|
|
Beiträge von Regina Reich
Top-Rezensenten Rang: 19.260
Hilfreiche Bewertungen: 65
|
|
Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".
|
Rezensionen verfasst von Regina Reich "Leseratte" (Gänserndorf)
|
|
|
|
|
|
|
5.0 von 5 Sternen
Eine gelungene Liebesgeschichte mit historischem Hintergrund, 3. Mai 2013
Die Stickerin von Sevilla ist ein Buch über die Liebe zwischen einer Jüdin und einem Christen im 15. Jahrhundert zur Zeit der katholischen Königin Isabel von Kastilien. Die Katholiken führten einen Krieg gegen die Mauren um Granada. Am Ende wehte auf der Alhambra anstelle des Halbmondes die Fahne mit dem christlichen Kreuz. Ebenso wurde in jener Zeit das Schicksal der Juden besiegelt. Die Inquisition wütete ohne Gnade. Die Figuren des Romans sind überaus lebendig gestaltet, ich fühle und leide mit ihnen. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar gezeichnet, die Geschichte jener Zeit läuft unauffällig, dennoch gut verständlich, im Hintergrund mit. Man merkt zwar die genaue Recherche, dennoch wird die Geschichte nicht mit historischen Fakten überladen, die Liebe mit all ihren Qualen bleibt im Vordergrund. Die Perspektiven sind wohl dosiert und klar strukturiert. Auch die Länge dieses historischen Romans ist genau nach meinem Geschmack. Ebenso die angenehme, flüssige Sprache. Aussagekräftige Szenen sind detailliert und sehr bildhaft beschrieben. Sie ziehen in das Geschehen tief hinein und berühren. Sehr bemüht hat sich die Autorin auch mit den Begriffserklärungen und Namenslisten zu Beginn und am Ende. Ich gebe diesem gelungenen historischen Roman fünf Sterne und freue mich auf die angekündigte Fortsetzung der Geschichte.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Krimi mit Pfiff, 22. März 2013
Bislang hatte ich keine Erfahrung mit Manolo-Schuhen.Ich habe im Internet nachgesehen. Da gibt es tatsächlich außergewöhnliche Modelle. Vielleicht sollte ich mir auch ein Paar davon zulegen? Nun, ein Polizist, der (Frauen)Füße liebt ist originell, und eine Frau, die in einem Call-Center arbeitet und ihr letztes Geld für Schuhe ausgibt, auch. Ebenso die Mordserie an nörgelnden Call-Center-Kunden. Die Autorin hat einen spritzigen Text geschrieben, er liest sich flüssig, Spannung wird aufgebaut, Charaktere liebevoll gezeichnet. Alles in allem ein wundervoller Krimi mit gelegentlichen Dialekteinwürfen. Obwohl ich recht bald erahnte, wer der Täter sein muss, habe ich den Krimi mit großem Vergnügen gelesen. Allein wegen der liebevollen Zeichnung der Charaktere ist er empfehlenswert.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
5.0 von 5 Sternen
Tagebuch und Email-Texte ergeben einen innovativen Roman, 15. März 2013
Es beginnt im Jahre 2049: Eine alte Dame in einem Seniorenheim erzählt aus ihrem Leben. Sie hat jahrelang Tagebücher geschrieben und ausgedruckte Emails wie Fotos am Tisch liegen. Ihr Mann ist vor kurzem gestorben. Er hat ihr die Kraft gegeben, ihre Liebesgeschichte zu erzählen. Sie fängt 1995 zu erzählen an und endet 2017. Ohne das Ende vorwegzunehmen, es dauert lange, bis sich ihr Traum erfüllt. Die Dame heißt Julia und sie präsentiert uns zahlreiche Tagebucheinträge wie auch Email-Nachrichten innerhalb dieses Zeitrahmens. Aus meiner Sicht lässt sich Julia treiben, sie steht nicht zu ihren Gefühlen, traut sich nicht, diese einzugestehen. Sie hat ihr Leben nicht fest im Griff. Sie ist passiv, die anderen entscheiden für sie. So wandert sie von einer unbefriedigenden Beziehung in die nächste. Erst ganz zum Schluss wird sie aktiv und entscheidet nach ihrem Willen und nach ihren Gefühlen. So macht Julia doch noch eine Entwicklung zum Positiven durch. Der Roman liest sich flüssig, die Sprache ist einem Tagebuch oder einer Email-Korrespondenz angemessen, nicht zu künstlich, nicht zu gewählt. Ich habe ihn gerne gelesen, auch weil mich seine ungewöhnliche Form fasziniert hat.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
5.0 von 5 Sternen
unterhaltend und informativ zugleich, 1. März 2013
Schon der Titel verspricht Amüesement. Fred Lang erzählt kurzweilig aus dem alten Stade. Besonders für mich, als Österreicherin, bietet dieses kleine Büchlein interessante Hintergründe zu einem mir bislang unbekannten Ort. In kurzen Episoden wird von Fischverkäuferinnen, helfenden Händen, strammen Lehrkörpern, nach Unterhaltung dürstenden Jugendlichen und geschichtsträchtigen Bauwerken erzählt. Zum Teil sehr amüsant, aber auch berührend: geschildert wird Stade v.a. zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg. Vergessen scheint die harte Zeit der Kriegs- und Zwischenkriegsjahre nicht so bei Fred Lang. Zahlreiche schwarz-weiß-Abbildungen ergänzen das gut recherchierte Büchlein, z.B. zeigt es die Blanko-Ausweiskarte für den Empfang eines CARE-Paketes aus USA für die Stadt Stade. Das Buch hat durchaus Museumscharakter. Es belebt die Geschichte des schönen Ortes Stade.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
3.0 von 5 Sternen
Gut, aber zu lang, 21. Februar 2013
Die Hauptfigur dieser Geschichte wird spannend eingeführt, die jüdischen Traditionen waren mir z.Teil unbekannt, und ich fand es interessant, wie feinfühlig der Autor diese hier schildert. Auch die vielen Stationen auf der Flucht der Juden vor der Inquisition finde ich gut geschildert, wenn auch vielleicht die eine oder andere sprachliche Besonderheit, sei es mal ein eingeworfenes Signore in Italien, fehlt, um mich mit allen Sinnen die Wechsel der Orte und Schauplätze wirklich fühlen zu lassen. Die Geschichte ist sehr interessant und sie ist flüssig geschrieben, für meinen Geschmack jedoch ein wenig zu auktorial erzählt. Zwischen den Figurenperspektiven wird viel erzählt, erklärt. Das langweilt ein wenig. Ich fände es schöner, tiefer und intensiver mit der Figur zu erleben, was geschieht, nicht von außen erklärt zu bekommen. Die Beziehungen zwischen den Figuren wechseln, manchmal nicht immer sehr glaubwürdig und nachvollziehbar. Und auch wegen der Überlänge, die m.M.n. nicht notwendig wäre (100-200 Seiten weniger hätten gereicht), gebe ich hier nur drei Punkte.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
5.0 von 5 Sternen
Eine Entdeckung, 25. Januar 2013
Gefangene des Himmels: Ein Titel, unter dem ich mir nicht recht etwas vorstellen konnte, schon gar nicht literarische Reiseberichte. Nach dem Fertiglesen denke ich, es könnte damit zu tun haben, dass die Berichte und philosphischen Gedanken zu den bereisten Ländern für die Ewigkeit gedacht sind. Der Autor verwendet eine außergewöhnlich schöne Sprache, die den Leser gefangen hält, und verzaubert. Strukturiert durch anschauliche Skizzen der Reiserouten führt der Autor von Russland bis in den indischen Ozean. Unglaublich bildhaft erleben wir die Farbenpracht des Orients ebenso wie die Besonderheit der russischen Seele. Zudem ist das Buch nicht nur ausgesprochen poetisch und leserlich, sondern auch lehrreich. Wer hätte schon gewusst, woher das Volk der "Zigeuner" stammt, oder dass es Parasiten gibt, die in der menschlichen Haut zu meterlangen Würmern wachsen, welche man in einem langen Prozess mühsam jeden Tat Stück für Stück entfernt? Wir lernen die verschiedenen Religionen, Bräuche und Architektur der Länder kennen. Als ob man es mit eigenen Augen sehen könnte - nicht einmal das Reisen könnte schöner sein.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
5.0 von 5 Sternen
Wunderschön, 22. November 2012
Nicht nur die Gedichte sind einfach schön, auch das Cover ist sehr gelungen. Ein kleines, kostbares Büchlein, das ich sicher öfter noch in die Hand nehmen werde, denn manche der kurzen Zeilen brauchen Zeit, um sich zu entfalten. Gelungen finde ich auch die thematische Gliederung. Poesie mit Tiefsinn, herrlich zum Abschalten in hektischen Zeiten. Beispiel: Nicht den Baum, sein Leben liebe. Wie steht es so schön in der Zusammenfassung geschrieben. "Palinuro, der Steuermann des Äneas, steht für den Aufbruch aus brennender Welt - ohne Ankunft. Aber es ist die Richtung gewiesen für den Neubeginn. Ich liebe es.
|
|
|
|
|
|
|
Jede Nacht
|
von Nicole Makarewicz Gebundene Ausgabe |
| Preis: EUR 19,90 |
|
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Jede Nacht ist etwas Besonderes, 29. Oktober 2012
Jede Nacht ist ein besonderes Buch, jedoch nichts für schwache Nerven. Es ist Horror, aber nicht im herkömmlichen Sinn. In den Geschichten werden grenzwertige Emotionen in unglaublich wirksamer Weise beschrieben sowie in Handlung gesetzt. Nicole Makarewicz setzt die Schattenseiten unseres menschlichen Daseins schonungslose in reale Bilder um. Jeder von uns kennt die eine oder andere beschriebene Regung zumindest im Ansatz. Doch wir verdrängen, wir wehren uns gegen die negativ besetzten Gefühle, seien es Scham, Hass, Rache, Hiflosigkeit und Verzweiflung, Gefühle die ebenso zum Leben gehören wie Glück und Freude. In diesem Buch stehen nicht die Helden, die Erfolgreichen im Vordergrund, sondern die Leidenden, die Opfer, die Außenseiter und Benachteiligten, welche oft genug in der Gesellschaft keinen Platz finden können. Tiefsinnig und ohne jemals einen Namen zu nennen. Anonym, denn es gibt keine Namen. Dieses Buch besticht durch fein ausgearbeitete Sätze, atemlose Spannung, gut überlegte Worte. Einfach kostbar.
|
|
|
|
|
|
|
Die Wand
|
von Marlen Haushofer Taschenbuch |
| Preis: EUR 8,95 |
|
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Die Geschichte einer gefangenen Frau, 18. Oktober 2012
Lange habe ich überlegt, ob ich für dieses Buch 4 oder doch 5 Sterne geben soll. Eine Frau gerät in eine unwirkliche Situation. Sie ist zu Besuch in einem Jagdhaus, die Gastgeber sind unten im Dorf, plötzlich ist da diese Wand. Plötzlich ist diese Faru völlig alleine in ihrer kleinen, grünen Welt. Wie durch ein Wunder werden ihr zur Gesellschaft und zur Nahrungssicherung eine Milchkuh, ein Hund und eine Katze geschenkt. Die Frau verhält sich kühl und merkwürdig gefasst. Dabei ist sie Mutter, und selbst, als sie begreift, dass alles hinter dieser Wand tot sein muss, denkt sie nur einen flüchtigen Moment lang an ihre Töchter. Sie beschäftigt sich den ganzen Tag mit ihrer Pflicht, das Haus, den Hund, die Kuh und sich selbst zu versorgen. Wahrscheinlich tut sie das, um sich abzulenken, so wie sie es immer getan hat, nicht viel nachdenken, nicht in sich hineinhorchen. Eine bedauernswerte Frau jener Generation, die erzogen wurde, um zu funktionieren. Gefühle sind lästig. Erst ganz zum Schluss fängt sie an zu denken, und wieder ist es nur ein kurzer Moment, in dem sie an eine Flucht, ein Untergraben der Wand, an Kampf, denkt. Ich glaube, sie war bereits eine Gefangene, noch bevor die Wand aufgetaucht ist. Ihr trauriges Leben hat sich dadurch nicht entscheidend verändert. Ein besonderes Buch, beklemmend, am Anfang und am Ende sehr spannend, in der Mitte etwas langatmig, daher doch nur vier Sterne.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
5.0 von 5 Sternen
Mein Freund, der Baum, 5. Oktober 2012
Dieses Buch eröffnet einen neuen Blick auf die Gattung Baum. Der Autor schafft es, Bäume als Lebewesen mit Gefühlen und Beziehunge darzustellen. Wer hätte gedacht, dass sich Bäume, die doch so fest im Boden verzwurzelt sind, sich um ihre Kinder kümmern, sie beschützen und behüten, oder sogar mit dem Nachbarbaum eine Symbiose eingehen können, soferne sie sich mögen, oder dass Bäume entsetzliche Qualen erleiden, wenn man ihnen einen Rindenkranz stiehlt, die meisten den Kampf gegen den Tod verlieren, nur ganz wenige es irgendwie schaffen, am Leben zu bleiben. Nachdem ich dieses Buch verschlungen habe, sehe ich den Wald mit anderen Augen. Danke, Peter Wohlleben!
|
|
|