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Antigone

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Bipolare Störungen (manisch-depressive Erkrankungen): Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige
Bipolare Störungen (manisch-depressive Erkrankungen): Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige
von Dipl. Psych. Dr. Heinz Grunze Rosa Geislinger
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,60

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine 50seitige Einführung ins Thema, 26. Mai 2007
Das Buch "Bipolare Störungen (manisch-depressive Erkrankungen)" von Geislinger und Grunze bietet eine gute und gut verständliche Erstinformation für Betroffene und Angehörige (für die es auch in erster Linie gedacht ist). Auf nicht viel mehr als 50 Seiten werden die Ursachen bipolarer Störungen, die Symptome, Verlaufsformen, Behandlungsmethoden und empfohlene Umgangsstrategien (für Patienten, Angehörige, Freunde) sowie die Bedeutung von Psychoedukation und Selbsthilfegruppen behandelt. Für Fachleute sind zu wenig Informationen enthalten, es fehlt beispielsweise der aktuelle Forschungsstand samt Ausblick oder Informationen über die Diagnostik und Therapie von bipolaren Störungen. Ebenso von der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Erkrankungen e. V. (DGBS) und unter Umständen ausführlicher ist das im Anhang empfohlene und Buch "Weißbuch Bipolare Störungen", für Betroffene und Angehörige sowie Neu-Interessenten ist unter Umständen die Kurzfassung dieses Buches ("Weißbuch Bipolare Störungen Kurzfassung") zu empfehlen. Beide habe ich persönlich jedoch noch nicht gelesen und kann sie somit nicht beurteilen.

Im Verhältnis zur geringen Seitenzahl erscheint mir der Preis dieses Büchleins ein wenig zu hoch, auch wenn es qualitativ gut ist und heute nur noch wenige Bücher unterhalb dieses Preisniveaus zu finden sind. Vor allem dies hat zum Abzug eines Bewertungssternes geführt. Was in meinen Augen die Qualität doch ein wenig einschränkt sind die zahlreichen Rechtschreibfehler, die den Eindruck erwecken, dieser Ratgeber sei auf der Flucht geschrieben worden. Gerne würde ich für die nächste Ausgabe die Korrektur übernehmen, schon allein um die Seriosität zu wahren. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist es, dass durchgängig nur Text anzufinden ist, was wiederum diesen Ratgeber wie ein Fachbuch erscheinen lässt. Immerhin sind wichtige Aussagen und einzelne wichtige Wörter durch Fettdruck hervorgehoben.

Sehr positiv finde ich wiederum, dass auch viel über die "Mischzustände" sowie über die Bipolare Störung II erwähnt wird, da diese Themen meinem Gefühl nach in der Forschung und Lehre zu kurz kommen. Eine bipolare Störung zu haben bedeutet schließlich nicht zwangsweise, dass man manische Phasen hat. Und wenn, dann sagt dies auch noch lange nichts über die Dauer aus, schließlich können starke Stimmungsschwankungen auch innerhalb weniger Stunden auftreten. Die Bedeutung der Psychotherapie kommt meiner Meinung nach in diesem Ratgeber von Geislinger und Grunze allerdings zu kurz, vor allem wenn man bedenkt, welch wichtigen Stellenwert sie innerhalb einer Depression einnimmt. Zudem kann man beispielsweise auch dort trainieren, sensibel für 'Umschwünge' zu werden oder Verträge (in Form von mündlichen oder schriftlichen Vereinbarungen) für den 'Manie-Fall' abzuschließen.

Alles in allem muss man aber auf jeden Fall dankbar sein für diese Lektüre der DGBS, da das Thema bipolare Störungen in den letzten Jahrzehnten doch sträflich vernachlässigt wurde. Die DGBS gibt es auch erst seit 1999, aber seitdem hat sie sich sehr um Aufklärung und Unterstützung von Betroffenen und Angehörigen gekümmert.

Entwicklung des Denkens
Entwicklung des Denkens

4.0 von 5 Sternen Bietet "ein Maximum an Anschaulichkeit" durch zahlreiche Abbildungen, 14. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Entwicklung des Denkens (Sondereinband)
Was und wie denken Kinder? Was hört ein Baby, was sieht es kurz nach der Geburt? Wie entwickelt sich im Lauf der Zeit der Zahlbegriff? Auf der Basis Piaget's Theorie, liefert dieses Buch von Roland Arbinger einen Überblick über die ,Entwicklung des Denkens' von der Geburt bis ins Jugendalter. Im einzelnen tragen die Kapitel die Überschriften "Denken im Säuglingsalter", "Denken im Vorschulalter", "Denken im Schulalter" und "Denken im Jugendalter". Ein Schwerpunkt wird auf die Entwicklung des Denkens vor Schuleintritt gelegt. Bezüglich des Säuglingsalters werden beispielsweise die Themen Sensomotorik, Wahrnehmung, Motorik, Objektbegriff und Nachahmung angesprochen. Bezüglich des Denkens im Vorschulalter werden in diesem Buch von Herrn Arbinger unter anderem die Themen präoperationales Denken, symbolische Repräsentationen, Begriffe und Zahlenbegriff behandelt.

Auflockernd wirken zum einen die wirklich zahlreichen Abbildungen (etwa 80 auf den nur 187 Seiten insgesamt), zum anderen die ebenfalls zahlreichen Übersetzungen von Piagets Aufzeichnungen. Es macht nicht nur Spaß diese zu lesen, sondern motiviert auch zu eigenen Beobachtungen an Kindern. Piaget schreibt hier z. B. über seinen Sohn Laurent im Alter von einem Jahr, 5 Monaten und 19 Tagen: "Mit 1;5 (19) wird 'papa' zu allen Männern gesagt, die 1520 m entfernt von ihm vorbeigehen (...)." Gerade auch durch die aus der Literatur zusammengetragenen Abbildungen, die oftmals für Verstehen sorgen ohne den Begleittext schon gelesen zu haben, sorgen dafür, dass "Entwicklung des Denkens" einen Platz zwischen einem Ratgeber und einem Lehrbuch einnimmt. Dieses Buch ist somit für jeden Interessierten und nicht nur für Psychologen oder Pädagogen geeignet. Durch die unkompliziert lockere und fesselnde Schreibweise ist sogar es möglich, die 187 Seiten an einem Tag durchzulesen.

"Entwicklung des Denkens" von Roland Arbinger (bekannt auch durch das Buch "Einführung in die Inferenzstatistik" von Diehl und Arbinger) ist ansprechend anschaulich wie die Seminare und Vorlesungen des Autors und Dozenten der Uni Landau selbst. Für Psychologen und Pädagogen bietet es zumindest einen sehr guten Einstieg in das Thema und somit für die Prüfungsvorbereitung (Entwicklungspsychologie). (dieser Text bezieht sich auf die 3. Auflage)

Falling Down
Falling Down
DVD ~ Michael Douglas
Wird angeboten von Huntsman
Preis: EUR 18,49

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mann mit weißem Hemd und Krawatte, der eigentlich nichts Böses will ..., 5. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Falling Down (DVD)
Der seit einem Monat arbeitslose William Foster (Michael Douglas) steht mal wieder im Stau von L.A. Es ist heiß, andere Autofahrer hupen. Foster steigt aus und geht zu Fuß weiter. Obwohl er weiß, dass er sie nicht besuchen sollte hat er die Idee seine kleine Tochter zu sehen, die heute Geburtstag hat. DafÃr muss er quer durch die Stadt. Eine Tour mit vielen Hindernissen, eigentlich Alltag, aber irgendwo muss auch mal Schluss sein, diese "Alltags"-Hindernisse zu akzeptieren. Foster, der wohl schon immer etwas eigen war, will sich an diesem Tag nicht konform verhalten. Vielleicht muss der Gesellschaft einfach mal ein Spiegel vorgehalten werden ...

Parallel dazu hat Polizist Prendergast (Robert Duvall) heute seinen letzten Tag. Sein Chef zeigt ein weiteres Mal sein wahres Gesicht. Seine Frau drÃngelt, er solle an diesem Tag pÃnktlich zuhause sein. Der Abschied von seiner Kollegin fÃllt auf beiden Seiten schwer. Prendergast hört von seltsamen Vorkommnissen in der Stadt. Irgendein 'Freak' muss unterwegs sein, mit weißem Hemd und Krawatte. Vielleicht sollte er doch noch ein letztes Mal mit seiner Kollegin ausrÃcken ...

"Falling Down" ist ein fabelhafter Psychothriller, der immer wieder auf's Neue fasziniert, sowie eine Ãußerst gelungene Studie. William Foster spielt einen Menschen, der sich von Menschen wie du und ich nicht stark unterscheidet. Vielleicht leidet er unter einer Persönlichkeitsstörung, aber er, der weiße Mann mit weißem Hemd und Krawatte, kann sich gut der Gesellschaft unterordnen. Bis zum heutigen Tage, wo er einfach keine Lust mehr dazu hat. Er verlor seinen Job und es wird ihm klar, dass er nicht mal heute, an ihrem Geburtstag, seine Tochter sehen darf. Er scheint zu denken: Alles muss man sich ja auch nicht gefallen lassen, auch nicht von den Menschen, die auf der Straße unterwegs sind. Foster macht nichts, was von Grund auf Böse wÃre, er fÃhlt sich zu dem, was er auf seiner Route nach Hause tut, quasi gezwungen. Und dennoch steht er fast wie ein AmoklÃufer da. Ehrlich gesagt, könnte fast jeder von uns in eine Rolle wie seine hineinschlittern, vielleicht können wir sein Denken und Handeln deshalb so gut nachvollziehen? Vielleicht ist er deshalb so sympathisch, vielleicht ist das Ende deshalb so Ãberraschend und traurig. Wir lachen Ãber ihn, wir fÃhlen mit ihm, wir fÃrchten um ihn, obwohl man Angst vor ihm haben könnte.

Großes Lob an Joel Schumacher, einer der wenigen Regisseure, die ich inzwischen mit Namen kenne (z. B. auch "Der Klient", "Nicht auflegen!" und "Flatliners"). Weiteres Lob auch an die Schauspieler, allen voran an Michael Douglas, dem die Rolle zwischen Psycho und Normalo - oder doch Psycho? - wunderbar gelungen ist. Von mir gibt es auf jeden Fall volle Punktzahl - "Falling Down" eignet sich hervorragend, fÃr wenig Geld ihre Filme-Sammlung aufzuwerten und garantiert schauen Sie ihn mehr als einmal! Viel Spaß beim Lachen, Schmunzeln, Nachdenken!

Klinische Neuropsychologie
Klinische Neuropsychologie
von Wolfgang Hartje
  Broschiert
Preis: EUR 49,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Basiswissen der Neuropsychologie, 29. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Klinische Neuropsychologie (Broschiert)
Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit den zentralnervösen Grundlagen des Erlebens und Verhaltens des Menschen, genauer gesagt mit Beeinträchtigungen und Veränderungen, die durch Läsionen und Krankheitsprozesse des Gehirns eintreten. Ziel dieses Buches von Wolfgang Hartje und Klaus Poeck ist es "ein ausgewogenes Verhältnis (...) der klinisch relevanten Fakten und der wissenschaftlichen Grundlagen zu erreichen". "Grundkenntnisse über die Organisation psychologischer Leistungen im menschlichen Gehirn" sollen vermittelt werden, um zu zeigen, "in welcher Weise zerebrale Krankheitsprozesse diese Leistungen quantitativ und qualitativ verändern können". Sie wenden sich - wie es bereits in der ersten Auflage von 1982 heißt - "nicht nur an Nervenärzte, Klinische Psychologen und Logopäden, sondern auch an Mediziner, Psychologen und Linguisten und auch an Studenten auf diesen Gebieten".

Beide o.g. Ziele werden meiner Meinung nach erreicht; zudem weist "Klinische Neuropsychologie" zahlreiche andere Annehmlichkeiten für den Leser auf. Obwohl verschiedenste Autoren (darunter z. B. Georg Kerkhoff und Walter Sturm) die einzelnen Kapitel verfassen, ist das Buch durchgängig einheitlich und gut verständlich zu lesen. Die 568 Seiten des Buches sind in ein praktisches, handliches Format gepackt, das äußerst komplexe Literatur- und Sachverzeichnis umfasst stolze 100 Seiten, was "Klinische Neuropsychologie" auch in eiligen Fällen zu einem schnellen Nachschlagewerk macht. Alle wichtigen Begriffe werden ausführlich innerhalb der jeweiligen Kapitel definiert, am Ende eines jeden (Unter-)Kapitels befindet sich zudem eine Zusammenfassung des Kapiteltextes. Für Freunde von Büchern mit vielen Abbildungen ist dieses Buch weniger geeignet: insgesamt enthält es nur 28 Abbildungen, wie z. B. Abbildungen von Items aus dem NVLT und VLT, schematische Darstellungen zerebraler Strukturen oder Abbildungen eines typischen Versuchsaufbaus. Weiterhin umfasst das Buch von Hartje und Poeck 29 sehr gute Tabellen.

Im ersten Teil des Buches werden unter anderem die bildgebenden und elektrischen/magnetischen Verfahren kurz erläutert, darauf folgt die Darstellung einzelner Störungsbilder, unter anderem mit Diagostik- und Therapiemethoden: 1) Neuropsychologie - Gegenstand, Methoden, Diagnostik und Therapie; 2) Funktionelle Asymmetrie der Großhirnhemisphären; 3) Klinisch-neuropsychologische Syndrome und Störungen. Unter 3) werden im einzelnen folgenden Störungsbilder erwähnt: Aphasie, Dysarthrie, Alexie und Agraphie, Leitungsstörungen, Amnesie, Störungen des visuellen Erkennens und des bildlichen Vorstellens, Störungen der visuellen Raumwahrnehmung und Raumkognition, Neglect, Anosognosie, Aufmerksamkeitsstörungen, Störungen von Planungs- und Kontrollfunktionen, Störungen von Antrieb und Affektivität, Demenz, Störungen des auditiven Verarbeitens, Spätfolgen nach minimaler traumatischer Hirnschädigung und nach HWS-Distorsion sowie Störungen der Zahlenverarbeitung. Das Unterkapitel über Aphasie umfasst beispielsweise über 80 Seiten. Das Kapitel über Amnesie enthält zudem auch ausführlich die möglichen 'Auslöser' einzelner Störungsbilder, z. B. Thalamusinfarkt, Herpesenzephalitis, Aneurysmen der Aorta communicans anterior, zerebrale Hypoxie usw.

Ich kann "Klinische Neuropsychologie" sehr empfehlen, praktisch wäre es gewesen, es bereits vor meinem neuropsychologischen Praktikum zu haben (und nicht erst danach), da alles Wichtige enthalten ist. Aber auch angehenden und erfahrenen Klinischen Neuropsychologen dient dieses Standardwerk von Hartje und Poeck als beliebtes Nachschlagewerk!

Freude erleben
Freude erleben
von Roland Leonhardt
  Broschüre

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der taugt nichts, der nicht Freude hat.", 12. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Freude erleben (Broschüre)
Dieses Buch enthält insgesamt 28 Sprüche und damit doppelt so viele als die meisten anderen Bücher aus der Reihe "Mini-Perlen; Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft". Dies liegt nicht an einer höheren Seitenzahl, sondern ist auf die Schriftgröße und die Länge (bzw. Kürze) der einzelnen Gedanken zurück zu führen. Trotz aller Kürze gefallen mir persönlich gerade die Sprüche aus diesem Band; Autoren sind z. B. Albert Schweitzer, Jeremias Gotthelf, Walther von der Vogelweide, Goethe, Seneca und Jean Paul. Thema aller Texte ist das Leben, vor allem die Lust am Leben und die dazu gehörende und -beitragende Natur. Dies ist auch untermauert durch Blumen-Fotografien, die zwar für heutige Verhältnisse nicht umwerfend, aber auf jeden Fall ganz schön sind.

Meiner Meinung nach sind ausnahmslos alle Sprüche für den Alltag zu verwenden (Poesie-Album, Glückwunsch-Karte, Genesungswünsche usw.), so z. B. dieser bekannte von Seneca: "Fange jetzt an zu leben und zähle jeden Tag als ein Leben für sich." Insgesamt vergebe ich daher 4 bis 5 Sterne.

Zur Genesung gute Wünsche
Zur Genesung gute Wünsche
von Roland Leonhardt
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "(...) Geduld ist eine Form der Liebe", 12. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Zur Genesung gute Wünsche (Broschiert)
"Zur Genesung gute Wünsche" enthält 14 Sprüche zum Thema Krankheit, Gesundheit, Schicksal. Die Texte, die in recht großer Schrift gedruckt sind, stammen zum Großteil von bekannten Autoren wie beispielsweise Goethe, Keller oder La Rochefoucauld. Viele dieser Gedanken sind und bleiben 'aktuell', wie z. B. "Wenn wir uns ausmalen, wie schlimm alles werden könnte, versäumen wir es, die faszinierenden Dinge um uns herum wahrzunehmen." Manch andere würde ich persönlich jedoch nicht verschenken (weder als Genesungs-Grußkarte, noch in Form dieses Büchleins), z. B. "Leiden, Irrtum und Widerstandskraft erhalten das Leben lebendig" oder "Gott macht ja immer alles, alles gut, und es wird auch dort gut sein, wo er Schmerz und Entsagung sendet" oder gar "Kranke sind menschlicher und bescheidener als Gesunde". (...)

Gelungen sind jedenfalls die abwechslungsreichen Natur-Fotografien, die von einem Tisch im Garten über einen Sonnenuntergang bis hin zu einem Leuchtturm reichen. Diese und auch die Tatsache, dass das Buch für manche Menschen unter Umständen besser 'passt' als zu meiner Art Gesundheit zu wünschen, veranlassen mich zu der Vergabe von 4 Sternen.

Kleine Sonnenstrahlen
Kleine Sonnenstrahlen
von Gottfried Berron
  Broschüre

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Leuchtet schon die Frühlingssonne über See und Aue hin? (...)", 12. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Sonnenstrahlen (Broschüre)
Dieses Büchlein (meine Ausgabe ist von 1998) enthält 14 Gedanken rund um das Thema Natur; Frühling und Sommer stehen meist im Mittelpunkt. Außer Annette von Droste-Hülshoff sind mir persönlich die Autoren dieser Sprüche eher weniger bekannt. Insgesamt sind alle Texte religiös angehaucht, mir ein wenig zu viel, es entspricht meiner Meinung nach auch nicht mehr ganz dem Zeitgeist von Spruchsammlungen zum Verschenken oder zum Stöbern nach einem passenden Text für eine Glückwunsch-Karte, ein Poesie-Album o.ä.

Mir persönlich gefallen die Gedanken des Autors Paul Steinmüller am besten (durch ihn wird meine Bewertung um einen Punkt angehoben), auch weil sie nicht direkt Begriffe wie "Gott", "Himmel", "Schöpfer" o.ä. beinhalten, sondern da sie ein Zwischen-den-Zeilen-Lesen erfordern. Z.B.: "Es gibt viele Bäume im Wald, deren Stämme im ewigen Schatten bleiben. Aber einige sind da, deren Wipfel sich im Sonnenlicht baden vom Morgen bis zum Abend. Und das geschieht ohne ihr Zutun. Und es gibt viele Menschen, die alles aus trüben Augen düster ansehen, und einige, die immer ein frohes Wort im Munde und ein gütiges Lächeln in den Augen tragen. Aber wir sollen nicht glauben, dass diesen das Frohsein ohne ihr Zutun möglich sei."

In Abwechslung zu den Sprüchen, findet der Leser bzw. Betrachter des Buches einige recht nette Fotos, allerdings sind auf den meisten davon Fotos zu sehen, die auffällig im 70er-Jahre-Stil gekleidet sind. Falls es eine Neuauflage geben sollte, sollte man meiner Meinung nach unbedingt auch die Fotos erneuern ;) Alles in allem hätte ich vor 10 Jahren dem Büchlein eine Bewertung von 4 Sternen gegeben (auch aufgrund des äußerst günstigen Preises), heute komme ich aber nicht über 3 Sterne hinaus.

L' Etranger
L' Etranger
von Albert Camus
  Broschiert

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen L'absurdité de l'existence ... mal schauen, ob das auf Französisch veröffentlicht wird, 11. April 2007
Rezension bezieht sich auf: L' Etranger (Broschiert)
L'idée maîtresse d'Albert Camus est la découverte d'un désaccort complet et irrémédiable entre le monde et l'homme. Le monde, dans lequel l'homme est prisonnier, n'a pour lui aucun sens. Ni connaissance, ni action ne conduisent à une certitude sur l'essence du monde. Mais cet homme porte en lui un désir insatiable de clarté, de sûretŽt, de bonheur, de justice. Cette contradiction entre un monde absurde et l'homme raisonnable est insoluble. Il n'y a donc au monde aucune sécurité, aucun bonheur durable, aucune immortalité pour l'homme. Mais pourtant, celui-ci ne doit pas s'abandonner à l'inaction et à désespoir passif. Au contraire, il doit protester contre l'absurdité de son existence.

Les impressions sensorielles sont tout-puissantes et bivalentes: Meursault aime le soleil mais à cause de ceci, il mourra! ...

Saw [Director's Cut]
Saw [Director's Cut]
DVD ~ Leigh Whannell
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,10

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bringe den anderen um oder stirb selbst!, 10. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Saw [Director's Cut] (DVD)
Außer dem, was hier schon vielfach erwähnt wurde, gibt es zum Inhalt von "Saw" nicht viel zu ergänzen. Der Fotograf Adam und der Arzt Lawrenze bzw. Dr. Gordon, wachen in einem heruntergekommenen kellerartigen Badezimmer auf. Beide sind an Rohre angekettet, keiner weiß, wie sie dahin kamen und wieso sie dort sind. Stückchenweise und unter Beobachtung und Kommentierung des Täters kommt Licht ins Dunkel. Durch eine Message an beide Opfer wird ihnen klar, dass sie höchstwahrscheinlich nur überleben werden, wenn sie den anderen töten ...

Die Beschreibung in meiner Fernsehzeitung hätte mich beinahe davon abgehalten diesen meiner Meinung nach außerordentlich sehenswerten Horror-Film bzw. Psycho-Thriller anzusehen. Zwar wurde er auch als "sehenswert" bezeichnet (nur "hervorragend" ist dort die bessere Bewertung), aber es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "Saw" nicht für jeden geeignet ist ("nur für Genre-Fans"), vor allem da viel Blut vergossen würde ("sehr brutaler blutiger Schocker"). Da ich Horror-Filme bevorzuge, die ohne viel Blut auskommen (Horror benötigt meiner Meinung nach sowieso nicht unbedingt Blut), hätte ich beinahe aus- oder umgeschaltet. Schon bald wurde aber klar, dass außer einer Blutlache, die sich mitten im Badezimmer um einen toten Dritten herum befindet, im Gegensatz zu vielen anderen Horrorfilmen (z. B. "Ghost Ship", wo das erschreckendste und vor allem blutigste Ereignis des ganzen Filmes nach nur wenigen Sekunden oder Minuten geschieht) während fast des ganzen Filmes kein Blut fließt. Erst in den letzten zehn Minuten sollte man - falls man es nicht sehen kann oder mag - kurz mal eben wegschauen ...

Der Beschreibung "neue Maßstäbe in Sachen Grausamkeit" habe ich nicht allzu viel entgegenzusetzen, allerdings denkt sich der psychisch gestörte Täter hier auch nicht unbedingt grausamere Dinge aus als es z. B. bei "Sieben" der Fall ist (praktischerweise wurde "Sieben" genau 24 Stunden zuvor gezeigt;). Beide Täter haben auch ihre - unter gewissen Umständen nachvollziehbaren - Gründe für ihre Taten, wieso auch des öfteren, bereits auf der DVD-Hülle, die Ähnlichkeit zu "Sieben" erwähnt wird. Anders ist bei "Saw" aber die klaustrophobische Stimmung, die durch das Eingeschlossensein der Opfer ensteht. Auch dies ist für Horror-Filme ja nicht ganz untypisch (z. B. "The Hole").

Keinesfalls wirkt "Saw" wie eine Low-Budget-Produktion, was es angeblich war. Der Film hält einen unter Spannung, an das Wegschalten wird bald nicht mehr gedacht. Besonders gelungen ist der Schluss - dieser schreit nur so nach einer Fortsetzung und, wie ich hier sehen konnte, gibt es wirklich zwei weitere Filme. Beeindruckend ist für mich auch, wie man ggf. sogar die Sicht des Täters (also den Sinn bzw. Wahnsinn der Taten) nachvollziehen kann. 'Eigentlich' möchte er die Opfer nur auf etwas hinweisen und dies scheint ihm zu gelingen, auch wenn er sich wohl etwas in die Brutalität hineinsteigert. Nett ist auch die anfängliche Begrüßung, nach dem Motto "heute ist dein Todestag", "einer von euch wird heute sterben".

Alles in allem halte ich den Film für sehr gelungen (4 bis 5 Sterne), im Vergleich zu "Sieben" vergebe ich 4 Sterne, da bei "Saw" am Ende alles aufgelöst wird und man deshalb leider nicht noch Stunden oder Tage damit verbringt, über das Gesehene nachzudenken. Die psychische Komponente würde ich als ausdrücklich gelungen bezeichnen, denn nur die Genialität des Sinnes der Taten ist es, über die man länger nachdenken kann ("die meisten Menschen sind so undankbar ..."). Die Freigabe ab 16 ist daher mehr als gerechtfertigt. Blutig ist der Film, wie bereits erwähnt, nicht besonders - also alle, die sich aufgrund dieser Beschreibung vor dem Ansehen sträubten, können ihn meiner Meinung nach getrost sehen! Und sicherlich neigt man nach dem Ansehen von "Saw" auch eher dazu seinem Kind zu glauben, wenn es nachts berichtet, ein Mann sei in seinem Zimmer! ...

Langenscheidt 1000 Redensarten, Französisch
Langenscheidt 1000 Redensarten, Französisch
von Hans-Wilhelm Klein
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was man so meist nicht im Französisch-Unterricht lernt, 1. April 2007
Wenn man nicht gerade eine/n MuttersprachlerIn als Französisch-LehrerIn hat(te), dem bzw. der ab und an eine Redensart entwich bzw. entweicht, bleiben diese im Schulalltag meist leider auf der Strecke. Doch neben dem Wortschatz in Form von Vokabeln und der Grammatik einer Fremdsprache, sind es eben nun einmal Redensarten und Sprichworte, die eine Sprache zum Leben erwecken und durch die der nicht muttersprachliche Sprach-Benutzer sein Interesse an und Verständnis für eine Sprache zeigen kann. Dr. Hans-Wilhelm Klein, unter Umständen bekannt durch das oft verwendete Schulbuch Études Françaises Grundgrammatik des Klett-Verlages (Klein/Kleineidam), trägt bereits seit über 50 Jahren jeweils aktuelle Redensarten des Französischen zusammen; die erste hier erwähnte Ausgabe erschien im Jahre 1952, die mir vorliegende Ausgabe erschien im Jahre 1993 (10. Auflage), die letzte mir bekannte Ausgabe erschien 2001. Klein entscheidet sich in diesem Buch für die 1000 wichtigsten und meistbenutzten französischen Redensarten, er schreibt er habe "nur solche Ausdrücke aufgenommen (...), die der Franzose ständig im Munde führt und die auch für den Nichtfranzosen unentbehrlich sind, der zu einer gewissen Sprachfertigkeit gelangen will."

Die französischen Redewendungen sind alphabetisch angeordnet (nach Stichworten, was z. B. auch Verben sein können). Am Ende des Buches befindet sich ein "Deutsches Register der Übersetzungen"; hier dient das charakteristischste Wort, also das Schlüsselwort der ins Deutsche übersetzten Redewendung, als Such-Stichwort. Unter A ist dies beispielsweise das 'Stichwort' "A" für "wer A sagt, muss auch B sagen" ("Le vin est tiré, il faut le boire"). Jede Redensart wird übersetzt, zudem wird ein Anwendungsbeispiel genannt, durch welches die Redensarten besser einprägbar sind und der Gebrauch verdeutlicht wird. Wird eine Redensart eher im familiären Umfeld verwendet, ist dies vermerkt. Desweiteren erwarten den Leser oder 'Schmökerer' zahlreiche "humorvolle Illustrationen", die ihm die "Diskrepanz zwischen dem wortwörtlichen Verständnis einer Wendung und ihrem tatsächlichen Sinn deutlich" machen soll. Das, was irrtümlich unter einer Redensart verstanden werden könnte, wird folglich auf witzige Weise dargestellt.

Dem Leser wird auffallen, dass Vieles deutschen Redensarten ähnlich ist. "Haare lassen müssen" entsprich beispielsweise dem Ausdruck "laisser des plumes". Bedauerlicherweise wird rein gar nichts über die Herkunft der jeweiligen Redensart erwähnt. Der Verfasser schreibt hierzu Folgendes: "Die Erklärungen wurden möglichst beschränkt, da der Leser kaum Wert auf philologische Erörterungen legen wird." Leider irrt er sich da, zumindest was mich angeht. Längere Ausführungen würden selbstverständlich zu weit gehen, da der Umfang des Buches dann keine handlichen 240 Seiten mehr betragen würde. Eine kleine Erläuterung oder ein Hinweis auf weiterführende Lektüre wäre jedoch wünschenswert, weshalb ich persönlich an dieser Stelle einen Stern abziehe. Wer möchte beispielsweise nicht wissen, ob "filer à l'anglaise" etwas mit England oder den Engländern zu tun hat? ...

Alles in allem ist dieses Buch jedoch außerordentlich hilfreich und vor allem interessant - es macht sehr viel Spaß darin zu lesen (oder auch nur zu blättern). Der damalige Preis war mit 19,80 DM bereits recht hoch, heute liegt diese Ausgabe bei 13,95 Euro, was für interessierte (junge) Schüler schon recht viel ist (ein weiterer Grund für den einen abgezogenen Stern). Allerdings erwartet den Leser mit Kauf dieses Buches wiederum die allseits bekannte Langenscheidt-Qualität!

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