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Amberle

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Hawkwind - 5 Album Set
Hawkwind - 5 Album Set
Preis: EUR 48,96

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Viel zu teuer!, 14. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Hawkwind - 5 Album Set (Audio CD)
Während andere 5er-Sets inzwischen schon ab 5,99 zu haben sind, kostet dieses Hawkwind-5er-Box zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Rezension 52 Euro!!! Auch für einen Import ein bescheuerter Preis, da die ersten vier Alben alle jeweils für ca. 7,99, also für ca. 32 Euro zu haben wären, wenn man sie einzeln kauft. Dann hätte man jeweils noch ein booklet, das auch bei dieser Veröffentlichung fehlen wird. "Masters of the Universe" ist zwar ein gutes Album mit ein paar schwer erhältlichen Stücken, dennoch "nur" eine Compilation.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 27, 2013 5:15 AM MEST


Warrior on the Edge of Time
Warrior on the Edge of Time
Preis: EUR 32,83

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitlos, 14. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Warrior on the Edge of Time (Audio CD)
Hawkwind, die Pioniere des Space Rock, wobei dieser Begriff zu kurz greift, sind eigentlich so etwas wie die dunkle Seite der Hippies: schmutzig, verschwitzt, abgerissen, statt Peace und Love näher den Rockern, statt knuddeligen Hobbits eher raumfahrende Orcs, die im losen Kollektiv mit nur einem recht engen Kern (mit Mastermind Dave Brock) manchmal recht dilettantisch improvisierten. Und ab und an dann Geniestreiche ablieferten, so wie Warrior on the edge of time.
Lange Zeit nicht mehr erhältlich, dann nur sündhaft teuer, kommt Hawkwind's Meisterwerk nun in gleich drei Versionen auf den Markt: als Einfach-Cd mit nur einem Bonus-Track, als Dreifach-Ausgabe und als (sehr teuere) Super-Deluxe-Box. Diese Rezension bezieht sich nun auf die Dreifach-Box.
Warrior on the edge of time (wieso eigentlich nicht "at the edge" wie bei "standing at the edge"?) ist meiner Ansicht nach einer der besten Hawkwind-Platten, die schon lange als Lp hatte und bis heute liebe. Die ganze Musik auf dieser CD ist absolut organisch und von einander untrennbar, alles ist im "flow", es gibt nichts, was nicht passend würde, selbst die leicht nervenden spoken word-Stücke gehören dazu.
Das remaster dieser Neu-Edition bleibt sehr nah am Klang des Originals, man kann eigentlich nicht meckern. Die Musik ist wahnsinnig gut, vor allem die beiden Schlagzeuger Simon King und Allan Powell ergänzen sich kongenial (Opa-Loka; Magnu), die Musik fließt und schwebt und bleibt trotzdem immer noch space rock, Rock, Improvisation, auch Folkiges findet statt. Man kann sich nur schwer entziehen, wenn man sich auf diese trance-artige Musik einlässt. kein Wunder, dass Hawkwind später von Ravern oder techno-Fans durchaus goutiert wurden.
Die Fantasy-Geschichte des sword & sorcery-Autors Michael Moorcock, der noch öfter mit Hawkwind zusammenarbeiten sollte, wird fantastisch umgesetzt. Ein Gesamtkunstwerk.
Auf CD 1 kommt nun das Bonus-Stück Motorhead dazu, das überhaupt nicht zu Warrion On the Edge of Time passt, weil es wie, äh, Motörhead klingt - besser wäre es gewesen, die CD hier enden zu lassen.
Das Stück selbst ist ganz ok, es ist halt von Lemmy und in der von Lemmy gesungenen version klingt das Stück Motorhead wie gesagt nach Motörhead. Dasselbe Stück folgt später nochmals, gesungen von Brock, plötzlich klingt es nach Hawkwind. On the road ist ein sehr kurzes folkiges Stück, der Rest auf CD 1 sind überflüssige spoken word-Demos bzw das Spiral Galaxy -Demo, das nichts Erhellendes beiträgt. Kings of Speed als Instrumental. Wer braucht's? Die großspurige Ankündigung "with 8 bonus tracks" entpuppt sich also eigentlich als Schwindel.
Sehr zwiespältig war mein Vetrhältnis zu remixen schon immer, in fast allen mir bekannten Fällen war ein ordentliches remaster immer besser als ein remix, der die gewohnten Hörerwartungen manchmal stark belastet.
Auch hier, muss ich sagen, gefällt mir das remaster auf CD1 besser. CD2 (der remix) fügt eigentlich kaum etwas hinzu, was es wert wäre, ihn zu hören: er klingt etwas transparenter, die Synthesiser sind stärker in den Vordergrund gemischt, bei Magnu hört man gegen Ende die Violine stärker, dafür verschwinden andere Instrumente eher in den Hintergrund, es gibt mehr Gewaber, aber gerade die Original-Abmischung hat ja den besonderen Zauber dieser Musik ausgemacht. Wozu also ein remix? Erschließt sich mir nicht.
Auch die hier auf CD2 enthaltenen bonus-tracks sind ein Schwindel: nochmal kann man Motorhead hören, diesmal als Instrumental. Braucht kein Mensch. Der zuvor unveröffentlichte Track Dawn entpuppt sich als Vorläufer von Opa-Loka, der Live-Jam klingt auch nach Warrior on the edge of time, aber irgendwie wenig überzeugend, dann folgen noch zwei zu vernachlässigende Stücke.
Auf CD3, eine Audio-DVD um genau zu sein, wird Warrior on the edge noch dreimal (!) präsentiert, in verschiedenen 5.1 surround oder 24bit-Fassungen. Spätestens hier aber ist der Hörer völlig erschöpft und stellt fest: unnötig wie ein Kropf, diese Fassungen.

Die dreifach-CD-Ausgabe kommt in einem netten Pappschächtelchen, in dem die drei CDs in einfachen Pappschuber liegen, dazu ein booklet in CD-Größe, das einen eher langweiligen Begleittext zu Warrior... enthält, der noch dazu auch etwas vom Zauber nimmt (Platten-Cover wurde gar nicht von Hawkwind ersonnen).
Leider lässt sich nichts ausklappen, die Schachtel bleibt Schachtel, das Original-Artwork, das sich zu einem Schild entfaltete, wurde nicht auf CD-Größe nachgefertigt. Insgesamt ist diese, wohlgemerkt diese Ausgabe also eher enttäuschend. wenn man kein Klangfetischist ist und auch keine super teure high end oder sonstwas-Anlage besitzt, für den reicht die normale CD (einfach-Ausgabe) völlig.
All das soll aber nichts dem großartigen Werk des Originals nehmen: Warrior On the Edge of Time, als remaster oder auf Vinyl, ist großartig.


Original Album Series
Original Album Series
Preis: EUR 13,97

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verwechslungsgefahr, 12. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Original Album Series (Audio CD)
Bei dem hier angebotenen Fünfer-Pack handelt es sich nicht um die späten "kalifornischen" Fleetwood Mac mit Stevie Nicks und Buckingham. Die waren eigentlich eine ganz andere Band und hätten sich umbenennen sollen. Egal.
Der vorliegende Fünfer-Schuber hat auch nur wenig mit den ersten Fleetwood Mac zu tun, denn nur Then Play On ist noch mit dem genialen Gitarristen Peter Green. Die fünf CDs hier, vom Klang absolut ok übrigens, stammen aus der zweiten Phase der immer noch frühen Fleetwood Mac. Die erste Scheibe, wie gesagt, ist noch ganz dem Blues und dem später von Santana kopierten Sound verhaftet, bekannt dürfte Oh Well sein. Improvisationsfreudig und abwechslungsreich. Nach Greens Weggang wird Kiln House zu einer Art Durchhalte-Platte: viel Blues und Rock'n'Roll-Standard-Ware, spielerisch durchaus gut, aber nicht wirklich bewegend. Future Games verschiebt erstmals den Klang, fort von zu viel Blues hin zu leichteren Melodien, leichten West-Coast-Einschlag (Something...), obwohl ein zwei Stücke noch alte Qualitäten aufweisen. Die Stücke sind für ihren geringe Abwechslung fast alle zu lang. Christine Perfect bzw jetzt McVie rückt stärker ins Rampenlicht, auf Bare Trees bleibt man dem neuen poppigeren Pfad treu, man könnte es Soft-Rock nennen. Der künstlerische Tiefpunkt - und der Erfolg in den USA - wird mit Mystery to me erreicht. Kurze Zeit später gab es dann die nötige kreative Erneuerung durch Nicks und Buckingham und die neuen Fleetwood Mac wurden geboren.
Für den Preis ist es diese Box mit diesen mittelguten, teils etwas langweiligen Platten aber allemal wert angeschafft zu werden.


The Mouths of Madness (Limited Digipak im Vinyl-Look inkl. Patch)
The Mouths of Madness (Limited Digipak im Vinyl-Look inkl. Patch)
Preis: EUR 17,99

2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Klischeeteufel, 7. Juni 2013
Ok, es stimmt, was alle geschrieben haben: Orchid erfinden das Rad nicht neu. Sie sind absolut die Kinder von Black Sabbath: die gleichen Riffs, die selbe Schwere, eine Ozzy-ähnliche Stimme (auf Dauer ein leicht nerviger Sänger, der nur eine Art zu phrasieren zu kennen scheint), die selben Bilder, die Spielerei mit Satan und dem Bösen, ohne es zu explizit werden zu lassen, insgesamt also eine handwerklich solide Band an der Grenze zwischen Hard Rock und Heavy Metal. Einerseits ist das für alle Fans dieser Musik schon was Schönes, andererseits ist es auch öööööde: man kennt echt fast jedes Riff, die solistischen Fähigkeiten der Bandmitgleider kommen zu wenig raus, und die pubertären lyrics, die halt genau wie die Musik und das Artwork eine bestimmte Zielgruppe bedienen müssen, sind recht klischebehaftet. Das ist eben die Musik, die rauskommt, wenn Fans Musik machen.
Interessant werden Orchid immer dann, wenn sie mal die ausgetretenen Pfade verlassen, wie in Mountains of Steel, wo plötzlich ein Klavier (keyboard) andere Töne ins Spiel bringt oder wenn im letzten Lied mal die akkustische Gitarre auftaucht. Die Band ist, lässt sich vermuten, besser, als sie auf "Mouth of Madness" zeigen. Mit mehr Mut die Zielgruppe mal zu vergessen und den musikalischen Horizont zu erweitern wäre für Orchid viel gewonnen. Mal Background-Sängerinnen. Bläser. Aber das wäre für die Metal-Gemeide vermutlich zu viel.
Bleibt noch zu sagen, dass die Vinyl-Ausgabe in angeblich limitierten orangen und weißen Vinyl zu haben sind, drei bespielte Seiten, eine mit dem Orchid-Logo und Totenkopf (gähn). Ein Poster liegt bei. Im aufgeklappten Cover sieht man all das Böse, Friedhöfe, brennenden Himmel (Krieg), die Pest-Haube usw. Und den KuKluxKlan.
Hm, aber spielen Orchid (wie einst Black Sabbath) nicht damit, dass das Böse cool sei? Das hinterlässt zusätzlich einen unangenehmen Beigeschmack.
P.S.: und jetzt ist die neue Black Sabbath da - und siehe, die Meister stecken die Schüler locker in die Tasche!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 22, 2013 10:03 PM CET


Silence Yourself
Silence Yourself
Preis: EUR 11,97

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als Debüt toll, 7. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Als erste Platte dieser Band ist das natürlich schon klasse, was diese vier wütenden jungen Frauen bieten: schneidende Gitarre, ein extrem guter Bass, präzises Schlagzeug, musikalisch alles wirklich toll, alles in der Tradition des Punk und Wave, nur etwas härter noch, etwas unstrukturierter, was die Platte dann auf Dauer auch etwas anstrengend macht. Immerhin besser produziert.
Aus der Ferne grüßen Lydia Lunch oder Siouxsie and the Banshees. (Mit Pattie Smith, wie jemand anders behauptet hat, kann ich keinerlei Ähnlichkeit erkennen.)
Die intelligente Band hat auch etwas zu sagen, am besten bleibt aber doch der Text auf der Plattenhülle selbst. Vieles an den lyrics ist dann doch zu kryptisch. Dass die Band sich steigern kann, zeigt sich am ehersten, wenn sie die Klangpalette erweitert, wie auf dem letzten Stück, in dem eine Klarinette ein freies Solo spielt oder wenn anderswo ein Klavier auftaucht (Wer spielt es? Nicht angegeben!). Was aber doch nervt ist der Gesang, der zu nah an Siouxsie sich bewegt, ständig mit Pathos und Tremolo. Irgendwann wünscht man sich, die Band würde die Sängerin feuern. Dann gibt's fünf Sterne.


Dead & Born&Grown
Dead & Born&Grown
Preis: EUR 17,98

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Jodeldü, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Dead & Born&Grown (Audio CD)
Welcher Teufel hat Glyn Johns of Beatles Fame denn da geritten? Sicher, sie sehen adrett aus, die drei Schwestern, die da acapella und mit zarter Begleitung singen, sie haben schöne, aber eben keine umwerfenden Stimmen, denn das Besondere geht ihnen völlig ab, gerade wenn man bedenkt, dass es die Unthanks, First Aid Kit und viele andere Bands gibt, die das selbe Feld beackern, und zwar individueller. Bei den Staves kommt mir jedesmal, wenn ich die Augen schließe, ein Alpenpanorama in den Sinn, jedesmal warte ich darauf, dass gleich gejodelt wird oder von ferne Kuhglocken läuten.
Wer gefühlige Kleinkunstmusik mag, wie sie auch auf Kirchenfesten erklingen könnte, der ist hier richtig. Allen anderen rate ich sich doch nach den in großer Zahl zur Auswahl stehnden singenden anderen Frauen umzuschauen.


Wings Over America (Remastered) (Limited Super Deluxe Edition)
Wings Over America (Remastered) (Limited Super Deluxe Edition)
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 201,27

18 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unnötig, 24. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Nur drei Sterne für so ein tolles Live-Album?" werden jetzt viele schreien. Einen gebe ich für die super deluxe-Ausgabe, nicht für das Live-Album an sich (dem würde ich vier Sterne geben). Das Live-Album, endlich neu und toll abgemischt - es klingt poliert, glasklar, aber eben nicht mehr so rauh wie die drei LPs - auf zwei CDs ist natürlich sehr gut. Die Wings waren eine unglaublich erfolgreiche und tighte Band zu dieser Zeit. McCartney spielte Wings-Hits, aber auch Abseitiges wie Richard Corey oder Soily - und erstmals, so weit ich weiß, wieder Beatles-Lieder live, die man zuvor noch nie live gehört hatte.
Für Statsitiker: neun Songs stammen vom Album Venus and Mars, fünf von Band on the run, vier von At the Speed of Sound. Ein Lied jeweils von McCartney I und Red Rose Speedway. Dazu die zwei Singles "Hihihi" und "Live and let die", das James-Bond-Stück. Fünf Beatles-Lieder sowie das sonst nicht ewrhältliche Soily, das McCartney ca. 1972 komponiert hatte. Zwei Coverversionen gibt's noch, nämlich Go Now von den frühen Moody Blues, bei denen Denny Laine ja bekanntlich war, und Richard Cory, im Original von Simon and Garfunkel.
Denny Laine singt vier Lieder, Jimmy McCulloch eins (sein eigenes: Medicine Jar von Venus and Mars).
Besonders erwähnenswert ist Jimmy McCulloch neben Denny Laine an der Gitarre und auch am Bass - ein echtes Talent, der sich sofort jeden Song aneignen konnte und dennoch ganz seinen Stil hatte. Laute Rock-Nummern wechseln sich mit Balladen ab. Ganz wunderbar ist Denny Laines Vortrag von "Go now", das es locker mit den McCartney-Nummern aufnehmen kann. Insgesamt waren die Konzerte der damaligen Tour jedoch genau geplant, die Set-List wurde kaum geändert, ein Perfektionist wie McCartney überlässt nichts dem Zufall. Der häufig bemäkelte kratzige Gesang McCartneys findet sich nur bei den lauten, schnellen Nummern, bei den Balladen klingt er wunderbar; das Konzert wurde eh stark nachbearbeitet - viele overdubs, vor allem ab dem Akustik-Set von Picasso's last words bis Yesterday, wo Laine, McCulloch und McCartney sich hinsetzten und die Stücke nur mit Akustik-Gitarren (und Bass?) vortrugen. Nicht vergessen darf man, dass der Sound der Band durch eine Bläsergruppe aufmotzt wird. Doch nun zur Kritik an der Deluxe-Ausgabe: die dritte CD mit Live-Aufnahmen aus San Fransisco enthält nur Songs, die schon auf den andern beiden regulären CDs zu finden sind. Da McCartney wie gesagt kaum Änderungen zuließ, bietet die Zusatz-CD kaum Überraschungen. (Übrigens waren bislang alle Bonus-Cds der McCartney Archive Collection eher schlecht bis unnötig.)
Der ganze Krimskrams, der dann noch beiliegt, ist ebenfalls überflüssig, finde ich: wer bitte braucht einen nachgemachten backstage-Gäste-Pass oder Einladungen zur After-Show-Party oder usw. von einer Tour, die die meisten von uns nicht miterlebt haben? Hängt sich irgendwer heute noch Hochglanz-Fotos der Band an die Wand?
Das Kunst-Buch Ocean View ist im gleichen Stil wie die Zeichnungen, die man bei der Triple-LP bewundern konnte, also schrecklich. (Die Zeichnungen bei Wings over America sind natürlich von Jeff Cummins, die von Humphrey Ocean findet man z.B. bei "Wings at the Speed of Sound" im Innen-Cover der LP/CD.
Bleiben noch die Zusatz-DVD von Tour, eine TV-Sendung der BBC von 1976 über die Wings, ca. 75 min lang, und Lindas Photos (88 Seiten). Beides ist wohl wirklich nur für McCartney hard-core-Fans geeignet, rechtfertigen allein aber nicht den Preis. Ohnehin ist anzunehmen, dass sie irgendwann einzeln erhältlich sind. Lieber sollte man sich, wenn man "Wings over America" mag, die Live-DVD "Rockshow" zulegen, die in diesem Paket NICHT dabei ist. Und dann die normale Doppel-CD-Ausgabe, die, wie gesagt ein tolles Konzert - mit etlichen schwachen Liedern unter den guten, wenn man ehrlich ist - enthält.
Für den Preis finde ich also das Deluxe-Paket völlig unattarktiv.
Ach ja, noch ein Wort zur Verpackung der normalen Ausgabe: wieder nur die CDs im Pappschuber, außen auf der Einschweißfolie die Titelinfos, dazu nur ein relativ schäbiges booklet innen, die bezeichnender Weise auf zwei der Fotos nur Linda, Paul und Denny zeigen. Der Schlagzeuger Joe English kam nie wirklich über den session.-Musiker-Status hinaus. Mit McCulloch hat sich McCartney übrigens überworfen, was leider meist verschwiegen wird, aber - nur als Beispiel - noch auf London Town, der LP nach At the Speed of Sound, war er bei fast allen Aufnahmen dabei, wird aber kaum erwähnt und ist nicht mehr mit auf dem Cover.
Äh, ja, Wings over America ist ein tolles Live-Album mit kleineren Schwächen. Die Deluxe-Ausgabe braucht niemand.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 6, 2013 4:33 PM MEST


Thunderbox (Remastered Edition)
Thunderbox (Remastered Edition)
Preis: EUR 16,99

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein Donner, 22. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Thunderbox (Remastered Edition) (Audio CD)
Hey, da zeigt es sich wieder: alles Geschmackssache: der andere Rezensent gibt 5 Sterne, ich nur zwei, weil Thunderbox meiner Meinung nach eine ganz schwache Humble Pie-Platte ist (eh keine der großen Bands, Humble Pie). Steve Marriot schreit meist eher heiser als dass er sänge, die Songs sind seeeeehr schlicht und simpel, Peter Frampton hatte sich bereits aus dem Staub gemacht, und die Covers sind völlig daneben: kennt man Anna (Go with him) von den Beatles, wird der Unterschied schlagartig klar - dabei ist das Stück Anna eh ein ganz Kitschiges aus den 50ern, das auch die Beatles nicht retten konnten. I can't stand the rain kennt man ebenfalls in viel besserern, gefühlvolleren Fassungen. Bleibt im Prinzip nur eine Ballade gegen Ende, die ok ist. Als Hintergrundmusik in der Biker-Kneipe vielleicht erträglich. Zumindest weiß man, wer der anderen Proll-Band AC/DC als Vorbild gedient hat, wenn man Humble Pie kennt.


Power
Power
Preis: EUR 13,02

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mainstream-Produkt, 21. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Power (Audio CD)
Kansas, die ja so eine Art amerikansiche Deep Purple sein sollten und dann immer in die Prog-Schublade gesteckt wurden, zu Unrecht, wie ich finde (man vergleiche mit Yes oder Genesis - völlig andere Baustelle), hatten sich bereits stark verändert, als "Power" herauskam. Die Vorgängeralben zeigten bereits eine starke Tendenz in Richtung Kommerz, dank den Elefante-Brüdern. Auf der Vorgänger-LP "Drastic Measures" hatten sie bereits den Großteil der Songs komponiert, Kerry Livgren wurde hinausgedrängt. Dann waren auch die Elefantes weg.

Bei "Power" ist Livgren nun gar nicht mehr dabei, auch Robbie Steinhardt mit seiner wichtigen Geige fehlt, und schon sind wir bei dem, was "Power" fehlt: das Songwriting von Livgren und Robbie Steinhardts Stimme. Um nämlich mal mit einem Missverständnis aufzuräumen: Steve Walsh war nicht der alleinige Sänger bei Kansas. Steinhardt teilte sich oft die Lead Vocals mit Walsh oder sang auch mal ganz allein, er hatte auf dem Debüt zwei Songs gesungen ("Bringing it back"; "Death of Mother Nature"), auf "Masque" zusammen mit Walsh gleich vier ("All the world..."; "Child of Innocence"; "Mysteries and Mayham"; "the Pinnacle"), auf "Point of Know Return "Hopelessly Human", "Lightnings Hand" und "Sparks of the tempest"; auf "Leftoverture" "Miracles out of Nowhere" und die "Cheyenne Anthem" (übrigens ein Stück von Livgren, nicht von Walsh. Auf "Monolith" singt Steinhardt "the Angels have fallen", How my soul cries out" und "Stay out of trouble". Seine Stimme erkennt man gut daran, dass sie etwas tiefer ist. Nur so als Beispiele.

Auf "Power" muss Walsh, der nach 6 Jahren, nachdem er nach Audio Visions ausgestiegen war wegen religiösen Differenzen mit Livgren, alles alein singen - leider erkennt man ihn zuerst kaum wieder, seine Stimme hat in den 6 Jahren offenbar stark gelitten. Oft schreit er eher, überhaupt ist das Album einerseits relativ hart für Kansas, andererseits, den 80ern geschuldet, sehr nah am Mainstream Rock amerikanischer Bauart. Fast wie Bon Jovi. Die keyboards und selbst die Drums klingen nach Plastik, die Geige fehlt, wie gesagt, und das Songwriting überzeugt nur selten. Ganz schlimm z.B. ist "Secret service". Dafür gibt es noch Lichtblicke, "Taking in the view", das allerdings von einem Kinderchor, der wie Tick, Trick und Track klingt, kaputtgemacht wird, oder Tomb 19. Auch "Can't cry anymore" ist ok, Steve Walsh kann am besten noch die Balladen singen.

Letzter Fehler war natürlich Steve Morse mit in die Band zu holen. Steve Morse flitzt die Saiten rauf und runter ohne Gespür für das Kansas-Feeling und macht die Platte fast zu einem austauschbaren 80er-Hard Rock-Produkt (er hat auch fast alle Songs mit Walsh geschrieben). Ich weiß, es gibt viele Fans von Steve Morse da draußen, aber mal ehrlich: hört euch POWER und dann seinen Deep Purple-Sachen an. Der Mann plagiiert sich selbst seit fast 30 Jahren.
Insgesamt ist POWER also ein Album, das erträglich ist, aber es gehört sicher nicht zu den Glanzleistungen von Kansas.


In the Spirit of Things
In the Spirit of Things
Preis: EUR 13,79

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kansas ohne Kansas, 20. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: In the Spirit of Things (Audio CD)
Bevor ich mich zur LP äußere, muss ich einen kleinen Rückblick wagen: nach ihren großartigen Alben in den 70ern und dem verdienten kommerziellen Erfolg mit "Point of Know Return" und "Leftoverture" folgten zwei immer noch sehr gute Kansas-Alben in der Original-Besetzung: das unterschätzte Monolith und Audio Visions. Da Kerry Livgrens christliche Neigung immer stärker wurde, verließ Steve Walsh die Band und wurde durch die Brüder Elefante ersetzt, was man auf der nächsten Kansas-LP "Vinyl Confessions", auch besser als ihr Ruf, gar nicht so arg merkte. Was man allerdings bereits bemerkt hatte, war dass Robbie Steinhardts Beitrag (die Violine, Markenzeichen von Kansas immerhin, und übrigens auf velen Kansas-Liedern auch Lead Singer, was immer vergessen wird) geringer wurde und dass der poppige Anteil größer wurde. Dennoch gab es die typischen Kansas-Epen. Auf Drastic Measures war Steinhardt dann nicht mehr dabei, die Platte war ein ziemlicher Absturz. Kansas waren im Prinzip erledigt, klangen steril und und nur noch kommerziell, Kerry Livgren stieg aus. Und die neuen Kansas mit dem zurückgekehrten Steve Walsh machten weiter - ohne Livgren und Steinhardt, dafür mit dem zwar technisch nicht anfechtbaren, aber seelenlosen Steve Morse an der Gitarre, der sich hier noch zurückhielt.
Die gemeinsame LP "Power" hatte noch was, trotz einiger schrecklicher Songs - übrigens plötzlich alles gemeinsame Kompositionen mit Morse - obwohl ich mich da schon fragte, ob das wirklich der gleiche Sänger war, den Kansas früher hatten. Was war mit Steve Walshs Stimme geschehen? Sechs Jahre nach Audio Visions klang sie völlig anders.
Dann kam "In the Spirit of Things" (Dave Hope war auch weg) - und das war das zweite, verdiente Ende von Kansas. Kansas?
Von Bob Ezrin produziert, was wenig half, enthielt die LP vier Fremdkompositionen bei insgesamt zwölf Songs. Alle andern waren wieder Walsh/Morse-Ko-Kompositionen. Und da liegt der Hund begraben: erst jetzt merkte man, wie wichtig Livgren als Komponist, tatsächlich als Kopf von Kansas war, auch als brillianter Gitarrist übrigens. Steve Walsh hatte natürlich schon immer auch tolle Songs beigesteuert bei den alten Kansas, doch genauso wie seine geniale Stimme hatte er die Fähigkeit gute Songs zu schreiben verloren. (Got to rock on auf Audi Visions ließ schon schlimmes ahnen.) Trotz Keyboards und vereinzelt an Kansas erinnernde Song-Fragmente klang "In the Spirit of Things" nicht mehr wie Kansas, sondern eben wie ne Steve Walsh/Steve Morse-Platte. Kitschig, mainstream, austauschbar.
Nur selten gibt es Lichtblicke wie die Ballade "Rainmaker", das allerdings einen grässlichen Kinderchor hat.
Fazit: erster Minuspunkt also: Walshs Stimme kaputt. Zweitens: Kerry Livgrens Songwriting fehlt auf ganzer Linie. Drittens: Steve Morse - passte nicht zu Kansas, passt eigentlich zu gar nichts (siehe Deep Purple), spielt technisch versiert, aber ohne Seele. Daher insgesamt 2 Sterne. Fazit: man könnte die LP goutieren, wenn man sie 1. als 80er-Jahre-Produkt begreift und sie 2. nicht als Kansas-LP hört.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 2, 2014 7:06 PM MEST


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