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Rezensionen verfasst von
corinnasmiles

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Seelen im Eis: Island-Thriller
Seelen im Eis: Island-Thriller
von Yrsa Sigurðardóttir
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Eiseskälte, 27. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Seelen im Eis: Island-Thriller (Taschenbuch)
Isländische Kälte zieht übers Land und bis in die Seelen von Yrsa Sigurdardóttirs Romanfiguren …

Für Odinn Hafsteinsson könnte es durchaus besser laufen: Nach dem Unfalltod seiner Exfrau Lára zieht die gemeinsame Tochter Rún zu ihm und bereitet seinem unbeschwerten Junggesellendasein ein Ende. Rún hat den Tod ihrer Mutter noch nicht überwunden, leidet unter Albträumen und gibt sich verschlossen. Hinzu kommt ein neues Arbeitsprojekt, bei dem Odinn die Geschehnisse in einem Erziehungsheim Mitte der 70er-Jahre untersuchen soll. Allmählich wird klar, dass mysteriöse Ereignisse von damals bis in die Gegenwart reichen und mit dem Tod zweier Heimjungen in Zusammenhang stehen. Mit Nerven zum Zerreißen gespannt versucht Odinn, das Puzzle zu entwirren, und ahnt noch nicht, welche Tragik sich für ihn und seine Tochter offenbaren wird.

Leises Rascheln vor dem Fenster, Knarren von der Autorückbank, Blutgeruch unter dem Bett … Autorin Yrsa Sigurdardóttir weiß, wie man Gruselmomente heraufbeschwört. In „Seelen im Eis“ macht sie hiervon ausgiebig Gebrauch und leider den Fehler, unbedingt unheimlich sein zu wollen. Das wirkt letztendlich zu viel des Guten, aufgesetzt und oberflächlich. Echte Spannung kommt nur stellenweise auf, z. B. in einem völlig überraschenden Ende. Viele offene Fragen und Zweifel an der Logik der Geschichte lassen die Leser mit einem unbefriedigten Gefühl zurück. Sprache und Erzählstil sind dabei einfach und recht anspruchslos, gut geeignet zum schnellen Runterlesen. Löblich allerdings, wie Sigurdardóttir es schafft, Begebenheiten der Vergangenheit rund um das Erziehungsheim und der Gegenwart rund um Odinn und seine Tochter miteinander zu verweben und – von einzelnen, deutlichen Schwächen abgesehen – eine runde Geschichte zu schaffen.

Fazit: Ein Thriller, der seine Leser unbedingt gruseln will und dabei leider einige Dinge übersieht. Netter Zeitvertreib für kalte Tage (und Nächte), mehr nicht.


Was mit Kate geschah
Was mit Kate geschah
von Catherine O'Flynn
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Was von Träumen übrig bleibt, 2. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was mit Kate geschah (Taschenbuch)
Was geschah mit Kate? Wurde sie auf einem ihrer einsamen Streifzüge entführt? Lief sie von zu Hause weg? Taucht sie 20 Jahre nach ihrem Verschwinden als Geist wieder auf? Bekommen die Leser hierauf überhaupt eine Antwort?

1984: Die 10-jährige Kate Meaney ist anders als ihre Altersgenossen. Sie lebt in einer Welt von Observieren, Spurensuchen, Ermitteln und Aufdecken von Verbrechen. Ihre Eltern sind tot; Freunde hat sie nur wenige. In ihrer Freizeit beobachtet die Hobbydetektivin in dem riesigen Einkaufzentrum Green Oaks „verdächtige Subjekte“ – überzeugt davon, dass eines Tages ein großes Verbrechen stattfinden wird, zu dessen Auflösung sie beitragen kann. Doch es kommt anders: Kate kehrt von einer ihrer Green Oaks-Observationen nie mehr zurück.

2003: Kurt, ein Sicherheitsdienstmitarbeiter, und Lisa, Managerin in einem Musikgeschäft, arbeiten in Green Oaks, das im Laufe der Jahre zu einem gewaltigen Konsumtempel angewachsen ist. Ihre Geschichten sind beide lose mit dem Schicksal von Kate Meaney verbunden, aber viel Zeit ist vergangen und beide haben sich längst im Getriebe von Green Oaks verloren, ohne einen Ausweg aus ihrem deprimierenden Leben zu finden. Bis eines Tages Kurt plötzlich das Bild der 10-jährigen Kate auf einem seiner Überwachungsbildschirme entdeckt. Doch bis Kurt und Lisa schließlich zur Aufklärung von Kates Verschwinden beitragen können, müssen sie sich erst ihren eigenen Geistern stellen.

Catherine O'Flynns Roman ist irgendwo zwischen Krimi und moderner Gesellschaftskritik angesiedelt und schafft diesen Spagat nur mühsam. Nach einem ersten, 5 Sterne würdigen Anfang rund um Kates detektivische Aktivtäten, verliert sich das Buch im Anschluss sehr in der an Einzelschicksalen aufgezeigten Menschfeindlichkeit hinter der Fassade der gigantischen Einkaufserlebniswelt. Quälend langsam kommt die Geschichte wieder zum Ansatzpunkt zurück und beantwortet uns endlich die Frage „Was mit Kate geschah“.


Pola: Roman
Pola: Roman
von Daniela Dröscher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ende einer Filmkarriere, 21. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Pola: Roman (Gebundene Ausgabe)
Pola Negri war einer DER Stars der Stummfilm-Ära; Dröschers Roman erzählt von einer Episode im bewegten Leben der Diva, in der ihr Erfolg als Schauspielerin verblasst. Im Mittelpunkt stehen dabei die Dreharbeiten zum Film „Mazurka“ und Polas kurze Beziehung zu dem deutschen Jungschauspieler Hermann Braun.

Mitte der 30er-Jahre verlässt Pola – nicht ganz freiwillig – Hollywood, um in Berlin zu drehen. Hitler ist deutscher Kanzler, die politische Stimmung brenzlig. In ihrem Versuch, ihrer Karriere neuen Schwung zu verleihen, gerät Pola unter den Einfluss des Nazi-Regimes und wird in dessen Sinne instrumentalisiert. Zunehmend von Zweifeln an ihrem Leben als Schauspielerin geplagt, mit den Mächtigen der Filmbranche ringend und auch im Privatleben nach Aufmerksamkeit heischend, schafft es Pola schließlich, einige Brücken hinter sich abzubrechen.

Das Spannende am Buch: die vielen Stars des frühen Hollywoods, die hier Erwähnung finden (Marlene Dietrich, Charlie Chaplin, Rudolph Valentino, Greta Garbo, …) und die zahlreichen Anekdoten, Klatsch- und Tratschgeschichten rund ums faszinierende Filmgeschäft. Wie eine unruhige Kamera fängt Dröscher dabei unterschiedliche Szenen ein, die mit der eigentlichen Handlung nur mehr oder weniger lose verbunden sind, beispielsweise Polas Trennung von Chaplin oder ihr dramatisches Versprechen an Valentino. Das wirkt etwas zusammengestückelt (und leider auch oberflächlich, denn die Geschichten bleiben ohne Tiefgang), während die eigentliche Darstellung von Polas Zeit in Europa nicht so recht in Schwung kommt. Immer neue Informationsfetzen zu Polas Vergangenheit - ihre ärmlichen Kindheit in Polen, ihre früheren Liebhabern, die Erfolgen aus Stummfilmtagen, ... - verwirren eher als dass sie den Lesern den Mensch Pola Negri näher bringen. Kurzum: ein Kaleidoskop an Eindrücken statt einer tiefgehenden Betrachtung.

Stilistisch ist das Buch leider kaum zu ertragen und wirkt bestenfalls unbeholfen – insbesondere die Dialoge, wie z. B. Polas kurzer und donnernder Auftritt vor Eva Braun, der Fremdschäm-Momente auslöst.


Der höfliche Harald
Der höfliche Harald
von Sibylle Lewitscharoff
  Taschenbuch

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Völlig verschenkte Ideenflut, 14. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Der höfliche Harald (Taschenbuch)
„Was will der Künstler uns damit sagen?“ denkt sich manch einer beispielsweise vor einem abstrakten Kunstwerk stehend. Ähnlich erging es mir bei „Der höfliche Harald“ – was will mir Lewitscharoff hier eigentlich erzählen?

Es ist ein modernes Märchen vom kleinen Jungen Harald, der auszog (besser gesagt: der von seiner Mutter von Zuhause hinausgeworfen wurde), um ein Held zu werden und in eine absonderliche Odyssee gerät: Er besteigt einen klapprigen Kahn mit drei Nerv tötenden Mäusen, wird in Papierstücke geschnitten und wieder zusammengeklebt, geht in Lehre des Abecedariums der Grillenkunden, wird mit der Tochter eines Ochsenfroschs zwangsverheiratet und kehrt zurück nach Hause (als Held? …).

Traumartige Sequenzen und die absonderlichen Charaktere aus Mensch- und Tierreich bieten im Grunde gute Ansatzpunkte, jedoch sind die einzelnen Stationen erzähltechnisch nicht ausgereift (irgendwie beschlich mich das Gefühl, die Autorin wusste selbst nie so recht, wie die Geschichte weitergehen soll), Handlungsstränge bleiben offen und Szenen reihen sich eher unmotiviert aneinander. Einen übergeordneten Spannungsbogen gibt es nicht, alles plätschert so dahin. Es wird schnell langweilig.

Lobend sei jedoch die Aufmachung des Buches mit seinen sehr schönen Illustrationen hervorgehoben.


Ich schreib dir sieben Jahre: Roman
Ich schreib dir sieben Jahre: Roman
von Liz Balfour
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schicksalsreigen, 13. Mai 2013
Die Londoner Anwältin Ally kehrt in ihre Heimat Irland zurück, nachdem ihre Mutter Deirdre nach einem Herzanfall ins Koma gefallen ist. Im Cottage ihrer Mutter sucht Ally nach Erklärungen für ihr schwieriges Verhältnis zu Deirdre und auf Antworten zum frühen Tod ihres Vaters – und stößt dabei auf Liebesbriefe, die ein Unbekannter vor Jahrzehnten an ihre Mutter geschrieben hat. Aufgewühlt durch die geheimen Briefe beginnt Ally, sich wieder ihrer Mutter anzunähern und auch ihr eigenes Leben zu hinterfragen.

Eine zerrüttete Mutter-Tochter-Beziehung und Familiengeheimnisse (vergraben unter dem beharrlichen Schweigen der Mutter) bilden den Ausgangspunkt dieser Geschichte. Wäre es doch nur dabei geblieben. So kommen im Laufe der rund 400 Seiten u. a. noch eine dramatische Pferde-Rettung, Ehebruch, Wirtschaftsbetrug, Fehlgeburten und Brandstiftung hinzu. Daneben entsprechen auch die Charaktere eher den Darstellungen, wie man sie in Groschenromanen vermutet: die perfekte Anwältin auf der Suche nach sich selbst, der romantische Liebhaber, der schwülstige Briefe schreibt, die eifersüchtige Nebenbuhlerin... Um den Ganzen doch zumindest noch einen etwas intellektuellen Touch zu geben, wird in den geheimnisvollen Briefen an Deirdre auf den Nordirland-Konflikt angespielt, um so quasi den Eindruck bedeutender zeitgeschichtlicher Dokumente zu erwecken. Mit der Entwicklung der Erzählung hat dies wenig zu tun, aber immerhin gibt es ein kleines Irland-Lexikon im Anhang des Buches.

Fazit: Ein Schicksalsschlag jagt den nächsten, bis sich den Lesern der Kopf dreht. Aber so wird es wenigstens nicht langweilig … und genau dafür gibt es auch die zwei Sterne.


Das Hotel New Hampshire
Das Hotel New Hampshire
von John Irving
  Sondereinband
Preis: EUR 12,90

4.0 von 5 Sternen „Jessas Gott“, 1. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Hotel New Hampshire (Sondereinband)
… was für ein verrücktes Buch! Das exzentrische Leben der Familie Berry in insgesamt drei Hotels New Hampshire ist ein wahres Kuriosen-Kabinett (Zwerge, ein ausgestopfter Labrador, Bären, Orgasmen, die Brücken zum Einstürzen bringen, ein ernster Pornograph) und eine Achterbahn auf den Höhen und Tiefen des Lebens (Träume, Kummer, Liebe zu Bären, Sex mit Bären, „Wachstumsversuche“) in einer Sprache, die einem die Ohren schlackern lässt (als Leser ist man besser immun gegen derbe Flüche). In vielerlei Hinsicht vielleicht etwas zu viel des Guten. Aber so sind sie eben, die Berrys…


Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus (Flugschrift)
Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus (Flugschrift)
von Laurie Penny
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von der Erotik des Kapitals, 10. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zugegeben, dieses Büchlein ist – sprachlich wie inhaltlich – nicht unbedingt leichte Kost. Aber es lohnt sich, den Text konzentriert zu lesen, mitzudenken und ggf. das ein oder andere Fremdwort kurz nachzuschlagen. Laurie Penny geht vom Begriff des „erotischen Kapitals“ aus; sie betrachtet die Rolle (und Unterdrückung) der Frauen aus Klassensicht bzw. innerhalb des kapitalistischen Systems. Dabei steht der weibliche Körper im Blickfeld – in seiner Sexualisierung, im Licht der Schönheitsindustrie –, ebenso wie Transsexualität und die (von Frauen unentgeltlich verrichtete) Hausarbeit als Säule des Kapitalismus. Wer bis zum Schluss (nach sportlichen 123 Seiten) durchhält, gewinnt eine wertvolle (in meinem Fall auch neue) feministische Perspektive, ohne dass dabei altbekannte feministische Themen wie Prostitution, Pornografie, Sexualisierung der Medien, Schönheitswahn, Lohnungleichheit, Diskriminierung von Frauen im Beruf und öffentlichen Leben etc. einfach nur wiedergekaut werden.


Die Speed Queen
Die Speed Queen
von Stewart O'Nan
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Spirale abwärts, 10. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Speed Queen (Taschenbuch)
Diese Story ist im Grunde ein Rohdiamant für jeden Autor:

Marjorie Standiford spricht ihre Lebensgeschichte auf Band. Eine Lebensgeschichte, die nun im Todestrakt eines Gefängnisses in Oklahoma enden soll. Sie hat nur noch wenig Zeit, die 114 Fragen des Mannes zu beantworten, der sich die Rechte an ihrem Bericht gesichert hat und diesen zu einem Buch verarbeiten will. Dieser Mann ist der „King of Horror“ - Stephen King. Margie beschreibt ihre unauffällige Kindheit, bis ihr Vater früh stirbt. Sie beginnt, zu trinken, bricht ihr Studium ab, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Als sie Lamont kennen und lieben lernt und beginnt, Drogen zu konsumieren, nimmt ihr Leben zunehmend Fahrt auf und gerät schließlich durch ihre Beteiligung an mehreren Morden vollends aus der Bahn.

Aus dem Rohdiamant macht Stewart O' Nan erschreckend wenig: Statt bei der im Grunde spannenden Story zu bleiben, langweilt er mit Beschreibungen von Auto-Modellen und Drive-Ins (wen's interessiert …). Die Erzählweise ist unzusammenhängend und letztlich anstrengend. Das ergibt sich zum einen durch die Frage-Antwort-Struktur des Buches (wobei die Fragen selbst nicht auftauchen), geschieht zum anderen aber maßgeblich dadurch, dass die Ich-Erzählerin immer wieder abschweift. Das Buch berührt nicht, der Text lässt sich völlig emotionslos runterlesen. Dazu kommt, dass die Abwärtsspirale der Hauptfigur nicht unbedingt nachvollziehbar ist. Zu viel Energie wird hier auf Nebensächlichkeiten verwendet (verschwendet), statt die – durchaus interessanten – Figuren erzählerisch zu entwickeln.

Fazit: Weniger wäre mehr gewesen, nämlich Marjories Geschichte ganz prunklos von Anfang bis Ende darzustellen. Eine schlichte Erzählweise wäre verzeihlich gewesen; Story und Charaktere sind in ihren Ansätzen stark genug.


Voyeur
Voyeur
von Simon Beckett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Ein voyeuristischer Blick durchs Schlüsselloch, den man sich sparen kann, 6. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Voyeur (Taschenbuch)
Ein früher, ziemlich überzogener Simon Beckett, der von seiner späteren David Hunter-Reihe (u. a. „Die Chemie des Todes“) weit entfernt ist.

Donald Ramsey betreibt eine Galerie in London und hat sein Leben der Kunst verschrieben. Selbst seine sexuellen Begehren lebt er in seiner privaten, delikaten Sammlung erotischer Kunststücke aus, bei deren Betrachtung er sich in die Rolle des Voyeurs begibt. Als er seine neue junge Assistentin Anna eines Abends zufällig und unbemerkt dabei beobachtet, wie sie sich im Büroraum der Galerie umzieht, erwacht seine Leidenschaft zum ersten Mal für eine Frau aus Fleisch und Blut. Doch Anna ist glücklich in ihrer Beziehung mit dem etwas spröden Studenten Marty und will sogar mit ihm in die USA auswandern. In seinem Wahn, Anna besitzen zu wollen – auch als Objekt seiner voyeuristischen Begierden – spinnt Donald eine Intrige, die zunächst Anna und Marty als Paar auseinander bringen soll, dann aber in ein Spiel aus Obsession, Mord, Lüge und Sex mündet.

Klingt etwas reißerisch? Ist es auch! Wer anspruchsvolle Thriller-Unterhaltung sucht, wird innerlich die Augen verdrehen ob der dünnen und uninspirierten Story; wen Sex & Crime anspricht, wird zumindest kurzweilige Spannung und Unterhaltung finden. Ich selbst hatte mir das Buch für sieben Stunden schlaflosen Flug aus den USA gekauft. So gesehen: Zweck erfüllt.


Der Beobachter
Der Beobachter
von Charlotte Link
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Voyeurismus, Psychoterror, Mord … und dennoch ziemlich lahm, 30. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Beobachter (Taschenbuch)
Der klassische Versager, die frustrierte Ehefrau und Mutter, der undurchsichtige Playboy … wer schon einige Titel von Charlotte Link gelesen hat, dem kommt das Figuren-Repertoire aus „Der Beobachter“ vage bekannt vor. Dabei bleiben die Charaktere schemen- und klischeehaft und auch die Story plätschert – trotz einiger spannender Szenen – eher dröge dahin.

Der Einzelgänger Samson beobachtet heimlich fremde Frauen – insbesondere die schöne Gillian Ward hat es ihm angetan, deren kleine Familie er für perfekt hält und an deren Leben er in seinen Fantasien teilhaben will. Aber die glückliche Fassade der Familie Ward bröckelt, als Gillian eine Affaire beginnt – wie Samson mit Erschrecken feststellen muss. Parallel werden zwei ältere, allein stehende Frauen erst bedroht, dann grausam ermordet. Als Gillians Ehemann Thomas erschossen aufgefunden wird und ein Zusammenhang zu den Ermordungen der beiden Frauen hergestellt werden kann, gerät Samson unter Verdacht. Doch er ist bei weitem nicht die einzige fragliche Figur in einer zunehmend verzweigten Geschichte.

Überraschende Wendungen glücken Charlotte Link hier nur bedingt, die Art und Weise, wie letztendlich das Geheimnis des Täters gelöst wird, ist mehr als abgedroschen und die Geschichte zunehmend an den Haaren herbeigezogen.

Fazit: Was zu Beginn noch recht viel versprechend anläuft, bleibt bis auf einige Spannungsmomente völlig blass. Schnell runter zu lesen ohne große geistige Anstrengung, leider auch ohne großes Vergnügen.


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