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Beiträge von Ragin
Top-Rezensenten Rang: 7.098
Hilfreiche Bewertungen: 51
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Rezensionen verfasst von Ragin
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4.0 von 5 Sternen
Neuer Sänger, neue Richtung, 12. November 2011
Ein weiteres Album der finnischen Superstars und einer meiner absoluten Lieblingsband. Mit neuem Sänger und veränderter Stilrichtung. Sie sind immer noch Humppa, aber viel ernster. Das Intro wird mir nicht so ganz klar, es hat starke Anlehnung an einen Harry Potter Film. Doch schließlich machen sie doch ernst mit 'Stäng'. Das folgende 'Korpens Saga' erinnert stark an 'Trollhammaren' des Vorgänger-Albums 'Nattfödd'. Ein ziemlich guter Song mit Mittanzcharakter. Das folgende 'Nedgång' geht nach etwa 22 Sekunden in einen geheimnisvollen Part über, wie man ihn bereits vom Intro von 'Jaktens Tid' kennt. Eine beschwörende, brüchige Stimme raunt sicherlich bedeutendes. Hier wird sehr deutlich, dass Finntroll die Handbremse stark anziehen, wenn die Musik etwas zu fröhlich zu werden droht. Der Sound erinnert hier etwas an das großartige Debüt, ohne dessen Klasse wirklich zu erreichen. 'Midnattens Widunder' war doch noch sehr folkig, und das vermisse ich hier. Track Nr. 5 schließlich beginnt sehr ernst und düster, beinahe schon dramatisch. Man ist diese Art von Musik von den Finnen nicht gerade gewohnt. Aber es klingt nicht schlecht. Man ist von den Vorgängeralben wohl zu sehr von fröhlicher Humppa ' Gaudi verwöhnt. Oha, mit Track Nr. 7 'En Mäktig Här' wird es dann doch noch typisch frech böse-lustig, ein sehr verspielter Anfang, und man befindet sich im gewohnt fiesen Finntrollsound. Auch im anschließenden 'Ormhäxan' kommt das typische Klimperdiklim zum Einsatz, und das ist nun mal stark. Jedoch ist der stärkste Titel meiner Meinung nach 'Maktens Spira', welcher vor Kraft, Schnelligkeit und der für Finntroll so typischen, frischen und frechen Art nur so strotzt. Endlich haben sie den fünften Gang eingelegt und flitzen davon. Einfach klasse. Auch die ruhigen, jedoch keineswegs langsameren Momente fügen sich hervorragend in das Gesamtgebilde ein. Ein typischer Finntrollkracher, mit fiesem Solo. Doch mit Track Nr. 10 wird deutlich die Bremse angezogen und es folgt ein folkiger, schleppender Song, der zum Träumen anregt. Man hört Windrauschen und den Ruf eines Uhus. Dann jedoch gibt man wieder Stoff. Der letzte Track wird sehr melancholisch und feierlich. Man bekommt Gänsehaut. Und dann endet das Album. Oder? Das Knistern eines Lagerfeuers und schaurige Geräusche der Nacht folgen. Vor meinen Augen taucht eine weitläufige Wiese auf, auf der ich mich alleine an einem Lagerfeuer befinde. In der Nähe befindet sich die finstere Mauer des Waldes, aus welchem jene schauerlichen Geräusche zu hören sind. Eine bedrohliche, böse Atmosphäre bemächtigt sich meiner. Doch dann verebbt das Lied. Zurück bleibe ich, mit Kopfhörern auf dem Haupt und einem mulmigen Gefühl. Das jedoch ist den Finnen zuwider, sie wollen den Hörer nicht so verängstigt zurück lassen. Und so hört man nach etwa 11 Minuten eine sehr ulkige, typisch trollische Session mit einer übelst folkigem Nummer, die zum Mitgröhlen und Saufen einlädt. Man sieht sich beinahe in die Höhlen der Trolle versetzt zu einem Saufgelage der übelsten Sorte. Unglaublich. Finntroll sind stets für eine Überraschung gut. Abschließend bleibe ich denn nun, etwas verwirrt, zurück. Gehen wir mal weg von der üblichen Betrachtungsweise und schauen uns das Album aus einer Perspektive an, ohne die Vorgänger zu beachten. Dann ist 'Ur Jordens Djup' ein sehr, sehr starkes Album. Hier ist kein Fehltritt vorhanden, die Qualität ist hoch, wie man es von Finntroll gewohnt ist. Auch wenn es vielleicht nicht den hochwertigen Charakter der Vorgängeralben erreicht. Es hat viele starke Momente, und somit haben Finntroll ihren Status gesichert. Jedoch hat sich in meinen Augen (oder besser gesagt: Ohren) der Wechsel am Mikro sehr stark bemerkbar gemacht. Vreth's Stimme ist Klasse, keine Frage. Aber für die Trolle, die wüsten Haudraufs, ist sie vielleicht meiner Meinung nach etwas zu viel Black Metal. Katla war DER stimmige Troll schlechthin, Wilska kam diesem Status sehr nahe. Doch Vreth ist noch nicht so ganz zum Troll geworden, zumindest auf 'Ur Jordens Djup' nicht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Große Kunst, 12. November 2011
Selten wurde die nordische Mythologie so liebevoll und detailverliebt in Worte umgesetzt wie es hier der Fall ist. Die großen Sagen und Mythen über die Asen, das nordische Göttervolk, sind hier in Gedichten nieder geschrieben, und es ist wahrhaft eine literarische Kunst. Man ist dabei, von der Sage über die Erschaffung der Welt, bis hin zu ihrem Untergang, Ragnarök, der legendären letzten Schlacht. Es wird der Erschaffung des Donnergottes Thor berichtet, ebenso wie vom Kampf mit den Wanen oder auch Baldurs Tod. Jedes Gedicht ist mit feurigen und leidenschaftlichen Worten ausgeschmückt, die der jeweiligen Erzählung vollends gerecht werden. Aber auch die Ausstattung des Buches ist unvergleichlich. Es ähnelt einem Märchenbuch, mit gold schimmernder Schrift und Umrandung. Auch die Innenseite weiß zu überzeugen. Wunderschöne Illustrationen sowie Vignetten geben jeder Geschichte noch zusätzlich einen zauberhaften Beigeschmack. Dieses Buch ist nur noch schwer zu bekommen, aber jeder, der Interesse an der nordischen Mythologie hat, sollte sich dieses Werk zulegen. Besser geht es nicht.
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5.0 von 5 Sternen
Dieses ward der 3. Streich..., 12. November 2011
Und ein weiterer Streich der finnischen Trolle. Im Jahre 2004 das Album des Monats in der 2. Ausgabe des Legacy. Und das nicht zu unrecht. Es ist wahrhaft trollischer Metal. Hier ist alles vertreten, Schnelles Geschepper, finsterer Gesang, und auch hier und da eine düstere und unheimliche Stimmung. Doch ist man schon ziemlich verwirrt, wenn man plötzlich ein Akkordeon vernimmt, das förmlich zum Schunkeln auffordert. Finntroll sind wie die Trolle ihrer Geschichten. Track eins beginnt sehr finster, man hört einen Schrei in den Wäldern erheben, dann beginnt die Musik. Schnell, unaufhaltsam und mächtig bahnt sich die Musik ihren Weg in den Gehörgang. Vom ersten Ton weg gefällt es mir. Ich verstehe zwar kein Wort, und doch sehe ich bei 'Elityres', dem zweiten Song, einen Troll durch den finsteren Wald hetzen, durch sein Reich, immer wieder zwischen den Bäumen kurz auftauchend und dann wieder ist er verschwunden. Er ist unterwegs, unheilvoll die Menschen heimzusuchen. Song Nr. 3, 'Fiskarens Fiende', ist schon fast ein Volkslied. Mitgröhl ' und Schunkelcharakter ist hier garantiert. Laut den Finnen selbst bedeutet es soviel wie 'Fischermanns Feind'. Ein Hammersong. Es folgt 'Trollhammaren', ein nicht minder starkes Volkslied. Dies war auch die Singleauskopplung. Und doch, so verrückt der Sound auch klingt, immer wieder kommt eine verträumte Stimmung auf. Die Atmosphäre haben Finntroll hervorragend eingefangen. Der Titelsong des Albums schließlich lässt uns eintauchen in den finsteren Wald, ich sehe die Sterne zwischen den Wipfeln der Bäume. Hier wird es einem schon etwas mulmig, weiß man doch, dass der Trollkönig in den Wäldern haust. Wenngleich ich überhaupt kein Wort schwedisch kann, so glaube ich doch, das eine oder andere übersetzen zu können, so wie es auch schon beim Vorgänger der Fall war. Es ist verrückt. Geschichten gehen einem beim Hören dieser Musik durch den Kopf, und man möchte am liebsten sofort des Nachts in den Wald gehen, um die Trolle aufzusuchen, mit ihnen zu feiern und zu singen oder gar auf Raubzug auszugehen. Mich selbst hat diese Musik zu meiner Geschichte über Gorban, den Magier inspiriert, der zu Beginn seiner Geschichte den Weg zu den Trollen findet. Absolut nichts Satanisches ist hier vertreten. Es geht nur um den Spaß. In 'Marknadsvisan' hört man die beiden Trolle, die in den Geschichten der Finnen schon immer ihr Unwesen treiben, über einen Marktplatz ziehen und alles verwüsten. Ja, hier wird auch das böse Gesicht der Trolle mal gezeigt. Zum Ende wird es schließlich noch besinnlich und gemütlich, wenn 'Rök' das Album ausklingen lässt. Leider ist das Album zu kurz, was als einziges bemängelt werden könnte. Alles in allem ist jeder Song eine Klasse für sich. Das ist trollischer Humppa-Metal. Die Finnen haben eine gemütliche, zum feiern, trinken und mitgröhlen einladende Atmosphäre geschaffen. Wenn Odin, der Weltenwanderer, dies Treiben sieht (oder besser: hört) so wird er sich mit Wohlwollen an der Finnen Feuer niederlassen und ihren Versen lauschen, während sie gemeinsam Met trinken und feiern. Feiern wir mit!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Finntroll's zweiter Streich, 12. November 2011
Das Cover sieht furchteinflößend aus. Eines der größten Kunstwerke, die ich im Metalbereich je gesehen habe. Und so wie das Cover aussieht, so klingt auch die Musik... Ein unheilschwangeres Intro ertönt, und es folgt 'Födosagan'. Sehr düsterer Beginn. Der Rhythmus fordert zum Nackenschwenken auf. Der Hintergrund dieses Soundgebildes sieht doch arg volkstümlich aus. Und als schließlich das Akkordeon ertönt, ist es klar: Finntroll wollen nicht schockieren. Diese Musik reißt einen einfach mit, man kann nicht anders, man taucht ein in die märchenhafte Welt der finnischen Wälder, in das Reich des Trollkönigs und seiner Horden. Mein Top ' Favorit der CD ist der folgende Song, 'Slaget vid Blodsälv'. Richtig frech und blitzschnell, wie man sich die Trolle einfach vorstellt, flitzt die Musik dahin, und wir sitzen auf dem Rücken eines wütenden Ebers und reiten mit der Trollschar los, um ihren unsäglichen Taten beizuwohnen. Der Song explodiert nach eineinhalb Minuten förmlich in einem epischen Ausmaß. Einfach fabelhaft. Episch geht es auch weiter, mit 'Skogens Hämnd'. Die Texte sind allesamt in Schwedisch, man versteht kein Wort. Und doch kann man sich vorstellen, wovon sie handeln. Die Musik und auch die Stimme des Sängers bilden ein geradezu märchenhaftes Muster. Der Titelsong des Albums lädt geradezu zum mitgröhlen ein, es ist unglaublich. Man kann sich vorstellen, wie die Trollschar in einer sternklaren Nacht durch den Wald reitet, denn es ist Jagdzeit... So heißt es in 'Jaktens Tid' etwa: 'Bygden står stilla, en stjärnklar natt...' Ein wenig glaubt man schon, diese Sprache zu verstehen. Es folgt ein klassisches Stück, das ich schon mal gehört habe. 'Bakom varje fura' lautet es, und passt sich fabelhaft in das Gesamtgefüge von Jaktens Tid ein. Dann wird es wieder etwas finsterer, 'Kitteldags' lädt uns ein in die finsteren Höhlen der Trollschar. Immer wieder taucht in den Songs dieses Akkordeon auf und erzeugt eine gemütliche und verträumte Stimmung. Das anschließende 'Krigsmjöd' ist wieder schnell, und wir glauben, einem Streifzug der Trolle beizuwohnen. Es ertönen blitzschnelle Keyboards, die an die blitzenden Sterne erinnern, die am Himmel dahin sausen, während wir auf den Ebern oder Wölfen ins Tal rasen, um Unheil und Verderben über die Menschen zu bringen. In Track Nr. 9 wird es zu Anfang sehr mystisch. Der Text ist traditionell, und passt herrlich in die freche und doch frische Musik von Finntroll. Dann wird es richtig trollisch-böse. Man hört einen Priester, dessen Stimme schaurig durch die Dunkelheit hallt. Im Hintergrund eine Orgel, und plötzlich das Gebrüll der Trolle, die in den Alben der Finnen immer wieder zu hören sind und nun der christlichen Messe ein Ende bereiten. Der vielleicht düsterste und schnellste Track auf Jaktens Tid. Anschließend bereitet man dem horngekrönten König ein Ständchen, so zumindest klingt der Titel 'Den Hornkrönte Konungen'. Dann wird es noch einmal verträumt mit 'Aldhissla'. Mehr als sechs Minuten zieht sich dieser epische und ernste Titel dahin. Dann schließlich lässt 'Tomhet och Tystnad Härska' das Album sehr mystisch ausklingen. Doch halt, zuerst denkt man, es ist Schluss, denn die Musik verklingt, aber dann erklingt ein Horn und wir lauschen noch einmal herrlichen Folkklängen und sitzen in einer Taverne in feierlicher Runde, während Met ausgeschenkt wird und fröhliche Lieder geschmettert werden. Es ist der pure Wahnsinn. Ich kann nicht aufhören diese Jungs hochleben zu lassen. Jedes Stück ist wirklich gut produziert, hat seinen Reiz und sämtliche Songs dieses finnischen Sauhaufens wissen den Hörer zu fesseln. Es ist ein umwerfendes Musikerlebnis, und wer sich einmal den verrückten Klängen dieser trollischen Horde ausgesetzt hat, der kann sich ihrer Faszination nicht mehr entziehen. Man bekommt Lust, zu feiern, ein richtiges Gelage zu veranstalten wie es die Trolle tun, und diese Musik wäre zu solchen Festen der gebührende Partykrach. Aber nicht nur zu Party. Finntroll beflügeln die Fantasie, und eignen sich zum Träumen ebenso wie zum Feiern. Es ist einfach für fast jeden was dabei. Auf denn, ihr Gesindel! Speis und Trank ausgeschenkt, und ums Lagerfeuer gesammelt, denn wir feiern!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Bester Black Metal aus Deutschland!, 12. November 2011
Genial! Mehr müsste man zu dieser Scheibe nicht sagen. 'Some Wounds, out lost, eternity' wird zu Beginn gesprochen, und dann kracht es. Feuriges Drumming, wunderbare Gitarrenarbeit und abgrundtief böser Gesang. Mich reißt es vom Hocker. 'Iconoclasm Omega' fegt alles weg. Man ist versucht, das Material in die skandinavische Ecke zu schätzen, doch weit gefehlt! Es ist durch und durch deutsch. Die aus Landshut kommende Band legt hier eine überragende Leistung hin, die sich mit fast allem messen kann. Der gesprochene Teil in der Mitte ist aus Teilen von Reden Charles Mansons zusammengeschnitten. So also klang der berüchtigte Killer. Das ist mal ein netter Einfall. Weiter geht's. 'Self-Mutilation' beginnt mit dem gequälten Geständnis: 'Manche Menschen sagen, ich bin ein Psycho. Und sie haben recht, ich bin ein Psycho, sehen Sie mich an!' Nicht zu schnell und doch finster und teuflisch. Der Titelsong wieder wird von schnellen Drums und wundervollen Gitarren getragen. Absoluter Überhammer ist der folgende Song 'When 1000 Crypts awake'. Eher im Midtempo angesiedelt, erreicht der Song fast epische Ausmaße. Ein Ohrwurm und absoluter Nackenbrecher. Vom insgesamt wahnsinnig guten Album sticht die hervorragende Arbeit des Drummers hervor. Seraph weiß, was er macht. Ebenso die Gitarrenarbeit von Asvargr und V Santura lässt kein Auge trocken. Die Stimme von Azathoth ist stets kraftvoll und teuflisch brillant. Nicht immer hyperschnell, aber doch heavy und sehr böse frisst sich die Musik von 'Stab Wounds' in dein Hirn. Du kommst nicht mehr los. Da ist nichts auszusetzen. Dark Fortress beweisen, dass auch deutsche Bands im Black Metal bestehen und auch so manch halbherzigen Versuch gewisser skandinavischer Bands sogar rücksichtslos hinwegpusten können. Hervorragend! Davon kann Deutschland mehr brauchen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Beste DSA-Kost!, 11. November 2011
Dieses Buch fand ich eines Tages in einer Kiste voller preisreduzierter Mängelexemplare und kostete damals noch 3 D-Mark. Nachdem ich es gelesen habe, wurde mir erst bewusst, welches Glück ich da hatte, denn dieser Roman zählt für mich zu einem der besten Bücher überhaupt. Meiner Meinung nach atmet das Buch aufgrund der Erzählweise und dem Stil dieser Geschichte die einzigartige Atmosphäre, die dem Das-Schwarze-Auge-Universum innewohnt, in wunderbarer Weise aus. Selten fand ich mich so direkt in diese fantastische Welt versetzt wie hier. Es hat den unvergleichlichen Charme, den ich an dieser Welt so sehr liebe. Immer wieder wird man mit kurzen Themenwechseln an andere Orte versetzt, in denen eigentlich banale Handlungen und Geschehnisse dafür sorgen, dass man voll und ganz in die Geschichte eintaucht. So landet man plötzlich bei einem Bogenbauer, der zum Zeitvertreib die Karten legt und dabei auf seltsame Vorzeichen stößt, die den Lauf der Handlung voraussagen. Die Geschichte handelt hauptsächlich von einem Skalden aus dem Volk der Thorwaler, der sich in eine Thorwalerin verliebt. Besonders hervorzuheben ist hier, dass das Volk der Thorwaler eng an die Wikinger und Nordmänner unserer Geschichte angelehnt sind und auch ettliche Wesens- und Charaktereigenschaften von diesen übernommen haben. Aber auch die weiteren Personen, die immer wieder an ganz anderen Schauplätzen ihrem Werken nachgehen, sind sehr liebevoll ausgearbeitet. Für besonders Gelungen finde ich auch die einzelnen Zitate am Anfang jedes Kapitels, wobei Spruchweisheiten von berühmten Persönlichkeiten aus der Geschichte Aventuriens, dem Schauplatz der Das-Schwarze-Auge-Abenteuer, zum Besten gegeben werden. Auch die alten Lieder, die man nachlesen kann und bei denen sich in meinem Kopf sofort eine passende Melodie gebildet hat, haben ihren unverkennbaren Reiz. Einfach klasse. Die Kampfszenen zum Ende hin erinnerten mich in liebevoller Art und Weise an die alten PC-Spiele der Nordland-Trillogie, bei denen auch jedes einzelnes Mitglied der Abenteuergruppe mit seinen ganz persönlichen Fähigkeiten zum Zuge kommt. Und die Magier hier sind keine unverwundbaren und übermächtigen Lichtgestalten, wie es in so manch anderen Romanen oft der Fall ist. Leser, die mit dem Das-Schwarze-Auge-Universum nichts zu tun haben, werden sich wohl bei der Fülle an Informationen und seltsamen Namen und Bezeichnungen sowie geschichtlichen Daten überfordert fühlen. Für diesen Roman sollte man die Welt auf irgendeine Weise zumindest mal angetestet haben, um sich wenigstens über die Namen der einzelnen Monate und Götter im Klaren zu sein. Es ist ganz klar ein Buch für Aventurien-Kenner, für solche jedoch meiner Meinung nach sehr empfehlenswert!!!
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Episch, faszinierend, fantasievoll - Williams!, 11. November 2011
Tad Williams hat mit dem Zyklus um "Das Geheimnis der Großen Schwerter" ein grandioses Meisterwerk moderner Fantasyliteratur geschaffen. Teil 1, "Der Drachenbeinthron", stellt zuerst die Welt, die darin lebenden Völker, die Personen, die Religionen sowie die polititsche Situation während des Handlungszeitraums dar. Dies mag zuerst etwas langatmig wirken, doch lohnt es sich auf jeden Fall, weiter zu lesen. Der Roman hat es in sich. Meistens steht im Mittelpunkt der junge Simon, der von Abenteuern und von Magie träumt. Doch plötzlich wird er unsanft in die Realität zurück gerissen, und er merkt, dass Abenteuer und Magie nicht immer nur schöne Seiten haben und schon sehr bald vom verträumten Küchenjungen in einen Mann verwandeln, der sich dem Schicksal und den Gefahren, die über seine Welt hereinbrechen, stellen muss. Bald schon wird die Geschichte ihren Weg in breite und unglaubliche Bahnen lenken, wenn der Erzählton düster und bedrohlich wird und man ahnt, dass das Schicksal eine dunkle Wolke der Bedrohung über die ganze Welt ausbreitet. Alles, was eine gute Fantasy-Story ausmacht, findet man hier: Eine große, in sich abgeschlossene Welt, voller Mythen und Legenden; wunderbare Schauplätze wie etwa gigantische Festungen, tiefe Wälder voller Geheimnisse und mächtige Gebirgszüge; fantastische Wesen und Völker; eine dunkle Bedrohung und böse Schurken; magische und legendäre Waffen; Krieg und Kampf und dabei einen so wunderbaren Erzählstil, der all dies dem Leser nicht zu kitschig vermittelt. Williams versteht es geschickt, die Religion der wirklichen Welt in seine Geschichte einfließen zu lassen, ebenso wie er sich aus anderen Mythologien bedient. Dabei legt er manchmal eine gar unverschämte Art und Weise an den Tag, was man ihm jedoch nicht wirklich übel nehmen kann, sondern den Leser vielleicht eher schmunzeln lässt. Ich sage nur Usires Ädon, der am Baum starb, oder den Einäugigen, der Gott der Rimmersmänner. Letztere, nur kurz als Erklärung, ähneln dabei den nordischen Völkern unseres Frühmittelalters. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Tolkiens "Herr der Ringe" ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, wenngleich sie keineswegs so stark ist wie in so manch anderen Werken. Eine große Welt, die von einer finsteren Macht bedroht wird. Doch damit hat es sich auch schon. "Das Geheimnis der Großen Schwerter" hat einen gänzlich eigenen Charakter, und der Autor webt seine ganz eigene epische Geschichte. Und das Wort "Episch" ist hier keineswegs falsch gewählt. Doch wer "mal eben schnell" eine Fantasygeschichte lesen will, ist hier schlecht beraten. Die Welt Osten Ard verlangt viel Aufmerksamkeit. Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge und eine Fülle an Details, die jedoch bis in den letzten Satz gut durchdacht und ausgearbeitet sind. Der etwas langatmige Beginn ist, im Nachhinein betrachtet, meiner Meinung nach bitter nötig, um der folgenden Handlung folgen zu können und ganz in die Welt einzutauchen. Der Erzählstil von Williams trägt hier nur positiv bei, versteht er es doch, dem Leser die Geschichte liebevoll und detailverliebt zu erzählen. Man merkt auf jeder Seite, mit welcher Liebe und mit welcher Hingabe der Autor an diesem Werk gearbeitet hat. Vielleicht ist auch hier eine gewisse Ähnlichkeit zu Tolkien nicht von der Hand zu weisen, hat doch gerade das Meisterwerk "Der Herr der Ringe" einen ähnlich langsamen Beginn, um jedoch irgendwann einen düsteren und ernsten Tonfall einzuschlagen, so dass der Leser merkt, dass es sich hier um eine Geschichte handelt, die den Lauf der Welt beeinflusst. Die Protagonisten sind herrlich ausgearbeitet und jeder hat seinen ganz eigenen Charakter, die sie, je nach dem, besonders liebens- oder hassenswert machen. Und doch haben sie alle ihre gewissen Charaktereigenschaften, die oftmals ihr Handeln begründen und dem Leser so manchen Bösewicht vielleicht in einem anderen Licht präsentieren. Dabei mag vielleicht der Hauptdarsteller Simon nicht unbedingt sooo viel Sympathiepunkte erhalten, wie andere Personen (nicht dass Simon keine gute Wahl für einen Hauptprotagonisten wäre, ganz im Gegenteil!), etwa der Troll Binabik, der mir vor allem wegen seiner vierbeinigen Begleitung, der Wölfin Qantaqa sympathisch ist; oder Herzog Isgrimmnur, der Rimmersmann; ebenso sein Landsmann Jarnauga, der Alte; und nicht zu vergessen Prinz Josua. Selbst der kleinsten Nebenrolle hat Williams Leben eingehaucht, was die Welt Osten Ard sehr lebendig wirken lässt. Alles in Allem kann ich dies nur empfehlen. Williams schafft es, den Leser wirklich in den Bann zu ziehen und ihn ganz nach Osten Ard zu entführen, um nicht nur über die Erlebnisse zu lesen, sondern ihnen beinahe selbst beizuwohnen. Seit Tolkiens Jahrhundertwerk hat mich kein Fantasyroman mehr so gefesselt und begeistert. Volle Punktzahl für Williams großartiges Werk!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Ausnahmewerk aus Finnland, 12. Juni 2011
Tja, diese Finnen' Eigentlich kenne ich die Gruppe ja als eine etwas weniger ernstzunehmende Band. Und dann legen die Kerle solch ein Album vor... Es ist ein außergewöhnliches Pagan/Folk/Black Metal Erlebnis, dies sei gleich schon mal vorweg gesagt. Und ich kenne nicht viele Alben, die in epischen Dingen mit diesem Silberling mithalten können. Ein sehr melodischer Beginn, ja, Moonsorrow sind noch Pagan Metal. Aber ihr Sound klingt herrlich finster. Jedenfalls gefällt mir was ich bisher höre, besser als ihre vergangenen Taten. 'Karhunkynski' leitet diese 70 Minuten geballten epischen Metals ein. Vom Klang her würde ich sagen, ist 'Verisäkeet' sehr an die Natur angelehnt. Der Opener jedenfalls ist ein wahrhaft epischer Stampfer, der immer wieder abwechslungsreiche Passagen beinhaltet und somit nicht langweilig wird. Immer wieder tauchen chorartige Gesangseinlagen sowie Maultrommeln auf. Ui, nach knapp neun Minuten schließlich gibt's doch noch etwas auf die Mütze. Dies klingt schon beinahe wie Black Metal. Ja, auch aus der schwarzen Seite ist ab und an eine gehörige Prise reingemischt worden. Und wir sind immer noch beim ersten Song! Es wird richtig aggressiv, der Sänger gibt alles, was er hat. Nach knapp 14 Minuten geht der Song in das folgende 'Haaska' über. Schlachtengetöse und der einsame Schrei eines Falken, der hoch über dem blutigen Gemetzel kreist, ist zu hören. Dann legen die Finnen erneut wahrhaft episch stampfend los, eine wahre Schlachthymne wird vom Brett gespielt. Abwechslungsreichtum ist angesagt, schöne Melodien und Chorgesänge sind zu hören. Dann hört man auch mal ein Akkordeon. In diesen Momenten wird es am deutlichsten, dass sie Finnen sind. Gewittergrollen lässt 'Haaska' schließlich ausklingen, und geht erneut über in Track Nr. 3, 'Pimeä'. Vogelgekreisch ist zu hören, mit leisem Gitarrengeklimper hinterlegt. Dann geht es ohne Vorwarnung los. Kreischend legt der Sänger vor, und wieder vernimmt man stampfende Drums. Irgendwie ähneln sich die Songs untereinander und doch hat jeder Track seine ganz eigenen Feinheiten. Immer wieder diese natürlichen Geräusche, das Schreien eines Vogels oder Gewittergrollen, das Knistern von Lagerfeuer, all das erschafft gemeinsam mit der Musik eine verträumte, und doch ernste und manchmal melancholische Stimmung. Ein absoluter Ohrenschmaus ist für mich 'Jotunheim', Track Nr. 4. Er beginnt sehr ruhig, eigentlich traurig. In die melancholischen Melodien schleicht sich hin und wieder ein Vogelruf. Dann geht die Mucke los. Ein richtig nordischer Rhythmus legt los, mit den nordischen Melodien. Man ist gefangen in der Welt von 'Verisäkeet'. Der epische Chorgesang sticht hier am besten heraus. Und man fragt sich, wie lange denn so ein Titel denn wohl geht? Tja, beinahe 20 Minuten muss man allein in 'Jotunheim' investieren. Aber die sind gut angelegt. Nach 16 Minuten schließlich verklingt die Musik, und man hört nur noch das Rauschen der nordischen Wälder, mit der natürlichen Geräuschkulisse im Hintergrund. Wundervoll. Einfach traumhaft. Nach 18 Minuten ertönt plötzlich eine ganz leise Melodie. Und dann tritt man an prasselndes Lagerfeuer heran. Hin und wieder ertönt ganz leise diese Melodie. Und das anschließende 'Kaiku' ist absolute Lagerfeuermusik. Es ertönen Flöten, dazu das Akkordeon. Dies ist nun einfach nur noch nordische Musik, kein Metal. Nach nicht mal vier Minuten verstummt die Musik jedoch wieder und das Prasseln des Lagerfeuers lässt die CD ausklingen. Unterm Strich bleibt ein sehr ungewöhnliches Album. Aber ein sehr starkes. Was mir hier vielleicht etwas fehlt ist der Humor, etwa wie von Finntroll. Aber das hätte hier vielleicht auch gar nicht gepasst. Es ist ein sehr episches Werk. Vom Klang her würde ich sagen, ist 'Verisäkeet' sehr an die Natur angelehnt. Der Sound lädt zum Träumen ein. Ständig habe ich das Bild eines Waldes im Kopf, durch den ich spaziere. Naturverbundener, epischer Pagan Metal. Eine wahrhaft großartige Mixtur. So was habe ich nie zuvor gehört. Wie fabelhaft sich die Musik in die Naturgeräusche im Hintergrund einfügt, wie gut alles zusammenpasst. Ein Meisterwerk.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Der Beginn einer trolligen Ära, 12. Juni 2011
Dunkler und geheimnisvoller Beginn. Etwas lauert in den Wäldern, lauert bedrohlich zwischen den Bäumen auf seine Opfer, die ihm nicht entgehen können. Die geheimnisvollen Wälder Finnlands verbergen etwas böses, gemeines... Dann jedoch, in "Svartberg", zeigt sich der Trollkönig. Und mit der Musik beginnt das größte akustische Fest, das du je gehört hast. Von Beginn an, schon seit die CD im Laufwerk zu rattern begonnen hat, ist dieses Album schlichtweg bombastisch und genial. Eine Spur böse, eine Prise unheimlich, aber auch etwas verspielt und dennoch düster. Finntroll sind die Trollkönige des Humppa Metals. Man kann sie nie ganz ernst nehmen, und doch sind sie wild und unberechenbar. Und frech. Doch hier stimmt einfach alles. Mal fühlt man sich unheimlich zumute, dann jedoch wird man wieder verzaubert, im nächsten Moment wird es gerade zu wild und heroisch, oder man bekommt Lust zu schunkeln, zu feiern und zu saufen. Man gewinnt die Trolle vom Schlag weg lieb, es geht gar nicht anders. Und damit sind nicht nur die Musiker gemeint, sondern auch die Trolle, von denen erzählt wird. Auch wenn man nichts versteht, man sieht sie, man ist bei ihnen, feiert mit ihnen und streift mit ihnen durch den Wald. Der Song erreicht einen dramatischen Höhepunkt nach zwei Dritteln, indem man einen finsteren Chor vernimmt. Unheimlich, aber schön. "Rivfader" flitzt zu Beginn davon, dann hört man trollisches Gebrüll, und die Musik wird etwas gedrosselt. Dann wird es plötzlich mystisch, geheimnisvoll. Du sitzt unter den Tannen, und über dir leuchten die Sterne. Eine klare, kräftige Stimme brüllt dir etwas entgegen, dann wird es episch. Mit Chören im Hintergrund, sensationell. Jeder Song steigert sich während der Spielzeit zu einem genialen Höhepunkt hin. Auch der 4. Titel, "Vätteanda", überzeugt sehr. Höhepunkt des Songs ist, als nach etwa 3:15 Min eine klare Stimme erklingt. Das folgende "Bastuvisan" läutete den Beginn der Saga über die Trolle ein, die auf den weiteren Alben zu hören sind. Sie überfallen ein Dorf, und es erklingt ein musikalisches Gemetzel. "Blodnatt" schließlich klingt etwas verhalten und lässt den Hörer verschnaufen. Doch schließlich wird auch dieser Song etwas schneller, und auch er hat diesen epischen Klang inne. Als die Musik etwas langsamer wird, vernimmt man böses, trollisches Gelächter. Sie sind schon wahre Spitzbuben. Dann ertönt der Titelsong. 'Heeeeeyyyyyy!' brüllt der Sänger, und los geht es, auf zum Finale! Und dieses ist Finntroll wahrlich gelungen. Geile Melodie, cooler Rhythmus, hier passt alles. So wie eigentlich bei jedem Song! Wieder ertönt die Klarstimme, die wütend vor sich hin schimpft, und dann geht es in epische Ausmaße über. Dieser Song strotzt nur so vor epischer Kraft. Das folgende Akkordeon nimmt dem Song den Ernst, und macht ihn doch nicht lächerlich, sondern verleiht ihm einen verträumten, ja sehr musikalischen Beigeschmack. Finntroll haben hier alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht. Hier stimmt jede Note, die ganze Stimmung, einfach alles. Ein schneller Song folgt noch, der wild dahin flitzt und den finnischen Charakter in sich trägt. Hier wurde auch eine gute Gitarrenarbeit geleistet, ein herrlicher Riff ertönt. Und wieder wird es soundtechnisch gewaltig. Noch einmal flitzen sie dahin, dann ist das Album zu Ende. Oha, nein, noch nicht ganz. Man vernimmt leise, instrumentale Klänge. Ähnlich dem Intro, ist hier aber so etwas wie ein musikalischer Abspann zu hören. Ja, so stelle ich mir einen Abspann bei einem Trollfilm vor. Man verdaut das Gehörte, und plötzlich bemerkt man, dass man Lust hat, es noch einmal zu hören. Und dann beginnt die Reise von Neuem. Es ist ungeheuerlich. Bei diesem Album begleitet man die Trolle nicht einfach nur, nein, hast du einige der Noten verinnerlicht, so bist du einer von ihnen! Du mutierst selbst zum Troll, lässt deinen wilden tierischen Trieben freien Lauf, plünderst und schlachtest, und verschwindest blitzschnell, bevor deine Opfer merken, was da über sie gekommen ist. Spaß muss sein, auch in den härteren Graden des Metals. Keine andere Band versteht es so sehr, Spaß und Ernsthaftigkeit so gut zu mixen, ohne ins Lächerliche abzudriften oder zu ernst zu werden. Ein bombastisches Album, dass keinen Fehler hat, wenngleich die Spielzeit bei dieser Klasse etwas dürftig ausgefallen ist. Aber wer weiß, vielleicht hätte ein weiterer Song, der nicht so gut durchdacht gewesen wäre, das Album nur verunstaltet. So ist es ein absoluter Klassiker. Fantastisch! Und das spiegelt nicht nur die Wertung des Albums wieder, sondern auch die musikalische Atmosphäre. Unglaublich!
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5.0 von 5 Sternen
Geniales Werk einer norwegischen Kultband, 12. Juni 2011
Vor einigen Jahren habe ich einmal zu vorschnell über diese Scheibe geurteilt. Denn ich habe damals nur den Titelsong vernommen, der zwar roh und gewaltig klingt, mich aber nicht gerade umgeworfen hat. Aber er hat auch seinen Reiz, zumindest heutzutage... Wenn Gaahl krächzend verlauten lässt: 'INCIPIT SAAATAAAAAN!' das klingt böse. Sehr böse. Im Hintergrund wird losgepoltert und rumgewerkelt wie besessen. Dann wird das Tempo gedrosselt und man stampft dahin. Hin und wieder wird Gaahls Stimme finster und röchelnd. Nicht schlecht. Doch dann geht es los. 'A World To Win' ertönt. Groovig und eingängig. Schöner Riff. Das klingt beinahe nicht mehr wie Black Metal. Oder? Vielleicht ist es eher die Triumphhymne der schwarzen Horden. Diese Melodie, von denen man bei Gorgoroth sonst sehr selten etwas vernimmt, reißt mich vom Hocker. Super. Gigantisch. 'Litani Til Satan' beginnt anschließend schleppend. Gaahl spricht, nein er beschwört wohl finstere Mächte, ruft den Teufel persönlich an. Abartig. Aber gut! Es folgen Synthesizer-Parts, die das scheppernde 'Unchain My Heart!!!' einläuten. Auch ein guter Song! Immer wieder wird das Tempo gewechselt, richtig schön zum mitschwingen der Köpfe. Und Gaahl ist in Hochform. Der Kerl hat ein Lungenvolumen, das dir die Tränen in die Augen treibt. Ein weiterer Hit dieses Albums. 'An Excerpt of x' beginnt finster und unheimlich. Dieser Song, der mit 5:50 Min der längste des Albums ist, braucht etwas, bis er in die Gänge kommt. Nach fast zwei Minuten geht das Schlagzeug ins Midtempo über. Beinahe düster-episch wird es. Hier singt nicht Gaahl. Man hört Worte, die scheinbar aus alten Radioreportagen und Interviews gezogen wurden. Ein cooler Song, der sich schwer auf dein Haupt legt. Der folgende Titel ist zur Abwechslung mal wieder norwegisch gehalten. Man gibt wieder etwas mehr Gas. Nun ja, man rast förmlich dahin. Es klingt einfach geil. Gaahl kreischt sich die Stimmbänder heraus, es ist absolut irre. Der Typ ist nicht normal. Hui, dann werden die Gitarren tief und ein stampfendes Schlagzeug setzt ein. 'Will To Power' beginnt mit seltsamen, darkwave-ähnlichen Klängen. Befremdlich. Und so geht es die ganzen viereinhalb Minuten lang. Ein absoluter Aussetzer, der dem Album im gesamten Bild schadet. 'Wen Love Rages Wild In My Heart' beendet das Album schließlich doch noch hochklassig, ein Ramones-Cover. Ein starkes Album. Die Norweger gehören zu den ganz großen ihres Genres. Denn sie haben etwas geschafft, was in der Black Metal Sparte sehr schwer ist: Sie haben sich ihren eigenen Sound geschaffen. Ähnlich wie ihre Kollegen, die großen Immortal, Dissection, Satyricon, Nocte Obducta oder auch Dimmu Borgir. Es gibt viele Black Metal Bands, die beinahe alle gleich klingen. Oft kennt man keinen Unterschied. Wenn man Glück hat, sind sie verschiedener Herkunft und singen in ihrer Landessprache. Damit hat es sich dann aber auch schon. Bei oben genannten aber ist es anders. Sie sind die Meister ihres Faches. Und Gorgoroth zählen auf jeden Fall mit dazu. Lassen wir den Aussetzer "Will To Power" mal weg, haben wir hier ein absolutes Hammeralbum vorliegen, welches auch die Höchstpunktewertung verdient.
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