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Rezensionen verfasst von
Janunso (Franken)

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Assassin's Creed 4: Black Flag - Bonus Edition - [PlayStation 4]
Assassin's Creed 4: Black Flag - Bonus Edition - [PlayStation 4]
Wird angeboten von Game-Point-Baetz e.K.
Preis: EUR 45,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragend! Was für ein Abenteuer!, 6. Juli 2014
Mehr als ich erwartet hatte ist geschene. Viel mehr sogar und durchweg im positiven Sinn. Was da abgefeiert wird ist größer und stärker als jeder vorhergehende Teil: Ganz und gar kein versponnener Seemannsgarn. Vorwegschießen möchte ich, dass ich besonders begeistert vom ersten Teil war, wohlgemerkt als dieser erschienen ist, denn heute kann ich das nicht mehr als zeitgemäße Erfahrung verorten. Auch die Bruderschaft (Brotherhood), die meines Erachtens den zweiten Teil recht locker in die Tasche gesteckt hatte, brachte mir große Faszination und beschäftigte mich wirklich lange Zeit. Revelation war der erste Bruch und mir persönlich nur noch aufbebrühte, heiße Luft. Teil drei gefiehl mir außerdem aufgrund des Settings - ein Wald, der nicht wirklich als Assassine! genutzt werden konnte, allerdings das ganze Spiel hindurch dominant war - und des Protagonisten umfassend nicht und ich glaubte die Reihe schon an die Fließbänder verloren.

Die Piratenthematik um das Thema Freiheit sprang mich trotz der Erfahrungen an und ich war mutig. Mutig und lustig also legte ich los und war überwältigt von dieser präzisen, flüssigen Darstellung. Meine Güte, also wenn das nicht Next-Gen ist, dann weiß ichs nicht. Kann mir zudem kaum vorstellen, dass man das Thema der Karibik besser, imposanter umsetzen könnte. Jedes Detail ist erwähnenswert, jede Textur, die Bewegungen der Pflanzen, die Spiegelungen, die Wetterwechsel, das kühle und warme Nass des Meeres: Überragend! Die Steuerung ist außerdem feinjustiert worden, was so viel bedeutet, dass man leicht flexibler ohne Fingerknäuel wie in den ersten Teilen unterwegs ist - Überbelegung am Pad ist von Gestern und das wussten die Künstler scheinbar. Denn Kunst ist das hier allemal. Die Gischt auf hoher See, ich hätte nie gedacht, dass mich das in einem Spiel mal so derart faszinieren kann. Und alles läuft superflüssig über den Bildschirm, einfach eine Pracht.

Die Raubzüge auf Land sind durch die Meeresthematik noch frischer, noch abwechslungsreicher (Mayatempel, kleine Inseln und größere, die darauf warten entdeckt zu werden, die Meerestiefen können erkundet werden ...), gehen noch lockerer von der Hand. Meer und Nahkampf schließt sich beim Erbeuten fremder Fracht nicht aus: eine Symphonie.

Die Musik ist ebenfalls wundervoll, einfach herrlich, teils englische Folklore, piratische Liedereien sind ebenso mit von der Partie und machen das Erleben echt. Und wahrlich, denn der Protagonist ist endlich mal wieder der Rede wert. Ein Pirat, aber ein freier, mit träumerischem Kopf, eigentlich etwas versponnenem Hintergrund, aber aufrichtigem Herzen. Dagegen stinkt meines Erachtens auch Ezio ab, einfach weil der Held nicht typisch ist, insbesondere nicht im Assassins Creed-Universum, denn er steht gewitzt und mit Charme zwischen den Fronten ... mehr verrate ich nicht. Die Animusthematik ist allerdings eine Variation, denn Desmond ist nicht mehr - wie zu erwarten. Interessant ist allerdings, dass hier die "Entwicklerthematik" aufgerollt wird auch höchst amüsante Weise. Auch vor dem Hintergrund macht die Szenerie einen etwas lockeren, befreiteren Eindruck. Mir gefällt das sehr. Wendungen inbegriffen.

Habe ich etwas vergessen, bestimmt, andere Rezensionen mögen mir den Mangel ausgleichen, viel wichtiger ist aber, dass ich euch folgendes ans Herz lege: wenn ihr die salzige Luft hoher See lange schon nicht mehr geschnuppert habt und euch auf euren persönlichen Abenteuerurlaub in der Südsee vorbereiten wollt, euch dahin sehnt, dann spricht alles dafür, den Sprung in diese Geschichte zu wagen. Es macht Lust auf Freiheit und bewegt das Leben in Richtung Meer und Unkonventionalität. Und jeder, der schon nicht mehr dran geglaubt hat: Dieses Assassins Creed IST grandios. Vielleicht der einzig wahre Teil der Reihe, bevor die große Revolution in Frankreich beginnt!


Tao Te King - Das heilige Buch vom Tao
Tao Te King - Das heilige Buch vom Tao
von Laotse
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Daodedsching ohne den Bergquell?, 6. April 2014
Ich bin mir sicher, dass das Buch vielen aufgrund der Einfachheit sehr zusagen wird. Das Problem ist für mich, dass die völlige Klärung der Ungereimtheiten des ursprünglichen Quells (der Textquelle also, dem/den Urverfasser/n) aus einer sprudelnden Quelle eine trockene Einöde werden lässt. Die Vereinfachung ist das Problem, denn diese löst hier die Ungereimtheit als wilde Seite des Lebens, die das Dao selbst ist, einfach fort.

Das Buch ist nicht klar wie Wasser, es ist für mich persönlich nur darum still, weil kein Leben mehr darin ist. Den Verstand macht es satt, aber es ernährt nicht, die Seele macht es rückzugig und das Dao fließt nicht darin.
Ich beschäftige mich sehr mit dem Fluss der Worte, dem ureigenen Sinn des Klangs als Schale für das Dao und ich finde, dass es für die urgründige Paradoxie nach Laotse umfangreichere Schalen gibt, die die wilde Natur des Lebens mehr in sich begrüßen.

So zum Beispiel die Ausgabe vom Diogenes-Verlag und auch die Reclam-Ausgabe fand ich als Vergleichsexemplare tiefer angelegt. Als Nicht-Sinologe habe ich durch die Recherche herausfinden müssen, WIE VIELE Übersetzungsversuche es schon gegeben hat. Das scheint mir Zeugnis von der Suche des Menschen im Dao zu sein. Die Übersetzung selbst spricht scheinbar mit den Worten der Seele des Suchenden und der Leser wird schließlich vor allem bereichert, wenn die Worte offen sind für den Sinn, der darin wohnen möchte und wenn sie den Menschen lieben, dem sie sich zuwenden. Verborgener Sinn ist ein Elexir.

Das Leben des Übersetzers wird zur Schale für das Dao. Und wir dürfen den Tee, der daraus entspringt, trinken. Womöglich ist es also so, dass ich einfach mit der Person des Übersetzers, wie edelmütig er sich auch selbst anschauen mag, nichts anfangen kann.
Ist es also nur die Sache des Geschmacks?

Ich wünsche Ihnen auf Ihrer Suche in der Welt Freude und Freude also auch hier.


Castlevania: Lords of Shadow 2 - [PlayStation 3]
Castlevania: Lords of Shadow 2 - [PlayStation 3]
Wird angeboten von Up2Games
Preis: EUR 19,99

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melancholisches Gemälde eines alten Vampirs, 2. März 2014
Ganz entgegen vieler Zeitschriftenmeinungen habe ich mir Lords of Shadow 2 gekauft und bin sehr angetan. Ich sage gezielt "angetan", weil ich bewundernswert und mutig finde, dass das Spiel nicht versucht, over-the-top zu sein, es ist also nicht bombastisch. Der erste Teil war, alleine schon durch die Hybris des Helden, immer einer aufregenden Reise in den Wahnsinn verpflichtet, ins Verderben einer tragischen Liebe - stetig wechselnde Settings, vollkommen bewusste Führung der Geschichte, klare Struktur der Erzählweise.

"Story ... schön gemacht!"
LoS2 kennt seine Vorgeschichte, heißt, dass sich das Spiel völlig im klaren darüber ist, welche Geschichte es weiter-erzählt. Darum werden hier nicht allzu viele Worte über den sukzessiven Aufbau der Handlung verloren. Viele Dinge verstehen sich - auch in der Figurenlogik - einfach von selbst, wenn man intensiv der Geschichte des Vorgängers gelauscht hat. Für Neulinge könnte es an der Stelle problematisch werden. Man sollte den ersten Teil also schon gespielt haben (auch heute noch eines der wenigen Meisterleistungen der letzten Jahre im Genre der Action-Adventures). Ich teile also überhaupt nicht die Meinung, dass das Spiel nicht weiß wohin es will. Es erzählt nur sehr still, mit sehr wenigen Nuancen und Worten. Teilweise auch ein wenig chaotisch, denn es setzt keine Maßstäbe wie man was zu interpretieren hat. Gut, sage ich. In dem Rahmen, in dem es operiert, nimmt es sich nicht zu viel vor, nur selten keilt es aus und verliert kurz den Faden, den man sich dann aber in 95% aller Fälle selbst wiedererschließen kann.

Obwohl einige sehr blutige Stellen im Spiel enthalten sind, ist der einstmalige Gabriel deshalb nicht für das verachtenswert was er ist, aber sehr wohl hat er der Menschheit abgeschworen und befindet sich im Zustand eines sehr alten Vampirs, der die Welt und seine Erinnerung in einer nahezu wahnsinnigen Vermischung antrifft (daher auch der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit: Wird ja auch immer mal wieder bemängelt). Das was er dabei tut, liegt außerhalb moralischer Anschauungen, ist aber nicht weniger leidvoll für ihn.
Ihm erscheinen Gesichter aus längst vergangenen Tagen, die Darcul in seiner ursprünglichen Form so sehr geliebt hat und die er nie wieder lieben können wird. Die Tragik steht dem Protagonisten zu Gesicht geschrieben, auch sein Zorn. Trotz alledem ist er nicht gleichgültig gegenüber dem was geschieht, auch wenn der Grund für seine Reise darin besteht, vor allem für sich selbst Ruhe zu finden. Die Geschichte spielt also nach seiner Rache an der Menschheit, tausend Jahre nach seinem letzten Untergang. Gewisserweise - sofern so etwas möglich ist - spielt man mit einer zunächst gebrochenen, ruhigeren Gestalt des Dracul.

Man hätte die Geschichte natürlich auch da ansetzen können, wo er seine wahnsinnige Wut hatte und Rache für die Verheimlichung und den Tod seines Sohnes übte. Dann allerdings hätte das Spiel mit den ruhigen Konventionen des Vorgängers vollkommen gebrochen und ich bin froh, dass Mercury Steam uns keinen Kratos geliefert haben, sondern sich da selbst treu geblieben sind.

"Settings ...sehr gut bis zur Gänsehaut."
Auch hier scheiden sich die Geister, dabei ist das moderne Setting jetzt weder abwegig noch schlecht umgesetzt. Die Schleicheinlagen sind (bis auf eine Ausnahme) auch nicht so anspruchsvoll, aber durchaus spaßig. Sie lockern das Geschehen auf. Ich verstehe die Gemüter, die jedem auf die Birne hauen können möchten, auch den in den Schleicheinlagen unbezwingbaren Wächtern. Aber Dracul ist nicht bei vollen Kräften und übt sich in Geduld ... Das wird auch konkret thematisiert und ist meines Erachtens ganz passend. Seltsam finde ich nur, dass man hier scheinbar (?) Metal Gear-Niveau erwartet hat; dann allerdings wäre der Fokus des Spiels wirklich gestört worden (und Die Schleicheinlagen bei Batman waren auch nicht wirklich anspruchsvoller obwohl das ein wesentliches Element des Spiels war). Ob es die Passagen an sich wirklich gebraucht hat, weiß ich nicht wirklich. Ich weiß nur, dass ich es innerhalb des Spielgeschehens nie total unpassend fand (bis auf eine Ausnahme). Die Ecke ist mir an dem Spiel sogar recht sympathisch.

"Grafik und Gameplay... sehr nett bis Gänsehautstimmung."
Mit meinem 32" habe ich weder Artefakte noch Unschärfe bemerkt beim Rundumblick. Im Gegenteil ist es ein Augenschmaus alles mit freier Kamera erkunden zu können. Auch die Kämpfe haben nie darunter gelitten. Die Areale sind immer so aufgebaut, dass man sich immer schnell und gut orientieren konnte (da helfen auch die Finisher, während denen man die Kamera neu justieren kann). Für einigermaßen geübte Spieler also kein Grund zur Beanstandung. Die Animationen und Kämpfe fühlen sich fantastisch an und sehen hervorragend aus. Die "Leere-Klinge" und die "Feuerhandschuhe" sind geniale Gameplayelemente, mit denen man taktisch umgehen muss. Das spielt sich toll und fühlt sich etwas ruhiger an als bei einem Bayonetta oder DMC.

"Musik und Sound... wow!"
Einfach schöne Klänge erfüllen die Räume, Klänge zum Schwelgen, zum Erkunden, zum Nachdenken über die Zusammenhänge, zum Mitfühlen. Ich meine, dass der Komponist vom ersten Teil wieder die Führung hatte und wieder eine Meisterleistung vollbracht hat. Wenige verstehen es, derartige Klänge zu zaubern, die Spannung und Erkundung so einfühlsam vermitteln und gleichzeitig völlig mitreißen können.

"Fazit...es ist Darcul!"
Wer den ersten Teil geliebt hat und seinen Blick nicht im Schraubstock gefangen hält, wird hier fündig werden und genießen können. Es ist ein blutiger Spaß mit dem ehemaligen Gabriel durch die schummrigen Korridore zu ziehen oder in einer modernen Welt für den Untergang Satans zu sorgen. Die Schleichpassagen sind nicht die Krone der Schöpfung, aber auch nicht wirklich stark gewichtet worden, sondern nur ein Auflockerungsbeiwerk. Die Erkundung selbst, das Klettern zudem, erfolgt übersichtlich und ist von der Dynamik her aus dem alten Teil oder den Uncharted-Spielen wahrscheinlich bekannt, jedenfalls eingängig. Alte Levels können wieder besucht werden, falls man da noch einmal stöbern möchte (für mich war das weniger interessant). Man sollte hierbei kein Metroidfeeling erwarten, aber das will das Spiel auch gar nicht, sondern hier hat man den Fokus klar auf die atmosphärischen Settings und vor allem die Tragik des Protagonisten gelegt, der Leben und Mensch augenscheinlich verachtet, in dem aber, ohne dass er es weiß, tief verborgen etwas Altes schlummert. Dabei wird eine interessante Geschichte über die Wiedererlangung alter Kräfte und das Wiedersehen mit alten Bekannten gesponnen, die nicht ohne Vorkenntnisse zur vollen Zufriedenheit verdaulich sein dürfte.
Nicht zuletzt ist die Kampfmechanik wieder erste Sahne und gehört zu meinen Lieblingen im Genre, alles garniert mit einer sehr schönen, sehr flüssigen Grafik, die einlädt, diesen Trip zu genießen und auf sich wirken zu lassen.
Jedem Fan des Genres empfehle ich: Lasst euch von den Fachzeitschriften nicht irritieren, denn es kommt auf die Gesamtkomposition an. Was dieses Spiel sein wollte hat es erreicht. Ein wunderschönes, eher ruhiges Gemälde ist dabei entstanden, was es hätte sein sollen nach Meinung einiger Kritiker, (God of War + Metal Gear Solid + LoS1) nicht.

Viel Spaß beim Zocken.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 30, 2014 4:10 PM MEST


Der Hobbit: Smaugs Einöde [Blu-ray]
Der Hobbit: Smaugs Einöde [Blu-ray]
DVD ~ Billy Connolly
Preis: EUR 7,97

26 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Volkommen überflüssig., 12. Januar 2014
Die Buchvorlage, die man ja leider nicht als Vergleichsmuster nehmen sollte, war mir lieb und unglaublich wertvoll.
Dass da allerdings so ein katatrophaler Film entstehen kann, der wahrscheinlich einzig und alleine P. Jacksons Interesse dient sich an neuen Technologien auszuprobieren, ist bemerkenswert. Und es fühlt sich für mich keineswegs gut an. Nicht mal akzeptabel.

Smaugs Einöde verdient den ersten Stern alleine durch Smaug, der wirklich imposant samt Stimme gezeichnet wird.
Den zweiten Stern gibt es für die schauspielerische Leistung, die bis auf Bilbo zwar nicht bemerkenswert ist (die Masken der Zwerge helfen natürlicherweise darüber hinweg), aber dennoch gut. In Betracht gezogen muss für die Wertung meines Erachtens das Gesamtwerk und das besteht leider nicht aus dem Potential der Schauspieler, sondern hier, in "Der Hobbit", aus der Art wie die Geschichte erzählt wird: ... leider erscheint sie überhaupt nicht pointiert und wünscht wohl weder Hopfen noch Malz zu sein, sondern eine Orgie von Bildern, die sich an ihrer Schnelligkeit aufhellen wollen. Das ständige Stolpern und Fallen war für mich und meine Leute, die sich eigentlich auf Smaug gefreut hatten, völlig banal und dürftig.

Der Zauber, den die Welt von Herr der Ringe eigentlich bieten will, ist hier völlig unterfordert, bzw.: hat sich gänzlich verabschiedet.

Die neue Aufnahmetechnik wirkt auf mich als würde ich eine billige, spanische Soap anschauen, nämlich nimmt es dem Film die Verklärung des Mediums Film und wirkt dabei noch weniger realistisch als je zuvor. Mir ist sogar aufgefallen, dass die Mundbewegungen teilweise "asynchron" schnell zum eigentlichen Text abliefen. Die Szenen laufen zu schnell ab. Das war nicht nur mein Eindruck, muss natürlich aber jeder für sich selbst entscheiden wie er das findet ...

Inter-szenisch im Metakontext (also zwischen Kopfabschlagen, Wasserrutsche und Herunterfallen) ergibt sich, wie gesagt, weder hinsichtlich der Spannung, noch der eigentlichen Geschichte, irgendetwas Erkennbares. Es rutscht alles den Abhang der Schnelligkeit zum Opfer und hinab. Wir erleben hier eine Achterbahnfahrt, also einen Film, der uns gerne zeigen möchte, wie die 3D-Technik funktioniert. Was das mit Atmosphäre, Geschichtenerzählung, Emotionalität zu tun hat wissen wir: Alles dient dieser Wasserbahn, die eigentlich nur dahinplätschert; der Zuschauer allerdings, der im Wackelboot seiner Brille auf- und abgeht, meint, es sei ein Effekt.

Hier handelt P. J. meines Erachtens rückschrittig und verdrängt den eigentlichen erzählenden Fokus des Mediums völlig(!) zugunsten des "Zeigens". So finde ich das ziemlich eindeutig.
Es scheint aber viele Menschen zu geben, die das ganz nett, unterhaltsam, oder eben nur seicht und "so naja" finden.
Ich finde den Film völlig absurd und fehlplatziert. Sehr schade um das Potential.
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 17, 2014 6:28 PM CET


Rayman Legends - [Nintendo Wii U]
Rayman Legends - [Nintendo Wii U]
Preis: EUR 23,80

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein Spiel!, 27. September 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Der Vorgänger konnte schon mit seinem liebevollen und abgedrehten Design voll und ganz überzeugen, was hier allerdings auf der WiiU geschieht, scheint aller Grenzen enthoben zu sein und steht bei mir im Olymp der Hüpf- und Abenteuerspiele ganz oben - mehr noch, es tritt in die lange Zeit unberührten Fußstapfen des damals erschienen, Weltruhm erlangten Mario 64. Mit anderen Worten ist das Spiel so umwerfend, fasziniert mich so sehr und nimmt mich mit auf die Reise wie es Mario einst tat.
Meines Erachtens ist das eine Kunst, die in Videospielen für mich immer vordergründig ist. Eine Geschichte, die erlebbar in Bildern wird, die man selbst mitgestaltet. Nur das Leben kann es schöner.

Aber weiter: Es hat mich nicht nur grafisch voll und ganz mitgerissen, sondern diese Symphonie des Musikalischen hat mich wachgerüttelt. Zumal das Gameplay in den Flüssen, Tälern, im Rhythmus und in der Lust der Musik voll und ganz aufgeht. Das hatte mir schon ansatzweise bei Donkey Kong Returs so gut gefallen, aber nur ansatzweise. Denn hier wird man wirklich in die Ekstase des Sounds, der perfekten Steuerung, all der überragenden Gameplayeinfälle gezogen und wird sich nicht grämen, jede nur erdenkliche Herausforderung anzunehmen.

Die Murphy-Level sind - anders als mit den Nachbarskonsolen - formidable spielbar und gehören für mich jetzt schon mit in das Ranking: Absoluter Kult! Die Multiplayervarianten, in denen man gegen Geister anderer Spieler und deren Zeiten antreten darf sind dermaßen motivierend, dass man auch hier nicht so schnell die Finger ruhen lässt.

Also, mit anderen Worten: Man sollte das Spiel zumindest einmal gespielt haben (ich wollte es nach einem Probeleauf im Laden sofort mitnehmen), egal welchem Genre man angehört. Hier dürfte tatsächlich jedem das Herz, die Lust und die Fantasie aufgehen und genau dafür ist es gemacht, das erkennt man in jeder kleinsten Faser. Dem Spieler zu Liebe! Und wie selten kommt das vor. Viel Freude mit dem Spielen.


Diablo III - [Xbox 360]
Diablo III - [Xbox 360]
Preis: EUR 24,49

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Because there is only one way out of hell ..., 11. September 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Diablo III - [Xbox 360] (Videospiel)
Wahnsinn, also das hätte ich nicht gedacht. DAS Spiel habe ich vormals auf dem PC gespielt? Ich kann das kaum glauben, erscheint das Exemplar was auf meiner Xbox eingetrudelt ist doch eher wie ein besseres Diablo 2, ganz anders als meine Erfahrungen mit dem PC-Spiel, das in meiner Lieblings-Hacker-Liste recht weit hinter Torchlight 2 lag (das nun doch seinerseits auf die Sitzplätze verbannt wurde).
Was den Spielflow, die Steuerung und das Itemsystem anbelangt, haben meine Vorredner schon deutlich gemacht wie genial das Spiel auf der Konsole ist. Einfach wahnsinnig gut. Auch grafisch hat das Teil einiges auf dem Kasten, es läuft extrem flüssig (auch bei unglaublich großen Horden), bietet grandiose Effekte und all das wird bombastisch durch den Sound unterstützt, der brachial pumpt und kracht (Der Barbar haut eben recht derb drauf). Spielt sich das gut! Wie grandios es ist mal mit angehaltener Bremse durch die Dungeons zu laufen. Da merkt man erst mal, wie atmosphärisch das ganze Spiel eigentlich ist. Mein Barbar rennt nicht gleich, wenn ich in eine Richtung lenke, sondern variiert seine Bewegung wohl dosiert vom offen Gehen bis zum toll animierten Spurt und das macht meines Erachtens als eines der wenigen Elemente ein ganz neues, viel direkteres Spielgefühl aus. Auch der Fernkampf macht immens viel Spaß und fühlt sich absolut intuitiv an. Auch hier ziehe ich die Konsolenfassung der PC-Version deutlich vor, aber das ist wohl Geschmackssache.

Der Schatz ist gehoben meine Damen und Herren, der Schatz ist gehoben und man kann sich freuen. DAS ist das eigentliche Diablo 3, also das Spiel, das an sich und ganz ohne Nebenbauten und Baustellen wie von selbst funktioniert. Ganz ehrlich: Es steckt wirklich Diablo in diesem Diablo 3 drin und das hätte ich letztes Jahr nicht für möglich gehalten. Obwohl es einige gar nicht glauben mögen - und auch ich war Anfangs wirklich skeptisch - macht der Wegfall des Auktionshauses das eigentliche Spiel frei und offensgestanden enzieht sich dieser Punkt auch der Frage nach dem Geschmack, vielleicht eher nach dem Spiel-Sub-Genre. "Das ist doch kein Diablo, spielt sich eher wie ein simplifiziertes WoW", sagte einer meiner Bekannten Anfang des Jahres, als man noch gemeinsam ein paar Runden auf dem PC zockte. Ich gebe ihm da recht.

Die meisten PC-Spieler die ich kenne haben sich die Mängel in mindestens 80stündigem Geklicke weggedacht (ich zähle dazu, worauf ich nicht unbedingt stolz bin) und nichtsdestotrotz war das Ganze mehr schlecht als recht. Das Spielen war dabei trotz der runden Spielmechanik immer mit einer ermüdender Nebenerscheinung im Bunde, denn wirklich befriedigend war kein Anlauf.

Jetzt bin ich nahezu mit zwei Chars (Barb und Demonhunter) auf gleicher Stufe (26, und 30) und im Albtraum-Modus angelangt. Es lässt sich nach abschließender Untersuchung ganz einfach sagen, dass da wieder dieses besondere alte Blizzardfeeling beim Spielen mitschwingt (dann auch noch im Koop-Modus spielbar: Ein Traum!). Das Itemdropsystem würde ich jetzt mittlerweile sogar als recht intelligent bezeichnen. Es fallen die Gegenstände, die für den eigenen Typen überhaupt relevant sind.

Zum Vergleich: Ich habe mit den beiden Konsolencharakteren 8 sinnvolle Uniques gefunden.
Mit meinem Paragon Lvl 13 Barb auf dem PC habe ich trotz Patch und passender Ausrüstung nur 1 (völlig unsinniges) Unique gefunden und keinen grünen Gegenstand, never ever. Die Itemlandschaft schuf für mich eigentlich immer den Trieb, das Spiel fortzuführen, aber wirklich befriedigt in dem Punkt hat mich nur die Konsolenfassung. Vor allem ist der Schwierigkeitsgrad im Schwierigkeitsgrad erwähnenswert: Beim ersten Spielen kann man sich zwischen Einfach, Normal und Schwer entscheiden (weitere können freigeschaltet werden). Und den "normalen" Schwierigkeitsgrad der PC-Version auf "schwer" zu spielen ist verdammt hart und macht wirklich Laune (habe das Gefühl, dass es dann mehr Gegner sind gegen die man kämpft und bessere Gegenstände fallen). Wenn es zu schwer sein sollte, einfach die Quest neu beginnen und neu konfigurieren, geht schnell und einfach!

Die Warnung spreche ich aber dennoch aus: Man braucht Zeit für das Spiel und es fordert diese auch ein. Vergesst also nicht, was wirklich wichtig ist :-)

Nachtrag: Mittlerweile bin ich mit meinem Barbaren in den Paragonstufen angelangt und habe viele, sehr viele Uniques gefunden, ohne die ich in jedem Fall aber aufgeschmissen gewesen wäre. Die Spielbalance ist perfekt, wenn man die wesentlichen Strategien zum Sammeln (also bspw. die Erhöhung der Chance auf magische Gegenstände) beim Spielverlauf mitbedenkt. Der Spielfluss ist nach wie vor der absolute Hammer, auch wenn ich nur am Wochenende zum Spielen komme, bleibt die Konsolensteuerung einfach traumhaft eingängig nach 2 Sek.
Erwähnenswert ist auch, dass die Story für einen Spieltypus diesen Genres in jedem Fall interessant ist in ihrer Gesamtkomposition, ich erlebe das ganze mittlerweile mehr auf einer Metaebene, einen sukkzessiven Abgang in die Hölle mit der krönenden Erlösung im Himmel, was zweifelsohne zu einer interessanten, bipolaren Komposition zählt. Handwerklich auch im Hinblick auf die Spielbarkeit über unzählige Male des Durchspielen eine Leistung, denn nervig wird es trotz erzählerischer Komplexität (im Vergleich zu Teil 2 und Torchlight) überhaupt nicht.

Auf das Addon freue ich mich in jedem Fall total :-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 25, 2013 9:04 PM MEST


Castlevania: Lords of Shadow - Mirror of Fate
Castlevania: Lords of Shadow - Mirror of Fate
Wird angeboten von Tip Toys Express
Preis: EUR 18,48

5.0 von 5 Sternen Tolles, sehr atmosphärisches Spiel!, 27. Juli 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Das Spiel bietet nicht nur packende, wirklich intensive Kämpfe, wie man es von den Handhelds gar nicht gewöhnt war, sondern auch umwerfend schöne Grafik, die insbesondere im 3D-Modus so richtig aufblüht. Zwar ist die Toleranz hin zum Doppelbild nicht allzu groß, dafür haben mich die imposanten Szenarien wirklich verführt, ihn die ganze Zeit zu aktivieren. Eigentlich war ich bislang eher ein 3D-Muffel, das Spiel hingegen hat mich also nicht nur in inszinatorischer, sondern eben auch en detail in grafischer Hinsicht verzaubert.

Gleiches gilt für die Geschichte, die sich meines Erachtens wunderbar in die Lords of Shadow Serie einreiht, wenn auch nicht mit der außerordentlichen Tiefe des ersten Teils. Die Musik tut dann noch ihr übriges, denn obwohl den so kleinen Lautsprechern entsprungen, bekam ich manches Mal wirklich Gänsehaut. Und auch in dieser Kategorie finde ich für mich persönlich das erste Handheld-Spiel dieser Generation, das mich wirklich fesselt.

Mit der Steuerung hatte ich zu keiner Zeit Probleme, ich finde sogar ganz ansprechend, dass man mit dem Schiebepad steuert, das fühlte sich für mich zu jeder Zeit intensiv an.

Die Speicherpunkte sind überdies wirklich fair gesetzt, der Spielfluss bleibt erhalten, und doch hat man insgesamt genügend Anspruch - auch für rätsler wird was geboten, wenn auch nicht ausufernd. Man darf seine Meinung hier wirklich am Vorbild des großartigen - meines Erachtens sogar überragenden - Vorgängers orientieren.
Die teilweise wirklich schlechten Bewertungen seitens der Kritiker kann ich dennoch nachvollziehen, weil wie so oft von vornherein Erwartungen geschürt werden, die dann aufgrund der Eigenständigkeit des Titels - und seines offensichtlichen Vorbilds - keine Vergleiche zu den alten Teilen gezogen werden konnten. Wir finden hier also zwar ein Erfahrungssystem, das ist allerdings "actionorientiert" und schaltete nach und nach Kampffähigkeiten frei, verändert demnach nicht den gesamten Protagonisten. Mir gefällt dieser fokussierte Trend. Ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich auf dem DS ab und an immer noch die alten Teile spiele. Dass man dieser neuen Perle allerdings keinen Spielraum gegeben hat sie selbst zu sein, heißt wahrscheinlich nur, dass Kritiker es häufig einfach haben, das Besondere im Un-Erwarteten abzuurteilen. Castlevania: Mirror of Fate tanzt mit seinem 'Sehr guten' Design nunmal auf einer besonderen Party, zwischen Alt und Neu, die alten (Atmosphäre)Traditionen schätzend, die Qualitäten des großen Vorbilds anhimmelnd ...

Eine Kaufempfehlung spreche ich also für all diejenigen aus, die Lords of Shadow seinerzeit geliebt und verschlungen haben und die sich vorstellen können, einen 3DS-Teil als Ergänzung zu der großartigen Erfahrung und Geschichte hinzuzunehmen.
Für sich genommen würde ich dem Teil 85% geben, als erweiterte Handlungsstränge des Vorgängers gebe ich sogar locker 88%.

Viel Freude bei dem Erkunden der alten Ruinen, geben sie sich und dem Spiel einfach ein bisschen Zeit und Ruhe. Für mich als Feierabendzocker ein Genuss. Alucard wartet. :-)


Mit Buddha Tee trinken - Eine Einführung in die chinesische Teezeremonie
Mit Buddha Tee trinken - Eine Einführung in die chinesische Teezeremonie
von Sandy Taikyu Kuhn Shimu
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Der Genuss meditiert über sich selbst hinaus..., 20. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In einem derart liebevoll gemachten Buch, das zudem sogar duftet, kann man sich nur wohlfühlen. Und das ist in diesem Themenbereich des außergewöhnlichen Erlebens "im Tee", das hier aufgefasst und behandelt wird, einfach nur schön zu lesen.
Die kleinen Meditiations-Anregungen am Rande runden das Ganze ab, sowie man natürlich auch eine absolut anschauliche Anleitung für eine Art des Zubereitens mit klaren Bildern schönen Drucks vorfindet: Vorbildlich.
Der Autorin möchte ich meinen tiefen Dank und Respekt aussprechen, denn im Ganzen gelesen, ist das nicht etwa eine Theorieansammlung, sondern ein liebevolles Zugeständnis an den Leser, es ist für die Welt in voller Hingabe verfasst und so fühlt sich auch jeder Satz an. Man blättert auf, und kann in die Tiefe der Materie gehen, muss es allerdings nicht.
Wer natürlich eine umfassenden Wälzer der Teegeschichte und -strömungen erwartet, liegt hierbei falsch, dafür ist es nicht gemacht. Es lehrt vielmehr, den Genuss zu sich selbst zurückzuführen und zu öffnen.

Ich fühle jedesmal, wenn ich das Buch aufschlage, diesen besonnenen, konzentrierten, leidenschaftlich zugewandten Geist der Autorin, in der sich die tiefe Meditation des Lebens spiegelt. Jedenfalls spreche ich hier eine klare Kaufempfehlung aus.
Hier kann man als Laie wohl mit schöner Brust beginnen, und seinen eigenen Weg im Weg des Tees begrüßen. Wenn man "im Tee" nicht Zazen praktiziert, nicht sitzend und in Stille verweilt, kann ich auch eine Empfehlung für "Das Buch vom Tee" aussprechen, dass man weiterführend und erheitert lesen kann.

Vielleicht erhalten sie hierin Anregungen, ihre eigene Kultur zu gründen und zu öffnen, sodass sie in diese große, schöne, weite Welt einfließen kann. Möglicherweise gerade bei einer einfachen Tasse Tee ...

Viel Freude und Einsicht beim Lesen wünsche ich!


Oblivion [Blu-ray]
Oblivion [Blu-ray]
DVD ~ Tom Cruise
Preis: EUR 9,99

9 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligenter Mainstream - so tiefgründig kann Hollywood sein, 13. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oblivion [Blu-ray] (Blu-ray)
Auf den ersten Blick wirkt der Fim womöglich plump, seltsam kalkuliert und durchgestylt. Dieser Blick allerdings verrät nur, dass man gerade begonnen hat ihn anzuschauen, nicht aber, dass man sich auf seine Inhalte eingelassen hat, die unter anderem auch unsichtbar mitschwingen und alleine dem neugierigen Auge vorbehalten bleibt, das sich nicht am Popcorn festbeißt. Manche Beschreibungen meiner Rezension sind wahrscheinlich schwer zugänglich, sind aber einerseits für diejendigen gemacht, die den Film bereits gesehen haben - als Kommunikationsplattform - und andererseits eine Empfehlung: Schauen Sie sich den Film an und finden sie heraus, wie sich das alles wirklich darstellt.

Wir haben das Motiv des Biblisch-Paradisischen im Leben der beiden (nur scheinbaren) Protagonisten. Dass sich dieses Motiv allerdings in seiner Blüte schon als Frage an eine möglich Wahrheit richtet, die etwa nur auf der Erde beantwortet werden kann, nicht in der "gedachten, elysischen Heimat", macht die Sache im Weiteren dann interessant. Sie wird nicht per se beantwortet. Damit taut schon der erste, etwas abschreckend plumpe Eindruck auf, geht über in eine neue Grenzerfahrung. Der Film spielt bewusst mit diesem biblischen Motiv, aber nicht für lange und er ist sich der Relativität dieses Inhalts durchaus sehr bewusst, ohne dabei allerdings lächerlich zu werden. Ein Spagat, der nur selten gelingt.

Alles, was "hinter dem Mann und der Frau des Films" steckt, alles, was das Menschliche - unter anderem in der Erinnerung an das Menschliche - aufweckt, ist im Grunde psychedelischer Natur. Das klingt abgefahren, aber wenn man genauer hinschaut, den Film in erster Linie als komplexe Parabel auf die Archetypik des Menschlichen und des Menschen-Möglichen annimmt, finden wir den Elysischen Traum nicht oben und nicht unten beantwortet, sondern innen und außen, und dieses Innen und dieses Außen sind sich gar nicht wirklich verschieden: Vielfach folgen die Protagonisten auf immerselbe Weise dem für sie scheinbar vorbestimmten Weg. Und lediglich einer aus dieser endlosen Kette von Formen findet dabei schließlich seinen inneren Pfad, und lenkt "alle seine Brüder und Schwestern" vermutlich zu einer einzigen Formvollendung zusammen, das Spiel fächert sich wieder auf, konzentriert sich wieder. Psychedelisch also.

Wer sich in einfachster Form - ohne Erwartung - auf die Einfachheit der Form einlassen kann, wird hierbei eine außergewöhnliche Komposition finden, die wirklich fernab vom Mainstream ist, und doch nicht sonderlich unterschiedlich davon verläuft. Der Film kann konsumiert werden - alleine schon durch seine unaufdringlich-stylische Schnitttechnik, seine grundsätzliche Dynamik, die tolle Musik und den wohlgeformten Spannungsbogen -, er kann aber auch wirkungsvoll genossen werden.

Drittens haben wir die Möglichkeit, aus dieser - man könnte sagen: Meditativen Erfahrung, zu lernen, wie einfach das Komplexe sein kann, wie unterschiedlich das Gleiche ist, wie wertvoll das Lachhafte. Das Paradoxe ist hier also außergewöhnlich und gewöhnlich zugleich.

Fazit: Ein ästhetisch äußerst hochwertiger Film, der durch schauspielerische Finesse und "intelligente Oberfläche" den Stimulus für etwas Tieferes anzeigen kann, es aber nicht muss. Den werde ich mir noch mal anschauen ...
Und Ihnen wünsche ich viel Spaß dabei.


Dragon's Dogma - Dark Arisen - [Xbox 360]
Dragon's Dogma - Dark Arisen - [Xbox 360]
Preis: EUR 19,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte einmal umwerfend! ..., 8. Mai 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
... Wie gesagt, so getan. Mein Vasall schmiss soeben den Zyklopen per Feuerattacke und Blitzschleuder um und ich konnte dem Riesen einen zügigen, schmerzhaft schnellen Todesstoß verpassen. Und der Kampf war nicht leicht. Viele, viele Tode liegen zwischen dieser Erfahrung und dem ersten "Oh, die Vorsicht!".
Aber das Spiel ist nicht ansatzweise so böse wie Dark Souls, es fühlt sich weit flowiger an, es flutscht im wahrsten Sinne des Wortes dahin, begeistert mit atemberaubendem Ambiente, hier ein kleines Kämpfchen, da ein großer Kampf, hier mal ein Tod, da mal ein Wunder.

Es gibt unendlich viel zu entdecken und trotzdem fühlt sich kaum ein Quest so wahllos an wie für mich in Oblivion. Das liegt an der interessanten Themenstellung und der inneren Logik: Man möchte seine Kämpfer verbessern und ähnlich der Dark Souls-Spielmechanik die Welt Schritt für Schritt erkunden, in der tatsächlich - je tiefer man dringt - immer gefährlichere Orte warten oder man mal überrascht ist, wie leicht ein Kampf fiel, der eigentlich viel schwerer hätte sein können - die richtige Planung entscheidet über Leben und Tod, viel eher aber über den Genuss. Man lernt hier willig und schnell, die Lernkurve ist weit motivierender als ich es in anderen Rollenspielen dieser Generation erlebt habe. Man könnte hier am ehesten den Vergleich mit The Whitcher 2 ziehen. Die Quests wirken durch die gebündelte Motivationskuchen immer konzentrierter als in einem Skyrim. Das finde ich persönlich weit interessanter, denn es fühlt sich - um es mal ein wenig zu überspitzen, trotz so immenser Freiheit - nicht wie Open-World-Spiel an (die bekanntlich kaum über den späteren Gähneffekt hinwegtäuschen können), sondern ist wirklich jede Sekunde durch die eigene Spielrhythmik und -Dynamik, durch die Natur des Spiels sozusagen, durchkomponiert.

Auf den ersten Blick scheint dennoch Dragons Dogma ein Wanderspiel zu sein wie wir es aus Skyrim kennen, ist es aber wirklich nicht. Der eben angesprochene außergewöhnliche Rhythmus spannt sich nämlich zwischen dem Staunen über die fantastische Dichte der Nacht und dem Grinden, dem Sammeln, dem Schmunzeln und der schönen Musik auf. So etwas gab es in so Form tatsächlich noch nie. Interessant ist vor allem, dass kleine Atmo-Elemente aus anderen Capcom-Spielen Einzug erhalten haben. Natürlich nur nuanciert, aber stellenweise fühlt man sich in den Dungeons angenehm an die Gruselstimmung aus den Resi-Teilen erinnert, oder Onimusha, das ja eine sehr schöne, homogene Spielwelt suggerieren konnte. Die Kampfsteuerung ist in jedem Fall bravourös gelungen und motiviert ungemein! Die Mechanik hat mich sogar noch mehr mitgerissen als die aus The Whitcher 2, und das soll etwas heißen.

Was ansonsten positiv hervorzuheben ist: Die Grafik. Entgegen einiger Meinungen ist sie meines Erachtens eine der schönsten, die es derzeit zu bestaunen gibt. Das liegt weniger an der Texturschärfe oder dem Detailgrad der Pixel, sondern am großen Ganzen: Wenn man die Spielwelt mal auf sich wirken lässt, dann findet man Orte, an denen man gerne mal weilt und nachdenkt. Zum Beispiel bin ich nach längerer Reise auf eine Lichtung gekommen, die von drei riesigen Eichen gerahmt war: ein malerischer, eigentlich poetischer Moment. Ich blieb also da, die Nacht kam ... und mit ihr dann leider auch eine weniger erfreuliche Erscheinung. Dennoch blieb mir dieser Augenblick und das Danach des Kampfes, der da in der Nacht folgte (auch der Sternenbekränzte Himmel) sehr im Gedächtnis.

Das ging mir nicht mal in Oblivion oder Skyrim so, dagegen wirken die beiden Titel sogar recht statisch. In Dragons Dogma fühlt sich alles unglaublich bewegt und lebendig an und ich kann Ihnen sagen: das hat seinen ganz besonderen Reiz, das macht Spaß und weiß sogar zu faszinieren.

Nicht zu vergessen die unterschiedlichen Klassen, die man ausprobieren kann und auch angehalten ist, ein wenig zu experimentieren, denn es gibt nur einen Speicherstand. Da fangen einige jetzt sicherlich an zu zetern, allerdings hat das nicht nur Nachteile: Man überlegt deutlicher, was man wann wie tut. Die Entscheidungskonsequenz, die in anderen Spielen etwas aufgesetzt versuchen moralisch-emotionale Züge beim Spieler zu wecken, spürt man hier wie natürlich als Konsequenz im Verlauf der Hürden, die auf die Abenteurer zukommen.Wer intelligent vorgeht, hat schlicht weniger Probleme. Man kann nicht einfach ausweichen wenn man mal einen Fehler gemacht hat (wenn man z.B. zu tief in die Nacht getaucht ist, ... ohne Heilkraut?), man konfrontiert sich immer mit der eigenen Spielweise und WO MAN HINGEHT, beziehungsweise WANN man auf die Reise geht. Denn ich kann Ihnen versprechen, dass die Nacht ihre Ungeheuer für Sie bereithalten wird und wenn man unüberlegt gespeichert hat, dann heißt es über viele Versuche verstreut, den konzentrierten Rückzug zu üben.

Aufgefallen ist mir außerdem, dass das Spiel im Ablauf runder wirkt als die Urversion. Ich kann es nicht genau beim Namen nennen, aber die Verbesserungen im Detail zeigen sich z.B. nuanciert in der Rüstungs- und allgemeinen Gegenstandsvielfalt. Es scheinen auch ein paar wirklich sinnvolle neue Skills dazugekommen zu sein, die viel bewegen.
Die Level aus der Erweiterung Dark Arisen habe ich offengestanden noch gar nicht angepackt, zwar habe ich es probiert, aber ich bin kläglich gescheitert (mit lvl 83), umso glücklicher bin ich, dass die Welt aus Dragons Dogma an sich so einladend, so verspielt wirkt. Da levele ich mich durch und habe ja auch noch einige interessante Quests nicht gemacht...
EInfach ein Traum von einem Spiel.

Weit besser als die PS3-Version gefällt mir die Tatsache, dass es grundsätzlich bei 30fps läuft und es nur zarte Einbrüche gibt, die im Spielverlauf gar nicht wirklich auffallen. Bei meiner alten PS3-Version habe ich 95% der Zeit bei 28fps und weniger gespielt. Mich nervt so etwas tierisch. Für alle, denen das genauso geht, sei also die Box-Version ans Herz gelegt.

Wahnsinns Spiel! Einfach mal ausprobieren und sich auf diese ganz neue Art einlassen ...
Das ist das Fazit: Mit dem Unerwarteten rechnen und die Wege genießen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 13, 2013 11:34 AM MEST


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