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Rezensionen verfasst von
Amberle

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Some Come Running (Remastered Edition)
Some Come Running (Remastered Edition)
Preis: EUR 20,49

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gruseliges Machwerk, 13. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Oh je, das soll der Jim Capaldi sein, der bei Traffic gespielt hat? Die 80er haben eben alle versaut (siehe Eric Claptons "Behind the sun" und "August"). Wie mein Vorrezensent schon fairerweise sagt: es handelt sich hier um schrecklichen, abgeschmackten glatten 80er mainstream Poprock, AOR trotz vieler prominenter Gastmusiker wie Steve Windwood, Eric Clapton und George Harrison, dessen Leistung auf dem Stück "Oh Lord" gegen Null tendiert, denn Eric Clapton spielt auch auf dem Stück. Vom Harrison-Stil ist nichts zu hören. Die Produktion ist die typische Plastikakustik der 80er, die Drums klingen wie Computer, überall wird mit Keyboards gekleistert. Bäh. Fehlt nur Phil Collins. Ein ungefähr vergleichbares Werk wäre "Under wraps" von Jethro Tull, das ist auch schrecklich.
Aber letztlich wohl alles eine Frage des Geschmacks und der Verklärung der eigenen Jugend.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 13, 2014 8:32 AM CET


Living on the Outside
Living on the Outside
Preis: EUR 10,88

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fehlkauf!, 11. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living on the Outside (Audio CD)
Jim Capaldi - da dachte ich doch an alte Traffic-Zeiten und Steve Winwood. Außerdem kann die Gast-Musiker-Liste sich sehen lassen: eben genannter Steve Winwood, George Harrison, Paul Weller (von the Jam u.a.), Ian Paice (Deep Purple), Gary Moore... Nach all den positiven Rezensionen zudem dachte ich, man könne nichts falsch machen, wenn man sich mal diese CD, auf der immerhin eine der letzten Studio-Auftritte George Harrisons drauf ist, kauft. Weit gefehlt.
Die CD klingt, als sei sie direkt aus dem Jahr 1985 gepurzelt und es hätte sich seit dem nichts getan. Schlimmster 80er-AOR-mainstream-Rock, glattpolierter sound. Es wird zunehmend schlimmer, belanglose, austauschbare Songs und schlichte lyrics (good lovin is hard to find) bleiben die Regel. Ian Paice spielt absolut unter Niveau (dumm-tschaka-tschak-Rhythmus), Harrison ist nur auf einem Song vertreten, sein solo ist kurz, Jim Capaldis Stimme ähnelt einer Gießkanne.
Dass eigentlich gute Musiker sowas abliefern... Der Witz ist, dass Capaldi im booklet Snoop Dog und Konsorten niedermacht, sie verstünden John lee Hooker nicht. Schade, dass Capaldi vom Blues wohl auch keine Ahnung mehr hat.
Wer Brian Adams, Phil Collins oder Bon Jovi oder die Capaldi-Scheibe "Some come running" (hier gilt gleiches wie oben beschrieben, nur waren das halt noch die 80er) mag, dem könnte diese CD gefallen, alle alten Traffic-Freunde seien gewarnt!


On Air - Live at the BBC Volume 2
On Air - Live at the BBC Volume 2
Preis: EUR 21,99

62 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unnötiger Aufguss, 8. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: On Air - Live at the BBC Volume 2 (Audio CD)
Weihnachten steht vor der Tür - und mit den Beatles lässt sich immer Kohle machen...
War es schon verdächtig, dass es fast 19 Jahre gedauert hat bis Volume 2 der BBC Sessions erschien, so muss man nun sagen, dass dies wohl doch auch seine Gründe hatte. Zum einen wurden wohl von Hörern der BBC-Radioprogramme mitgeschnittene Sendungen erst gesammelt, zum anderen könnte es auch daran liegen, dass hier nicht gerade der verschollene Heilige Gral entdeckt wurde.
Die Aufnahmen stammen aus unterschiedlichen Quellen und Programmen der BBC (Pop go the Beatles, Top Gear, Saturday Club usw), die Klangqualität der Aufnahmen schwankt daher auch. Die meisten Aufnahmen sind von 1963. Von den 59 tracks auf der Doppel-CD sind 23 (!) nur speech tracks, d.h. meist unglaublich nerviges Geplapper des Moderators mit Witzen auf dem Niveau des altbackenen Zeitgeschmacks der frühen 60er und eher gequälten Witzen der Beatles. So gesehen hielt man sich an die Art der Aufmachung der ersten Live at the BBC-Doppel-CD von 1994. Von den 39 Liedern, die die Beatles hier zum Besten geben, sind sage und schreibe nur 9 (!) nicht auf den offiziellen Original-Beatles-LPs enthalten (ich ziehe mal das Happy Birthday-Lied ab). Von diesen 9 sind wiederum mindestens sechs bereits auf der Live at the BBC (Volume 1 sozusagen) drauf, wenn auch an einem anderem Datum aufgenommen, einer (Lend me your comb) war auf der Anthology 1. Bleiben 2(!), wenn ich mich nicht verzählt habe, noch nicht veröffentlichte Titel. Davon keine Lennon/McCartney-Komposition. Die beiden Stücke sind "Beautiful Dreamer" und "I'm talking about you". Beide verzichtbar.
Immerhin hat man versucht darauf zu achten, dass es ansonsten wenig Überschneidungen zwischen den beiden BBC-Doppel-CDs gibt.
Wie ist nun die Performance der Beatles? Können diese BBC-Aufnahmen gegenüber den auf den Original-LPs enthaltenen Stücken irgendetwas Neues, Überraschendes bieten? Ganz klar: nein. Die Beatles waren schon so sehr Profis, dass die meisten Stücke fast genauso wie auf den LPs gespielt werden und klingen.
Mitunter klingen sie sogar weniger spannend, sogar hüftlahm mitunter.

Den Charme dieser Ausgabe macht nun letztendlich nur aus, dass dies die einzigen live-Aufnahmen der Beatles aus dieser Zeit sind, allerdings auch das nur mehr oder weniger, denn etliche der Stücke für die BBC-Sessions waren pre-recorded, d.h. mit den limitierten Möglichkeiten der damligen Zeit wurden schon kleinere over-dubs produziert.
Ich hatte mir nichts großartiges erwartet, denn schon nach der ersten BBC-Sammlung hörte ich die Versionen der Original-LPs immer schon lieber, aber immerhin gab es auf Volume 1 noch ein paar Perlen zu entdecken (I'll be on my way z.B.), hier aber gibt es absolut nichts Neues, keine unveröffentlichte Lennon-McCartney-Harrison-Komposition oder so.
Wer kein beinharter Beatles-Fan ist, braucht "On air - Live at the BBC Volume 2" definitiv nicht.
Und ja, natürlich waren die Beatles "not a bad little band" (Vorwort von Mr. "Ich war dabei"-McCartney).
Ach ja, beiliegend zur Doppel-CD ein hübsches booklet mit ein paar unveröffentlichten Fotos, einem Vorwort von Macca, wie gesagt, und Kevin Howlett sowie Anmerkungen zu allen tracks, leider ohen Angabe der lead vocals. Die CDs stecken wie inzwischen leider üblich nur in Pappschubern.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 19, 2013 3:28 PM CET


Once
Once
Wird angeboten von rockpile19
Preis: EUR 24,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gähn..., 6. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Once (Audio CD)
Man muss schon ein beinharter Harper-Fan sein, um diese Scheibe auszuhalten. Zugegeben, ich hatte schon immer ein ambivalentes Verhältnis zu Roy Harper, manche Platten finde ich klasse (Bull in a Ming Vase), andere eher langatmig (Valentine), andere wieder hart am Kitsch mit dennoch guten Stücken (Unknown Soldier), aber ONCE ist die langweiligste Platte überhaupt. Sie könnte sogar zu den 10 langweiligsten Folk/Rock-Alben aller Zeiten zählen.
Schon das Titelstück schleppt sich unerträglich, weil ohne Abwechslung, dahin. Dass Kate Bush beim Refrain und gegen Ende im Walzertakt singt, macht es nicht besser. Allen Kate Bush-Fans sei gesagt: Kates Duett-Leistungen sind in den aller meisten Fällen zu vernachlässigen.
Langweilig und langatmig singt Harper sich larmoyant von Stück zu Stück, auf der Akustik-Gitarre liegt wie som oft bei Harper viel zu viel Hall. Insgesamt ist die Platte eher akustisch und ruhig gehalten, was wenig hilfreich ist. Die Texte Harpers, des glühenden labour party-Anhängers (zumindest früher), die früher oft von sozialkritsich bis ungewöhnlich reichten, sind hier nur noch moralisierend, besserwisserisch und pauschalisierend, ganz schlimm in "The Black Cloud of Islam", ein Stück, in dem er Partei ergreifen möchte für S. Rushdie, der damals (und bis heute) wegen einer Fatwa untertauchen musste, aber derat unreflektiert den Islam niederzumachen, ist schon doof.
Insgesamt ein verzichtbares Werk, das immerhin klar macht, weshalb in den 80ern Roy Harper kein Schwein sich für Roy Harper interessiert hat.


Electric Tepee (Remastert)
Electric Tepee (Remastert)
Preis: EUR 19,09

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ambient-Schmu, 31. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Electric Tepee (Remastert) (Audio CD)
Eines der schlechtesten Hawkwind-Alben vermutlich. Tatsächlich war hier kaum noch jemand von der alten Band dabei. Die Musik ist zumeist instrumental und klingt wie eine lange Esoterik-Ambient-Trance-was weiß ich-Platte. Vielleicht mit den richtigen Drogen erträglich. Oder für Leute, die auf Synthie-Flächen stehen.


The Decca Tapes [Vinyl LP]
The Decca Tapes [Vinyl LP]
Preis: EUR 21,98

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die erste Beatles-LP..., 29. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Decca Tapes [Vinyl LP] (Vinyl)
...wäre diese Aufnahme gewesen, wenn die Plattenfirma Decca nicht die Gruppe abgelehnt hätte mit der Bemerkung, dass Gitarrenbands nicht mehr gefragt seien. Vielleicht spielte auch das Geld eine Rolle, denn die Beatles wohnten zu weit fort (Liverpool, wie man weiß - Decca saß/sitzt aber in London). Als historisches Dokument unverzichtbar spielen sich die Beatles, hier noch mit Pete Best, am Neujahrstag 1962 durch ihre ersten ernstzunehmenden Studioaufnahmen. Sie hatten vor allem recht brave und bekannte Stücke gewählt, die sie nichtsdestotrotz in ihrem live-Repertoire hatten, und drei Eigenkompositionen (wann Love of the loved wirklich aufgenommen wurde, ist unklar). Wolfgang Döbeling gibt im Rolling Stone nur zweieinhalb Sterne mit der Begründung, das Material lasse Eigenständigkeit und Eigenleben vermissen, er bedient sich also der selben Begründung wie der unglückliche Decca-Mann, der die Beatles ablehnte. Andere hätten die hier präsentierten Songs schon ähnlich vorher gespielt, das sei alles nichts Besonderes. Er vergisst jedoch, dass heute kein Schwein mehr diese anderen Bands kennt, daher sind die Beatles-Versionen "frisch" für heutige Ohren (die Aufnahmen gibt es auch schon seit Jahrzehnten als bootlegs in den unterschiedlichsten Ausführungen). Auch auf "Please Please me", der ersten offizielen Parlophone-LP sind übrigens gecoverte Stücke, die noch sehr wie die Vorlagen klangen (Anna; Chains). Erst später sollten die Beatles die Originale so verändern, dass sie wirklich wie Beatles-Stücke klangen (Words of love z.B.). "Money" und "Till there was you", die ebenfalls bei der Decca audition gespielt wurden, tauchten dann wieder auf "With the Beatles" auf, der zweiten offiziellen LP. "Besame mucho" findet sich auf den Get Back-Session-Aufnahmen und im Film "Let it be". Waren das also tatsächlich alles abgeschmackte Titel? Wohl kaum. Dennoch ist richtig, dass die Beatles kein glückliches Händchen bei der Auswahl hatten, hinter der vor allem Brian Epstein stecken dürfte. Jetzt kann man immerhin direkt die Versionen dieser Stücke vergleichen, wie es Beatles-Fans ja gerne tun, und den Fortschritt überprüfen. Tatsächlich fällt auf, dass Lennon "Money" später besser sang und das Arrangement von "Till there was you" auf "Please Please me" schöner ist. Besonders fällt der Unterschied beim Schlagzeuger auf: Pete best spielte viel langweiliger und konventioneller als Ringo.
Die Decca-Tapes sind also nur ein logischer erster Baustein in der Entwicklung und Karriere der Beatles und daher unverzichtbar. Übrigens singt George Harrison gleich vier Stücke (bei Take good care of my baby wird bei der hier vorliegenden Ausgabe fälschlich Lennon als Lead Vocal angegeben), denn Lennon und McCartney waren beide zu aufgeregt. McCartney singt trotzdem die meisten Stücke. Man spürt, dass die Beatles bei den Aufnahmen irgendwie gehemmt waren. Vielleicht auch zu müde, da sie erst kurz vor den Aufnahmen mit einem klapprigen Bus in London eintrafen. In Harrisons Gesang sahen Lennon und McCartney übrigens später angeblich einen Grund für die Ablehnung bei Decca, obwohl "Three Cool Cats", ein sehr abseitiger Titel, schon vom Witz der Beatles zeugt. Es sei noch angemerkt, dass es fraglich ist, ob alle der hier versammelten Stücke tatsächlich am 1.1.1962 bei Decca aufgenommen wurden. Die Quellen gehen hier auseinander. Vermutlich stammen einige der Aufnahmen vom 6. Juni 1962.

Die hier vorliegende Ausgabe enthält zur Vinyl noch die CD, was löblich ist, die Aufnahmequalität indes klingt blechern, vergleicht man sie z.B. mit der Anthology 1. Auf dem back cover befindet sich ein längerer Text über die Entstehung der Aufnahmen, aber zum großen Teil ist das reine Erfindung, "historical fiction", wie dann auch mit Fußnote angemerkt.
Sechs der hier versammelten Aufnahmen sind sowieso auf der Anthology 1, zwei davon sind die Eigenkompositionen, eine (Love of the Loved) fehlt folglich auf der Anthology, die man nur hier oder auf dem ebenfalls bei amzon angebotenen, von den songs her identischen bootleg bekommt. Dass diese Eigenkompositionen schlecht oder halbgar gewesen sind, kann man nicht behaupten. Schließlich sind sie auch auf der Anthology. Lennon/McCartney verstanden sich zu dieser Zeit halt noch eher als Auftragsschreiber, so klingen die Stücke auch. Insgesamt, wenn man die anderen Originale nicht kennt, eine durchaus tolle erste Beatles-LP, unsicher, mit Schwächen, aber wie gesagt unverzichtbar in der Diskographie.


New (Deluxe Version)
New (Deluxe Version)
Preis: EUR 16,99

24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Des Kaisers neue Kleider, 15. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: New (Deluxe Version) (Audio CD)
Für alle, denen meine Rezension zu lang ist, die Kurzzusammenfassung: McCartney hat ein mittelmäßig gutes Album herausgebracht, das nicht schlecht ist, aber eben auch nicht wirklich gut, das modern klingt (obwohl McCartney natürlich schon immer Experimente schätzte, man denke an "Press to play", an "Ou est le soleil", an "Elctric Arguments" oder an das letzte Stück auf Chaos and Creation - aber mal ehrlich, das waren alles schwache Sachen), vielleicht zuerst gewöhnugsbedürftig, aber nicht wirklich mutig. Die Lieder sind nämlich zum großen Teil, wenn man sie "nackt" hören würde, typische McCartney-Stücke, wie man sie in den letzten 20 Jahren inzwischen schon hundert Mal gehört hat, den "off the ground"-Sachen nicht unähnlich. "Neu" ist nur, dass viele Produzenten die Stücke dann mächtig ausstaffiert haben, was unterschiedlich gut gelungen ist. Man kann das Album gut anhören, es rockt, es hat Balladen, es spielt mit Computern und TripHop, leider bleibt es insgesamt trotz aller bemühter Abwechslung von den Songs her oft langweilig, wobei einige Songs schon ganz gut sind. Aber ein Meisterwerk?

In seinem herzerwärmenden Vorwort deutet McCartney denn auch Zweifel an, ob es richtig war, vier verschiedene Produzenten für sein neues Album zu beschäftigen, darunter die Söhne der Produzenten-Legenden George Martin und Glyn Johns, wie üblich wischt McCartney aber alle Zweifel beiseite und redet wieder mal davon, wie locker alles gewesen sei. Das Album, das herauskam, ist dann aber doch nicht ganz so homogen und toll geworden, wie er gern möchte.
Auf jeden Fall merkt man McCartney an, wie sehr er gerne am Puls der Zeit wäre. Gelungen ist das nur bedingt.
Das erste Stück beginnt ungewöhnlich, rockt los und erinnert vage an Stoner Rock (naja), ist aber beileibe nicht das erste "harte" Stück, das McCartney schrieb (Helter Skelter; Rock Show usw), entfernt erinnert es noch an Helen Wheels, eines seiner schwächeren Wings-Stücke. "save us" ist sehr gerade aus, aber in Ordnung. Es folgen einige Stücke, die auch alle ok sind, "On my way to work" z.B. ist ein lalala-Lied, wie es McCartney schon hundertmal geschrieben hat, klanglich im neuen Kleid. Immerhin ein interessanter break.
In "Early Days" behandelt McCartney wieder einmal sein altes Trauma. Nur er wisse, wie es gewesen sei, weil er dabei gewesen ist. Die anderen wüssten nicht "who did this and who did that". So kann er in seiner Biographie auch behaupten, er hätte ja Lennon immer beim Komponieren helfen müssen. Leider kann seiner Darstellung keiner mehr widersprechen, Lennon und Harrison leben nicht mehr. Der hu-hu-background-Gesang kommt einem bekannt vor (Goodbye Blue Sky von Pink Floyd?) Ausgerechnet das Titelstück "New" klingt am ehersten nach den Beatles, wenn man allerdings die aufgefahrenen Klangschichten wegnimmt, bleibt wieder wenig.
Ein erster größer Bruch passiert bei "Appreciate", das an Massive Attack oder Portishead erinnert und womöglich besser auf einem seiner Fireman-Projekte aufgehoben gewesen wäre. Vor allem Giles Martin, der schon das grässliche "Love" verbrochen hat, ist für den neuen, moderneren Sound McCartneys zuständig, er hat McCartney das neue Gewand verpasst, aber es ist ein bisschen wie bei des Kaisers neue Kleider. Bei "Looking at her" gibt wieder viel "programming" und zuviel Brimborium. Dabei ist McCartney immer am besten, wenn er einfach handgemachte Musik macht, wie auf dem wunderbaren hidden track, allein am Klavier, oder auch auf "Get me out of here", das den Verdacht bestätigt, dass McCartney sich unbedingt ein bisschen an den Zeitgeist anhängen will, in diesem Fall an Mumford and Sons. Klingt ein bisschen nach "Come on into my kitchen". Ziemlich furchtbar sind nach meinem Geschmack die uhu-hu-hu-/oho-ho-ho-Chöre (Everybody out there), wie man sie von all den bärtigen Folkies kennt, die gerade in sind. Ethan Johns war für die folkigen Sachen zuständig. Bei "I can bet" fragt man sich, weshalb McCartney nicht gleich Jeff Lynne eingeladen hat. Das Stück, das am wenigsten nach McCartney klingt, ist "Road", das, wie auch Track 1 und 4, mit Paul Epworth zusammen geschrieben wurde. "Turned out" beginnt wie ein Wings-Stück, insgesamt hat mich jedoch vieles von den Lieder von ihrer Struktur her an die Zeit von "Flowers in the dirt" und "Off the ground", ein ziemlich schwaches Album meiner Meinung nach, erinnert.

Dass die CD nach den Beatles klingt, wie macherorts behauptet wird, kann ich nicht unterschreiben. Auch wirklich mutige Neuerungen, wie seinerzeit bei McCartney II, sucht man vergeblich. Mich beschleicht das Gefühl, dass eine gewisse Einfallslosigkeit und Wiederholung durch die moderne Produktion, durch den sound verschleiert werden sollte (alter Wein in neuen Schläuchen). Dennoch insgesamt ein nicht schlechtes Album, das sicher noch wachsen kann. Dennoch: von den jüngeren Werken gefiel mir "Chaos and Creation" deutlich besser. McCartney wird die Kritik nicht kümmern, da er doch ziemlich von sich selbst eingenpommen scheint, was man auch an den lyrics immer wieder ablesen kann ("Listen to me!"; "I know what it's like" usw.)
Also, des Kaisers neue Kleider: alle applaudieren (5 Sterne-Rezensionen) dem angeblich neuen Gewand, doch tatsächlich....
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 15, 2013 12:35 AM CET


Hittin'the Note
Hittin'the Note
Preis: EUR 21,61

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Alterswerk, 26. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Hittin'the Note (Audio CD)
Nach längerer Studio-Pause (fast 10 Jahre) und dem Ausstieg von Dickey Betts hätte man ja nicht mehr unbedingt auf die Allman Brothers gesetzt, aber was die meist alten Herren hier abliefern ist erste Sahne. Natürlich ist das alter Wein in alten Schläuchen, der aber immer noch schmeckt: herausrasgende Arbeit an den drums und bei der percussion, gute Lieder, souliger Gesang, ein überraschendes Stones-Cover - und vor allem die erste Studio-Aufnahme mit Derek Trucks, dem "neuen" Gitarristen und Sohn des Schlagzeugers Butch Trucks, der so unglaublich gut spielt, dass man Dickey Betts nicht nachtrauert. Das ewige Gemecker, die Band klinge zu wenig innovativ und spiele immer dasselbe, nervt. Die Allmans spielen ihren typischen Südstaaten-Mix aus Soul, Southern-Rock mit viel Können und Improvisationstalent, kaum ein Lied ist unter sechs Minuten lang. "Hittin the note" trifft den Ton genau. Ein starke, tolle CD für alle Allman Fans. Nur zu empfehlen. Kann locker mit den Neuziger-Scheiben und den frühen Allman-Sachen mithalten!


Madness of the West
Madness of the West
Preis: EUR 15,83

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Aufguss, 23. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Madness of the West (Audio CD)
Vorsicht, dies ist KEINE neue Allman Brothers-CD, sondern eine Auswahl ihrer beiden 80er-Jahre-Alben, als sie bei Arista waren und man dort versuchte sie in die Mainstream/Doobie Brothers-Ecke zu schieben. Zwei schlechte Scheiben aus den Achtziger ergeben keine gute neue. Dass diese hier als "neue" geführt wird, ist ungeheurlich. Finger weg!
Erst mit Seven Turns (ab 1990) fanden die Allmans wieder zu ihren alten Stärken zurück.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2013 5:52 PM MEST


The Unknown Soldier
The Unknown Soldier
Preis: EUR 16,63

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich - mit Frau Bush, 20. September 2013
Rezension bezieht sich auf: The Unknown Soldier (Audio CD)
Roy Harper, der, wie inzwischen hinlänglich bekannt, von Led Zeppelin und Pink Floyd bewundert wurde, legt hier ein typisches Werk an der Grenze zu den 80er-Jahren vor. Die Songs sind gewöhnungsbedürftig und zu dieser Zeit bei Harper musikalisch nahe am Kitsch, die Texte oft nachdenklich bis zynisch, wie es sich für einen gestandenen Labour-Anhänger gehört. Rockiges mischt sich mit Folk, teils mit sehr viel Hall eingespielt. Insgesamt ist das Album eher anstrengend, aber es gibt hier doch ein kleines Leckerli für Fans von KATE BUSH, die hier mit Harper ein Duett singt (You), das man nun eben großartig oder schwer erträglich finden kann, da wieder sehr kitschig. Übrigens singt Kate Bush auch auf Harpers ONCE background. Kein Album für Roy Harper-Novizen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 19, 2014 5:06 PM CET


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