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Rezensionen verfasst von
Janunso (Franken)

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Hokusai
Hokusai
von Gian Carlo Calza
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Traum eines Traumes, ist nicht länger nur ein Traum, 29. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hokusai (Taschenbuch)
Vor drei Jahren war es, da kam ich wie im Rausch auf den Namen Hokusai. Ich sah ein Bild, einen herrlichen Wasserfall, drei ältere Herren sitzend, plaudernd, in einer Spannung aufgehend, die der Wiederspiegelung von Natur und Menschentun galt. Mit anderen Worten: Ich war, so ganz plötzlich, überwältigt. Das Bild war aber derart teuer, dass ich es bei einem Traum beließ. Vor ungefähr einem Monat sah ich dann diesen Band auf Amazon und wusste zuvor gar nicht, dass es so ein umfassendes Werk für so einen günstigen Preis zu haben gibt - also griff ich zu, ohne lange zu überlegen. Einen Tag später kam es an, schön.

Mein erster Eindruck war hin und hergerissen: Ach ich hätte da gerne ein Bild auf jeder Seite gehabt, das ich großformatik in der feinsten Textur wahrnehmen wollte - auf den ersten Blick aber nicht überall konnte. Das war ein Hirngespinst, denn sobald ich "mein Bild" gefunden hatte, begriff ich auch den sehr harmonischen, nicht nur informativen, sondern vor allem sich stets ergänzenden Aufbau. Kein Bild ist da falsch gesetzt. Und überdies ist jedes in einer herrvorragenden Weise abgebildet, farblich wundervoll, da gibt es nichts zu meckern. Jeder Schaffensphase wurden ausführliche Texte beigefügt, zwar auf englisch, aber wahrscheinlich auch mit einem Schulenglisch sehr gut verständlich. Es begleitet mich jetzt jeden Abend und ich kann nur dankbar sein, so einem Meister begegnet zu sein - genau zum richtigen Zeitpunkt.

Viel Freude damit!


Best Of Bach (Eloquence)
Best Of Bach (Eloquence)
Preis: EUR 4,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervoll, weil voll der Wunder, 29. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Best Of Bach (Eloquence) (Audio CD)
Herrlich, Herr Bach, es ist mir eine Ehre und eine der größten Freuden zugleich. Ich bin froh, dass die Musik dieser silbernen Scheibe in so klangvoller Weise in ihren Notenhimmel einstimmt, als sei es das Natürlichste. Diese Interpretation ermöglicht es mir, in geheimster Weise mit ihnen zu flüstern und ihrem göttlichen Vergnügen zu lauschen. Es ist so, wie Eugenio Barba es sagte: Hinter einer Musik, die wirklich etwas ist, vernimmt man die Stille, aus der heraus sie kam. Und so ist es auch hier.

Die Zusammenstellung aller Stücke ist mit Bravour gelungen und ergänzt den sowieso schon wunderbaren Eindruck.
Einfach schön!


DmC - Devil May Cry - [Xbox 360]
DmC - Devil May Cry - [Xbox 360]
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 19,98

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Teufel tanzt und Engel singt, 27. Januar 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: DmC - Devil May Cry - [Xbox 360] (Videospiel)
Zahlreiche Rezensenten teilen die Meinung: DMC ist der Hammer! Darum fasse ich mich auch kurz und gebe Euch lediglich einen kleinen Vorgeschmack auf Eure Erfahrung.

1. Tanz der Teufel
Devil May Cry ist furios, ist fantastisch und in jeder Hinsicht mitreißend. Ich habe noch nie ein derartig motivierendes Kampfsystem erlebt, das in einer dermaßen psychedelisch verformten, mit härtesten Riffs getriebenen Spielerfahrung aufgeht, das man nur verschmitzt lächeln kann - obwohl ich Bayonetta fantastisch finde. Insbesondere die ersten 17 Kapitel (von 20) sind der absolute Hammer. Zum Ende hin nimmt es erzählerisch an Fahrt weg, ist aber (bei einem gut gewählten Schwierigkeitsgrad - z.B. Nephilem) nie langweilig, immer wieder fordernd und vor allem ROCKT es alles weg, ohne zu zögern.

2. Schwert und Musik
Der Soundtrack ist dabei immer der Wahnsinn, wundervoll für alle, die es gerne härter mögen, einnehmend aber auch für all diejenigen, die die Kämpfe in vollen Zügen genießen wollen. DMC ist ein Rausch und so sollte man es auch anpacken.
Manche bemängeln die deutsche Synchronisation, ich tus nicht. Sie ist solide, bringt aber vor allem die Profile der Figuren recht gut zur Geltung. O-Ton-Fetischisten greifen natürlich zur quäntchen-besseren englischen Sprachversion - die m.E. aber ebenso Schwächen hat.

3. Brüder aus Leidenschaft
Die Story ist schön symmetrisch erzählt und zeigt nicht nur interessante Figuren, sondern auch ein fein gezeichnetes Schicksal eines noch jungen Dantes, der vor Verzweiflung zerrüttet, endlich zu seinem Schicksal hinaufgerufen wird, um sich selbst zu entfesseln und dabei den anderweltigen, höllischen Truppen des Dämonenkönigs Mundus die Faust zu präsentieren. Das macht er mit einem soliden Hang zum Kollateralschaden, mit der nötigen Portion Ironie, genauso aber auch mit einer unerschütterlichen Liebe für Gerechtigkeit und das menschliche Mitgefühl. Zuallerletzt ist es grafisch eine UM-Wucht-UNG, und reißt dabei vor allem gesamte Levelstrukturen außeinander: Ein visuelles Fest für Spezialisten der De- und Rekomposition von möglichen Wirklichkeitsarchitekturen.

4. So solls sein!
Fazit_ Ninja Theory, ich ziehe meinen Hut vor euch ...
beziehungsweise: Holt es Euch nach Hause.
Oder für die Prozentspezialisten: 90%.


Lawrence von Arabien (2 Disc - Restored Version) [Blu-ray]
Lawrence von Arabien (2 Disc - Restored Version) [Blu-ray]
DVD ~ Jack Hawkins
Preis: EUR 10,49

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich staune mit dem herrlichen Wüstensand!, 15. Januar 2013
Sie werden glauben, diese Rezension ist ein überbordender Funkenregen. Wie aber könnte es anders sein bei diesem Film?

Lawrence von Arabien ist mitunter einer wenn nicht der absolute meiner Lieblingsfilme. Die Qualität des Schauspiels ist überragend und geht - mit Genuss - nach und nach mit der Entwicklung des gesamten Films auf. Ich war überrascht WIE fantastisch jedes Element ineinandergreift und wie intensiv sich die Entfaltung der Protagonisten zeigt, obwohl es recht gemächlich beginnt und keine Darstellung offensiv mitreißt, sondern allmählich im Tiefen bewegt.

Wunderbar symmetrisch, ja quasi vollmundig, einfach überragend! Die scheinbare Hybris von Lauwrence ist eigentlich gar keine, sie führt ihn ja immer gewaltig entlang seiner eigenen, schicksalhaften Bahnen und dient damit seinem eigenen Potential, überhaupt finden wir hier ein Spiel von Schicksal und Welt, in der Lawrence wie natürlich aufgeht (wunderbare schauspielerische Leistung!). Zunächst naiv, mit leidenschaftlichem Gefühl für Bestimmung, fühlt man sich mit ihm gemeinsam als Kind der Welt, das mit jedem Schritt neue Mäntel, neue Uniformen, Persönlichkeiten anlegt und dennoch völlig rein bleibt als leidenschaftlicher Beobachter und Diener seines Schicksals. Schicksalswogen, wirkliche Wellen der Lust und Verzweiflung fallen über ihm zusammenfallen, ohne ihn je unter sich zu begraben. Einmal fast, aber nie ganz.

Die Komik bei alledem, die selbst bei der Lust seines Todes entsteht, sucht narrativ in der Filmgeschichte ihresgleichen: weder pathetisch oder künstlich, noch dramaturgisch fehlgesetzt, haben wir ganz im Gegenteil - und ich sage noch mal überragend! - eine überragende Darbietung aller Kräfte, die sich überhaupt jemals im Film entfesseln könnten. Sie haben ganz Recht: Das IST eine Lobeshymne auf den Film, aber handeln Sie nicht voreilig, falls Sie ihn noch nicht gesehen haben, denn er braucht Zeit, Entspannung und die Lust am Entdecken zeitloser, man möchte meinen stiller Wirkungen, die ein Film haben kann. Ohne Sprache, ohne Form, wäre der Film doch da und sagt aus, ohne etwas aussagen zu wollen. Hier haben wir das ZEN der Filmkunst. Die Wüste einmal mehr entdeckend.

Die Blue-Ray-Qualität ist fabelhaft und verdient mit dem Inhalt gemeinsam einfach höchste Achtung. Darüber bin ich außerordentlich froh und kann mich allen anderen Rezensenten nur anschließen: Ton- und Bildqualität sind, wie kann es anders sein: überragend!
Meine Damen und Herren, entweder, sie gehen jetzt sofort auf Entdeckungstour ... oder erleben DIESES Abenteuer mit, dem Ihre eigenes folgen wird.

Danke fürs Lesen meiner Rezension.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 18, 2013 4:00 PM CET


Dragon's Dogma - [PlayStation 3]
Dragon's Dogma - [PlayStation 3]
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 13,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Siehe da, ein kleiner Geniestreich, 20. Dezember 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dragon's Dogma - [PlayStation 3] (Videospiel)
Nach all den schönen Worten, die hier schon zu dem Spiel gesagt wurden, will ich mich nur kurz halten:

Ich vergöttere dieses Spiel. Ja ehrlich, schon lange habe ich nicht mehr so außergewöhnlich viel Spaß an der Atmosphäre eines Rollenspiels gehabt, weder mit Dark Souls, noch mit Sykrim. Den Tag-Nacht-Zyklus als wesentliches Element zu integrieren, das einfach alle Gefahren der Wildnis zum Vorschein bringt, ist genial. Der Umgang mit der Umwelt wird zum bewussten Umgang mit der Natur, die durchaus gefahrenreich und nicht nur schön sein kann: Wildnis. Wann hatte ich das letzte mal in einem Spiel das Gefühl, eine Wildnis zu durchstreifen? Noch nie, jedenfalls nie so durchglühend, so motivierend, ja fast poetisch! Mit dem Einzug der Nacht muss man gut gerüstet sein, womit eine große Portion Taktik ins Geschehen kommt. Oder standen sie eines stockdunklen Nachts einmal vor einer Chimäre um zu bemerken, dass sie in der Stadt vergessen haben Heilkräuter zu kaufen? Ja ganz recht: Tod. Den Tod, der sich in Dark Souls so selbst verherrlicht, findet man auch hier zuhauf.

Für Menschen, die nicht Monate für das Dark Souls opfern können und wollen, ist Dragons Dogma nicht nur eine Alternative, denn es besticht insgesamt nicht nur durch ein tiefgreifendes Rollenspiel- und Erkundungssystem, sondern es überzeugt auch eben auch mit Einfachheit! Einfach losdaddeln und sich überraschen lassen. Das ist fast ein wenig Eichendorff, fast ein wenig verschwenderischer Reichtum in der Zeit, die man sich eben abends mal nehmen kann, bei nem guten Tee oder so. Was macht es schon, ohne Schnellreise durch die Spielwelt zu wandern, ich will ja etwas davon sehen und auf die Nacht Acht geben - denn einige bemängeln tatsächlich die fehlenden Raumsprünge: Passt einfach nicht zu dem Spiel, nicht zu der Atmosphäre und schon gar nicht zu der Philosophie der Sache. Denn die Gefährten wandern nunmal und flüchten nicht durch die Zeit.

Meines Erachtens ist Dragons Dogma DER Geniestreich im Bereich der Rollenspiele - neben Dark Souls eines der besten, die ich in den letzten Jahren überhaupt gezockt habe. Ich hoffe sehr, dass die Unzulänglicheiten der Grafik im nächsten Teil wie vergessen sein werden. Denn selbst mit dieser lebendigen Prachtspielwelt kann ich nicht immer so verträumt an der niedrigen Framerate vorbeischauen. Da bin ich penibel und trotzdem hält mich das nicht vom Spielspaß fern, was mich nicht schlecht wundert. Meine Kaufempfehlung spreche ich also auch den Grafiknörglern aus, die eigentlich nie welche sein wollten, durch die "Grafikspiele" aber zu dieser Argumentation genötigt wurden. Also einfach ausprobieren - es kostet ja wenig - und sich die ersten 4 Stunden einfach drauf einlassen.

Genießen Sie es!


The Dark Knight Rises [Blu-ray]
The Dark Knight Rises [Blu-ray]
DVD ~ Christian Bale
Preis: EUR 7,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich und wackelt, 16. November 2012
Rezension bezieht sich auf: The Dark Knight Rises [Blu-ray] (Blu-ray)
Achtung, im Folgenden gibt es zwei kleine Spoiler, die ich aber noch mal ausweise als recht eigenständige Absätze.
Viel, sehr viel wurde schon geschrieben. Ein oder zwei Gedanken möchte ich an diesen großartigen Diskurs auch noch knüpfen. Nicht erschrecken, es beginnt mit "Dem Problem des Films". Und da soll mein Kommentar - oder meine Frage - auch enden. Einfach weil ich Nolans Werke großartig finde und dem Meister sowieso Achtung gebührt, allerdings von dieser Tatsache ausgehend am ehesten die einfachen Feststellungen einer fragenden Kritik das zeigen können, was für mich bislang völlig offen blieb. Wieso diese Konzeption des Films und keine andere?

Es beginnt:
Ich stieg ein in die Zeitkapsel des Kinosaals und war eigentlich völlig geflasht!
SPOILER 1 !! B a t m a n oder Bruce Wayne als Krüppel? Ja wieso, was geht ab und überhaupt, das kann doch gar nicht sein! So ein Bruch schon am Anfang des Films? SPOILER ENDE

Und so setzten sich meine Erfahrungen fort. Ich war nicht böse enttäuscht, aber ständig fragend, ob das ambitionierte Projekt eines großartigen Endes, das ALLES beinhalten muss, nicht sogar Nolans Fähigkeiten (oder seine mögliche Zeit) übersteigen musste. Bane, also Tom Hardy? Er bleibt gesichtslos, in etwa so versteckt wie die Figur aus Inception. Wenn man böse wäre, könnte man sagen, dass er da zu nicht mehr als einer Frisur und schnellen Worten fähig war. Eigentlich hat er aber sehr nachdenkliche und feingeistige Augen, einen guten Blick. Jedenfalls konnte er auch in The Dark Knight Rises nicht wirklich auftauen - natürlich nicht, mit so einer Maske. Das war markant und natürlich auch logisch, weil Bane, so wie Batman, Masken sind, Pforten, die über sich selbst hinausweisen und unbedingt vermeiden müssen, nach innen zu zeigen. Mit anderen Worten, Bane ist Symbol. Und in dieser Besetzung scheint die Idee des Symbols, das noch umfassender, noch gesichtsloser als Batman ist, rational betrachtet, flüssig aufzugehen ohne dabei konstruiert zu wirken. Einmal mehr kommt hier der Nolan heraus, der Analytiker ist, der die abbildende, metallisch sterile Oberfläche zum Grundsatz aller Komplexität in den schnellen Filmabbildungen erhebt. Finde ich gut und das vermeidet auch jede Art von Kitsch, bzw. muss sich Nolan nie der Frage nach dem Kitsch stellen. Bei Bane geht der analytische Blick in jedem Fall auf. Andererseits bleibt mein Interesse nicht bei ihm, sondern wandert wie natürlich zu Christian Bale hinüber und der schien mir genauso unbeweglich. Mimisch wie gestisch zwar solide, aber nicht mehr besonders. Herausragend kann er nicht sein, dafür ist seine mimische Komplexität zu begrenzt, als Filmschauspieler taugt er aber eigentlich mehr als sehr gut, also was war da los? Dabei mag ich den Kerl in der Rolle des Batmans sehr! Herausheben kann man dafür Anne Hathaway als Catwoman. Ich fand sie schon immer interessant und die Besetzung stimmt m.E. wunderbar. Ihr Spiel mit ihrer intelligenten Schnelligkeit und ihrem Körper war stellenweise sehr schön gelungen und hat mich mitgerissen. Joseph Gordon-Levitt - bekannt aus Inception - macht seine Sache m.E. sehr gut. Differenzierter Stil, Mehrfarbigkeit bei gleichzeitiger Undurchsichtigkeit (auch keine allzu große mimische Tiefe und Vielfalt).

Hier bin ich erst bei den Schauspielern, wohl entscheidender ist aber das Handlungsgerüst. Und tatsächlich fühlte sich der Film stellenweise und inbesodere in der ersten Hälfte an wie ein überdimensioniertes Gerüst aus Handlungsimpressionen und Storyüberwüchsen, die jeden Kern vernichtend schlagen und drangsalieren wollen. Damit droht das Innenleben des Films immer wieder zu kippen, wird aber sowohl von den dramatischen Wendungen als auch den Action-Einlagen aufgefangen - zum Glück! Das hätte nämlich durchaus anders enden können, nicht aber bei Nolan. Das Problem ist also, dass einfach zuviel Handlung eingedreht wurde. Der Fokus auf "Den Batman" fehlte stellenweise völlig und manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Einzelimpressionen nicht so recht wussten, wohin mit sich. Das gesamte Gerüst, bzw. mehr der Aufbau der Handlung, geriet für Nolan total untypisch immer wieder ins Wanken.

SPOILER 2 !! D e r eigentlich starke Bruch im Film, als Batman durch Bane verletzt wird, erhält gefühlt banale 30 Minuten, in denen eigentlich viel dringlicher hätte gezeigt werden müssen, wie er seinen Willen neu entdeckt, um sich der Bedrohung als "Erwachter Batman" stellen zu können. Wenn es The Dark Knight Rises heißt, und Robin am Ende steht - dabei die Auferstehung des Batman im überragend dicken Handlungsbauch untergeht -, hat die Regie für meine Begriffe etwas Wesentliches verfehlt. SPOILER ENDE!

Die Kernthematik war nicht stark genug. Oder sagen wir es ein wenig umfassender: Die Kernthematik war sicherlich nicht stark genug gemacht, denn Motive der heldischen Auferstehung waren da, sind aber viel zu schnell versickert. Der Film zeigt weder einen Totalabsturz des Batmans, noch einen brisanten Aufstieg. Die Verletzung und der Rückzug am Anfang kamen für mich auch völlig unvermittelt. Es ist nicht so als wäre da keine Logik beteiligt gewesen (denn immerhin wurde Waynes Anker zum normalen Leben am Ende des Vorgängerfilms gekappt), dennoch fühlt sich das Ganze aus dem Zusammenhang gerissen an. Mit einem Bruch einzuleiten ist dramaturgisch eher unvorteilhaft. Oder aber ist Nolan wirklich ein Meisterstreich gelungen, den gesamten Film auf einer Metaebene als Illustration der Psyche Batmans zu realisieren? Ist beispielsweise das Gefühl der Anfangsszene, die so aus dem Zusammenhang gerissen scheint, ein präfigurierender Verweis auf die stets vorhandene Zerrissenheit, die sich als innerer Antagonist in Bruce immer wieder andeutet? Ich will ja nicht nuscheln, aber irgendwie glaube ich nicht recht daran, dass die Details dahin wollten. Viel eher scheinen da - leider - politische und geschichtliche Minenfelder thematisiert zu werden, die, wie ich finde, nicht wirklich zur psychologischen Dichte eines Batmans, wie Teil 1 und 2 sie suggeriert haben, passen wollen. Nichtsdestotrotz werde ich ihn mir ein drittes Mal anschauen, um zu suchen ob sich da nicht doch noch ein "Meta-Korpus" versteckt, der auch für mich als von politischen oder geschichtlichen Machtzyklen eher unbeeindruckten Geist interessant sein könnten.

Im Endeffekt bleibt dennoch ein interessanter Film und obwohl jeder zusah, wird diese Trilogie immer mehr sein als der Mainstream mit seinen Action-Flammen hätte entstehen lassen können. Außergewöhnlich und trotzdem 4 Sterne, denn die fünf bekommt in dem DC-Universum nur The Dark Knight voll!

Danke fürs Lesen meiner Rezension.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 23, 2012 4:37 PM CET


Kinesiologie für Kinder: Wie Sie Lernblockaden abbauen
Kinesiologie für Kinder: Wie Sie Lernblockaden abbauen
von Ludwig Koneberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nur oberflächlich informierend, 2. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die oberfächliche Art und Weise wie das Hintergrundwissen in die Abhandlungen und die Übungen eingeflochten wurde, gibt durchaus Anlass zur Kritik, insofern man sich wirklich informieren möchte. Jeder der diese Themen wirklich von Grund auf lernen möchte um sie für das Kind und für sich selbst auch angemessen, heißt zielgerichtet, anwenden zu können, sollte eher auf das Standardwerk von Carla Hannaford 'Bewegung: Das Tor zum Lernen' zurückgreifen. Hier werden alle körperinternen und psychisch relevanten Zusammenhänge so umfassend und konsequent, so einleuchtend aufbereitet, dass man dabei eine weit bessere Chance erhält, sich eine sinnvolle Wissens- und Handlungsbasis aufzubauen. Dabei werden die aktuellen neurophysioloischen Erkenntnisse berücksichtigt (Hannaford ist ihres Zeichens weltweit anerkannte Dozentin in gerade diesem Bereich).

'Kinesiologie für Kinder' hingegen sieht zwar äußerst bunt und anschaulich aus (Bilder zum Ausführen der Übung sind durchaus positiv), vermittelt aber kaum relevante Informationen die zum Gesamtverständnis beitragen könnten. Eher punktuell wird hier vermittelt und damit kann ein Laie natürlich kaum einen fundierten Weg in die Praxis einschlagen. Ich zumindest habe - auch abseits meiner pädagogischen Tätigkeit - immer das Bedürfnis, mir kein Halbwissen anzueignen.

Für die, die sich tiefgreifender mit der Thematik des Lernens auseinandergesetzt haben, bietet das Buch kaum bis gar keine neuen Anreize. All diejenigen, die einfach ein paar Bewegungsübungen zur Unterstützung des Lernens brauchen, sind allerdings auch bei Brain-Gym von Paul E. Dennison besser aufgehoben. Ich kann allerdings verstehen, dass einige Leser es ansprechend finden, einfach weil es so auffällig und eingängig illustriert ist. Mit tiefgreifendem Lernen hat das dann aber für die Wissensvermittler/Pädagogen/Eltern wenig zu tun. Und ob man den Sinn dieser Lektüre dann tatsächlich auf eine 'einfache' Weitergabe der Übungen an die Kleinen reduzieren möchte, ist dann sicherlich noch mal ein anderes Thema.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 17, 2014 10:46 PM CET


Journey Collectors Ed (Flower/Flow/Journey) - [PC]
Journey Collectors Ed (Flower/Flow/Journey) - [PC]
Wird angeboten von VGP_VideoGamesPlus
Preis: EUR 18,99

40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Traum in einem Traum, 19. September 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Es wäre schade an dieser Stelle etwas von den Spielinhalten zu analysieren. Denn die müssen geheim bleiben, bis ihr sie selbst erfahrt. Vielmehr gilt es für mich hier zu betonen, dass es in meinen 17 Jahren Spielerfahrungen das letzte Mal bei Zelda: Ocarina of Time vorkam, dass ich schon beim Öffnen der Verpackung Gänsehaut bekam. Wohl gemerkt, obwohl ich mir bis auf einen Trailer zu Journey nichts vorweggenommen hatte. Welche Magie dann aber gleich bei 'Flow' und 'Flower' über mich kam, kann ich höchstens vergleichen mit den Werken aus der bildenden Kunst, etwa Casper David Friedrich oder Hukosai. Wir haben es hier nicht mehr mit Dingen des elektronischen Unterhaltungsmediums zu tun, sondern mit richtiger echter, lebendiger Kunst. Wer einen Hang dazu hat oder sonst irgendetwas auf sich als Videospielerleber hält, kommt nicht daran vorbei, diese Kunst von allem anderen zu unterscheiden.
Die Stille in den Bildern, die Harmonie in den Formen, die Vollendung des Pinselstrichs. Haben Sie den Mut, Ja zu dieser Schönheit zu sagen?

Danke fürs lesen und ich wünsche ihnen viel Freude bei ihrer Erfahrung.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 4, 2013 1:05 PM CET


Diablo
Diablo
Preis: EUR 27,99

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grün und Gold sind tot?, 4. August 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Diablo (Computerspiel)
Ich habe mich recht lange mit dem Spiel beschäftigt (ca. 60Stunden) und es erschlägt mich die Wucht an Rezensionen hier gerade. Insbesondere aber deswegen will ich gerne auch einen Teil dazu beitragen, wenn auch nur als kleiner Augenblick in diesem Meer aus 1 und 2Sterne-Bewertungen.

Vorneweg: Ich habe meinen Barbar und meine Zauberin ins Inferno hineingelotst. Die Folge war das Auktionshaus, Frust und Unverständnis darüber, dass Blizzard es wirklich darauf angelegt hat ein Produkt abzuliefern, dass nicht eigenständig funktioniert. Will heißen: Ohne AH geht nichts, zumindest nicht in Inferno. War das der Sinn für all diejenigen, die die Herausforderung suchen?

Ich habe das Spiel, weil es mich fasziniert, näher unter die Lupe genommen und zwischendrin immer wieder intensiv den 2. Teil gespielt, um zu erkennen, was schiefgelaufen sein könnte. Nun, nachdem ich es es noch einmal mit einer Zauberin in den 2. Akt (inferno) des dritten Spiels geschafft habe, und wieder alle Lust dahin ist, schreib ich los. Gefühlt scheint der 3. Teil irgendwie eine Art "light-version" des 2. Teils zu sein, die auf der anderen Seite dann doch weit komplexer ausfällt als sein Vorgänger (Themen: Juwelen erschaffen, Schmied und Juwelenhänder ausbauen, Char-Werte taktisch klug arrangieren etc.pp.). Warum? Meine Vorredner haben die Eckpfeiler treffend dargelegt, das wiederhole ich nun nicht wesentlich. Wichtig erscheint im Kern aber noch eines:
Die Items sind kein 'freies Faszinosum' mehr. Blizzard hat den essentiellen Kern, das charakteristische der Diablo-Spiele, verfehlt und verucht, aus dem heimlichen Finden-Suchen-Entwickeln-Prinzip einen öffentlichen Gamer-Markt zu etablieren. Ja, das kann man gelinde gesagt als verfehlt bezeichnen. Der Spielkern wurd also eingängiger gemacht, aber leider dabei zugunsten des Auktionshauses ausgelegt.

Es ist kein Event mehr ein grünes oder goldenes Item zu finden. Es ist kein Event mehr den eigenen Charakter zu entwickeln, sodass man eigene, auch feine Eingriffe in den Stats im Spielablauf spürt ("ah, jetzt treffe ich öfter"; oder "ah, endlich kann ich meine Rüstung tragen!") und außerdem immer wieder verblüfft zu werden, wie sehr sich der eigens initiierte Flow auszeichnet: Thema Bossruns! Es war im 2. Teil eine reale Chance gegeben, ein komplettes grünes Set zu finden (nun ist das ohne AH für Nicht-Vollzeit-Spieler unmöglich), mit dem man sich dann insbesondere auf den höheren Schwierigkeisgraden richtig brachial zur Wehr setzen konnte. Im dritten Teil wird das durch schöne Effektgewitter kompensiert, leider nur äußerlich.

Grüne und goldene Items sind häufig Wegwerfprodukte. Nach harter, gut geplanter Session in Richtung des furchteinflößenden, mythenumrankten Baal hingegen ein legendäres, traumhaft gutes Item zu finden, war und ist auch heute noch im 2. Teil genial. Im aktuellen Titel hat man derweil zig Items am Helden kleben, die im besten Fall gelb und gesockelt sind. Das führt mal eben das motivierende Itemsystem der Vorgänger komplett ad absurdum. Das Finden und Entwickeln eines Charakters ist damit nichts Persönliches mehr, sondern wird allzuleicht zum rationalen Kalkulieren mit tausenden Werten, geführt mit ächzenden Goldklumpen oder sogar echtem Geld. Dabei müssten Blizzard-Spieldesigner doch wissen, dass man vor allem mit wenigen aber intensiv wirksamen Elemten innerhalb des Spielgeschehens vor allem große Erlebnisse beim Rezipienten generieren kann (siehe D1 und D2).

Warum gebe ich trotzdem 3 Sterne? Weil die Entwickler ständig dabei sind feinzujustieren und zu optimieren. Ich habe sogar das Gefühl, das Spiel liefe etwas flüssiger mit der Zeit. Da könnte man aber dennoch ruhig weitere Grafikoptionen draufpacken, die auch leistungsschwachen Rechnern mehr Möglichkeit zur hohen FPS-Zahl geben. Natürlich sind zwei Sterne dekadent gesetzt, aber Blizzard ist eine hart kalkulierende Industrie und muss als ein solcher unnahbarer Koloss behandelt werden.

Außerdem gebe ich 3 Sterne weil der Flow stimmt - zumindest für 10-30 Stunden lang. Und die meisten Spiele heute bieten lediglich Spielspaß in dem Rahmen - ist keine großartige Entschudligung, aber ein Kennzeichen moderner Kurzweil-Trends. Nach diesen ungefähr 20 Stunden wird es allerdings unfassbar banal bis lächerlich - gerade aufgrund der 'versuchten, vorhersehbaren Storylast' sowie dem schlechten 3. und stilistisch verfehlten und viel zu kurzen 4. Akt. Wo ist die minimalistische, aber so archetypische Geschichte hin? WO ist dieser Zyklus des in die Hölle Wanderns und des Erkennes am Ende, dass man die Hölle dabei in sich selbst bereitet hat (und wer bitte ist diese Schmetterline Magda ...). Sorry, aber was sie aus dem Grundgerüst gemacht haben, ist schlimm und tatsächlich nur dazu da, viele Questhintergünde aufzubauen, die eher in ein MMORPG passen, weil viele kleine Spiel-Einzelteile kooperativ gelöst werden können.

Bis man dann aber bei den besagten 30 Stunden Spielzeit angelangt ist, sind Skills und Spielprinzip sowieso schon derart hinfällig und fadgekaut, dass man es nicht mehr sehen kann. Und das alles zu großen Teilen nur, weil die Diablo-Basis fehlt, die die anderen Spiele so groß gemacht hat. Der WOW-Effekt.

Ich glaube aber daran, dass die Leute von Blizzard die entrüsteten Fans ernst nehmen (müssen), und ein Add-On produzieren, dass das Spiel so optimiert, dass es in sich auch als Singleplayer funktionieren kann. Denn es ist möglich.
Faire Droprates, motivierende Bossruns, individuell regulierbare Stats und Fertigkeitenbäume, die Lust auf endgültige Entscheidungen machen - die völlige Relativierung eines AHs für alltäglich vielbeschäftigte Spieler also. Natürlich ist das gelogen: Die paar Statpoints die man draufgeben könnte bei jedem Levelaufstieg, können nicht die inflationäre Masse an Stärkepunkten meines Barbaren - ausgelöst durch seine Waffen und ca. 20000 Schaden allein durch Stärkeboni - ausgleichen. Natürlich wird man das 'Light' vor dem Diablo nicht wegstreichen können, es besteht ja zu großen Teilen daraus.

Hätten sie das alles von vornherein gemacht wie es der Serie nach logisch konsequent gewesen wären, wenn sie der Marke also treu geblieben wären, hätten wird heute wahrscheinlich eines der genialsten Hack'n'Slays der vergangenenen und nachfolgenden Jahre gehabt. Denn die Grafik und das Gegnerdesign sowie die Klassen laden zum Spielen ein und sind sehr gut gelungen, sogar die Musik ist eingängig, wenn auch nicht ansatzweise so brilliant wie im 2. und 1. Teil. Die Blutorbs, die während der Kämpfe fallen gelassen werden, sowie die Möglichkeit, nicht direkt hintereinander Tränke einzuwerfen, machen die Kämpfe schön flüssig und taktisch. Auch die kleinen Ereignisse, wie z.B. plötzlich auftauchende Zombies aus einer Grube, machen das Spielerlebnis eigentlich schön und abwechslungsreich.

Nur machen das AH und der damit so streng verknüpfe Inferno-Modus (der keine umwerfend guten grünen oder goldenen Items hervorbringt) einen lang anhaltenden Spielspaß für viele Fans zunichte. Will man sich wirklich mit dem Spiel vergnügen, dann darf man nicht bis dahin spielen. Schade! Denn an sich ist D3 bis dahin immer wieder toll, wenn man denn seine Präferenzklasse gefunden hat! Beginnt nun, nach all dem Frust des Infernos und der Ausbeute durch das AH, das kollektive Warten auf Torchlight 2? Vielleicht ...

P.S.:
Ich wünsche mir für das Spielerlebnis an sich, möglicherweise durch nachfolgende Patches:
- Herausragende grüne und goldene Items, die den Inferno-Modus schaffbar und attraktiv machen, die die Sammel- und Suchlaune heben und das AH für Singleplayer-Menschen relativeren! Es sollte das Recht jedes Spielers sein, darauf verzichten zu können und trotzdem in den Genuss der Spielgesamtlänge kommen zu können, denn dafür haben wir Spieler bezahlt! Selbst Dark Souls für die PS3 habe ich ohne Probleme geschafft, es war immer fair. Aber der Inferno-Schwierigkeitsgrad ist unmenschlich!
- Mehr Optionen für die Grafikeinstellungen, die die Darstellung z.B. der Kanalisation im 2. Akt flüssiger laufen lassen.
(Toll war hierbei, dass neue Schattenoptionen eingefügt wurden, die meine FPS um ca. 10 angehoben haben! Hut ab!)
- Immer wieder neu hinzukommende Ereignisse/Events, wie das plötzliche, begründete auftauchen von vielen Gegnern aus der Erde, aus einer Höhle etc.; außerdem wären neue Dungeons toll, die außerhalb der Haupquest verlaufen, von denen es wenige gibt.
- Eine Erweiterung des dritten und vor allem des vierten Akts! Denn die Story muss dichter werden, der vierte Akt länger. Vielleicht könnte ja Mephisto, warum auch immer, dem Seelenstein in einer Erweiterung entsteigen und all die Geschehnisse bis dahin mit einem zweiten Boden unterlegen und damit interessanter machen. (Die Quest mit dem Schmied muss optimiert werden: Nachdem seine Frau gestorben ist, sollte er nicht nach zwei Sätzen wie ein lustiger Kerl über seinen Gesellen sprechen. Wirkt wie ein Fehler in der Matrix ;-))
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 7, 2012 4:05 PM MEST


Kein Titel verfügbar

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Licht in der Dunkelheit, 12. Februar 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
The Darkness 2 ist ein Spiel, das ich eigentlich überhaupt nicht auf meinem Schirm hatte. Weder die Grafik hatte mich anfangs angesprochen noch wusste ich, ob die übertrieben brutalen Splatter-Effekte lediglich zur Abschrecken bei mir führen würden.Meine erste Reaktion auf die ersten Previews war also: geübte Gleichgültigkeit (Schonung des Geldbeutels).
Es folgten die ersten Test und obgleich das Spiel gar nicht in den Höchstwertungsregionen zu finden war, fing es an mich recht plötzlich zu reizen. Zum einen ist die Geschichte um Jacky Estacado eine für mich durch und durch faszinierende - wo bitte bekommt man die Dunkelheit und die Lichte Seite des Menschen so konkret auf den Punkt serviert? -, und außerdem stehe ich auf Spiele, die ihre Reiz vor allem aus der gut inszenierten Story ziehen und sich nicht nur an den gängigen 0815 Shootermechanismen und deren Klischees ergötzen. Letzteres wird hier sicherlich auch geboten, allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne: Recht repetitiv, zuweilen sogar leicht ermüdend muten manche Shooterpassagen an, zumal mich die Endgegner schnell anfingen zu nerven. Was hat mich nun aber konkret begeistert und was weniger?

Spielgefühl:

Ich sprach von repetitiver Shootermechanik? Das klingt natürlich grundsätzlich negativ, ist aber gar nicht ausschließlich so gemeint. Ich vergaß nämlich die beiden Arme zu erwähnen, natürlich nicht die menschlichen, sondern die Dämonenfänge sind hier der Fokus. Die haben es wirklich in sich. Damit ist nicht die Kraft an sich gemeint, die diesem Finsternisdämon innewohnt, sondern seine gesamte Präsenz, seine Sehnsucht sich ganz und gar in Jacky auszufüllen, genauso wie seine schrille Stimme und schlicht jeder Augenblick zwischen Jacky und diesem wahnsinnigen Viech. Um ehrlich zu sein, macht auch das Gesplattere hinsichtlich dieses wesentlichen Spielelements durch und durch Sinn: Bei reiner Waffengewalt mit Gewehr und Pistole könnte man den Gewaltgrad durchaus runterregeln und diesen gleichsam auch vernünftig rechtfertigen vor den Spielern, aber könnte man so einem Spiel wie The Darkness Blutlosigkeit abnehmen? Immerhin sind die dämonischen Fangarme verdammt scharf und nicht unbedingt für Späße aufgelegt - was man von dem kleinen, ekeligen Darkling (ganz recht, es gibt nur noch einen), der den Spieler das gesamte Spiel über hilfreich zur Seite steht, nicht gerade behaupten kann. Dieser gibt nicht nur skurrile Gags und obszöne Gesten zum besten, sondern hilft Jacky nicht selten im Falle von verschlossenen Türen. Dabei schlüpft man in seine Rolle und durchquert kleinere, nicht weiter anspruchsvolle Stealthpassagen - diese lockern das Spielgeschehen aber angenehm auf und befreien von den chaotischen Ballereien.

The Darkness 2 ist in jedem Fall ziemlich abgedreht, aber es fühlt sich gut an mit den übermenschlichen Kräften zu hantieren und ich konnte Jackys ambivalente Haltung der Dunkelheit gegenüber zu gut verstehen ..."hat man sie einmal gekostet, will man mehr davon". Die einzige Instanz, die diese Finsternis in ihm zurückdrängt und ansatzweise kontrollierbar macht, ist die Liebe zu seiner verstorbenen, sehr nahen Freundin Jenny (der erste Teil gab Aufschluss darüber). Ich möchte hier nicht zu viel verraten, deshalb sei auch nur gesagt, dass diese wunderschöne, sehr zärtliche Liebe und der Vergeltungstrieb auf der anderen Seite "interessante Formen" während des Spiels annehmen werden...

Shootermechanik: 83%
Story, Figuren, Atmosphäre: 89%
Darklingeinsatz: 80%

Grafik:

In diesem Rahmen passt die Grafik einfach umwerfend in das Spiel - ganz zu schweigen von der damit verdammt schön nachvollzogenen Atmosphäre der Comicvorlage. Ja ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es einfach verdammt nochmal düster-genial aussieht! Die Gewaltdarstellung kommt durch den geschickten Einsatz von Schattierungen in der Spielumgebung auch nicht so fürchterlich herüber wie in Dead Space 2 (das war meines Empfindens nach am Rande der Geschmacklosigkeit). Und auch sonst wirkt alles wie aus einem Guss, zumal die Engine sehr flüssig läuft! Ruckler innerhalb der Schießereien sind mir nicht wirklich aufgefallen, sehr dezent gab es sie aber. Die Framerate pendelt sich so um die 30 ein, wobei PS3 und Xbox im Gegensatz zum ersten Teil relativ gleichauf laufen (die Xbox mit ganz leicht stabileren Frames, Quelle: Lens of Truth; Tearing fiel mir nicht auf).

Gesamtstil: 89%
Grafikfluss (Fps, etc.): 87%

Steuerung und Dunkelheitsfähigkeiten:

Wow, was für eine Erleichterung! Die Steuerung des ersten Teils war ja fürchterlich, wenn auch mit ein wenig Gewöhnungszeit gut zu meistern. Im zweiten Teil funktionierte allerdings alles bei mir wie am Schnürchen, ich brauchte weder Eingewöhnungszeit, noch hatte ich mit den eigentlich vielfältigen Möglichkeiten, bedingt durch den Schlag- und den Greifdämonenarm, überhaupt keine Probleme in der Anwendung. Um das Beispiel zu generalisieren: Wer mit Halo klar kommt, für den sollte das hier übehraupt keine Probleme machen. Was mir allerdings auffiel war, dass es im zweithöchsten Schwierigkeitsgrad (die anderen habe ich noch nicht ausprobiert) manchmal ziemlich chaotisch wird, gerade bei den Endgegnern. Man sollte aber bei all der Aufregung eines nicht vergessen: Durch erhaltene Finsternispunkte kann man in Fähigkeiten investieren, die das Mafiosileben erheblich erleichtern.

Die Entwickler waren sich wohl bewusst darüber, dass viele Kämpfe aus der Nähe erledigt werden können müssen, demnach schicken sie auch gerne mal Gegnerhorden auf den Spieler los ... die dann natürlich zerschnetzelt werden. Fakt ist aber, dass man nicht immer mitbekommt, wo die Gruppen herkommen und so können kleine Unachtsamkeiten schon mal zum Ableben führen, deshalb haben die Entwickler für diese Fälle entsprechend sinnvolle Fähigkeiten implementiert. Ich kann sagen, dass sich alle Manöver sinnvoll anhören und diejenigen die ich ausprobiert habe (nach einmaligem Durchspielen schaltet man nicht alle frei) auch tatsächlich immer wichtig bis entscheidend in den Schlachten waren - und dabei häufig verdammt cool aussahen.
Ich rate Ihnen also diese Fähigkeiten geschickt zu nutzen und sich am besten schon von vornherein Gedanken darüber zu machen, welche davon für die von mir beschriebenen, chaotischen Situationen Erleichterung verschaffen könnten. Die Orientierung kommt aber trotz all dieser tollen Fähigkeiten nicht selten zu kurz und dann reichen auch die reißerischen Fangarme nicht, wenn man vor lauter Hektik nicht mehr richtig einschätzen kann, wie weit die Gegner tatsächlich entfernt sind. Das nächste mal bitte weniger, dafür aber klügere Gegner.

Steuerung: 85%
Direktes Kampfgeschehen (oft zu chaotisch und hektisch): 82%
Finsternisfähigkeiten: 85%

Spieldauer:
Von vielen Spielern wurde die kurze Spieldauer kritisiert, zurecht! Nach sage und schreibe 8 Stunden war ich auf dem zweithöchsten Schwierigkeitsgrad durch. Ich habe mir wirklich die Zeit genommen um alles genauestens erfahren zu können, dabei habe ich mich mit wirklich jeder Figur unterhalten und alle Artefakte eingesammelt. Für Menschen ungeduldiger Natur kann man also ein bis zwei Stunden der Gesamtspielzeit abziehen - ganz zu schweigen bei denjenigen, die das Spiel nicht auf schwer durchspielen wollen. Ich hoffe in jedem Fall, dass man sich in einem nächsten Teil hinsichtlich der Spielzeit wieder am Erstlingswerk orientiert und sich auch diese oft geäußerte Kritik zu Herzen nimmt.

Spielzeit: 81%

Fazit:

Hier haben wir ein Spiel mit einer fantastisch erzählten, emotionalen, nachvollziehbaren Story mit mystischem Einschlag, wundervollen Figuren, zu weiten Teilen fantastischer Grafik, einen sehr gut abgemischten Sound und zudem sehr schöne Musik, eine an sich tolle Shootermechanik, wenn sie auch immer wieder etwas hohldreht (die Stärken liegen eben in dem erzählerischen Moment). Allerdings ist es arg ärgerlich, dass Endgegner in ungenügender Form in das Spiel gesetzt wurden, Gefechte häufig chaotisch ablaufen und die Spielzeit recht kurz gehalten ist. Verglichen aber mit der restlichen Dynamik des Spiels, haben all diese Negativpunkte sogar irgendwie ihren ganz eigenen Charme wie ich finde. Warum also nicht für kleineres Geld kaufen? Für mich ist es das erste wirklich überraschende Highlight des Jahres ...

Wertung: 83%
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2012 3:55 PM CET


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