull-Box enthalten war und fast ganz auf Nightcap.
Hier muss ich ganz ehrlich sagen handelt es sich ein bisschen um ein Mogelpaket: wer Nightcap hat und kennt, ist, finde ich, besser bedient. Zwar sind die jetzigen Fassungen "echter" und ca. 10 Minuten länger, aber sie bieten kaum Mehrwert. Alle Songs (bis auf Sailor?) sind bekannt, die 10 Minuten mehr rühren nur von "Skating away..." (hier in der Erstfassung) und anderen Streckungen her. Die Flöte, die Anderson für Nightcap eingespielt hatte, wurde wieder herausgenommen, was ich sehr schade finde. Auch dass No Rehearsal nicht mehr auf Audition folgt, ist gewöhnungsbedürftig.
Wilson und Anderson rechtfertigen das damit, dass es der geplanten Reihenfolge entspräche und der Fan (?) lieber den rohen echten Entwurf wolle als die überarbeitete Fassung auf Nightcap. Hm, gilt für mich nicht. Nightcap klingt auch besser. Steven Wilson lässt auch irgendwie alles lebloser wirken, bei den Sessions sogar manchmal dumpf. Das ist natürlich nur mein Eindruck, habe allerdings auch keine super teure Highend-blabla-sonstwas-Anlage. Mag sein, dass da dann der 5.1 Surround-Mix einen umwirft.
Abschließend bleibt noch zu sagen, dass die Verpackung klasse ist, ein 80-seitiges Buch mit den lyrics (auch zu den sessions) und einem Nachdruck des originalen Linwell-Theatre-Programms (das natürlich auch ein Witz ist: alle Schauspieler sind die Musiker mit Pseudonym, die Autorin des Stücks, Rena Sanderone ist fast ein Anagram von Ian Anderson usw.) Ausführliche Äußerungen und Erinnerungen der damaligen Band-Mitglieder und von Wilson sowie Tournee-Daten, Zeitungsausschnitte und mehr, die vielen Fotos nicht zu vergessen, runden das Paket ab, das für 2 CDs und 2 DVDs und das dicke Buch echt günstig ist.
Ach ja, als Schmankerl gibts noch VIDEO-Material: der großartige kleine Film "The Hare who lost his spectacles" (ca. 7 Minuten lang; war bereits auf der remastered-Ausgabe von 2003 dabei) sowie intro und outro film footage (die Ballerina, tot, wird wiedergeboren), das bei der Tour gezeigt wurde.
Insgesamt, trotz aller Bedenken und der für mich besseren Chateau-Fassung auf Nightcap (natürlich auch eine Frage der Gewöhnung) für Tull-Fans ein Muss.


George Harrison: Behind The Locked Door
George Harrison: Behind The Locked Door
Preis: EUR 14,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der sture Beatle, 14. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Endlich eine gute Harrsion-Biographie. Graeme Thomson, Musik-Journalist und Verfasser der ausgezeichneten Kate Bush-Biographie, hat sich nun intensiv mit George Harrison befasst und die meiner Meinung nach bislang beste Biographie über den Ex-Beatle geschrieben, die wirklich jede Seite und jeden Abschnitt seines Lebens beleuchtet. Von der Kindheit und Jugend über die sattsam bekannten Beatles-Jahre, die hier einen angemessenenen, aber nicht überlangen Teil einnehmen, bis zu seinem Ende wird alles ausgewogen behandelt. Etliche Gefährten Harrisons kommen zu Wort, es wird mit vielen bis heute bestehenden falschen Meinungen aufgeräumt, z.B. dass Harrison und Lennon sich besonders nahe gestanden hätten. Insbesondere wird deutlich, dass Yoko Onos "Erinnerungen", sei es in Scorseses Film "Living in the Material World" oder auch in der Anthology-Reihe, nicht viel Wert beigemessen werden darf.
Thomson beschäftigt sich durchaus kritsich mit Harrison und zeigt seine beiden Seiten, hält aber stets die kritische Distanz, so dass er Harrison weder in den Himmel lobt noch demontiert. Allerdings finde ich persönlich, dass er die Solo-Alben ab Dark Horse zu negativ bewertet, aber immerhin beschäftigt er sich auch mit diesen ausführlich. Im Film "Living in the Material World" kamen diese Alben ja kaum vor. Es wird auch deutlich, mit was Harrison seit seiner Beatles-Zeit zu kämpfen hatte, , die Ängste, die Sucht, die aufreibenden Prozesse, die ihn fast finanziell ruiniert hätten, das Beatles -Trauma, das gespannte Verhältnis zu McCartney und Ono usw - alles sehr viel ausführlicher als in Scoseses Film. Und -wie ich glaube - der Wahrheit näher.
Da Harrisons Leben für den Aussenstehenden nicht immer spannend war (Leidenschaft für Autorennen; spirituelle Suche, HandMade Films), kommt es zu Längen im Buch, auch eine leichte Redundanz macht sich bemerkbar. Insgesamt ist das Buch aber jedem Beatles- und jedem Harrsion-Fan, dem im zweiten Teil von Scorseses Film etwas fehlte, zu empfehlen. Harrison als Mensch, zerrissen zwischen spiritueller Suche und weltlichen Verlockungen, sein trockener, oft verletzender Witz, seine Enttäuschung und seine Wut, seine Sturheit, und Harrison als Musiker, all das wird hier so klar wie nirgends sonst. Schade, dass "Behind the locked door" bislang nicht auf deutsch erschienen ist.
Etliche schwarz-weiß Fotos und ein sinnvoller Index runden das Buch ab.
Ebenfalls empfehlenswert ist Simon Lengs Buch "While my guitar gently weeps - the music of George Harrison".


George Harrison: Behind The Locked Door by Thomson, Graeme (2013) Hardcover
George Harrison: Behind The Locked Door by Thomson, Graeme (2013) Hardcover
von Graeme Thomson
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der sture Beatle, 13. Juli 2014
Graeme Thomson, Musik-Journalist und Verfasser der ausgezeichneten Kate Bush-Biographie, hat sich nun intensiv mit George Harrsion befasst und die meiner Meinung nach bislang beste und umfassenste Biographie über den Ex-Beatle geschrieben, die wirklich jede Seite und jeden Abschnitt seines Lebens beleuchtet. Von der Kindheit und Jugend, über die sattsam bekannten Beatles-Jahre, die hier einen angemessenen, aber nicht überlangen Teil einnehmen, bis zu seinem Ende wird alles ausgewogen behandelt.
Etliche Gefährten Harrisons kommen zu Wort, es wird mit vielen bis heute bestehenden Meinungen aufgeräumt, z.B. dass Harrison und Lennon sich besonders nahe gestanden hätten. Insbesondere wird deutlich, dass Yoko Onos "Erinnerungen", sei es in Scorseses Film "Living in the Material World" oder auch in der Anthology , nicht viel Wert beigemessen werden darf.
Thomson beschäftigt sich durchaus kritisch mit Harrison und zeigt seine beiden Seiten, hält stets die kritische Distanz, sodass er Harrsion weder in den Himmel lobt noch ihn demontiert. Allerdings finde ich persönlich, dass er die Alben von Dark Horse bis zu hin zu Cloud Nine etwas zu negativ bewertet, aber immerhin beschäftigt er sich auch mit diesen ausführlich. In "Living in the Material World" kamen diese Alben ja kaum vor. Es wird auch deutlich, mit was Harrsion seit seiner Beatles-Zeit zu kämpfen hatte, die Ängste, die aufreibenden Prozesse, die ihn finanziell fast ruiniert hätten, das beatles-Trauma, das gespannte Verhältnis zu Yoko Ono und McCartney usw. - alles sehr viel ausführlicher und genauer als in dem Scorsese-Film. Dass Harrisons Leben für den Aussenstehenden nicht immer spannend war, ist eine Sache, vielleicht rühren daher die Längen, die es leider gibt, insgesamt ist das Buch aber jedem Beatles- und vor allem Harrsion-Fan zu empfehlen. Harrsion als Mensch, zerrissen zwischen spiritueller Suche und weltlichen Verlockungen, sein trockener, oft verletzender Witz, seine Enttäuschungen gegen Ende seines Lebens, all das wird hier klarer als sonstwo. Schade, dass "Behind the Locked door" bislang nicht auf Deutsch erschienen ist.
Thomson wurde auf der britischen amzon-Seite übrigens der Vorwurf gemacht, er hätte viele Wikipedia-Artkel abegeschrieben, doch ist das für mich persönlich irrelevant, da er sich immerhin die Mühe gemacht hat, alles zu ordnen und zu strukturieren. Etliche schwarz-weiß Fotos und ein gutes Appendix ergänzen den Band.


Tea Time Favourites
Tea Time Favourites
Preis: EUR 13,19

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Twee vom Feinsten in der Tradition von Heavenly und Tender Trap, 2. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tea Time Favourites (Audio CD)
Obwohl der einzige Vor-Rezensent auch 5 Sterne vergeben hat, kann ich seine Beschreibung der LP überhaupt nicht teilen, denn erstens hat die Band sowas von gar nichts mit dancefloor zu tun. Ich weiß ja nicht, was Marcel darunter versteht, aber sicher nicht dasselbe wie ich. Und zweitens ist hier nichts zuckersüß und nichts klingt wie bei den Smiths.
Vielmehr steht die Band zu 100% in der Tradition von tweepop-Bands wie Talulah Gosh und Tender Trap, deren Amelia Fletcher Betty and the Werewolves auch tatsächlich unterstützt hat.
2007 wurde die Band, deren Mitgleider aus London bzw. Cambridge stammen, gegründet.
Laura McMahon, Emily Bennenett und Helen Short sowie drummer Doug McFarlane sind die Band, in der also niemand Betty heißt. Der zuerst dämlich wirkende Name ist auch nicht blöder als z.B. Echo and the Bunnymen und rührt von einer Mischung aus Literatur-Begeisterung (Virginia Woolf) und Märchen-Liebhaberei und Vorliebe für B-Movies her.
Die lyrics sind Genre-typisch, mal geht es darum, dass sie sich in David Cassidy verknallen oder um seltsame Begegnungen nachts im Bus, andere Titel lauten "Hyacinth Girl",was an die Prä-Raffaeliten denken lässt, dann wieder "Heathcliff" (Wuthering Heights lässt grüßen), "Euston Station" oder einfach "Plastic".
Irgendwo zwischen Punk und Pop, Rockabilly und Surf angesiedelt, bleibt Teatime Favourites absolut unterhaltsamer süßer, aber nie zuckriger TweePop, der nie langweilig wird.
Schade nur, dass es nur diese eine LP gibt. Wieder eine der vielen tollen von der Öffentlichkeit völlig übersehenen Bands.


Indie Cindy (2lp+CD) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Indie Cindy (2lp+CD) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Preis: EUR 19,99

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolles Frank Black-Album, 8. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als ich davon hörte, dass die Pixies sich wiedervereinigt hätten, war ich sehr skeptisch, und nachdem ich auf der ersten EP "Bagboy" gehört hatte, war ich bestürzt, wie Frank Black nur so den Legendenstatus der Pixies zerstören konnte: ein banales, unterdurchschnittliches Stück.
Jetzt gibt es die drei EPs als Doppel-LP und ich muss sagen: so schlimm ist es gar nicht: vieles klingt tatsächlich nach den Pixies, wenngleich die Stücke nie an alte Glanztaten herankommen. Überraschend hart geht es manchmal zur Sache, Frank Black, Joey Santiago, dessen Gitarre sich zu selten schön schief nach vorne spielt wie früher, und David Lovering bewegen sich hart an der Grenze zum Metal und Hard Rock auf manchen Stücken, sind dann wieder ungemein eingängig und flirten sogar mit dance beats. Insgesamt sind alle Songs gute Indie-Rocker, einiges ist einfach Selbstpalgiat (Magdalena 318 klingt exakt wie Havalina), sie reichen aber eben nicht an die alten Pixies ran. Manches ist einfach blöd, wie "Blue eyed Hexe". Ich hätte es viel besser gefunden, wenn Frank Black/Black Francis die EPs als Solo-Werk rausgebracht hätte, das sich hinter seinen besten Solo-Sachen (Bluefinger; Teenager of the Year und Solo-Debüt) nicht hätte verstecken zu brauchen. Das wäre eine tolle Frank Black-Solo-LP gewesen (4 Sterne). So gibts aber nur drei, auch wegen ein paar anderer Kleinigkeiten noch: es ist ja gar keine Doppel-LP, sondern eine Doppel-EP mit 45 rpm. Da hätte doch EIN Lonplayer mit 33 1/3 rpm bei einer Laufzeit von ca 45 Minuten locker gereicht. So hat man ein unattraktives Doppel-LP-Ungetüm mit breitem Rücken (Doppel-LPs sind heute viel breiter als früher) rumstehen, das weder bei den Innersleeves noch sonstwie was bietet (außer der CD-Beilage, haha), auch das Cover ist hässlich. Die Lyrics sind ohne Augenkrampf kaum leserlich (orange auf weiß), Angaben zu den beteiligten Musikern oder credits fehlen fast ganz. Wobei wir bei der großen Frage sind: was ist mit Kim Deal passiert? Es spielt auf "Indie Cindy" nämlich NICHT die neue Kim den Bass, sondern ein gewisser Ding (= Simon Archer), die Original - Bassspuren von Kim Deal wurden angeblich gelöscht. Aber wer singt denn Background bei z.B. "Bagboy"? Hört sich für mich sehr nach Kim Deal an. Alles sehr seltsam.
Mir fehlt Kim Deal jedenfalls für eine echte Pixies-Reunion. "Title TK" von den Breeders sollten Pixies-Fans übrigens nicht verpassen! P.S.: nach wiederholten Hören muss ich sagen: sehr durchschnittliche Hard Rock-Songs im Großen und Ganzen. Im Interview in einer deutschen Musikzeitschrift macht Frank Black Kim Deal massive Vorwürfe, was ihn selbst nicht unbedingt sympathischer macht. Vielleicht hatte Kim Deal aber einfach recht damit, dass die neuen Songs einfach nicht gut genug sind. Das böse Wort "Stadion-Rock" ist gefallen. Auch die neue Kim ist schon wieder weg, dafür spielt jetzt die ehemalige Zwan-Bassistin bei den Pixies mit. Mal sehen, wie lange. Im Rolling Stone (Ausgabe Juni) steht sehr treffend: "Indie Cindy" (das Album) klingt, als würde eine Nachwuchsband aus Idaho versuchen, wie die Pixies zu klingen: (aber) es fehlt naezu alles, was ihre Alben...." ausgemacht hat. Tatsächlich ist es keine Platte, die wächst, saondern immer schlechter wird, je öfter man sie hört.


Held in Splendor
Held in Splendor
Preis: EUR 17,89

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die bessere Zweite, 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Held in Splendor (Audio CD)
Nachdem die erste LP ja eher eine Jefferson Airplane-Tribute-Platte war, löst man sich nun etwas von den Vorbildern, bleibt jedoch musikalisch trotz zunehmender Eigenständigkeit im Rahmen der späten amerikanischen Psychedelic- und Hippie-Musik.
Auf "Held in Splendor" gehts auch verstärkt mit E-Gitarre zu Werke, die Songs sind alle gut, erinnern jedoch stets an andere Bands, man kommt nur einfach nicht drauf...
Pink Floyd a la "See Emily play" meinetwegen, ganz sicher sehr viel Byrds diesmal, Love (die Band), von ganz fern winken die Beatles und erstaunlicherweise Fairport Convetion, nur mit Jefferson Airplane sind sie durch. Immerhin schaffen es Quilt, dieser ganzen Retro-Musik eine gewisse aktuelle Indie-Note zu verleihen. Eigentlich eine gute LP, erinnert teils an Jonathan Wislon oder Galaxy 500, nur leider immer noch bloße Epigonen, obwohl die Songs nach mehrmaligem Hören immer besser gefallen. jedenfalls ein Fortschritt gegenüber dem Debüt, finde ich.


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