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Rezensionen verfasst von
Thomson Martin "Morten" (Köln)
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Wimbledon
Wimbledon
DVD ~ Kirsten Dunst
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 19,37

5 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ärgerlich belanglos, 6. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Wimbledon (DVD)
Selten wurden dermaßen charmante Darsteller in einer kaum noch unterbietend vorhersehbaren und im Klischee verquarsten Love-Story verheizt wie in diesem Falle. Nicht genug, dass der durchaus interessante Hintergrund des Wimbledon-Turniers zum Zwecke pseudo-cooler Kamerafahrten und chic animierter Tennisbälle verschenkt wird, lässt der Film von Richard Loncraine nicht mal eine einzige Klischeefalle unberührt, holpert sich durch eine Soap-ähnliche Dramaturgie und bietet Figuren, deren Spiel wohl selbst dem "GZSZ"-Ensemble noch gelungen wäre.

Fragt sich doch ernsthaft wie lange uns die Briten noch mit ihren nervig-seichten "Notting Hill"-Filmchen bei Laune halten wollen-hoffentlich nicht mehr lang.


L.A. Crash
L.A. Crash
DVD ~ Sandra Bullock
Preis: EUR 5,97

5 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Differenzierte Rassismus-Analyse mit leider allzu versöhnlicher Pointe für frustrierte Liberale, 26. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: L.A. Crash (DVD)
Erst mal eins vorweg: "L.A. Crash" ist eine wirklich ausbalancierte Darstellellung des "Rassenkonflikts" in den USA.

Regisseur Paul Haggis erzählt seine Geschichte aus dem amerikanischen Traum der Vielvölkergemeinschaft USA heraus und potraitiert es zugleich als Babel der unüberwindbaren Distanz zwischen den ethnischen Gruppierungen ("In L.A. berühren sich die Menschen nie", heißt es im Film).

L.A. dient ihm dabei als überaus anschauliches Paradoxiegebilde, in welchem Hollywood-geschaffener High-Society-Lifestyle neben krimineller Randexistenz residiert.

Eine Stadt, die weder vom "weißen Mann" regiert, noch vom "schwarzen Mann" verstanden wird.

Trotzdem gerät "L.A. Crash" niemals rau, sind seine Charaktere selbst in ihren dunkelsten Abgründen niemals schlecht. "L.A. Crash" singt auf geradezu euphemistische Weise ein Hohelied auf Humanismus und Liberalismus, wie man es in Zeiten der Optimismusverdrossnheit und des überall wuchernden Zynismus beinahe begrüßen möchte. Doch in seiner größten Stärke, eben Charaktere zu zeichnen die weder gut noch böse sind (wie es dem manichäistischen Weltbild eines George W. Bush wiederspricht) liegt auch seine größte Schwäche. Eben da wirkt Haggis' Film einfach zu versöhnlich, zu freundlich. Er will zwar schon einen kritischen Beitrag im ohnehin schon kritischen amerikanischen Gegenwarts-Kino liefern, aber er möchte seinen Zuschauern dann eben doch auch etwas auf den Weg mitgeben: Er will sie gewissermaßen belehren. Und da stößt er mir auf.

Wenn am Ende alle "Rassenvertreter" zu einem pathetischen Lied vor dem Hintergrund eines brennenden Wagens stehen oder schwelgerisch aus dem Fenster schauen, ist "L.A. Crash" ein Selbstzünder: Er widmet sich mit der gleichen Verlogenheit dem Thema "Verlogenheit", wie er es an seinen Figuren kritisiert. Er will einfache Antworten auf komplexe Fragen verhindern und begeht am Ende den gleichen Fehler.

Rein handwerklich gesehen ist "L.A. Crash" dennoch ansehnlich. Die Plot-Konstruktion, sprich die Verwebung der unterschiedlichen Erzählstränge ist intelligent, die darstellerische Darbietung des hochkarätigen Ensembles um Mimen wie Matt Dillon und Don Cheadle und die immerzu geschmeidige Kameraführung können überzeugen.

Und auch sonst ist man nach "L.A. Crash" nicht enttäuscht: Denn obwohl er sich dann am Ende so verläuft, nimmt man ihm ab, dass er aus einem höchst anständigen Motiv und aus der durchaus verständlichen Sehnsucht der Rückbesinnung nach einem liberalen Clinton-Amerika gedreht wurde.

Letztlich mögen wohl auch das die Gründe gewesen sein, warum sich denn die Oscar-Jury gegen den viel zu provokanten "Good Night, and Good Luck" und den viel zu sehr mit alten Konventionen brechenden "Brokeback Mountain" für den Blick durch die Brille von gestern auf die Geschehnisse von heute entschieden hat.


Der amerikanische Freund
Der amerikanische Freund
DVD ~ Bruno Ganz
Preis: EUR 7,97

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Thriller-Kunstwerk, 21. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Der amerikanische Freund (DVD)
"Der amerikanische Freund" ist ein, viel zu selten im allgemeinen Kanon des deutschen Films auftauchendes Werk aus den "goldenen" 70er Jahren des BRD-Films.

Dabei ist Wim Wenders etwas geglückt, dass nur wenigen gelingt: Ein Thriller der sich jenseits seiner Genre-Konventionen als Kunstwerk bezeichnen lässt.

In stimmungsvoller Ruhe, die an Hitchcocks bestem Film "Vertigo" erinnert und vor dem Hintergrund eines irreal erscheinenden Hamburgs und eines Metro-Paris entwirft er in eindrücklich behutsam gewählten Bildern das Potrait eines sich selbst ausgelieferten Mörders.

Der Einsatz der Musik ist klug gewählt und Dennis Hopper als Freund/Feind-Dämon, Bruno Ganz als introvertiert verzweifelter Todkranker balancieren sich so gekonnt auf dem schmalen Seil der städnig von diesem Film ausgehenden, gefahrvollen Stimmung, dass man direkt wieder an das enorme Talent von Wenders erinnert wird.

"Der amerikanische Freund" ist großartig kunstvolles Spannungskino, hinter dessen geruhsamer Fassade ein angedeutet industrielles oder im Mechanismus der entfremdeten Familie liegendes Monstrum lauert. Eine Perle im sowieso schon größtenteils cineastisch beachtlichen deutschen Kino der 70er Jahre.


Die fetten Jahre sind vorbei (Special Edition) [Deluxe Edition] [2 DVDs] [Deluxe Edition]
Die fetten Jahre sind vorbei (Special Edition) [Deluxe Edition] [2 DVDs] [Deluxe Edition]
DVD ~ Daniel Brühl

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut gemachter Film mit allzu einfachen Antworten, 21. Mai 2006
"Die fetten Jahre sind vorbei" ist originell und macht Spaß. Und wenn man den Film verlässt hinterlässt er im Westbürger durchaus eine treffende gedankliche Überlegung ob denn nun das System in dem wir leben wirklich so gut ist, wie es uns die Werbung verkaufen möchte. Sind wir den nicht alle inhuman, dass wir bei der Ausbeutung der Dritte Welt-Länder untätig zuschauen? Wieviel Dekadenz lässt sich ertragen? Und selbst wenn all jene Überlegungen durchaus beachtlich sind, dass sie von einem Film losgetreten werden, sind sie zugegebenermaßen nicht allzu neu und ihre Formulierung, so wie ich sie getätigt habe, dringt nicht mal annähernd bis zu der Komplexität dessen vor, was das Thema "Verantwortung im System" beinhaltet. Da ist "Die fetten Jahre sind vorbei" schlicht und ergreifend zu simpel gestrickt, in seinen Antworten zu schwarz-weiß, in seiner Romantisierung von Freiheit und Gerechtigkeit zu einfach. Wer eine treffendere Auseinandersetzung damit erwartet, dem sei da lieber "Muxmäuschenstill" empfohlen.

Filmisch gesehen ist "Die fetten Jahre sind vorbei" jedoch ziemlich reif. Er nähert sich mit wackeliger Dogma-Kamera seinen Figuren, er bietet stimmungsvolle Musik an, er ist dicht erzählt, seine Schauspieler sind famos, die Regie scheint kompetent...ein gelungener Film, dem einfach ein bisschen weniger Populismus gut getan hätte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 20, 2011 8:38 PM MEST


Terminal
Terminal
DVD ~ Tom Hanks
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 12,13

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Seichtes Popcornfilmchen ohne Pointe, 21. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Terminal (DVD)
Ich liebe Spielberg-Filme. Aber bei "The Terminal" bekam jene Liebe einen gewaltigen Dämpfer.

Da fragt man sich doch ernsthaft wie einem so großartigem Regisseur eine so subtile Geschichte mit dermaßen viel Potential aus dem Ruder laufen konnte. "The Terminal" hätte sicher eine hochinteressante Auseinandersetzung mit dem Thema sein können, wie das Post-9/11-Amerika mit Einwanderern verfährt, es hätte eine interessante Möglichkeit geboten anhand der von Tucci gespielten Figur kritische Parallelen zu aktuellen ameikanischen Regierungsträgern zu ziehen, es hätte das Terminal zu einem Mikrokosmos des Makrokosmos USA machen können. Aber was ist "The Terminal" letztlich: Eine Liebeskomödie, ein Frank Capra-Film, ein allzu optimistisches und vollkommen in keiner Beziehung zur Realität stehendes Märchen über einen schrulligen Versager mit stereotypen Figuren und konventioneller Hollywood-Stimmung. Kritik und Auseinandersetzung ist da zwar vorhanden: Aber sie versteckt sich, als hätte Spielberg sie nicht begriffen. Sie schwebt als mögliche Pointe über der Kulisse, aber verpufft schließlich als Mittel zum Zweck. Umso erstaunlicher, dass Spielberg zwei sehr viel gelungenere weil schonungslos subversivere Filme wie "Krieg der Welten" und "München" folgen ließ. "Terminal" bleibt letztlich ein seichtes, bittersüß schmeckendes Popcorn-Filmchen, für dass sich sein "Schindlers Liste"-Regisseur besser entschuldigen sollte.


King Kong (Einzel-DVD)
King Kong (Einzel-DVD)
DVD ~ Naomi Watts
Preis: EUR 5,83

16 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Misslungen!, 21. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: King Kong (Einzel-DVD) (DVD)
Peter Jackson, das steht fest, hätte nach der aufwendigen Produktion seiner "Herr der Ringe"-Reihe etwas anderes machen sollen als "King Kong". Das viele Geld, die große künstlerische Freiheit; das war einfach alles zu viel. Und eben genau das ist auch "King Kong"'s größter Fluch: Er will einfach zu viel sein und ist am Ende nicht mehr als "Nichts".

Zu Beginn will er das Potrait der amerikanischen Gesellschaft zu Zeiten der Wirtschaftsdepression zeichnen.

Dann will er vor jenem Hintergrund die Geschichte seiner Hauptakteurin erzählen, die von Naomi Watts gespielt wird: Eine verktischte sozial-Aussteiger-Story in nostalgischer 20er Jahre Optik. Da sieht Armut auf den Straßen von New York noch richtig schön aus.

Dann schickt er sich an ein Abenteuerfilm auf hohem Meer mit bärbeißigen Thomas Kretschmann zu sein und schleppt sich zäh durch jenes Fahrwasser bis er dann auf Skull Island in einer hanebüchenen "Jump and Run"-Dramaturgie abdriftet und seinen Titelhelden präsentiert, der leider, trotz aller Mühe, allzu sehr nach CGI aussieht.

Dann will der Film vor allem Brachial-Action vollführen und wartet mit einem riesengroßen Kampf zwischen zwei computergenerierten Echsen auf: Das ist erstaunlich gemacht, aber leider einfach zu dick erzählt, viel zu sehr Achterbahn und viel zu sichtbar als dass es mehr Staunen auslösen könnte als ein perfekt gemachtes Videospiel.

Und während King Kong irgendwie auf der Insel alles und jeden niedermetzelt sollen wir am Ende noch Mitleid für ihn haben wenn er sich in eine blonde Frau verliebt, die so halb und halb mit Adrien Brody zusammen sein soll (oder ist oder sein wird? das bleibt irgendwie vage und es stellt sich die Frage ob man Brody nicht nur eine Rolle auf den Leib schrieb um mit einem Oscar-Preisträger in den Credits werben zu können).

Zuletzt will "King Kong" dann eine Liebesgeschichte sein und kann es einfach schon wegen des ungleichen Pärchens nicht werden. Die Fremdheit zwischen den beiden hätte sensibel ergründet werden können, aber dann will "King Kong" halt doch wieder zu sehr Blockbuster sein als dass er jene Sensibiltät aufzubringen in der Lage wäre.

Was am Ende bleibt ist ein Potpurri aus vielen halbgaren Ansätzen, die bei anderen Studios wahrscheinlich erst mal für mehrere Jahre in die Skript-Überarbeitung geschickt worden wären.

Jackson spielt mit seinen Ideen wie ein Kind, dem schlicht zu viel erlaubt wird, dem keine Grenzen mehr gesetzt sind und der unter keinerlei Zweifel oder Druck mehr zu stehen hat. Das merkt man diesem müden, drei gefühlte Stunden langem Koloss an.

"King Kong" will A-Movie sein und doch merkt man, dass Jackson doch im Grunde seines Herzens eben doch ein B-Movie-Regisseur geblieben ist (fragt man sich wie "Der Herr der Ringe" so gelingen konnte).

"King Kong" hat in den 30ern funktioniert weil er etwas Neues sein wollte. Weil er vieles in seinen Hauptakteur an Gedanken und Gefühlen in sich bündeln konnte. Er funktionierte als Kind seiner Zeit. Der moderne "King Kong" will diesen Effekt kopieren, er will ihn nachahmen, er will erstaunen wie es der alte King Kong tat und doch bleibt er letztlich nur ein dürftig reanimierter, schon längst in den Schluchten der Popcorn-Film-Industrie untergeganer Riesenaffe, der schon bald wieder vergessen sein wird. Ein träger, sich dahin schleppender Affe!

Auch wenn man dem Aufwand Respekt zollen will, dem sich Jackson und sein Team gemacht haben. Daher auch zwei statt gefühltem einen Stern.


Dumm und Dümmer
Dumm und Dümmer
DVD ~ Jim Carrey

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Bad-Taste-Komödienmeisterwerk, 21. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Dumm und Dümmer (DVD)
Es gibt Filme, die sind hervorragend gemacht und deswegen gut und es gibt Filme, die eigentlich auf keinerlei nennenswerte ästhetische Brillanz verweisen und dennoch beinahe gelungener sind als jeder halbgare Versuch jene Brillanz zu erlangen. Es gibt Filme, die sind einfach so schlecht, dass sie schon wieder gut sind.

"Dumm und Dümmer" ist all das und noch viel mehr.

Sein unnachahmlicher Witz ist der, dass er sich keinerlei Mühe macht sich ernst zu nehmen. Dass er seinen schlechten Geschmack ganz offen vor sich herträgt. Dass er selbst in jenen Szenen witzig ist, in denen Jeff Daniels' Zunge nicht an einer Stange festgefroren ist. Er funktioniert in der Witz-Offensive, er funktioniert in der Geschmacklosigkeits-Offensive und zugleich funktioniert er in den Banalitäten seiner Handlung. Er funktioniert weil er weiß was für ein Film er sein will: Ein stellenweise wirklich platter Komödienfilm mit grimassierenden "Titelhelden" und abstruser 08/15-Krimihandlung...großartig!!


Die Libelle im Eisfach
Die Libelle im Eisfach
von Andreas Potulski
  Taschenbuch

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Debüt, 18. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Libelle im Eisfach (Taschenbuch)
Ohne falsche Untertreibung ist Andreas Potulski mit seinem Roman-Debüt etwas wie das ultimative Werk zur Gegenwarts-Generation gelungen.

Inmitten der Apokalypse der Moderne bricht ein Held ein, der so sehr die Apokalypse selbst ist, dass er mit den freudigen Augen eines neugierigen Kindes die Welt um sich herum als Probierfeld seiner Zerstörungsfantasie realisiert. Ein Gefühl, wie kurz vor der psychischen Implosion...irgendwo zwischen ekstatischer Wahrheit, die nur noch in den Besitztümern des Helden vorfindbar scheint und inmitten eines Heeres an Niemanden, aus dessen Schoss der namenslose Held entsprungen zu sein scheint, ist er der hoffnungslos nach Hoffnung suchende, der, gewissermaßen auch als Stellvertreter seiner Generation, nur noch in der Lage zu sein scheint die Abbilder einer vermeintlich friedlichen Gesellschaft der Oberflächen wahrzunehmen.

Potulski ist weitaus mehr als die doch inzwischen üblich gewordene Konsum- und Kapitalismuskritik gelungen, die sich allzu oft in literarischen Kreisen jenen Mantel umhängt um schonungslos anstößig sein zu dürfen. Im Gegenteil: Potulski greift auf schmerzhaft offene Weise in den Boden der illusionistischen Welt- und Wertevorstellung der westlichen Zivilsation vor indem er das pathologisch punktgenau sezierte Psychogramm eines bis in die Extreme gesteigerten Konsum-Bürgers im Dauer-Koma abliefert, dass sich abseits seiner inhaltlichen Brisanz als schwer zu bewältigende, aber dadurch um so reizvollere, Lesereise entpuppt.

Das famose Debüt eines vielversprechenden Autors!


Magnolia (2 DVDs)
Magnolia (2 DVDs)
DVD ~ Jason Robards
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 10,90

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein fuliminantes Meinsterwerk, 17. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Magnolia (2 DVDs) (DVD)
"Magnolia" ist ohne Zweifel einer der besten, wenn nicht gar der beste, Film der vergangenen 10 Jahre.

Paul Thomas Anderson ist ein in jeder Hinsicht dynamisches Meisterwerk gelungen, dass einen dermaßen packt, dass über drei Stunden hinweg nichts anderes übrig bleibt als ungläubig den Atem anzuhalten und den Kopf zu schütteln:

"Magnolia" ist Kino der ekstatischen Überwältigung. So sehr, dass es bei anderen Regisseuren wohl als Pathos aufgestoßen wäre, doch da "Magnolia" vollkommen aus dem emotionalen Geflecht seiner Figuren funktioniert, die allesamt abseits einer pragmatisch rezensierbaren Realität in den Fängen ihrer selbst geschaffenen Realität (die sich im Fernsehen findet) an ihr vorläufiges Ende angelangt sind, gelingt Anderson das Kunststück es niemals zu übertreiben; uns immer wieder, wenn auch nur kurz, vor dem Absturz von diesem schmalen Drahtseil zu bewahren.

"Magnolia" lebt und atmet gewissermaßen im Takt eines kurz vor dem Tod stehenden Menschen, dem es nicht gelingen mag mit der eigenen, schuldhaften Vergangenheit abzuschließen:

Die Kamera dazu bewegt sich dermaßen schnell, dass es überwältigend ist, jede Einstellung will gelingen, erzählt immer wieder eine ganz eigene Geschichte, das Ensemble um Tom Cruise (die beste Rolle seines Lebens!) spielt nuanciert und eindringlich, die Dramaturgie und der Schnitt wirken wie in einem Fluss und die Musik von Aimee Mann wirkt gar wie eine eigenständige Figur, die zum unverzichtbaren Begleiter der Akteure wird.

Cineastisch gesehen ist "Magnolia" ein Paradebeispiel an Filmkunst und Filmhandwerk.

War "Boogie Nights" bereits bester Beweis dafür, dass Anderson wohl die legitime Nachfolge von Martin Scorsese antreten wird, so mag "Magnolia" endgültig dieses Erbe zementieren. War "Boogie Nights" der gelunge Studienabschluss, ist "Magnolia" wohl die Doktor-Arbeit.

"Magnolia" vereint virtuos die Qualitäten jenes New Cinema in sich, dass in den 70er und 80er Jahren von Scorsese, Coppola, Spielberg und DePalma geschaffen wurde und treibt es mit eigener Note bis zur Perfektion. Klassisches trifft hier auf Aimee Mann, Kubrick (das Strauss-Motiv aus "2001" spielt auch hier eine große Rolle) auf Kokain, Tom Cruise auf Sex..."Magnolia" ist ein Meisterwerk!! Und wenn es am Ende Frösche regnet, wissen wir, dass wir es mit dem Lebenswerk eines jungen Genies zu tun haben.


The 51st State
The 51st State
DVD ~ Robert Carlyle
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 8,26

12 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Misslungener geht nicht!!!, 17. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: The 51st State (DVD)
Es gibt Filme, und das ist erstaunlich, die kann man gar nicht mehr in irgendeiner Form begründet kritisieren. Sie sind so dermaßen missraten, dass jede Auseinandersetzung mit ihnen nur lächerlich wirkt. "51st State" ist ein solcher Film. Mehr als festzuhalten dass der Schnitt, das Drehbuch, die Kulissen, die Kamera letzte Kanone sind lässt sich darüber nicht sagen und sollte mit einem gedanklichen Ausrufezeichen versehen werden.

Das Ärgerlichste ist, dass der Film nicht eine Sekunde an die Selbstironie und den schnodderigen Humor seiner offensichtlichen Vorbilder "Pulp Fiction" oder "Bube, Dame, König, Gras" heranreicht, er funktioniert nicht mal einigermaßen akzeptabel in den Konventionen seines Genres: Action funktioniert hier wie in einem Lundgren-Film, die Gags sind dermaßen ausgelatscht (umfassen das Spektrum von scheißenden Nazis bis Witze über die klischeebegründete Divergenzen zwischen Amis und Engländer) und Coolness bleibt hier nur krampfhaft gewollt. Noch ärgerlicher jedoch: Samuel L. Jackson, Robert Carlyle oder Rhys Ifans hätten es einfach besser wissen müssen.

Selbst Schuld: Wer bei Lesen dieses Drehbuchs kein Gespür für Dialoge hat, verdient wohl den schmachvollen Auftritt in einem Direct-To-Video-Film, dessen dramaturgisches Gerüst sich als ebenso adäquat für Softporno-Produktionen eignen würde.


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