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Beiträge von Cineast
Top-Rezensenten Rang: 187.193
Hilfreiche Bewertungen: 201
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Rezensionen verfasst von Cineast
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3 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
überbewertete Flattermänner, 25. Februar 2013
Inhalt: Die attraktive und wohlhabende Melanie Daniels (Tippi Hedren) lernt in einer Zoohandlung den Anwalt Mitch Brenner (Rod Taylor) kennen. Sie gibt sich aus Spaß als Verkäuferin aus und bedient Brenner, der auf der Suche nach Sperlingspapageien für seine Schwester ist. Brenner kennt Daniels noch aus einem früheren Gerichtsverfahren und spielt mit. Als sich die Situation durch die Wiederkehr der richtigen Verkäuferin aufgedeckt wird und Daniels erkennt, dass Brenner sie wiederum reingelegt hat, ist sie zunächst verärgert, aber zeitgleich von Brenner und dessen sarkastischen Auftreten angetan und fasziniert. Sie beschließt, ihm die Sperlingspapageien zu liefern und reist ihm in sein Elternhaus in Bodega Bay hinterher. Da sie zunächst unerkannt bleiben möchte, mietet sie sich ein Boot und fährt über den See zum Haus der Brenners hinüber. Nachdem sie die Papageien dort unerkannt im Haus abgestellt hat, geht sie zurück zum Boot und beobachtet Brenner. Als er sie entdeckt, fährt sie mit dem Boot zurück zum Pier, wird dabei aber von einer Möwe gestreift und am Kopf verletzt. Brenner, der mit dem Wagen ebenfalls zum Pier gefahren ist und dort schon auf sie wartet, verarztet sie und lädt sie zum Abendessen bei sich zu Hause ein. Sie erfährt im Laufe der Handlung mehr über Brenners Familiengeschichte und lernt dessen distanzierte Mutter Lydia (Jessica Tandy) kennen, die scheinbar davor Angst hat, dass ihr eine andere Frau ihren Sohn wegnimmt. Im Verlauf des Filmes kommt es immer öfter zu Zwischenfällen, in denen die Vögel die Bewohner des Ortes attackieren. Was zunächst als reiner Zufall erscheint, erweist sich bald als gezielte Angriffsabsicht, es folgen diverse Verwüstungen und die ersten Toten. Während sich die Menschen in ihren Häusern verbarrikadieren, sammeln sich draußen immer mehr Vögel zum furiosen Finale... Kritik: Der sogenannte Meister des Suspense, Alfred Hitchcock, schuf 1963 einen Film, der im Allgemeinen als Klassiker des Horrorfilmgenres klassifiziert wird : „Die Vögel“. Er verzichtet darin auf die klassische Hintergrundmusik und setzt in den knapp zwei Stunden Spielzeit nur an zwei Stellen Musik als Stilmittel ein: In einer davon spielt Melanie Daniels bei ihrem Abendbesuch im Hause der Brenners Klavier, in der anderen singen Schulkinder in der Schule ein Volkslied, als Daniels hinzukommt um nach dem Rechten zu sehen. Hitchcock beweist mit seinem Film, dass Spannung allein durch die Kameraführung und Regie erzeugt werden kann und es dazu, anders als beispielsweise beim „weißen Hai“ keiner Filmmusik bedarf. Das Hauptthema des Filmes sind Vögel, die entgegen ihrer Natur Menschen angreifen. Ein klassischer Horrorfilm ist „Die Vögel“ dennoch nicht. Gerade das offene Ende und die fehlende Erklärung der Ursache des Vogelverhaltens veranlasst diverse Kritiker und Autoren bis heute dazu, sich in unzähligen Büchern, Artikeln und Essays mit dieser Frage auseinandersetzen und mehr in das Werk hinein zu interpretieren als damit möglicherweise beabsichtigt war. Gerade weil sich der Regisseur selbst zu den Motiven bedeckt hielt, bleibt der diesbezügliche Interpretationsspielraum nach wie vor groß. Der Film wird meines Erachtens oft überschätzt und ist einer von Hitchcocks schwächeren Filmen, wenn auch einer der bekanntesten. Er beginnt harmlos im Stile eines klassischen Liebesfilm und spitzt sich dann stellenweise immer weiter zu, um mittendrin wieder an Spannung zu verlieren. Stellenweise kommt die Handlung sogar etwas langatmig daher. Auch wenn die Effekte aus heutiger Sicht stellenweise eher zum Schmunzeln sind, waren sie seinerzeit sicherlich durchaus bemerkenswert. Immerhin wurde „Die Vögel“ 1964 in der Kategorie Beste visuelle Effekte für einen Oscar nominiert, Tippi Hedren erhielt im selben Jahr den Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin.
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4.0 von 5 Sternen
Schrulliger und ungewähnlicher Selbstfindungstrip mit einem grandiosen Hauptdarsteller, 25. Februar 2013
Ein großer schlanker Mann, der sich schminkt und Frauenkleidung trägt. Er toupiert sein schwarzes langes Haar und sieht aus wie der Frontsänger von The Cure. Er spricht mit wispernder und fipsiger Stimme. Er nennt sich Cheyenne und ist seit 30 Jahren verheiratet. Mit einer Frau. Er raucht nicht, hat Flugangst und schnupfte einst Heroin, weil er Angst vor Spritzen hat. Früher war er der Leadsänger einer bekannten Gothikband, doch dass sich zwei seiner Bandmitglieder das Leben nahmen, verkraftete er nicht. Nun ist er auf der Suche nach seiner Vergangenheit und seiner Zukunft. Und er ist auf der Suche nach einer Waffe, die weh tut, er hat aber keine Ahnung von Waffen. Er begibt sich nach dem Tod seines Vaters auf die Reise. Er fährt mit einem Schiff von Dublin in die Vereinigten Staaten von Amerika und sucht dort nach einem deutschen Nazi-Schergen. Dieser hatte seinen Vaters in der Nazi-Diktatur gepeinigt und gedemütigt. Zugegeben, die Handlung ist ernst und doch etwas skurril geworden. Regisseur Paolo Sorrentino zeigt die Geschichte eines fünfzigjährigen Mannes, der auf der Suche nach sich selbst ist und seine Vergangenheit bewältigen möchte. Sean Penn, sonst ein Paradebeispiel eines kernigen Mannes, brilliert als eigentümlicher depressiver und schrulliger Sänger, der den Achtziger Jahre zu entsprungen sein scheint und ist kaum wiederzuerkennen. Der knapp zwei Stunden dauernde ungewöhnliche Film mit Sean Penn, Frances McDormand und Harry Dean Stanton ist zugegeben gewöhnungsbedürftig, aber sehr sehenswert. Penn schöpft sein voll schauspielerisches Potential aus und zeigt uns alle Seiten seines künstlerischen Könnens. Mit seiner unvergleichlichen Art, seine Mimik und Gestik gekonnt einzusetzen, überzeugt der zweifache Oscar-Preisträger einmal mehr. Egal ob er lächelt, gequält schaut oder den Tränen nahe ist, man nimmt es ihm ab. Schon die ersten Szenen sind großartig: Penn, mit Vogelnestfrisur und überzeichnetem Make-up, schlurft durch seine edle Villa und schaut sich im Fernsehen eine Kochsendung mit Jamie Oliver an, der über das Geschlecht von Mohrrüben sinniert. „Cheyenne – This Must be The Place“ feierte 2011 seine Weltpremiere im Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele von Cannes und erhielt dort den Preis der Ökumenischen Jury. Ein echter Geheimtipp, wenn man Sean Penn mag.
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1.0 von 5 Sternen
Download funktioniert nur auf Cloud Player, aber nicht im Media Player, 30. November 2012
Sehr enttäuschend, da ich das Lied nur im amazion Cloud Player abspielen kann und es auf meinem Medienplayer auf dem Rechner nicht abspielbar ist und somit auch nicht auf dem MP3 Player. Bringt einem also gar nichts, es sei denn, man kennt einen Trick, wie das änderbar ist :( Hätte ich vorher gewusst, dass ich das nur online hören kann, hätte ich es nicht gekauft.
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4.0 von 5 Sternen
leises Drama mit skurrilen Momenten, 28. Oktober 2012
Elizabeth King lebt mit ihrer Familie auf Hawaii und verunglückt bei einem Rennen in einem Powerboot und liegt seit 23 Tagen ohne Aussicht auf Genesung im Koma. Ihr Ehemann Matt (George Clooney), ein wohlhabender Immobilienanwalt, bleibt allein „im Paradies der Infusionen, Urinbeutel und Trachealtuben“ zurück und muss sich nunmehr allein um seine beiden zehn- und siebzehnjährigen Töchter Scottie und Alexandra kümmern. Als alleinerziehender Vater hat Matt zunächst arge Schwierigkeiten, sich in seiner neuen zusätzlichen Rolle zurecht zu finden. Außerdem muss er sich mit seinem verbitterten Schwiegervater auseinandersetzen, der ihm den Unfall seiner Tochter immer wieder vorwirft und ihn dafür verantwortlich macht. Dass seine Schwiegermutter zunehmend dement wird, macht die Angelegenheit nicht einfacher. Letztlich muss er auch entscheiden, ob und wann die lebenserhaltenden Maschinen im Krankenhaus abgestellt werden. Daneben wird er von seinen diversen Cousins damit beauftragt, den Verkauf von 25.000 Morgen unberührtem Land, das sich seit Jahrhunderten in Familienbesitz auf Kaua'i befindet, abzuwickeln. Er wird als alleiniger Treuhänder eingesetzt und muss darüber entscheiden, an wen das Land verkauft wird. Im Laufe der Handlung erfährt Matt außerdem von seiner ältesten Tochter, dass Elizabeth eine Affäre mit einem anderen Mann hatte und scheinbar alle in seinem Umfeld außer ihm davon wussten. Er findet heraus, dass es sich dabei um den Immobilienmakler Brian Speer (Matthew Lillard) handelt, der ebenfalls für die 25.000 Morgen mitgeboten hat. In knapp 110 Minuten Spielzeit erzählt Regisseur Alexander Payne („Sideways“, „About Schmidt“) die leise Geschichte eines Mannes, der plötzlich in eine Situation gerät, in der er seine Vergangenheit überdenken und seine Zukunft neu ordnen muss. Er beleuchtet und analysiert dabei die kleinen Schwächen seines Protagonisten ohne diese dabei jedoch zu bewerten. In „The Descendants“ geht es um den Wert der Familie, die Bedeutung von Wahrheit und Liebe und um die verschiedenen Ausprägungen zwischenmenschlicher Beziehungen. Und all das vor der traumhaften Kulisse Hawaiis. Das Familiendrama konterkariert traurige Momente mit skurrilen, etwa wenn Elizabeths beste Freundin Kai im Krankenhaus auftaucht, um Elizabeth in Sachen Klatsch auf den neusten Stand zu bringen und diese schminkt, weil sie der Meinung ist, dass Elizabeth sicher „tödlich beleidigt“ sei, wenn diese sie nicht etwas schminken würde, weil sie so blass ist. Oder wenn George Clooney in Badelatschen über die Insel zu Kai eilt, um herauszufinden, wer der Liebhaber seiner Frau ist. „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ war in diesem Jahr in den Hauptkategorien Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Darsteller jeweils für den Golden Globe und den Academy Award sowie für diverse andere Filmpreisen nominiert. Nun, da die Tage kälter und dunkler werden, liegt der ein oder andere DVD-Abend auf der Hand. „The Descendants“ ist dafür wärmstens zu empfehlen. Als Extras sind folgende Dinge auf der DVD aufgeführt: - "Am Set mit G. Clooney" - "Filmemachen mit Regisseur Peyne" - "Casting" Sprachen: Deutsch, Englisch Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch u.a.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
zeitlose Action mit Humor, 12. Juni 2012
Handlung: Gerade erst zurück aus dem tiefen Dschungel Perus erhält der amerikanische Archäologieprofessor und Abenteurer Dr. Henry Jones, Jr., besser bekannt als Indiana Jones (Harrison Ford), Mitte der dreißiger Jahre vom amerikanischen Geheimdienst den Auftrag, die als verschollen geltende Bundeslade, "die Truhe, in der die Hebräer die Zehn Gebote herum zu tragen pflegten", umgehend zu finden, da auch die deutschen Nationalsozialisten auf der Suche nach ihr sind. Nach anfänglicher Skepsis übernimmt er den Auftrag. In Nepal findet er das "Kopfstück des Stabes des Re", ein Medaillon mit dessen Hilfe der Aufenthaltsort der Lade lokalisiert werden kann, bei seiner verflossenen Liebe, der trinkfesten und streitsüchtigen Marion. Nach einem kurzen Kampf mit den inzwischen eingetroffenen Nazis können die beiden fliehen. Allerdings erhalten die Nazis ein Negativ einer Seite des Medaillons, in dem sich der deutsche Major beim Versuch, das Medaillon aus dem Feuer zu bergen, daran verbrennt. Jones und Marion reisen nach Kairo, wo die Nazis und ihre Helfer in Tanis bereits nach der Lade graben, allerdings an der falschen Stelle, weil ihnen nur eine einseitige Kopie des Medaillons zur Verfügung steht. Dort stellt Jones auch fest, dass sein französischer Rivale Belloq, mit welchem er bereits in Peru aneinandergeraten war, inzwischen als Ausgrabungsleiter im Dienste der Nazis steht. Mit Hilfe seines Freundes Sallah (John Rhys-Davies) gelingt es Indiana Jones, in den unterirdisch gelegenen "Kartenraum" zu gelangen. Dort gelingt es ihm mit Hilfe des "Kopfstückes des Stabes des Re" ein sich am Boden befindliches Modell der antiken Stadt zu finden, an welcher sich die Lade befindet, die "Quelle der Seelen". Er hebt die Lade, wird aber, kurz bevor er flüchten kann, von den Nazis entdeckt und zusammen mit (der zwischenzeitlich entführten) Marion am Fundort der Lade unter der Erde zurückgelassen. Nachdem sie sich befreit haben, folgen sie den Nazis und geraten dadurch wieder in die ein oder andere brenzlige Situation. Letztlich versuchen die Deutschen und Belloq in Anwesenheit von Indiana Jones und Marion, die Lade auf einer geheimen Insel im Mittelmeer öffnen, was jedoch verhängnisvolle Folgen mit sich bringt... Kritik: Anfang der Achtziger Jahre schufen Regieass Steven Spielberg und Produzent George Lucas ("Star Wars") den zeitlosen und in jeglicher Hinsicht erfolgreichen und unterhaltsamen Klassiker unter den Abenteuerfilmen, der Harrison Ford (mit Peitsche und breitkrempigen Schlapphut) endgültig zum Superstar werden ließ. In weiteren Nebenrollen sind unter anderem Karen Allen als Jones Liebe Marion, welche auch im vierten Teil der Reihe wieder auftritt, John Rhys-Davies, der den meisten als Zwerg Gimli in Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie bekannt sein dürfte, sowie Alfred Molina ("Nicht ohne meine Tochter", "Spiderman II", "Sakrileg") zu sehen. Der Prolog nimmt bereits die ersten zwölf Minuten des ca. 111 minütigen Films ein und dient (wie in den James-Bond-Filmen) hauptsächlich der Vorstellung des starken Protagonisten, der außer seiner Angst vor Schlangen fast keine Schwächen zu besitzen scheint. Immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer und stets auf der Suche nach seltenen Artefakten und Antiquitäten begibt sich Jones immer wieder in haarsträubende Situationen und damit einhergehend in Gefahr. Der romantische Kontrapunkt zur abenteuerlichen Handlung wird mit dem Wiedersehen zwischen Indiana Jones und Marion gesetzt. Der unterhaltsame Film zeichnet sich besonders durch die einprägsame Filmmusik vom inzwischen legendären John Williams, raffinierte Todesfälle am Ende eines jeden Handlungsabschnitts sowie einen hervorragenden Schnitt, gute Spezialeffekte und seinen ganz eigenen Humor aus. 1982 erhielt der heutige Kultfilm zu Recht vier Academy Awards für das Beste Szenenbild, für die Besten visuellen Effekte, für den Besten Schnitt und den Besten Ton sowie einen "Sonderoscar" für die Besten Toneffekte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
langatmige Analyse einer Beziehung, 12. Juni 2012
Handlung: Regisseurin Maren Ade erzählt in ihrem ruhigen Beziehungsdrama die Geschichte von Gitti (Birgit Minichmayr) und Chris (Lars Eidinger). Das Pärchen verbringt einen gemeinsamen Urlaub auf einer Insel im Mittelmeer. Dort treffen sie nach und nach zwei bekannte Pärchen und fangen an, ihre eigene Beziehung mit denen der anderen zu vergleichen. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass beide, obwohl sie sich lieben, unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben. Chris, der eigentlich über Status und Männlichkeit erhaben zu sein scheint, ist zunehmend mit sich selbst unzufrieden und beginnt, sein Leben in Frage zu stellen. Er hat zudem ein schwieriges Verhältnis zu seinem alten Studienkollegen Hans, welchen er mit dessen Freundin im Urlaub zufällig trifft; er wandelt die ganze Handlung über zwischen Ablehnung und Bewunderung für ihn. Gitti, anfangs unkonventionell und extrovertiert, verliert sich im Laufe der subtilen Handlung und wird zunehmend unsicherer und verletzlicher. Sie versucht, sich -entgegen ihrer eigentlichen Einstellung- anzupassen und scheitert daran. Beide erfahren eine Identitätskrise mit sich selbst und mit sich als Paar und versuchen, damit umzugehen. Am Ende bleibt offen, ob sie daran scheitern oder nicht. Kritik: Ade nimmt sich fast zwei Stunden Zeit, um die Geschichte über Beziehungsprobleme eines gleichberechtigten modernen Paares auf subtile, aber intensive Art und Weise zu erzählen. Sie verzichtet dabei auf eine nennenswerte Dramaturgie. Stattdessen analysiert sie die beiden Protagonisten präzise und achtet stets darauf, dass beide Figuren für den Zuschauer im Gleichgewicht bleiben, so dass der Zuschauer nie dazu geneigt ist, für einen der beiden Partei zu ergreifen. Dabei zeigt Ade auf fast schon erschreckende Art und Weise, wie schwierig und komplex es sein kann, eine normale Beziehung zu führen. Der Film gewann auf der Berlinale 2009 den Großen Preis der Jury. Birgit Minichmayr erhielt den Silbernen Bären als beste Darstellerin. "Alle Anderen" wurde außerdem in drei Kategorien für den Deutschen Filmpreis 2010 nominiert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
sehenswerte Doku über den Aufstieg von "1000 Robota", 12. Juni 2012
Sandra Trostels Film war der Eröffnungsfilm der Perspektive Deutsches Kino auf der Berlinale 2011. Die Dokumentation begleitet die junge selbstbewusste Hamburger Punkband "1000 Robota" um Frontmann Anton Spielmann über einen längeren Zeitraum bei ihrem Aufstieg. Konzert- ausschnitte, Fahrten zu Konzerten, der Auszug aus der elterlichen Wohnung, das Ablegen des Abiturs, der erste Ausbildungsvertrag, das erste Unterzeichnen des Plattenvertrages sowie das spätere Überwürfnis mit dem Plattenlabel wegen kreativer Differenzen- die Kamera ist stets dabei, ob im Tour"bus", auf der Bühne, im Hoteldoppelstockbett oder Jugendzimmer, ob im Büro des Plattenlabels oder im Tonstudio. Trostel gelingt es, eine ungewöhnliche Nähe und Vertraulichkeit zu der Band herzustellen, vielleicht auch deshalb, weil sie keine Wertung vornimmt. Die einzigen Kommentare kommen von der Band selbst. Auch wenn man kein Fan von Punkmusik ist, ist diese Dokumentation durchaus sehenswert.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Kult-Gangsterfilm mit viel Humor und bekannten Darstellern, 12. Juni 2012
Ein absolut sehenswerter Film des amerikanischen Regisseurs ist sein offiziell zweiter Film: "Pulp Fiction", der inzwischen Kult-Status genießt und John Travolta einen zweiten Frühling bescherte. Neben Travolta und Samuel L. Jackson setzt Tarantino außerdem Bruce Willis und (wie so oft) Uma Thurman sowie (wie schon in Reservoir Dogs) Harvey Keitel, Tim Roth und Steve Buscemi grandios in Szene und übernimmt selbst ebenfalls wieder eine kleine Nebenrolle. Wie schon in "Reservoir Dogs" wird die Handlung nicht chronologisch erzählt. Es gibt mehrere Episoden, die allesamt miteinander verbunden sind sowie Sprünge zwischen den einzelnen Handlungen, Zeiten und Schauplätzen. Außerdem arbeitet Tarantino wiederholt mit Rückblenden und schwarzem Humor. Die Handlung erstreckt sich auf vier Tage im Leben verschiedener Personen, deren Schicksal sie aber zusammenführt und deren Verhalten Einfluss auf das Leben der anderen hat. Die beiden Auftragskiller Vincent und Jules (Travolta und Jackson) rächen sich im Auftrag ihres Bosses Marsellus Wallace an dessen ehemaligen Geschäftspartnern, die diesen wohl betrogen haben. Dabei sollen sie außerdem einen Koffer abholen, der Wallace gehört. Es kommt zum Massaker, bei dem nur einer der 'Geschäftspartner' überlebt. Die beiden selbst überstehen die Situation völlig unverletzt. Jules sieht darin ein Wunder Gottes und beschließt, seinen Beruf aufzugeben. Sie nehmen den überlebenden Geschäftspartner als Informanten kurzerhand mit und begeben sich auf den Weg zur Bar Wallaces. Versehentlich erschießt Jules den Informanten jedoch auf der Fahrt, mit der Folge, dass der Wagen dadurch stark verunreinigt wird. Jules ruft daraufhin "Mr. Wolf" (Keitel) an, der sich darum kümmert, dass Leiche und Wagen verschwinden. Vincent und Jules fahren danach in ein Restaurant, das, während Vincent auf der Toilette ist, von dem Pärchen Pumpkin (Roth) und Honey Bunny überfallen wird. Pumpkin geht herum und raubt die Gäste aus. Von Jules fordert er den Koffer. Er ist dem Auftragskiller, der dabei ist, seinem Beruf abzuschwören, im Dialog letztlich jedoch unterlegen. Da dieser nach dem Massaker jedoch geläutert ist und aber gerade eine "Entwicklung" durchmacht, überlässt er Pumpkin zwar all sein Geld und ihm das Leben, behält jedoch den Koffer. Jules und Vincent verlassen danach das Restaurant und begeben sich zu Wallace, um den Koffer abzugeben. Wallace beauftragt den gealterten Boxer Butch (Willis) dafür, dass er den nächsten Kampf verliert. Als dieser seinen Gegner jedoch während des Kampfes tötet und danach flieht, beauftragt Wallace Jules und Vincent, ihn zu töten. In der Wohnung von Butch kommt es zu einem Aufeinandertreffen mit tödlichen Folgen. Butch wiederum befreit Wallace, den er im Laufe der Handlung auf seiner Flucht noch einmal persönlich trifft und mit dem es zum persönlichen Kampf kommt, auch aus einer prekären Situation mit der Folge, dass dieser seinen Auftrag noch einmal überdenkt. Vincent erhält ferner den Auftrag, sich um Wallaces Frau Mia (Thurman) zu kümmern. Die beiden verbringen einen Abend in einem 50er Jahre Diner, nehmen an einem Tanzwettbewerb teil (wo eine der berühmtesten Szenen des Filmes entsteht). Später, in Mias Wohnung, wird dieser eine Überdosis Kokain zum Verhängnis, an der Vincent eine Mitschuld trägt. Er fährt mit ihr zu seinem Dealer und kann ihr im letzten Moment das Leben retten. Neben dem faszinierenden Schnitt ist besonders das Drehbuch samt seiner skurrilen Dialoge zwischen einigen Szenen brutaler Gewalt hervorzuheben, die das Ganze grotesk erscheinen lassen. So unterhalten sich Travolta und Jackson auf der Autofahrt zu den Geschäftspartnern Wallaces vor dem späteren Massaker über die profanen Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und Europa: "Weißt Du, was mich fasziniert, sind die kleinen Unterschiede." - "Zum Beispiel?" -"Weißt Du, wie sie einen Quarterpounder mit Käse nennen?" - "Nein, wie nennen sie einen Quarterpounder mit Käse?" - "Nun, die nennen den nicht einen Quarterpounder mit Käse, sondern sie nennen ihn einen "Royal mit Käse". - "Ein Royal mit Käse?" - "Ja man, die haben nämlich das metrische System, die wissen gar nicht, was ein Quarterpounder ist." - "Ist ja verrückt." - "Ja und weißt Du, wie sie einen Big Mac nennen? Die nennen den nicht Big Mac, sie nennen ihn Le Big Macke." - "Und wie nennen die nen Whopper?" - "Keine Ahnung, bei Burger King war ich nicht.2 Der ca. zweieinhalb Stunden dauernde, aber zu keiner Zeit langweilige, Independentfilm wurde für sieben Oscars und sechs Golden Globes nominiert, unter anderem in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch, welche die Tarantino letztlich auch gewann. Neben diversen anderen mehr oder wenigen wichtigen Filmpreisen und Nominierungen gewann der Film außerdem die Goldene Palme von Cannes im Jahr 1994. "Pulp Fiction" zählt wegen seiner damaligen Neuartigkeit hinsichtlich der Erzählstruktur und des Schnitts zu den wegweisendsten und wichtigsten Filmen der neunziger Jahre.
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Traffic - Macht des Kartells
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| DVD ~ Michael Douglas |
| Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt. |
| Preis: EUR 8,49 |
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
spannendes Drogendrama aus mehreren Perspektiven, 12. Juni 2012
In seinem mehrfach preisgekrönten Drama "Traffic- Die Macht des Kartells" aus dem Jahr 2000 erzählt der amerikanische Regisseur Steven Soderbergh in drei parallel verlaufenden Handlungssträngen den Kampf der Regierung, der Polizei und des Militärs in den USA und in Mexiko gegen die Drogen(mafia). Handlung: In Cincinnati möchte ein konservativer amerikanischer Richter (Michael Douglas) als zukünftiger Chef der nationalen Drogenbekämpfungsbehörde die Zusammenarbeit Mexikos mit den USA vorantreiben. Dass seine eigene Tochter ein ernstzunehmendes Drogenproblem hat, begreift er erst, als sie ihre Sucht nicht mehr unter Kontrolle hat und diese sich ernsthaft auf seine Karriere auszuwirken zu droht. In San Diego verhaften zwei Polizisten (u. a. Don Cheadle) den Drogenhändler und Mittelsmann Ruiz. Dieser ist bereit, als Kronzeuge gegen den Drogenmillionär Ayala auszusagen. Daraufhin gelingt es der Polizei, Ayala festzunehmen. Dessen ahnungslose Ehefrau (Catherine Zeta Jones) erfährt schließlich von den Geschäften ihres Mannes und sucht in Mexiko den Kontakt zu dem Drogenboss Obregón (Benjamin Brett), um das Geschäft zur Rettung der Familie und Wahrung des Besitzstandes weiter zu führen. Ferner engagiert sie den Auftragsmörder Flores, um Ruiz zu töten und damit dessen Aussage vor Gericht zu verhindern, doch das Attentat scheitert zunächst. In einem weiteren Erzählstrang beabsichtigt der mexikanische General Salazar in Tijuana die Zerschlagung von Obregóns Kartell. Dafür engagiert er u. a. den mexikanischen Polizeibeamten Rodríguez (Benicio Del Toro). Dieser fasst den Attentäter Flores und liefert ihn an Salazar aus. Nachdem Flores von Salazars Männers gefoltert worden ist, nennt er Salazar eine Reihe wichtiger Drogenlieferanten. Als Rodríguez allerdings bewusst wird, dass der General seine eigenen Ziele verfolgt und nicht so ehrenhaft wie gedacht handelt, beginnt er, für die Regierung zu arbeiten. Kritik: Regisseur Soderbergh verknüpft auf intelligente und Art und Weise in dem ca. zweieinhalb Stunden dauernden Drama die einzelnen Ebenen. Er widmet sich dabei verschiedenen Erzählperspektiven und zeigt die damit verbundenen menschlichen Schicksale. Herausgekommen ist ein spannendes und kurzweiliges Drama der Extraklasse. Wie in vielen seiner Filme (u. a. "Sex, Lügen und Video", "Ocean's Eleven", "The Good German") gelingt es Soderbergh, bekannte Darsteller wie Michael Douglas, dessen Ehefrau im realen Leben Catherine Zeta-Jones, Benicio Del Toro, Dennis Quaid und Don Cheadle gekonnt in Szene zu setzen, ohne dass es der Handlung oder Qualität des Films schadet. Steven Soderbergh und Benicio Del Toro erhielten für "Traffic" im Jahr 2011 zu Recht den Academy Award für die Beste Regie und den Besten Nebendarsteller, ferner gab es den begehrten Preis für den Besten Schnitt und das Beste adaptierte Drehbuch.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
dänischer Thriller der Extraklasse, spannend und böse, 12. Juni 2012
Bei "Nightwatch - Nachtwache" handelt es sich um einen dänischen Thriller der Extraklasse aus dem Jahr 1994 und um einen Geheimtipp des Genres. In ca. ein und einer dreiviertel Stunde wird die Geschichte von Martin und Jens erzählt. Die Freundschaft der Beiden ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass sie sich immer wieder gegenseitig herausfordern und somit die Grenzen des Anderen testen. Handlung: Martin übernimmt einen Job als Nachtwächter in der Pathologie eines Krankenhauses in Kopenhagen, um sein Studium zu finanzieren. In dem Zusammenhang wird ihm bekannt, dass eine Serienmörder in Kopenhagen sein Unwesen treibt, da dessen Opfer in die Pathologie eingeliefert werden. Martin macht dort Bekanntschaft mit dem ermittelnden Inspektor Wörmer, der ihm Details der Morde erzählt. Auch wenn bzw. gerade weil die Personen, die er überwacht, tot sind, muss Martin jeden Abend aufs Neue lernen, seine Ängste in der weiten Stille der Räumlichkeiten überwinden. So verursacht das plötzliche Aufleuchten einer roten Lampe und der ausgelöste Alarm bei ihm große Panik und er fragt sich, ob es tatsächlich nur ein Defekt ist. Bei seinem nächtlichen Rundgang bewaffnet er sich irrationalerweise zum Schutz mit einem Baseballschläger und ruft wiederholt den wachhabenden Arzt des Krankenhauses zu sich, dessen Ankunft allerdings jedes Mal eine Weile dauert. Im Laufe der Handlung lernt er durch eine Mutprobe mit Jens die Prostituierte Joyce kennen, deren Kollegin ebenfalls getötet worden ist und gerät dadurch letztlich selbst in den Verdacht, der gesuchte Serienmörder zu sein, da seine Freundin Kalinka, die von seinem Kontakt zu Joyce erfahren hat, diese in ihrer Wohnung aufsucht und dort ermordet auffindet. Sie entgeht dem Mörder zunächst nur knapp. Martin kommt durch seine Tätigkeit in der Zwischenzeit allerdings ein Verdacht, wer der Mörder sein muss, da dieser vor Jahren selbst den Job des Nachtwächters in der Pathologie ausgeübt hat. Die Lage spitzt sich zu, als am Ende alle Beteiligten nachts in der Pathologie aufeinandertreffen. Der Film überzeugt durch die konsequente Entwicklung seiner Charaktere und deren Verhaltens sowie durch subtile und raffinierte, mitunter bitterböse Momente, die Gänsehaut verursachen, anstelle großer Splattereffekte. Auch ohne bekannte Darsteller erzeugt Regisseur Ole Bornedal mit der passenden Musik an den richtigen Stellen, Totenstille an den richtigen Stellen, dem sekundenlangen Zeigen einer roten Alarmlampe oder dem Wiedererkennen des Pfeifens des Mörders eine beklemmende Atmosphäre und hält die Spannung durchweg aufrecht. Besonders erschreckend sind zwei simple Szenen: In einer Szene sieht Kalinka in der Wohnung von Joyce deren Leiche, spät erkennend, dass sich der Mörder noch in der Wohnung befindet. Kameraführung, Schnitt und Musik werden dabei so bewusst und gekonnt eingesetzt, dass die Spannung für den Zuschauer nicht höher sein könnte. Wird der Mörder auch bemerken, dass jemand die Wohnung betreten hat? Wird Kalinka es rechtzeitig schaffen zu fliehen? Am Ende wird eine der handelnden Personen unfreiwillig vor die grausame Wahl gestellt, sich entweder töten zu lassen oder aber sich den Daumen (der angeketteten Hand) Abzuschneiden, um dem temporär abwesenden Mörder zu entkommen oder zu stellen, da dieser ihm damit gedroht hat, "gleich wieder da zu sein" und ihn dann "totzuschlagen". Kritik. Mit einigen Einlagen gehörig schwarzen Humors sorgt Bornedal allerdings gleichzeitig für Entspannung. 1997 inszenierte Bornedal übrigens mit "Freeze - Alptraum Nachtwache" ein deutlich schwächeres US-Remake seines eigenen Debüts. Trotz namhafter Darsteller wie Ewan McGregor, der dem Hauptdarsteller des Originals verblüffend ähnlich sieht, Nick Nolte, Patricia Arquette und Josh Brolin und einem leicht abgewandelten Ende überzeugt die Neuverfilmung nicht, sie kommt nicht an das Original heran.
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