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Rezensionen verfasst von
Frank Schilbach (Hamburg, Germany)
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Vapor Trails-Remixed
Vapor Trails-Remixed
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen guter Remix, schwacher Remaster. Dennoch besser!, 27. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vapor Trails-Remixed (Audio CD)
Vielleicht sollten wir uns bei der Besprechung dieser remixed Version einfach auf die klanglichen Unterschiede oder die Feinheiten der Arrangements, die erst durch den Remix hörbar werden, konzentrieren. An den songs selbst hat sich ja nichts geändert Die bleiben recht schwach...
Was ich nicht verstehe ist, warum sie sich für einen Remix entschieden haben. Das Album ist beim Mastern versaut worden (wie leider viele andere Alben auch). es hätte gereicht, es zu remastern und dabei die Kompression runterzufahren, den Mittenbereich anzuheben und den Gesamtpegel zu senken. Das wäre wohl dem nahe gekommen, was Alex Lifeson an Vapor Trails immer betonte: Die rauhe und direkte Rückkehr.

Zum Sound des Remixes: Das klangliche Ergebnis klingt ähnlich einem Mainstreamalbum Ende der Siebziger! Die Drums sitzen IM Mix der Band und sind sehr offen und dynamisch. Nicht, wie seit den späten 80ern üblich, weit vorne und stark komprimiert. Das klingt selbst für mich, der solche Drumsounds mag, erst mal ungewohnt. Soviele Ridebecken- Nuancen gab es lang nicht mehr zu hören, das läßt kein "moderner" Mix zu, da sind die Drums vor allem: einheitlich laut! Der Bass ist eben falls weiter hinten im Mix, auch hier eher im Geiste der teuren Produktionen der Siebziger. Weit vorne (zu weit vorne) ist der Gesang, was die unerträglich vielen Lagen von Gesangsspuren, die Geddy Lee hier schichtet, leider sehr stark betont (Überflüssig, da er dier die 1. Stimme seiner Gesangslinien sehr gut singt). Das ein oder andere angedeutete Gitarrensolo ist ebenfals weiter nach vorne gerückt, genau wie manche Akusikgitarrenparts (die im alten Mix unhörbar waren). Leider offenbart sich da aber auch eine weitere Schwäche der Arrangements: So viele Gitarrenparts erträgt kaum ein Song! 3,4,5, sogar 6 verschiedene Gitarrenparts hat Alex Lifeson hier reingesetzt. Scheint so, als wäre die Schwäche der Kompositionen allen klar gewesen und statt daran zu basteln, den einen oder anderen Keyboard Part zu arrangieren und dafür auf 2 Gitarrenteile und 2 Gesangsoverdubs verzichten, wurde überproduziert... Dennoch: Der Remix und das neue Mastering ist erfrischend altmodisch und könnte vielen Loudness war inspirierten Produktionen als Beispiel dienen! Alles ist deutlich besser als der Originalmix und das Originalmastering(was auch nicht schwer war, soviel Kompression und soviel Loudness war erträgt keiner...), die Songs sind gut hörbar, aber halt immernoch hakelig und eher schwach...

Und: Sieht man sich die Daten auf der DR-database [...]

an, fällt auf, daß er Remix von dem Dynamikumfang her zwar bessser als der Originalmix/Master ist, jedoch nur geringfügig. Und: Der gesamte Dynamikumfang ist immernoch erschreckend schlecht! Die Vinylversion ist momentan schwer zu bekommen. Die schneidet hervorragend ab


Clockwork Angels [Vinyl LP]
Clockwork Angels [Vinyl LP]
Preis: EUR 29,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sound katastrophal!! Musik hervorragend!, 23. Juni 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Clockwork Angels [Vinyl LP] (Vinyl)
Tja,
musikalisch ist Clockwork Angels für die, die in den 80ern aufgehört haben; Rush Alben zu kaufen, eine gute Möglichkeit, sich wieder Rush zuzuwenden. Ein Konzeptalbum (manchmal textlich ganz leicht peinlich geraten, aber dennoch glaubhaft und inhaltlich größtenteils gut), das ist eine Ansage im Zeitalter der Häppchenkultur, wo nur noch der Song zählt und der Werkcharakter verschwunden ist.
Deshalb verwirrt auch, was Rush hier machen: Die beiden Stücke "Caravan" und "BU2B" waren, zeitgemäß vorab als digitaler Download erhältlich, was folgt, ist eine völlige Reminiszenz an die 70er: Ein Pfund, ein Werk, ein Konzeptalbum. Nicht nur vom Format, auch mskalisch: Dichte Gitarren, analoge Effekte, ein theramin Solo, Taurus Pedale, akustische Gitarren, riffende Bassarbeit, ein sehr hoch singender Geddy Lee, der auf die nervigen Vocallayers der letzten Abem zum Glück fast komplett evrzichtet und das beste Drumming, das ich von Neil Peart je gehört habe (wirklich!). Geniale Melodien.
Einige Stücke sind deutlich zu lang geraten, da werden (gute) Ideen endlos wiederholt statt den Song zu beenden und den nächsten zu starten. Das läßt sich aber alles hören.

NUR:
Das Album ist VÖLLIG kaputtgmastert worden! Klanglich eine absolute Zumutung!! Ich bin immer noch fassungslos, was hier gemacht wurde!! "Vapor Trails" war schon schlimmes Opfer des "Loudness Wars", hier wurde noch einer draufgelegt. Es gibt durchgehende Übersteuerungsverzerrungen, die Dynamik ist komplett zerstört, da einfach ALLES aufgerissen ist! Was soll das???

meine einzige Erklärung ist, daß das Mastering sich komplett an MP3 Hörer richtet, die meist auf schlechtem Equipment (billige in-Ohr-Kopfhörer oder billige PC Boxen) hören. Da wird dann anders gemastert: mehr Bässe, mehr Höhen, mehr Pegel. Die Rechnung geht auch ansatzweise auf, für den, der den PC in der Küche nebenherdudeln läßt oder den, der seine IPHONE Kopfhörer in der vollen U-Bahn nutzt. Über eine normale Anlage gehört, klingt's sch... fast unhörbar! ich habe es bei "Vapor Trails" nie geschafft,das Ding komplett durchzuhören, zu schlecht war der Sound. hier vergeht mir nach 2 Stücken die Lust. Jammerschade!! Die Musik hätte besseres verdient!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 31, 2012 7:09 PM MEST


All
All
Preis: EUR 16,99

2 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gut gemacht, aber ist das nötig?, 30. Juli 2009
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All (Audio CD)
Lange sind sie im Geschäft, die 3 Deutschen und sie beherrschen ihr Handwerk. Dichte Gitarrenwände (einen Ganzton tiefer gestimmt), rumpelnder Bass, schleppendes Schlagzeug, der Gesang eher als zusätzliches Instrument. Was da aus den Boxen kommt, ist eine Wand! Dicht,fett,intensiv. Nur: nach den ersten 12 Takten fange ich an "You don't seem to understand the deal" zu singen. Das ist von Kyuss und mehr als 12 Jahre her. Und das ist das Manko an Colour Haze. Was sie machen, ist eine unverschämte Kopie der Stoner Legende. Fast wie eine Coverband, die Themen variiert, statt sie zu übernehmen. Sicher freut sich derjenige, der Kyuss vermisst (Ich!)über eienn Neuaufguß und hört das Album auch gerne und oft. Aber originell ist hier nichts.

Das Album bringt Spaß, es bringt etwas zurück, was verschollen schien, aber es ist halt doch eine Kopie. Eine sehr gute allerdings...

Kein schlechter Kauf!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 1, 2012 3:24 PM CET


The Freeks
The Freeks
Preis: EUR 9,10

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hawkwind ohne Zähne und Druck, 10. September 2008
Rezension bezieht sich auf: The Freeks (Audio CD)
Ein Konglomerat von erfahrenen Stonern der neunziger Jahre hat sich hier zusammengefunden, um ihren Helden aus den frühen bis späten siebziger Jahren nachzueifern. Tatsächlich klingt es hier oft, als hätten sich Hawkwind noch einmal zusammengefunden, um all das zusammenzuwerfen, was sie ausgemacht hat:

Der wummernde Schepperbass (Scott Reeder, der ,wie immer, Geezer Butler von Black Sabbath kopiert), Kreischende, hinergründige Vocals, wummernde Synthies, Powerchords, denen gerne mal von Dur nach Moll die Terz wechselnd draufgesetzt wird. Plockerndes, technisch nicht sehr versiertes Schlagzeug, wall of sound mit schwirrenden klängen, die aus dem Sampler, der Gitarre oder einem Mellotron stammen können. An all dem gibt es nichts auszusetzen, weil die Herren wissen, was sie tun.

ABER:

1. Das ganze ist nicht nur nichts neues, sondern größtenteils unglaublich billig abgekupfertes. Das ist nicht nur ein bißchen, sondern VIEL zu wenig. Alles schon gehört, alles besser gehört, Retro ohne jede Originalität. Was soll das?

2. die Produktion ist schockierend schlecht. Egal, wie laut aufgedreht wird, es besteht ständig die Versuchung, noch lauter zu drehen, aber es kommt KEIN, ÜBERHAUPT KEIN Druck aus den Boxen. Der ganze Sound ist dominiert von schwammigen Mitten, jede Spur ist übersteuert, was nicht dazu führt, daß alles lauter klingt, sondern daß es im Ggegenteil LEISER wirkt (der ähnliche Effekt wie bei "vapor trails" von Rush, das allerings freiwillig leiser gedreht werden muß, da die Verzerrungen sonst nicht auszuhalten sind)

Die Abstimmung der Instrumente untereinander krankt genauso: das Schlagzeug ist so leise, daß es nur platschen und pockern kann. kein Bassdrum- oder Snaredruck, keine hörbare Hihat. Die Gitarren laufen von der Frequenz genau in die Keyboards, was den Gitarren jeden Biß und jeden Druck nimmt und die Keyboards nervig schwankend klingen läßt.

Ein unglaublicher Matsch!!

Kombiniert mit dem unorginellen Songwriting bleibt da wenig übrig...

wer wissen will, wie man es richtig machen kann, wenn man in die gleiche Richtung (Psychedelic/Prog/Siebziger/Hardrock/Stoner..)marschiert, der möge sich "In the Future" von "Black mountain" anschaffen.


Saturnalia
Saturnalia
Preis: EUR 15,11

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wall of sound mit bierbösem Beiklang, 16. Mai 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Saturnalia (Audio CD)
2 kleine Helden, die ihren Werdegang in der Urzeit des Grunge" begannen:

mark lanegan (zum Zeitpunkt der Aufnahme 44 jahre alt)

Grg Dulli (zur Aufnahme 43 Jahre alt).

Es ist nicht verkehrt, das Ganze als Alterswerk zu bezeichnen. Die beiden sind SEHR unterschiedlich:
Mark Lanegan, der abgeklärte Schweiger mit so massiven Drogenproblemen, dass viele Projekte schon im entstehen wieder abgebrochen werden müssen, der böse Texte schreibt und eine Stimme hat, die einerseits ganz simpel sehr tief ist, andererseits immer zwischen Kraft und Brüchigkeit schwankt. Er ist deshalb everybody's guest, der schon manche belanglose Songs veredelt hat. Unverwechselbar. Bloß nicht zuviel reden und besser dem Atem anhalten, um nichts davon zu versäumen, wenn er singt.
Greg Dulli, der den schmutzigen Soul in den Grunge gebracht hat, immer ein Ohr für Pop hatte und mehr schreit als singt. Und über den bösen Bodensatz in jeder Beziehung philosophiert wie kein anderer...

Packt man dieses zusammen, so wachsen sie tatsächlich über sich hinaus. Das wohl beste Stück, das Greg Dulli je aufgenommen hat, Number9) von dem Twilight Singers Album Blackberry Belle" wird dies erst durch die Beteiligung Lanegans, der hier am unteren Ende seines Stimmumfangs (schwer vorstellbar) fast abbrechend singt.

Saturnalia" ist nichts weiter als die Fortführung davon geworden. Musikalisch ganz klar ein Dulli Album, das auch als twilight Singers mit Gast Mark Lanegan hätte veröffentlich werden können. Das Personal ist sehr ähnlich (Matthias Schneeberger mischt überall mit), die Songs sind meist aus Dulli's Kopf. Aber: Lanegans schwere background Gesänge machen die Dulli Songs, wie damals Number 9, erst perfekt. Und wenn Laegan Songs (mit-)schreibt, dann kommen Meistehrwerke, wie Idle Hands" dabei heraus. Wenn er im Refrain Let your hand so what they will do" oder später it's an occupation, to stand alone singt", muß der Zuhörer kein herz haben, um hier keine Gänsehaut zu bekommen.

Die Produktion ist kongenial: wall of Sound aus ineinandergemischten , meist parallel gedoppelten, Gitarren, Samplern und einem leicht in den Vordergrund gestellten Bass. Der Gesang ist fast zu laut, was die Aufmerksamkeit auf die Stimmen zieht. Siamesische Zwillinge sind sie sicher nicht, aber sich hervorragend ergänzende Gegensätze.

Ich hoffe, sie machen weiter (und holen sich Wendy Rae Fowler als Background Sängerin dazu, die Lanegan's Bubblegum so perfekt machte).


All Is Forgiven (13 Tracks) Aust Excl
All Is Forgiven (13 Tracks) Aust Excl

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen was passiert jenseits von Größe?, 12. September 2006
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ganz kurz: nennt man "All Is Forgiven" sehr gut, ist dies viel zu wenig.

Denn was hier passiert ist so genial, daß es nicht falsch ist, bei ruhigeren Passagen die Luft anzuhalten, um ja nichts zu versäumen oder zu überhören.

Wenn man die verzweifelten Versuche der Spät-80er/ Früh 90er Epigonen hört, auf der Höhe der Zeit bleiben zu wollen und jugendlich zu klingen und es vor immer wieder diese Momente gibt, die man vor Peinlichkeit kaum aushalten kann (Evan Dando wird das hier eh nicht lesen...) und dann plötzlich Tex Perkins, Don Walker, Charlie Owens und einige gut gewählte und geladene Gäste (Jim Whte am schlagzeug, Shane Walsh am Kontrabass, die unglaubliche Naomi Padom an der Violine (allesamt zwischen Ende 30 und Mitte 50)"All Is Forgiven" spielen hört, ist schnell klar, daß man hier etwa zu hören bekommt, das einzigartig ist. Tex Perkins schreibt die Songs, die er immer schon schreiben wollte: Seine Texte zwischen brüchiger Ironie (The Singer of The Song", in dem er sich als unheilbarer Poser, der sich augenzwinkernd dem Publikum anbiedert, wunderbar selbst beschreibt; Paycheques" mit einem nicht unsentimentalen Rückblick auf ine australische Jugend oder fast unglaublich genial "Whenever It Snows", in dem er eine typische Nordaustralien-in-the-middle-of-nowhere-Beziehung beschreibt. Don Walker, der auf dem Tex,Don&Charlie Debüt fast alle Songs geschrieben hat, greift tiefer (berührend in "Jails" und in schon literarischer Qualität in "Harry was A Bad Bugger", wo er die Geschichte eines Kleinstadtkriminellen erzählt, der gut aus Sergio Leones Prohibitionsepos "Once upon a time in America"stammen könnte. Harry, der verschindet und um dessen Verschwinden sich Gerüchte ranken. Das Ende wird wunderbar offen gelassen und doch kalt kommentiert. Eine der beiden Coverversionen "You're 39, You're beautiful and You're Mine" ist wohl nur gewählt, weil sie selbst es nicht treffender und ins Konzept passender schreiben könnten. Wer so mit der Tatsache umgeht, daß er eine alternde Rockikone ist, bei dem kommt (siehe oben) nichts raus, was vor Peinlichkeit kaum auszuhalten ist! Natürlich bleiben Texte ohne Musik Gedichte, aber es ist hier noch mehr als sonst unmöglich, nur die Musik zu betrachten. Merkwürdigerweise ist es besser, die Texte sofort zuerst anzugehen. Die Musik kann nur besser wirken. denn DAS schaffen sie: Eine fehlerlose Einheit von Musik und Text.

Nur ein paar Dinge zum Hervorheben: Die kongeniale ruhige Pianobegleitung zum Sprechgesang in "Harry Was A Bad Bugger", die fantastische Violine in "Singer Of The Song", Charlie Owens quietschige Slidegitarre, bei der jede Bewegung des Slides im Mix zu hören ist. Die Country Einflüsse, die weit über "Ein-guter-Song-hat-nur-fünf-noten-let's-square-dance-baby!" hinausgehen, die Schrammeltöne, die immer techisch hervorragend,dabei aber nie Standard sind. Die kochentrockene Produktion, die nur live klingen will. Selbst das ironische Cover: Drei alternde Musiker mit grauen Haaren und Bierbauch in distanzierter Italowestern Pose. Besser geht's nicht!


Low Life
Low Life
Preis: EUR 16,76

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen abgeklärt und trocken, 11. November 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Low Life (Audio CD)
Die Beasts waren mit ihrer Attitüde Mitte der 80er so etwas wie kleine Helden in Australien. Europa fraß ihnen nach dem zeitlos genialen und bitterbösen "Sour Mash" aus der Hand-und das damals völlig zu recht: Tex Perkins als madman screamer, die dichten Gitarrenwände von Kim Salmon, die trockene, stoisch und unglaublich präzise Rhythmusgitarre von Spencer Jones und dieser magisch monotone Rhythmus, der keine Variationen zuließ und auch nicht brauchte. Dazu die düsteren und aggressiven Texte von Tex Perkins (wem sonst würde ein Satz wie "his face is like Spaghetti Bolognese" einfallen?). Nachdem sie, dem Alter entsprechend, den Weg vom Haß in die Ironie gefunden hatten, war vor 12 Jahren nach einer vorherigen Zwischenpause endgültig Schluß. 2003 haben sie sich noch einmal zusammengefunden, leider nur für eine Tour durch die Heimat. Kim Salmon war nicht dabei, dafür der ständige Tex Perkins Begleiter Charlie Owen.
Und so klingt diese Live Aufnahme aus dem "Tote Hotel" in Melbourne auch nicht sehr nach den alten Bests of Bourbon. Tex Perkins Stimme ist rauher als früher, aber auch sehr viel inszenierter, die breiten Gitarrenarpeggios mit viel Chorus von Kim Salmon sind ersetzt durch die trockene Stratocaster Charlie Owens. Nur Spencer Jones, bei den Aufnahmen 47 Jahre alt, spielt knarzig und knochentrocken. Seine Gitarre prägt den gesamten Sound. Er ist eng, kein bißchen Hall oder Raum, die Songs gehen auf den Punkt und sind schnell wieder vorbei. Nichts von den ausladenden Improvisationen ins Nirgendwo, mit denen die Beasts früher insbesondere ihre genialen Coverversionen vergoldet haben.
Aber trotzdem: So lebendig und direkt, wie direkt vor der Nase gespielt, klingt heute kein anderer. Und noch etwas kultivieren sie und allein das hebt sie von der Masse ihrer Nachahmer und der unbegabten Marshallquäler ab: Sie sind abgeklärt und cool. Aus einer anderen Zeit, denn so zu sein, ist in einer krankhaft betroffenen Gutmenschen-Zeit völlig aus der Mode gekommen.
Gut, das sie so sind und uns dran erinnern, daß man, wenn man weiß, daß man etwas besser kann als andere, es ruhig zeigen kann, indem man auf sie runterblickt!


Van Halen
Van Halen
Preis: EUR 7,97

9 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen keine braunen Smarties, 20. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Van Halen (Audio CD)
Hier ist sie, die Blaupause der Dauerwellenmetalbands der Achtziger und Neunziger. Im Gegensatz zu denen klingt diese Blaupause jedoch richtig groß und gut!
Vier gutaussehen Jungs, die alle Regler am Marshall nach rechts drehen, aus Los Angeles kommen und nur dann zu Fuß gehen, wenn Ihnen der Wagen geklaut wird. Der Gitarrist hat sich Wes Montgomery angehört und ihn etwas spielen gehört, was außer bei Klassikgitarristen ziemlich unbekannt ist. Wenn man das durch einen Marshall geschickt spielt, bei dem, genau, Verzerrung bis zum Maximum rauskommt, klappt allen Gitarristen unisono die Kinnlade nach unten. "Wie macht der das" war damals die häufigste Frage, wenn einer, der seine 50 Mark Konzertgitarre quälte, "Eruption" gehört hat. Viele haben es sehr schnell rausgefunden, gehirnlos nachgespielt und damit wirklich das Metalgenre auf der Gitarre revolutioniert. Jeder spielte so , wie eine Sekretärin damals die Schreibmaschine bediente. Schnell, fast fehlerfrei und das reine Zuhören ist stinkelangweilig! Eine Klonband nach der anderen spuckte die Westküste damals aus, eine war peinlicher und schlechter als die andere. Van Halen haben sich selbst nie zu ernst genommen. David Lee Roth zeigte seinen Körper in etlichen Verbiegungen, hatte aber mehr Interesse am nächsten Berg, den es in den Anden zu besteigen galt, Eddie Van Halen hat früh sehr gründlich investiert und mit seinem Vater Musik gemacht. Gesehen wurde von allen Epigonen scheinbar nur, das Eddie van Halen sehr sehr schnell spielte, david Lee Roth auf arroganten Schönling machte, die Jungs gerne ihre Hotelzimmer zerlegten und der Metal hier auf einmal so ganz anders als das aus Europa gewohnte klang. Daß die Van Halen Brüder Holländer sind, David Lee Roth ein Gespür für Melodien hat, sie Jungs Texte schreiben können und handwerklich ziemlich begabt sind (neben all dem Tapping) und sich sehr genau und sehr selbstironisch zu inszenieren vermochten, wurde von all den Kopierern nicht bemerkt.
Und so haben Van Halen mit disem schönen Stück Musik von 1976 ein Genre revolutioniert, es aber gleichzeitig langsam mitgetötet.
PS: Die Idee der Jungs auf Ihren Tourneen aus den späten Siebzigern, in jedem Hotel ein 1,5 Gallonen Glas Smarties aufs Zimmer zu bekommen, bei denen die braunen aussortiert werden mußten, ist trotzdem genial


14 Songs
14 Songs
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 12,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Welt voller Männer, das Leben eines Jungen, 19. April 2005
Rezension bezieht sich auf: 14 Songs (Audio CD)
Der Mann ist in seiner "Karriere" durch alle Raster gefallen.
Mit den Replacements war er seiner Zeit 10 Jahre voraus und hat der heftigen Kommerzialisierung des Alternativerock in den frühen und mittleren Neunzigern den Weg bereitet ohne selbst auch nur einen Dollar davon zu sehen. "14 Songs" ist sein wirkliches Solo Debüt nund es hat keine Schwäche. Nur die, daß er das Dazugehören und den richtigen Zeitpunkt wieder verpaßt hat. Zum ersten Mal hinkt er der Zeit hinterher. 1993, als dieses Album erschien, hatten Nirvana mit all ihren Epigonen und unerträglichen Mainstream Nachfolgern das amerikanische Punkerbe schon ins Formatradio gebracht. Paul Westerberg nahm in minimaler Zeit 14 Lieder auf, die alles von ruppigem Rock bis zum echten Pathos umfassen. Er sagte einmal, daß Musik bei ihm wie Malen mit schnelltrocknenden Farben ist. Er muß die Songs schnell fertigstellen, bevor sie antrocknen. So hat jedes Stück seinen eigenen Mix und eigenen Sound. Keine zuckerige Produktion, keine komprimierten und durch zusätzliche Transistorverzerrung geschickte Gitarren, wie sie in Post-Grunge Ära angesagt waren. Dies hier klingt wie direkt am Trommelfell gespielt. Live, sehr direkt und sehr sehr emotional. Den richtigen Zeitpunkt hatte er allerdings schon wieder verpaßt. 4 Jahre vorher hätte er wahrscheinlich gleichberechtigt neben den Lemonheads und Dinosaur jr. zumindest in Europa große Hallen gefüllt. 1993 war er mit einer Drei-Mann-Combo in winzigen Clubs unterwegs. Was danach kam, hatte nie wieder die gleiche Qualität. Seinen Dayjob ist er nie losgeworden, den Ruf als Soundtrack-für-das Leben-Macher für zynische alternde Männer wird er sicher auch immer behalten. Sicher kennt derjenige, der den Satz "Eine Welt voller Männer, das Leben eines Jungen" geschrieben hat, Paul Westerberg, der immer der Junge geblieben ist, der zur erfolgreichen Welt nicht dazugehörte, und, ich bin mir ganz sicher, auch nie wirklich dazugehören wollte!
PS: Markus Wiebusch hat's geschrieben


Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen
Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen
Preis: EUR 10,99

27 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen NEIN!, 14. März 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Nein, Leute, so nicht!
War die erste Kettcar CD eine Sammlung hervorragender Songs, die leider durch die schwache Produktion nicht in gegebenem Maße wirken konnten, so ist "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" ärgerlich! "Deiche", das erste Stück führt in die Irre: Hier drücken die Gitarren, im mid-tempo rollt es auch textlich angenehm knarzig vorwärts. Die nächsten beiden Stücke sind eingängig und können Kettcar sicher dabei helfen, von einem größeren Publikum bemerkt zu werden. Trotzdem fällt hier schon irgendetwas unangenehm auf... Markus Wiebusch hat sich als Sänger um etliche Stufen zurückentwickelt, die Abgeklärtheit in der Stimme ist weg, seine Texte sind nach wie vor inhaltlich genial, aber sie rollen nicht mehr, sie sind eckig und ihm gehen häufig die Worte aus, wenn er Zeilen wiederholt und Sätze ins Leere wandern läßt. Selbst das wirklich gute "48 Stunden", das schon eine Zeitlang als Single veröffentlicht ist, wirkt wie eine unbeholfene Demoversion, aus der irgendwann etwas richtiges werden könnte. Stück Nummer 4 ("Einer") klingt gefährlich nach einer "we didn't start the fire" Antwort, die Jahre zu spät kommt, Ab "Balu" gehen Kettcar die Ideen völlig aus. Selbst kurze Lichtblicke wie "Nacht" klingen merkwürdig beliebig. Fast so, als hätten Kettcar die großen Hallen und Stadien im Auge gehabt, sich angehört, wie andere klingen, die dort zuhause sind und dann versucht, Ihren Songs dieselben Klamotten anzuziehen. Leider passen die nicht und sind so abgekupfert, daß "1000mal gehört und schon beim neunhundertsten Male nicht mehr interessant gefunden" die Sache noch nicht vollständig beschreibt. Folgerichtig zum textlichen Rückschritt zitiert Wiebusch wieder aus "Das Leben des Brian ("Jeder nur ein Kreuz") wie schon auf "Für uns nicht"von But Alive vor etlichen Jahren. Gerne würde ich musikalische Sachen findet, die auffallen oder einfach nur dem nahe kommen, was Kettcar ausgezeichnet hat, aber es gibt so gut wie nichts! Songs werden ausgeblendet, ein gesampletes Klavier nervt etüdenhaft (Balu), ein völlig deplazierter Kinderchor erschreckt und ist nun wirklich nicht mehr originell. Gut sind Kettcar dann, wenn sie zwischen Verzweiflung und Trotz Gas geben und dann auf einmal wieder originell, spielfreudig , textsicher und emotional klingen. Das schaffen sie aber leider nur in drei oder vier Stücken. Der Rest ist nicht wirklich schlecht, aber leider nur schwacher Durchschnitt. Und von Kettcar hatten wir mehr erwartet! Schade!


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