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Beiträge von Arno Wilhelm
Top-Rezensenten Rang: 176.549
Hilfreiche Bewertungen: 7
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Rezensionen verfasst von Arno Wilhelm
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5.0 von 5 Sternen
Sehr unterhaltsame Lektüre, 28. Januar 2013
In Brieskau-Finkenwalde, einem kleinen Ort in Brandenburg, brodelt viel unter der Oberfläche. Dunkle Geheimnisse in der Vergangenheit, die möglichst unter Verschluss bleiben sollen und in der Gegenwart seltsame Todesfälle, wohin man nur blickt. Und das, wo doch bald eine Investorengruppe vorbeikommen soll um zu beurteilen, ob sich das Örtchen als Standort für eine große lukrative Wellness-Oase eignet. Der Bürgermeister ist bemüht, den Glanz der Fassade von Brieskau-Finkenwalde zu wahren, aber ständig passieren neue Unglücksfälle, die die glorreiche Zukunft des Ortes bedrohen. Thomas Sabottka hat mit “Land, Luft und Leichenschmaus” einen interessanten Versuch unternommen. Die Vielzahl von Charakteren in diesem Roman hätte leicht zu großer Verwirrung beim Leser oder zu einer grauen Masse langweiliger, flacher Charaktere führen können. Glücklicherweise ist genau das Gegenteil der Fall. Die vielen unterschiedlichen Charaktere in Verbindung mit der angehm lockeren Erzählweise Sabottkas lassen den Ort sehr belebt und vielfältig erscheinen. Jeder Einwohner hat seinen Platz, seine Motive und seine eigene Geschichte, die ihn mit dem Ort verbindet, manche regelrecht dorthin kettet. Doch immer wieder passieren dieser Tage in Brieskau-Finkenwalde unangenehme Zwischenfälle, die dem Bürgermeister und seinen Mitstreitern das Leben schwer machen, nicht wenige davon mit tödlichem Ausgang. Manche beabsichtigt, andere purer Zufall. Zwischendurch drängt sich einem die Formulierung “sie fallen wie die Fliegen” geradezu auf. Doch Thomas Sabottka schafft es, das Geschehen im Buch so fein zu verstricken, dass jede Wendung, jede noch so kleine Unwahrscheinlichkeit, einen tieferen Sinn hat und sich in den Rahmen des Buches und des Ortes wie in ein großes Puzzle perfekt einordnet. Immer wieder stößt man auf Auflösungen für Geschehnisse, die vorher nicht unmöglich, aber doch ein wenig unwahrscheinlich waren, und erkennt plötzlich die tieferen Gründe. Durch diese Vielfalt von Handlungssträngen und Menschen gepaart mit großem erzählerischem Können saugt der Roman den Leser schnell in sein kleines brandenburgisches Universum und lässt ihn nicht mehr los. Die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Ortes ist in “Land, Luft & Leichenschmaus” schön verflochten. Die Vergangenheit, deren schemenhafte Bedrohung allgegenwärtig scheint, die Gegenwart, die immer neue Probleme bereithält, die die Einwohner und allen voran der Bürgermeister in Ordnung bringen müssen und die hoffnungsfrohe Zukunft des Wellness-Tempels, der die auf Hochglanz polierte Fassade erst nötig macht. Die Geschichte endet mit einem für einen Ort in Brandenburg geradezu epischen Finale, das abseits von Hollywood-Klischees all die Handlungsstränge zu einem wohlverdienten Ende führt. Der neue Roman von Thomas Sabottka liest sich gut und leicht. Stellenweise hält man als Leser inne und stellt fest, wie besorgniserregend möglich die Geschehnisse des Buches sind. Die Verkettung von Habsucht, Machtgier und allerlei anderen niederen Motiven, die zu den dunklen Stellen in der Geschichte Brieskau-Finkenwaldes führt, scheint nur allzu greifbar zu sein. Alles in allem ist “Land, Luft und Leichenschmaus” eine sehr unterhaltsame Lektüre, die einen in die Abgründe der Charaktere und des beschaulichen Landlebens eintauchen lässt. Das Buch macht bis zur letzten Seite Spaß und ist durch die Bank immer wieder für Überraschungen gut. Vielleicht gibt es ja eines Tages ein Wiedersehen mit Brieskau-Finkenwalde in einem anderen Buch. Ich würde mich sehr darüber freuen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Opfer-Geschichten aus dem Wedding, 15. September 2012
Robert Rescue liest regelmäßig seine Geschichten vor. Unter anderem bei den Lesebühnen "Brauseboys" und "Vision & Wahn". Bei letzterer habe ich ihn mittlerweile schon mehrmals erlebt und mich jedes Mal wieder kaputt gelacht. Als ich mitbekommen habe, dass bei Periplaneta ein Band mit seinen Kurzgeschichten erscheint, wollte ich ihn sofort lesen und ich wurde nicht enttäuscht. Eimerduschen macht Spaß. Robert Rescue erzählt vom Leben im Wedding und davon wie es ist, ein Opfer zu sein und trainiert dabei unaufhörlich die Lachmuskeln des Lesers. Wahrscheinlich könnte er auch über Bundestagsdebatten oder die Vereinssitzungen eines Kleintierzuchtvereins in Brandenburg berichten und es wäre immernoch unglaublich unterhaltsam. Wer Kurzgeschichten mag und gerne lacht, dem sei dieses Buch samt beiligender CD wärmstens empfohlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein großartiger Slam-Krimi, 16. April 2012
Ein Krimi, der in der Slam-Szene spielt? Eine großartige Idee. Dazu kommt, dass dieser Krimi mit Christian Ritter auch noch von einem aktiven und erfolgreichen Slammer geschrieben wurde und darin allerlei bekannte Slammer und Slammaster vorkommen. Arno Wilhelm hat nach dem Mörder gesucht und ihn schlussendlich auch gefunden. Der Krimi "Dichter Schlachten" beginnt mit zwei Personen, die zunächst gar nichts mit Poetry Slam zu tun haben. Björn und Kim sind gerade erst Kommissare geworden, die Morde rund um die Slam-Szene sind ihr erster richtiger Fall. Wer hier Angst um seine Idole hat, kann sich beruhigen. Ermordet werden nicht die Slammer, auch wenn der ein oder andere im Verlauf des Buches durchaus was auf die Mütze kriegt. Die Mordopfer sind allesamt Jury-Mitglieder aus dem Publikum verschiedener Slams. Björn schleust sich daraufhin im Zuge der Ermittlungen in die Slam-Szene ein und beginnt selber aufzutreten und mit den anderen Slammern auf Tour zu gehen, um die Hintergründe der Taten zu erfahren und den Täter hinter schwedische Gardinen zu bringen. Kim kommt der Szene auf eher körperlichem Weg näher. Von den ersten Taten bis hin zum großen Finale bei den deutschen Meisterschaften im Poetry Slam in Hamburg tauchen jede Menge Gestalten auf, die jeder Leser, egal ob gelegentlicher Youtube-Video-Gucker, regelmäßiger Zuschauer oder selbst aktiver Slammer, leicht mit realen Vorbildern in Verbindung bringen kann. Auch wenn der Autor darauf achtet, dass nicht immer zwangsweise alle Details übereinstimmen, manche bewusst verfremdet sind, können Namen wie Andy Krauß, Moritz Bienenbang, Wolf Hodenkrampf und Theresa Baal unschwer ihren Alter Egos zugeordnet werden. Herausragend an diesem Krimi ist, dass er sich auf seinem Weg zur Auflösung selbst nicht zu ernst nimmt. Zwischendurch wird auf Stilbrüche oder kleinere Logikfehler, wie die unglaublich schnelle Gründung einer Sonderkommission hingewiesen, oder auch mal in die Schreibweise des klassischen Reclam-Dramas gewechselt. Diese Gelassenheit gegenüber den Standards ist unglaublich unterhaltsam und macht die Klischees und Übertreibungen, mit denen Christian Ritter im Buch spielt, vom Beiwerk zum unterhaltsamen Stilmittel. Der ganze Plot nimmt im Vorbeigehen eine Bestandsaufnahme der Slam-Szene vor, die gleichermaßen für Slammer, regelmäßige Zuschauer und Nicht-Slaminteressierte unterhaltsam sein dürfte, auch wenn letzteren sicherlich viele kleine Anspielungen und Details entgehen würden. Die kurzen Szenen aus wechselnden Perspektiven sind angenehm zu lesen und mit viel Wortwitz geschrieben. Kritisch bei Krimis ist ja allzu oft die Herleitung des Motivs. Auch hier spielt Ritter mit Klischees, trotzdem funktioniert das Motiv im Kontext der Geschichte hervorragend. Im großen Finale im Schauspielhaus wird zum Schluss nochmal jede Menge Drama geboten. Insgesamt ist das Buch sehr unterhaltsam zu lesen und vor allem für Slambegeisterte und Slammer wärmstens zu empfehlen. Arno Wilhelm [...]
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5.0 von 5 Sternen
Hört sich gut an, 3. April 2012
Ein sehr schönes Album mit abwechslungsreichen und einfallsreichen Songs. Ich kann es nur jedem empfehlen! Schön, dass noch Musik abseits der Standard-Pop-Formeln veröffentlicht wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ängste, Apachen, Asthmasprays, 9. Dezember 2010
Dieses Buch war das erste, was ich von Mischa-Sarim Vérollet je gelesen habe und es gefiel mir sehr gut. Allein der Titel war für mich schon ein Grund, es zu kaufen und es macht wirklich Spaß, den Episoden des Romans zu folgen und zu sehen, wohin sie sich entwickeln. Das Buch handelt viel vom Aufwachsen, von der Erfahrung der Entwurzelung und berichtet darüber, wie man einen echten Tomahawk baut und auch davon, wie die Bravo und die Toleranz mancher Eltern von Schulfreunden den eigenen Musikgeschmack in jungen Jahren bestimmen können. Wer das jetzt nicht auf eine Reihe bringt, sollte sich am Besten einfach das Buch kaufen, es ist sehr unterhaltsam!
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