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Rezensionen verfasst von
Onophrius (Langendorf, Schweiz)

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Das soziale Tier: Ein neues Menschenbild zeigt, wie Beziehungen, Gefühle und Intuitionen unser Leben formen
Das soziale Tier: Ein neues Menschenbild zeigt, wie Beziehungen, Gefühle und Intuitionen unser Leben formen
Preis: EUR 11,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein gutes Buch, 15. April 2013
Brooks, Das soziale Tier

Das Buch beschreibt das Leben zweier fiktiver Personen, um zu zeigen, dass wir „weitgehend die Produkte unserer unbewussten Denkprozesse“ seien. Das klingt gut – doch Brooks tut nichts anderes, als von Forschungsergebnissen zu berichten, von denen er in anderen Büchern gelesen hat. Weder stellt er eines dieser Ergebnisse in Frage (nicht alle sind wirklich hieb- und stichfest, z.B. „Je schöner eine Frau ist, umso reicher ist ihr Mann.“ Gibt es dazu keine einzige Ausnahme? Oder: Weshalb eignen wir uns 60'000 Wörter an, da wir doch mit 4000 blendend auskommen könnten? Nach Miller darum, um potentielle Partner effektiver beeindrucken zu können. - Ist Kultur also nichts anderes als Balzverhalten, Thomas Mann einfach ein Superbulle?) noch macht Brooks sich sonst irgendwelche eigenen Gedanken dazu. Wer die Forschungsergebnisse aus anderen (viel besseren) Büchern kennt, erfährt in Brooks’ Buch kaum je Neues. Mit fiktiven Lebensläufen lässt sich ausserdem alles ‚beweisen’, was man nur will. Dazu kommt, dass diese Lebensläufe, die schätzungsweise etwa die Hälfte des ganzen Buches ausmachen, äusserst langweilig sind. Das liest sich dann etwa so: „Harold brachte neun Monate im Mutterleib damit zu, sich zu entwickeln und zu wachsen.“ Wirklich eine tiefschürfende Erkenntnis! Oder so: „Die Gespräche innerhalb der Gruppe waren damals der aufregendste Teil von Harolds Leben. Sie plauderten stundenlang, in Cafés, Bars und auf Partys. Dabei sprachen sie Dialoge aus Episoden der Sitcom 30 Rock nach, beschwerten sich über Vorgesetzte, coachten sich gegenseitig für Vorstellungsgespräche“, etc. etc. Wie man ein solches Buch interessant finden kann, ist mir schleierhaft. Alles, was ich darin Gutes entdeckt habe, stammt von anderen Autoren. Brooks fügt lediglich am Ende einige eigene Gedanken zur Politik bei. Sehr viel besser wird man über das Thema informiert z.B. im Buch des Nobelpreisträgers Kahneman „Schnelles Denken, langsames Denken“. Lesen Sie Kahneman statt Brooks!


Le train d'Assouan (French Edition)
Le train d'Assouan (French Edition)
Preis: EUR 8,03

5.0 von 5 Sternen Un voyage très intéressant, 28. Dezember 2012
Je ai lu ce petit livre avec beaucoup d'intérêt et avec grand plaisir. C'est un vrai chef-d'oeuvre. Chaque épisode est décrite d'une facon si parlante et tant de vivacité qu'en lisant on se croît presque au cinéma. On pourrait lire toutes ces petites histoires séparément, chacune et un bijou, et pourtant elles font un ensemble si parfait qu'elles peindent le peuple égyptien après la révolution de Nasser et leur pays seulement à l'aide d'un voyage en train.


Auf der Achterbahn des Lebens durch die Todesspirale
Auf der Achterbahn des Lebens durch die Todesspirale
von Heiko Bloch
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was man aus einem schweren Schickasl machen kann, 26. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ohne jede Wehleidigkeit erzählt der Autor von seinem äusserst beschwerlichen Weg nach einem unverschuldeten Autounfall, der ihm lebenslange grosse Schmerzen, Behinderung, Verlust des Arbeitsplatzes und zahllose Operationen beschert. Berichtet wird dies vielmehr mit Optimismus, der aber nie billig ist (keine Überkompensation), und mit Humor. Welche Wendungen ein Leben nehmen und wie man sich selbst seinem Schicksal stellen kann, ist eindrücklich geschildert. Kritischer, mit der Erörterung verschiedener Deutungsmöglichkeiten, hätte vielleicht die Erfahrung mit dem Channeling beschrieben werden können.


Mythos Determinismus: Wieviel erklärt uns die Hirnforschung?
Mythos Determinismus: Wieviel erklärt uns die Hirnforschung?
von Brigitte Falkenburg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

53 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ausgezeichnetes und wichtiges Buch, 30. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Verfasserin kennt sich in den Naturwissenschaften ebenso aus wie in der Philosophie, was leider nicht allzu häufig ist. Sie argumentiert sehr klar und kenntnisreich. Ihr Buch ist so reichhaltig und detailliert, dass es leider nur sehr bruchstückhaft besprochen werden kann; dem ganzen Buch gerecht werden kann man so nicht. Sein Hauptthema ist die Behauptung sehr vieler Neurowissenschaftler, unsere geistige Tätigkeit sei durch Gehirnprozesse lückenlos determiniert. Falkenburg untersucht dazu u.a. die von sehr vielen Neurowissenschaftlern und Philosophen als selbstverständlich vorausgesetzte These (K), die physische Welt sei kausal geschlossen - und daher sei es unmöglich, dass das menschliche Bewusstsein auf das Gehirn einwirken (eine Kausalkette initiieren) könne. (K) ist aber kein physikalisches Gesetz, sondern eine vorwissenschaftliche Überzeugung, die als methodisches Prinzip sehr fruchtbar ist, d.h. zu unzähligen Erkenntnissen geführt hat, selbst aber keine gesicherte Erkenntnis ist. Dazu kommt, dass die Physik gar kein eindeutiges Konzept von Kausalität besitzt: In der Newtonschen Mechanik sind die Gesetze deterministisch und zeitsymmetrisch (d.h. alles Geschehen in der Welt könnte genauso gut rückwärts ablaufen), in der Thermodynamik und im quantenmechanischen Messprozess indeterministisch und zeitasymmetrisch (d.h. das Geschehen ist irreversibel). Die landläufige Auffassung von Kausalität als einer zeitasymmetrischen und deterministischen Gesetzlichkeit entspricht den physikalischen Gegebenheiten nicht. Man kann wohl nicht beides haben, einen physikalischen Zeitpfeil und eine determinierte Welt, sondern nur Determinismus plus Zeitlosigkeit oder Zeitpfeil plus Indeterminismus. Die Zeitrichtung entzieht sich bis jetzt jeder physikalischen Erklärung, ist aber für unser Handeln und Planen äusserst wichtig. Wenn unser Gehirn deterministisch arbeitet, lässt sich demnach kein erlebter Unterschied von Früher und Später erklären. Somit ergibt sich eine krasse Reduktionslücke. Der These (K) wird der Boden unter den Füssen weggezogen: Entweder gibt es Kausalitätslücken in der physischen Welt, oder unser Zeiterleben hat keine physische Basis. Aber wie könnte denn ein Zeitbewusstsein ohne physische / physikalische Basis überhaupt entstehen? Was die These der kausalen Geschlossenheit überhaupt bedeuten soll, ist also unklar. Wir sollten wieder auf Kant hören und das Kausalprinzip als Verfahrensregel betrachten. Determinismus ist "keine empirisch testbare wissenschaftliche Hypothese (...),sondern eine blanke Glaubensangelegenheit."
Dazu kommt noch, dass der biochemische Mechanismus der Signalübertragung an den Synapsen und der Freisetzung von Neurotransmittern gar nicht deterministisch, sondern stochastisch ist. "Das wird bei der Programmierung der künstlichen neuronalen Netze berücksichtigt, indem statistische Gewichte gesetzt werden. Die kausalen Mechanismen, nach denen das neuronale Geschehen abläuft, müssen ihre Wirkungen demnach noch nicht einmal mit hoher Wahrsch. hervorbringen." Das neuronale Geschehen ist letztlich indeterminiert.
"Nirgends liegt eine vollständige Erklärung vor, die eine mentale Leistung komplett von den neurona-len Grundlagen her erklären würde." (S. 338).
Um mentale Phänomene zu Explananda wissenschaftlicher Erklärungen machen zu können, müsste man sie als stabile, reproduzierbare Naturerscheinungen in den Griff bekommen. Das aber geht nicht. Die Hirnforschung bleibt angewiesen auf die Auskunft der Versuchspersonen über ihr subjektives Erleben. Mentale Phänomene sind also nur begrenzt objektivierbar; sie sind mit physischen Phänomenen inkommensurabel.
Was die Determiniertheit sämtlicher mentaler Ereignisse durch Gehirnprozesse bedeuten soll, ist ebenfalls nicht richtig geklärt, denn das Gehirn ist erstens so plastisch bei der Vertretung ausfallender Gehirnareale, dass es den Neurowissenschaften nicht gelingt, bestimmten Arealen eindeutig spezifische mentale Fähigkeiten zuzuordnen. Ferner: Was Versuchspersonen bei Experimenten der Hirnforscher erleben, lässt sich - wenn überhaupt - nur ansatzweise durch Messverfahren prüfen. Die Objektivierung des Mentalen stösst an Grenzen. Jeder Hirnforscher ist darauf angewiesen, von seinen Versuchspersonen nicht angelogen zu werden. Ferner: Wir erleben unser Bewusstsein als etwas Einheitliches, während Hirnverletzungen dazu führen können, dass Menschen gewisse mentale Fähigkeiten verlieren, andere aber behalten (z.B. ihre Mutter nur noch an der Stimme erkennen können, nicht aber, wenn sie sie hören). Das bedeutet aber noch lange nicht, dass, wie Neurowissenschaftler behaupten, unser Bewusstsein gar nicht existiert, sondern nur seine Teilfunktionen. Ebensogut könnte man behaupten, wir hätten keinen Körper, sondern nur Arme, Beine, etc., da man ja einen Arm verlieren kann. "Wer bindet die mentalen Phänomene denn zusammen - wenn nicht das Selbst? Und wenn niemand es zusammenschnürt: warum fällt es dann nicht auseinander?" (S.209).
Wie gesagt - all dies sind nur einige Teilaspekte dieses reichhaltigen Buches. Wenn Sie es wirklich kennenlernen wollen, müssen Sie es lesen; es lohnt sich.


Evo Devo: Das neue Bild der Evolution
Evo Devo: Das neue Bild der Evolution
von Sean B. Carroll
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 44,90

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Carroll, Evo Devo, 8. Februar 2009
Ein hervorragendes Buch, spannend auf jeder Seite. Carroll berichtet über die grossen Fortschritte, welche die Evolutionstheorie in Verbindung mit der Erforschung der Entwicklung (development, daher Devo) der Lebewesen bis zur adulten Form in den letzten 20 Jahren gemacht hat. Reich bebildert, flüssig geschrieben, engagiert.


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