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Rezensionen verfasst von
Amberle

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Tea Time Favourites
Tea Time Favourites
Preis: EUR 16,52

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Twee vom Feinsten in der Tradition von Heavenly und Tender Trap, 2. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tea Time Favourites (Audio CD)
Obwohl der einzige Vor-Rezensent auch 5 Sterne vergeben hat, kann ich seine Beschreibung der LP überhaupt nicht teilen, denn erstens hat die Band sowas von gar nichts mit dancefloor zu tun. Ich weiß ja nicht, was Marcel darunter versteht, aber sicher nicht dasselbe wie ich. Und zweitens ist hier nichts zuckersüß und nichts klingt wie bei den Smiths.
Vielmehr steht die Band zu 100% in der Tradition von tweepop-Bands wie Talulah Gosh und Tender Trap, deren Amelia Fletcher Betty and the Werewolves auch tatsächlich unterstützt hat.
2007 wurde die Band, deren Mitgleider aus London bzw. Cambridge stammen, gegründet.
Laura McMahon, Emily Bennenett und Helen Short sowie drummer Doug McFarlane sind die Band, in der also niemand Betty heißt. Der zuerst dämlich wirkende Name ist auch nicht blöder als z.B. Echo and the Bunnymen und rührt von einer Mischung aus Literatur-Begeisterung (Virginia Woolf) und Märchen-Liebhaberei und Vorliebe für B-Movies her.
Die lyrics sind Genre-typisch, mal geht es darum, dass sie sich in David Cassidy verknallen oder um seltsame Begegnungen nachts im Bus, andere Titel lauten "Hyacinth Girl",was an die Prä-Raffaeliten denken lässt, dann wieder "Heathcliff" (Wuthering Heights lässt grüßen), "Euston Station" oder einfach "Plastic".
Irgendwo zwischen Punk und Pop, Rockabilly und Surf angesiedelt, bleibt Teatime Favourites absolut unterhaltsamer süßer, aber nie zuckriger TweePop, der nie langweilig wird.
Schade nur, dass es nur diese eine LP gibt. Wieder eine der vielen tollen von der Öffentlichkeit völlig übersehenen Bands.


Indie Cindy (2lp+CD) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Indie Cindy (2lp+CD) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Preis: EUR 19,99

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolles Frank Black-Album, 8. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als ich davon hörte, dass die Pixies sich wiedervereinigt hätten, war ich sehr skeptisch, und nachdem ich auf der ersten EP "Bagboy" gehört hatte, war ich bestürzt, wie Frank Black nur so den Legendenstatus der Pixies zerstören konnte: ein banales, unterdurchschnittliches Stück.
Jetzt gibt es die drei EPs als Doppel-LP und ich muss sagen: so schlimm ist es gar nicht: vieles klingt tatsächlich nach den Pixies, wenngleich die Stücke nie an alte Glanztaten herankommen. Überraschend hart geht es manchmal zur Sache, Frank Black, Joey Santiago, dessen Gitarre sich zu selten schön schief nach vorne spielt wie früher, und David Lovering bewegen sich hart an der Grenze zum Metal und Hard Rock auf manchen Stücken, sind dann wieder ungemein eingängig und flirten sogar mit dance beats. Insgesamt sind alle Songs gute Indie-Rocker, einiges ist einfach Selbstpalgiat (Magdalena 318 klingt exakt wie Havalina), sie reichen aber eben nicht an die alten Pixies ran. Manches ist einfach blöd, wie "Blue eyed Hexe". Ich hätte es viel besser gefunden, wenn Frank Black/Black Francis die EPs als Solo-Werk rausgebracht hätte, das sich hinter seinen besten Solo-Sachen (Bluefinger; Teenager of the Year und Solo-Debüt) nicht hätte verstecken zu brauchen. Das wäre eine tolle Frank Black-Solo-LP gewesen (4 Sterne). So gibts aber nur drei, auch wegen ein paar anderer Kleinigkeiten noch: es ist ja gar keine Doppel-LP, sondern eine Doppel-EP mit 45 rpm. Da hätte doch EIN Lonplayer mit 33 1/3 rpm bei einer Laufzeit von ca 45 Minuten locker gereicht. So hat man ein unattraktives Doppel-LP-Ungetüm mit breitem Rücken (Doppel-LPs sind heute viel breiter als früher) rumstehen, das weder bei den Innersleeves noch sonstwie was bietet (außer der CD-Beilage, haha), auch das Cover ist hässlich. Die Lyrics sind ohne Augenkrampf kaum leserlich (orange auf weiß), Angaben zu den beteiligten Musikern oder credits fehlen fast ganz. Wobei wir bei der großen Frage sind: was ist mit Kim Deal passiert? Es spielt auf "Indie Cindy" nämlich NICHT die neue Kim den Bass, sondern ein gewisser Ding (= Simon Archer), die Original - Bassspuren von Kim Deal wurden angeblich gelöscht. Aber wer singt denn Background bei z.B. "Bagboy"? Hört sich für mich sehr nach Kim Deal an. Alles sehr seltsam.
Mir fehlt Kim Deal jedenfalls für eine echte Pixies-Reunion. "Title TK" von den Breeders sollten Pixies-Fans übrigens nicht verpassen! P.S.: nach wiederholten Hören muss ich sagen: sehr durchschnittliche Hard Rock-Songs im Großen und Ganzen. Im Interview in einer deutschen Musikzeitschrift macht Frank Black Kim Deal massive Vorwürfe, was ihn selbst nicht unbedingt sympathischer macht. Vielleicht hatte Kim Deal aber einfach recht damit, dass die neuen Songs einfach nicht gut genug sind. Das böse Wort "Stadion-Rock" ist gefallen. Auch die neue Kim ist schon wieder weg, dafür spielt jetzt die ehemalige Zwan-Bassistin bei den Pixies mit. Mal sehen, wie lange. Im Rolling Stone (Ausgabe Juni) steht sehr treffend: "Indie Cindy" (das Album) klingt, als würde eine Nachwuchsband aus Idaho versuchen, wie die Pixies zu klingen: (aber) es fehlt naezu alles, was ihre Alben...." ausgemacht hat. Tatsächlich ist es keine Platte, die wächst, saondern immer schlechter wird, je öfter man sie hört.


Held in Splendor
Held in Splendor
Preis: EUR 15,68

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die bessere Zweite, 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Held in Splendor (Audio CD)
Nachdem die erste LP ja eher eine Jefferson Airplane-Tribute-Platte war, löst man sich nun etwas von den Vorbildern, bleibt jedoch musikalisch trotz zunehmender Eigenständigkeit im Rahmen der späten amerikanischen Psychedelic- und Hippie-Musik.
Auf "Held in Splendor" gehts auch verstärkt mit E-Gitarre zu Werke, die Songs sind alle gut, erinnern jedoch stets an andere Bands, man kommt nur einfach nicht drauf...
Pink Floyd a la "See Emily play" meinetwegen, ganz sicher sehr viel Byrds diesmal, Love (die Band), von ganz fern winken die Beatles und erstaunlicherweise Fairport Convetion, nur mit Jefferson Airplane sind sie durch. Immerhin schaffen es Quilt, dieser ganzen Retro-Musik eine gewisse aktuelle Indie-Note zu verleihen. Eigentlich eine gute LP, erinnert teils an Jonathan Wislon oder Galaxy 500, nur leider immer noch bloße Epigonen, obwohl die Songs nach mehrmaligem Hören immer besser gefallen. jedenfalls ein Fortschritt gegenüber dem Debüt, finde ich.


Quilt
Quilt
Preis: EUR 17,44

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jefferson Airplane Revisited, 10. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Quilt (Audio CD)
Eine junge Ostküsten-Band aus den USA auf 60er-Jahre Trip: Quilt klingen wie Jefferson Airplane, aber haargenauso, mit weiblich-männlichem Wechselharmoniegesang, dass man sich schon fragt, wozu es Quilt braucht. Immerhin spielen sie famos, manchmal mit leichten Byrds-Anleihen, bevor die Country machten. Wer psychedelischen Hippie-Geist der US-Szene um 1967 sucht, ist hier genau richtig. In der zweiten Hälfte wird die Platte etwas moderner und eigenständiger, man bewegt sich dennoch immer noch im Rahmen der Neo-Retro-Folk-Hippies wie Fleet Foxes, Jonathan Wilson und Konsorten. Letzlich verharren Quilt aber im reinen Epigonentum.


Tinkerbells Fairydust [Vinyl LP]
Tinkerbells Fairydust [Vinyl LP]
Preis: EUR 18,12

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett, muss man aber nicht haben., 8. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tinkerbells Fairydust [Vinyl LP] (Vinyl)
Tinkerbell's Fairydust waren eine sehr kurzlebige Band, die ein paar Singles veröffentlicht hatte und dann ein Album für Decca aufnahm, das heute bei Sammlern Preise bis zu 1500 Pfund erzielt. Man fragt sich allerdings, warum. Klar, die Original-LP ist extrem selten, aber es gibt ja diese werkgetreue Nachpressung von 2009 (angeblich limitiert auf 300 Stück, obwohl das auf dem Cover der Nachpressung nirgends steht.). Dass die LP so gesucht wird, kann an der Musik jedenfalls nicht liegen, das ist nicht nämlich total im Zeitgeist der späten 60er verhaftete britische happy Hippie-Musik, die manchmal an die sunny Beach Boys erinnert (Sheila's back in town) oder an den Donovan der späten 60er. Das Cover "Majorine" kennt man vermutlich eher von Joe Cocker. Meist brav gespielte, relativ unspektakuläre Musik, aber für alle, die auf die 60er stehen, durchaus genießbar. LP leider ohne download o.ä.


Life Is Sweet
Life Is Sweet
Wird angeboten von la-era
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anstrengend, 7. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Life Is Sweet (Audio CD)
Nach den beiden sehr smoothen Vorgänger-Alben versucht sich McKee hier an schrägeren Arrangements, die lyrics werden persönlicher und latent depressiver. Man könnte sagen, McKee hat mit "Life is sweet" ihr Grunge-Album aufgenomen: verzerrte Gitarren und relativ krachige Stücke (für ihre Verhältnisse), gepaart mit oft weinerlichem Gesang. Überhaupt hat man das Gefühl, dass McKee hier unter ihren vokalen Ausdrucksmöglichkeiten bleibt.
Leider ähneln sich viele Stücke des zu langen Albums auf Dauer, kurz: es ist etwas anstrengend, die Platte durchzuhören.
Erst sieben Jahre später sollte McKee wie man sie kannte mit "High Dive" wieder aus sich herausgehen.


You Gotta Sin to Get Saved
You Gotta Sin to Get Saved
Wird angeboten von die_schallplatte-hsk Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 49,99

5.0 von 5 Sternen Großartig!, 7. April 2014
Rezension bezieht sich auf: You Gotta Sin to Get Saved (Audio CD)
Maria McKee dürfte den meisten Hörern entweder durch ihren Filmmusikbeitrag "Sweetst Child" oder durch ihre erste Band Lone Justice bekannt sein. Nach einem grandiosen ersten Solo-Album wechselte McKee die Richtung und nahm mit !You gotta sin to be saved" ihr R'n'B-Soul-Album auf, was damals - ich erinnere mich an negative Rezensionen in der Musikpresse - viele verschreckte. War vielleicht zu smooth für die Grunge-Zeit.
Dabei handelt es sich hier um eines der stärksten Alben der Sängerin mit der grandiosen, voluminösen Stimme. Schon der Opener "I'm gonna soothe you" schmeichelt sich ein, die beiden Van Morrision-Covers meistert McKee ohne Probleme und mit sehr persönlicher Note, eigentlich sogar fetziger als der Meister, das ganze Album atmet Sinnlichkeit und hat einen leichten Südstaaten-Memphis-Touch. Immer wieder bemerkbar macht sich auch McKees Country-Neigung, was aber inetressanterweise bei ihr nie im Widerspruch zum Rhythm and Blues stand. "I forgive you", die gemeinsame Komposition mit Sam Brown, bietet sie mit mehr Emphase als Brown auf ihrem Album dar. Was für eine Stimme, was für eine grandiose Sängerin!
Kurz: ein hervorragendes Album, das mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.


Laws of Illusion
Laws of Illusion

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Aalglatt, 7. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Laws of Illusion (Audio CD)
Hier kann ich mal kurz fassen: diese CD ist die mit Abstand schlechteste in MacLachlans Karriere. Hatte man schon beim Vorgängeralbum "Afterglow" eine Tendenz zu glatt polierten Oberflächen bemerkt, so stimmte dort immerhin noch das Songwriting zum Teil. "Laws of Illusion" aber ist ganz offensichtlich für das Format-Radio produziert worden und schielt so stark auf den Mainstream-Konsumenten, dass einem die Augen weh tun. Wenn man sich daran erinnert, dass Sarah MacLachlan mal eine der besten, emotionalsten und großartigsten Platten, nämlich "Fumbling towards Ectasy" aufgenommen hat, wird einem der kreative Absturz hier erst recht bewusst. Da kann man ja gleich Enya hören, die hat mehr Seele als MacLachlan auf dier Scheibe.


Breathless
Breathless
Preis: EUR 10,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weder Fisch noch Fleisch, 4. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Breathless (Audio CD)
Ich mag Camel schon, manches, Moonmadness und Mirage sind für mich die Meisterwerke der stets sehr entspannt spielenden Band, auch Rain Dances ging noch. Alles was danach kam, kann man eigentlich vergessen, im Falle von Breathless handelt es sich nur noch um Fahrstuhlmusik - wo bitte soll hier Jazz sein? Die Ideenlosigkeit und Erschöpfung macht sich in allen Stücken bemerkbar. Peter Bardens hatte kurz darauf die Band im Streit verlassen. Ein seichtes Machwerk, das weder als Pop-Album überzeugt, da griffige Songs fehlen, noch als Prog-Rock, da alles viel zu plätschernd gespielt wird, und schon gar nicht als Jazz, es sei denn, man hält die Lounge-Musik in der Hotel-Lobby für solchen.
Dass die Vor-Rezensenten hier so positiv bewertet haben, hat mich überrascht, Fans von Camel finden das Album nicht gelungen.


Twelve
Twelve
Preis: EUR 6,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Ende einer Liebe, 25. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Twelve (Audio CD)
Lange Zeit habe ich einen Bogen um diese CD gemacht (und zu Recht, wie ich nun weiß), da ich nur wenige gelungene Cover-Alben kenne. Aber immerhin handelt es sich hier um Patti Smith, sagte ich mir, und obwohl mir schon ihre letzten Alben kaum noch gefielen, habe ich mir aufgrund des wohlfeilen Preises (Doppel-Packet) die CD gekauft. Die Skepsis war groß, das Entsetzen zunehmend größer: eine absolut überflüssige CD, die zwar aufgrund der Song-Auswahl und der Instrumentierung interessant scheint, aber in fast keiner einzigen Sekunde auch nur ansatzweise an die Originale heranreicht. Patti Smiths Gesang nervt nur noch, sie klingt wie eine weniger heisere Courtney Love (und das ist nicht als Kompliment gemeint) oder wie ein alter Hund. Allein die hervorragend gespielten Instrumente lassen mich zwei Sterne geben.
Nun kann man über Cover-Alben grundsätzlich streiten, Cover-Versionen sollten aber zwei Dinge beinhalten: erstens sollten sie dem Original etwas Neues hinzufügen, indem man das Lied z.B. ganz anders angeht. Dies schafft Smith mit ihren Kollegen bedingt, indem sie z.B. "Smells like Teen Spirit" mit Banjo und Geige als Veranda-Schaukelstuhl-Song interpretiert, was nun aber dem Lied überhaupt nicht gut tut und völlig an der Intention Cobains vorbeigeht. Dieses andere Herangehen muss also auch passen, und das tut es hier nicht. Außerdem nur deshalb "bedingt", weil sie nicht konsequent genung ist, um allen Liedern einen anderen approach zu verpassen. So bleiben "Pastime Paradise" oder "Changing of the Guards" gegenüber den Originalen wenig verändert und sind damit überflüssig.
Zweitens sollte eine Cover-Version spannender sein als das Original, damit man sich dafür interessiert oder damit das Cover eine Berechtigung hat, und hier versagt Patti Smith völlig. Ich möchte nur ein paar Beispiele herausgreifen.Von den Beatles sollte sie für alle Zeiten die Finger lassen, eine derart schlechte Cover-Version wie die von "Within you without you" habe ich lange nicht gehört. Smith verwechselt Mantra mit Geleier, das Indische ist kaum noch zu erkennen. Das Lied wird so einfach nur banal. Smiths gegreinte Version von "Helpless" hält der von Neil Young in keiner Sekunde stand und lässt Patti Smith peinlich wirken. In ihren Liner-Notes drückt sie ihre Bewunderung für Grace Slick als Sängerin aus, und lässt dann eine müde und mies gesungene Version von "White Rabbit" folgen, in der sie nur beweist, dass Grace Slick eine gute Sängein war. Überhaupt: Smiths Gesang und ihre Art der Intonation gleicht sich von Lied zu Lied, jede echte Emotion, Druck, Dynamik fehlen. Sie singt jedes Lied gleich, leiernd, müde. Für die Song-Auswahl spricht, dass selbst Patti Smith es nicht schafft, die Lieder kaputt zu machen. Einzige positive Ausnahme ist "Changing of the Guards", das auch bei ihr gut rüberkommt, was aber eher für die Qualität von Dylans Song vom unterschätzten Album Street Legal spricht. Was "Midnight Rambler" hier verloren hat, erschließt sich dann gar nicht mehr, da die Allmans bekanntlich von ihren Gitarristen lebten und nicht unbedingt wegen ihres Songwritings einen Ruf hatten.
Noch ein paar Worte zu den Kommentaren Patti Smiths, die sie in ihrer Schwafel-Art jedem Song beifügen musste: leider bestätigt sich hier, dass ihr pseudopoetisches Geschwafel und ihre esoterischen Neigungen stark zugenommen haben. Sie erklärt ihre Song-Auswahl durch quasi mystische Eingebung (ein Engel flüsterte ihr zu, sie müsse Soul Kitchen covern -aua), labert ständig von der "union" und "community" und "universal language". Grässlich. Alles versucht sie mit Bedeutung aufzublasen (z.B. bei "Pastime Paradise": The song was recorded in... It was the birthday of Martin Luther King - nochmal: aua).
Es muss jetzt einfach mal gesagt werden, dass die Patti Smith von heute stark überschätzt wird. Weder als Lyrikern - denn meist ist es nur Geschwafel, kunstreiches und eloquentes zwar, aber dennoch Geschwafel, das nichts mit dem Rausch eines Baudelaires oder Rimbauds zu tun hat und nie an die Sprache eines Dylan heranreicht (übrigens wird auch Jim Morrision als Dichter komplett überschätzt) - noch als Musikerin kann sie überzeugen. Ich liebte Patti Smith, ihre ersten vier Alben waren umwerfend, voller Energie, neu, vereinten Punk und Wave. Was sie damals aus den Songs anderer machte: großartig. Als dann "Dream of Life" erschien und ein Lied davon im Radio gespielt wurde, baute ich damals fast einen Unfall, so begeistert war ich, dass sie zurück war (auch wenn die Ernüchterung später einsetzte, als ich das ganze Album in den Händen hatte). Seitdem hat sie mich nie mehr überzeugen können. Twelve ist nun endgültig das Ende einer alten Liebe. Hätte sie sich nur an ihrer einzigen gelungen Cover-Version "Gloria" ein Beispiel genommen.


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