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Rezensionen verfasst von
Roborno (Dortmund)

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Das Artikelgesetz
Das Artikelgesetz
von Thomas M. Lachner
  Broschiert
Preis: EUR 56,00

5.0 von 5 Sternen Informative Aufarbeitung einer vernachlässigten Thematik, 8. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Artikelgesetz (Broschiert)
Der Dissertation gelingt es, eine bislang erstaunlicherweise kaum beachtete Thematik im Bereich der Gesetzgebungstheorie zu beleuchten: Die Erlassung von Artikelgesetzen, die mehrere Einzelgesetze in einem Gesamtpaket vereinen. Häufig führt dieser gesetzgeberische Vorgang zur Unübersichtlichkeit des erlassenen Gesetzes. Ein Fokus wird folgerichtig auf eine verfassungsrechtliche Bewertung dieser intransparenten Gesetze gesetzt.

Die didaktisch hervorragend aufbereitete Arbeit erschließt das Artikelgesetz in präziser und zugleich verständlicher Weise, sodass sowohl mit der Thematik unvertraute als auch fortgeschrittene Leser von der übersichtlichen und umfassenden Darstellung profitieren können. Die beiden entscheidenden Fragen, wie das Artikelgesetz beschaffen ist und wo Änderungsbedarf besteht, um eine transparentere und schließlich effizientere Gesetzgebung zu gewährleisten, werden praxisnah und zugleich theoretisch sauber reflektiert erörtert.

Fazit: Mit seiner Veröffentlichung "Das Artikelgesetz" verknüpft Thomas M. Lachner raffiniert die Ebene der juristischen Relevanz des Themas mit dessen politischer Bedeutsamkeit - was nicht zuletzt an der angenehm klaren Ausdruckweise liegt, die juristische Fachbücher oftmals vermissen lassen.

The Origins of Ruin
The Origins of Ruin
Preis: EUR 26,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feiner Progschmaus, 7. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: The Origins of Ruin (Audio CD)
Wenn Nicolas van Dyke auf Ray Alder und Bernie Versailles trifft, verspricht diese Fusion für gewöhnlich ein anspruchsvolles und ausgereiftes Hartspülprogramm, das unter der reinigenden Kraft der Überraschungen alle gängigen Erwartungen an ein Prog-Metal-Album durcheinander schleudern kann. Acht Jahre ist es her, da ihre erste Zusammenarbeit mit dem Debüt von Ray Alders ENGINE zu einem modernen Groove-Monster im Stile der DEFTONES führte, das über sämtliche Plattentellerränder des Progressive Metal hinaus ging. THE ORIGINS OF RUINS ist dagegen weniger experimentell, setzt aber auf eine konsequente Fortführung des eingeschlagenen Wegs von REDEMPTION.

Für sein drittes REDEMPTION-Album konnte van Dyke (Gitarre und Keyboard) neben dem Goldkehlchen Alder (FATES WARNING) und Gitarrist Versailles (ehemals AGENT STEEL) wieder den Stöckeschwinger Chris Quirarte (PRYMARY) an Bord holen. Sean Andrews (CHAIN) am Tiefsaiter ist die einzige Neuverpflichtung im Stalle REDEMPTION, dessen ursprünglicher Projektcharakter damit wohl endgültig dem einer festen Combo gewichen ist. Und tatsächlich ist THE ORIGINS OF RUIN ein homogenes Stück schwer verdaulicher Hartkost geworden, dessen komplexe Arrangements aber selten aus dem Ruder laufen und durch melodische Gesangslinien und aufblühenden Refrains im Gleichgewicht zwischen technischem Anspruch und Eingängigkeit gehalten werden.

Tempo, Härte und Virtuosität bekommen damit ein Pathos, auf das neben den Anhängern von FATES WARNING und DREAM THEATER besonders progressive Powermetaller anspringen könnten, denn Combos wie SYMPHONY X spielen in einer ähnlichen stilistischen Liga. Artworkgigant Travis Smith macht THE ORIGIN OF RUINS auch optisch zu einer runden Angelegenheit.

Sleeping in Traffic: Part One
Sleeping in Traffic: Part One
Preis: EUR 26,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unaufdringlicher Progessive Rock der alten Schule, 6. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Sleeping in Traffic: Part One (Audio CD)
Als klassisches Debüt einer Band kann man SLEEPING IN TRAFFIC: PART ONE nicht bezeichnen. Bei einer noch überschaubaren Menge von Progheads konnten die im Jahr 2001 gegründeten BEARDFISH schon mit ihren zwei in Eigenregie produzierten Alben genügend Punkte sammeln, um sich nun endlich an ein großes Label zu binden - was ihnen mit Sicherheit zu einem höheren Bekanntheitsgrad verhelfen wird.

Die Schweden haben sich samt Haut und Barthaar dem Retro-Prog des Canterbury-Sounds verschrieben, ohne aber ihre Idole bieder und antiquiert zu rezitieren. Stattdessen setzt die Combo mit lässiger Lebendigkeit das Erbe fort, das ihnen die frühen YES, GENESIS, KING CRIMSON, DEEP PURPLE, aber auch PINK FLOYD hinterlassen haben. Obwohl hier mal ein Akkordeon für Folkeinflüsse sorgt und dort eine wilde Hammondorgel quietscht, werden solcherlei Ausflüge unter dem Zeichen der Songdienlichkeit umgesetzt. Mit narzisstischem Gehabe hat dies trotz der spielerischen Finessen wenig zu tun, weil innerhalb der Songstrukturen viel Platz für überschaubares Experimentieren geboten wird. Nicht zum Selbstzweck, sondern aus purer Lust und Neugierde nehmen sich BEARDFISH diese Freiheiten heraus und betten sie sinnvoll in die von jugendlicher Leichtigkeit getragenen Themen ein.

Zwar könnte eine größere Portion Offensive dem charmanten Werk eine stärkere Dynamik und mehr Zündstoff verleihen, damit der Beardfish kraftvoller zubeißen würde. Wer aber mit ihm schmusen möchte, den wird er mit sanftem Ohrenkraulen verwöhnen.

Spock's Beard
Spock's Beard
Preis: EUR 27,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ambitioniert, aber mit unklarem Kurs, 6. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Spock's Beard (Audio CD)
Viele Jahre werden noch verstreichen müssen, ehe auch die toleranteste Schar unter den Proggies einen neuen Output von Spock's Beard hören kann, ohne unweigerlich an die Maßstäbe zu denken, die die Bärte unter der Regie von Neal Morse bereits 1995 mit dem Ausnahme-Debüt '"The Light"' setzten. Zu schwer wiegt die Bürde, die der frühere Bandleader mit seiner Konversion zum 'White Progressive Rock' auf den Schultern seiner Kameraden hinterließ. Dieses Los wünscht man keiner Band.
Gerade deshalb scheint es so, als wolle die Band im Jahre 4 nach Neal Morse mit dem selbstbetitelten Album endlich zu sich selbst finden. Einig darüber zu sein, wo die Reise hin gehen soll, ist sie sich aber noch nicht. Zwar segeln die Kalifornier straighter und weniger verfrickelt durch's Tonuniversum als zur Neal-Ära und mögen so ein breiteres Publikum ansprechen. Im wenig beflügelnden Windschatten von Bon Jovi, Deep Purple, Toto und eben Neal Morse können sie ihren Kurs aber nicht finden: In der 70er-Tradition der 'alten' SB zeigen die beiden stärksten Stücke, der epische Opener "'On another day"' und das 16-minütige ' "As far as the mind can see'" ,warum Spocks Beard immer noch auf dem Olymp des Progressive Rock stehen. Völlig uninspiriert wie das gesamte Artwork des Silberlings fallen demgegenüber klassische Rockstücke wie 'Is this love?' und 'Wherever you stand' aus, bei denen Trommlermeister Nick D'Virgilio gesanglich nicht überzeugen kann. Bei solchen Songtiteln kann ein Gähnen auch nur vorprogrammiert sein. Dazwischen gibt es eine zu große Portion soliden Poprocks, der niemandem weh tut. Immerhin lässt das kitschige 'Hereafter' einmal mehr die Hoffnung aller männlichen Singles steigen, bei Konzerten auf einen erhöhten Anteil wärmebedürftiger Frauen zu treffen.
Einige Großtaten dürften zukünftig dennoch zu erwarten sein, wenn SB bald ihre Linie finden werden. Denn die richtige Marschrichtung geben sie sich immer wieder vor, halten sie aber wegen der Fülle an Kompromissen nicht ein, die vielleicht auch daraus resultiert, dass neben den vier Virtuosen zwei externe Helfer beim Songwriting beteiligt waren. Im Progressive-Rockbereich sind SB nun einmal am besten aufgehoben, weil sie sich dort austoben und ihren Charme so spielen lassen können, wie sie es live tun. Wenn sie Wichtiges und Überflüssiges bald zu trennen lernen, werden sie zukünftig auch dem nihilistischsten aller Blackmetaller ein Lächeln entzaubern können. Wenn ihnen das nicht gelingt, wird die Bärtegemeinde im stillen Kämmerchen weiterhin sehnsüchtig auf die Reinkarnation ihres Herrn warten.

Sola Scriptura
Sola Scriptura
Wird angeboten von hotshotrecordsmailorder
Preis: EUR 13,66

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neal Morse ist Neal Morse - und das ist auch gut so, 6. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Sola Scriptura (Audio CD)
Nur wenige Monate nach dem letzten Release seiner Ex-Combo Spock’s Beard beschert der umtriebige Progpapst seinen Jüngern pünktlich zur Fastenzeit sein neuestes Gotteswerk. Verzichtet hat er allerdings auf nichts. Nach dem eher seichten und zurückhaltenden Album „?“ trägt „Sola Scriptura“ wieder dicker auf und löst vier Lieder lang ein stürmisches Proggewitter von fast 76 Minuten aus.

Natürlich ist Religion wieder das Leit(d)thema dieses Albums geworden. Überraschender ist nunmehr aber die Provokanz und Konsequenz, die das Konzeptalbum durchzieht. Optisch beginnend beim dunklen und düsteren Artwork über die textliche Konzeption bis hin zum geradlinigen, heftig proggenden Einstieg mit „The Door“ wird man den Eindruck nicht los, dass hier jemand in friedfertiger Pöbellaune ist. Dann schallt es im ersten Refrain auch noch: „In the name of god, you must die“! Schnell wird jedoch klar, dass uns wenig Raum für Interpretationen gegeben wird. Beschrieb der Sympathiebolzen, der sich auf seinem Gottespfad auch von seinem erfolgreichen All-Star-Projekt „Transatlantic“ trennte, auf seinen letzten drei Langspielern noch seinen Werdegang und sein Verhältnis zu Gott, katapultiert er sich mit „Sola Scriptura“ in eine höhere Position, von der er aus die (katholische) Kirche umkrempeln möchte. Es liegt auf der Hand, dass ihm als Folie dazu die Auseinandersetzung mit der Geschichte Martin Luthers dient, aus deren Weisheiten heraus Mister Morse dem Hörer bisweilen aufdringliche und penetrante Bekehrungsversuche unterzujubeln versucht (wiederholte Schlusszeile des letzten Songs „The Conclusion“: „Maybe it is you he’s looking for“). Nicht-Jesus-Freaks sind besser damit bedient, ihr Ohrenmerk auf die musikalische Seite zu richten.

Angenehm ärgerlich ist das aber gerade deshalb, weil „Sola Scriptura“ wieder genau das bietet, was Spock’s Beard jüngst vermissen lassen: jene fantastischen, erfrischenden Melodiebögen, deretwegen Flaum- wie Damenbärte einst zu SB gefunden haben. So lauthals und bedenkenlos wie das klassische „My name is Señor Valasco, I drink my milk with tabasco“ (aus Spock’s Beard’s „The Light“) lässt sich das im Laufe des Albums wiederkehrende „This is all I ask for, to live a life that’s pleasing to you“ aber trotz Gänsehaut eben doch nicht mitträllern.

Für Kontroversen unter der Muckerpolizei hat Neal Morse mit diesem Album jedenfalls nicht ohne Grund gesorgt. Nostalgiker können während des von Paul Gilbert (Mr. Big) an der Gitarre unterstützten Latin-Parts in „The Conflict“ sehnsüchtig in alten Zeiten schwelgen und ihren Señor Valasco wieder auferstehen lassen, Nörgler mögen genau dies bemängeln und endlich bei „Long night’s journey“ (aus „The Conclusion“) triftige Beweise dafür finden, die Nealsche Kunst des Selbstplagiatismus’ überführen zu können.

Über eines sollten sich alle Streithähne nach wie vor einig sein: In der hohen Flut der glatten Progressive-Rock-Bands vereint Mastermind Morse Kopf und Herz mit schwer zu übertreffender Hingabe. Auf „Sola Scriptura“ proggt und rockt Neal wie seit SB’s „Snow“ nicht mehr, wozu der vorwärts breschende, gelegentlich zu stampfende Stil von Drumoktopus Mike Portnoy (Dream Theater) seinen unüberhörbaren Beitrag leistet. Das rührselige Bekenntnisstück „Heaven in my heart“ sei dem author of creation wegen seiner Kürze und der qualitativ hohen Konstanz der restlichen Songs verziehen.

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